Freitag, 18. Mai 2018

die selbst gesäten Gemüsejungpflanzen kommen ins Beet - auch Pastinaken

Mein Gemüsegarten im Mai


Heute berichte ich aus dem Gemüsegarten, dem wichtigsten Gartenteil, wenn man von Selbstversorgung sprechen und über sie schreiben möchte. 

Dieses elend lange und sehr kalte Frühjahr hat mich mit meiner Gemüseanzucht auf noch nicht gekannte Weise in Verzug gebracht. Erstens hatte ich keinerlei Lust, etwas zu sähen. Der Winter wollte ja nicht enden. Wenn ich mich doch dazu überredete, die üblichen frühen Salate, Kohlrabi oder Kohlpflanzen zu sähen, war das Ergebnis frustrierend. So wie ich, hatten auch die Gemüsesorten keine Lust auf Garten. Erst keimte nichts. Ein paar Nachsaaten später keimten einzelne Pflanzen. Wachsen aber wollte eigentlich gar nichts. 

Ich gab mich dann den Begebenheiten hin und wartete ab. Irgendwann wird es wärmer und dann keimt alles, dachte ich mir. Meine Erfahrung zeigte mir zudem ja oft, dass das vermehrte Licht und die Wärme zu späteren Aussaatzeitpunkten die Pflanzen viel gesünder und kräftiger werden lassen. Eigentlich ist es für einen Hobbygärtner ja auch egal, ob dieses oder jenes Gemüse einmal ein paar Wochen später geerntet werden kann. 

So sollte es auch sein. Als ich so langsam Lust auf Garten bekam und die Sonne mehr Wärme brachte, begann ich wieder zu sähen. Die Samen keimten und die Pflanzen entwickelten sich prächtig. Ich habe mir, wie jedes Jahr, diese Saattermine notiert. Wahrscheinlich spare ich mir einfach künftig den Stress mit den sehr frühen Aussaaten und warte gleich, bis die Natur von allein so weit ist. 

Stress oder eher ein wenig Zeitdruck,  kam jetzt auf, da alles ins Beet will. Je nach Dringlichkeit, was hier mit zu eng werdenden Topfplatten für große Pflanzen gleichzusetzen ist, kommen sie nun in die Beete. 

Weil ich wegen meiner Unlust zu Anfang des Jahres auch keinen Pflanzplan für die Beete erstellt habe, werden sie nun ohne Plan gepflanzt. Das klappt auch ganz gut. 

Im Bild zu sehen ist der Gemüsegartenteil mit dem Schneckenzaun. Die Baustahlmatten werden demnächst den Gurken Halt geben. Eine davon stützt schon die Erbsen. Ganz vorne im Bild sieht man einen Obelisk, der mal eine Rose stützte. An ihm soll jetzt meine Erbsenwicke empor klettern. Eine einzige ist gekeimt, jetzt sieht es so aus, als käme noch eine. Hätte ich nicht gedacht, daß sie so schwer zum Keimen zu bringen sind. Die Erbsenwicke ist wohl eine Staude und die Körner in den Schoten können wie frische Erbsen verzehrt werden. Sie sind allerdings deutlich kleiner. Auf diese Staude bin ich wirklich gespannt. 

Jetzt wird Gemüse gepflanzt





Hier sieht man die spät gesäten Kohlpflanzen. Frühkohl ganz links, dann kommt spätes Kraut für die Sauerkrautproduktion (diesmal im Versuch die Sorte Filderkraut) und rechts der Rotkohl. Hier habe ich seit Jahren die Sorte Granat, weil sie sehr zuverlässig wächst und gut schmeckt.



Und so sieht das dann im Beet aus. Hier wächst jetzt der Rotkohl. Den Frühkohl habe ich ins Beet mit Schneckenzaun gesetzt . Das werden kleinere Pflanzen mit rasch wachsenden und festen, runden Köpfen. Das sehr große Filderkraut steht unten am Weiher bei den Kartoffeln. 

So ein Spätkohl braucht pro Pflanze wahnsinnig viel Platz. Ich muss oft schmunzeln, wenn ich sehe, wie eng manche noch unerfahrene Gärtner die Kohlpflanzen setzen. Aufregen muss ich mich dagegen, wenn Hersteller von Hochbeeten oder Frühbeeten in den Katalogen und Prospekten diese mit Kohl abbilden. Das sind dann immer Kohlköpfe oder Blumenkohlköpfe aus dem Supermarkt, die in die frische braune Erde gelegt werden. Hallo? Was für eine Verarsche. Eine einzige Pflanze an Wirsing oder Spätkohl würde so ein Früh- oder Hochbeet komplett füllen. Zudem haben sie ja, daher der Platzbedarf, mächtige Umblätter, sie bestehen nicht nur aus dem Kopf, der dann im Supermarkt liegt. Also solche Fotos bringen mich echt immer auf die Palme. Kennt ihr die auch? 




Was jetzt also noch zu pflanzen ist, so lange auch das Wetter so herrlich bedeckt und regnerisch ist, sind zum Beispiel die Selleriepflänzchen. Im Bild rechts zu sehen. Hier hat sich bei mir die gesunde Sorte Mars bewährt. Sie bildet immer herrliche Knollen von vernünftiger Größe. Sie sind im feuchten Sand in der Garage gelagert bis weit ins neue Jahr  haltbar. Die letzte Knolle verbrauchte ich glaube ich im April. 





So und hier habe ich mir einmal ein Beispiel an den Pflanzendiscountern genommen. Ja, auch im Baumarkt kann man was lernen. Zumindest wird es dieses Jahr einmal versucht. 

Kennt ihr vor allem die Pflanzen ganz links? Ja, es sind Pastinaken. Und ja, die gibt es in kleinen Paletten im Baumarkt zu kaufen. Ich habe ja jedes Jahr die allergrößten Probleme mit ihnen. Ich muß mehrmals nachsähen und dann habe ich irgendwann ein paar Pflänzchen. Sie keimen so unendlich langsam, dann ist es immer so trocken bei uns. Wenn sie schließlich wachsen, ernte ich im Herbst die tollsten Wurzeln. Sie schmecken gut, sind so vielseitig in der Winterküche verwendbar und halten bis zum Frühjahr im Lager.  Wenn also der Baumarktlieferant sie vorziehen kann, dann müsste das bei mir ja auch klappen. 

Also dieses Jahr habe ich sie gleich in einer Topfplatte gesät. Ich dachte schon, die wollen mich zur Weißglut bringen. Sie keimten ja nicht mal hier. Woche um Woche verging, bis endlich die ersten grünen Blättchen die Erde durchbrachen. 

Jetzt sind sie bald so weit und können ins Beet. Ähnliche Keimerfahrungen habe ich mit Rote Beete im Beet gemacht und säte auch sie gleich mit in die Topfplatte. Daneben ist Winterlauch. 



Eine noch längere Keimzeit, als bei den Pastinaken, mußte ich beim Grünspargel über mich ergehen lassen. Dann aber wurden es rasch schöne Pflänzchen. In der Topfplatte hatte ich sie zu feucht gehalten, die Spitzen wurden schon gelb. Jetzt habe ich jede in ein Töpfchen gepflanzt und hoffe, dass sie sich dort rasch eingewöhnen. 



Gemüse wird eigentlich fast rund ums Jahr bei mir gepflanzt


Freilich gab es auch schon früher Pflanzaktionen und die Beete beherbergen hier und da bereits schöne Gemüsepflanzen. 

Am längsten Zurück liegt die Pflanzzeit vom Knoblauch. Den habe ich im Herbst gesteckt. Im Test dieses Jahr ist die Sorte Morado. Er soll, was Aroma und Schärfe angeht mit Abstand einer der Besten sein. Na da bin ich ja gespannt. 



Eine meiner ersten Arbeiten im  Garten im Frühjahr, war der Umzug des Kräuterbeetes.  Sie wollten es einfach noch sonniger haben, fand ich. Jetzt wachsen sie prächtig und der Umzug ist schadlos überstanden. 


Mickriges Junggemüse nicht wegwerfen, sondern pflanzen - Überraschung folgt.


Ich erwähnte ja eingangs bereits, dass im Frühjahr erst nichts keimte und dann das Gekeimte nicht in die Pötte kam. Irgendwann war es draußen dann plötzlich schön und warm. In den Saatschalen standen gakelige Gemüsepflanzen. Weil ich ja nichts anderes hatte, die weiteren erst gesät werden mussten und die Beete frei waren, setzte ich diese mickrigen Pflänzchen einfach ins Beet. 

Ab da ging es steil bergauf mit ihnen. Hier der Schnittsalat Ochsenzunge. 



Vor und hinter den Erbsen stehen weitere dieser Micker-Pflanzen. Salat (der Rote ist der Schnittsalat Redbone) und Kohl und alles gedeiht vorbildlich. Also nie die Hoffnung aufgeben!




Mit den Saatzwiebeln begann ich vor einiger Zeit meine Frühlingspflanzaktion. Und wie erstaunt war ich heute, als ich auf Fotomotivsuche ging. Der Regen der letzten Tage und damit ein feuchter Boden, ließen sie viel kräftiger werden und nun aufrecht im Beet stehen. 

Richtiger Regen ist eben doch noch was anderes, als die ansonsten sehr hilfreiche Tropfschlauchbewässerung. 




Wie man auf dem nächsten Foto sieht, haben die Akeleien natürlich auch den Gemüsegarten erobert. An den Spiralstäben steht der Rosenkohl. Für die Tomaten nehme ich sie nicht mehr und der Rosenkohl braucht immer eine Stütze, weil er sehr hoch wird.



Meine Tomaten wachsen wie jedes Jahr an senkrechten Schnüren. Sowohl hier im Freiland, als auch im Gewächshaus.





Im Gewächshaus ist bis auf das Basilikum, das auch  nicht keimte dieses Jahr, alles an Ort und Stelle. Tomaten und Paprika sind hier die Sommergäste. Lediglich der mehrjährige Basilikum von Hilde, den ich den ganzen Winter  durch Stecklinge vermehrte, steht schon in der Erde.




Im Erdbeerbeet wird jetzt geblüht. 



Und auch im Erdbeerfass wachsen und blühen die Pflanzen sehr schön. Dieses Jahr hat nur eine einzige Pflanze  nicht überlebt. Und das, wo es so lange so kalt war und dann noch mal kälter wurde, als es oft den ganzen Winter nicht war. Ich habe dieses Mal ein Vlies um das Fass gewickelt. Vielleicht hat schon dieser leichte Schutz den Pflanzen geholfen. 






Die viele Gärtnerarbeit macht natürlich auch hungrig. Wie schön, wenn zum Mittagsmahl wieder etwas aus eigener Ernte bereit steht. Der vorletzte Kopf Winterkopfsalat mit Schnittlauch, Schnittknoblauch, roter Melde und Blutampfer. Zur großen Portion Salat gab es eine schnelle Lasagne. 









Kommentare:

  1. Beeindruckend.... Was tust du gegen Schnecken?! :o Bei mir bleibt selten viel übrig.. :(

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    1. Hallo Mona, da gibt es nur eine kurze Antwort: Schneckenkorn. Würde ich es nicht geben könnte ich auch KEIN Gemüse ernten. Die Jahre ohne dieses brachten mich fast zum Aufgeben des Nutzgartens und Ziergartens......

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