Montag, 26. März 2018

Erste Sonne und Gartenarbeiten im Frühling: das Obstspalier



Dieser Beitrag muss einfach mit dem Bild - Hund in  Sonne - und nicht mit Worten beginnen. 

Denkwürdig ist das Datum. Man sollte es rot im Kalender markieren. Samstag 24. März 2017 und endlich scheint die Sonne, dass man Lust bekommt, draußen zu sein. Sie ist warm und angenehm und hat uns dazu verleitet, den Nachmittag im Garten mit Gartenarbeiten zu verbringen. 

Der Schnee ist fast überall verschwunden. Nur an schattigen Stellen liegt noch welcher. Jetzt wird es bald richtig bunt in der Blumenwiese. Die Narzissen und jetzt auch die Wildtulpen sind ganz schön gewachsen. 



Die Mini-Narzissen blühen wieder als Erste.




Die Schale im Gewächshaus mit den Elfenkrokussen und den gleichen Wildtulpen, wie sie in der Wiese stehen,  ist jetzt in voller Blüte. So sollte die Wiese auch aussehen. Warum die Krokus dort aber nicht aufgegangen sind, weiß ich nicht. Jetzt hoffe ich, dass die vielen Wildtulpen auch so hübsche Blüten bekommen, wie hier in der Schale. 



Gestern ist das erste Paket mit lebenden Pflanzen daheim angekommen. So haben wir also den wunderbaren Tag heute genutzt, sie zu pflanzen. Ein paar erste Stauden habe ich im Beet verbuddelt. Die waren aber nur Beiwerk bei der Bestellung. Hauptdarsteller waren die beiden Johannisbeerbüsche. Nun sind die Pflanzen für die Erweiterung vom Obstspalier am Nachbarzaun komplett. Auch die Zutaten für das Spalier gab es endlich im Baumarkt. Die Einschlaghülsen versuchten wir seit Wochen zu kaufen. Leider waren sie nie vorrätig, weil der Baumarkt diese Dinge auch erst zur Saison vorhält. 




Die Einschlaghülsen mit dem vielleicht 50 oder 60 Zentimeter langen Dorn werden in den Boden gerammt. Und ja! Der Boden ist zu meiner großen Überraschung tatsächlich komplett aufgetaut. Bevor wir uns an die Arbeit machten, zückte ich den Spaten für einen Probe-Stich. Ich befürchtete, dass der Boden nach der Kälte in den letzten Tagen, wieder komplett gefroren ist. Aber nein, ist er nicht. Sicher hat die dicke Schneeschicht ein Durchfrieren verhindert.




In die Hülsen werden dann druckimprägnierte Pfähle gesteckt und angeschraubt. Das hält sehr fest und die Hölzer sind nicht in der Erde oder in der Nässe. Dadurch werden sie länger halten. Sind sie irgendwann doch reif zum Austauschen, kann man dies leicht bewerkstelligen. Die Hülsen bleiben im Boden, sie sind verzinkt und verrotten daher ja nicht. 

Oben quer wird ein dünnerer Pfahl verschraubt. Somit kann man dann die Spanndrähte für die Pflanzen mit Hilfe von Spannschlössern richtig fest anziehen und spannen. Die senkrechten Stützen  können sich dadurch nicht zusammen ziehen. Unten verhindern das die Hülsen im Boden und oben der stabile Querpfosten. 



Fertig ist die Erweiterung meines Obstspaliergerüstes.



 In den ersten beiden Feldern steht jeweils ein Apfelbäumchen. Sie stehen jetzt den dritten Sommer hier. Ein wenig über deren Geschichte, die wirklich auch spannend ist, kann man HIER und HIER nachlesen.



Ganz links in dem Feld stehen seit dem Herbst zwei Himbeerruten von einer lieben Kollegin. Es sind, anders als meine Himbeeren im Gemüsegarten, Dauertragende oder Mehrmalstragende. Bei meinen Himbeeren ist im Juni während 2 Wochen Saison. Da gibt es massenhaft Himbeeren und ansonsten das ganze Jahr nicht. Also frische Beeren im Sommer zum Naschen oder für den Kuchen habe ich nicht. Daher wollte ich noch eine Herbsthimbeere oder eben diese dauertragenden Büsche. Ich bin gespannt, wie sie sich entwickeln.

Daneben steht die Stachelbeere mit den süßen Früchten und dem unmöglichen Namen. " Hinnonmäki rot" ist ihr Name.

Die Beeren sind schön rot und wenig behaart. Sie schmecken aromatisch und süß. Der Strauch wächst stark und verzweigt sich gut. Eigenschaften, die für den Anbau am Spalier von Bedeutung sind.  Sie steht seid ein paar Jahren im Gemüsegarten unterm Walnuß. Dort aber wird sie vom Topinambur überwuchert und selbst wächst sie eben wegen besagten Baum schlecht.

Johannisbeeren und Stachelbeeren lassen sich, was mir neu war, als Spalier erziehen. Das reizte mich und nun habe ich den Busch ausgegraben und zum übrigen Spalier gepflanzt. 






Im nächsten noch freien Feld kommen jetzt die weißen Johannisbeeren zum Zuge. Bei den Johannisbeeren ist es so wie mit den Himbeeren. Ich habe eine sehr frühe Sorte im Gemüsegarten. Der Strauch trägt reich und zuverlässig. Leider, sehr früh im Jahr, wie die Himbeeren. Auch hier wieder gibt es den ganzen Sommer keine frischen Beeren für den Kuchen.

Nun habe ich extra späte Sorten fürs Spalier ausgesucht, daß sich die Ernte etwas entzerrt. Schwarze und Rote Johannisbeeren habe ich ja ausreichend. Fehlen nur die weißen.

Ich habe mich für die  "Blanka" entschieden. Große Beeren mit später Reife ab Mitte Juli. Sie hängen an langen Trieben heißt es und sind sehr lange am Strauch haltbar. Das sind doch gute Eigenschaften für eine Nasch- und Kuchenbeere im Sommer, finde ich. Der Geschmack ist nur leicht säuerlich und sehr aromatisch. Natürlich sollte die Sorte auch für die Spaliererziehung geeignet sein. Weil sie straff aufrecht wächst und sich gut verzweigt, hat sie optimale Eigenschaften.


Die Zweite heißt "Weiße aus Jüterbog" und ist wohl eine wirklich sehr alte Sorte, was mir immer zusagt. Wieder nur fein säuerliche Beeren (also eben "Naschbeeren") mit gutem Aroma.

Sie reift auch erst ab Juli. Früher hat man die Beeren zur Weinproduktion und zur Herstellung von Obstbrand benutzt. Das finde ich ja schon mal interessant....

Die Sträucher werden 3-triebig gezogen.




Über meine Obstplantage in Form von platzsparendem Säulen- und Spalierobst an der Grenze zum Nachbarn (Sichtschutz) freue ich mich sehr. Und vielleicht ermöglicht das späte Frühjahr 2018 auch einmals eine Ernte an den immer reich blühenden Kirsch- bzw. Birnen-Säulenbäumen. Jedes Jahr zerstörte der Spätfrost die Blüten und die Ernte ist ausgefallen. Apfel und Zwetschge haben noch gar nicht geblüht. Vielleicht wird dieses Jahr ja ein gutes Obstjahr? Das Wetter am morgigen Sonntag verspricht das sogar. Mehr hierzu dann aber im nächsten Beitrag. 

Im Gewächshaus habe ich wieder das Vlies über dem Salat entfernt. Doch hoffentlich nun wirklich zum letzte Mal. Jetzt ist der erste Kopfsalat erntereif und wird kommende Woche verspeist. Der erste eigene Kopfsalat dieses Jahr! Das ist immer ein besonderes Ereignis. Gepflanzt im September, geerntet im März. Wenn das mal kein slowfood mit genügend Zeit zum Gedeihen und Entwickeln ist!



Den Winterkopfsalat im Gewächshaus habe ich ja schon oft erwähnt. Ich hatte genügend Pflanzen und bin  noch am Testen. Daher kamen im September auch ein paar Pflanzen ins Freie. Einfach in das abgeerntete Gemüsebeet. Einziger Schutz war ein Stück altes Gemüse-Vlies, was den Winter über darüber lag. 

Gut, den Unterschied zum Anbau im Gewächshaus mit zusätzlich Vlies und dann auch noch den Solarschläuchen, sieht man. Wäre ja auch schlimm, wenn so ein teures Haus keinen Nutzen brächte. 

Aber!  Die Freilandpflänzchen haben den wirklich harten und sehr langen Winter überstanden. Mehrmalige Frostperioden mit fast 15 Grad Kälte und Dauerfrost, zum Teil als Kahlfrost ohne schützende Schneedecke darüber.


Die Pflänzchen sind klein, ja, aber als ich sie gepflanzt habe waren sie bedeutend kleiner und zarter.

Ich werde auf alle Fälle auch wieder im Freiland anbauen, neben dem Gewächhausssalat. Diesmal dann aber mit einem stabileren Vlies-Tunnel oder einem Frühbeetkasten darüber. Das sollte langen.

Die kleinen hier werden jedenfalls noch wachsen und sind dann sicher nach dem Gewächshaussalat erntereif.







Kommentare:

  1. Sehr schön.Bei uns ging es gestern auch los.Und heute waren wir in unserer Lieblingsgärtnerei und haben Pflanzen für den Balkon gekauft.
    Die bleiben aber noch hinter Glas auf dem Boden.
    LG Christa

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  2. ja da tust du gut dran, die noch etwas zu schützen. Es soll die Tage jetzt auch noch mal ein wenig kälter werden. Ich glaube nach Ostern kommt dann das Frühjahr und selbst dann muß man mit Balkonpflanzen immer auf der Hut sein, bis die Eisheiligen vorbei sind. Viel Spaß mit deinen Neuen.
    Liebe Grüße Achim

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  3. So viel Obstgehölz! Das ist super.
    Bei uns ist der Baumschnitt nun fertig. (2 Apfelbäume, eim Pflaumenbaum)
    Gestern habe ich Tomaten pikiert, jedoch nur so viel, wie ich pflanzen werde. (Sonst wird man irre)
    Auf dem Lenzrosenmarkt habe ich eine Gartenfigur erstanden, mit der ich schon langeliebäugelte. Gibt es bald zu sehen...
    Schön, dass ihr mich auf dem Markt besucht habt!
    Ihr seid so nett!
    Liebe Grüße
    Gine

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  4. guten Morgen Gine,
    ja das war ein sehr schöner Ausflug, wir sind froh, ihn gemacht zu haben. Und es war sehr schön euch beide persönlich kennen gelernt zu haben. Schade, daß man sich so wenig im echten Leben treifft und immer nur im Netz. Aber wir haben es ja gesagt, ihr seid immer herzlich willkommen, wenn ihr mal zu Besuch kämt. Vielleicht mache ich ja wirklich mal im Sommer einen Termin mit einem Sommerfest für Gartenfreunde. Das würde ich schon immer mal gern. Und wer weiß, vielleicht gibt es dann da ja schon herrlich reife, frische, süße Naschbeeren vom Spalier .....

    Tomaten habe ich auch pikiert. Und die waren winzig..... Alles ist einfach spät dran. Ich ziehe auch nur noch die Anzahl vor und weiter, die ich benötige. Einen kleinen Puffer von 1-2 zur Sicherheit aber mehr nicht. Auch wenn es immer weh tut, die restlichen Sämlinge zu entsorgen.

    meinen Apfelbaum werde ich morgen schneiden, daß das endlich mal erledigt ist.

    Wünsche schöne Woche und liebe Grüße, der Achim

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  5. Hallo Achim,
    große Klasse, das Spalier. Besonders gut gefällt mir die Doppelfunktion als Sichtschutz. Hätte ich hier noch Platz, würde ich das in etwas kleiner nachbauen.
    Ich bin noch vorsichtig mit den Pflanzen für draußen, heute Nacht hat es wieder gefroren. Aber tagsüber war es warm und ich kann mich gleich wieder kopfüber in die Gartenarbeit stürzen.
    Viele Grüße
    Karen

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    1. Hallo Karen,
      also wenn du wenig Platz hast wäre doch gerade so ein Beerenspalier gut. Wenn du nur z.B. Johannisbeeren hin pflanzt muß es ja auch nicht dieses mächtige Gestell sein. Und von der Höhe langen 180cm. Wir haben auch das Beerengestellt so massiv gabaut, daß es zum Apfelspalier optisch passt. Und so ein Baumspalier muß natürlich kräftiger sein, als ein Gerüst für Beeren. Ein Johannisbeerstrauch wir mit nur drei Trieben hoch gezogen. Da genügen 100cm in der Breite pro Pflanze. Also wenn es dich reizt, vielleicht findest ja noch so ein Plätzchen. Ich glaube so was sieht auch gut aus als Raumteiler mit ein oder zwei Pflanzen mitten im Garten oder als Struktur-Element das rund ums Jahr sichtbar ist. Was ja manchmal bei nur Stauden gut ist, wenn im Winter gähnende Leere im Beet ist.
      Heute regnet es bei uns. Wollte Apfelbaum endlich schneiden. Und schon wieder zwei neue Pflanzen einsetzen. Die Beeren am Wochenende und die Pflanzen von heute sind ja aus dem Freiland, da macht es nichts, wenn es nachts noch kühler ist, da muß man sich keine Sorgen machen.

      Liebe Grüße, Achim

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  6. Guten Abend lieber Achim,
    also mit dem ersten Foto hast du meine Aufmerksamkeit gewonnen. Was für sein süsser Hund, sein Fell ist wunderschön glänzend und seine weisse Brust, das sieht ja toll aus. Er ist ein ganz schöner, ich glaube, dass er auch noch leicht weisse Hinterpfötli hat.
    Auch bei mir war am letzten Wochenende Sonne und ich konnte die Balkonpflanzen vom Wintervlies befreien und mit Aussäen beginnen. Das war ein sonniger Gartenstart.
    Dein Grundstück ist riesig, aber langsam checke ich es. Die neuen Sträucher (ich wusste übrigens nicht, dass man Johannisbeeren und Stachelbeeren als Spalier ziehen kann) kamen auf den schmalen Weg, oben, wo es zur kleinen Strasse und zu den Feldern geht. Da hast du die Fläche gut genutzt und erst noch Sichtschutz.
    Die Einschlaghülsen merke ich mir, falls ich den Zaun rund um den Gemüsegarten mal erneuern muss.
    Jetzt wünsche ich dir einen schönen Abend und
    liebe Grüsse
    Eda

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    1. Guten Abend Eda,
      das ist ein Labrador-Golden-Retriever-Mischling. Brust und Zehenspitzen sind weiß, sonst ist er kohlrabenschwarz. Mittlwerweile fast 14 Jahre alt mit den üblichen Alterserscheinungen, wie sie bei Menschen auch vorkommen..... Aber in der Sonne liegen liebt er über alles.

      Schmunzel ;-) schön, wenn du dich langsam bei mir auskennst... Dann findest du dich leichter zurecht, falls du jemals mich besuchen kommen solltest und verläufst dich nicht so leicht. Denn ob der Max, so heißt der Hund, dich finden und retten würde wage ich zu bezweifeln, bei seinen Sinnesfähigkeiten jetzt im Alter.....

      Dir auch einen schönen Abend und liebe Grüße, Achim

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