Freitag, 15. September 2017

Nach der Ernte weiß ich, warum die Kartoffelsorte Galactica heißt, wie sie heißt

435 Gram für eine Kartoffel? Das muß besser gehen...


Wißt ihr noch? Vor ein paar Tagen bemerkte ich, daß das Kartoffellaub abgestorben ist und schabte ein wenig mit dem Schäufelchen in der Erde. Die Kartoffeln die ich dabei zu Tage förderte, sprengten all meine Vorstellungskraft einer Kartoffelernte. 435 Gramm wog die Größte von ihnen. 

Was soll ich sagen. 400 Gramm für eine Kartoffel? Das ist doch eher Mittelmaß. Das muß besser gehen! 

Und jetzt halten mich sicher manche von euch für übergeschnappt, überkandidelt oder eingebildet. Oder eben sehr sehr dumm, sollte ich es dennoch besser hinbekommen haben. 

Das können wir gern alles auch einmal ausdiskutieren. Aber zuerst muß ich euch von meiner gestrigen Kartoffelernte berichten. 

Ich hatte mir also vorgenommen, die Kartoffeln zu ernten. Also erst einmal nur diese eine Sorte, die anderen müssen noch bleiben. Ich habe nur ganz schlecht Lagerplatz und auch die Zeit langt nicht, alle auf einmal zu ernten. 

Dann der Morgen. 9 Grad, gegen Mittag schon über 10 Grad. Da Kartoffeln ernten? 

Nachmittags wurde es mit einem Mal mild und es sah nach Regen aus. Ich ließ mich aber auch von den ersten Tropfen, die rasch wieder verschwanden, nicht aufhalten. Ich wollte das jetzt wissen, wie die Ernte weiter geht. 

Schnell war klar, daß ich sie einzeln mit der Handschaufel, auf allen Vieren robbend, ausgraben muß. Normalerweise nehme ich die Grabegabel. Dabei sticht man hin und wieder eine an, die muß halt dann bald verzehrt werden. 

Hier aber ist die Grabegabel nicht zu empfehlen. Warum? Mit ihr würde ich ja unter Garantie jede der riesigen Kartoffeln anstechen. 

Schaut euch das an!

Kartoffel Galactica (c) by Joachim Wenk
Kartoffel Galactica (c) by Joachim Wenk

Und es ging tatsächlich besser.....


Und nun komme ich nochmal auf die 435 Gramm zu sprechen. Wieder suchte ich mir die vermeintlich größte Kartoffel aus und legte sie auf die Waage. 

Na bitte. Es geht eben doch! 740 Gramm für eine Kartoffel. Also ich würde sagen, da kann man nicht meckern. Oder? 

Kartoffel Galactica (c) by Joachim Wenk
Kartoffel Galactica (c) by Joachim Wenk

Erstklassige Kartoffelernte 2017


Die Sorte heißt übrigens Galactica. Ich weiß gar nicht, woher sie wohl diesen Namen hat! 

Das war jetzt eine Reihe und 3 Pflanzen. Fünf weitere Reihen anderer Sorten warten noch auf die Ernte. 

Die werden nicht derart groß sein. Dennoch verspreche ich mir eine gute Ernte. 

Was im Eimerchen neben dem Wagen zu sehen ist, wäre auch eine gute Ernte. Leider ist mir dabei ein Fehler unterlaufen. Das waren neben der Galactica noch Duke of York. So sagt es meine Aufzeichnung. Leider hatte ich das nicht mehr im Kopf. Ich dachte, am Weiher nur Späte gesetzt zu haben. Jetzt ist aber der Duke of York eine sehr frühe Sorte. Das merkte man an der Ernte. Die Kartoffeln fingen bereits an zu faulen. Hätten schon längst aus der Erde gehört. Viele nicht verfaulte haben Flecken, die sie sicher nicht mehr genießbar machen. Einige sind aber noch schön und auch die Größe ist gut. Schade, ich hätte sie gut gebrauchen können, als frühe Kartoffeln. Dumm, daß man so was vergisst. 

Die erste Sorte Kartoffeln ist abgeerntet  (c) by Joachim Wenk
Die erste Sorte Kartoffeln ist abgeerntet  (c) by Joachim Wenk

Kartoffel Galactica (c) by Joachim Wenk
Kartoffel Galactica (c) by Joachim Wenk

Wie die Kartoffeln wurden, was sie sind


Und jetzt noch  einmal ein kurzer Rückblick auf den Werdegang der Galactica. 

Das Laub ist abgestorben. Zeit zum Ernten. Leider kam wieder sehr, sehr viel Unkraut auch durch die dicke Strohschicht hindurch. Die Winden sowieso und auch das Franzosenkraut wuchert wie wild. Das immense Unkraut hier unten am Weiher ist wirklich ein Dorn im Auge. Sonst könnte ich tatsächlich Spaß an dem gepachteten Grundstücklein haben. 

Kartoffeln vor der Ernte (c) by Joachim Wenk
Kartoffeln vor der Ernte (c) by Joachim Wenk

Vor etwa vier Wochen, also Anfang August, sah das Kartoffelbeet noch so aus. Die Wochen zuvor überfielen Unmengen Kartoffelkäfer die Beete bei mir und allen Nachbarn. Erst sammelte ich ab. Diese Mengen konnte ich aber nicht schaffen. Mehrmaliges Spritzen mit Niehm-Öl reduzierte sie merklich. Gut, daß  ich vorgetrieben hatte und zeitig pflanzte. So waren die Kartoffeln schon so gut im Laub, daß die Käfer sie nicht kahl fressen konnten, bis ich mit dem Spritzen anfing. Das hätte großen Schaden angerichtet. Ganz weg brachte ich sie nicht. Aber ich merkte dann, daß die Kartoffeln größer sind, als die Larven vertilgen könnten. Zudem hatte ich sie mit dem Niem reduziert. Ich kam auch zum Spritzen überhaupt nicht mehr in das überwucherte Beet, ohne die Triebe abzutreten. Also ließ ich die wenigen Larven und jetzt haben sie ohnehin nichts mehr zum Knabbern. 

Kartoffeln Anfang August (c) by Joachim Wenk
Kartoffeln Anfang August (c) by Joachim Wenk

Im Juni hatte ich eine sehr dicke Strohschicht als Mulch zwischen die Kartoffeln verteilt. Das half, die Feuchtigkeit im Boden zu halten. Übermäßig gesegnet mit Regen waren wir schließlich auch dieses Jahr nicht. Zudem mögen Kartoffeln kühlen Boden. Hier unten knallt den ganzen Tag die Sonne hin. Da tut ein Mulch auf dem Boden wirklich gut. 

Kartoffeln Anfang Juni  (c) by Joachim Wenk
Kartoffeln Anfang Juni  (c) by Joachim Wenk

Bevor wir dazu kamen, das Stroh zu organisieren, mulchten wir mit Grasschnitt. Das hier sind übrigens die Galactica und der Duke. 

Kartoffeln im  Mai  (c) by Joachim Wenk
Kartoffeln im  Mai  (c) by Joachim Wenk


Leider habe ich kein Foto von der Galactica beim Pflanzen. Im Prinzip ging das aber so, wie bei den weiteren Kartoffeln auch. Ich treibe sie vor und pflanze sie dann. Die Galactica habe ich am 12. April gepflanzt. Dann kam die Woche mit den heftigen Frösten und dem Schnee. Der Galactica machte es nichts, sie trieb rasch wieder aus. 

Ich setze die Kartoffeln nur in einen flachen Graben, den ich nach  dem Pflanzen mit dem Rechen zu ziehe. In diesen Graben kam als Dünger nur reifer Kompost, nicht all zuviel, und etwas Hornmehl. 

Ich häufle die Kartoffeln nicht (mehr) an. Diese Arbeit spare ich mir. Mulch und besonders der Strohmulch halten den Boden schön feucht und jetzt beim Ernten sah ich es auch. Triebe der Kartoffeln krochen unter dem Mulch umher und so lagen auch riesige Kartoffeln halb über der Erde unter dem Stroh. Man mußte gar nicht graben, einfach nur ein wenig oberflächlich buddeln. Die Ernte ist einfach und die Pflege auch. Genau das Richtige für mich. Ich muß überall sehen, wie ich Zeit und Arbeit sparen kann. Einmal bin ich eben "faul" und zum anderen will ich ja so viel wie möglich heraus holen. Unnötige Arbeiten sind mir einfach ein Dorn im Auge. 

Als ich noch angehäufelt hatte, erntete ich viele grüne Kartoffeln, die aus dem Erdwällen heraus schauten. Die Erdwälle waren noch viel trockener, als die Beete und wärmer. Kartoffeln mögen kühle und feuchte Erde. Bei uns regnet es sehr wenig, die Wälle sind also immer furz-trocken. Warum also sollte ich mir die Mühe machen? Ich finde es eher kontraproduktiv. 

Kartoffeln im  April (c) by Joachim Wenk
Kartoffeln im  April (c) by Joachim Wenk

Ebenfalls Kompost und Hornmehl bekamen die Zucchini, Patisson und Zierkürbis. Sie wucherten wie im Urwald und die  Ernte konnte ich gar  nicht vollkommen nutzen. Zu viel war es einfach. Die Zierkürbisse werden jetzt zu Dekozwecken verwendet. Sie sollen noch ein wenig ausreifen. 

Zierkürbis (c) by Joachim Wenk
Zierkürbis (c) by Joachim Wenk

Und als ob meine Gärten es wüssten, daß ich nicht gern arbeite und dennoch ernten mag. Gestern haben wir noch Rasen gemäht und ein Stück stehen lassen. Darauf wachsen Champignons. Die werden natürlich geerntet. Und sie haben keinerlei Arbeit gemacht....

Champignons im Rasen (c) by Joachim Wenk
Champignons im Rasen (c) by Joachim Wenk

Champignons im Rasen (c) by Joachim Wenk
Champignons im Rasen (c) by Joachim Wenk

Der Tag danach, Kartoffelernte sortieren und wiegen


AmMittwoch gelang es mir nach der Ernte noch, den Bollerwagen unseren Berg in den Garten hoch zu ziehen. Dann fing es richtig an zu regnen. Ich stellte die Ernte für's Erste nur ins Carport. Morgen ist auch noch ein Tag dachte ich. 

Und was  das dann für ein Tag war. 9 Grad war die Tageshöchsttemperatur. Sturm und fast ununterbrochen Regen. Ein entsetzliches Wetter.  Wie gut, daß die Ernte und das Rasenmähen gestern noch erledigt werden konnten. Im strömenden Regen ging ich dann gegen Abend doch noch ins  Carport und sortierte die Ernte aus. 

Es gab angestochene Kartoffeln, die baldigst gegessen werden. Es gab viele Saatkartoffeln und ganz viele Kartoffeln zum Lagern. 

Zusammengerechnet waren es 25 kg Kartoffeln und 2 kg Saatkartoffeln. Gesteckt hatte ich 13 Kartoffeln. 

Blick aus dem Carport in die Kälte und den Regen im Garten (c) by Joachim Wenk
Blick aus dem Carport in die Kälte und den Regen im Garten (c) by Joachim Wenk

Erinnerung an vergangene, sonnige Herbsttage im Garten

Das Wetter soll ja auch die nächsten 8 Tage noch so spätherbstlich ungemütlich bleiben. Wie die Tomaten das wohl wegstecken? Paprika wären noch so viele dran, aber nicht reif. Also, so kalt ist schon echt unpraktisch, zu dieser Zeit. 

Erinnere ich mich doch schnell noch an die Tage davor. Da hatten wir noch ein wenig Sonnenschein zwischen den Wolken. Den habe ich zum Fotografieren genutzt. Die Astern und ersten Herbstchrysanthemen eröffnen ihr Blütenfeuerwerk. 

Herbstchrysantheme  (c) by Joachim Wenk
Herbstchrysantheme  (c) by Joachim Wenk

Herbstastern  (c) by Joachim Wenk
Herbstastern  (c) by Joachim Wenk

die größte Aster, unten am Zaun (c) by Joachim Wenk
die größte Aster, unten am Zaun (c) by Joachim Wenk

Blick über die Zaunaster aufs Dorf (c) by Joachim Wenk
Blick über die Zaunaster aufs Dorf (c) by Joachim Wenk

Myrtenaster  (c) by Joachim Wenk
Myrtenaster  (c) by Joachim Wenk

bunt ist es nochmal im Staudenbeet (c) by Joachim Wenk
bunt ist es nochmal im Staudenbeet (c) by Joachim Wenk

so sieht Herbst bei Sonnenschein aus (c) by Joachim Wenk
so sieht Herbst bei Sonnenschein aus (c) by Joachim Wenk















Kommentare:

  1. Boahhh, das sind ja tolle Knollen! Galaktisch!
    Schmecken die auch?

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    1. normal schmeckt die Galactica schon. Diese Großen oder überhaupt von dieser Ernte habe ich noch nicht probiert .Das kommt noch.

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  2. Lieber Achim,
    ich hielt ja schon die Kartoffel mit 435 gr für extrem groß, aber über 700 gr, das habe ich noch nie gehört oder gesehen. Die Kartoffeln machen ihrem Namen alle Ehre, eine solche Größe ist schon galaktisch.
    Irgendwann werde ich auch mal Kartoffeln setzen, Deine Tipps werde ich mir merken, vielleicht haben wir dann ja mit einer Kartoffeln genug für die ganze Woche ;-)
    Wir vergessen hin und wieder auch, wo wir was gepflanzt haben, wir wissen dann manchmal nur noch, dass wir was gesetzt haben.

    Viele liebe Grüße
    Wolfgang

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    1. Grüß dich Wolfgang, du wirst lachen, aber so ging es mir auch. So riesige Kartoffeln egal aber ob 400 oder 700 g das ist cool. Aber es ist auch unpraktisch. Wir sind zu zweit. 700g Kartoffel brauche ich für 3 Mittagessen. Ich muß die KArtoffel durchschneiden und garen. Was macht man mit der angeschnittenen Kartoffel? die hält sich ja nicht mehr lange. Bin jetzt eh gespannt, wie sie geschmacklich sind, oder ob sie einfach nur groß sind dieses Jahr.
      Liebe Grüße und ein irgendwie möglichst regenfreies und sonnenbeladenes Wochenende. Bei uns sieht es leider nicht so aus, wettertechnisch. Achim

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    2. Lieber Achim,
      an die praktische Seite habe ich gar nicht gedacht, aber es stimmt einmal geschält halten sie sich nicht mehr so lange, da muss ich auch immer dran denken, wenn ich mich hinter den Herd stelle und dann doch mehr Kartoffeln schäle als wir essen, manchmal isst dann eines der Kinder doch nicht mit.
      Mich würde auch interessieren wie die schmecken.
      Regenfrei ist es bei uns leider nicht, war gerade Fahrrad fahren und bin richtig nass geworden, weil es einfach nicht aufhören wollte.
      Ich wünsche Dir noch einen schönen Sonntag.

      Viele liebe Grüße
      Wolfgang

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  3. Lieber Wolfgang, haben gestern und heute von den Kartoffeln gegessen. Sie schmecken gut. Gestern als Pellkartoffel und heute ein Gratin.
    Unser Wetter ist heute so schön und es ist mild, könnte stundenlang im Garten sitzen, habe aber leider keine Zeit. Bin die Woche geschäftlich viel eingespannt und muß daher heute noch einiges im Haus vorbereiten. u.a. wieder Tomaten einkochen. Hab noch mal etliche kg abgenommen, falls doch die Fäule kommt, dann will ich gerettet haben, was zu retten war. Wünsche dir auch einen schönen Sonnta, liebe Grüße Achim

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    1. Lieber Achim,
      wenn sie gut schmecken, werde ich mir die Sorte notieren. Irgendwann möchte ich auch mal Kartoffeln anpflanzen.
      Bei uns war das Wetter am Sonntag nicht so schön, aber heute ist es relativ warm und angenehm.
      Ich wünsche Dir noch eine schöne Restwoche.

      Viele liebe Grüße
      Wolfgang

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    2. Hallo Wolfgang also ich baue die Sorte seit Jahren an neben etlichen anderen, sie schmeckt,was ja aber Geschmacksache ist. Schau mal bei Biogartenversand.de da hab ich sie her und die haben ne irre Auswahl an Sorten.
      Liebe Grüße Achim

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