Montag, 13. November 2017

Herbstaufräumarbeiten nötig oder unnötig? Jedenfalls angefangen hab ich sie...

Aufräumarbeiten im Herbst. Ein sehr leidiges Thema in meinem Garten dieses Jahr. Und bis ich so sinniere, ist sogar die Überschrift schon fehl am Platz. Phänologisch müsste ich wohl eher von Aufräumarbeiten im Winter berichten. Der Herbst ist Vergangenheit. So weit ist das Jahr voran geschritten. 

Und das Wetter wird auch immer winterlicher. Zumindest die Temperaturen sacken immer weiter nach unten. Ich schaue Fotos vom letzten Jahr an. Ein wenig angenehmer war der Herbst 2016 und so konnte ich bis zu diesen Tagen im November bereits mehrere Arbeiten erledigen. Wenn ich aber bis Mitte November weiter recherchiere und ein paar Tagebuchaufzeichnungen heran nehmen, stelle ich fest, letztes Jahr war es just zu dieser Zeit auch eklig draußen und es wurde kalt und frostig. Also ist 2017 doch nicht so scheußlich. Ich empfinde es nur so. 


Herbstgarten- Wintergarten
Herbstgarten- Wintergarten

Über die Notwendigkeit von Aufräumarbeiten im Herbst wird viel geschrieben und unterschiedliches gesagt. Fakt ist wohl, je mehr aufgeräumt wird, desto unwirtlicher und unbewohnbarer ist der Garten für die hilfreichen Insekten, Amphibien, Kleinsäuger und Vögel. Je weniger von diesen fleißigen Helfern aber im Garten heimisch sind und dauerhaft dort Unterschlupf finden, desto eher bekommen die krankmachenden Ursachen die Überhand. Desto weniger gesund können unser Kulturpflanzen gedeihen und es muß mehr Pflanzenschutz betrieben werden. 

Das sehe ich alles ein und beinahe ungewollt und automatisch bleibt ja auch immer noch genügend Wohnraum in meinem eben doch recht großen und damit nicht immer sauber geschleckten Garten übrig. Dass ich nun die Aufräumarbeiten auf das Frühjahr verschieben könnte oder sollte, sehe ich nicht ein. Ich denke da muß ein Kompromiss geschaffen werden. Lasse ich alle Stauden und abegstorbenen Pflanzen im Gemüsegarten oder Ziergarten stehen, haben viele Tiere Unterschlupf. Dafür habe ich über Monate einen äußerst unansehnlichen Garten. Im Frühjahr, wenn ich dann aufräumen dürfte, ist aber schon wieder so viel Frühjahrsarbeit, vor allem die Gemüseausssaat, zu erledigen, daß ich nicht alles in der Kürze der Zeit schaffen kann. Dazu kommt die Eigenart der Pflanzenreste, im Winter sehr weich zu werden. Wenn ich die jetzt stehen lassen, kann ich sie im Frühjahr nicht mehr häckseln. Alles verklebt und ich komme nicht voran. Was also dann im Frühjahr mit dem organischen Material anfangen? Entsorgen ist  das einzig Mögliche. Aber das sehe ich nicht ein. Alles soll in einem Kreislauf immer wieder verwertet werden. 

Also  habe ich mich jetzt bei gemütlich diesigem Wetter, leichtem Nieselregen zwischendurch und saukalten Temperaturen, einmal an die Aufräumarbeiten gemacht. Wenigstens die ganz großen Stauden wollte ich abschneiden und zerkleinern. Ich habe mitgezählt. Der große Asternbusch am Zaun hatte 150 Stängel, die einzeln abgeschnitten werden mussten. Und das war nur einer von etlichen großen Astern und Staudenbüschen. 

Im Häcksler müssen diese dann abermals fast einzeln - mehr als 3 oder 4 auf einmal gingen nicht hinein, ohne den Einfüllstutzen zu verstopfen - eingeführt werden. Eine sehr monotone und langweilige Arbeit. Bei solchen Arbeiten verstehe ich dann immer Menschen, die Gartenarbeit für scheußlich halten....


Staudenbeet im Winter- Großstauden sind bereits abgeschnitten
Staudenbeet im Winter- Großstauden sind bereits abgeschnitten


Der Berg an Staudenschnitt mußte am selben Tag verarbeitet werden. Wieder aus dem Grund, daß alles in naßem, aufgeweichten Zustand nicht mehr häckselbar ist. Jedenfalls bei meiner Maschine. 

Staudenschnitt, der gleich gehäckselt wird
Staudenschnitt, der gleich gehäckselt wird


Mit den Stunden im Regen stieg meine Vorfreude auf den Holzofen, duftenden Kaffee und Kekse am Sofa. So eine Vorfreude ist Motivation pur. Und irgendwann ist alles geschafft. Im Gemüsegarten habe ich gerade noch eine 2 m hohe Mauretanische Malve abgeschnitten und ein paar Tagetes. Da fängt der Motor an zu stottern. Die letzten Halme gingen noch durch, da war es aus. Nach etlichen Stunden ohrenbetäubenden Lärms ist wieder Ruhe im Garten. Das Benzin war alle und ich war froh drum. Nachfüllen kam nicht mehr in Frage.  Zu groß war die Sehnsucht nach dem lange erwarteten Kaffee. 

gehäckselter Staudenschnitt
gehäckselter Staudenschnitt


Das Häckselmaterial habe ich rasch auf die Komposthaufen verteilt und unterm Walnußbaum ausgebreitet. 

Die restlichen Stauden und abgestorbenen Pflanzen dürfen jetzt noch eine ganze Weile als Winterquartier dienen. Da  kann man immer wieder mal ein paar abschneiden und ungehäckselt auf den Kompost legen. Die sind dann aber  auch im Frühjahr leichter weggeräumt, als die großen harten Staudenstängel. 

Ich denke , daß auch ohne diese Staudenreste, die Tiere in meinem Garten viele Möglichkeiten zum Unterschlupf haben. Sträucher und Bäume, Laubhaufen, Steinhaufen, Brennholzhaufen. Carport-Balken, unisolierte Dachstühle der Nebengebäude, Hecken und und und. Darum sehe ich das ganze Getier ja auch immer wieder und überall herumhuschen. Ganz können sie sich vor mir einfach nicht verstecken. 

Für heute mag ich aber kein Getier mehr sehen. Da gibt es nur noch eines: 

Schaufeln, Rechen und Häcksler verstauen und ab nach drinnen. Das ist wohl das Schönste am Gärtnern im Herbst. Die Rückkehr ins Haus an das warme, knisternde Feuer im Ofen. 

Kompostplatz nach der Häckselaktion wieder aufgeräumt
Kompostplatz nach der Häckselaktion wieder aufgeräumt


gehäckselter Staudensschnitt ist auf den Kompostbehältern aufgeteilt
gehäckselter Staudensschnitt ist auf den Kompostbehältern aufgeteilt (zwei weitere sind nicht im Bild zu sehen)








Kommentare:

  1. Hallo Achim, da kann ich mich gut rein versetzen, mit der Freude auf den Kaffee und die warme Stube. Das ist aber auch viel Arbeit mit dem großen Grundstück. Jeder Strauch wird von Jahr zu Jahr größer und die Arbeit intensiver. Da würde ich auch im Herbst mit dem Aufräumen beginnen und ich sehe das auch so, dass die Tierchen bei euch noch genügend Unterschlupf und alles was ihnen lieb ist, vorfinden.
    Wir hatten vor Jahren einen kleinen Häcksler, halt für ein Reiheneckhaus, eigentlich ein gutes Stück, aber der war häufiger zerlegt, als dass er gehäckselt hat. Wir haben ihn dann bald verschenkt, aber vorher auf die Nachteile hingewiesen :))
    Sicher kommen auch noch ein paar schöne sonnige Tage, da macht die Arbeit dann wieder mehr Spaß....heute hat sich die Sonne ja sogar schon mal blicken lassen.
    Herzlichst, HanLo

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    1. Hallo HanLo,
      im Moment sieht es bei uns so aus, als würde die Sonne gar niemals mehr kommen.... November eben. Aber sonst habe ich auch oft schon im Winter auch in Ruhe aufräumen können, wenn das Wetter ruhig war. Das kommt bestimmt auch wieder. Oder wir bekommen einen Winter mit monatelang Schnee? Wer weiß! bin schon gespannt, wie der Winter werden wird. Wir sind ja schon mitten drin, bald wissen wir es. Und bis dahin warten wir einfach am Sofa vor dem wärmenden Feuer.

      Wünsche dir auch schöne Tage im Garten und im Haus, viele Grüße Achim

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  2. Hallo Achim,
    für den Staudenschnitt habe ich einige alte Brotmesser ausrangiert, die ermöglichen das Absäbeln eines ganzen Staudenbüschels in einem Rutsch. Natürlich haben wir auch Stauden, bei denen die Stängel zu dick sind und einzeln abgeknipst werden. Unser E-Häcksler leidet auch gerne unter Verstopfungsanfällen, nichts für mich ungeduldige Person, das macht mein Mann.
    Liebe Grüße
    Karen

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  3. Hoi Achim
    Was warst Du fleissig ;-).
    Ich versteh Deine Herbstarbeiten. SElber halte ich es so, dass ich Stauden über den Winter stehen lasse, die noch lange schön sind und nicht beim ersten starken Frost matschige Stile herumlampen lassen. Auch die Sommerflieder werden immer jetzt geschnitten, damit sie sich nicht aussamen können.
    Da ich nicht einen so riesigen Garten habe wie Du, kann ich meine Zeit natürlich auch freier einteilen.
    Ich wünsche Dir viele trockene Tage um noch fertig einwintern zu können und dann viele gute Gartenideen fürs kommende Jahr.
    Grüess Pascale

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    1. Jou Pascale, das mach ich noch, weiter einwintern.... In den Beeten steht noch genug und wird einfach auch noch stehen bleiben. Bisschen was, wie der abgestorbene Hopfen muß aber noch weg, genau wie all da Laub in den Wiesen. sonst geht das Gras kaputt. Freu mich drauf wieder Samen zusammen zu stellen und zu bestellen fürs nächste Gemüsejahr. Vielleicht auch ein paar Stauden im Frühjahr. Aber eigentlich will ich nicht wieder so viel Geld ausgeben. Muß einfach jetzt mal wachsen und gepflegt werden, was da ist. Sommerflieder weiß ich nie, wann und wie weit zurückschneiden. im Frühjahr angeblich, das tat aber die letzten beiden Jahre alles andere als gut, wären immer beinah gestorben dadurch .im Herbst, wenn ich schneide sind sie so weit zurück gefroren,dass sie auch fast kaputt gingen. Wie machst du das genau? wie weit runter schneidest du sie ab?
      Viele Grüße Achim

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  4. Hallo Karen,
    naja ich könnte auch meine Machete nehmen, mit der ich immer Brennesseln für Jauche abmähe. Aber mit meinen Bewässerungsschläuchen bin ich lieber extrem vorsichtig. Bei früheren, billigeren Schläuchen habe ich schon einige bei Arbeiten im Beet gekappt.

    Mein Häcksler mit Benzinmotor und kräftig aber doch irgendwie ne FEhlkonstruktion. War halt die günstige Variante. Und jetzt muß ich damit zurecht kommen.....
    liebe Grüße Achim

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  5. Hallo Achim, das war ja ein Haufen an Arbeit und die Pause in der warmen Stube wohl verdient.
    Ich denke, dass man immer einen guten Mittelweg finden kann. Bei unserem kleinen Garten gibt es auch ein paar Möglichkeiten für Tiere... So habe ich einige Steine beim Kompost liegen, das Laub fege ich nicht ganz weg sondern gebe es zu den Sträuchern, was nicht nur vor Frost schützt, sondern auch dort bleiben kann, weil es verrottet (ich habe nur sehr wenig Laub).
    Vor allem im kleinen Garten kann nicht alles umgesetzt werden, wie in einem Großen - so habe ich z.B. keine Möglichkeit, Totholz liegen zu lassen...
    Bei dir dürfte der Mittelweg auch gut funktionieren, sonst hättest du nicht so viele Kleintiere im Garten.
    LG Marie

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  6. Hallo Marie, klar in einem übersichtlichen Garten wie deinem hält man eher Ordnung, weil es sonst rasch zu schlimm aussieht. Schön, wenn du doch noch etwas für die Tierchen zum Verstecken liegen lassen konntest. Ich würde auch gern etwas mehr Ordnung haben, schaffe es aber zeitlich nicht. so bleibt bei mir ganz automatisch mehr für den Unterschlupf übrig. vielleicht schneit es ja im Winter dann sieht es immer ganz toll aufgeräumt aus, egal wie es vorher aussah. Ist aber nur alle paar Jahre bei uns mal der Fall, dass schnee länger liegen bleibt. Wir werden sehen. Viele liebe Grüße Achim

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