Mittwoch, 19. Juli 2017

Ein Park, ein Landhausgarten oder eine Gartenausstellung - und ist Gemüse Ramschware?


Von Freud' und Leid des Gärtners - heute aber nur Freud'

Wenn man so intensiv mit, in und für seinen Garten lebt, wie ich das tue, erfährt man auch immer wieder Mißerfolge und Rückschläge. Ein wunderschönes Video dazu hat übrigens die Nadja veröffentlicht.  Wegen der starken Bindung an seinen Garten empfindet man das wohl auch noch viel schlimmer, als es andere Personen tun. 

Heute aber, ist es aber einmal wieder genau anders herum. Ich sehe all das Schöne meines Gartens. Und ich glaube fast, daß ich auch das noch intensiver spüre, als es andere Personen tun. 

Das Wetter passt gerade.  Es hatte minimal geregnet und die Temperaturen schwanken um die Mitte der zwanziger Grade. Ich habe etliches in den Staudenbeeten aufgeräumt und der Rasenmäher funktioniert wieder, so dass gerade frisch gemäht ist. Die Luft ist erfüllt von Insekten und lärmenden Spatzen - oder dem Gefauche ralliger Katzen. Anders als in den vergangenen Sommern ist der Rasen sogar grün. Es ist einfach wunderbar und ich will euch ein paar Fotos zeigen. 

Bei diesem Ausblick geht die Hausarbeit doch fast von allein


Fangen wir mit einem Blick nach  unten an. Sogar von hier oben freue ich mich einfach nur am Garten. Selbst wenn ich dabei Putzen und Bügeln muß. Dieser Blick ist gerade vom  Bügelzimmer unter Dach heraus fotografiert. Man sieht dabei den Vorgarten im Panorama. In der Mitte das Mäuerchenbeet mit den Staudenlücken über die ich kürzlich berichtete. Links der neue "Dorfbrunnen". Rechts die Vogeltränke, der Rummelplatz für muntere Spatzen die Hecke, die eigentlich längst müsste gestutzt werden. Aber das stört mich heute auch nicht. 

Bei diesem Ausblick fällt mir sogar das lästige Bügeln leichter. 


Landhausgarten Blick vom zweiten Stock in den Vorgarten (c) by Joachim Wenk
Landhausgarten: Blick vom zweiten Stock in den Vorgarten (c) by Joachim Wenk



Vorfreude auf den Garten


Wenn ich dann runter gehe und in den Garten will, trete ich durch die Haustüre in den Vorraum und blicke in einen "Park". So zumindest scheint es mir heute mit dem frisch gemähten Rasen.


Landhausgarten (c) by Joachim Wenk Landgarten
Landhausgarten (c) by Joachim Wenk


  Was ist es, ein Land-Haus-Garten, ein Park oder eine Gartenausstellung?


Auch diese Gartenszene finde ich so richtig passend für einen Landgarten. Alter Walnußbaum, Scheune mit Ramblerrose und ein paar Obstbäume. 

Die Säulenobstbäume haben den Sommerschnitt hinter sich und sehen wieder aus wie Säulen. Vergessen wir bei dem herrlichen Anblick den Frust über den April. Birne und Kirsche in voller Blüte. Schneeweiß und vielversprechend.  Endlich einmal Früchte von den etwa 3 Jahre alten Bäumen. Dann eine Woche - man ist es ja fast schon gewohnt - Wintereinbruch Ende April. Nachts -4° und auch weniger, je nach Kleinklima. Das dann Nacht für Nacht. Nun  was soll ich sagen. Jetzt  habe ich die Bäume eben wegen des schönen grünen Laubes und nicht wegen bunter Früchte da stehen. Auch schön. Vielleicht bekommen wir ja nächstes Jahr einmal eigenes Obst. 

Landhausgarten (c) by Joachim Wenk Landgarten
Landhausgarten (c) by Joachim Wenk



Im Staudenbeet gegenüber der Säulenbäume blüht als einziger gerade der Phlox. Er ist dieses Jahr wirklich wunderbar. Ansonsten blüht nicht viel. Einiges schickt sich an, demnächst zu blühen. In meinen Staudenbeeten  geht es eben nicht so geregelt zu. Manches hätte ich schon abschneiden können, dann aber würde ich mich nächstes  Jahr nicht freuen können. Freuen über die wilden und unbeabsichtigten Pflanzen- und vor allem Blütenfarbenkombinationen. Erst muß sich ja die Akelei, die Spornblume oder der braune Storchschnabel aussähen dürfen, bevor ich das Verblühte abschneiden kann.

Leben und Leben lassen beziehungsweise blühen und blühen lassen ist die Devise. Und so gefällt es mir. Ist nicht der Garten der Spiegel vom Charakter und der Persönlichkeit des Gärtners? Ich habe davon gelesen und muß sagen, Ja! Bunt, facettenreich, ursprünglich, natürlich, echt, nicht festzulegen, lebendig, humorvoll, mit Ecken und Kanten, mit schönen und weniger schönen Teilen. Das ist mein Garten.


Staudenbeet (c) by Joachim Wenk
Staudenbeet (c) by Joachim Wenk

Staudenbeet (c) by Joachim Wenk
Staudenbeet (c) by Joachim Wenk


Sagte ich nicht, wie ein Park kommt er mir vor, der Garten? In Kurparks oder Schloßgärten gibt es das auch. Die Palmwedel der riesigen Kübelpflanzen  wehen im Wind vor den Staudenbeeten. 

Das habe ich auch bei mir vor der Haustür. Ich muß nirgends hin fahren. 

Blick durch Palmenwedel aufs Staudenbeet (c) by Joachim Wenk
Blick durch Palmenwedel aufs Staudenbeet (c) by Joachim Wenk

Exotische Gewächse am mediterranen Platz mit Seerosenbecken. 

der mediterrane Platz (c) by Joachim Wenk
der mediterrane Platz (c) by Joachim Wenk


Zu meinen Mini-Opuntien in der Wanne habe ich dann auch die kleine der beiden anderen Opuntien gesellt. Ein Feigenkaktus als Mitbringsel von Rhodos vor unzähligen Jahren. Jetzt mit meinen anderen Sukkulenten kann ich ihn auch einmal repräsentativ ins Rampenlicht rücken. Bisher standen sie immer eher unbemerkt an der Hauswand hinter den andere Pflanzen. Sie sind unwahrscheinlich schwer und kippen sofort um, weil die riesigen Ohren sie nicht ins Gleichgewicht kommen lassen. Ob die auch Frost aushalten? Dann könnte ich sie im Herbst länger draußen lassen. Ich bin noch immer am recherchieren, was geschehen müsste, daß sei einmal blühen und die essbaren Früchte tragen.

Immerhin steht eine von ihnen nun schon weiter vorne und wird jetzt auch gesehen. Angelehnt an das Seerosenbecken, etwas windschief, als hätte sie einen leichten Schwipps. Trunken von der  Schönheit des Gartens im Juli?

Seerosenbecken mit angelehnter Opuntie und großer Palme (c) by Joachim Wenk
Seerosenbecken mit angelehnter Opuntie und großer Palme (c) by Joachim Wenk


Die Schmucklilie hat letztes Jahr nach dem Umtopfen nicht sonderlich geblüht. Anders diesen Sommer. Wichtig für sie ist es, im Herbst und Winter etliche Wochen bei Temperaturen unter 10°C zu stehen, sonst setzt sie keine Blüten an. Also beim  Einräumen aufpassen.
Schmucklilie, Agapanthus in voller Blüte (c) by Joachim Wenk
Schmucklilie, Agapanthus in voller Blüte (c) by Joachim Wenk


Eine kleine Ausstellung sukkulenter Freilandgewächse, formiert zu Miniaturlandschaften. Nicht nur ein Park, gar eine Gartenausstellung habe ich in meinem Garten. 

winterharte Sukkulente (c) by Joachim Wenk
winterharte Sukkulente (c) by Joachim Wenk

winterharte Sukkulente (c) by Joachim Wenk
winterharte Sukkulente (c) by Joachim Wenk

winterharte Sukkulente (c) by Joachim Wenk
winterharte Sukkulente (c) by Joachim Wenk


Wieder ein Erfolg durch  Nichtstun


Der Buchs in der Baumscheibe ist jetzt endlich richtig eingewachsen. Vom Buchsschnitt im Frühjahr habe ich Stecklinge zum Bewurzeln eingetopft, damit hier der Buchskreis einmal geschlossen wird. Der Storchschnabel innen im Kreis wächst und blüht munter. Und haben wir nicht gerade vom Aussähen lassen gesprochen? Ich habe von den Samen, die er reichlich gebildet hat welche gesät. Leider wurde es nichts mit Jungpflanzen. Anders hier im Beet. Beim Unkrautrupfen hatte ich es schon bemerkt. Lauter kleine Storchschnäbel wachsen da. Ohne dass ich hätte irgendwelche Mühen  mit der Aufzucht gehabt. Und das ist bei einem Garten wie meinem wichtig, zu Rupfen und nicht zu Hacken. Nur beim Rupfen sieht man die winzigen und gewollten Sämlinge der Stauden und lässt sie stehen! 


Baumscheibe am Hausbaum(c) by Joachim Wenk
Baumscheibe am Hausbaum(c) by Joachim Wenk

In der Baumscheibe brauche ich zwar keine weiteren Storchschnäbel. Aber wo anders durchaus. Zumahl diese hier wirklich trockenheitserprobt sind. Ich habe sie  ausgegraben und in die Topfplatte gesetzt. Da könne sie wachsen, gute Wurzeln bilden und werden im Herbst ausgepflanzt. Daneben sind ein paar Sämlinge der Alpenwaldrebe.  Hier hat mein Aussähen geklappt. 

Nachwuchs für die Staudenbeete (c) by Joachim Wenk
Nachwuchs für die Staudenbeete (c) by Joachim Wenk

Der Gemüsegarten und die Beeren

Werfen wir zum Abschluss noch einen Blick in den Gemüsegarten. 

Die Mariendistel, deren Samen wohl im Vogelfutter waren, bereichert das Tomatenbeet mit ihren Blüten. 

Marendistel im Tomatenbeet (c) by Joachim Wenk
Marendistel im Tomatenbeet (c) by Joachim Wenk


Dieses Jahr mag ein Johannisbeerjahr sein. Ich berichtetet ja darüber. Dafür fällt die Himbeerernte in nicht gekannt kleiner Menge aus. Ein falscher Schnitt der Triebe ist wohl die Ursache. Die einzelnen Beeren allerdings sind dieses Jahr überdimensional groß. Das macht wohl die ausreichende Wasserzufuhr durch die Tropfbewässerung. Das Aroma ist bekannt himbeerstark. Und! Nicht ein einziger Wurm in irgendeiner Beere. Ein Traum!

Himbeerernte (c) by Joachim Wenk
Himbeerernte (c) by Joachim Wenk

Weil ich schon so viele Johannisbeeren auch zu Konfitüre verarbeitet habe, wurden die Himbeeren gleich eingefroren. Wie das geht, beschreibe ich bei achimsgartenzumessen.de 

Daraus wird wieder die so beliebte Nachspeise für Geburtstagsfeste. Gefrorene Himbeeren, zerbröckeltes Baiser und Schlagsahne. Mehr braucht es dafür nicht. Und dazu ist es gut, wenn die Beeren schön als einzelne Beeren gefroren wurden.

Gemüse als Ramschware?


Gemüse ist so wahnsinnig billig, geradezu zu Ramschpreisen erhältlich. Ich frage mich manches Mal, wie der Erzeuger da noch von leben kann. Weil es so billig und ein Nebenprodukt auch in der Küche ist, wird es oft nicht richtig gelagert, verdirbt, wird achtlos zubereitet oder weggeworfen. 

Wie anders wäre das, wenn mehr Menschen einmal versuchen würden, Gemüse selbst anzubauen und zur Ernte zu bringen. Ich meine damit nicht eine Tomatenpflanze, behangen mit ersten Früchten im Baumarkt zu kaufen, sie dann in einen schönen Übertopf zu stellen und nach zwei Wochen die ersten Früchte zu ernten. 

Ich rede von dem anderen Gemüse. Und ja, außer Tomaten und Chilli gibt es noch anderes Gemüse, das man hier in Deutschland im Garten anbauen kann. Manches mal beim Durchforsten der sozialen Medien meine ich, daß das gar nicht bekannt ist.....

Jedenfalls schauen wir den Sommerlauch an. Ich habe ihn an Weihnachten 2016 gesät. Im April 2017 ausgepflanzt und kann ihn jetzt im Juli ernten. 7 Monate Arbeit und Kümmern. 

Meint ihr, wenn ein Rest von einer Lauchstange übrig bleibt in der Küche, daß ich den dann entsorge? Nach so viel Mühe, ihn zur Ernte zu begleiten?

Ich suche immer nach Möglichkeiten, den dann in andere Rezepten zu verwenden, was in der sehr flexiblen Gemüseküche immer möglich ist. Auch ein Grund für meine Küchen- und Vorratseite  (www.achimsgartenzumessen.de)in der laufend weitere  Rezepte und Konservierungsmöglichkeiten veröffentlicht werden. 

Aber auch Lauch in der Hauptrolle am Teller schmeckt köstlich. Heute gab es Lauchgemüse mit Semmel-Käse-Knödeln

Auch das sehr aromatische und anders als beim Winterlauch, eher zarte Grün, wird verwendet. Ich trockne es für Gemüsebrühe und als Gewürz. 

Sommerlauch (c) by Joachim Wenk
Sommerlauch (c) by Joachim Wenk


Mein  Winterlauch steht erstaunlich aufrecht im Beet. Obwohl ich ihn bei großer Hitze pflanzen mußte. Ich glaube den habe ich alles in allem etwas spät gepflanzt. Leider kam der nicht in die Puschen und ist einfach nicht gewachsen. Gesät habe ich ihn laut Samentüte zur rechten Zeit. Nun, bis Oktober kann der ja noch ganz schön wachsen. Und dann habe ich eben dünne Lauchstangen und nicht die dicken Prügel. Essen kann man ihn allemal.

Und auch der wird wieder, wie alles Gemüse aus meinem Garten, geradezu mit Ehrfurcht geerntet, gelagert, konserviert und schließlich zu Tisch genossen. In Dankbarkeit, diese Möglichkeit zu haben.

frisch gepflanzter Winterlauch (c) by Joachim Wenk
frisch gepflanzter Winterlauch (c) by Joachim Wenk












Kommentare:

  1. Hallo Achim, solch ein Bügelzimmer mit diesem Ausblick würde ich mir auch wünschen. Das ist ja ein wunderschönes Anwesen in einer herrlichen Umgebung, paradiesisch....nee, da braucht man nicht mehr verreisen.
    Ich lese gerne hier im Blog über die diversen Aktivitäten des Gärtners, den Anbau und Ernteglück.
    In unserem Reihenhausgarten sind diese Möglichkeiten nicht gegeben, deshalb erfreue ich mich sehr gerne an den Gärten anderer Leute:))
    Herzlichst HanLo

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    1. Hallo HanLo, vielen lieben Dank für deinen Kommentar. Da macht das Schreiben doch immer mehr Spass, wenn man erfährt, daß der Blog auch gelesen wird und das sogar gerne. Du hast einen Reihenhausgarten, das ist doch auch schon mal was tolles. Manche haben nur ihre vier Wände undsonst nichts, für mich immer gar nicht vorstellbar. Ich wünsche dir einen schönen Sommer im Garten. Liebe Grüße Achim

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  2. Hallo Achim,

    ich freue mich für Dich. Du weißt ja, dass ich diese starke Bindung an den Garten schon lange abgelegt habe und jetzt im Urlaub habe ich tatsächlich nicht an meinen Garten gedacht, worüber ich sehr froh war!
    Natürlich kann ich ihn jetzt wieder genießen. Doch in dem Bewußtsein, dass nichts für ewig ist.

    Dein Rasen ist grün und hier wuchs alles wie die Feuerwehr mit dem Nachteil, daß die Mücken sich durch die Zeit der Feuchtigkeit extrem vermehrt haben und uns gehörig piesacken. Da hilft nur Anti-Brumm (leider!) wenn überhaupt.

    Ansonsten hab' ich auch einen "bunten" Garten, der sich zeitweilig aber auch ziemlich weiß oder blau zeigt. Ein eintöniger Garten wäre mir viel zu langweilig. ;-)

    Ja, da hast Du auch einen Park, so ähnlich wie bei uns - nur dass unser Garten nurmehr recht klein im Verhältnis zum vorigen Park-Waldgarten ist. Es wirkt in der Tat sehr mediterran bei Dir - nicht nur mit der Palme im Blick. :-)
    Da hast Du allerlei geschaffen! Sehr schön! Aber neben Vollzeit-Erwerb kaum zu schaffen. Selbst wenn man nichts anderes mehr tut nebenbei.

    Das mit dem Gemüseanbau habe ich aufgegeben. Es macht einfach zu viel Arbeit und bringt nicht viel (bei uns war es jedenfalls so) und man muß immer zuhause bleiben - es findet sich kaum jemand, der Gemüse ordentlich pflegen würde - da kaufe ich lieber vom Bio-Bauern. Mein Rücken dankt es mir außerdem.

    Aber wie gesagt, ich bewundere Deine Art des Gärtnerns und Deine Leidenschaft dafür. Das war bei uns in jüngeren Jahren auch mal, doch mit 3 kleinen Kindern kann man da auch nicht allzuviel umsetzen, wenn man noch alte/kranke Eltern nebenbei zu betreuen hat und der Weg vom Land nur mit dem Auto zurückzulegen ist über viele Kilometer weit.

    Eine schöne Gartenzeit wünsche ich Dir!

    Liebe Grüße
    Sara

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    1. Liebe Sara, ja ich weiß, daß du diese Bindung mittlerweile ablehnst oder ablehnen kannst. Mir ist das aber nicht möglich. Sie ist da, unbeabsichtigt und unabänderbar. Sicher lebt es sich einfacher und leichter ohne solch eine sorgefolle Bindung. Ein Urlaub wäre machbar ohne Sorge und ewige Vorbereitungen. Manches mal wäre mir das auch lieb, aber es geht einfach nicht.
      Ja du hast es richtig beschrieben. Der Gemüsebau ist eine Leidenschaft von mir ein Hobby, wie andere an den Autos schrauben stehe ich im Gemüsegarten und der Küche. Ich finde es ein sehr praktisches Hobby.

      Danke für die Wünsche, ich wünsche dir auch noch einen schönen Sommer im Garten, liebe Grüße Achim

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    2. Lieber Achim,
      ich wünsche es Dir von Herzen, daß es so bleibt! Bei mir kam es, wie ich wohl schon mal schrieb, ja zwangsläufig und seither hänge ich mein Herz nicht mehr an Häuser, Grundstücke und Gärten. Denn so etwas ist eine wirklich schmerzvolle Erfahrung. Aber ich sehe es heute positiv, denn es ist schon mal eine Übung für den Tag, an dem man alles loslassen muß. .. auch wenn man es gern verdrängt ...


      Ich finde es schön, dass Du diese Leidenschaft fürs Gärtnern hast, die man bei manchem männlichen Wesen vermisst. Einer meiner Söhne gärtnert (noch) in Wohnung und Balkon und dies auch mit Leidenschaft, vor allem nur Eßbares. :-) Ihm ist mein Garten ein bißchen zu viel voller "Zier"pflanzen. Doch das tut mir heutzutage gut, einen "schönen" Garten hauptsächlich zum Anschauen zu haben, denn früher hatte ich ja auch viel Eßbares in meinen Gärten, wenn auch nicht in dem Umfang wie bei Dir. All die Blumen und Gewächse, die ich schon immer im Garten wollte, die jedoch unerreichbar waren ... Ja, inzwischen liebe ich vor allem den Erholungseffekt ... heute zum Beispiel konnte ich mich einfach in die Sonne legen - einfach nichts tun - der Garten ist schon ganz gut eingewachsen .... wann jemals hatte ich früher dafür Zeit?? ;-) Damals wünschte ich mir, mich einmal in die Hängematte legen zu können, doch es gab immer etwas zu tun.

      Erst im Waldgarten, der ja auch ein reiner Park- oder eben Waldgarten war - ohne Gemüse und mit wenigen Obstgehölzen, die schon alt waren - gelang es mir, mich gelegentlich in die Hängematte zu legen. Auch, weil meine Kinder da ja schon so ziemlich erwachsen waren ... Daran denke ich noch heute gern zurück.
      Bis im jetzigen Garten allerdings die Bäume so groß und stabil sind ... davon abgesehen, daß sie leider auch nicht so nahe beieinander stehen ... sind wir vermutlich uralt. *lach* Nun tut es eine einfache Liege.

      Doch somit habe ich im Grunde heutzutage auch einen Genußgarten, jedoch vorwiegend für die Seele, weniger zum Verzehren, bis auf die paar Beeren, einen Apfelbaum, der regelmäßig madige Äpfel hat und daher wohl beizeiten einem anderen Gehölz wird weichen müssen und einige Kräuter/Heilpflanzen.
      Leider wurden auch die Heckenzwiebeln nichts, da ich sie ins Freiland säen mußte. Im Haus klappt das bei uns nicht bzw. bin ich dann auch zu viel unterwegs, als daß ich mich so regelmäßig um die Keimlinge kümmern könnte. Nur die eine, gekaufte Pflanze hielt sich tapfer.
      Dafür schaue ich bei Dir immer sehr gern, wie alles wächst und gedeiht und bewundere, wie Du das alles schaffst!
      Mit Urlaub bin ich im übrigen auch nicht verwöhnt. Das jetzt war seit mehr als 10 Jahren das erste Mal, dass ich länger fort war. Sonst bestenfalls mal ein paar Tage. Als Freiberufler ist das eben so.

      Alles Liebe
      Sara

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    3. Hallo Sara,
      das ist doch echt schad, daß das mit der Heckenzwiebel bei dir nicht klappt. Schau, daß das gekaufte Exemplar durchhält. Im nächsten Jahr, wirst du staunen, wie kräftig die durchschiebt.

      Ach ja das mit dem Genußgarten. Ich habe die Tage das auch mal probiert. So mit hinsetzen. Legen geht gar nicht, da komme ich nicht mehr hoch und es geschieht ja nichts im Garten dabei. Jedenfalls saß ich in meinem Hängesessel am Carport und wiegte mich hin und her. Plötzlich saß ich abrupt am Betonboden und die Querstange vom Sessel schmetterte auf mein Hirn. Da ist doch glatt der Strick gerissen unter meinem Gewicht. Du siehst, es soll einfach nicht sein mit dem Sitzen und Ruhen und Einkehr halten......Aber im Ernst mir geht es wie dem Fernsehgärtner Ralf Damasch oder wie der sich schreibt. Der hat auch keine Ruhe, sobald er sitzt sagt er sieht er Sachen die gemacht werden müssten oder ihm Fallen Dinge ein, die gemacht werden müssten oder sollten oder könnten, da hält er es nicht lange aus. Genau so geht es mir. Und wie haben wir im Altenheim immer den Senioren gesagt, die nicht aufstehen wollten aus ihren Betten? Raus aus dem Bett! Im Bett sterben die Leut!
      So lange ich noch kann mach ich halt einfach. Und ich denke, ich habe sicher noch die Hälfte des Lebens vor mir, bis ich mich von meinem Garten trennen muß. Hoffentlich tragen sie mich dann mit den Füßen zuerst raus aus dem Grundstück. Vorher verlasse ich das nicht. Ausser doch mal Urlaub, von dem dieses Jahr wohl unter übel (griiiins) noch einer Ansteht. Aber erst im Herbst, da kann der Garten schon mal ein wenig allein sein.

      Also genießen wir die herrlichen Sommertage. Heute wird wieder ein wundervoller. Gestern 33°C im Schatten, Windstille. NAchts Gewitter und 9l Regen. Jetzt wieder alles gegossen und frisch und der Garten lebt und webt und bebt bereits wieder. Ich freu mich auf den Tag. Liebe Grüße der Achim

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    4. Hallo Achim,
      mit den Samen der Heckenzwiebel ist es wirklich schade. So etwas direkt im Garten auszusäen, funktioniert bei uns einfach nicht. Aber vielleicht war es auch nur zum falschen Zeitpunkt und wenn die Samen sich nun von allein aussäen, klappt es evt. besser?

      Das was Du vom "Genußgarten" schreibst, kenne ich von mir von früher nur zu gut! Da muß man aber aufpassen, daß man nicht im Burnout endet. Denn selbst bei der allerliebsten Beschäftigung ist es nicht gut, wenn man keine Pausen einlegt und in einem fort ackert.
      Und eben das gönne ich mir jetzt, nachdem ich viele Jahre lang - schon durch meine 3 Kinder - gar keine Gelegenheit hatte, mich groß auszuruhen. Der Garten wurde immer nebenher im Laufschritt erledigt. Ich weiß jetzt auch nicht, ob Du Kinder hast oder diese bereits erwachsen sind - - außer man hat liebe Angehörige, die helfen, bleibt für Garten, bis die Kinder ein gewisses Alter haben, ohnehin wenig Zeit und Energie für Garten. Wenn man so hektisch ohne Pausen herumwuselt, zahlt man irgendwann den Preis! Ich habe das leider auch erlebt! Daher lebe ich jetzt vernünftiger.
      Und den Sonntag habe ich jetzt im altbiblischen Sinne als Ruhetag auserkoren, an dem ich früher auch im Garten gearbeitet habe. Es hat seinen Sinn nicht von ungefähr, daß man 6 Tage arbeiten und am siebenten Tag ruhen sollte ...
      Entschuldige bitte, das soll jetzt nicht belehrend rüberkommen, denn ich habe es ja genauso gemacht und hielt es für okay und "harmlos". Aber jeder muß halt selbst seine Erfahrungen machen.
      Im Haus kenne ich das aber immer noch - kaum bin ich zuhause, "sehe" ich all die Arbeit, die noch getan werden muß. Doch auch das sollte ich mir abgewöhnen, denn auch das ist nicht gut. Es läuft nichts weg, das habe ich beim Garten auch gemerkt. 4 Wochen sind zwar einerseits eine lange Zeit, andererseits verkraftet der Garten es schadlos, wenn alles mal ein wenig wuchern darf. In 2 Tagen habe ich es wieder in Ordnung gebracht und gut ist.

      Sicher ist da was Wahres dran, mit den Senioren, aber die halten sich ja überwiegend im Bett auf und das ist kein Vergleich mit sonst aktiven Menschen, die überaktiv sind und gar nicht mehr zur Ruhe finden vor lauter Arbeit, selbst wenn sie diese Arbeit gerne tun. Ich wünsche Dir jedenfalls bei all Deinem Tun weiterhin viel Freude und vor allem eine gute Gesundheit, damit Du Deinen Garten noch sehr lange genießen kannst.

      Wir hatten gestern 30 Grad und am frühen Abend dann das angekündigte Unwetter, das kein wirkliches war. Nur drohende Wolken. ;-) Heute ist es auch wieder so warm - ich genieße es zur Zeit. Der Regen hat heute gegossen, also brauche ich draußen nichts weiter zu tun, außer ich kann es nicht lassen. *lach*

      Liebe Grüße
      Sara

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    5. Hallo Sara,
      ja das ist mir schon alles bewußt mit den Pausen, dem Ausspannen und Ausruhen. Manches mal, war es auch schon Streß mit dem Garten. Freizeitstreß. Aber da habe ich dann abgebremst. Ich habe mich schließlich jahrelang selbst beruflich mit Streß und Wellness befasst und mich an so einiges erinnert. Jetzt lege ich großen Wert darauf, daß der Garten und die Arbeit Spass macht und damit kein Streß ist. Das ist nicht immer der Fall, muß ja auch nicht. Aber ich weiß es im Rahmen zu halten. Ich will schließlich wirklich das Gartenhobby als Lebenshinhalt und nicht als Streß und Belastung. Übrigens war ich gerade ne dreiviertel Stunde im 37 °C warmen Wasser unseres Whirlpools mit Blubber und Massagedüsen. Geschützt unter der Kuppel (ich berichtete bereits davon) unter den Haselnüssen und mit der Abendsonne, die durchs Laub schien. Herrlich sag ich nur.

      Wir haben übrigens keine Kinder, mein Mann und ich. Nur so, weil du danach gefragt hattest. Dafür einen Hund, früher mal zwei. Arbeiten tun wir auch. Mein Mann mehr als Vollzeit und ich gute 3 Tage die Woche. Ist alles ein wenig kompliziert organisiert und zu erklären. Haben eigene Firma und daher habe ich da aber mehr Freiheiten als ein normal angestellter Arbeiter. Das kommt dem Garten und dem Haushalt zu Gute. Wie du sagtest im Garten und im Haus läuft ja keine Arbeit davon. Allerdings habe ich da einen Drang alles möglichst zeitnah zu erledigen. Mir graust vor liegen gebliebenem, das dann zusätzlich zum normal anfallenden mit noch mehr Zeitaufwand erledigt werden muß. Ein Graus für mich.

      So nun gibt es Abendessen. Ich wünsche dir eine schöne Zeit, liebe Grüße Achim

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  3. Hallo Achim,
    dein Garten ist so vielfältig und wunderschön. Entspannen, Blumen, Gemüse ... nichts kommt zu kurz bei dir. Ich kann dir bezüglich des Gemüsegartens nur Recht geben. Auch ich empfinde es als Geschenk, mein Gemüse und ein wenig Obst ernten zu können und ich freu mich über jede einzelne Frucht sehr. Diese Dankbarkeit und Feude kommt beim alltäglichen Einkauf leider zu kurz. Sollten wir uns nicht über all den Reichtum der Natur freuen und dankbar sein, all das zu haben? Leider wissen viele es nicht mehr zu schätzen - aber es ist eben nicht selbstverständlich, dass die Natur uns so gut versorgt.
    Liebe Grüße
    Marie

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    1. hallo Marie, oh ja und wie wir uns freuen sollten. Ich tue es, du auch, schade dass nicht alle es tun. NAja müssen ja nicht alle sein, so lange die, denen es egal ist (die haben halt dann andere Interessen und Vorstellungen) nicht aktiv gegen die Natur arbeiten. Denn die Natur ist ja nicht nur für uns zur Freude da, die diese Freude empfinden, sondern Lebensgrundlage! für alle.......
      Ich wünsche dir ein schönes Wochenende und viel Freude am und im Garten, liebe Grüße Achim

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  4. Hallo Achim,
    mein Gott, was wohnt Ihr wunderschön! Dieser Ausblick auf den großen Weiher und die umliegenden Häuser. Da würde ich glatt die Bügelwäsche verbrennen, weil ich nur schauen würde ;-)
    Und dazu dann der (Achtung, Wortschöpfung!) Landhauspark. Bisher hatte ich mehr Dein Gemüse wahrgenommen. Aber da ist ja noch unendlich viel mehr! Und ganz sicher findet sich ein geeigneter Platz für einen Senkgarten mit Trockenmauersteinen und Grillplatz :-)
    Wer einmal selber Gemüse angebaut hat, geht viel respektvoller damit um, als wenn es gekauft wäre. Die Himbeeren laufen hier auch auf Sparflamme, letztes Jahr haben sie gut getragen. Keine Ahnung, warum das so ist. Ich hoffe noch auf Herbsternte, habe schon welche gesichtet.
    Ich kann verstehen, das Du gar nicht wegfahren magst. Wir schaffen es trotzdem, uns zum Urlauben loszureißen. Vor allem deshalb, weil wir lieber im Süden Deutschlands wohnen würden. Also tanken wir im Urlaub süddeutsche Eindrücke zum Durchhalten im Norden ;-)
    Liebe Grüße
    Karen

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    1. das ist wahr. Wir wohnen wunderschön. So einen Platz muß man erst mal finden! Ich bügle auch fast nur tagsüber, daß ich dabei zum Fenster raus schauen kann ..... Ja der Gemüsegarten ist der kleinste Teil von Allem. Mit Wegen und Kompost etwa 250qm dann kommen noch mal 1450qm dazu. Gottseidank stehen auf dieser Fläche noch das Haus und die Nebengebäude, Terrassen und Wege. Sonst käme ich ja mit der Arbeit gar nicht mehr nach.
      Wo der Senkgarten hin sollte, wäre ja bereits bekannt. Nur weiß ich nicht, ob es mir dort gefällt, kann es mir gar nicht so rech vorstellen.

      Bei mir liegt das mit den Himbeeren am falschen Schnitt, sonst tragen die in jedem Jahr sehr viel. Sind Sommerhimbeeren. Die tragen nur jetzt, dann werden die abgetragenen Ruten entfernt und die bereits vorhandenen neuen Triebe tragen dann im Folgejahr. Aber diese Triebe sind jetzt schon fast 2m hoch. Bis zum Herbst wachsen sie noch ein Stück. Nächstes Jahr wachsen sie wieder und tragen dann da an den Seitentrieben. DAs ist ein elendes schlacksiges und nicht zu bändigendes undurchdringliches Gewirr. Daher schnitt ich die Trageruten für diesen Sommer im Herbst auf etwa 190cm zurück. Leider kamen daher , wie ja sonst an den Triebspitzen, fast keine Blüten. Wahrscheinlich darf man die noch nicht einmal kürzen. Ich lasse es dieses Jahr jedenfalls.

      Also in den letzten Jahre ist es in Süddeutschland wirklich nicht schön, zu gärtnern. Wir bei uns haben noch eine extrem trockene Stelle erwischt. Die letzten Sommer hat es von spätestens Juli bis Ende September Anfang Okober nicht einen Tropfen geregnet. Täglich über 30 °C und Wind und keine einzige Wolke. Das war so ätzend, du kannst es dir nicht vorstellen. Da wächst nichts mehr. Dieses Jahr war der Juni so, der Rasen wieder braun die Bäume welk und warfen grüne Blätter ab. Ich hatte so große Sorgen. Aber dann wurde es besser und es ist jetzt ein angenehmerer Sommer. Auch solche irre heißen Tage (Obst, Pflanzen etc. alles bekommt da Sonnenbrand und ist geschädigt), aber dann wieder kühlere Tage und etwas Regen. Das ist gleich ganz anders.

      Also liebe Grüße für dieses Mal, der Achim

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