Mittwoch, 12. Juli 2017

Von Patagonien bis Kalifornien - überall kommen meine Stauden her

Gartentagebuch


Tagebucheintrag für das Wochenende 9.und 10. Juli 2017

Entwicklungsland Bayern


Nun ist schon Mittwoch und ich komme jetzt erst dazu, wieder einmal einen Bericht zu veröffentlichen. Eigentlich wollte ich den schon heute Morgen schreiben, vergaß aber, daß wir ja am Land leben. In der Pampa genau genommen. Naja jedenfalls im Entwicklungsland Bayern. Ihr merkt schon, daß ich durchaus ein wenig angesäuert bin. Leider haben wir am Land hier nicht immer Internet. Da das Telefon auch darüber läuft, haben wir dann auch kein Telefon. So fortschrittlich ist Bayern! 

Jedenfalls war heute wieder so ein Tag, an dem von morgens, bis spät am Abend nichts ging. Keinerlei Verbindung zur Aussenwelt war möglich. Lediglich an bestimmten Stellen im Garten konnte ich über das Netz vom Handy ab und an Mails empfangen. 

Ich nutzte die Zeit und habe....

Nein das wird der nächste Bericht. Jetzt schreibe ich nur kurz noch diesen, bereits vorbereiteten Text mit Bildern fertig. 

Lochmuster im Staudenbeet

Das Wochenende war noch einmal sehr warm, unangenehm warm sogar. Gleichwohl mußten die Arbeiten im Garten weiter gehen und ich schnitt endlich die verblühten Rosen ab. Dabei ging ich auch dem einen oder anderen Unkraut an den Kragen. 

Im Mäuerchenbeet vor dem Haus sieht es jetzt wieder aufgeräumter aus. Nicht nur aufgeräumt, sondern geradezu ausgestorben und leer ist es. 

Nun hatte ich solche Mühe, wirklich Stauden zu  finden und pflanzen, deren Blüte aufeinander abgestimmt ist. Letztes Jahr klappte das sehr gut und über das ganze Jahr blühte etwas. Das wird jetzt nicht mehr so sein. Viele kahle Stellen sind zu sehen. Der Winter war wohl zu hart? Ich weiß nicht warum, aber auch normale Stauden sind einfach nicht mehr da. 

Dass der Eukalyptus diesmal total erfroren ist, kann ich verstehen. Der Hibiskus ist auch tot. Ein Sommerflieder treibt erst jetzt richtig aus. Von ganz unten. Alles über der Erde ging im Frost im April kaputt. Da trieb er eigentlich schon. Ein paar andere Stauden sind auch einfach nicht wieder gekommen. Sogar die Stockrosen, die zu dieser Zeit weit über 3 m hohe Blütenkerzen hatten, sind gerade mal brusthoch, verkümmert, krank und haben winzige Blütenstängel. 

Ich habe  erst kürzlich gelesen, daß jetzt im Sommer die beste Zeit wäre, Stauden zu pflanzen. Sie vertragen das besser, als eine Herbstpflanzung. Aber ich weiß nicht. Es hat seit gestern zwar abgekühlt und ein wenig geregnet. Aber das ist nur von kurzer Dauer und bis ich vom Versand neue Stauden habe, ist es wieder heiß und trocken und sie gehen mir nicht an. Ich warte in meinem Garten wohl doch bis Herbst. Aber pflanzen muß ich, das steht fest, bei dem Lochmuster im Beet. 

Staudenbeet mit Steinmauer

Hier also ein paar Impressionen vom Mäuerchenbeet. 

Das patagonische Eisenkraut ist eine wirklich nicht sehr winterharte Staude. Allerdings macht  mir das gar nichts. Ich lasse es, wie könnte es anders sein, aussähen. Das Ergebnis sind jedes Jahr überall wieder neue Pflänzchen, die dann bis zum Winter blühen. Eine schöne Staude finde ich , mit solchen Eigenschaften. 

pataginisches Eisenkraut (c) by Joachim Wenk
pataginisches Eisenkraut (c) by Joachim Wenk


Die Rose ist gestutzt und man hat freien Blick auf die Vogeltränke. Das Motiv gefällt mir immer besser. Leider schaffe ich es nicht, mit dem Handyfoto auch die sich darin amüsierenden Spatzen zu fotografieren. Dazu müsste ich zu nah ran und dann sind sie weg. Es ist eine Freude, diese Bande da immer wieder einzeln oder in Gruppen planschen zu sehen. Ab und zu plumpst auch mal eine vom Würmersuchen-für-die-Jungen erschöpfte und abgemagerte Amsel zur Erfrischung da rein. 


Blick durchs Staudenbeet auf das Vogelfreibad (c) by Joachim Wenk
Blick durchs Staudenbeet auf das Vogelfreibad (c) by Joachim Wenk


Diese Stelle hier hat es besonders getroffen. Da ist viel blanker Boden und wenig Stauden. 

viele Stauden sind kaputt gegangen, jetzt hat das Beet Lücken (c) by Joachim Wenk
viele Stauden sind kaputt gegangen, jetzt hat das Beet Lücken (c) by Joachim Wenk


Staudenbeet mit Steinmauer (c) by Joachim Wenk
Staudenbeet mit Steinmauer (c) by Joachim Wenk

Der Lavendel gibt sich jedenfalls alle Mühe, die Blüh-Löcher zu kaschieren. 

blühender Lavendel hängt über die Steinmauer (c) by Joachim Wenk
blühender Lavendel hängt über die Steinmauer (c) by Joachim Wenk


Genau wie weiter vorne die kleine Bodendeckerrose. Hinter und neben ihr fehlen  allerdings drei Stauden . Gut dass ich den  wirklich von Jahr zu Jahr mehr wuchernden Storchschnabel im Beet habe. Meterlange Blütentriebe täuschen viele kleine Stauden vor. In Wirklichkeit ist es ein einziger Storchschnabel. Hier bei der Rose sieht man die alt-rosé farbenen Blütchen auch.

Bodendeckerrose (c) by Joachim Wenk
Bodendeckerrose (c) by Joachim Wenk



Im anderen Beet ist der Natternkopf (selbst ausgesät ) in Hochform.  Die Hummeln lieben ihn und ich auch, weil er so viele Monate blüht. 

Hummelpflanze Natternkopf (c) by Joachim Wenk
Hummelpflanze Natternkopf (c) by Joachim Wenk


Hummelpflanze Natternkopf (c) by Joachim Wenk
Hummelpflanze Natternkopf (c) by Joachim Wenk

Sommer am mediterranen Platz im Landgarten


Am mediterranen Platz wird es bunt. Die Zimtrinde prahlt wieder mit ihren irrsinnig gelben Blüten. 


Cassia oder Zimtrinde mit dottergelben Blüten (c) by Joachim Wenk
Cassia oder Zimtrinde mit dottergelben Blüten (c) by Joachim Wenk


Mein roter Geburtstagsoleander blüht noch und hat wieder neue Knospen.

Cassia und Oleander am mediterranen Platz (c) by Joachim Wenk
Cassia und Oleander am mediterranen Platz (c) by Joachim Wenk



Besonders viele Blüten hat die Agapanthus dieses Jahr.

Agapanthus und Olivenbaum  (c) by Joachim Wenk
Agapanthus und Olivenbaum  (c) by Joachim Wenk



Die Leichtigkeit des Sommers eingefangen hat scheinbar der kalifornische Mohn von der Marion B. 

kalifornischer Goldmohn   (c) by Joachim Wenk
kalifornischer Goldmohn   (c) by Joachim Wenk



Gleiche Farbe kräftigerer Wuchs gleich nebenan. Im Seerosenbecken wird durchgeblüht. 

Seerose   (c) by Joachim Wenk
Seerose   (c) by Joachim Wenk



Und bald blüht es auch bei der Haustüre. Der kretische Majoran hat sich reich mit Knospen bestückt. 

kretischer Majoran (c) by Joachim Wenk
kretischer Majoran (c) by Joachim Wenk


Blüten empfangen die Gäste

Auch am Eingang wird ab jetzt bis zum Winter durchgeblüht. Die Clematis begrüßt alle Gäste.

Übrigens freuen auch wir uns, Gäste begrüßen zu dürfen. Wer Lust hat oder in die Nähe kommt, sollte sich einfach vorher melden. Damit wir auch Zeit für euch haben. 

Clematis viticella Mary Rose (c) by Joachim Wenk
Clematis viticella Mary Rose (c) by Joachim Wenk

Clematis viticella Mary Rose (c) by Joachim Wenk
Clematis viticella Mary Rose (c) by Joachim Wenk

Vanille-Brötchen zum Kaffee im Garten


Am Freitag holte ich meine Eltern zu Besuch. Wir verbrachten einen wunderbaren Nachmittag im Garten. Auf der Terrasse im Schatten der großen Haselnüsse ließen wir es uns gut gehen. Am Vormittag hatte ich noch schnell gefüllte Vanillebrötchen gebacken. Das Rezept für diesen fluffig leichten Vanillegenuß gibt es wie immer bei achimsgartenzumessen.de .




gefüllte Vanillebrötchen (c) by Joachim Wenk
gefüllte Vanillebrötchen (c) by Joachim Wenk











Kommentare:

  1. Lieber Achim,
    da hat der Spätfrost aber wirklich große Schäden bei dir angerichtet, wenn du sogar erkennbare Löcher im Beet hast. Es ist traurig, wenn das schöne Gesamtbild, was man in den Vorjahren erzielt hatte, nicht mehr zustande kommt. Ich hoffe, du findest etwas schönes, um die Lücken bald zu schließen. Das patagonische Eisenkraut darf sich bei mir auch versäumen, wie es will. Es ist so eine filigrane Pflanze, dass sie überall hinpasst. Der Natternkopf hat sich auch recht gut versäumt, ich mag seinen Blautöne sehr.
    Liebe Grüße
    Katharina

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    1. Hallo Katharina,
      naja sogar ein Weinstock ist im April erforen,nachdem er schon so schön ausgetrieben hat. Futsch aus, er ist definitiv gestorben, da kommt nicht mehr. Auch die Walnußbäume haben zum Teil sehr gelietten, sind jetzt noch sehr lückenhaft grün. Naja und etliches Andere. Der Winter war hart und das Frühjahr erst viel zu warm, dann viel viel viel zu kalt in dieser einen Woche. Ja das Eisenkraut passt echt über all hin und so wächst es bei mir auch überall. Die alten Stauden überleben nicht lange, aber es kommt ja immer neues nach. Man muß es halt aussamen lassen und nicht immer sofort alles Verblühte abschneiden.

      Natternkopf hatte ich mir einmal als Staude gekauft, jetzt brauche ich mich nicht mehr drum kümmern, der macht das schon allein und kommt gut rum im Garten....

      Liebe Grüße vom Achim

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  2. Hallo Achim,
    nun bin ich überzeugt, auch bei Dir gibt es Beetflüchtlinge ;-) Deine übrigen Pflanzen wissen das allerdings gut zu kaschieren. Verbena bonariensis kaufe ich wirklich jedes Jahr nach, selbst die Samen werden nichts. Oder ich hack zuviel dazwischen herum? Wir wohnen zwar nicht so weit draußen in der Pampa, das Problem des Totalausfalls von Telefon plus Internet ist uns trotzdem wohlbekannt. Und wenn Du dann noch miesen Empfang am Handy hast, kannst Du nicht mal die Warteschleife der Hotline überstehen.
    Liebe Grüße
    Karen

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    1. Hallo Karen, ja die einen ver-flüchtigen sich und die anderen flüchten wo anders hin. Das Eisenkraut blüht mittlerweile sogar im Gemüesgarten, der am anderen Ende des Gartens ist. Liegt wohl am Kompost. Ich hacke nicht und zupfe das Unkraut von Hand in den Staudenbeeten, damit ich eben diese gewollten Sämlingen nicht gleich mit entferne. Und da sind immer viele dabei, die ich dann größtenteils stehen lassen.

      Und was ihr habt ne Hotline? Bei uns kam nur eine automatische Stimme " Wir haben einen Totalausfall in Bayern. Unser Techniker arbeiten mit Hochdruck bla bla bla wenn sie wegen etwas anderen anrufen, dann drücken sie die...." Und das ging den ganzen Tag so. Abends kurz vor 9 war dann alles wieder da.....

      Viele Grüße, Achim

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