Freitag, 27. Oktober 2017

Neue Fenster, reiche Ernte und der Umzug der Kübelpflanzen


Kaum ist das Karpfenfischen vorüber, geht es im Garten weiter mit Arbeiten. Ich weiß schon, warum ich eigentlich lieber im Urlaub geblieben wäre.  War mir doch klar, was auf mich zukommen wird, wenn wir daheim sind.

Gottseidank ist das Wetter immer wieder noch einmal traumhaft und die anfallenden Arbeiten können erledigt werden.

Endlich kamen  auch die neuen Fenster: Voraussetzung, daß ich anfangen kann, Kübelpflanzen ein zu räumen.

Und ich habe nun auch die restlichen Wurzelgemüse- bis auf Meerreettich- geerntet. Jetzt müssen sie nur noch eingelagert werden.

Wurzelgemüse frisch geerntet- rote Beete, Winterrettich schwarz und rot
Wurzelgemüse frisch geerntet- rote Beete, Winterrettich schwarz und rot


Neue Fenster für die Pflanzen - und uns.


Mittwoch früh, es ist noch dunkel und ich schon wach. Der Schreiner soll heute kommen. Er steht kurz nach Sieben vor der Tür und ich bin froh. 

Jetzt wird das endlich real, was wir vor vielen Monaten bestellt hatten. Das Palmenhaus, der Überwinterungsraum für die Kübelpflanzen, früher Hasenstall und Schafstall, erhält neue Fenster. 

Damals schon, als er erbaut wurde, hat mann ausgemusterte Fenster verwendet. Das ist Jahrzehnte her. Durch die Ritzen in den Rahmen konnte man hindurchsehen, so groß waren sie. Wie sinnig das ist, wenn man den Raum im Winter mittels elektrischer Gewächshausheizung temperiert, brauche ich wohl nicht zu sagen.

Das Palmenhaus mit den alten Fenstern
Das Palmenhaus mit den alten Fenstern


Wenn es richtig eisig draußen war, also unter -10°C, habe ich innen sogar noch Vlies über die Kübelpflanzen am Fenster gelegt, daß sie nicht so eisig angeblasen werden, durch all die Ritzen.

Jetzt kommen neue Kunststofffenster mit Isolierung rein. Dann ist das nicht mehr nötig mit dem Vlies.



Neben dem Palmenhaus ist auch der Vorraum zum Wohnhaus dran. Wieder schon damals gebrauchte Fenster mit heute Ritzen zum hindurchsehen. Heiztechnisch ein Desaster.

Vorbau am Haus mit alten Fenstern
Vorbau am Haus mit alten Fenstern


Vorbau am Haus -neue Fenster werden eingebaut


Und schließlich bekommt die Garage noch ein richtiges Fenster, das ich jetzt kippen kann. Hier ist es mal anders herum, die Wärme soll nicht drin bleiben, sondern raus aus dem Raum. 

Da ich in der Garage auch meine Kartoffeln lagere, ist das sehr praktisch. Durch das alte, nicht zu öffnende Fenster, blieb es lange recht warm in der Garage im Haus. Zu warm zum Lagern von Wurzelgemüse, genau wie im Keller. Daher freue ich mich auf das Fenster und die frische kühle Luft, die da eintritt.

Kurz nach Mittag sind sie fertig und die Fenster eingebaut. Jetzt fehlen nur noch die Simse. Dazu aber muß Volker erst die Mauern aufstocken, daß die neuen Simse an den neuen Fenster ordentlich montiert werden können. Wenn das gemacht ist, kann der Abschluß vom Schreiner erledigt werden. Das ist aber vor allem eine optische Sache. Die Funktion der neuen und dichten Fenster ist ab sofort gegeben.


Vorbau am Haus mit neuen Fenstern aber noch ohne Sims
Vorbau am Haus mit neuen Fenstern aber noch ohne Sims

Vorbau am Haus mit neuen Fenstern aber rechts noch ohne Sims
Vorbau am Haus mit neuen Fenstern aber rechts noch ohne Sims


Wurzelgemüse wird geerntet


Während die Schreiner ihrer Arbeit nach gingen, beschäftigten mich die Wurzelgemüse.

Sellerie, Winterrettich, rote Beete und ein wenig Kren für den aktuellen Gebrauch sowie Möhren und Pastinaken waren aus zu graben.

urzelgemüse Ernte: Sellerie, Winterrettiche, Rote Beete, Möhren und Kren
Wurzelgemüse Ernte: Sellerie, Winterrettiche, Rote Beete, Möhren und Kren


Die Sellerie sind sehr schön. Rettiche sind schön aber wenig. Die gingen wieder nicht auf im Herbst beim Sähen. Rote Beete im Beet sind eine Katastrophe beim Keimen. Im Topf keimten sie auch nicht. Daher habe ich nur einige wenige, was aber langt, da nur ich sie esse.

Die Möhren keimten wie immer auch nicht. Ab März sähe ich bis glaube ich Juli. Es keimt nie was, nur ein paar sind dann doch plötzlich da gewesen. Zu spät und wie immer nicht vereinzelt. Weil ich mir monatelang vergebens Mühe mit ihnen mache, habe ich dann jedes Jahr wieder, keine Lust zu Vereinzeln, wenn doch welche keimen. Der Frust ist zu groß und im Herbst bereue ich es jedes Jahr, denn sie währen schön geworden, hätten sie nur Platz zum Wachsen gehabt.

Die winzigen Möhren, Laub von Möhren und Sellerie, restliche Kräuter wie Basilikum und Majoran, alles kommt in den Mixer und ergänzt meine seit dem Sommer gesammelten, getrockneten und pulverisierten Gemüse für die selbstgemachte Instant-Gemüsebrühe. Weggeworfen wird nichts!

Gleiches Keim-Geschiß gilt auch für die Pastinaken. Da habe ich dann mit Müh´ und Not ein paar im Topf gekeimt bekommen. Die wurden gepflanzt. Einige sind gigantisch, andere der Reinfall. Komisch ist das. Alle gleich gesät, gepflanzt und gepflegt. Sogar gleiche Reihe!

Pastinaken
Pastinaken

Wintersalat - ein Anbauversuch


Auch meinen Wintersalat habe ich endlich gepflanzt. Ein paar ins Gewächshaus und ein paar ins Freiland. Ich muß ja testen, wie er wächst, was er verträgt. Dann weiß ich nächstes Jahr gleich, wohin ich ihn am Besten pflanze. Es ist ja mein erster Versuch damit.

Wintersalat im Gewächshaus - frisch gepflanzt
Wintersalat im Gewächshaus - frisch gepflanzt


Wintersalat im Gewächshaus - frisch gepflanzt

Wintersalat im Freiland- frisch gepflanzt
Wintersalat im Freiland- frisch gepflanzt

So ähnlich verloren stand auch einmal der Endivien im Beet, als ich ihn im Frühherbst pflanzte. 

Jetzt hat er sich gemausert und ist ein richtiger starker Salat geworden. Aber, ich hoffe das klappt noch, der muß noch ganz schön wachsen, vor der Ernte!

Endiviensalat
Endiviensalat

Endiviensalat



Gemüsebeete im Biogarten mit Dauer-Mulch



Ein Blick in ein Gemüsebeet Ende Oktober. 


Gemüsebeete im Biogarten im Oktober
Gemüsebeete im Biogarten im Oktober

Gemüsebeete im Biogarten im Oktober
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Ach ja und wenn sich mancher wundert, wie das bei mir in den Beeten aussieht, der soll erst mal neben die Beete schauen.....

Herbstlaub im Gemüsegarten
Herbstlaub im Gemüsegarten


Im Ernst. Es ist mir seit Frühjahr enorm wichtig, dass niemals Boden unbedeckt da liegt. Dauermulch oder Dauerhumus nennt man das Wohl. Ich mulche unaufhörlich und jetzt auch noch die Bäume, die mir helfen. Es mag unordentlich aussehen. Aber ich selbst sehe, wie gigantisch positiv sich das auf das Bodenleben auswirkt. Es ist ein Gewimmel in den Beeten und Würmer habe ich, ein Traum. Jetzt wieder beim Salatpflanzen. Ich schiebe das Laub und Mulch zur Seite und treffe schon auf etliche Würmer, ohne bereits in die Erde gegraben zu haben. Es herrscht ein so reges Treiben in und auf der Erde, daß ich überglücklich bin. Hatte ich doch sonst im Herbst gar keine Würmer mehr gesehen. Und ein gesunde Bodenleben ist unverzichtbar im richtigen Biogarten und für gesunde Pflanzen. Ich ernähre mit meinem Mulch und all der Bodendeckung das Bodenleben und dieses wiederum ernährt durch die Abbauarbeiten und Zersetzung des organischen Materials meine Gemüsepflanzen. Wir haben reale Heinzelmännchen im Garten, die für ein wenig Essen pausenlos fleißig für uns arbeiten. Und durch Chemie und unnötige Bodenbearbeitung verjagen wir sie.


Die ersten Kübelpflanzen werden eingeräumt


Die Zitronenverbene habe ich gestutzt, ausgegraben und eingetopft. Jetzt steht sie erst mal noch im Carport, kommt aber später mit zu den Kübelpflanzen. Sie ist nicht frosthart.

Zitronenverbene
Zitronenverbene







Am Nachmittag habe ich dann angefangen, die ersten Kübelpflanzen ins Palmenhaus zu schaffen. Ein wenig aufgeräumt innen habe ich schon. Der Rest muß nach und nach erfolgen. Jetzt ist es erst einmal wichtig, daß die empfindlicheren Gewächse ins Haus kommen. Das schöne Wetter verwirrt einen. Am Mittwoch waren etwa 20 Grad und blauer Himmel. Aber bereits am Freitag soll es tag nur noch 10 Grad haben und die Temperaturen gehen runter, Sturm und Regen sollen kommen.

Kübelpflanzen im Winterquartier
Kübelpflanzen im Winterquartier

Kübelpflanzen im Winterquartier
Kübelpflanzen im Winterquartier


Es ist nicht verwunderlich, haben wir doch kommende Woche bereits November. Und wenn das Wetter dann ganz greislig ist, habe ich keine Lust alle Kübel ein zu räumen. Dann mit Zwang, weil sie sonst kaputt gehen. Da fange ich lieber ein paar Tage vorher an und mache es bei schönem Wetter und in Ruhe. Stehen doch noch genügend Kübel draußen. Die Palmen brauchen noch ihren neu zu bauenden Winterschutz. Da wird es ohnehin alles knapp genug!

Die robusten Kübel stehen erst mal noch im Carport, da geht es noch ein paar Wochen, voraussichtlich.

Kübelpflanzen im Carport
Kübelpflanzen im Carport




Herbstmorgen am Karpfenweiher


Donnerstag morgen beim Gassigehen, schaute ich noch mal bei den Weihern vorbei. Auch hier hätte ich noch Arbeit. Die herrlichen Hagebutten müssten gezupft und verarbeitet werden. Aber ich habe da gerade überhaupt keine Zeit.

Hagebutten
Hagebutten


Der Morgennebel verzieht sich und es wird wieder ein schöner Tag, das sieht man hier schon.

Morgennebel verzieht sich
Morgennebel verzieht sich


Und so sieht der gefischte Weiher heute aus. Verlassen und leer. Ein Foto für die treuen Leserinnen, deren meine Karpfenweihergeschichte so viel Interessantes vermitteln konnte.

Karpfenweiher abgefischt
Karpfenweiher abgefischt






Montag, 23. Oktober 2017

Kann Arbeit Urlaub sein?

So, der Urlaub ist also vorüber und doch war der vergangene Samstag ein wenig wie weiterer Urlaub. 

Wenn man bei so einem schönen Herbstwetter in aller Ruhe und mitten in dieser wundervollen Landschaft werkeln darf, dann ist es ein kleiner Urlaub! 

Arbeiten, wo andere Urlaub machen


Schließlich ist unweit hinter den, am Horizont erkennbaren, Bäumen ein das ganze Jahr ausgebuchter und seit Jahren stetig wachsender Campingplatz. Aus ganz Deutschland kommt man hier her, seinen Urlaub zu verbringen. 


Franken im Herbst
Franken im Herbst 

Was wir also an unserem Heimat-Urlaubs-Tag so machten, will ich gleich berichten.

Der Samstag an sich ging schon sehr schön los, als der Postbote das Paket einer Blog- und Gartenfreundin brachte. Was für eine grandiose Erweiterung meiner Dachwurzsammlung!

Und manche haben sogar Sortennamen. Also "devils touch" hat mir ja besonders gefallen, zumal es auch genau so aussieht!

Semperviren
Semperviren

Ich packte sie aber erst mal nur aus, freute mich und mußte dann sogleich wieder in der Küche verschwinden. Volker war schließlich schon längst draußen in der schönen Landschaft bei unseren Weihern, um alles vor zu bereiten.

Während dessen besteht meine Aufgabe darin, alles für das Picknick her zu richten. Diesmal gibt es zu Mittag einen herzhaften Erbseneintopf mit eigenen Kartoffeln und Möhren und Sellerie. Nur Rauchfleisch und Trockenerbsen sind gekauft.

Dann muß noch Kaffee gebrüht, die Ankunft der Helfermanschaft koordiniert und das Picknickgeschirr zusammen gesucht werden.

Schließlich werde ich gerade fertig, als mich Volker abholen kommt. 

Draußen stehen, wie jedes Mal, bereits die befüllten Behälter mit  Teichwasser am Damm. 

Fotosafari am Karpfenweiher


Karpfen fischen
Karpfen fischen 


Das Wasser wird mit einer Pumpe  aus dem Teich befördert, bevor er leer ist.

Karpfen fischen
Karpfen fischen 



Der "Stöpsel"  vom Teich ist gezogen und ab da heißt es warten. Dieser Arbeitsschritt ist immer der allererste, folgen ihm doch etliche Stunden, bis es ans Fischen gehen kann. Ist der Weiher größer, muß man hier schon am Vortag zur Tat schreiten.


Karpfenweiher ablassen
Karpfenweiher ablassen

Während der Stunden, gefüllt mit Warten, hat man viel Zeit. Zeit für andere Arbeiten oder auch Zeit, sich seinen Gedanken hin zu geben. Wenn ich wüsste, wie ich diese in leserliche Worte fassen könnte, würde ich sie euch auch gerne mitteilen. Aber mir gelingt das bislang noch nicht. 

Ich nutze die Zeit auch für eine Fotosafari rund um die Weiher. 

Immer wieder muß man natürlich auch nachsehen, ob das Wasser noch abläuft. Regelmäßig müssen weitere Brettchen aus dem Mönch entfernt werden, damit der Wasserspiegel kontinuierlich weiter sinkt. 


Mönch im Karpfenweiher
Mönch im Karpfenweiher


Während also der Weiher leer läuft, ist der kleine Bach zwischen den Weihern ein "reißender" Bach. Ansonsten führt er auch im Moment fast kein Wasser. Viel zu trocken ist es dazu. Nur im Winter oder im Sommer, wenn es länger regnet, fließt hier richtig Wasser. 

Bach bei Karpfenweihern
Bach bei Karpfenweihern

Bach bei Karpfenweihern
Bach bei Karpfenweihern



Romantisch sieht er aus, der alte Steg über gerade diesen Bach. So ein Steg wird ja aber nicht wegen der romantischen Eindrücke gebaut, sondern hat in erster Linie eine Funktion zu erfüllen. Die Funktion, des einfachen und sicheren Gelangens von einer zur anderen Bachseite, ist nicht mehr gegeben. Zu  morsch ist der Belag und die tragenden Balken.

Steg über Bach mit Herbstlaub - Herbst am Karpfenweiher
Steg über Bach mit Herbstlaub - Herbst am Karpfenweiher

Somit hat er im Moment tatsächlich nur die Funktion romantisch auszusehen. Uns natürlich ist bei seinem Anblick weniger romantisch zu mute. Es ist der dritte Steg der zu renovieren ist. Das bedeutet auch wieder Geld- und Zeitaufwand. Aber erst nächstes Jahr, dieses Jahr tut sich hier nichts mehr.


So sieht dann ein Steg aus, der tatsächlich wieder begehbar ist. Gestützt wird er jetzt von verzinkten T-Trägern und der Belag ist übriges, witterungsbeständiges Holz vom Terrassenbau des Onkels. Da hatten wir damals Glück, daß wir die Reste bekommen konnten  und nichts kaufen mußten.

neuer Steg
neuer Steg




Wenig romantisch wird uns auch bei diesem, doch ansonsten aber schönen Herbststimmungs-Foto. Denn wir wissen ja, daß diese Überreste einst stabiler Bretter, zur Wand unserer Fischerhütte gehören. Dass hier Renovierungsbedarf besteht, muß ich wohl nicht weiter betonen. 

Nun, somit stehen also die Garten-Projekte für das kommende Jahr auch wieder fest. Kann es eigentlich auch einmal ein Jahr ohne besondere Projekte geben? 

Herbstmotiv- modrige Bretter mit Laub und Gras
Herbstmotiv- modrige Bretter mit Laub und Gras



Wenn ich auf meiner Foto-Safari den Steg wieder überquere und zu den anderen Weihern hoch gehe, findet sich auf einem Stück Brachland dieser selbst ausgesäte Wildrosenstrauch. Seine Hagebutten und andere werde ich noch pflücken und verarbeiten. 

Wildrose mit Hagebutten in Landschaft
Wildrose mit Hagebutten in Landschaft


Also jedenfalls die, an die ich dran komme, ohne mich im Stachelgestrüpp zu verfangen. Und siehe da, im Herbst kommt so manches zum Vorschein. Hier hat im Sommer wohl ein Vögelchen gewohnt.

Hagebutten und ein Vogelnest
Hagebutten und ein Vogelnest


Ich gehe um den Strauch herum, um mir das Nest näher zu betrachten. Überrascht stelle ich fest, es ist noch immer  bewohnt!

Oder wie erklären sich die Reste zernagter Hagebutten im Nest? Also ich vermute ja, daß da nicht ein Vogel sein Abendmahl im Nest hält, sondern dass sich da nachts die pfiffigen Mäuse einen geschützten Platz gesucht haben um in aller Ruhe zu vespern. Oder meint ihr, daß die Hagebutten, Reste von Vogel-Mahlzeiten sind? Jedenfalls ist das ein Grund, warum ich niemals alle Beeren eines Wildstrauches oder alle Hagebutten einer Rose abernten würde. Schließlich brauchen andere Lebewesen diese heut zu Tage raren Früchte für den Winter dringender als ich. 

Hagebutten und ein Vogelnest
Hagebutten und ein Vogelnest



Jetzt war ich aber lange unterwegs. Gleich noch mal nach dem Weiher schauen. Ach ja, das dauert noch. Da kann man noch in aller Ruhe anderes erledigen. 

fränksicher Karpfenweiher wird leer gelassen- Karpfenfischen
fränksicher Karpfenweiher wird leer gelassen- Karpfenfischen


Wie wäre es mit einer Mittagspause? Der Eintopf im Warmhaltebehälter steht schließlich bereit. 

Köstlich so ein einfaches Mal draußen in der freien Natur. 

Picknick mit Erbseneintopf
Picknick mit Erbseneintopf


Frisch gestärkt wird jetzt aber erst einmal wirklich geschafft. Während der Weiher weiter langsam leer läuft, werden wir an einer Seite die ganzen Erlen absägen. Ich nenne es immer Unkrautbeseitigung am Weiher, denn als solches kann man diese Bäume schon fast einstufen. 

Volker sägt und ich schleppe die mannshohen Büsche fort. Zu diesem Zweck haben wir vor etlichen Jahren angefangen, am Rand des Grundstücks eine "Benjes-Hecke" aufzuschichten. Immer wieder fällt dieses Erlengestrüpp an. Das wird wallartig dort niedergelegt und vermodert langsam. Bis dahin bietet es kleinen Tieren Unterschlupf. Auch Insekten und Mikroorganismen oder Pilze fühlen sich da wohl. Eigentlich ist ja die Idee, daß auf den nach oben stehenden Zweigen auch mal ein Vogel Rast macht. Dabei wird er in Vogelmanier auch Kot abgeben. Darin sind Samen von Holunder oder Rosen oder oder oder. Im Schutz des Gestrüppes keimen die dann. Sie werden nicht von Hasen oder Rehen abgefressen und so gedeiht früher oder später dann anstelle des Gestrüpphaufens eine Hecke. 

Bei uns wohl eher später. Bis jetzt ist da noch nichts gekeimt. Dafür wuchern in der Brachfläche vor dem Reisigwall Weißdorn, natürlich Erlen, der eben genannte Rosenstrauch als einer von vielen und noch einiges andere mehr. Nur in der eigentlichen Hecke ist noch nichts gewachsen. 

Naja was soll's. Wenigstens haben wir damit eine Möglichkeit, die vielen  und unentwegt anfallenden Gestrüppe deponieren und gleichzeitig entsorgen zu können. Sonst läge bis zum nächsten Osterfeuer wieder nur ein Haufen irgendwo. Dort im Wall sieht man im folgenden Jahr immer nichts mehr davon. Es sackt zusammen und die Brennesseln und Gräser wachsen darüber.

Benjeshecke
Benjeshecke


Wie ich im März diesen Jahres bereits ausführlicher beschrieb, versorgen wir uns ja nicht nur mit Gemüse selbst, sondern auch mit Brennholz für den Kaminofen im Wohnzimmer. 

Heute haben wir auch wieder von den Erlenbüschen, welche bereits dickere Stämme hatten, die brauchbaren Abschnitte entastet und mit Heim genommen. Dort lagern sie mindestens ein Jahr und geben dann wieder im Winter eine schöne Wärme ab. Wenn ich so ein Scheit in den Ofen lege, denke ich dann oft an die Arbeiten und Tage und Erlebnisse, die einst damit verbunden waren. Ein schönes Gefühl, schon jetzt beim Sammeln des Brennholzes. 

Die Erlen sind geschnitten und in der Hecke entsorgt, der Weiher läuft noch ab und die Helfer sind nicht in Sicht. Hier stehe ich beim heutigen Weiher und blicke hinüber zum anderen Weiher, erreichbar über die oben beschriebenen Stege. 

Franken, Karpfenweiher, Landschaft
Franken, Karpfenweiher, Landschaft


Ich gehe noch einmal rüber. Mir gefällt dieser Abschnitt so sehr. Der Damm des Weihers und die bis fast zum Wasser reichenden Äster der alten Erlen. Im Sommer, mit grünem Blätterdach schon oft fotografiert, muß heute ein Herbstbild her. 

Franken, Karpfenweiher, Herbst
Franken, Karpfenweiher, Herbst

Franken, Karpfenweiher, Landschaft
Franken, Karpfenweiher, Landschaft



Und hier der Weiher von der anderen Seite mit Blick zu Fischerhütte. Von hier aus fotografiere ich ihn ja seit längerem durch alle Jahreszeiten. Wer sich diese Eindrücke einmal ansehen möchte, kann  hier rechts im Block bei "Themen im Block" auf "Karpfenweiher" klicken. Schon filtert der Blog alle Beiträge aus, in denen die Karpfenweiher ein Thema sind. Da ist dann auch meist ein Foto von diesem Standpunkt aus enthalten. 

Franken, Karpfenweiher, Landschaft
Franken, Karpfenweiher, Landschaft

Familienerlebnis Karpfenfischen


Und jetzt wird es ernst. Die Helfer sind da. Diverse Neffen, Schwägerin, Onkel und anderer Schwager. 

Familienerlebnis Karpfenfischen - das Event für die ganze Familie
Familienerlebnis Karpfenfischen - das Event für die ganze Familie

Der Schwager ist immer zuständig, dass der letzte Rest Wasser trotz Schlamm ablaufen kann. Gleich wir er noch eine andere bedeutende Aufgabe bekommen.....


Volker, der auch eine Wathose besitzt, holt dann später mit Karpfen aus dem Schlamm. 
Die kurzen Neffen retten mit den ihrer Größe entsprechenden Käschern die Brut, also die ebenfalls ihrer Größe entsprechenden jungen Karpfen. Meine Aufgabe, und heute auch die des Onkels, ist es, oben am Mönch die reich gefüllten Käscher entgegen zu nehmen und die Fische in die mit Wasser gefüllten Wannen zu leeren. Der lange Neffe notiert in Strichlisten die Fische. 


Ob ich das wohl  jemals noch lernen werde? Ok, die Graskarpfen oder Amuren, sind immer die ersten, die heraus geholt werden. 70 cm mißt dieser hier. Schnell ein Foto. Und jedes Mal ist es das einzige Foto von den Karpfen, das ich mache. Es wird dann immer recht betriebsam. Man muß  Hand in Hand arbeiten und kann nicht lange Fotosessions machen. Immerhin sind es lebende Tiere, die hier umgeschlichtet werden. Irgendwann aber hoffe ich, einmal daran zu denken, daß auch die Ess-Karpfen (Spiegelkarpfen) oder die alten Zuchtkarpfen (Schlagmuttern) fotografiert werden könnten. 

Graskarpfen
Graskarpfen


Ah ja, da kommen wir schon zur heutigen Sonderaufgabe für den Schwager. Das passiert also mit Kindern, die nicht hören wollen......

"Geh nicht zu weit in die Mitte" hat man immer wieder gesagt. Und schon ist es so weit. Auf der Suche nach den Muscheln ging er doch in die Mitte des Weihers. Klar dass er dort jetzt dann für immer stehen muß.....

hier ist guter Rat teuer
hier ist guter Rat teuer


....wenn nicht der Schwager schon die Wathose an hätte und ihn so aus seiner misslichen Lage befreien konnte. Nur so viel: beide Gummistiefel konnten geborgen werden. Und warum der Kurze hier ab dem nächsten Foto eine andere Hose trägt, bleibt der Phantasie der Leser überlassen.....


Hilfe in der Not
Hilfe in der Not

Wie heißt es? Nur die Harten kommen in den Garten! Nach dem Klamottenwechsel wird sofort weiter gearbeitet. Schließlich müssen ja all die kleinen Karpfen, die Brut diesen Sommers, gefunden und gefangen werden. 

Arbeiten im Schlamm - legal und erlaubt, fantastisch!
Arbeiten im Schlamm - legal und erlaubt, fantastisch!



Wenn dann der Weiher wirklich leer ist, kein Wasser mehr in ihm schwappt, kein Fisch mehr zuckt und keine Muschel mehr durch den Schlamm kriecht, geht die Arbeit an Land weiter. Nein, den Kaffee und den Kuchen gibt es erst nach diesen Tätigkeiten.

Die Fische müssen sortiert und gezählt werden. Dann kommen sie in den nächsten Weiher oder in die Hälterung, aus der sie in der Karpfensaison (Monate mit "R") entnommen werden können. Das erste Karpfenessen ist schon mit den Helfern vereinbart. Die Kartoffeln dazu liegen geerntet im Keller. Nur der Endiviensalat als klassische Beilage braucht noch etwas.

Selbstversorgung mit positiven Nebenwirkungen


Schön, daß wir auch dieses Jahr wieder eigene Brut hatten. So müssen wir keine Karpfen zukaufen. Unsere Karpfen sind slowfood-Bio-Karpfen. Oder jedenfalls könnte man sie wohl unter diesen Begriffen vermarkten, würde man das tun. Wir haben aber nur für unseren Bedarf Fische im Wasser und müssen daher nicht mit Kraftfutter mästen. Sie fressen, was im Teich ist und etwas Getreide, den Sommer über. 

Somit haben wir neben der Gemüse- und Obstselbstversorgung, der Brennholzselbstversorgung auch eine Fischselbstversorgung. 

Karpfen sortieren und zählen
Karpfen sortieren und zählen


Ja klar macht das Arbeit! Man bekommt eben nichts geschenkt. Umsonst ist der Tot und der kostet das Leben, hat der Opa immer gesagt. 

Aber jetzt schließt sich der Kreis mit dem  Urlaub. Wir machen diese Arbeit (fast immer) gerne. Es ist wirklich wie Urlaub, unser Land zu bewirtschaften. Ein unbezahlbarer Ausgleich und erdender Faktor. Für solche Erfahrungen und Erkenntnisse zahlen andere viel Geld für Motivations-Gurus und Lebenshelfer. Wir bekommen diese Erkenntnisse und Empfindungen als Nebeneffekt zu erstklassigen Produkten für unser Leben "umsonst" dazu geschenkt.