Sonntag, 16. April 2017

Die Sonne geht auf - Die Nacht ist vorbei

Frohe Ostern

Einen wunderschönen Oster-Sonntag 2017 wünsche ich all meinen Leserinnen und Lesern. Dazu Ruhe, Gesundheit, Frieden, Liebe und ehrlich empfundene Dankbarkeit. 

Dankbarkeit für all das was wir haben und was ist. 

Gerade die Dankbarkeit ist es, die mich schon vor Ostern immer wieder nachdenklich machte. Es wurde geplant: Wie feiern wir Ostern und wann treffen wir welche Familie zu gemeinsamen Stunden? Gibt es ein Osternest als nette Geste. Mit Eiern als Zeichen der Fruchtbarkeit? Fruchtbarkeit, die gerade dem Gärtner und allen Naturverbundenen Menschen zu dieser Jahreszeit allerorten auffällt. Oder eher christlich das Ei als Zeichen des Lebens, den Sieg des Lebens über den Tod, ja, die Auferstehung Jesu? 

Von der Dankbarkeit und wie man die Welt retten kann


Viel könnte man über die Symbolik, die Bräuche und Hintergründe dieses wichtigen Festes nachdenken. Immer allerdings geht es dabei um Tieferes, Wichtigeres und nicht um materielle Werte. 60€ im Durchschnitt geben wir Deutschen für ein Osternest aus, hörte ich im Radio. Mich schaudert bei diesen Worten. Ostern als Anlass unsagbar teuere Geschenke zu machen. Ein Wettlauf mit dem Weihnachtsfest? Wo bleibt hier das Wesentliche? Die Dankbarkeit, das Empfinden von Glück und Zufriedenheit über all das, was uns geschenkt wurde? Sind wir schon so reich beschenkt, daß uns Dankbarkeit und ein Gefühl von Zufriedenheit abhanden gekommen sind? Befinden wir uns  mitten im Sog des Wohlstands-Strudels, der uns bei allem was wir haben nur immer unglücklicher und unzufriedener macht? Die traurige Botschaft, die ich so oft empfange, lautet: Ja. 

Was kann man nur dagegen tun? Wer merkt überhaupt, daß man etwas tun müsste? Meine Einstellung in so vielen Dingen ist hier relativ einfach gestrickt. Ich stelle mich nicht hin als Lehrer, der ankreidet und maßregelt und unterrichtet. Nein, ich versuche selbst mein Leben so zu gestalten, wie ich meine, daß es besser wäre. Ich lebe vor, was ich gern in der Welt sehen möchte. 

Der Garten als Lebens-Coach


Angefangen hat das wirklich mit meinem Garten. Ich schätze das, was ich aus ihm geschenkt bekomme. Die Gemüse und Obsternten. Ich verarbeite alles und werfe nichts weg. Wenn man es selbst anbaut und bis zur Ernte bringt, schätzt man sein Essen wesentlich mehr, als wenn man für Cent-Beträge billigen Abfall in den Discountläden kauft. Man lernt aber auch Unterschiede kennen. Unterschiede bei der Qualität der Lebensmittel. Überhaupt nimmt man immer mehr den Unterschied zwischen Quantität und Qualität war. 

Man schätzt es, daß es wieder wärmer wird, die Sonne scheint, das Leben in die Natur zurück kehrt und  einen mit wertvollen Nährmitteln für den Körper und den Geist versorgt. 

Heute waren wir bereits traditionelle um 5.30 Uhr in der Kirche und haben die Auferstehung mit dem Sonnenaufgang gefeiert. Wer so zeitig aufsteht hat mehr vom Vormittag. Ich backe rasch noch einen Kuchen für die Familienzusammenkunft morgen. Natürlich ist auf dem Kuchen etwas von der Ernte vergangenen Jahres. Was ich aber eigentlich ansprechen möchte, ist etwas aus einer Fernsehsendung. Der Fernseher lief so nebenher und passend zum Fest kam eine Reportage über Klöster verschiedener Religionen und den Menschen darin. Es gibt christliche Klöster in denen sich die Menschen "einsperren", sie nicht verlassen und in Bescheidenheit von dem Leben, was ihnen geschenkt wird. Geschenkt nicht nur von der Natur, sondern auch von anderen Menschen. Sie wollen zeigen, daß es mehr gibt, als das Materielle, hieß es. 

Nun, so bescheiden, werde ich wohl nie  sein und will es wohl auch gar nicht. Trotzdem habe ich gleich an mich gedacht. Ich weiß auch ohne Kloster-Inhaftierung, daß es mehr gibt und weiß es zu schätzen. Die Arbeit im Garten und das Leben mit der Natur, ihrem Rhythmus und ihren Charakteristika sind ein guter Lehrmeister. Der Gleiche, der wohl auch vor tausenden von Jahren die Vorfahren lehrte, dankbar zu sein. Dankbar für die Auferstehung des Lebens jetzt im Frühling, um es einmal religionsneutral und allgemeingültig auszudrücken.  

Frühling heißt: Licht und Leben kommen wieder in die Welt  


Passend zur Dankbarkeit und Freude dieses Festes und meiner empfundenen Stimmung,  erinnere ich mich auch an Zeilen aus einem in der Kirche gesungenen Lied: 
Die Sonne geht auf: Christ ist erstanden!
Die Nacht ist vorbei: Christ ist erstanden!
Die Sonne geht auf.
Vergessen sind Ängste, Not, Kummer und Schmerzen, wir atmen freier und singen von Herzen:
Die Sonne geht auf: Christ ist erstanden! Die Nacht ist vorbei.

Die Sonne geht auf, ein Grund im Frühling ein Fest zu feiern, wenn das Licht und Leben wieder in die Welt kommt. Wirklich scheint gerade die reale (und nicht nur die metaphorische) Sonne auf den Frühlingsgarten und in die Wohnung. Ein herrlicher Tag beginnt. Tatsächlich ist es doch oft wirklich so, daß Ängste und Schmerzen verschwinden, wenn die Sonne am neuen Morgen wieder aufgeht.  Oder nach einer dunklen Zeit im Leben scheint irgendwann wieder die Sonne, es kommen helle  Tage und es heißt: Vergessen sind Ängste, Not, Kummer und Schmerzen.

Dieses Empfinden und die veränderte Wahrnehmung werden von  Jahr zu Jahr intensiver. Jedenfalls spürbar, seit ich mich  mit meinem Garten hier beschäftige und auseinander setze. Was bringen  Selbstfindungsseminare oder Sinn-Workshops, wenn man danach in sein lebensfremdes steriles und materielles "Leben" zurück kehrt? Der Seminarleiter verdient sich eine goldene Nase und die Teilnehmer kommen wieder und wieder, immer in der Hoffnung auf  Erleuchtung. Ich würde jedem auf der Suche nach sich und Sinn empfehlen, einen Garten ernsthaft zu bewirtschaften und Lebensmittel für sich anzubauen. Das Ergebnis wird unbezahlbar sein. 

Freude am Teilen der Freude


Ich jedenfalls habe die letzten Tage schon angefangen für einen Ostergruß hier die schönsten Blüten zu fotografieren. Für mich ist es, egal wie abgedroschen es klingen mag, tatsächlich so, daß geteilte Freude über all das Schöne, doppelte Freude bedeutet. Jedem möchte ich immerzu die schönsten Szenen aus meinem Garten zeigen. Und jeder Besucher muß da auch durch, bevor es dann an den gedeckten Ttisch geht. Der Gartenrundgang ist Pflicht. Zur Belohnung gibt es danach schließlich immer in irgendeiner Form etwas Selbst-Gemachtes aus dem Garten. 

Ich hoffe ihr habt Freude am virtuellen Blüten-Rundgang in meinem Frühlingsgarten. Leider können wir uns jetzt nicht real an einen Kaffeetisch mit Kuchen setzen. Trotzdem hoffe ich, ihr tut das bei euch und genießt in Dankbarkeit die Tage des Osterfestes. Ich wünsche allen, daß die Sonne aufgeht (metaphorisch und real) und dass es bewußt wahr genommen wird.






Katzenminze (c) by Joachim Wenk
Katzenminze (c) by Joachim Wenk

Katzenminze (c) by Joachim Wenk
Katzenminze (c) by Joachim Wenk

Katzenminze (c) by Joachim Wenk
Katzenminze (c) by Joachim Wenk


Immergrün (c) by Joachim Wenk
Immergrün (c) by Joachim Wenk

Vergissmeinnicht  (c) by Joachim Wenk
Vergissmeinnicht  (c) by Joachim Wenk


Vergissmeinnicht  (c) by Joachim Wenk
Vergissmeinnicht  (c) by Joachim Wenk

Schlüsselblumen  (c) by Joachim Wenk
Schlüsselblumen  (c) by Joachim Wenk

Schlüsselblumen  (c) by Joachim Wenk
Schlüsselblumen  (c) by Joachim Wenk



Tulpen  (c) by Joachim Wenk
Tulpen  (c) by Joachim Wenk


Buschwindröschen und Katzenminze  (c) by Joachim Wenk
Buschwindröschen und Katzenminze  (c) by Joachim Wenk

tränendes Herz  (c) by Joachim Wenk
tränendes Herz  (c) by Joachim Wenk

weiße Narzissen (c) by Joachim Wenk
weiße Narzissen (c) by Joachim Wenk


weiße Narzissen   und lila Tulpen (c) by Joachim Wenk
weiße Narzissen   und lila Tulpen (c) by Joachim Wenk

weiße Narzissen   und lila Tulpen unterm Hausbaum  (c) by Joachim Wenk
weiße Narzissen   und lila Tulpen unterm Hausbaum  (c) by Joachim Wenk

weiße Narzissen   und lila Tulpen unterm Hausbaum  (c) by Joachim Wenk
weiße Narzissen   und lila Tulpen unterm Hausbaum  (c) by Joachim Wenk


lila Tulpen (c) by Joachim Wenk
lila Tulpen (c) by Joachim Wenk

tränendes Herz  (c) by Joachim Wenk
tränendes Herz  (c) by Joachim Wenk




Blick in den Garten (c) by Joachim Wenk
der Blick vom PC in den Garten erzeugt immer Dankbarkeit in mir (c) by Joachim Wenk


Staudenbeet vor dem Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
Staudenbeet vor dem Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk

Staudenbeet und Walnußbaum mit Ramblerrose (c) by Joachim Wenk
Staudenbeet und Walnußbaum mit Ramblerrose (c) by Joachim Wenk









Kommentare:

  1. So eine Baumscheibe habe ich ja auch rund um meinen Apfelbaum Minister Hammerstein. Sie schaut Deiner sehr ähnlich! Phlox soll sich besonders gut auf die Apfelernte auswirken, hatte ich gehört und so habe ich jetzt niedrige Phloxe untergepflanzt. Bin wirklich gespannt!

    Was diese Seminare betrifft, kann ich Dir nur recht geben, wenn man sein Leben danach nicht ändert, bringt es nichts. Manche finden es einfach cool, solche Seminare zu besuchen und träumen lieber. ;-) Allerdings kann Lebensmittel nicht jeder anbauen. Wir haben mal so leben wollen und festgestellt, wir sind dafür nicht gemacht. Das kannst Du schon in der biblischen Geschichte zurückverfolgen - jeder hatte andere Aufgaben und vor allem andere Gaben! Ein kompletter Selbstversorger ist schon ein hartes Brot!Aber man braucht für ein sinnerfülltes Leben kein Selbstversorger mit Lebensmitteln zu sein. Das Tauschgeschäft gab es schon immer auf der Welt - es kann auch eine andere Tätigkeit sein oder Handarbeiten, alles, was für die Seele gut ist und wer keinen Garten hat, wandert einfach in der freien Natur, was übrigens ohnehin unerläßlich ist, wenn einem an der Fitness gelegen ist, für die man auch ein aerobisches und nicht nur statisches Training braucht.

    Frohe Ostern auch Dir!
    Alles Liebe
    Sara

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    1. Hallo Sara, ja solche Baumscheiben sind was schönes, den Storchschnabel habe ich drauf gepflanzt, weil die halt mit der Sonne und Trockenheit zurecht kommen. Wegen dem Selbstversorger wollte ich noch paar Dinge sagen. Einmal meine ich das ja auch niemals dogmatisch, bin selbst kein Vollselbstversorger und wohl wegen der lockeren Einstellung auch nicht mehr in diversen Facebookgruppen. Ich mache es weil es mir Freude bereitet und eben so viel wie mir Zeit und Platz zur Verfügung stehen. Klar kann nicht jeder Lebensmittel anbauen, aber viele die es könnten ja genau es auch nicht und ich meine dass es besser wäre so wenn mehr Menschen benutzen ein paar Lebensmittel selbstbauhauen wurden wegen dem Bewusstsein was es bedeutet so was bis zur Ernte durchzuziehen, Zusammenhänge von Wetter, Boden, Sonne, Frost, einfach die Natur selbst. Dass nicht total entsetzt im März geklagt wird, dass nicht täglich 25 Grad sind und der Himmel wolkenfrei und niederschlagsfrei, um selbst zu feiern, spontan zu sein und Spass zu haben oder Anzugrillen.....Ich meine viele Menschen sind einfach zu entfremdet, dabei sind und bleiben wir selbst ein Teil der Natur. Denn essen muss jeder und man kann nicht hat alles künstlich erzeugen. Es muss nicht jeder Barfußstraße mit Juteklamotten für h die Felder Robben, habe Mal darüber geschrieben, dass wohl schon ein Topf Schnittlauch ausreichen würde, etwas Bewusstsein ins Leben zurück zu bringen. Nicht einen Topf kaufen, ans hauen und dann warten, dass man etwas empfindlichet oder anders wahrnimmt. Nein einen Topf kaufen und die Pflanze am Leben erhalten, ernten und
      Pflegen. Unter einem Jahr bringt es fast noch nichts , erst nach einem vollen Jahreszyklus glaube ich habe merkt man was es bedeutet. Und einen Topf Schnittlauch kann fast jeder Mal probieren. Zumindest sollte jeder der merkt dass ihm was im Leben fehlt das einmal probieren. Hey ich mach nen teuren Workshop draussen.... Was meinst du wie viele dann plötzlich zu Schnittlauchselbstversorgern und besseren Menschen werden 😂 schönen Sonntag wünscht ne ich dir noch, liebe Grüße Achim

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  2. Lieber Achim, wieder mal ein sehr schöner Post! Du findest immer so schöne Worte. Mir ist das leider nicht gegeben aber ich lese deine Posts immer sehr gerne. Ich wünsche dir noch eine Schöne Woche! LG Dana von Knipslust

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    1. Danke Dana, ich freu mich so sehr über solche Kommentare, ich tanze grad mit wirbelnden Ohren, wie Snoopy auf seiner Hundehütte und freue mich, daß die Woche so gut beginnt. Es ist schön Leser zu haben, denen das gefällt, was man schreibt. Liebe Grüße und eine schöne Woche, Achim

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