Dienstag, 30. Oktober 2018

Endlich Schmuddelwetter und dennoch so viele Farben im Herbstgarten

So, am Wochenende hatte ich nun endlich mein düsteres, schließlich sogar sehr schmuddeliges Wetter. Es kamen 11 Liter Niederschlag vom Himmel. Und das ist ja schon lange nicht mehr da gewesen. Dennoch habe ich viel geschafft und das Wochenende sehr genossen. 

Noch blüht es ja überall im Garten. Bis der Frost kommt, kann ich mich an den Dahlien erfreuen. 




Die im Discounter zur kurzfristigen Terrassendeko mitgenommen Chrysanthemen von Anfang Oktober sind mittlerweile hinüber. Wie anders, dir richtigen winterharten  Stauden der Herbstchrysanthemen. Sie blühen ja jetzt erst richtig auf und lassen sich durch Schmuddelwetter nicht schrecken.






Und Ringelblumen, die sich laufend selbst aussähen, keimen und zur Blüte gelangen, stehen auch hier und da noch in voller Blüte. 



Weniger auffällig als die großen Chrysanthemen und doch von einer überraschenden Farbenfreudigkeit sind die Semperviren und Sedumarten. 







Die kleine Opuntie hat auch ein wenig Rouge aufgelegt. 



Die winterharten Sukkulenten, Sedum und Semperviren habe ich größtenteils jetzt eingewintert. Bei ihnen ist das relativ leicht. Einfach alles unter das Dach des Carportes stellen und fertig. Frost ist kein Problem, nur zu viel Feuchtigkeit und Regen im Winter mögen viele nicht. Hier stehen sie gut bis zum Frühjahr.



Ein wenig mehr Mühe machte die große Opuntie, die leider nicht winterhart ist. Sie wanderte ins Winterquartier zu den anderen Kübelpflanzen. Die Pflanze ist unvorstellbar schwer, auch wenn der Topf selbst nur mit trockener Erde gefüllt ist. Da aber alle "Ohren" prall mit Wasser gefüllt sind, ergibt sich ein sehr hohes Gewicht, das einen Transport schier unmöglich macht. Hinzu kommen natürlich die Stacheln. Es hilft nichts. Viele Kübelpflanzen schneide ich vor dem Einräumen deutlich zurück. Das musste sich der Kaktus nun auch gefallen lassen. So ist er nun transportabel und steht am Fenster, im Überwinterungsraum. Dort kommt er erst im April oder Mai wieder raus. 



Noch ein wenig mehr Arbeit machte das Einwintern der winterharten Banane. Erinnert ihr euch noch? Hier ist ein Bild vom September im  Beitrag erhalten. 

Mit einer Machete habe ich die oft mehr als armdicken Stämme abgeschnitten. 



Dann stelle ich ein Draht-Kompostsilo um die Strünke. Dieses Gitter kleide ich mit einem  dicken Karton aus und fülle alles, mit schon vor Tagen und vor dem Regen gesammelten, trockenen Haselnuß- und Eschenlaub auf. Oben verschließe ich lose mit Karton und decke mit einem Stück Kunststoff ab. Es soll ja trocken im Laub bleiben, damit die isolierende Wirkung erhalten bleibt. Im Frühjahr wird dann alles wieder ausgepackt. Dann warten wir wieder mit großer Spannung  auf die ersten Triebe gewartet.




So also sieht dann der Garten bei Schmuddelwetter, Regen und nur etwa 4 °C Ende Oktober aus. 



Aus Regen wird Schnee und bleibt auch kurz liegen. 



Neben dem Freuen und Einwintern kam unerwartet auch noch das Ernten dazu. 

Im Weihergarten hat der Sturm der vergangenen Tage eine Topinamburpflanzen gefällt. Sie sind 3 Meter und höher und sehr reich verzweigt. Die Stiele dicker als Besenstiele. Der Sturm kippte eine solche Pflanze um. So, wie wenn im Wald der Sturm einen Baum umschmeißt, so ragte auch hier im Gemüsegarten der Wurzelstock jetzt senkrecht aus der Erde. 

Eigentlich wollte ich noch keinen Topinambur ernten. Die Knollen lagen aber größtenteils frei und  waren nicht mehr von der Erde geschützt. 

So kramte ich eine Knolle nach der anderen aus dem noch immer staubtrockenen Boden. Sie wurden größer und größer.  Ich habe noch nie so viel und so gigantische Topinamburknollen geerntet. Die eine Pflanze brachte 6,5 kg Topinambur-Ernte. 




Die größten Knollen hatte nicht einmal in meiner Hand Platz. 


Nun muss die Ernte irgendwie verarbeiten. Leider ist geernteter Topinambur  nicht lange lagerfähig. Ich werde einen Teil milchsauer einlegen. Ansonsten habe ich ja dieses Jahr nichts Milchsaures, da weder Kohl, noch Kohlrabi oder Möhren (gute) Ernten brachten. 

Den Rest der Knollen habe ich in leicht feuchter Gartenerde in einen großen  Topf verbuddelt. Der Topf bleibt draußen im Carport. Der Topinambur überwintert ja auch im Beet im Freien und übersteht Frost mühelos. Hier kann ich ihn dann leicht entnehmen, wenn ich welchen für die Küche brauche. 

Bleibt nur die Frage, was ich mit den anderen 6 Pflanzen mache. Wenn die auch jede über 6 kg Ernte bringen......


Noch eine  Ernte habe ich eingefahren. Die letzten Weintrauben wollte ich ernten, bevor Frost kommt. Sie schmecken alle köstlich und ich nasche seit vielen Wochen Weintrauben. Am Ende waren es doch noch einmal 2 kg frische Weintrauben. 

Die habe ich einfach rasch in der Beerenpresse entsaftet. 1 Liter Saft gab das. Weil ich keine Zeit hatte,  noch weiter etwas daraus zu machen, habe ich ihn, wie beim Apfelsaft, erhitzt und in Flaschen gefüllt. Ich will mal sehen, wie ein Gelee daraus schmeckt. Das wird demnächst einmal probiert. 




Und wer stundenlang in der Kälte draußen  gartelt, der hat auch Hunger. Am Sonntag gab es ein köstliches Steak vom Biorind zum Mittag. Dazu Buschbohnen und Kartoffelbrei aus dem Garten. Zum Fleisch reichte ich selbst gemachte "Butter à la Café de Paris".

Ich bereite sie aus frischer Sahne mit den letzten Gartenkräutern und anderen würzigen Zutaten zu. Wie das geht, steht in meinem Rezepte-Blog. 











Freitag, 26. Oktober 2018

Manches ist schöner ohne Sonne....


Es gibt ja Blumen, die ohne Sonne einfach schöner aussehen!

Dazu gehören die Herbstchrysanthemen hier . Ich finde sie so feucht und unter Wolken einfach noch schöner, als würde die Sonne darauf scheinen.



Überhaupt diese Sonne. Was bin ich persönlich jetzt froh, wenn sie erst mal nicht mehr scheint. Es ist fast November und da will ich Schmuddelwetter. Das gehört sich einfach so und ich sehne mich auch wirklich danach. "Klingt komisch, ist aber so", würde der Herr von der Sendung mit der Maus jetzt sagen. 

Immerhin Dienstag und Mittwoch wurden meine Bitten  erhört. War das ein Schmuddelwetter!  Kaum 6 ° C und den ganzen Tag Nieselregen. Nur 4 Liter waren es, aber die Stimmung wer perfekt. Kein einziger Sonnenstrahl und ich mit Winterjacke draußen. Danach brauchte ich eine heiße Dusche und den Kaminofen habe ich fast zum Glühen gebracht. Aber das war so schön gemütlich dann in der Wohnung und bald dunkel. Ich am Sofa und das Laptop zum bloggen am Schoss. Der Hund räkelt sich unterm Couchtisch. Mal ehrlich. Sonne passt in dieses Szenario einfach nicht mehr rein. Oder? 

Der Weiher, den wir am Samstag noch im Sonnenschein fischten füllt sich wieder. Dieser hier hat Quellen von unten und man sieht, dass nach 3 Tagen schon wieder etwas Wasser drin ist. Leider haben die anderen diese unterirdischen Quellen nicht. 




Der Rest der Kübel-Gesellschaft am mediterranen Platz. Gut, dass ich nicht in Baden - Würtemberg wohne. Am Ende müsste ich dann hier schon längst meine "Kehr-Woche" abhalten. Ich lasse das jetzt einfach noch liegen, da ist noch zu viel auf den Bäumen. Ich fände es unsinnig mir jetzt da Schweißperlen auf die Stirn zu kehren und ein paar Stunden später sähe es ebenso aus. 




Mein Staudenbeet vor dem Gemüsegarten in all seiner düsteren Pracht. 





Im Gewächshaus wird gewachsen, sonst hieße es ja nicht so.  

Der erste Satz Winterkopfsalat hat deutlich zugelegt. Die Wintersteckzwiebeln stehen prächtig in Reih und Glied. Vom Regen draußen im Garten durchnässt habe ich im Gewächshaus weiteren Winterkopfsalat gepflanzt. 



Das war jetzt aber die letzte Pflanzaktion. Nun wird nur noch aufgeräumt, weggeschnitten und abgebaut. Herbst und Winter stehen ja vor allem im Zeichen des Vergehens, Abbauens und des Rückzuges. Das ist in der Tierwelt so, bei den Pflanzen und auch bei mir (also Rückzug und weniger Vergehen !) 

Im Freiland die Zwiebeln stehen prächtig. Das ist das erste Jahr und ich bin gespannt ob und wie viel ich im Frühjahr ernten kann. Und wo sie besser wachsen in meinem Klima. Im Gewächshaus oder im Freiland. 



Mein Endivien, der leider, wegen wohl zu warmen Wetter, geschossen ist, sieht dennoch prächtig aus. Leider müssen wir ihn jetzt essen und ich kann ihn nicht groß umgraben und im Gewächshaus lagern bis Dezember oder Januar oder Februar wie sonst immer. Er schmeckt dennoch gut, nicht bitter und hat kräftige, gesunde Blätter. 




Das war der Endivien Mitte August, als ich ihn gepflanzt habe. Die Temperaturen lagen täglich über 30°C und das noch für  viele Wochen. 



Den toskanischen Grünkohl werde ich demnächst auch anfangen zu beernten. Immer ein paar Blätter von jeder Pflanze abmachen.  Er wächst dann immer weiter und der Frost macht ihm so schnell auch nichts aus. Dafür verträgt er im Sommer, anders als  "unser" deutscher Grünkohl viel mehr Hitze und Trockenheit. Als erstes will ich ein Pestorezept mit ihm ausprobieren.



Ebenfalls Mitte August hatte ich ihn als winzige Pflanzen gesetzt. 



Herbststimmung im abgeernteten Gemüsegarten. Der Gründünger ist aufgegangen und im Vordergrund stehen die Kräuter in ihrem Beet. Geerntet ist nun alles. 




Wer es nicht mitbekam: als Rezept gab es diese Woche einen Reisauflauf. Resteküche mit zum Beispiel Lauch aus dem Garten. 




Und am vergangenen Wochenende hatten wir Ossobuco. Ebenfalls mit ganz viel Gemüse und Kräutern aus dem Garten.


Jetzt wünsche ich erst mal ein wundervolles Wochenende mit viel Erholung und auch ein wenig Arbeit im Garten. Es soll extrem ungemütlich werden. Mal sehen ob mir das dann nicht wieder zu arg ist. Egal wie ich werde einige Arbeiten erledigen. 








Samstag, 20. Oktober 2018

Ein Samstag im Herbst. Damals und heute. Vieles ist gleich und doch so anders.

So, es ist wieder so weit.  Wir haben Samstag. Die Arbeitswoche klingt aus. Was mache ich am Samstag?

Samstag wird ausgeschlafen. Danach gibt es ein kleines Frühstück und schließlich machen wir uns zurecht. Liegen die Haare korrekt? Etwas vom neuen Duft auftragen. Was ziehe ich an? Immerhin, es geht ins Herz der großen Stadt, an deren Rand ich wohne. Hinein ins Gewimmel zu all den anderen Stadtmenschen.

Was machen wir in der Stadt? Eigentlich das gleiche, wie fast jeden Samstag, an dem wir beide frei haben und zusammen sind. Wir gehen durch die Straßen, durch die Geschäfte, durch den Park mitten in der Stadt. Vielleicht setzen wir uns kurz auf eine Bank und nehmen die Jahreszeit war.

Wir shoppen und wir kehren ein, im immer überfüllten Trend-Kaffee. Einen Platz zu bekommen ist reine Glückssache. Oft steht man bepackt mit den Einkäufen und viel zu warm gekleidet zwischen den Tischen und wartet, bis endlich jemand zahlt, an dessen Tisch man nahe genug dran steht, um ihn zu erhaschen. Der Kuchen ist köstlich und viel zu teuer. Aber man ist eben "dabei".

Irgendwann nach ein paar Kaffee oder Tee, vielleicht dem einen oder anderen Smalltalk mit Bekannten, geht es heim.

Schön war es, ich freue mich auf solche Samstage.

Bitte? Was meinst du? Ahhh, du bist überrascht.  Doch ja, es stimmt schon,  du bist schon richtig hier. Ich bin's der Achim. Vielleicht hätte ich aber, das gebe ich ja zu, über diese Einleitung ein Datum setzen sollen. Das hole ich jetzt gerne nach. Nehmen wir an, es war ein Samstag im Oktober. Im Oktober 2003 vielleicht.  Und ja, so lief das damals ab. Meine Sehnsüchte und geheimen Träume waren damals etwas vergraben. Aber das reale Leben, wie ich es beschrieben habe war eben so und es war gut so.

Oftmals denke ich an damals. Gern tue ich es nicht. Ich kann es mir gar nicht mehr vorstellen, wie ich so gelebt habe. Es sind komische Gefühle, Gefühle, die ich gerne verdränge. War ich das wirklich? Eigentlich nicht und doch war es für mich ok. Man fügt sich, man akzeptiert, man nimmt Manches an, als gegeben und unveränderbar.

Besser aber ist es, nicht die Vergangenheit immer wieder zu analysieren oder zu beklagen. Immerhin bin ich in der glücklichen Lage,  heute andere Samstage zu erleben. Das bin jetzt ich, kein Zweifel!

Heute war wieder so ein Samstag, wie er mir wirklich gefällt.

Eigentlich hat sich nichts geändert. Kleines Frühstück, Shopping, auf einer Bank sitzen und die Jahreszeit wahrnehmen, Kaffee, Kuchen und Smalltalk mit Freunden. Und abends ging es wieder heim.

Begleitet mich doch einfach mal durch den Tag, einen Samstag am Land, wie ich ihn liebe.

Also wir wachen auf und nehmen ein kleines Frühstück. Viel Zeit lassen wir uns nicht, weil viel zu erledigen ist.

Heute fischen wir einen Karpfenweiher. Zusammen fahren wir raus. Die Klamottenwahl nimmt nicht viel Zeit in Anspruch. Arbeitsklamotten, Gummistiefel, Wathose  und dergleichen. Duft müssen wir nicht auflegen, der Schlammgeruch übertüncht später ohnehin alles.

Volker richtet die Gerätschaften her zum Fischen und zieht den Stöpsel im Weiher, so dass das Wasser heraus fließen kann.


Ich fahre schnell ins nächste Dorf zum Shoppen. Es geht  zum Hofladen des Metzgers.

Irgendwo hier hinter dem Hügel irgendwo in Franken liegt meine Shoppingmeile für heute.





Dann fahre ich zurück zu den Weihern und spreche mich mit Volker ab, wie wir weiter verfahren. 

Er befüllt gerade die Bottiche und Becken für all die Fische, die wir heute heraus holen werden. 



Ich fahre heim, verräume die  Einkäufe und bereite das Mittagessen vor. Ein Eintopf steht schon im Kühlschrank. Ich muss ihn nur aufwärmen und in den Thermobehälter umfüllen. Währenddessen läuft Kaffee durch die Maschine und ich sammle das Picknickgeschirr zusammen. 

Wieder geht es hinaus zu Weihern. Das Wasser ist schon fast draußen.  Aber eine Weile dauert es noch. Zeit, in der wärmenden Herbstsonne Mittag zu essen. Der Campingtisch steht am Weiherdamm und so haben wir alles im Blick. 

Jetzt mache ich einen kleinen Herbstspaziergang. Nicht im Stadtpark mit Hunderten anderen sonnenhungrigen Samstag-Nachmittag-Genießern. Nein, allein mit meiner Kamera wandere ich um die Weiher und fange die wundervolle Herbststimmung ein. 







Dann aber ruft die Arbeit. Das Wasser ist raus und endlich sehen wir die Fische. Fast schon haben wir ein wenig gezweifelt. Im Weiher sollten etwas mehr als 400 Karpfen sein und wir sehen keine. Nun aber sind sie da und wir müssen schnell arbeiten. Alle müssen raus aus dem Schlamm und rein in einen der wassergefüllten Behälter. 

Ich stehe dabei immer oben am Mönch und nehme Käscher und Eimer, gefüllt mit Karpfen entgegen,  um sie um zu siedeln. 



Wenn alle draußen sind, wird gezählt und notiert. Wie viele kommen in welchen der anderen Weiher, wie viele kommen mit nach Hause in die Hälterung, wie viele werden  abgegeben. 

Hier in der Wanne sein ein paar der über drei Hundert der zweijährigen Jungfischlein, die wir einem Angelverein abgetreten haben. Dann waren noch drin 1 großer Graskarpfen, 8 Muscheln, etliche Zuchtkarpfen (Schlagmuttern, sehr große und alte Karpfen für die Nachzucht junger Karpfen), dreijährige Karpfen und  mit nach Hause kamen etliche vierjährige Karpfen für den Verzehr in den kommenden Wochen. 



Nach getaner Arbeit  ist es so weit. Wir sitzen, wie damals vor vielen Jahren in der schicken Großstadt, zusammen und trinken Kaffee. Die Torten werden durch Kekse ersetzt. Der Smalltalk mit Freunden (Helfern) findet dennoch statt. Auf einen Sitzplatz muss man nicht lange warten. Jeder der dazu kommt, erhält einfach einen Stuhl und wenn davon keiner mehr da ist, rücken wir die Bank einfach her zum Tisch. 




Ihr seht, alles war dabei.  Shoppen, Parklandschaft, Kaffee und Freunde. Nur irgendwie einfach viel schöner heute als damals. Früher war halt doch nicht immer alles besser......


Daheim habe ich dann übrigens die ersten Kübel eingeräumt, weil es jetzt dann doch scheußlicher werden soll, was das  Wetter betrifft. Sogar Nachtfrost ist angesagt. Umso schöner ist es, so einen schönen Tag wie heute erlebt zu haben. 

Einige von euch sind ja, wie ich, Quitten-Fans. Für euch habe ich die Tage noch ein neues Rezept entdeckt und sofort ausprobiert. Es ist so lecker, wie es klingt! Probiert doch mal selbst gemachten Quitten-Senf  zur Käseplatte. 



Donnerstag, 18. Oktober 2018

Scharfe Paprika und lila Kartoffeln, grüner Kohl und herbstliche Blüten

Der Oktober hat seinen Zenit schon überschritten. Und doch ist und bleibt es einfach heiß. 

Heiß wie die heutige Ernte:


Die Glockenpaprika habe ich abgeerntet, den Strauch stark zurück geschnitten und ausgegraben. Er stand und wucherte im Gewächshaus vor sich hin. Klar, dass ich beim Abernten auch wieder einen meiner lieben Freunde, einen Laubfrosch, aufschreckte. Mit einem lauten  und hallenden "WUM" hüpfte er aus der Paprika an die Doppelstegplatten des  Gewächshauses, wo er sich mit seinen Saugnäpfen an den Zehen festsaugte. Dann kletterte er die Scheibe hoch, überwand spielend eines der dicken Plastikprofile und setzte sich mit eingeklappten Beinen beruhigt auf den Plastiksteg des Profils. Von dort beobachtete er mein weiteres Vorgehen. 

Heiß sind auch die aktuell aufblühenden Farben überall im Garten. In der Sonne hat es nach wie vor noch über 30 Grad Celsius und wir haben ja fast überall Sonne. Jetzt schon deutlich kürzer im Tageslauf und eher lange Schatten von Büschen, Hecken und Häusern. Aber etliche Stellen dürsten weiter jeden Tag in diesen irren Temperaturen. 

Aber wieder zu den Blüten. Die Herbstchrysanthemen gehen nach und nach auf. Die erste in Rosé habe ich ja schon vor Wochen im Fliederbeet gezeigt. 

So richtig herbstlich finde ich ja dann aber diese Farben hier. Gelb und dunkles Kupfer sowie Messing oder helles Kupfer. 





Im anderen Beet erblüht noch eine rosa Herbstchrysantheme  mit gelber Mitte. Die dunkelroten sind noch nicht erblüht die brauchen noch etwas. 



Ebenfalls gelb schmückt sich  gerade der Feigenbaum auf der Terrasse und verabschiedet sich damit in die Winterpause.  



Heute habe ich die letzten Feigen geerntet. Eine kleine Schüssel voll super süßer und weicher Feigen war das. Köstlich!



Im Gemüsegarten blühen die letzten vereinzelten Blüten in Gelb. Hier eine Ringelblume. 



Dort in den Gemüsebeeten gibt es aber auch ohne Blüten, schöne Dinge zu sehen. Ist der Rosenkohl im Gegenlicht der Sonne nicht eine Pracht? Und das nachdem er im Sommer in der Hitze litt, bei defekter Bewässerung fast kaputt ging und von weißer Fliege verklebt und von Erdflöhen vollkommen zerlöchert im Beet hing. 



Jetzt ist er schön gewachsen und wieder gesund. Nur leider sind keine Röschen in den Blattachseln vorhanden. Diese Sorte habe ich zum ersten Mal. Entweder kommen die noch, war ja auch ein besch....eidener Sommer für Rosenkohl. Oder er bildet keine mehr. Sonst hatte ich zu der Zeit immer schon kleine Röschen am Kohl. Ich wollte aber einmal eine sehr harte Sorte, die wirklich den ganzen Winter draußen bleiben kann. Nun, wenn aber keine Röschen gebildet werden, nützt mir die Winterhärte auch nicht viel. Jedenfalls aber gibt er ein schönes Fotomotiv denke ich. 


Ebenfalls im Gemüsegarten steht die alte Eiche. Dieses Jahr gibt es Unmengen Eicheln. Und die donnern gar fürchterlich nervend auf das Gewächshausdach und Carportdach. Einen Lärm wie Kometeneinschläge Tag für Tag. Und bei Wind ist es ein  Geräusch, wie Maschinengewehr....





Im Gewächshaus steht  eine Topfplatte mit Feldsalatsämlingen, die bald eingepflanzt werden müssen. Im Freiland habe ich auch  welchen direkt gesät, was dieses Jahr zum ersten mal  schön geklappt hat. 



Gerade standen hier noch Paprika und vor kurzem erst habe ich den Winterkopfsalat gepflanzt. Der legt sich mächtig ins Zeug. 

Dahinter die  Wintersteckzwiebeln wachsen ebenfalls, dass man zusehen kann. 



Und in meiner Saatschale, die wie eine Reihe im Beet ist (eine Kunststoffdachrinne) stehen noch Frühlingszwiebeln. Die keimen selbst hier unter besten Bedingungen und ohne Unkraut erst nach Wochen und sind daher jetzt noch winzig. Ich werde sie mal ins Gewächshaus auspflanzen. Vielleicht entwickeln sich da noch verwendbare Frühlingszwiebelchen. 




Super glücklich bin ich über diese Hälmchen hier. Es ist Wildlauch, Feldknoblauch oder was mir am besten gefällt "Rockenbollen". Allium scorodoprasum oder Schlangenlauch, der auf der dänischen Insel Bornholm gewachsen ist. Er ist in Bayern wohl heimisch aber eher gefährdet. 



Ich fand ihn bei Dreschflegel. Die kleinen Brutknöllchen habe ich noch am selben Tag der Ankunft  in die Erde gebracht. Ich hoffe er wächst schön und ich kann ein paar Teile davon in der Küche verwenden . Vielleicht bringe ich ihn auch dazu, im Garten zu verwildern, dann habe ich immer was von ihm. Alle Teile sind verwertbar: die Knollen, wie milder Knoblauch, die Brutknöllchen als Würze, wie die vom Knoblauch und auch die Stiele, wie Lauchstangen. Die Blüten sind etwas zerzaust und dunkel Lila. Alles ein Gemüse, wie ich es mag. Wild, selbständig und ungezähmt und schön anzusehen.


Ein letztes Gemüse für heute möchte ich noch erwähnen. 



Ja auf dem Bild sind vom Frühling meine Grünspargelsämlinge und daneben Kartoffeln, aus Samen  gezogen zu sehen. Ich habe Ende April HIER schon einmal von ihnen berichtet und was ich damit vor habe. 

Es gab bei oben genanntem Samenlieferanten Tütchen mit Kartoffelsamen zu kaufen. Anstiftung zum selber züchten. Dazu kam, wie im Beitrag vom April erwähnt, ein Magazinartikel genau zu diesem Thema. 

So kam es dass ich spaßeshalber neben meinen auf Ertrag abzielenden Kartoffeln auch noch Kartoffeln säte. 

Ich habe die kleinen Pflänzchen in eine Reihe am Rande des Gemüsegartens gesetzt und weiter nichts mehr gemacht. Ein paar gingen ein, andere wuchsen und irgendwann war alles zugewuchert an der Stelle. Das Laub wurde bis jetzt nicht gelb. Aber es ist spät im Jahr und ich kann nicht alles dann wenn es unbedingt notwendig wird vor Frost erledigen. Also habe ich die Kartoffeln jetzt ausgegraben. 

Das hat nicht viel Arbeit gemacht. Es war ja fast nichts dran und wenn dann  nur erbsen- oder kirschgroß. 

Vielleicht kann ich im nächsten Jahr die stecken und dann wenigstens genügend für eine Verkostung ernten. 

Dann aber kam ich an eine weitere Pflanze. Die war es, die alles zugewuchert hat. Es waren nicht allgemein meine Kartöffelchen, die prächtig gediehen. Es war dieser eine Kartoffel-Sämling der unvorstellbare Blatt- und Krautmassen im Umkreis von einem Meter produzierte. Und! Auch unten waren viele, ja sehr viele Kartoffeln dran. Sogar in essbarer Größe und in herrlichem dunklen Lila. Wunderbar! 

Schon habe ich eine Sorte gefunden, die auf alle Fälle weiter gepflegt und dann mit anderen, die sich im nächsten und übernächsten Jahr auf so auffällige Weise hervortun gekreuzt. Mal sehen wie weit ich es durchziehe. Eine Spielerei einfach. 



Von den lila Wucherkartoffeln habe ich gleich mal zwei kleinere gekocht. Innen leider nicht durchgefärbt. Eher festkochend und von gutem Geschmack. Die anderen und die große hebe ich mir zum Vortreiben fürs Frühjahr auf. Mal sehen, was die nächstes Jahr für einen Ertrag bringen. Spannend ist das allemal!




Zum Schluss wieder ein Rezept. Wer es noch nicht anderweitig bei mir gelesen hat, hier der Link

Passend zum Thema gab es die Tage Kartoffelpfannkuchen mit Apfelkompott. Eine leckere, einfache und doch gesunde Süßspeise.