Donnerstag, 18. Oktober 2018

Scharfe Paprika und lila Kartoffeln, grüner Kohl und herbstliche Blüten

Der Oktober hat seinen Zenit schon überschritten. Und doch ist und bleibt es einfach heiß. 

Heiß wie die heutige Ernte:


Die Glockenpaprika habe ich abgeerntet, den Strauch stark zurück geschnitten und ausgegraben. Er stand und wucherte im Gewächshaus vor sich hin. Klar, dass ich beim Abernten auch wieder einen meiner lieben Freunde, einen Laubfrosch, aufschreckte. Mit einem lauten  und hallenden "WUM" hüpfte er aus der Paprika an die Doppelstegplatten des  Gewächshauses, wo er sich mit seinen Saugnäpfen an den Zehen festsaugte. Dann kletterte er die Scheibe hoch, überwand spielend eines der dicken Plastikprofile und setzte sich mit eingeklappten Beinen beruhigt auf den Plastiksteg des Profils. Von dort beobachtete er mein weiteres Vorgehen. 

Heiß sind auch die aktuell aufblühenden Farben überall im Garten. In der Sonne hat es nach wie vor noch über 30 Grad Celsius und wir haben ja fast überall Sonne. Jetzt schon deutlich kürzer im Tageslauf und eher lange Schatten von Büschen, Hecken und Häusern. Aber etliche Stellen dürsten weiter jeden Tag in diesen irren Temperaturen. 

Aber wieder zu den Blüten. Die Herbstchrysanthemen gehen nach und nach auf. Die erste in Rosé habe ich ja schon vor Wochen im Fliederbeet gezeigt. 

So richtig herbstlich finde ich ja dann aber diese Farben hier. Gelb und dunkles Kupfer sowie Messing oder helles Kupfer. 





Im anderen Beet erblüht noch eine rosa Herbstchrysantheme  mit gelber Mitte. Die dunkelroten sind noch nicht erblüht die brauchen noch etwas. 



Ebenfalls gelb schmückt sich  gerade der Feigenbaum auf der Terrasse und verabschiedet sich damit in die Winterpause.  



Heute habe ich die letzten Feigen geerntet. Eine kleine Schüssel voll super süßer und weicher Feigen war das. Köstlich!



Im Gemüsegarten blühen die letzten vereinzelten Blüten in Gelb. Hier eine Ringelblume. 



Dort in den Gemüsebeeten gibt es aber auch ohne Blüten, schöne Dinge zu sehen. Ist der Rosenkohl im Gegenlicht der Sonne nicht eine Pracht? Und das nachdem er im Sommer in der Hitze litt, bei defekter Bewässerung fast kaputt ging und von weißer Fliege verklebt und von Erdflöhen vollkommen zerlöchert im Beet hing. 



Jetzt ist er schön gewachsen und wieder gesund. Nur leider sind keine Röschen in den Blattachseln vorhanden. Diese Sorte habe ich zum ersten Mal. Entweder kommen die noch, war ja auch ein besch....eidener Sommer für Rosenkohl. Oder er bildet keine mehr. Sonst hatte ich zu der Zeit immer schon kleine Röschen am Kohl. Ich wollte aber einmal eine sehr harte Sorte, die wirklich den ganzen Winter draußen bleiben kann. Nun, wenn aber keine Röschen gebildet werden, nützt mir die Winterhärte auch nicht viel. Jedenfalls aber gibt er ein schönes Fotomotiv denke ich. 


Ebenfalls im Gemüsegarten steht die alte Eiche. Dieses Jahr gibt es Unmengen Eicheln. Und die donnern gar fürchterlich nervend auf das Gewächshausdach und Carportdach. Einen Lärm wie Kometeneinschläge Tag für Tag. Und bei Wind ist es ein  Geräusch, wie Maschinengewehr....





Im Gewächshaus steht  eine Topfplatte mit Feldsalatsämlingen, die bald eingepflanzt werden müssen. Im Freiland habe ich auch  welchen direkt gesät, was dieses Jahr zum ersten mal  schön geklappt hat. 



Gerade standen hier noch Paprika und vor kurzem erst habe ich den Winterkopfsalat gepflanzt. Der legt sich mächtig ins Zeug. 

Dahinter die  Wintersteckzwiebeln wachsen ebenfalls, dass man zusehen kann. 



Und in meiner Saatschale, die wie eine Reihe im Beet ist (eine Kunststoffdachrinne) stehen noch Frühlingszwiebeln. Die keimen selbst hier unter besten Bedingungen und ohne Unkraut erst nach Wochen und sind daher jetzt noch winzig. Ich werde sie mal ins Gewächshaus auspflanzen. Vielleicht entwickeln sich da noch verwendbare Frühlingszwiebelchen. 




Super glücklich bin ich über diese Hälmchen hier. Es ist Wildlauch, Feldknoblauch oder was mir am besten gefällt "Rockenbollen". Allium scorodoprasum oder Schlangenlauch, der auf der dänischen Insel Bornholm gewachsen ist. Er ist in Bayern wohl heimisch aber eher gefährdet. 



Ich fand ihn bei Dreschflegel. Die kleinen Brutknöllchen habe ich noch am selben Tag der Ankunft  in die Erde gebracht. Ich hoffe er wächst schön und ich kann ein paar Teile davon in der Küche verwenden . Vielleicht bringe ich ihn auch dazu, im Garten zu verwildern, dann habe ich immer was von ihm. Alle Teile sind verwertbar: die Knollen, wie milder Knoblauch, die Brutknöllchen als Würze, wie die vom Knoblauch und auch die Stiele, wie Lauchstangen. Die Blüten sind etwas zerzaust und dunkel Lila. Alles ein Gemüse, wie ich es mag. Wild, selbständig und ungezähmt und schön anzusehen.


Ein letztes Gemüse für heute möchte ich noch erwähnen. 



Ja auf dem Bild sind vom Frühling meine Grünspargelsämlinge und daneben Kartoffeln, aus Samen  gezogen zu sehen. Ich habe Ende April HIER schon einmal von ihnen berichtet und was ich damit vor habe. 

Es gab bei oben genanntem Samenlieferanten Tütchen mit Kartoffelsamen zu kaufen. Anstiftung zum selber züchten. Dazu kam, wie im Beitrag vom April erwähnt, ein Magazinartikel genau zu diesem Thema. 

So kam es dass ich spaßeshalber neben meinen auf Ertrag abzielenden Kartoffeln auch noch Kartoffeln säte. 

Ich habe die kleinen Pflänzchen in eine Reihe am Rande des Gemüsegartens gesetzt und weiter nichts mehr gemacht. Ein paar gingen ein, andere wuchsen und irgendwann war alles zugewuchert an der Stelle. Das Laub wurde bis jetzt nicht gelb. Aber es ist spät im Jahr und ich kann nicht alles dann wenn es unbedingt notwendig wird vor Frost erledigen. Also habe ich die Kartoffeln jetzt ausgegraben. 

Das hat nicht viel Arbeit gemacht. Es war ja fast nichts dran und wenn dann  nur erbsen- oder kirschgroß. 

Vielleicht kann ich im nächsten Jahr die stecken und dann wenigstens genügend für eine Verkostung ernten. 

Dann aber kam ich an eine weitere Pflanze. Die war es, die alles zugewuchert hat. Es waren nicht allgemein meine Kartöffelchen, die prächtig gediehen. Es war dieser eine Kartoffel-Sämling der unvorstellbare Blatt- und Krautmassen im Umkreis von einem Meter produzierte. Und! Auch unten waren viele, ja sehr viele Kartoffeln dran. Sogar in essbarer Größe und in herrlichem dunklen Lila. Wunderbar! 

Schon habe ich eine Sorte gefunden, die auf alle Fälle weiter gepflegt und dann mit anderen, die sich im nächsten und übernächsten Jahr auf so auffällige Weise hervortun gekreuzt. Mal sehen wie weit ich es durchziehe. Eine Spielerei einfach. 



Von den lila Wucherkartoffeln habe ich gleich mal zwei kleinere gekocht. Innen leider nicht durchgefärbt. Eher festkochend und von gutem Geschmack. Die anderen und die große hebe ich mir zum Vortreiben fürs Frühjahr auf. Mal sehen, was die nächstes Jahr für einen Ertrag bringen. Spannend ist das allemal!




Zum Schluss wieder ein Rezept. Wer es noch nicht anderweitig bei mir gelesen hat, hier der Link

Passend zum Thema gab es die Tage Kartoffelpfannkuchen mit Apfelkompott. Eine leckere, einfache und doch gesunde Süßspeise. 


Donnerstag, 11. Oktober 2018

Fotos mit Herbststimmung als Einstimmung fürs schöne Wochenende


Hallo und einen wunderschönen Oktoberfreitag wünsche ich. 

Das kommende Wochenende soll ja noch einmal so traumhaft werden, wie die vergangenen Tage. Egal wie traumhaft das Wetter gerade ist, Sorge, ja große Sorge macht nach wie vor der seit April ausbleibende Regen. 

Nicht nur bei mir keimt im Garten am Dorfweiher - ohne Bewässerung - keine Gründüngung auf den abgeernteten Beeten. Meine wenigen angesammelten Bodenorganismen werden da wieder verschwinden. Draußen die Felder sind auch so trocken, dass Staubwolken auflodern, wie Waldbrandrauch, wenn nur ein Landwirt über den bröseltrockenen Boden fährt. Dort keimt über haupt nichts. Kein Wintergegtreide, kein Raps, kein Gründünger. Ein Wermutstropfen zum ansonsten so wundervollen Oktober. 

Ich habe ein paar Fotos zur Einstimmung aufs Herbst-Wochenende mitgebracht, die ich euch unbedingt zeigen und mit euch genießen will. 

Meine Metallkugelt mit Sedum im Topf darin, ein Mitbringsel von der ersten Gartenmesse im Frühjahr, hängt im Hausbaum in der großen Wiese. Der Schatten der Krone sieht beinahe so aus, als wäre es der Schatten der filigranen Kugel. 



Auch ein Blick durch die goldenen Haselnußblätter der Baumkrone, hinter zum Staudenbeet ist recht malerisch.


Wenig malerisch liegt die vertrocknete Wiese im Vorgarten. Schon oft gezeigt, doch immer wieder muß ich es zeigen. Immer wieder, wenn mich Neid und Fassungsllosigkeit packen, weil ich in anderen Blogs den giftgrünen Rasen und wuchernde Stauden in den Beeten jetzt im Oktober sehe. Schön, wenn es regnet. Bei uns eben nicht, niemals seit Monaten.

Dann gehen wir also mit bloßer Erde und Heu drauf in den Winter. Wie das dann im Frühahr aussieht, wenn, die Frühlingsblüher den Rasen zur Blumenwiese machen sollen? Oh weh.  Wenn, ja wenn die überhaupt wieder kommen.


Ebenfalls im Vorgarten ist ja der Weinberg, der an die Bewässerung angeschlossen ist und daher dieses Jahr jetzt etwas leichter zu gießen  war.




Das Diesige, dieser Sonnentage kommt ganz schön im Foto rüber. Aber auch die wunderbare Herbststimmung. Hier in der Sonne hat es etwa 26 Grad. Im Schatten sind es nur knapp über 20 Grad. Aber, wir haben ja beinahe Mitte Oktober. Nachts wird es nur etwa 8 Grad "kühl". 


Im Foto sieht man gleich, dass wohl entlang der Weinreben ein Bewässerungsschlauch im Boden eingelassen ist. Alles grün, während drum rum Wüstenstimmung herrscht.


Und wo es grün, also feucht ist, keimt hier überall die Nachtkerze. Ein paar mähe ich nicht ab und lasse sie blühen. Das geht nun schon seit ein paar Monaten hier mit den Blüten. Und aussamen lasse ich sie auch wieder, damit in den kommenden Jahren abermals  der Weinberg von allein erblüht. 



 Besonders freue ich mich auf die jeden Moment aufbrechenden Knospen der Herbstchrysanthemen. Die verlängern die Blütensaison im Landgarten bis bestimmt Mitte November. Dann ist Ruhe bis etwa um Weihnachten, wo die Christrosen ihre ersten Blüten zeigen werden. Kurz darauf gehen die duftenden Blüten der Winterheckenkirsche auf. Es blüht fast rund ums Jahr immer irgendwo in meinem Garten.



Auch im Gemüsegarten genieße ich den Herbst. Ich erledige so nach und  nach die anfallenden Arbeiten und freue mich jede Minute, dass ich das im kurzärmeligen Hemd machen kann. Jacke, Mütze und Pulli werden noch (lange) nicht gebraucht. Auch klamme Finger und Tropfen an der Nasenspitze gibt es heuer noch nicht. 

Hier ein Bild von einer Salatpflanze, die sich irgendwo selbst ausgesät. Die finde ich überall und ständig im Gemüsegarten. Wenn sie große genug ist, wird geerntet. Mehr Arbeit macht so ein wild aufgegangener Salat nicht. Einfacher kann man Gemüse nicht anbauen. 



Und wieder ist ein Gemüsebeet restlich abgeerntet und mit der Grabegabel gelockert. Darauf kam eine dicke Schicht gehäckselten Materials vom vergangenen Wochenende und Vlies, damit die Amseln nicht alles wild verteilen. So kann das Beet in den Winter gehen. Dahinter unterm Vlies - ebenfalls als Amselschutz -  keimt der Feldsalat, die Wintersteckzwiebeln zeigen das erste Grün. Vom Knoblauch sieht man noch nichts, der wächst erst mal unter der Erde. Spätestens im Frühjahr aber wir er sich zeigen.


Montag, 8. Oktober 2018

Herbstarbeiten und Gedanken zu Garten, Natur und uns Menschen

Im Frühjahr (war das nicht gerade eben?) wollte die Gartensaison einfach nicht beginnen. So unendlich lange war es viel zu kalt und ungemütlich im Garten. 

Jetzt im Herbst entschädigt uns die Natur für die im Frühjahr verlorenen Gartenwochen. Die Saison scheint kein Ende nehmen zu wollen. Das Wetter ist traumhaft, die Sonne scheint nach wie vor unablässig vom  Himmel. Einzig die Höhe ihrer Bögen, die sie Tag für Tag über den Garten zieht verrät das fortgeschrittene Jahr. Wenn man das für sich einmal beobachtet, wo die Sonne im Sommer über den Garten zieht und wie flach sie nun schon wieder wandert, wird man wirklich erstaunt sein. 

Habt ihr das schon mal gemacht? Macht ihr es regelmäßig? Klar, jeder weiß, dass im Winter die Sonne flacher übers Land wandert. Aber mal ehrlich. Könnt ihr Marken im und um den Garten nennen, wo die Sonne hoch drüber kreist oder wie flach sie nun Früh oder Mittag steht? Macht das mal und beobachtet es ein Jahr lang. Dann seht ihr den mehr als deutlichen Unterschied im echten Leben. Dann wisst ihr es nicht nur theoretisch. Eine  Naturbeobachtung, die ganz einfach ist, aber bestimmt nicht all zu oft durchgeführt wird. 

Für mich sind diese Beobachtungen jedenfalls immer interessant und wichtig. Sie verbinden mich mit der  Natur und ihren (somit auch unseren) Rhythmen. Ich habe es schon mehrmals gesagt und finde es wichtig, immer wieder einmal darauf aufmerksam zu machen. 

Man kann sich diesen Rhythmen auch hingeben. Mit ihnen mit schwingen. Leider aber ist die Menschheit immer weiter von diesen Rhythmen entfernt und wiedersetzt sich ihnen mehr, als mit ihnen zu gehen. Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, dass das Widersetzen hier aber viel Kraft kostet, während das Einlassen auf die Rhythmen und Abläufe der Natur, die Verbindung mit der Natur, von der wir  immer noch ein Teil sind, Kraft bringen. Erholung, Regeneration,  Harmonie und Ausgeglichenheit oder eine Gelassenheit sind die Folge. Dazu brauche ich keine "speaker", "influencer", "Motivatoren" oder sonstige Gurus, die mir sagen, wie ich das finde. Ich gehe mit der Natur und finde das alles dabei. Je länger ich so agiere, desto mehr spüre ich es. Und wenn dann ein sehr schwieriges Frühjahr kommt, wo nichts im Garten gelingen oder fortschreiten will. Wo die eigene Lust gar fehlt. Weiß ich doch, dass es auch wieder anders wird. Ich ärgere mich im Moment, lasse dem Frust raus. Aber ein tiefes  Urvertrauen, dass die Natur das alles ja nicht zum ersten Mal macht und selbst auch überleben will, beruhigt mich. 

Auch ein Sommer voller Hitze und unendlicher Dürre, die ja noch anhält, ist anstrengend, nervenaufreibend, wenn man nicht mehr weiß, wie man was noch rette kann. In der Natur leidet viel, große Bäume sterben. Sterben meine Bäume und Sträucher? Vertrocknen sie? Aussehen tut alles danach. Aber dann kommt wieder das Bewusstsein, dass es ja nicht das erste Mal sein wird und die Natur auch darauf eingestellt ist. Es mag Schäden geben, aber es ist nicht der Untergang. 

Wenn etwas Angst machen kann oder beunruhigt, dann ist es das Handeln der Menschen und der Umgang mit der Natur. Nicht nur einmal in diesem schwierigen Jahr hat sicher jeder davon gehört, wie unser rücksichtsloses, gedankenloses und egoistisches Handeln genau diese Unbilden der Natur und des Wetters hervorrufen. 

Und dazu gehören nicht nur die böse Autoindustrie, die Schummel-Software installiert, dass weiter ungehindert die Luft verschmutzt werden kann. Auch nicht nur die Stromgiganten, die den schönen Wald vernichten. Nein, dazu gehören auch wir, jeder Einzelne. Und wenn jeder erst einmal vor seiner eigenen Türe kehren würde....

Habe ich nicht gerade heute  von zwei Personen, unabhängig voneinander gehört, dass es Mitmenschen gibt, die jetzt die Heizungen in der Wohnung schon voll aufdrehen und weil es dann zu warm ist, den ganzen Tag die Fenster offen haben. Anstatt einmal die Heizung herunter zu regeln. Was nützen da besten Isolierungen an den Wänden? 

Oder was ist allein beim Metzger? Ich nehme meine Kunststoffbehälter, die Jahrzehnte verwendet werden mit und lasse alles da rein legen. Nicht ein Stück Verpackungsplastik benötige ich dabei. Die Plastikverschmutzung kommt ja nicht von den Haushaltsbehältern, sondern von der Kosmetik, Reinigungsmitteln und den Einmalverpackungen (beim Metzger oder noch schlimmer im Discounter). Aber wer wird schief angesehen? Ich, der den Verpackungsmüll vemeidet. Warum? Na weil ich Kunststoffbehälter einer namhaften Firma verwende. Kunststoff! Oh Gott!

Wie einfach ist es doch auf die Discounter und Läden zu schimpfen, Kunststoffmüll zu produzieren und Firmen zu diffamieren, die Kunststoffbehälter herstellen. Alles sind die anderen, da kann man in den "sozialen" Medien darüber herziehen. Nur selbst was ändern? Nein, das macht man nicht, man kann leider nichts ändern. Man kauft billig mit viel Plastik. Und ist zu bequem, selbst Behälter mit zu nehmen. Lieber schimpft man, dass die auch alle schlecht sind. Keiner ist selbst verantwortlich, immer sind nur die anderen Schuld und verhalten sich schlecht. 

Ich jedenfalls versuche an möglichst vielen Stellen verantwortungsvoll zu leben und aktiv zu handeln. Und ich weiß, würden mehr Menschen nur zu vielleicht 70% perfekt und verantwortungsvoll handeln, wäre der Welt und der Umwelt mehr gedient, als wenn diese Menschen lieber gar nicht handeln, weil sie ja die 100% Perfektion sowieso nicht erreichen können.

Und dann noch denen mit 70% vorwerfen, daß sie eben nur die 70% erreichen und nicht zu  100% perfekt handeln. Ihr glaubt nicht, dass viele Menschen so sind? Na dann veröffentlicht doch mal in diesen ach so sozialen Medien, wie ihr etwas in die richtige Richtung unternehmt (70%). Dann werdet ihr anhand der Kommentare der 100%igen schnell genau das merken. Alles wird schlecht gemacht, ist ja bekannter maßen schlecht und selbst wird gar nicht oder weit weniger sinnvoll gehandelt. Über andere her zu ziehen, die etwas unternehmen und ihnen vorzuwerfen, daß sie nicht 100% ig sind beruhigt deren schlechtes Gewissen scheinbar ausreichend. Und es ist so bequem auf diese Weise "etwas für die Umwelt zu tun".

Nun aber wieder zu meinem Garten. Ich habe nun mal das Glück, mir hier so viel selbst anbauen zu können und es auch zu wollen und zu machen. Wieder ein kleiner Beitrag zur Ressourcen- und Umweltschonung. 







Jetzt am Wochenende habe ich noch einmal einen Schwung der Wintersalate gepflanzt. Winterzwiebeln  und Knoblauch sind gesteckt. Wir haben ja schon Oktober, aber im Gemüsegarten ist die Saison noch längst nicht vorbei. Es wird weiter angebaut und geerntet. 

Als ich mit dem Garten anfing, war zu dieser Zeit auch bei mir schon Schluss mit der Saison. Mir blieb nur übrig,  aufs Frühjahr zu warten, wenn es endlich wieder los geht. Aber jedes  Jahr kommt mehr Erfahrung dazu, anderes wird ausprobiert und die Saison wird immer länger. Die Monate in denen ich frisches Gemüse ernten kann werden mehr und mehr. Dieses Jahr war es auf Grund des Klimas deutlich weniger. Trotzdem gab und gibt es ausreichend. 



Hier standen die letzten Tomaten.  Jetzt sind sie als Mulch am Boden verteilt. Gleich habe ich auch wieder  Salat gepflanzt und Winterzwiebeln gesteckt. Später überwintere ich hier dann noch den Endivien.



Das sind sie also. Ein denkwürdiges Bild. Die allerletzten Tomaten der Saison 2018.  Jetzt gibt es erst in vielen vielen Monaten wieder eigene frische Tomaten. 


Im Keller sind noch die übrigen Freilandtomaten da lege ich diese hier dazu. Sie werden jetzt nach und nach verspeist. Roh oder gekocht.  Dann werde ich bis auf ganz (!) wenige Ausnahmen auch keine Tomaten kaufen, bis ich wieder selbst welche habe. Konserviert sind genügend. Denn brauchen tue ich diese häufig in der Küche. Aber außerhalb der Saison welche ohne Geschmack und von fragwürdig fester Konsistenz  zu kaufen käme mir nicht in  den Sinn. 

Wie groß ist dadurch dann die Vorfreude auf die ersten  Eigenen im Sommer 2019. Wer rund ums Jahr frische Tomaten auf den Tisch bringt, wird diese Freude nicht empfinden. Und hat damit wieder eine Freude weniger, die er oder sie erleben darf. Und  Tomaten sind da nur ein einziges winziges Beispiel. 


Nicht nur die Ernte erfreut mein Herz. Auch die vielen Mit-Genossen in meinem Garten. Auf Schritt und tritt begegnen mir die seltsamsten Tiere. Im Gewächshaus war jetzt die Tage ein kleiner... Ich weiß nicht genau, kann das ein Lurch gewesen sein? Eine Eidechse war es nicht. Vier Beine wie diese aber eine Haut wie so ein Fröschlein hier. Schnell war er wieder in einer Erdspalte verschwunden, daher gibt es kein Foto. 

Meine Freunde die lautstarken Laubfrösche sind da anders. Sie warten glaube ich gerade zu darauf, dass ich sie Fotografiere. Und sie beobachten mich immer bei der Arbeit. Gleizeitig hören sie mir interessiert und aufmerksam zu, was ich ihnen so erzähle, während wir friedlich nebeneinander her den Garten bewohnen. 





Ruhig und beschaulich ging es aber gerade am Samstag nicht immer zu. Ich hatte mal wieder einen Häckselmarathon vor mir.  Ausgeschnitten muss immer werden und so sammelte sich bereits wieder ein ganz ansehnlicher Haufen an Zweigen und Ästen. Dickere Abschnitte werden gesammelt und kommen zum Brennholz. Alles andere wird geschreddert. 




Viele Stunden später haben sich die Kübel gefüllt. Ein paar wurden gleich als Mulch ausgebracht. Der Rest wird nach und nach auf abgeererntete und vorbereitete Beete gestreut.



Und gegen Abend sah  es dann auch hier hinten am Kompost- und Häckselplatz wieder aufgeräumt aus.



Während ich mit dem Astmaterial kämpfte, nahmen sich Volker und der Schwager den letzten maroden Steg über den Bach bei den Weihern vor. 

Über den Alten konnten wir schon länger nicht mehr laufen, ohne etwas zu riskieren. 



Der Neue denke ich, hält uns jetzt aus. Die Träger, wie bei allen anderen, die wir schon erneuert haben, sind jetzt nicht mehr aus Holz. Verzinktes Metall ist da dauerhafter.

Der Steg hier hat auch als Belag unverrottbares Material. Und dabei ist es auch noch recycling. Der neue Brückenbelag war eigentlich im früheren Leben einmal eine Rollstuhlrampe, die nach dem Tod des Benutzers ihren Sinn verloren hatte und nicht mehr gebraucht wurde. Hier auf unsere Brücke passte sie wie maßgeschneidert. Kein Zentimeter länger oder kürzer hätte es sein dürfen. Wir freuen uns über diesen Zufall und dass wir so zu einer sehr stabilen Brücke kamen.

Auch die Bretter einer anderen Brücke über den Bach sind recycelt. Sie waren allesamt Verschnitt von einer Terrasse. Als Brücke waren sie gerade lang genug. Der Terrassenbesitzer war sie los und wir hatten perfekt für uns geeignetes Holz als Brückenbelag. Altes Material oder eigentlich Abfall wieder sinnvoll zu verwenden ist ja auch ein Art von Umweltschutz finde ich. Und der Geldbeutel freut sich ebenfalls!


Mit sonnigen Blütengrüßen aus meinem herbstlichen Landgarten wünsche ich euch einen schöne Woche, genießt das herrliche Wetter und die Blütenpracht im Garten. 








Donnerstag, 4. Oktober 2018

Herbstgarten am Land - ernten, freuen und junges Gemüse pflanzen

Da sind wir als nun schon im Oktober. Die letzten Tagen waren sehr ruhig und wunderschön. Ich hatte viel Zeit für den Garten. Wegen dem Feiertag hatten wir auch ein paar freie Tage für uns, für alles was uns Freude bereitet und sogar auch Zeit für Familienbesuch. Alles läuft rund und ruhig. So mag ich das. 

Im Garten wird weiter geerntet. Weniger als die letzten Jahre. Erkannbar ist das auch daran, dass ich einen  kompletten Gefrierschrank leer stehen habe. Das kenne ich um diese Zeit ja gar nicht. Normalerweise sind alle Gefriergeräte jetzt bis zum Rand gefüllt. 

Dennoch haben wir laufend frisches Gemüse aus dem Garten, das verbraucht werden möchte. Oder das noch kurz liegen kann. 

So zum Beispiel diese wundervollen kleinen Kürbischen. Nein, es sind keine Zierkürbisse. Sie könnten dafür  hergenommen werden. Dennoch handelt es sich um Speisekürbisse (Jack-be-little). Perfekte Kürbisform, gelbes Fleisch, sehr aromatischer Geschmack, an Maronen erinnernd. Die baue ich wieder an. 



Im Gewächshaus stehen noch drei Tomaten, die aber am Wochenende weg kommen. Ich brauche den Platz. Die beiden Glockenpaprika bleiben noch etwas stehen. Die roten Glocken reifen jetzt erst. Wenn ich ein paar der scharfen Früchte geerntet habe, schneide ich sie drastisch zurück und grabe sie aus. So überwintern sie dann mit den Kübelpflanzen, bis sie im nächsten Frühjahr wieder durchstarten. 

Diese Paprika wächst wirklich sehr stark. Der Busch wird über 2 m hoch und dank reichhaltiger Verzweigung sehr breit. 




Unten am Dorfweiher habe ich aus dem staubtrockenen Boden die letzten Lagerkartoffeln geerntet.  Das Kraut war vollends abgestorben. Sie können aus der Erde geholt werden. 





Weil der Boden eben so trocken ist, sind natürlich die Knollen auch absolut sauber und es haftet keine Erde an ihnen.

Hier die Sarpo Mira mit rötlicher Schale.


Und die Cara mit gelber Schale und roten Flecken.


Zusammengezählt habe ich nun 72 kg Kartoffeln geerntet. Die reichen uns über den Winter. Ein schönes und befriedigendes Gefühl. 

Neben dem  Ernten geht auch das Genießen immer weiter. Weil ich ja für meine Beiträge hier auch stest auf der Suche nach schönen Motiven bin, fallen diese mir mittlerweile glaube ich auch viel mehr auf. Und wenn einen die schönen Momente und Szenen bewusst werden, kann man sie erst richtig genießen. Wozu so ein Gartenblog nicht alles gut ist....



Die Sonne steht viel flacher, aber wenn sie da ist, wärmt sie mächtig. Und wie schön ist es dann, auf der  Bank unter der Palme zu pausieren und zu sinnieren. 



Das kleine rote Röschen vom Geburtstagsgabentisch vor einigen Jahren blüht unermüdlich. Monat für Monat, Jahr für Jahr. Es ist gesund, wahnsinnig frosthart und trotzt auch der Trockenheit. 


Allerdings steht es hier ja auf seiner Insel unterm Hausbaum. Dort wird, im Gegensatz zum Rasen außen herum, ja auch immer mal wieder gegossen. 




Im Staudenbeet blüht außer den Astern und Dahlien nichts mehr. Die aber geben alles!





Wo anders schwappt der Blütenflor der ersten Herbstchrysantheme über den Beetrand. 



Und im Vorgarten punktet die skurrile Kombination aus Herbstaster und exotischer Banane. Ihre vormals absolut intakten Blätter hat der Orkan letzthin in lauter feine "Lametta-Streifen" zerfetzt. 

Bananen sind aber sturmerprobt. Abgebrochen ist so gut wie nichts. 



Und klar. In einem Selbstversorgergarten geht natürlich auch der Gemüseanbau noch weiter. 

Mein Frühbeethäuschen ist jetzt an Ort und Stelle. Wir haben uns Kunststoffbretter (recycling) besorgt und einen Rahmen gebaut. So steht das Holz nicht auf der Erde und hält länger. Hoffe ich jedenfalls. 





Die Bretter davor werden mir, wenn es denn jemals wieder regnen sollte, jederzeit einen sauberen Zugang zum Häuschen ermöglichen. Der Winter kommt ja irgendwann einmal.




Und hier sind ein paar Kandidaten für's Frühbeethäuschen. Und fauch für's Gewäschhaus, warum eben die Tomaten langsam die Bühne räumen müssen. 



Der erste Winterkopfsalat ist gepflanzt. Ich freue mich, seine Entwicklung miterleben zu dürfen und das euch dann hier zeigen zu können. Jedenfalls, wenn er so schön wird, wie vergangenen Winter, was ich ja hoffe!



Die Tomaten stehen noch im Gewächshaus. Das Basilikum habe ich heute bereits abgeerntet. Einen ganzen Korb voller duftender Basilikumzweige schaffte ich in die Küche. 

Fast 800 ml Pesto habe ich daraus gemacht. Dann wollte ich noch ein Rezept ausprobieren, das seit Wochen in der Küche liegt. Wenn nicht jetzt, dann erst nächstes Jahr wieder. Also rasch in den Keller gerannt, eine Zucchini geholt und die Mandeln. Es gibt Zucchini-Basilikum-Pesto. 

Die Mandeln werden geröstet, die Zucchini scharf angebraten und dann mit  Basilikum und Knoblauch sowie etwas Essig im Mixer püriert. Ich sag euch, so habt ihr Pesto noch nicht erlebt. Ein Geschmackserlebnis! Die gerösteten Mandeln geben den Kick.