Donnerstag, 8. Juni 2017

gemulchte Kartoffeln und quietschbunte Stauden

Vollgepackter Monat Mai


Mich würde doch wirklich einmal interessieren, wie das bei euch ist. Mein Mai ist vorüber und ich bin irgendwie ganz durch den Wind. In vier Wochen unsere beiden Geburtstage gefeiert,  Kirchweih gehabt, fast keine Woche ohne Feiertag - der den normalen Rhythmus ja auch wieder durcheinander bringt - und endlich "Sommer", daß alles was grün ist, am liebsten auf einmal raus ins Beet will. Und das was im Beet steht, nämlich das Unkraut, sollte rasch wieder raus aus dem Beet. Nebenher noch das übliche Leben. Also ich jedenfalls könnte grad mal 'ne Pause vertragen.....

Ihr habt es sicher schon gemerkt, dass ich beschäftigt bin, weil meine Nachrichten hier eher selten bis sporadisch kamen. Bevor ich also heute in den Garten gehe, ist es mir eine Herzensangelegenheit, endlich einmal wieder etwas von mir und meinem Garten zu berichten. 

Freud und Leid in nur einem Stückchen Gemüsegarten


Fangen  wir an mit meinem Gartengrundstück am Dorfweiher. Also hier liegen wirklich Freud und Leid unmittelbar nebeneinander. 

Die Kartoffeln gedeihen super prächtig. Mittlerweile haben wir es auch geschafft, eine dicke Mulchschicht aus Stroh aufzubringen. Gründlich darauf geregnet hat es auch.  Der Boden ist also feucht. Das Stroh hält die Feuchte im Boden, beschattet ihn, weil Kartoffeln ja kühlen und frischen Boden lieben. Und das Unkraut wird gut unterdrückt. Eine Sorge hier sind allerdings die Winden, die schaffen es natürlich auch durchs Stroh. Aber weil nichts anderes wächst außer Kartoffeln und Winden, kann ich sie immer gleich wieder orten und abreißen. 

Kartoffeln mit Stroh-Mulch (c) by Joachim Wenk
Kartoffeln mit Stroh-Mulch (c) by Joachim Wenk

Stroh als Mulch zwischen den Kartoffeln (c) by Joachim Wenk
Stroh als Mulch zwischen den Kartoffeln (c) by Joachim Wenk

Kartoffelkäfer habe ich mein Lebtag noch nie in einem meiner Gärten gehabt. Hier allerdings hat mich die Nachbarin schon gewarnt. Und was soll ich sagen, vor etwa 14 Tagen ging es los. Kartoffelkäfer auf den Kartoffeln. Viele davon frisch beim Poppen. Also ging ich alle ein bis zwei Tage hin und sammelte sie ab. Wo ich sie sah entfernte ich auch die knallorangenen Gelege auf den Blattunterseiten. Jetzt ist es wohl geschafft. Wenn ich zu den Kartoffeln gehe, muß ich schon arg suchen, um überhaupt noch einen zu  finden. Das ging ja doch noch mal gut. 

Das war als die "Freud" im Weihergarten. Kommen wir jetzt zum "Leid". 

Hier rede ich von meinem Grünspargel, auf den ich mich so freute und den ich mit so viel Liebe und gestreng aller Anleitungen gepflanzt habe. 40 Wurzeln vergraben  und nur zwei, ja es wurden nicht mehr, zwei poplig mickrige etwa 15 cm hohe Spargelpflanzen mit jeweils nur einem einzigen Trieb sind das Ergebnis. 2 von 40?! Also das enttäuscht mich echt und ich weiß nicht an was es gelegen hat. So ein schlechtes Ergebnis habe ich ja noch nie im Garten erzielt. 

Mulch und Mischkultur- im Gemüsegarten wächst diesjahr alles prächtig

Bessere Ergebnisse habe ich da im Gemüsegarten vor zu weisen. Die konsequent aufgebrachte Mulchdecke erweist sich auch hier als nützlich. Der Boden ist locker und sehr gut belebt. Sobald ich ein Loch grabe, um etwa wieder ein Gemüsepflänzchen einzusetzen, sehe ich Regenwürmer, Asseln, Tausendfüssler und anderes Getier. Mittlerweile ist auch das große Getier wieder da und wirft mächtige Haufen auf. Überall und meist in den Gemüsereihen. Vertreiben konnte ich ihn  noch nie. Weder mit Lärm noch mit Gestank. Also bleibt der oder die Maulwurf/Maulwürfin eben und frißt meine Würmer (schade) und Engerlinge (juchu) und durchwühlt meinen Garten. 

Das frühe Weißkraut steht sehr schön im Beet. Noch keinen weiße Fliege und keine Erdflöhe und keine Kohlweißlinge. Mal sehen wie das Jahr weiter geht. 



früher Weißkohl und Meerrettich (c) by Joachim Wenk
früher Weißkohl und Meerrettich (c) by Joachim Wenk

Mischkultur im Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
Mischkultur im Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk


Hier beim Blaukraut sieht man ein wenig die Spinatblätter der  Gründüngung zwischen dem Blau des Krautes hervorspitzen. Erdflöhe mögen angeblich keinen Spinat, daher dieses Jahr mal ein Test, ob die Gründüngung hilft, sie zu vertreiben.
Blaukraut mit Untersaat von Spinat gegen Erdflöhe (c) by Joachim Wenk
Blaukraut mit Untersaat von Spinat gegen Erdflöhe (c) by Joachim Wenk

In diesem Beet haben wir aber mal wirklich Mischkultur. Salat wird bald nicht mehr darin stehen. Der Blumenkohl fängt jetzt auch richtig an zu  wachsen. Zwischen Kohl und Salat habe ich Einlegegurken gepflanzt. Bis die richtig wachsen, ist das andere fast abgeerntet und die Gurken haben Platz. Auch Kürbis habe ich hier her gesetzt.  Noch ist er klein. Die Erbsen blühen bereits. Wenn sie abgeerntet sein werden, kann der Kürbis richtig los wuchern. Und schließlich stehen noch ein paar Tomaten und Paprika hier, die nicht mehr in ihre eigentlichen Beete passten.

Mischkultur im Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
Mischkultur im Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk

Der Sommerwirsing ist dieses Jahr schön wie noch nie. Herbst- oder gar Winterwirsing baue ich nicht mehr an, weil der noch nie etwas geworden ist. Der ist einfach nicht gewachsen.

früher Wirsing (c) by Joachim Wenk
früher Wirsing (c) by Joachim Wenk

Die Salatgurken sind noch klein. Das macht nichts. Die zur Beschattung dazwischen gepflanzten Sonnenblumen sind ja auch noch klein. 

Salatgurken (c) by Joachim Wenk
Salatgurken (c) by Joachim Wenk

Und hier wieder meine geliebten Blauwschokker-Erbsen. Die Blüte beginnt.

Blauwschokker Erbsen Blüte (c) by Joachim Wenk
Blauwschokker Erbsen Blüte (c) by Joachim Wenk

Die Frühkartoffeln wuchern. Schon drei Reihen Schnur habe ich an den Stützstäben hoch spannen müssen, damit sie halbwegs im Zaum gehalten werden können.

Frühkartoffeln (c) by Joachim Wenk
Frühkartoffeln (c) by Joachim Wenk

Wirklich spannend ist der Vergleich zwischen den Blauhilde Stangenbohnen und den Afrikanischen Meterbohnen. Die Blauhilde ist über 40cm hoch und schlingt sich um die Schnüre. Die Meterbohnen haben gerade mal ein zweites Blattpaar und hocken geduchkt am Boden. Von Kletterpflanze noch keine Spur.
Stangenbohne Blauhilde hinten , Meterbohnen vorne (c) by Joachim Wenk
Stangenbohne Blauhilde hinten , Meterbohnen vorne (c) by Joachim Wenk

Warum bei den Weihern der Rasen so unregelmäßig gemäht wurde

Bei den Karpfenweihern ist einmal wieder Rasenmähen angesagt. Überall blühen die weißen Margeriten . 
Margeriten-Wiese  (c) by Joachim Wenk
Margeriten-Wiese  (c) by Joachim Wenk

Nach dem Mähen stehen jetzt überall Inseln im gemähten Gras. Die Margeriten müssen natürlich verschont werden. Erstens wäre ja sonst die Blüte vernichtet und zweitens hätten wir dann bald keine Margeriten mehr in der Wiese. Man muß ihnen schon die Chance geben sich über Samen zu vermehren. 
Margeriten-Wiese  (c) by Joachim Wenk
Margeriten-Wiese  (c) by Joachim Wenk

Von quietschbunt bis pastellig oder in farblicher Harmonie - mir gefallen sie alle.


Im Ziergarten blüht es quietsch-bunt. Zum Beispiel die dottergelbe Trollblume, ein Geburtstagsgeschenk von der Erika, neben der pink-roten Spornblume.

Spornblume und Trollblume (c) by Joachim Wenk
Spornblume und Trollblume (c) by Joachim Wenk

Unter Troll und Sporn fängt auch der Natternkopf an zu blühen. Das freut mich besonders, dass der sich selbst ausgesät hat. Er ist zwar dann später im Jahr ein echt biestiges und wucherndes Geschöpf. Die Blüten erscheinen aber über viele Monate und sind eine Festtafel für all meine Hummeln im Garten.
Hummel-Liebling Natternkopf (c) by Joachim Wenk
Hummel-Liebling Natternkopf (c) by Joachim Wenk


Dunkelblauer Storchschnabeln und rot-pinke Weigelie.

Geranium phaeum und Weigelie (c) by Joachim Wenk
Geranium phaeum und Weigelie (c) by Joachim Wenk


Ach so ja, pastellig geht auch. Die ersten Blüten vom Rambler im Walnußbaum sind da. Gut dass es so kühl ist, da hält die Pracht länger.

Ramblerrose Paul's Himalayan Musk (c) by Joachim Wenk
Ramblerrose Paul's Himalayan Musk (c) by Joachim Wenk


Die Haferwurzeln haben sich überall im Garten ausgesät. Jetzt blühen sie in den Staudenbeeten wie hier bei der Terrasse oder im Gemüsegarten irgendwo in den Beeten.


Blüte der Haferwurzel (c) by Joachim Wenk
Blüte der Haferwurzel (c) by Joachim Wenk

Der neue Zierlauch (Allium bulgarium) vor dem schon länger dort stehenden und wirklich wuchernden, pardon wuchsstarken Storchschnabel "Nimbus" mit sehr fein gefiederten hübschen Laub.

Storchschnabel Nimbus und Zierlauch Allium bulgarium (c) by Joachim Wenk
Storchschnabel Nimbus und Zierlauch Allium bulgarium (c) by Joachim Wenk


Storchschnabel "Nimbus"

Storchschnabel Nimbus (c) by Joachim Wenk
Storchschnabel Nimbus (c) by Joachim Wenk

Ich hatte ihn schon verloren geglaubt. Er ist nicht so wuchskräftig und war dann letztes Jahr einfach verschwunden. Dieses Jahr sehe ich dort plötzlich seine Blüten. Er brauchte wohl ein Päuschen, der Storchschnabel "Summer Skies". 

Storchschnabel Summer Skies (c) by Joachim Wenk
Storchschnabel Summer Skies (c) by Joachim Wenk

Die Rosen blühen nach und nach auf. Hier die Rose de Resht.

Rose de Resht (c) by Joachim Wenk
Rose de Resht (c) by Joachim Wenk


Etwas zarter und feiner als das gelbe, ist das rosa farbene Brandkraut. Hier über blauen Flockenblumen. Ja, ich kann auch harmonierende Farbkombinationen pflanezn!

rosa Brandkraut  (c) by Joachim Wenk
rosa Brandkraut  (c) by Joachim Wenk


Die Blüte der weißen Pfingstrosen sieht ihrem Ende entgegen. Dafür blühen jetzt nacheinander die rosafarbenen auf.

weiße Pfingstrose  (c) by Joachim Wenk
weiße Pfingstrose  (c) by Joachim Wenk

weiße Pfingstrose  (c) by Joachim Wenk
weiße Pfingstrose  (c) by Joachim Wenk

Immer wieder ein Schauspiel ist die blaue Pracht dieses Storchschnabels.  Er war schon vor mir im Garten und daher habe leider keine Sortenbezeichnung.

blauer Storchschnabel  (c) by Joachim Wenk
blauer Storchschnabel  (c) by Joachim Wenk

Es ist Frühsommer - Zeit für Hollerküchle


Das phänomenologische Zeichen für den Frühsommerbeginn ist die Holunderblüte.  In unserer Hecke wuchern zwei Sämlinge. Weil der freistehende Strauch im Vorgarten nicht so große Blüten hat, lassen wir die Wildlinge einfach wachsen. Zur Blüten- und Beerenernte.

Holundersämlinge in der Ligusterhecke (c) by Joachim Wenk
Holundersämlinge in der Ligusterhecke (c) by Joachim Wenk


 Klar, daß wir gestern gleich einmal die noch läusefreien Blüten in der Küche verwendet haben. Es gab Hollerküchle. Die Küche roch noch am Abend nach Holunder und nicht nach Frittierfett.

Das Rezept gibt es HIER. 

Hollerküchle (c) by Joachim Wenk
Hollerküchle (c) by Joachim Wenk





Kommentare:

  1. Es freut mich, dass das Mulchen hilft. Ich mulche die Beete auch immer mit allem, was ich so kriegen kann. Leider finden das die Nacktschnecken auch toll...
    Wir haben letztes Jahr 20 m und dieses Jahr noch einmal 40 m weißen Spargel gepflanzt. Bisher sind alle gekommen. Ob die Wühlmäuse deinen Spargel gefressen haben? Hast du mal geschaut, ob noch Wurzeln zu finden sind?
    Viele Grüße Eva

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    1. Hallo Eva vielen lieben Dank für deinen Kommentar . Hmmm meinst du?Wühlmäuse? Möglich wäre es da am Hang gegenüber der Straße welche sind . Hab mich noch nicht
      getraut zu graben und nach zu sehen . Habe heute zwischen dem Spargel Buschbohnen gesät und gemerkt, dass noch zwei Winzlinge gekommen sind 4 von 40 sind ja tolle 10 Prozent 😬 Wegen der Schnecken. Komisch ist ja dass unten am Dorfweiher wo die Kartoffel stehen keine Schnecken sind.ob die wirklich die Wildenten holen? Liebe Grüße Achim

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  2. Guten Morgen Achim ,

    früher hatte eine Gartennachbarin auch Grünspargel und ich erinnerte mich noch schwach , dass sie auch die ersten beiden Jahre (oder so) keinen Spargel ernten konnte . Also hab ich ein bisschen recherchiert .
    Wann ist der Spargel erntereif?
    Nach der Pflanzung heißt es abwarten. Mindestens zwei Jahre lässt man die Pflanzen einfach wachsen und entfernt lediglich das abgestorbene Laub. Den Sommer über hält eine Mulchschicht aus gehäckselten Gartenabfällen die Erde gleichmäßig feucht und verhindert Unkrautwuchs.
    gelesen hier : https://www.mein-schoener-garten.de/gartenpraxis/nutzgaerten/gruener-spargel-anbau-und-pflege-3931

    Also nur Geduld :o) ..... und Danke für den wunderbaren Blog !!!!

    Herzliche Grüsse und viel Freude und Erfolg im Garten ,
    Maria

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    1. Hallo Maria, vielen lieben Dank für die Mühe, die du dir gemacht hast mit dem Recherchieren. Mir war das aber auch schon klar, dass ich dieses Jahr gar nichts und nächstes Jahr eher auch noch nichts ernten kann. Mein Problem ist, dass von den 40 Wurzeln die ich pflanzte und die jetzt lauter grüne Büsche sein müssten , nur 4 Pflanzen überhaupt getrieben hatten​. Und das nur so mickrig, dass ich nicht viel Hoffnung habe, sie länger halten zu können. Normal müssten die ja dieses Jahr viel Grün entwickeln , dass sie Kraft sammeln und grosse kräftige Wurzelstocke werden. Wenn sie aber erst gar nicht austreiben sind sie wohl tot. Wenn ich nicht weiss warum, brauche ich ja nächste Saison erst gar keine neuen pflanzen 😭 ich hatte auch Mulchfolie liegen, aber die hab ich jetzt weg, da ja nichts kommt.Ich muss da Mal den Lieferanten anschreiben, ob die wissen was da s hier gelaufen sein könnte.

      Viel Spass wünsche ich dir noch auf meinem Blog und ein super schönes Wochenende wünsche ich dir, Achim

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  3. Lieber Achim, vielen Dank fürs Mitnehmen. Ich habe heuer im Gemüsegarten wohl die falsche Erde erwischt und es herrscht weitgehend Stillstand. Immerhin blüht es in den Beeten.

    LG kathrin

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    1. Hallo Kathrin, dein Kommentar verwirrt mich jetzt doch wirklich, was für Erde kann man im Gemüsegarten falsch erwischen? Bi den Kübelpflanzen verstehe ich das aber im Gemüsegarten? Da habe ich doch Erde. Meine bin ja ch am verbessern und aufbauen aber ich habe Erde und muss keine dazu tun???

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