Freitag, 7. Juli 2017

Wie ich es im Gewächshaus zu gesunden und wüchsigen Pflanzen brachte

Vom Gewächshaus, Weihergarten und den Karpfenweihern


Heute berichte ich einmal von Gartenteilen, die ich schon länger nicht mehr gezeigt habe.

Aufgefallen war mir das ja beim Gemüsegarten und dass ich keine Fotos vom Gewächshaus hatte.

Mein Gewächshaus und wie sich die  Mangelerscheinungen als harmlos herausstellten

Hier sind nun also die Gewächshausfotos. Im ersten Moment sieht es ganz normal und wenig spektakulär aus. Vielleicht vergaß ich daher das Fotografieren. Dabei freut mich das Gewächshaus gerade jetzt in besonderer Weise.

Um das zu beschreiben muß ich im vorletzten Jahr anfangen. Das Gewächshaus ist relativ neu, alles wächst gut. Nur dann im Sommer bekommen die Tomaten immer mehr gelbe Blätter, die verdorren. Die anderen Blätter haben ganz blasse Farbe und man dachte an einen  Mineralstoffmangel. Oder die irre Hitze und  Dürre.

Im letzten Jahr dann war es katastrophal. Alle Paprika hörten ab dem Moment auf zu wachsen, da sie im Gewächshaus waren. Kälte hatten sie da aber nicht mitbekommen, die oft am Wachstumsstop Schuld ist. Totalausfall, bis auf die wenigen Früchte, die beim Einsetzen schon gebildet waren. Alle Arbeit mit ihnen seit dem zeitigsten Frühjahr waren umsonst. Dann die Tomaten. Gleiches Bild wie im Jahr davor nur viel früher. So früh, daß alle Blätter verloren gingen und keine Früchte ausgebildet werden konnten. Alle Recherchen zum Krankheitsbild deuteten auf einen Mangel hin, den ich aber als Laie einfach nicht genau deuten konnte. Die Hitze kam dazu und ich schob es auch auf diese.

Nun sind wir in diesem Jahr. Wirklich bange war mir, als ich das Gewächshaus im Mai mit der Sommerkultur bepflanzte. War wieder alles umsonst? Prompt kam die Antwort, 2 Wildchillies und etliche Paprika wurden welk und waren hinüber. Ich ärgerte mich, war aber auch so ratlos. Warum? So ein tolle Gewächshaus und wieder ist der Boden so kaputt, daß nichts wächst und ich weiß nicht warum. Kaputt ist der Boden im allgemeinen schon auch, wie die Proben im Frühjahr abermals bestätigten. Aber dass so gar nichts wächst?

Ich weiß nicht mehr genau, wie alles zusammen spielte. Ich las wieder über Mangelzustände und die Schadbilder. Und ich las dazu auch, daß es einfach  nur Wassermangel sein kann, der es den Pflanzen nicht ermöglicht, genug Nährstoffe aufzunehmen. Ich fing an ausgiebiger zu gießen im Gewächshaus. Eigentlich ist die mitgelieferte Tropfbewässerung drin und jede Pflanze hat einen Tropfenspender. Der Boden unter dem Mulch war aber allgemein recht trocken. Nicht hart aber eben trocken.

Den Boden flächig mit der Brause zu versorgen brauchte fast eineinhalb Stunden. Zeit, dich ich mir zum Rumstehen im Gewächshaus nicht nehmen möchte, wenn noch so viel anderes  erledigt werden könnte. Aber ich teste weiter. Immer wieder gieße ich. Es wird brütend heiß und ich muß das 2x die Woche mindestens machen.

Soll ich euch was sagen? Die Paprika fingen an zu wachsen und die Tomaten grün von unten bis oben und voller Früchte. Ich werd' verrückt. Es hat "nur" an Wasser gefehlt? Es ist gar nichts schlimmeres?

Naja, eigentlich wollte ich dann im Winter auch hier die Tropfschläuche verlegen, die im Freiland alles so schön  und zuverlässig mit Wasser versorgen. Anders als im Gewächshaus die "Spielzeug-"Bewässerung. Aber ich konnte es nicht erwarten, hatte keine Lust auf monatelanges Stehen im Gewächshaus und habe die Schläuche reingepfriemelt. Jetzt läuft die Tropfbewässerung auch hier und es geht allen gut.


Blick ins Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
Blick ins Gewächshaus (c) by Joachim Wenk

Blick ins Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
eine Seite ist mit Paprika bepflanzt (c) by Joachim Wenk

Paprika Liebesapfel  (c) by Joachim Wenk
Paprika Liebesapfel  (c) by Joachim Wenk

Paprika Sommergold (c) by Joachim Wenk
Paprika Sommergold (c) by Joachim Wenk
Glockenpaprika - eher eine Chilli (c) by Joachim Wenk
Glockenpaprika - eher eine Chilli (c) by Joachim Wenk


Der Rest vom Schützenfest. Die Paprika, die nicht kaputt gingen, stehen schön im Beet. 

Paprika im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
Paprika im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk


Drei Sorten Tomaten im Gewächshaus und drei unterschiedliche Wuchshöhen. Eine, Pilu, die echt starkwüchsig ist, erreicht schon längst das Dach. Die andere, Ticca, rückt langsam auf. Die zwei Buschtomaten, Legend, machen es sich in Bodennähe gemütlich.

Tomaten im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
auf der rechten Seite stehen Tomaten (c) by Joachim Wenk

Tomaten im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
super gesunde Tomatenpflanzen, die haben keinen Mangel(c) by Joachim Wenk



Tomaten im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
Tomaten im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk

Tomaten im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
Tomaten im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk

Erdmandeln im Gewächshaus


Diesmal probiere ich es im Gewächshaus, nachdem letzes Jahr draußen in den Beeten alles von anderen Pflanzen unterdrückt wurde.  Die hübschen Grasbüschel hier sind Erdmandeln. Ein paar habe ich gekauft und ein paar haben sich so gut lagern lassen, daß sie die Wintermonate überstanden. 

Von den Überbleibseln letztes Jahr hatte ich vielleicht 5 Mandeln, die ich nicht aß sondern aufhob. Kennt ihr Erdmandeln? An diesen Grasbüscheln wachsen bis zum Herbst, wie bei den Kartoffeln, unzählige kleine Knöllchen. Winzig, vielleicht wenn es gut geht einen Zentimeter lang. Die wäscht man, trocknet sie und hat einen leckeren und gesunden Snack zum  Naschen. Sie schmecken wie Mandeln und Haselnüsse gemischt. Im Bioladen gibt es sie zu kaufen.

Erdmandeln im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
Erdmandeln im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk



Falls der Sommer nichts wird, habe ich mein liebstes Würzkraut mit einem Exemplar ins Gewächshaus gesetzt. Wäre nicht nötig gewesen, aber schadet auch nicht. Es ist Majoran. Hier italienischer Majoran.

Majoran im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
Majoran im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk




Den Basilikum habe ich immer im Gewächshaus. Und ich bin wie immer begeistert vom Aroma. Dieses Jahr habe ich eine  zweite Art. Dieser hübsch rot geaderte und bestielte ist ein Mitbringsel vom lieben Gartenbesuch, der Hildegard.

Basilikum im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
Basilikum im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk



Das ist "mein" Basilikum. Großblättriger Basilikum, den ich seit Jahren anbaue. Dieses Jahr ist es aber wirklich mein Basillikum, da er zum ersten Mal aus den selbst geernteten Samen stammt. Die gingen so gut auf, daß ich wieder dutzende Pflanzen verschenken konnte. Das Aroma ist unbeschreiblich stark und der Wuchs auch. Bis September wird er mir, trotz laufender Ernte wieder bis zum Bauch reichen.

Dahinter, hier jetzt nicht zu erkennen, da am Boden, ist wieder ein Versuch. Eine Süßkartoffel wollte ich mal testen, nachdem so viel in den sozialen Medien über deren Anbau berichtet wurde.

Basilikum im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
Basilikum im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk

Sämlinge der Bergwaldrebe.

Junge Bergwaldreben (c) by Joachim Wenk
Junge Bergwaldreben (c) by Joachim Wenk


Kartoffeln? Ja Kartoffeln. Ein Versuch, deren erster  Schritt gut gelang. Was und wozu, werde ich noch berichten, wenn ich sehe, wie das Experiment weiter geht und ob man es empfehlen kann.

ein Kartoffelexperiment  (c) by Joachim Wenk
ein Kartoffelexperiment  (c) by Joachim Wenk


Kartoffeln und der Kartoffelkäfer - wie ich ihn bekämpfe


Kartoffeln sind ein gutes Thema. Ein weiterer Gartenanteil, der länger nicht zu sehen war, ist der Weihergarten. Die Kartoffeln, alle dick mit Stroh gemulcht, stehen erste Klasse da. Riesig und dunkelgrün. Einziges Manko: Kartoffelkäfer. Ist ja klar, irgendwas ist doch immer. Ich hatte noch nie und nirgends Kartoffelkäfer. Auch in meinem Gemüsegarten nie und der liegt ja nur auf der anderen Straßenseite, den Berg hinauf. Hier unten am Weiher aber Massen. Die Nachbarn hatten mich vorgewarnt. Ich sammelte ab und dann kamen die Raupen der Käfer. Ekelig die Dinger abzusammeln oder zu zerquetschen. Was macht man sonst damit? Meine Kartoffeln waren schon groß und sie schadeten ihnen nicht wirklich. Aber hätte ich nichts gemacht, wären sie schädlich geworden. Die fressen ganz schön was weg und werden immer mehr, da man nicht alle Raupen erwischen kann. Ich hatte aber keine Zeit, hier dauernd zu sammeln und ich kam wegen der wuchernden Kartoffeln trotz eigentlich viel, ja zuviel, freigelassenen Platz, nicht mehr ins Beet, ohne die Trieb zu zertreten. 

Recherchen zeigten, daß im Bio-Kartoffelbau, das von mir schon oft mit gutem Erfolg eingesetzte NeemÖl zulässig ist. Ich spritzte es, ein paar  Mal und es scheint wirklich zu wirken. Es ist ja ein Fraßgift. Der Lieferant erklärte mir einmal, daß es von den Pflanzen aufgenommen wird und dann auf die fressenden Schädlinge wirkt.  Sie fallen nicht gleich tot vom Blatt, aber stellen langsam das Fressen ein und sterben dadurch. Ich glaube das wirkt auch auf die Kartoffelkäferlarven. Jedenfalls haben sie die Farbe ins recht ungesunde  und blasse grau gewechselt, sind nicht mehr leuchtend Orangerot. Und es ich sehe nicht mehr so viele. Mal sehen, wie sich das weiter entwickelt. 

meine Kartoffelbeete (c) by Joachim Wenk
meine Kartoffelbeete (c) by Joachim Wenk

Blick in den Weihergarten (c) by Joachim Wenk
Blick in den Weihergarten (c) by Joachim Wenk


Zucchini, Patisson und Buschbohnen wachsen auch munter. Die erste Zucchini ist verspeist. Was halt nicht wächst sind die 40 Grünspargelpflanzen. 5 waren im Juni etwa 15 cm hoch, zwei davon gingen wieder ein und ein oder zwei kamen neu. Aber das wird alles nichts mehr. Das ärgert mich sehr wegen dem Geld für die Pflanzen, wegen der Arbeit beim Pflanzen und wegen dem Jahr, das wieder verloren ist, bis es endlich eigenen Grünspargel gibt.

Buschbohnen, Zucchini und Patissonkürbis bei den Kartoffeln im Weihergarten (c) by Joachim Wenk
Buschbohnen, Zucchini und Patissonkürbis bei den Kartoffeln im Weihergarten (c) by Joachim Wenk


Erinnert ihr euch noch aus dem Blumenkohl vom letzten Blogbeitrag? Hier sieht man ihn in voller Pracht. Die Hälfte ist eingefroren und was ich mit der anderen Hälfte köstliches zubereitet habt, seht ihr wie immer bei achimsgartenzumessen.de.

prächtiger Blumenkohl (c) by Joachim Wenk
prächtiger Blumenkohl (c) by Joachim Wenk



Fränkischer Sommer - Karpfenteich und blauer Himmel

Zum Abschluß diesmal keine Blumenbilder,  sondern Karpfenteich in herrlicher fränkischer Sommerlandschaft bei 35°C und keinem Wind und, ach ja man sieht es glaube ich, keiner einzigen Wolke am Himmel. Den Karpfen geht es aber gut, sie sind munter und fressen fleißig. 

Karpfenteich im Juli (c) by Joachim Wenk
Karpfenteich im Juli (c) by Joachim Wenk

In der Erlenhecke um den Weiher blüht es doch tatsächlich auch ganz hübsch.

Blüten am Karpfenteich (c) by Joachim Wenk
Blüten am Karpfenteich (c) by Joachim Wenk

Blüten am Karpfenteich (c) by Joachim Wenk
Blüten am Karpfenteich (c) by Joachim Wenk








Kommentare:

  1. Hallo Achim,
    Dein Gewächshaus sieht ja wirklich toll aus! Seit diesem Jahr haben wir auch eins. Wir haben Gurken im Gewächshaus und Tomaten. und am Boden derzeit ein paar Salatpflanzen.

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    1. Ist schon toll so ein Haus oder? Da kann man im Frühjahr sehr zeitig anfangen und im Herbst auch noch anbauen. Viel Spass damit und viele Grüße , Achim

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  2. Toller Bericht! Ich hab zwei Gewächshäuser, eins aus Glas und ein altes Anlehngewächshaus. In beiden stehen Tomaten mit Tropfbewässerung. Das klappt super! Schaltuhr an und das Wasser läuft. Nur die Verlegung der Schläuche ist bissl Fummelei.Im nächsten Jahr möchte ich auch mit Paprika und Pepperoni anfangen.

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    1. Hast du Tropschläuche oder was zum Tropfen, wo zu jeder Pflanze ein Tropfen gesteckt wird. Letzteres war dabei beim Gewächshaus, da sind aber wirklich Dan unendlich viele dünne Schläuche im Gewächshaus. Und gebracht hatte es ja offensichtlich nichts. Jetzt habe ich die Tropfschläuche wie in den Beeten drin. Zwei nebeneinander pro Beet, da sehe ich immer genau so ein Schlauch ist und verbessere mich nicht in den Gewirkt. Und ausreichend Wasser bringen die auch.paprika ,wenn normal was haben sind echt lohnend vom Ertrag und vom Geschmack. Liebe Grüße Achim

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  3. Hallo Achim,
    dein Gewächshaus ist super. Schön, dass du nun so schöne Pflanzen hast - die sehen alle sehr gut aus.
    Leider ist der Platz für ein Gewächshaus in unserem Garten nicht vorhanden. Jesdes Jahr überlegen wir aufs Neue, wo wir denn zumindest ein kleines unterbringen könnten, doch das bleibt wohl ein Traum, der nicht erfüllt wird...
    LG Marie

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    1. Hallo Marie, also bevor ihr euch ein sehr kleines kauft, dann lieber nur ein gutes großes Frühbeet für Herbst Winter und Frühjahr. Ein Gewächshaus wenn zu klein ist wird innen zu heiß und die Pflanzen brauchen auch alle Platz der dann rasch knapp wird. Für Tomaten tut es auch ein Regendach, was aber bei der Dürre jedes Jahr bei uns gar nicht mehr nötig ist. Ihr bastelt doch gern könnt ja selbst eines bauen, falls es bei euch im Sommer regnet.

      Liebe Grüße Achim

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  4. Hallo Achim,
    das ist ja eine interessante Beobachtung mit dem Gewächshaus. Wie ich mich kenne, würde ich die Pflanzen unter Glas auch zu wenig gießen, gerade so, dass sie nicht welken. Und wenn dann unter Dach natürlicher Regen fehlt, hat man den Salat.
    VG
    Elke

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  5. Hallo Achim,
    Dein Gewächshaus ist schon eine andere Kategorie als uns kleines Teil. Toll, das Du das Problem "nur" mit mehr Wasser beheben konntest. Hier werden die Paprika nichts, das lasse ich bleiben. Aber die Tomaten, die müssen sein!
    Liebe Grüße
    Karen

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    1. warum werden sie nichts? ich habe dieses Jahr sogar ins Freie die übrigen Pflanzen gesetzt. Sie werden auch schon und haben Früchte dran. Gibt Sorten,die auch für Freiland geeignet sind. Die habe ich im Gewächshaus und gute Erfahrungen damit gemacht.
      Liebe Grüße Achim

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