Samstag, 9. September 2017

Heute wieder regional eingekauft und eigene Ernte eingebracht und konserviert

Regional einkaufen ist nicht teuer und muß nicht bio sein

Das wird ein ruhiges und heimeliges Wochenende! 

Eigentlich wollte ich vielleicht heute weiter Riesenkartoffeln ausgraben. Oder ich hätte Buschbohnen ernten können. Sollen hätte ich eigentlich am Karpfenweiher die Hecke schneiden. 

Na ihr merkt schon. Da sind viele "hätte" und "sollte" enthalten. Tatsächlich aber hat es am Samstag bis nachmittag nur 10°C gehabt. Das bei Null Sonnenschein und Dauernieselregen. Mal ehrlich. Wer macht denn da die "eigentlich" vorgenommen Dinge. 

Ich fuhr nach dem Frühstück erst einmal ein Dorf weiter zum Metzger. Als Selbstversorger habe ich ja nur Gemüse und ein wenig Obst im Eigenanbau. Getreide, Milch(produkte) und Fleisch muß gekauft werden. Ich habe ja schließlich die light-Version des Selbstversorgers gewählt. 

Zukaufen heißt bei uns aber immer mehr das bewußte regionale Zukaufen. Das ist dann zwar kein "Bio" aber von hervorragender Qualität. Qualität in Sachen Geschmack und Konsistenz genau wie Qualität für die Erzeuger. Die werden noch bezahlt für ihre Arbeit und nicht bestraft, wie die Erzeuger (auch und gerade Bio-Erzeuger) die bei den Discountern liefern. Qualität auch für die Tiere, die eben nun mal für Fleisch und Wurst benötigt werden. Heute morgen zum Beispiel fahre ich in das Dorf mit dem Hofladen des Metzgers. Am Ortsschild- und es ist ein wirklich sehr! kleines Dorf mit nur wenigen Häusern - befindet sich die Weide mit den Rindern des Metzgers. Die stehen da den ganzen Sommer im Freien und haben Bewegung und fressen das Gras auf der Weide. Die Schweine für die Wurst kommen alle von Bauern der Nachbardörfer. Keine Kuh muß von den Niederlanden über die Türkei reisen um dann vielleicht in Osteuropa geschlachtet zu werden bevor es auf unserem Teller landet, um es mal überspitzt auszudrücken. 

Der Metzger verkauft auch das Brot, das im Dorf am Vortag gebacken wurde. Frisches Sauerteig-Roggenbrot. Das bekommt man ja nicht einmal mehr bei den heutigen "Aufback-Bäckern". 

In seiner Image-Broschüre erzählt der Metzger, wie ihm ebenfalls gerade das Regionale und die gute Zusammenarbeit mit den anderen Erzeugern von Bedeutung ist. 

Wer nun glaubt, daß er aber im Supermarkt günstiger einkauft, sich das teure Zeugs vom kleinen Metzger nicht leisten kann, der sollte sich mal nach derartigen Erzeugern und Handwerksbetrieben umsehen. Und Preise vergleichen! Ich habe 100 g Aufschnitt gekauft. Dafür löhnt man 84 Cent. Eine kleine Gelbwurst mit 270 g kostet 2,13€. Ein halbes dieser herrlichen Brote bezahlt man mit 4,72€. Und ein halbes Brot sind nicht nur ein paar luftige Scheibchen, von den 1600 Gramm Bauernbrot werden wir schon ein paar Tage satt. Und nirgends habe ich sperrige Umverpackungen. Ein Papier oder eine Papiertüte, die leicht entsorgt werden können sind alles. Selbstverständlich könnte ich auch eigenen Behälter mitbringen. 

Milch kaufen wir von der Milchtankstelle. Den einzigen Transport den sie  hinter sich bringen muß, ist vom Stall in das daneben stehende Häuschen mit Kühlautomat. Der Liter kostet 1 €. Verpackungsmüll entfällt komplett.  Daraus mache ich den Kefir und Joghurt selbst. Und zum Kochen, Backen oder in den Kaffee benötigen wir sie ebenfalls. 4-5 Liter in der Woche, rund ums Jahr. Das wären über 20 Tetrapacks im Monat. Oder 240 Tetrapacks im Jahr. Seit ein paar Jahren machen wir das. Stellt euch den Müllberg vor! Neben dem Milchautomaten gibt es noch einen mit Rapsöl das hier angebaut und gepresst ! wird. Eier, 10 riesige Eier kosten 2,20 €. Es gibt auch Nudeln und Honig von örtlichen Imkern. 

So sehr ich also ein Bio-Fan bin, bevor ich mir im Bioladen exotisches Sojafleisch, hochverarbeitet und wer weiß wo her kaufe, gehe ich lieber zum Metzger nebenan. Das macht für mich mehr Sinn im wahren Bio-Gedanken, der Umwelt, Tiere, Lieferanten und Erzeuger einschließt. 

Meine selbst gepflanzten Obstbäume

So nun, genug philosophiert. Auf dem Heimweg vom Hofladen komme ich bei unseren Weihern vorbei. Ich sehe kurz nach dem Rechten. Der Nachbar ist wohl mutiger als ich, der baut heute seine Fischerhütte auf... 

Ich spaziere nur kurz im Regen um die Weiher und begutachte alles. 

Einmal ein Foto von meinen drei Obstbäumen da draußen ist auch wieder notwendig. 

Die Zwetschge habe ich im Herbst 2015 als Halbstamm, wurzelnackt erworben und gepflanzt. Sie hat sich schön entwickelt. 



Junger Zwetschgenbaum (c) by Joachim Wenk
Junger Zwetschgenbaum (c) by Joachim Wenk

Junger Zwetschgenbaum (c) by Joachim Wenk
Junger Zwetschgenbaum (c) by Joachim Wenk


Letztes Jahr im Frühjahr bekam ich von Christian ein paar selbst veredelte alte, erhaltenswerte Sorten. Eines ist der Hendunger Schneeapfel, der einmal mindestens ein Halbstamm-Obstbaum werden soll.
Junger Apfelbaum (c) by Joachim Wenk
Junger Apfelbaum (c) by Joachim Wenk

Letztes Frühjahr war er gerade mal so hoch wie der Pfosten neben ihm. Wenn ihr euch fragt, warum ich den so in den Maschendraht gezwängt habe, kann ich nur zwei Worte sagen: Rehe und Biber. Gut das waren drei Worte, aber ihr kennt nun den Grund. 
Junger Apfelbaum (c) by Joachim Wenk
Junger Apfelbaum (c) by Joachim Wenk

Der Kleinste in der Reihe ist eine namentlich nicht mehr bekannte alte Sorte. Auch er wird einmal ein großer Obstbaum.

Junger Apfelbaum (c) by Joachim Wenk
Junger Apfelbaum (c) by Joachim Wenk


Der Kleine im Frühjahr letzten Jahres. 
Junger Apfelbaum (c) by Joachim Wenk
Junger Apfelbaum (c) by Joachim Wenk


Karpfenweiher im Regen 


So sieht es im Moment bei den Weihern aus. Ab jetzt kann wieder gefischt werden. Die Karpfensaison ist eröffnet. Wir werden Ende Oktober fischen. So haben wir, durch die Weiher, wenigstens im Winter als Selbstversorger nicht nur eigenes Obst und Gemüse, sondern auch eigene Fische.

Karpfenweiher in Franken (c) by Joachim Wenk
Karpfenweiher in Franken (c) by Joachim Wenk

Karpfenweiher in Franken (c) by Joachim Wenk
Karpfenweiher in Franken (c) by Joachim Wenk

Karpfenweiher in Franken (c) by Joachim Wenk
Karpfenweiher in Franken (c) by Joachim Wenk

Karpfenweiher in Franken (c) by Joachim Wenk
Karpfenweiher in Franken (c) by Joachim Wenk
 m Übrigen ist das "dreckige" und trübe Wasser im Karpfenteich ein Zeichen dafür, daß alles in bester Ordnung ist. Nicht dass da jemand meint, das wäre ein schlechtes Zeichen.

Ernten und Konservieren - ideale Beschäftigungen für Regenwetter

Wieder daheim, gehe ich kurz in den Gemüsegarten und Ernte.

Tomaten und Kohl die  Ernte des Tages (c) by Joachim Wenk
Tomaten und Kohl die  Ernte des Tages (c) by Joachim Wenk

Dann geht es ab in die Wohnung. Es ist so kalt, daß ich den Ofen im Wohnzimmer schüre und mich dann gemütlich über meine Ernte her mache.

Tomatensugo, Tomaten trocknen, Palmkohl und Wirsing einfrieren. Mittagessen für morgen vorbereitten und Gelee kochen. Am Mittwoch hatte ich wieder meine kleine Beerenpresse in Aktion. Aus einer Schüssel Brombeeren habe ich 250ml Saft gepresst. Kurz erhitzt kam er dann in den Kühlschrank zum Rest Holunderpressaft. Heute habe ich daraus Gelee gekocht.

Holler-Brombeergelee (c) by Joachim Wenk
Holler-Brombeergelee (c) by Joachim Wenk

Ich liebe es, die eigene Ernte in Ruhe selbst zu verarbeiten und zu konservieren. Dabei schon an den Winter zu denken, wie ich es genießen werde wieder rasch wertvolle Lebensmittel zur Hand zu haben und daraus gesunde und schmackhafte Mahlzeiten zu kochen.


Vorräte einkochen (c) by Joachim Wenk
Vorräte einkochen (c) by Joachim Wenk


Der Gefrierschrank ist beinahe voll. Gut dass es noch einen Schrank und eine Truhe gibt. Egal wie ich es wende und drehe und was ich probiere. Tiefkühlen bleibt die praktikabelste Konserviermethode für einen modernen Selbstversorger. 

Vorräte im Gefrierschrank (c) by Joachim Wenk
Vorräte im Gefrierschrank (c) by Joachim Wenk

Einkochen ist gut, eigentlich mag ich es gern, aber ich habe dabei viel Pech und schon sehr viele Verluste mit aufgegangenen Gläsern oder sauer gewordenem Inhalt gehabt. Ich arbeite daran und habe auch schon einige Fehler korrigieren können.

Trocknen ist auch gut, ich mache es umfangreich, aber es kann nicht die Hauptkonservierungsart werden.

Hätte ich einen Erdkeller (mein Traum, der vielleicht einmal verwirklicht wird, wäre zumindest das Lagern von Wurzelgemüse und Obst bis Kohl leichter möglich.

Bis dahin wird fleißig eingefroren.

Jetzt gibt es dann Kaffee und eine Pause. Es nieselt noch immer. Die Temperatur kletterte auch noch etwas. Kurzzeitig hatten wir stolze 15 °C. Laut Wetter-App bleibt das die nächsten 8 Tage so. Dann denke ich, bin ich vollends auf Herbst eingestimmt und habe den Sommer abgehakt. Schön war er. Schön wird sein, was kommt. Lassen wir uns überraschen. Und wie habe ich gestern abend in einem Filme gehört: am Ende wird alles gut. Und wenn es nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende.

In diesem Sinne wünsche ich ein schönes Frühherbst-Wochenende-Sommerende.

Kommentare:

  1. Lieber Achim,
    bei uns ist es erst seit gestern regnerisch, kalt und vor allem stürmisch. Bis dahin hatten wir Glück und noch viel Sonne. Meine Rosen fanden das natürlich herrlich. Aber nun wirds wohl auch hier langsam Herbst. Mal sehen wieviel Tomaten und Zucchinies nun noch so nachreifen.
    Du hast ja schon ordentlich für Wintervorrat gesorgt und es stimmt - es ist herrlich, wenn man im Winter die Früchte des Sommers genießen kann.
    Ich mach immer viel Marmelade (Johannisbeeren, Sauerkirschen, Himbeeren, Quitten) Aber Tomatensoße ist auch immer lecker.
    Ganz viele liebe Grüße
    sendet dir Urte

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    1. Hallo Urte, bei uns heute extrem kalt. Den ganzen Tag immer unter 10°C Sturm, Regen. Du meine Güte, also der September ist ja schon mal nichts Gescheites. Ich bin gespannt, ob die Tomaten das durchhalten. Habe ja Sorten, die der Braunfäule gut trotzen. Bisher, die letzten Jahre auch, hatte es ja nie Regen und war nie kalt. Nun bin ich gespannt, wie sie sich jetzt im Moment halten. Das Wetter ist schon extrem. Sie hängen voller Früchte, ein paar möchte ich davon noch ernten. Normalerweise müsste es ja nochmal mild werden. Marmeladen habe ich auch schon ganz viele im Keller, da müssen wir seit Jahren nie was kaufen. Viele liebe Grüße Achim

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