Mittwoch, 28. März 2018

Lenzrosenmarkt in Schloß Thurnau an Mariä Verkündigung

Das wird ein schöner Tag, so viel kann ich schon bald am Morgen nach dem Aufstehen erkennen. 

Der Tag wird doppelt schön, und das ist auch doppelt schön. Was es mit dieser Zweideutigkeit auf sich hat, will ich gleich erklären. 

So also sieht es in aller Frühe,  gegen 8 Uhr am Sonntag morgen aus. Das ist daher noch recht früh, weil just heute Nacht wieder einmal die Uhren umgestellt wurden. Davon weiß der Garten aber nichts und so ist es für ihn einfach erst 7 Uhr. Die Sonne geht auf und es ist leicht bereift. Die Nacht war frostig. Es war aber nur ein leichter März-Frost. 

Das hier ist die Aussicht nach Osten, wo die Sonne aufgeht. 



Zur gleichen Zeit im Westen, werden die Häuser von ihr schön beschienen.





So und nun zu den Besonderheiten dieses Sonntages. 

  1. Es ist der 25. März, also Mariä Verkündigung. Zu diesem Tag gibt es einmal wieder mehrere Wetterregeln. "Wenn Maria sich verkündet, Storch und Schwalbe heimwärts findet", "Ist Marien schön und helle, gibt`s viel Obst auf alle Fälle", "Ist der Sonnenaufgang an Mariä Verkündigung klar, gibt es ein gutes Jahr" , "schöner Verkündigungsmorgen befreit von vielen Sorgen" und schließlich " Mariä Verkündigung schön und rein, wird das ganze Jahr recht fruchtbar sein".

    Eines haben diese Sprüche jedenfalls gemeinsam. Wenn es an diesem Tag schön und sonnig ist, dann wird das ein gutes Jahr. Somit ist dieser Tag der erste, der dann tatsächlich für dieses Jahr noch gutes verspricht. Oder wie würdet ihr das Wetter zu Sonnenaufgang in den Bildern oben und dem Wetter den Tag über (Bilder unten) beschreiben? Der heutige Tag wurde wirklich sehr schön, was das Wetter betrifft, daher bleibt es auch im Jahr schön für eine gute Ernte.

    Wer übrigens meine Wetterbeobachtungen konzentriert mit verfolgen möchte, der findet sie zusammengefasst auf der Seite "Phänomene in der Natur und Wetterbeobachtungen"
  2. Der Tag verhieß ja aber eben auch noch aus einem zweiten Grund schön zu werden. Wir hatten einen Ausflug geplant und dachten schon, nach dem Dauerfrost-Wintereinbruch noch vor kurzem, dass der Ausflug nicht stattfinden wird. Nein, das Wetter war traumhaft und wir machten uns auf die lange Fahrt durch das schöne Frankenland. Nach zwei Stunden Autobahn waren wir angekommen: Lenzrosenmarkt auf Schloß Thurnau. "Eingeladen" hatte uns die Seifenfrau Regine. Sie hat ihren Stand mit selbstgemachten Seifen dort und wir bekamen Freikarten.

    Das Ambiente war wirklich traumhaft schön. Das alte Schloß, die vielen Frühlingsblüher, Kunsthandewerkerprodukte, Stoffe oder Naschereien. Die Menschen waren auffallend entspannt und freundlich. Es gab so viel zu sehen und wir genossen die Stunden in vollen Zügen. Ein Plausch mit Regine und ihrem Mann am Seifenstand. Die Hände voller Tüten mit Pflanzen. Auch zwei Lenzrosen waren natürlich dabei. Das schwere Eisengestänge als Pflanzstütze haben wir nicht mitgeschleppt. Das blieb bis zur Abfahrt am Stand deponiert.

    Neben den vielen Menschen sind mir auch die vielen Hunde aufgefallen. Alle Farben und Größen. Schade, dass meiner so hundeunverträglich ist und nun auch noch so alt ist (er wird jetzt 14 Jahre). Ein Hinterbein schleift er nach, vorne knickt er immer weg und hören tut er fast gar nichts mehr. Der musste daheim bleiben. Das wäre für uns alle keine Freude gewesen, hätte er da mit schlappen müssen. Umso mehr freute er sich, als wir wieder heim kamen. Also jedenfalls nachdem  er registriert hatte, dass wir wieder daheim sind. Ja ja das Alter, geht halt auch an Hunden nicht spurlos vorbei. 


Hier ein paar Impressionen vom Lenzrosenmarkt:

die meisten Bilder habe ich sicherheitshalber wieder entfernt, weil Gesichter und Stände zu sehen waren .....




Leider aber, und das merke ich auf jedem solchen Markt, hängen allüberall Schilder an den Ständen, dass man nicht fotografieren darf. Dabei gäben diese wunderschönen Produkte und wie sie dekoriert und drapiert sind, gerade mit dieser Kulisse so schöne Fotos. Wegen des Foto-Verbotes habe ich dann irgendwie insgesamt fast keine Fotos gemacht, die Lust dazu war verschwunden. 




Gleicher Innehof aber der Blick kommt jetzt vom ersten Stock, wo in den Tapetensälen für Kaffee und Kuchen eingedeckt ist.



Wieder zu Hause angelangt, werden erst einmal die Neuankömmlinge ausgepackt und fotografiert. Ich muss sie doch stolz herum zeigen. Immerhin habe ich für eine davon schon 15 € bezahlt. ich konnte mir leider nur die billigen leisten. Die Preise hörten auch bei 30€ oder 50€ für einen Topf mit Lenzrosen nicht auf!




Steingartengewächse. 



Der erste Abend mit Sommerzeit und der langen Helligkeit, sowie die wunderbaren Frühlingseindrücke des Tages, machte mich selbst auch ganz frühlingsaktiv. Im Garten entdeckte ich "plötzliches" Wachstum. Hier unter den Sträuchern sind schon ganz schön groß die Tulpen zu sehen. 



Unter der Korkenzieherhasel blüht "plötzlich" ein Nest lila Krokus.



Und im Vorgarten ist es kahl. Die Nachbarn haben Osterbüsche dekoriert. In den Orten, die wir auf der Reise durchquerten, waren überall geschmückte Osterbrunnen. Nur ich habe vor Wochen die bunten Eier vom Dachboden geholt und dann in die Ecke gestellt. Das scheußliche Wetter, die Kälte, der Schnee zusammen mit meiner dadurch verursachten Unlust bedeuteten für diese Jahr: es gibt keinen Osterstrauch im Garten. Dazu kommt dann auch noch, daß das immer die Weigelie im Staudenbeet war. Die aber habe ich vor kurzem auf den Stock gesetzt. Wo also die Eier aufhängen? In einer Woche ist Ostern! 

Also mußte abermals "plötzlich" eine Idee her. Flexibel bin ich ja und wenn ich in meinem Garten keinen  Busch für so was finde, dann weiß ich auch nicht. Gegenüber der Weigelie im anderen Beet steht doch der mittlerweile ganz schön große Ranunkelstrauch.  Der ist dieses Jahr dran mit Eiern. 

Am Ende des Gefriemels und Gefummels bin dich doch sehr zufrieden mit dem Ergebnis und froh, dass mich die Frühjahrs-Aktivität doch noch gepackt hat. Seither schaue ich ihn jeden Tag an und freue mich an den vielen bunten Eiern. 










Montag, 26. März 2018

Erste Sonne und Gartenarbeiten im Frühling: das Obstspalier



Dieser Beitrag muss einfach mit dem Bild - Hund in  Sonne - und nicht mit Worten beginnen. 

Denkwürdig ist das Datum. Man sollte es rot im Kalender markieren. Samstag 24. März 2017 und endlich scheint die Sonne, dass man Lust bekommt, draußen zu sein. Sie ist warm und angenehm und hat uns dazu verleitet, den Nachmittag im Garten mit Gartenarbeiten zu verbringen. 

Der Schnee ist fast überall verschwunden. Nur an schattigen Stellen liegt noch welcher. Jetzt wird es bald richtig bunt in der Blumenwiese. Die Narzissen und jetzt auch die Wildtulpen sind ganz schön gewachsen. 



Die Mini-Narzissen blühen wieder als Erste.




Die Schale im Gewächshaus mit den Elfenkrokussen und den gleichen Wildtulpen, wie sie in der Wiese stehen,  ist jetzt in voller Blüte. So sollte die Wiese auch aussehen. Warum die Krokus dort aber nicht aufgegangen sind, weiß ich nicht. Jetzt hoffe ich, dass die vielen Wildtulpen auch so hübsche Blüten bekommen, wie hier in der Schale. 



Gestern ist das erste Paket mit lebenden Pflanzen daheim angekommen. So haben wir also den wunderbaren Tag heute genutzt, sie zu pflanzen. Ein paar erste Stauden habe ich im Beet verbuddelt. Die waren aber nur Beiwerk bei der Bestellung. Hauptdarsteller waren die beiden Johannisbeerbüsche. Nun sind die Pflanzen für die Erweiterung vom Obstspalier am Nachbarzaun komplett. Auch die Zutaten für das Spalier gab es endlich im Baumarkt. Die Einschlaghülsen versuchten wir seit Wochen zu kaufen. Leider waren sie nie vorrätig, weil der Baumarkt diese Dinge auch erst zur Saison vorhält. 




Die Einschlaghülsen mit dem vielleicht 50 oder 60 Zentimeter langen Dorn werden in den Boden gerammt. Und ja! Der Boden ist zu meiner großen Überraschung tatsächlich komplett aufgetaut. Bevor wir uns an die Arbeit machten, zückte ich den Spaten für einen Probe-Stich. Ich befürchtete, dass der Boden nach der Kälte in den letzten Tagen, wieder komplett gefroren ist. Aber nein, ist er nicht. Sicher hat die dicke Schneeschicht ein Durchfrieren verhindert.




In die Hülsen werden dann druckimprägnierte Pfähle gesteckt und angeschraubt. Das hält sehr fest und die Hölzer sind nicht in der Erde oder in der Nässe. Dadurch werden sie länger halten. Sind sie irgendwann doch reif zum Austauschen, kann man dies leicht bewerkstelligen. Die Hülsen bleiben im Boden, sie sind verzinkt und verrotten daher ja nicht. 

Oben quer wird ein dünnerer Pfahl verschraubt. Somit kann man dann die Spanndrähte für die Pflanzen mit Hilfe von Spannschlössern richtig fest anziehen und spannen. Die senkrechten Stützen  können sich dadurch nicht zusammen ziehen. Unten verhindern das die Hülsen im Boden und oben der stabile Querpfosten. 



Fertig ist die Erweiterung meines Obstspaliergerüstes.



 In den ersten beiden Feldern steht jeweils ein Apfelbäumchen. Sie stehen jetzt den dritten Sommer hier. Ein wenig über deren Geschichte, die wirklich auch spannend ist, kann man HIER und HIER nachlesen.



Ganz links in dem Feld stehen seit dem Herbst zwei Himbeerruten von einer lieben Kollegin. Es sind, anders als meine Himbeeren im Gemüsegarten, Dauertragende oder Mehrmalstragende. Bei meinen Himbeeren ist im Juni während 2 Wochen Saison. Da gibt es massenhaft Himbeeren und ansonsten das ganze Jahr nicht. Also frische Beeren im Sommer zum Naschen oder für den Kuchen habe ich nicht. Daher wollte ich noch eine Herbsthimbeere oder eben diese dauertragenden Büsche. Ich bin gespannt, wie sie sich entwickeln.

Daneben steht die Stachelbeere mit den süßen Früchten und dem unmöglichen Namen. " Hinnonmäki rot" ist ihr Name.

Die Beeren sind schön rot und wenig behaart. Sie schmecken aromatisch und süß. Der Strauch wächst stark und verzweigt sich gut. Eigenschaften, die für den Anbau am Spalier von Bedeutung sind.  Sie steht seid ein paar Jahren im Gemüsegarten unterm Walnuß. Dort aber wird sie vom Topinambur überwuchert und selbst wächst sie eben wegen besagten Baum schlecht.

Johannisbeeren und Stachelbeeren lassen sich, was mir neu war, als Spalier erziehen. Das reizte mich und nun habe ich den Busch ausgegraben und zum übrigen Spalier gepflanzt. 






Im nächsten noch freien Feld kommen jetzt die weißen Johannisbeeren zum Zuge. Bei den Johannisbeeren ist es so wie mit den Himbeeren. Ich habe eine sehr frühe Sorte im Gemüsegarten. Der Strauch trägt reich und zuverlässig. Leider, sehr früh im Jahr, wie die Himbeeren. Auch hier wieder gibt es den ganzen Sommer keine frischen Beeren für den Kuchen.

Nun habe ich extra späte Sorten fürs Spalier ausgesucht, daß sich die Ernte etwas entzerrt. Schwarze und Rote Johannisbeeren habe ich ja ausreichend. Fehlen nur die weißen.

Ich habe mich für die  "Blanka" entschieden. Große Beeren mit später Reife ab Mitte Juli. Sie hängen an langen Trieben heißt es und sind sehr lange am Strauch haltbar. Das sind doch gute Eigenschaften für eine Nasch- und Kuchenbeere im Sommer, finde ich. Der Geschmack ist nur leicht säuerlich und sehr aromatisch. Natürlich sollte die Sorte auch für die Spaliererziehung geeignet sein. Weil sie straff aufrecht wächst und sich gut verzweigt, hat sie optimale Eigenschaften.


Die Zweite heißt "Weiße aus Jüterbog" und ist wohl eine wirklich sehr alte Sorte, was mir immer zusagt. Wieder nur fein säuerliche Beeren (also eben "Naschbeeren") mit gutem Aroma.

Sie reift auch erst ab Juli. Früher hat man die Beeren zur Weinproduktion und zur Herstellung von Obstbrand benutzt. Das finde ich ja schon mal interessant....

Die Sträucher werden 3-triebig gezogen.




Über meine Obstplantage in Form von platzsparendem Säulen- und Spalierobst an der Grenze zum Nachbarn (Sichtschutz) freue ich mich sehr. Und vielleicht ermöglicht das späte Frühjahr 2018 auch einmals eine Ernte an den immer reich blühenden Kirsch- bzw. Birnen-Säulenbäumen. Jedes Jahr zerstörte der Spätfrost die Blüten und die Ernte ist ausgefallen. Apfel und Zwetschge haben noch gar nicht geblüht. Vielleicht wird dieses Jahr ja ein gutes Obstjahr? Das Wetter am morgigen Sonntag verspricht das sogar. Mehr hierzu dann aber im nächsten Beitrag. 

Im Gewächshaus habe ich wieder das Vlies über dem Salat entfernt. Doch hoffentlich nun wirklich zum letzte Mal. Jetzt ist der erste Kopfsalat erntereif und wird kommende Woche verspeist. Der erste eigene Kopfsalat dieses Jahr! Das ist immer ein besonderes Ereignis. Gepflanzt im September, geerntet im März. Wenn das mal kein slowfood mit genügend Zeit zum Gedeihen und Entwickeln ist!



Den Winterkopfsalat im Gewächshaus habe ich ja schon oft erwähnt. Ich hatte genügend Pflanzen und bin  noch am Testen. Daher kamen im September auch ein paar Pflanzen ins Freie. Einfach in das abgeerntete Gemüsebeet. Einziger Schutz war ein Stück altes Gemüse-Vlies, was den Winter über darüber lag. 

Gut, den Unterschied zum Anbau im Gewächshaus mit zusätzlich Vlies und dann auch noch den Solarschläuchen, sieht man. Wäre ja auch schlimm, wenn so ein teures Haus keinen Nutzen brächte. 

Aber!  Die Freilandpflänzchen haben den wirklich harten und sehr langen Winter überstanden. Mehrmalige Frostperioden mit fast 15 Grad Kälte und Dauerfrost, zum Teil als Kahlfrost ohne schützende Schneedecke darüber.


Die Pflänzchen sind klein, ja, aber als ich sie gepflanzt habe waren sie bedeutend kleiner und zarter.

Ich werde auf alle Fälle auch wieder im Freiland anbauen, neben dem Gewächhausssalat. Diesmal dann aber mit einem stabileren Vlies-Tunnel oder einem Frühbeetkasten darüber. Das sollte langen.

Die kleinen hier werden jedenfalls noch wachsen und sind dann sicher nach dem Gewächshaussalat erntereif.







Donnerstag, 22. März 2018

Tagebucheintrag vom Frühlingsbeginn 2018

So, das war er also, der Frühlingsbeginn 2018. Zwei Tage sind seither vergangen und es geht alles so weiter wie gehabt. 




Nein, nicht alles. In meiner Schale mit Elfenkrokus und Wildtulpen, die im Gewächshaus zu Verfrühung steht, tut sich mächtig was. Die Krokus blühen und die Tulpen haben ganz viele Knospen bekommen. So sollte Frühling aussehen!

Was aber sehe ich alles, bis ich überhaupt im Gewächshaus ankomme? 

Gleich nach der Haustüre erschreckt mich zu allererst das Thermometer. Heute erschreckt es mich, weil auch ohne Sonne der Zeiger tatsächlich rechts der großen Null steht. Ich wusste gar nicht mehr, daß er so weit ausschlagen kann...


Zum Gewächshaus geht es links herum. Entlang der Nebengebäude zum "mediterranen" Platz. Sogar der Hund im Hintergrund ist nach seinen diversen Rundgängen heute dauernd weiß, wenn er ins Haus zurück kommt. Es schneit ohne Pause. 



Der meiste Schnee kam am vergangenen Sonntag. So viel hat es den ganzen Winter nicht geschneit in einer Nacht. Gut war das, denn es wurde fast zweistellig Minus in der Nacht. Die Nacht zum 20. März war die kälteste Nacht vor einem Frühlingsbeginn seit, ich glaube über 150 Jahren oder mehr. So was habe ich im Radio gehört. Also nein, jetzt ist klar, mir muss niemand sagen, ich solle aufhören zu jammern. Es war damals als.......schon so kalt im März Und  das ist nichts Neues. So tönt es  mir entgegen, aus den Mündern der nicht-gartenbegeisterten Mitmenschen. So und nun möchte ich denjenigen sehen, der dieses Kälte vor Frühlingsbeginn also schon einmal erlebt hatte, damals als......




So verwundert ich über meine diesjährige Unlust zum Gärtnern bin, so sehr  merke ich, dass mein Körper und Geist einfach wunderbar naturverbunden sind. Es ist noch nicht die Zeit zum Gärtnern. Die Bäume und Sträucher haben auch noch keine Lust zu treiben, sie wissen genau, dass es diesjahr einfach noch nicht geht. So fühle auch ich instinktiv, wie viele meiner HobbygärtnerkollegInnen, dass es noch nicht an der Zeit ist. 

Wie sollte ich bei diesem Wetter samt zugehöriger Aussichten die Rosen auspacken wollen? 



 Oder was könnte ich jetzt in den Gemüsebeeten machen?



Bei fast Null grad und Schneefall habe ich keine Lust zum Häckseln.



Der Kompost könnte gesiebt und verteilt werden, ist aber fest gefroren.





So drehe ich einfach nur Tag für Tag meine Runden, sehe nach dem Rechten und freue mich auf die Tage, wenn alles wieder grünt und blüht und ich all die unendlich viele liegen gebliebene, aufgeschobene, aber eben nicht aufgehobene, Arbeit erledigt haben werde. Dieses Jahr dann eben nicht in einigen Monaten so nach und nach vollbracht, sondern in wenige Tagen und Wochen alles auf einmal durchgezogen.  Das sind ja Aussichten, da vergeht mir doch glatt schon wieder das Bisschen Lust zum Gärtnern,  das beinahe in mir aufgestiegen wäre. 

Meine winterharten Sukkulenten haben ihren ersten Winter dann auch hinter sich. Und der war gleich mal eine wirkliche Herausforderung. Ich bin gespannt, wie sie das überlebt haben und ob sie dieses Jahr blühen werden. 




Am Wohnzimmerfenster gibt es wenigstens Gemüsegartenerfolge zu feiern. Die Süßkartoffel treibt prächtig und wächst wie wild. Das immerwährende Basilikum wird gerade für viele  Stecklinge zur Vermehrung genutzt. Damit dann im Gewächhsaus ausreichend Basilikumpflänzchen zur Verfügung stehen. 



Und damit es überhaupt einmal einen Erfolg zu verzeichnen gibt, stürze ich mich eben in die Küchentätigkeiten. 


Minipanetonnes habe ich gebacken. Probelauf für das Ostergebäck. 



Aus denen kann man so herrliche kleine Ostermitbringsel zaubern. Ich finde das ist besser und persönlicher und wertschätzender, als einen der unzähligen  anonymen und austauschbaren Schokohasen zu kaufen. Ein Gebäck mit vielen Eiern und süßen Früchten, gemacht um die Auferstehung und den Frühlingsbeginn zu feiern.  



Dann habe ich noch mein neues Baguette-Blech ausprobiert. Sauerteigbaguettes, die 24 Stunden gehen, viele Male gedehnt und dann geformt und gestrafft werden. Ohne Zusatzstoffe. Mehl, Salz, Wasser und Sauerteig, mehr braucht es nicht für gutes und verträgliches Brot.



Auch mein täglich Brot, das Vollkorn-Roggen-Weizen-Mischbrot mit Sauerteig aus frisch gemahlenem Getreide (auch 24 Stunden gegangen) kam heute frisch aus dem Ofen.



Und jetzt hoffe ich aber trotz allem, daß mein nächster Beitrag hier nichts Weißes mehr enthält. Weder Schnee noch Eis. Dass ich nicht wieder und wieder von der andauernden Passivität berichten muss, sondern Fortschritte aufzeigen kann. Wir müssen uns halt gedulden, bis die Zeit dafür da ist. Also nicht wundern, falls jetzt hier längere Zeit nichts Neues erscheint.....

Ihr könnt derweil gern mal über meine Wetter-Losttagsbeobachtungen 2018 lesen. Zum Beispiel hier oder hier. Dann seht ihr, wie lange das noch dauern kann, bis der Frühling kommt. Die bisherigen Lostagesprophezeihungen stimmten jedenfalls. 

Samstag, 17. März 2018

Nahrungsergänzung für meine Würmer in der Wurmfarm

Humuswirtschaft im Biogarten

Unter dem Label Humuswirtschaft werde ich fortan immer wieder über genau diese in meinem Biogarten berichten. Humuswirtschaft besteht für mich in meinem Garten aus den Bereichen Wurmhumus in der Wurmfarm, Kompost und Dauer-Mulch in den Gemüsebeeten. 

Die Regen-Würmer und der Humus sind der Mittelpunkt eines Biogartens, sein Herz, sein Motor und seine Seele. Wer sich einmal damit befasst hat, weiß um die Bedeutung der Arbeit der Regenwürmer und unzähliger anderer Organismen, die organische Masse in lebendigen Dünger und Boden umwandeln. Heinzelmännchen, die unentgeltlich für uns Arbeiten. Pausenlos. Nur eines verlangen sie für ihre Arbeit, genau wie "die Heinzelmännchen": freie Kost und Logis. 

In vielen  Blogs lese ich von  begeistert und leidenschaftlich gartelnden Mit-BloggerInnen. Von Biogärtnern, die ihr Gemüse anbauen und (zurecht) stolz darauf sind. Gleichzeitig merke ich aber oder lese es in Kommentaren, dass sie ihre Bio"abfälle" entsorgen. In der jeweiligen städtischen Tonne oder bei größeren Mengen auf den vorhandenen Deponien. Sie lassen es für teures Geld abholen und kaufen wieder für teures Geld Dünger ein. Organischen oder mineralischen Dünger, welchen, das  weiß ich nicht. Für mich wäre es undenkbar, wertvolle organische  Substanz  zu entfernen. Nur bei ausgerupften Wurzel- und  Samenunkräutern mache ich eine Ausnahme, die entsorge ich auch. 

Dabei ist doch dieses Materialverschieben überhaupt nicht notwendig. Ich möchte dann immer am liebsten gleich mal zeigen, wie man es verarbeiten (lassen ) kann. Vor Ort und für all die unbezahlbaren Vorteile für den Boden, die Pflanzen, die Umwelt und den Geldbeutel. 

Daraus ist die Idee entstanden, meine Erfahrungen und vorhandene Möglichkeiten hier einfach in den Berichten zur Humuswirtschaft dar zu stellen. Zu erklären und vielleicht hier und da einen leidenschaftlichen Hobbygärtner oder Gärtnerin dazu verführen, es einmal  mit den  Heinzelmännchen zu versuchen. Im Garten oder in der Farm. Im Kompost oder als Mulch. 

Heute geht es einmal wieder um meine Wurmfarm, die ich seit Juni 2014 betreibe.

Sie ist die kleinste und komprimierteste Form, seine organischen Abfälle in Humus zu verwandeln. Und seien es nur die Küchenabfälle, die in der dreistöckigen Wurmfarm mit einem Durchmesser von 50 cm und einer Höhe von etwa 75 cm in Humus verwandelt werden. 

Ich füttere hier auch die kompletten Küchenabfälle und immer wieder frisches Grün aus dem Garten. 




Der Aufbau der Wurmfarm

Aber schauen wir uns das Prinzip so einer Farm einmal näher an. 

Oben drauf ist ein Deckel, der unbedingt Luftlöcher haben muss. Das Milieu in einer Wurmfarm muss immer aerob sein! 

Das bedeutet zwei Dinge: 
  1. Würmer brauchen Sauerstoff zum Leben. Sie verwandeln die Abfälle nur in wertvollen Humus, wenn genügend Sauerstoff vorhanden ist. Beim Bokashi ist es genau anders herum, die dortigen Organismen dürfen keinen Sauerstoff bekommen,  es herrscht anaerobe Bedingungen.
  2. Weil aerobe Bedingungen in der Farm herrschen (müssen) stinkt sie auch nicht. 





Nimmt man den Deckel ab, blickt man in die oberste der drei Schalen. Die Schalen sind am Boden, wie ein Sieb mit unzähligen großen Löchern versehen. Durch diese Löcher wandern die Würmer von einer Schale in die andere. 

Was fressen die Würmer in der Farm?

Oben also wird gefüttert. Hier kommen die (klein geschnittenen) Küchenabfälle hinein. Alles Organische kann hier umgesetzt werden. Natürlich ist auch hier wieder das Bioobst und -gemüse vor zu ziehen. Giftige Rückstände auf Bananenschalen und Zitrusschalen wären auch für die Würmer Gift. Vom Garten oder Balkon können auch abgeschnittene Blüten oder Zweige von Stauden gefüttert werden. Unkrautblätter (keine Wurzeln!).

Nicht in die Schale dürfen Essensreste von Fleisch und Wurst oder Getreide, Öl, Knochen, Gekochtes, Salziges. Größere Mengen Zwiebeln und Knoblauch oder Kohl und Rhabarber. Milchprodukte oder Fäkalien. Also eigentlich alles wie auf dem Kompost. Die Zitrusschalen und der Rhabarber bringen unter Umständen zu viel Säure in die Farm. Zwiebel und Knoblauch können zu scharf für die Würmer sein, die ja nicht ausweichen können, anders als am Komposthaufen im Garten. Gespritzt dürfen die Schalen niemals sein. Meine sind bio-Zitronen, die ich für die Kefirbereitung  brauche. Danch kommen sie vorverdaut in die Wurmfarm. 

Ebenfalls nicht in die  Fütterschale dürfen Pflanzen-Teile die noch lebensfähig sind. Das klingt jetzt schräg, was ich aber damit meine sind zum Beispiel Kartoffeln, die nur  verschrumpelt sind oder die oberen Abschnitte vom Wurzelgemüse. In der Wurmfarm ist es immer feucht und es herrscht ein gesundes, überhaupt nicht aggressives  Milieu, wie es in unreifen Kompost der  Fall ist. Kartoffeln treiben hier aus und auch die Reste des Wurzelgemüses bildet Wurzeln und wahnsinnig lange Triebe. Das verrottet nicht und man muss es mühselig einzeln von Hand entfernen. Auch Saaten, die noch keimfähig sind auch Reste der Sprossenzucht in der Küche wachsen hier weiter anstatt zu verrotten. Die dürfen auch nicht eingebracht werden. 

Da der Speiseplan gerade jetzt in den ersten Monaten des Jahres für die Würmer recht  einseitig ist, gebe ich hin und wieder eine Hand voll Wurmfutter hinzu. Das sind organische Abfälle  mit Mineralien und Vitaminen in  Pelletform. Die werden vom Anbieter der Farm empfohlen. Als Ergänzungskost und um Mangelerscheinungen vor zu beugen. Tatsächlich hatte ich anfangs im Winter einen starken Rückgang der  Wurmpopulation zu verzeichnen. Seit ich diese Nahrungsergänzung ab und an mit rein gebe, arbeiten und vermehren sich die Würmer tadellos. 


Wichtig ist viel Pappe und Eierkartons mit einzufügen. Den enthaltenen Kohlenstoff benötigen die Würmer bei der sonst stickstofflastigen Ernährung, um Humus machen zu können. Das ist aber im Kompost im Garten exakt das Gleiche. Nur Rasenschnitt verrottet nicht. Es bedarf auch hölzernes oder Stroh mit drin.

Man soll die Pappe oder Kartons einweichen, bevor man sie in die Farm gibt. Das machte ich anfangs gewissenhaft. Das Ergebnis war eine viel zu feuchte Farm mit üblen Gerüchen, weil Sauerstoffmangel herrschte. Seit ich die Pappe immer trocken einbringe habe ich das Problem nicht mehr. Außer ich füge zu viel frisches Material auf einmal hinzu. Dann kommen die Würmer mit der Verarbeitung nicht nach und es  beginnt zu riechen. Dann lasse ich den Deckel offen und lockere mit einer Schaufel.  So beseitige ich das Problem rasch.

Auch die Eierschalen vom Kochen und Backen werden im Backofen sterilisiert (Salmonellengefahr!) und dann im Mixer zu Mehl gemahlen. Eierschalen können so aufgearbeitet von den Würmern verwendet werden. Zudem puffern sie die reichlich entstehenden Huminsäuren. Würde das Substrat zu sauer könnte es die  Würmer schädigen. Sie brauchen dieses auch, um selbst ihre Eier ordentlich legen zu können. Was zu viel ist für die Wurmfarm, gebe ich immer auf den Kompost im Garten.

Hebt man den oberen  Deckel ab, sieht man die fleißigen Würmer das neue  Material erkunden.



Fressen können sie es freilich noch nicht. Das Blatt Salat zum Beispiel können sie, anders als Schnecken,  ja nicht anbeißen. Mikroorganismen müssen es erst matschig vorverdauen. Wenn es dann im Zersetzungsprozeß ist, dann können die Würmer die entstehenden  Säfte aufschlürfen.

Wo kommen jetzt die vorverdauenden Mikroorganismen her? Die haben die Würmer an sich! Die Würmer kriechen über die neuen  Nahrungsmittel in der Farm. Sei es Salat, Kartoffelschalen, Bananenschalen, Apfelbutzen oder anderes. Sie machen dies tatsächlich mit Absicht. Dadurch übertragen sie  ihren Schleim, der sie umgibt, auf das organische Material. In dem Schleim leben, genau wie im Verdauungstrakt des Wurmes, eben diese ungezählten Mikroorganismen. Sie fangen sofort an, die organische Masse ab zu bauen und für die Würmer verdaulich zu machen.





So gibt man also nach und nach die Küchenabfälle und der Garten- bzw. Balkonabfälle statt in die Biotonne, hier in die Wurmfarm. Ist die Schale fast bis oben hin voll, so kommt eine leere Schale oben auf und man füttert dort weiter. In der vormals oberen, jetzt mittleren Schale, verrichten die Würmer weiter ihre Arbeit zusammen mit den Mikroorganismen. 

Es ist hier schon viel Humus zwischen der organischen  Substanz erkennbar. 





Wer sich nun fragt, wo denn immer die leere Schale für ganz oben drauf herkommt, der sieht es hier im folgenden Foto. 

So sieht heute die unterste Schale aus. Es sind keine organischen  Materialien mehr zu erkennen. Die Würmer arbeiten aber noch die unsichtbaren Reste auf. 

Ist also die oberste  Schale voll, dann hat man die unterste Schale gefüllt mit fertigem Wurmhumus. 

Mit ein wenig Erfahrung und Fingespitzengefühl klappt das tadellos. Dann erntet man den fertigen Humus. Jetzt ist nur noch die Schale ein wenig aus zu waschen (Waschwasser ist bestens für den Boden geeignet, also immer im Gemüsebeet auswaschen) und kann sie leer oben auf setzen 

Wie ich "ernte" und den Humus dann verwende oder zwischenlagere, erkläre ich ein anderes Mal. 




Eigentlich unbezahlbarer Biodünger, selber gemacht aus Bioabfällen.



Die unterste Schale hat einen Auslauf für das Sickerwasser. In der Mitte hat sie bei diesem Modell ein geniales Plateau. Die Würmer sind ja neugierig und kriechen überall hin. Gelangen sie dann in die Unterste Schale mit dem Sickerwasser kann es sein, daß sie nicht mehr nach oben kommen. Durch dieses Plateau auf das sie bequem kriechen können, erreichen sie aber mühelos wieder die unterste Schale mit Wurmhumus. Von dort können sie in die anderen Schalen weiter wandern. 



Bei mir hängt unter dem Ablauf, der immer geöffnet ist, damit sich nicht zu viel ansammelt, ein Behälter. Das braune Sickerwasser, welches unten aus der Farm heraus tropft, ist wertvoller Dünger für den Garten, Kübelpflanzen oder Zimmerpflanzen. Die Flüssigkeit enthält Nährstoffe und Mikroorganismen, die dann auch dort, wo es gegossen wird, wieder positiv wirken können. Es ist ein Gesundserum für kränkelnde Pflanzen!




Die Arbeit mit meinen Würmern macht mir wirklich Spass. Und es freut mich immer wie gut es funktioniert. Wie ich eine Schale nach der anderen beernten kann. Es dauert im Winter länger als im Sommer, bis die unterste Schale fertig ist. Im Sommer ist der Prozeß in 4-6 Wochen abgeschlossen. Im Winter können es 8-10 Wochen sein. Die Würmer arbeiten nur bei einer Temperatur von 15 bis 30 Grad. Darunter stellen sie die  Arbeit ein und bei Frost erfrieren sie. Ist es über 30 Grad warm, stellen sie ebenfalls die Arbeit ein und können sterben. Bei mir steht die Farm im Kübelpflanzenüberwinterungsraum. Dort hat es im Winter etwas über 10 Grad. Dennoch arbeiten sie auch im Winter in der Farm. Im Sommer kann es bei den langen Hitzeperioden schon an die 30 Grad bekommen. Das merkt man den Würmern an, sie arbeiten dann nicht mehr und die Farm droht zu sterben. Ich hänge dann feuchte Tücher darüber und stelle sie manchmal wo anders hin, wo es noch ein wenig kälter ist. 

So, nun hoffe ich, daß ich Neugier wecken konnte. Jedenfalls freue ich mich darauf wieder einmal über die  Wurmfarm zu berichten und über die Arbeit der Würmer zu informieren.