Mittwoch, 19. Juli 2017

Ein Park, ein Landhausgarten oder eine Gartenausstellung - und ist Gemüse Ramschware?


Von Freud' und Leid des Gärtners - heute aber nur Freud'

Wenn man so intensiv mit, in und für seinen Garten lebt, wie ich das tue, erfährt man auch immer wieder Mißerfolge und Rückschläge. Ein wunderschönes Video dazu hat übrigens die Nadja veröffentlicht.  Wegen der starken Bindung an seinen Garten empfindet man das wohl auch noch viel schlimmer, als es andere Personen tun. 

Heute aber, ist es aber einmal wieder genau anders herum. Ich sehe all das Schöne meines Gartens. Und ich glaube fast, daß ich auch das noch intensiver spüre, als es andere Personen tun. 

Das Wetter passt gerade.  Es hatte minimal geregnet und die Temperaturen schwanken um die Mitte der zwanziger Grade. Ich habe etliches in den Staudenbeeten aufgeräumt und der Rasenmäher funktioniert wieder, so dass gerade frisch gemäht ist. Die Luft ist erfüllt von Insekten und lärmenden Spatzen - oder dem Gefauche ralliger Katzen. Anders als in den vergangenen Sommern ist der Rasen sogar grün. Es ist einfach wunderbar und ich will euch ein paar Fotos zeigen. 

Bei diesem Ausblick geht die Hausarbeit doch fast von allein


Fangen wir mit einem Blick nach  unten an. Sogar von hier oben freue ich mich einfach nur am Garten. Selbst wenn ich dabei Putzen und Bügeln muß. Dieser Blick ist gerade vom  Bügelzimmer unter Dach heraus fotografiert. Man sieht dabei den Vorgarten im Panorama. In der Mitte das Mäuerchenbeet mit den Staudenlücken über die ich kürzlich berichtete. Links der neue "Dorfbrunnen". Rechts die Vogeltränke, der Rummelplatz für muntere Spatzen die Hecke, die eigentlich längst müsste gestutzt werden. Aber das stört mich heute auch nicht. 

Bei diesem Ausblick fällt mir sogar das lästige Bügeln leichter. 


Landhausgarten Blick vom zweiten Stock in den Vorgarten (c) by Joachim Wenk
Landhausgarten: Blick vom zweiten Stock in den Vorgarten (c) by Joachim Wenk



Vorfreude auf den Garten


Wenn ich dann runter gehe und in den Garten will, trete ich durch die Haustüre in den Vorraum und blicke in einen "Park". So zumindest scheint es mir heute mit dem frisch gemähten Rasen.


Landhausgarten (c) by Joachim Wenk Landgarten
Landhausgarten (c) by Joachim Wenk


  Was ist es, ein Land-Haus-Garten, ein Park oder eine Gartenausstellung?


Auch diese Gartenszene finde ich so richtig passend für einen Landgarten. Alter Walnußbaum, Scheune mit Ramblerrose und ein paar Obstbäume. 

Die Säulenobstbäume haben den Sommerschnitt hinter sich und sehen wieder aus wie Säulen. Vergessen wir bei dem herrlichen Anblick den Frust über den April. Birne und Kirsche in voller Blüte. Schneeweiß und vielversprechend.  Endlich einmal Früchte von den etwa 3 Jahre alten Bäumen. Dann eine Woche - man ist es ja fast schon gewohnt - Wintereinbruch Ende April. Nachts -4° und auch weniger, je nach Kleinklima. Das dann Nacht für Nacht. Nun  was soll ich sagen. Jetzt  habe ich die Bäume eben wegen des schönen grünen Laubes und nicht wegen bunter Früchte da stehen. Auch schön. Vielleicht bekommen wir ja nächstes Jahr einmal eigenes Obst. 

Landhausgarten (c) by Joachim Wenk Landgarten
Landhausgarten (c) by Joachim Wenk



Im Staudenbeet gegenüber der Säulenbäume blüht als einziger gerade der Phlox. Er ist dieses Jahr wirklich wunderbar. Ansonsten blüht nicht viel. Einiges schickt sich an, demnächst zu blühen. In meinen Staudenbeeten  geht es eben nicht so geregelt zu. Manches hätte ich schon abschneiden können, dann aber würde ich mich nächstes  Jahr nicht freuen können. Freuen über die wilden und unbeabsichtigten Pflanzen- und vor allem Blütenfarbenkombinationen. Erst muß sich ja die Akelei, die Spornblume oder der braune Storchschnabel aussähen dürfen, bevor ich das Verblühte abschneiden kann.

Leben und Leben lassen beziehungsweise blühen und blühen lassen ist die Devise. Und so gefällt es mir. Ist nicht der Garten der Spiegel vom Charakter und der Persönlichkeit des Gärtners? Ich habe davon gelesen und muß sagen, Ja! Bunt, facettenreich, ursprünglich, natürlich, echt, nicht festzulegen, lebendig, humorvoll, mit Ecken und Kanten, mit schönen und weniger schönen Teilen. Das ist mein Garten.


Staudenbeet (c) by Joachim Wenk
Staudenbeet (c) by Joachim Wenk

Staudenbeet (c) by Joachim Wenk
Staudenbeet (c) by Joachim Wenk


Sagte ich nicht, wie ein Park kommt er mir vor, der Garten? In Kurparks oder Schloßgärten gibt es das auch. Die Palmwedel der riesigen Kübelpflanzen  wehen im Wind vor den Staudenbeeten. 

Das habe ich auch bei mir vor der Haustür. Ich muß nirgends hin fahren. 

Blick durch Palmenwedel aufs Staudenbeet (c) by Joachim Wenk
Blick durch Palmenwedel aufs Staudenbeet (c) by Joachim Wenk

Exotische Gewächse am mediterranen Platz mit Seerosenbecken. 

der mediterrane Platz (c) by Joachim Wenk
der mediterrane Platz (c) by Joachim Wenk


Zu meinen Mini-Opuntien in der Wanne habe ich dann auch die kleine der beiden anderen Opuntien gesellt. Ein Feigenkaktus als Mitbringsel von Rhodos vor unzähligen Jahren. Jetzt mit meinen anderen Sukkulenten kann ich ihn auch einmal repräsentativ ins Rampenlicht rücken. Bisher standen sie immer eher unbemerkt an der Hauswand hinter den andere Pflanzen. Sie sind unwahrscheinlich schwer und kippen sofort um, weil die riesigen Ohren sie nicht ins Gleichgewicht kommen lassen. Ob die auch Frost aushalten? Dann könnte ich sie im Herbst länger draußen lassen. Ich bin noch immer am recherchieren, was geschehen müsste, daß sei einmal blühen und die essbaren Früchte tragen.

Immerhin steht eine von ihnen nun schon weiter vorne und wird jetzt auch gesehen. Angelehnt an das Seerosenbecken, etwas windschief, als hätte sie einen leichten Schwipps. Trunken von der  Schönheit des Gartens im Juli?

Seerosenbecken mit angelehnter Opuntie und großer Palme (c) by Joachim Wenk
Seerosenbecken mit angelehnter Opuntie und großer Palme (c) by Joachim Wenk


Die Schmucklilie hat letztes Jahr nach dem Umtopfen nicht sonderlich geblüht. Anders diesen Sommer. Wichtig für sie ist es, im Herbst und Winter etliche Wochen bei Temperaturen unter 10°C zu stehen, sonst setzt sie keine Blüten an. Also beim  Einräumen aufpassen.
Schmucklilie, Agapanthus in voller Blüte (c) by Joachim Wenk
Schmucklilie, Agapanthus in voller Blüte (c) by Joachim Wenk


Eine kleine Ausstellung sukkulenter Freilandgewächse, formiert zu Miniaturlandschaften. Nicht nur ein Park, gar eine Gartenausstellung habe ich in meinem Garten. 

winterharte Sukkulente (c) by Joachim Wenk
winterharte Sukkulente (c) by Joachim Wenk

winterharte Sukkulente (c) by Joachim Wenk
winterharte Sukkulente (c) by Joachim Wenk

winterharte Sukkulente (c) by Joachim Wenk
winterharte Sukkulente (c) by Joachim Wenk


Wieder ein Erfolg durch  Nichtstun


Der Buchs in der Baumscheibe ist jetzt endlich richtig eingewachsen. Vom Buchsschnitt im Frühjahr habe ich Stecklinge zum Bewurzeln eingetopft, damit hier der Buchskreis einmal geschlossen wird. Der Storchschnabel innen im Kreis wächst und blüht munter. Und haben wir nicht gerade vom Aussähen lassen gesprochen? Ich habe von den Samen, die er reichlich gebildet hat welche gesät. Leider wurde es nichts mit Jungpflanzen. Anders hier im Beet. Beim Unkrautrupfen hatte ich es schon bemerkt. Lauter kleine Storchschnäbel wachsen da. Ohne dass ich hätte irgendwelche Mühen  mit der Aufzucht gehabt. Und das ist bei einem Garten wie meinem wichtig, zu Rupfen und nicht zu Hacken. Nur beim Rupfen sieht man die winzigen und gewollten Sämlinge der Stauden und lässt sie stehen! 


Baumscheibe am Hausbaum(c) by Joachim Wenk
Baumscheibe am Hausbaum(c) by Joachim Wenk

In der Baumscheibe brauche ich zwar keine weiteren Storchschnäbel. Aber wo anders durchaus. Zumahl diese hier wirklich trockenheitserprobt sind. Ich habe sie  ausgegraben und in die Topfplatte gesetzt. Da könne sie wachsen, gute Wurzeln bilden und werden im Herbst ausgepflanzt. Daneben sind ein paar Sämlinge der Alpenwaldrebe.  Hier hat mein Aussähen geklappt. 

Nachwuchs für die Staudenbeete (c) by Joachim Wenk
Nachwuchs für die Staudenbeete (c) by Joachim Wenk

Der Gemüsegarten und die Beeren

Werfen wir zum Abschluss noch einen Blick in den Gemüsegarten. 

Die Mariendistel, deren Samen wohl im Vogelfutter waren, bereichert das Tomatenbeet mit ihren Blüten. 

Marendistel im Tomatenbeet (c) by Joachim Wenk
Marendistel im Tomatenbeet (c) by Joachim Wenk


Dieses Jahr mag ein Johannisbeerjahr sein. Ich berichtetet ja darüber. Dafür fällt die Himbeerernte in nicht gekannt kleiner Menge aus. Ein falscher Schnitt der Triebe ist wohl die Ursache. Die einzelnen Beeren allerdings sind dieses Jahr überdimensional groß. Das macht wohl die ausreichende Wasserzufuhr durch die Tropfbewässerung. Das Aroma ist bekannt himbeerstark. Und! Nicht ein einziger Wurm in irgendeiner Beere. Ein Traum!

Himbeerernte (c) by Joachim Wenk
Himbeerernte (c) by Joachim Wenk

Weil ich schon so viele Johannisbeeren auch zu Konfitüre verarbeitet habe, wurden die Himbeeren gleich eingefroren. Wie das geht, beschreibe ich bei achimsgartenzumessen.de 

Daraus wird wieder die so beliebte Nachspeise für Geburtstagsfeste. Gefrorene Himbeeren, zerbröckeltes Baiser und Schlagsahne. Mehr braucht es dafür nicht. Und dazu ist es gut, wenn die Beeren schön als einzelne Beeren gefroren wurden.

Gemüse als Ramschware?


Gemüse ist so wahnsinnig billig, geradezu zu Ramschpreisen erhältlich. Ich frage mich manches Mal, wie der Erzeuger da noch von leben kann. Weil es so billig und ein Nebenprodukt auch in der Küche ist, wird es oft nicht richtig gelagert, verdirbt, wird achtlos zubereitet oder weggeworfen. 

Wie anders wäre das, wenn mehr Menschen einmal versuchen würden, Gemüse selbst anzubauen und zur Ernte zu bringen. Ich meine damit nicht eine Tomatenpflanze, behangen mit ersten Früchten im Baumarkt zu kaufen, sie dann in einen schönen Übertopf zu stellen und nach zwei Wochen die ersten Früchte zu ernten. 

Ich rede von dem anderen Gemüse. Und ja, außer Tomaten und Chilli gibt es noch anderes Gemüse, das man hier in Deutschland im Garten anbauen kann. Manches mal beim Durchforsten der sozialen Medien meine ich, daß das gar nicht bekannt ist.....

Jedenfalls schauen wir den Sommerlauch an. Ich habe ihn an Weihnachten 2016 gesät. Im April 2017 ausgepflanzt und kann ihn jetzt im Juli ernten. 7 Monate Arbeit und Kümmern. 

Meint ihr, wenn ein Rest von einer Lauchstange übrig bleibt in der Küche, daß ich den dann entsorge? Nach so viel Mühe, ihn zur Ernte zu begleiten?

Ich suche immer nach Möglichkeiten, den dann in andere Rezepten zu verwenden, was in der sehr flexiblen Gemüseküche immer möglich ist. Auch ein Grund für meine Küchen- und Vorratseite  (www.achimsgartenzumessen.de)in der laufend weitere  Rezepte und Konservierungsmöglichkeiten veröffentlicht werden. 

Aber auch Lauch in der Hauptrolle am Teller schmeckt köstlich. Heute gab es Lauchgemüse mit Semmel-Käse-Knödeln

Auch das sehr aromatische und anders als beim Winterlauch, eher zarte Grün, wird verwendet. Ich trockne es für Gemüsebrühe und als Gewürz. 

Sommerlauch (c) by Joachim Wenk
Sommerlauch (c) by Joachim Wenk


Mein  Winterlauch steht erstaunlich aufrecht im Beet. Obwohl ich ihn bei großer Hitze pflanzen mußte. Ich glaube den habe ich alles in allem etwas spät gepflanzt. Leider kam der nicht in die Puschen und ist einfach nicht gewachsen. Gesät habe ich ihn laut Samentüte zur rechten Zeit. Nun, bis Oktober kann der ja noch ganz schön wachsen. Und dann habe ich eben dünne Lauchstangen und nicht die dicken Prügel. Essen kann man ihn allemal.

Und auch der wird wieder, wie alles Gemüse aus meinem Garten, geradezu mit Ehrfurcht geerntet, gelagert, konserviert und schließlich zu Tisch genossen. In Dankbarkeit, diese Möglichkeit zu haben.

frisch gepflanzter Winterlauch (c) by Joachim Wenk
frisch gepflanzter Winterlauch (c) by Joachim Wenk












Freitag, 14. Juli 2017

schwarze Johannisbeeren und warum dann plötzlich Weihnachsttimmung aufkommt

Im letzten Beitrag hatte ich es ja angedeutet. Es war Internetausfall und ich nutzte die Zeit für....

Heute zeige ich, wofür ich die Zeit genutzt habe. Und wirklich, er Ausfall von Telefon und Internet dauerte vom Vormittag bis etwa 21 Uhr. Genau so lange verbrachte ich mit den Beeren. 

Tagesprogramm: schwarze Johannisbeeren und zwar kiloweise

Bei den schwarzen Johannisbeeren habe ich dieses Jahr wirklich eine Rekordernte. Auch ein paar Stachelbeeren sind im Körbchen. Den Strauch habe ich letztes Jahr als Winzling erst gepflanzt und damit bin ich mit der Ausbeute sehr zufrieden. Einige hängen noch am Busch.

Bis ich aber das Erntebild schießen konnte verging ja schon einige Zeit. Etliche Stunden war ich damit beschäftigt. Das Wetter wurde immer frischer und die Wolken immer dunkler. 



Ernte der schwarzen Johannisbeeren (c) by Joachim Wenk
Ernte der schwarzen Johannisbeeren (c) by Joachim Wenk

Johannisbeeren reifen zu Johanni, den längsten Tagen des Jahres


Aber kommt doch einfach einmal mit in den Gemüsegarten und seht, wo sie herkommen, die Schüsseln voller schwarzer Beeren.

Schwarz wie die Nacht. Schwarz, wie der Winter zu Weihnachten in Franken. Der totale Gegensatz. Zur Zeit der hellsten Tage des Jahres - Johanni ist ja gerade erst vorüber - werden diese düsteren Beeren reif. Und tragen auch noch die langen und hellen Tage im Namen - Johanni-sbeeren.

Ihr werdet es nicht glauben, aber später am Tag, als ich mich weiter und weiter mit den schwarzen Beeren beschäftigte, waberte doch tatsächlich etwas von der dunklen Jahreszeit durch meine Wohnung. Düstere Erinnerungen oder leise Vorahnung an eine bevorstehende Zeit. Dazu komme ich später aber noch einmal.

Ab in den Garten zum Beerenpflücken

Jetzt müssen wir erst einmal in den Gemüsegarten zu den Beerensträuchern.

Die Gartentüre ist durchschritten und was sehe  ich? Och nee, nicht der schon wieder.


mein Freund der Maulwurf.... (c) by Joachim Wenk
mein Freund der Maulwurf.... (c) by Joachim Wenk

Den lassen wir jetzt einfach mal links liegen. Denn auf dieser Seite des Weges befindet er sich ja tatsächlich.

Genau wie das Gewächshaus. In das hat er übrigens in all den Jahren noch immer keinen Weg gefunden, weil wohl das Fundament zu tief in den Boden reicht. 

Im Gewächshaus werden die Paprika immer ansehnlicher und größer. 

 Gewächshauspaprika (c) by Joachim Wenk
 Gewächshauspaprika (c) by Joachim Wenk

 Gewächshauspaprika (c) by Joachim Wenk
 Gewächshauspaprika (c) by Joachim Wenk



Weiter auf unserm Weg zu den Sträuchern geht es. Wir kommen am Beet mit den Gurken vorbei. Noch kein Mehltau. Toi Toi Toi. Blühen tun sie, Gurken hängen noch keine daran. 

Salatgurken(c) by Joachim Wenk
Salatgurken(c) by Joachim Wenk



Gegenüber der Beeren im Beet legt der Kren jetzt deutlich zu mit Wachstum. Er sieht gut aus dieses Jahr. 
Kren (c) by Joachim Wenk
Kren (c) by Joachim Wenk


Der Ewige Kohl.
ewiger Kohl (c) by Joachim Wenk
ewiger Kohl (c) by Joachim Wenk




Und das Blaukraut. Ich hab von letztem Jahr noch welches eingefroren. Das muß jetzt weg. Hier gibt es ein Rezept dazu.
Blaukraut (c) by Joachim Wenk
Blaukraut (c) by Joachim Wenk

Im Gemüsegarten ist wieder manches aus dem Ruder gelaufen


Na und das hier sieht hübsch aus ist aber etwas aus dem Ruder gelaufen. Hier sollte eine Reihe Möhren stehen. Möhren aber keimen bei mir nie und wenn, nur nach etlichen Malen Nachsähen. Immer wieder gehe ich die Sache im Frühjahr hoffnungsvoll an und verliere über die Wochen und Monate die Lust. Nur Mißerfolge. Also ließ ich die Ringelblumen gewähren. Darunter stehen dennoch einige Möhren. Die scheint die Gesellschaft nicht zu stören. Das Kraut ist groß und kräftig. 

Ringelblumen im Gemüsebeet (c) by Joachim Wenk
Ringelblumen im Gemüsebeet (c) by Joachim Wenk


Wenn wir schon dabei sind. Aus dem Ruder gelaufen, oh ja. Die Ringelblumen sehen wenigstens noch schön aus. Das hier im Bild ist das allererste Möhrenbeet von dieser Saison. Die Schalotten sind bereits abgeerntet und der Rest. Naja ihr seht ja. Möhren nachgesät, Vogelmiere überwuchert alles. Mühsam von Hand zwischen den Pflanzen gerodet. Gerodet und wieder gerodet. Dann Frust bekommen und jetzt warte ich, ob an den paar Möhren, die da stehen, was wächst oder nicht. Irgendwie jedes Jahr das Gleiche mit dem Möhren-Zwiebel-Beet.

aus dem Ruder geleaufenes Gemüsebeet (c) by Joachim Wenk
aus dem Ruder geleaufenes Gemüsebeet (c) by Joachim Wenk



Na endlich. Schwarze Beeren. Oder? Ach nein, das sind ja die Heidelbeeren. Heute geht es doch um Johannisbeeren. 

Kulturheidelbeeren (c) by Joachim Wenk
Kulturheidelbeeren (c) by Joachim Wenk


Da sind die schwarzen Johannisbeersträucher und keine Beere in Sicht


Ja, jetzt sind wir richtig. Einer der beiden schwer behangenen Johannisbeersträucher. Aber komisch. Man sieht ja gar nichts von den Beeren. 

schwarze Johannisbeersträucher  (c) by Joachim Wenk
schwarze Johannisbeersträucher  (c) by Joachim Wenk


Mal unter die Büsche gucken. Klar, die Träuble stehen ja nicht auf den Ästen, sondern hängen unter ihnen. Jetzt zufrieden? Ich schon. So eine reiche Ernte hatte ich noch nie. 

schwarze Johannisbeeren (c) by Joachim Wenk
schwarze Johannisbeeren (c) by Joachim Wenk


Dicke reife, süße, herbaromatische schwarze Johannisbeeren. 8 kg Beeren werden es nach etlichen Stunden Pflückarbeit sein. Gottseidank, so denke ich mir ständig, ist das Wetter heute anders als sonst zur Johannisbeerenernte. Immer von Mücken und Fliegen geplagt bei sengender Hitze in den Büschen  scheißgebadet hocken. Heute ist es frisch, starker Wind geht und immer wieder sprüht Wasser wie von einem Vernebler aus den Wolken. Richtig angenehm für diese langwierige Arbeit.


schwarze Johannisbeeren (c) by Joachim Wenk
schwarze Johannisbeeren (c) by Joachim Wenk

Nach der Gartenarbeit kommt immer die Küchenarbeit


Stundenlanges Pflücken und dann kommt noch das Verarbeiten. Heute wird das wohl nichts mehr mit anderer Gartenarbeit. Am Nachmittag wird das Wetter dann richtig unangenehm. Der Wind wird zum Sturm und der Sprühnebel zum  Regen. Es sieht aber schlimmer aus, als es ist. Gerade einmal 3 l sind vom Himmel gekommen. 


das richtige Wetter für Küchenarbeit (c) by Joachim Wenk
das richtige Wetter für Küchenarbeit (c) by Joachim Wenk


Ich stehe jedenfalls noch viele Stunden in der Küche. Das Wetter erinnert an November nicht an Juli. Nur dann wäre es draußen nicht so schön grün. 

Und mit dem düsteren Wetter, dem Regen an den Scheiben und den dunklen Beeren kam plötzlich Weihnachtsstimmung auf. Ich hatte es ja schon angedeutet. Irgend etwas waberte durch die Luft und ich hatte im Nu Weihnachtsfeeling im Blut. Schon komisch, wie ein kleiner Geruch solche Stimmungen wachrufen kann. 

Was für ein Geruch? Glühwein! 

Zumindest gezuckerter Rotwein, der im Topf kocht. Schwarze Johannisbeeren in Rotwein. Etwas ganz Feines. Wenn man es isst ,erinnert nichts an Weihnachten. Aber der Geruch von Rotweindampf bedeutet irgendwie sofort Weihnachten. 

schwarze Johannisbeeren abgerebelt (c) by Joachim Wenk
schwarze Johannisbeeren abgerebelt (c) by Joachim Wenk

Wie verwertet man 8kg Johannisbeeren?


8 kg sind verdammt viel. Konfitüre habe ich gemacht. Da muß man sie nicht abrebeln sondern nur durch die Beerenpresse lassen. Etliches von dem Fruchtmus habe ich direkt eingefroren. Mal sehen, was man da noch alles daraus machen kann. Eingefroren habe ich  die Beeren für Kuchen und Nachspeisen. Dazu muß man sie abrebeln. Wie ich diese Arbeit hasse. Das ist ja noch schlimmer als das Zupfen vom Strauch. 

Abends gegen 21 Uhr bin ich endlich fertig. Das Internet ist wieder da und ich brauche ein wenig Ruhe. Ganz schön anstrengend so ein Tag mit den Beeren. 

Details und Rezepte dazu findet man wie üblich bei achimsgartenzumessen.de



Schwarze Johannisbeerkonfitüre kernlos (hier findet man auch die Anleitung zum Herstellen von Beeren-Fruchtmus im Allgemeinen)


Mittwoch, 12. Juli 2017

Von Patagonien bis Kalifornien - überall kommen meine Stauden her

Gartentagebuch


Tagebucheintrag für das Wochenende 9.und 10. Juli 2017

Entwicklungsland Bayern


Nun ist schon Mittwoch und ich komme jetzt erst dazu, wieder einmal einen Bericht zu veröffentlichen. Eigentlich wollte ich den schon heute Morgen schreiben, vergaß aber, daß wir ja am Land leben. In der Pampa genau genommen. Naja jedenfalls im Entwicklungsland Bayern. Ihr merkt schon, daß ich durchaus ein wenig angesäuert bin. Leider haben wir am Land hier nicht immer Internet. Da das Telefon auch darüber läuft, haben wir dann auch kein Telefon. So fortschrittlich ist Bayern! 

Jedenfalls war heute wieder so ein Tag, an dem von morgens, bis spät am Abend nichts ging. Keinerlei Verbindung zur Aussenwelt war möglich. Lediglich an bestimmten Stellen im Garten konnte ich über das Netz vom Handy ab und an Mails empfangen. 

Ich nutzte die Zeit und habe....

Nein das wird der nächste Bericht. Jetzt schreibe ich nur kurz noch diesen, bereits vorbereiteten Text mit Bildern fertig. 

Lochmuster im Staudenbeet

Das Wochenende war noch einmal sehr warm, unangenehm warm sogar. Gleichwohl mußten die Arbeiten im Garten weiter gehen und ich schnitt endlich die verblühten Rosen ab. Dabei ging ich auch dem einen oder anderen Unkraut an den Kragen. 

Im Mäuerchenbeet vor dem Haus sieht es jetzt wieder aufgeräumter aus. Nicht nur aufgeräumt, sondern geradezu ausgestorben und leer ist es. 

Nun hatte ich solche Mühe, wirklich Stauden zu  finden und pflanzen, deren Blüte aufeinander abgestimmt ist. Letztes Jahr klappte das sehr gut und über das ganze Jahr blühte etwas. Das wird jetzt nicht mehr so sein. Viele kahle Stellen sind zu sehen. Der Winter war wohl zu hart? Ich weiß nicht warum, aber auch normale Stauden sind einfach nicht mehr da. 

Dass der Eukalyptus diesmal total erfroren ist, kann ich verstehen. Der Hibiskus ist auch tot. Ein Sommerflieder treibt erst jetzt richtig aus. Von ganz unten. Alles über der Erde ging im Frost im April kaputt. Da trieb er eigentlich schon. Ein paar andere Stauden sind auch einfach nicht wieder gekommen. Sogar die Stockrosen, die zu dieser Zeit weit über 3 m hohe Blütenkerzen hatten, sind gerade mal brusthoch, verkümmert, krank und haben winzige Blütenstängel. 

Ich habe  erst kürzlich gelesen, daß jetzt im Sommer die beste Zeit wäre, Stauden zu pflanzen. Sie vertragen das besser, als eine Herbstpflanzung. Aber ich weiß nicht. Es hat seit gestern zwar abgekühlt und ein wenig geregnet. Aber das ist nur von kurzer Dauer und bis ich vom Versand neue Stauden habe, ist es wieder heiß und trocken und sie gehen mir nicht an. Ich warte in meinem Garten wohl doch bis Herbst. Aber pflanzen muß ich, das steht fest, bei dem Lochmuster im Beet. 

Staudenbeet mit Steinmauer

Hier also ein paar Impressionen vom Mäuerchenbeet. 

Das patagonische Eisenkraut ist eine wirklich nicht sehr winterharte Staude. Allerdings macht  mir das gar nichts. Ich lasse es, wie könnte es anders sein, aussähen. Das Ergebnis sind jedes Jahr überall wieder neue Pflänzchen, die dann bis zum Winter blühen. Eine schöne Staude finde ich , mit solchen Eigenschaften. 

pataginisches Eisenkraut (c) by Joachim Wenk
pataginisches Eisenkraut (c) by Joachim Wenk


Die Rose ist gestutzt und man hat freien Blick auf die Vogeltränke. Das Motiv gefällt mir immer besser. Leider schaffe ich es nicht, mit dem Handyfoto auch die sich darin amüsierenden Spatzen zu fotografieren. Dazu müsste ich zu nah ran und dann sind sie weg. Es ist eine Freude, diese Bande da immer wieder einzeln oder in Gruppen planschen zu sehen. Ab und zu plumpst auch mal eine vom Würmersuchen-für-die-Jungen erschöpfte und abgemagerte Amsel zur Erfrischung da rein. 


Blick durchs Staudenbeet auf das Vogelfreibad (c) by Joachim Wenk
Blick durchs Staudenbeet auf das Vogelfreibad (c) by Joachim Wenk


Diese Stelle hier hat es besonders getroffen. Da ist viel blanker Boden und wenig Stauden. 

viele Stauden sind kaputt gegangen, jetzt hat das Beet Lücken (c) by Joachim Wenk
viele Stauden sind kaputt gegangen, jetzt hat das Beet Lücken (c) by Joachim Wenk


Staudenbeet mit Steinmauer (c) by Joachim Wenk
Staudenbeet mit Steinmauer (c) by Joachim Wenk

Der Lavendel gibt sich jedenfalls alle Mühe, die Blüh-Löcher zu kaschieren. 

blühender Lavendel hängt über die Steinmauer (c) by Joachim Wenk
blühender Lavendel hängt über die Steinmauer (c) by Joachim Wenk


Genau wie weiter vorne die kleine Bodendeckerrose. Hinter und neben ihr fehlen  allerdings drei Stauden . Gut dass ich den  wirklich von Jahr zu Jahr mehr wuchernden Storchschnabel im Beet habe. Meterlange Blütentriebe täuschen viele kleine Stauden vor. In Wirklichkeit ist es ein einziger Storchschnabel. Hier bei der Rose sieht man die alt-rosé farbenen Blütchen auch.

Bodendeckerrose (c) by Joachim Wenk
Bodendeckerrose (c) by Joachim Wenk



Im anderen Beet ist der Natternkopf (selbst ausgesät ) in Hochform.  Die Hummeln lieben ihn und ich auch, weil er so viele Monate blüht. 

Hummelpflanze Natternkopf (c) by Joachim Wenk
Hummelpflanze Natternkopf (c) by Joachim Wenk


Hummelpflanze Natternkopf (c) by Joachim Wenk
Hummelpflanze Natternkopf (c) by Joachim Wenk

Sommer am mediterranen Platz im Landgarten


Am mediterranen Platz wird es bunt. Die Zimtrinde prahlt wieder mit ihren irrsinnig gelben Blüten. 


Cassia oder Zimtrinde mit dottergelben Blüten (c) by Joachim Wenk
Cassia oder Zimtrinde mit dottergelben Blüten (c) by Joachim Wenk


Mein roter Geburtstagsoleander blüht noch und hat wieder neue Knospen.

Cassia und Oleander am mediterranen Platz (c) by Joachim Wenk
Cassia und Oleander am mediterranen Platz (c) by Joachim Wenk



Besonders viele Blüten hat die Agapanthus dieses Jahr.

Agapanthus und Olivenbaum  (c) by Joachim Wenk
Agapanthus und Olivenbaum  (c) by Joachim Wenk



Die Leichtigkeit des Sommers eingefangen hat scheinbar der kalifornische Mohn von der Marion B. 

kalifornischer Goldmohn   (c) by Joachim Wenk
kalifornischer Goldmohn   (c) by Joachim Wenk



Gleiche Farbe kräftigerer Wuchs gleich nebenan. Im Seerosenbecken wird durchgeblüht. 

Seerose   (c) by Joachim Wenk
Seerose   (c) by Joachim Wenk



Und bald blüht es auch bei der Haustüre. Der kretische Majoran hat sich reich mit Knospen bestückt. 

kretischer Majoran (c) by Joachim Wenk
kretischer Majoran (c) by Joachim Wenk


Blüten empfangen die Gäste

Auch am Eingang wird ab jetzt bis zum Winter durchgeblüht. Die Clematis begrüßt alle Gäste.

Übrigens freuen auch wir uns, Gäste begrüßen zu dürfen. Wer Lust hat oder in die Nähe kommt, sollte sich einfach vorher melden. Damit wir auch Zeit für euch haben. 

Clematis viticella Mary Rose (c) by Joachim Wenk
Clematis viticella Mary Rose (c) by Joachim Wenk

Clematis viticella Mary Rose (c) by Joachim Wenk
Clematis viticella Mary Rose (c) by Joachim Wenk

Vanille-Brötchen zum Kaffee im Garten


Am Freitag holte ich meine Eltern zu Besuch. Wir verbrachten einen wunderbaren Nachmittag im Garten. Auf der Terrasse im Schatten der großen Haselnüsse ließen wir es uns gut gehen. Am Vormittag hatte ich noch schnell gefüllte Vanillebrötchen gebacken. Das Rezept für diesen fluffig leichten Vanillegenuß gibt es wie immer bei achimsgartenzumessen.de .




gefüllte Vanillebrötchen (c) by Joachim Wenk
gefüllte Vanillebrötchen (c) by Joachim Wenk