Samstag, 22. April 2017

Flammende Tulpen, ein Werbegeschenk das mißmutig stimmte und das fränkische Pflichtgewürz

Gartentagebuch vom Samstag den 22. April 2017


Das Wetter ist sicher typisch für den Monat April. Das heißt aber nicht, daß es mir gefällt und ich den ganzen Tag im Garten arbeiten möchte. Es ist  recht frisch und  ein kalter  Wind fegt durch den Garten. Wirklich auffällig ist das stete Auf und Ab der Temperaturen und des Sonnenscheines. 

Dummerweise haben der Rhythmus des Wetters und mein Arbeits-Freizeit-Rhythmus entgegengesetzte Schwingungen. Das geht nun schon seit Wochen so. Ich kann immer Samstag und am Mittwoch im Garten nach Herzenslust arbeiten (Sonntag auch, aber da dann eher nur leichtes Garteln, es ist schließlich ein Ruhetag). Nun zeigt sich aber, daß das Wetter sehr konsequent und hartnäckig immer an diesen Tagen die Sonne verweigert und viele Grad weniger in der Luft liegen, als just an den Tagen, die ich komplett weggesperrt auf der  Arbeit verbringe. 

Gestern, Freitag, gab es Sonne und milde Temperaturen. Als wir nachts heim fuhren hatte es noch immer 10°C. 

Heute am Samstag schafft es das Thermometer mit Hängen und Würgen gerade mal auf 7°C. Die Sonne fehlt komplett und dann kam auch noch Nieselregen. Aber nicht zu früh freuen über den erhofften Regen, es waren nur 2l die herunter kamen. 

Gut, daß ich mir schon viele Notizen in mein Aufgabenbuch gemacht hatte und nun einfach auswählen konnte, was bei dieser Wetterlage trotzdem zu schaffen ist. Damit war der Tag nicht vollends ergebnislos. 

Einzig die Hauptaufgabe, das Pflastern der Terrasse, litt arg unter dem Wetter. Das heißt, daß nur die Hälfte von dem geschafft wurde, was dem Tagesziel entsprochen hätte. Aber hallo! Die Hälfte heißt, daß die Hälfte der Terrasse mit den neuen Platten ausgelegt ist. Das ist doch schon sehr schön. Und es gefällt uns, wie es wird. Immerhin haben wir die Platten seit Oktober im Garten liegen und überlegen, wie sie sich wohl ausgelegt auf der Terrasse einmal machen werden. 

Terrasse halb fertig gepflastert (c) by Joachim Wenk
Terrasse halb fertig gepflastert (c) by Joachim Wenk





Die eisigen Nächte der letzten Tage haben ihren Tribut gezollt und doch fast alles am Leben gelassen. Ein paar Spuren sieht man, aber die werden, wenn es wärmer wird, bald vergessen sein. 

Feuer und Flammen  im Frühlingsbeet

Durch die Kälte habe ich länger etwas von den schönen Tulpenblüten. Bei praller Sonne und 25°C wären sie binnen weniger Tage hinüber.

Zum ersten Mal habe ich wieder diese verrückten Papageitulpen. Die Sorte hatte ich vor vielen Jahren schon im Hinterhofgarten in den Blumenkübeln. Vergangenen Sommer, auf der Gartenschau, entdeckte ich sie beim Blumenzwiebelstand und nahm sie sofort mit. 

Ein Flammeninferno in Rot und Gelb und Orange mit grünen Flammen. Der explodierende Frühling im Beet. Genau mein Geschmack. 


Papageitulpe (c) by Joachim Wenk
Papageitulpe (c) by Joachim Wenk


Papageitulpe (c) by Joachim Wenk
Papageitulpe (c) by Joachim Wenk

Ein Werbegeschenk das mich verbitterte


Die rot-gefüllte  Tulpe an der Scheune hat auch etwas von prallem Frühlingsgefühl. Eigentlich ärgerte ich mich fast schon über diese und andere Zwiebeln. Als ich anfing zu bloggen, bekam ich einmal von einer Firma ein Paket Zwiebeln geschickt, mit der Bitte darüber zu schreiben. Das übliche Vorgehen und mir aber neu. Ich freute mich über das Präsent. Gleichzeitig las ich aber in anderen Blogs, die auch von der Firma beschenkt wurden, über deren Zwiebelsortiment. Ich bekam die einfachen, Allerweltssorten, während die bloggenden Damen edle Zwiebeln in sehr vornehmen und dezenten Farben bekamen.

Was sagt mir das, daß ich die plumpen, einfachen und derben Sorten bekam und nicht die feinen und zarten außergewöhnlichen Exemplare? Ich war wirklich  ein bisschen sauer. Dennoch hatte ich aber nun mal die Zwiebeln kostenlos erhalten. Also schrieb ich über das Paket und versteckte sie in der Erde. Seither muß ich jedes  Frühjahr an diese  Begebenheit denken. Ich habe für alle einen passenden Platz gefunden und so im Beet machen sie sich dann doch erstaunlich gut und gefallen mir. Auch ohne den Hauch von Luxus und Noblesse, den andere vielleicht ausstrahlen würden.

Und psst, aber nicht weiter sagen: Luxus und Noblesse passen dann ja auch wirklich nicht in meinen Garten. Jetzt hat er sich entwickelt und seinen eigenen Stil gefunden. Das aber konnten die von der Firma damals aber noch nicht wissen. Sauer bin ich also immer noch. Was hatten die nur für ein Bild von mir?

rot gefüllte Tulpe (c) by Joachim Wenk
rot gefüllte Tulpe (c) by Joachim Wenk

Die folgenden Tulpen habe ich mir selbst ausgesucht. Sie gefallen mir jedes Jahr wieder. Und sie werden auch immer mehr glaube ich. Weniger jedenfalls sind sie noch nicht geworden.


fliederfarbene Tulpen (c) by Joachim Wenk
fliederfarbene Tulpen (c) by Joachim Wenk

fliederfarbene Tulpen (c) by Joachim Wenk
fliederfarbene Tulpen (c) by Joachim Wenk


fliederfarbene Tulpen und weiße Narzissen (c) by Joachim Wenk
fliederfarbene Tulpen und weiße Narzissen (c) by Joachim Wenk



Fernwirkung allerdings haben die wenigen blühenden Zwiebeln im großen Staudenbeet noch nicht. Vielleicht spielt da ja aber auch das trübe Wetter eine Rolle.

 Staudenbeet im  April (c) by Joachim Wenk
 Staudenbeet im  April (c) by Joachim Wenk


Salat und  Zwiebeln dürfen ins Gemüsebeet, während die anderen noch nicht raus können

Gemüse auspflanzen stand ganz dick markiert in meiner Aufgabenliste. Meine vorgezogenen Pflänzchen sind wunderbar geworden und müssen dringend ins Beet. Vor der Frostperiode wollte ich sie aber auch nicht raus setzen. Heute habe ich dann auch nur den Salat und einen Teil der gesäten Zwiebeln ins  Beet gebracht. Ein Vlies kam anschließend auf alle Fälle noch einmal darüber. 

frisch gepflanzter Salat (c) by Joachim Wenk
 frisch gepflanzter Salat (c) by Joachim Wenk

Rotkohl, früher Weißkohl und Blumenkohl scharren wirklich schon mit den Hufen, dass es endlich losgehen kann mit dem Wachsen im Freien.


emüsejungpflanzen im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
Gemüsejungpflanzen im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk

emüsejungpflanzen im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
emüsejungpflanzen im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk

Meine geäugelten Kartoffeln, Kellerüberbleibsel vom letzten Jahr (Rosa Tannenzapfen) wachsen auch kräftig. Da ich sie während der letzten Tage nach innen holte, schossen sie mir trotz Pflanzenleuchte etwas gakelig in die Höhe. Heute habe ich sie wieder raus gestellt ins Gewächshaus. 

geäugelte Kartoffeln fangen an zu treiben  (c) by Joachim Wenk
geäugelte Kartoffeln fangen an zu treiben  (c) by Joachim Wenk


Das fränkische Pflicht-Gewürz


Ein Pflanzenpaket vom Rühlemann kam per Post. Letztes Jahr hatte ich so leckeren Majoran gesät und gepeppelt. Sehr zarte Pflänzchen waren das, aber lecker und so aromatisch. Ich dachte es wäre eine mehrjährige Angelegenheit. Dem war aber nicht so und weil sie mir so schwer gelangen und so mickrig waren, kaufte ich mir  diesmal ein paar fertige Pflanzen einer anderen Sorten. Jetzt bin ich gespannt auf diesen Majoran. Majoran muß einfach sein. Und in Franken ist er  sowieso ein Pflicht-Gewürz.

Jedenfalls gibt es diesmal drei Töpfchen italienischen Majoran. Majorana hortensis, eine angeblich robuste Sorte.
dreimal italienischer Majoran und eine Stevia (c) by Joachim Wenk
dreimal italienischer Majoran und eine Stevia (c) by Joachim Wenk


Und weil er mir im Katalog so gut gefiel, einen kretischen Majoran . Origanum dictamus. Er soll im Topf besser gedeihen als im Boden. Wie man an den lateinischen Namen erkennt, muß Majoran nicht unbedingt Majoran heißen.  Es gibt da verschiedene Arten, die nach Majoran schmecken. Ich habe einmal  recherchiert. Echter Majoran ist glaube ich der Origanum majorana. Mir war das aber dann schon fast zu kompliziert. Eine Wissenschaft für sich. Nun kaufe ich einfach, was als deutsche Bezeichnung Majoran am Etikett stehen hat. Mein italienischer und der von Kreta haben, das wurde selbstverständlich sofort getestet, ein deutliches Majoran-Aroma. Mehr will ich ja gar  nicht. Und der Kreta-Majoran gefällt mir schon jetzt. Er soll auch sehr schön blühen.

Kreta - Majoran (c) by Joachim Wenk
Kreta - Majoran (c) by Joachim Wenk

Majoran topfen und Tomaten mit Stützen versorgen, das geht auch beim Regenschauer im Haus. 

Tomaten Jungpflanzen (c) by Joachim Wenk
Tomaten Jungpflanzen (c) by Joachim Wenk


Feigen gehen wohl bei uns doch auch nur im Haus und nicht im Freien. Jedenfalls nicht  zu dieser  Jahreszeit, wenn derartige Temperaturen des nächtens ihr Unwesen treiben. Jetzt kann ich sie doch noch deutlich zurück schneiden. Das hatte ich angesichts der vielen kleinen, neuen Feigenfrüchte gelassen. 

Feige ist erfroren (c) by Joachim Wenk
Feige ist erfroren (c) by Joachim Wenk


Amaryllissämlinge werden verpflanzt

Vielleicht erinnern sich manche ja auch noch an vergangen Sommer. Da habe ich aus den Samen meiner Amaryllis selbst Jungpflanzen gezogen. Die wurden getopft, verbrachten den Winter auf der Fensterbank, bekamen Schildläuse und fangen jetzt wieder an zu wachsen. Die Töpfe sind zu klein und  ich weiß nicht, was ich mit so vielen Amaryllis anfangen soll. Jedenfalls stehen jetzt etliche in Schalen. Kirschkerngroße Zwiebelchen haben die bereits unter der Erdoberfläche. 

Amaryllis-Jungpflanzen  (c) by Joachim Wenk
Amaryllis-Jungpflanzen  (c) by Joachim Wenk

Amaryllis-Jungpflanzen  (c) by Joachim Wenk
Amaryllis-Jungpflanzen  (c) by Joachim Wenk

Amaryllis-Jungpflanzen  (c) by Joachim Wenk
Amaryllis-Jungpflanzen  (c) by Joachim Wenk

Der Sämlinge meiner Leuchterblume wächst auch schön langsam vor sich hin. 


Leuchterblume-Jungpflanze  (c) by Joachim Wenk
Leuchterblume-Jungpflanze  (c) by Joachim Wenk


So jetzt mache ich hier Feierabend. Immerhin bekommen wir gleich noch Besuch. Heute gibt es frisch geräucherten Karpfen zum Abendessen. Eine wirklich köstliche Rarität, die  ich nicht verpassen darf.

Kommentare:

  1. Ah...ich finde das echt nett, dass du sooo fleißig gärtnerst UND dann auch noch alles so haarklein hier verbloggst. Manchmal denke ich, ich mache das auch, aber dann "verläuft" sich wieder alles. Also...hauptsächlich das dokumentieren darüber.
    Das mit dem Majoran ist interessant, denn dieses Jahr muss bei uns auch wieder Majoran ins Beet.
    Und schöne Tulpen hast du!

    Sonnigen Sonntag
    wünsche ich!

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    1. Hi hi ich weiß, das ist schon recht viel was ich schreibe. Hab halt so nen grossen Mitteilungsdrang über mich und meinen geliebten Garten. Ist auch wirklich für mich persönlich ein Tagebuch. Zumindest was halt den Garten angeht. Ja mit dem Majoran musst du mal googeln ist schon interessant. Und gel des stimmt vei, a Massarohr is immer guad. Bei uns nennen sie den Majoran Massarohr , zumindest glaube ich, dass das so geschrieben würde, täte man das schreiben....

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  2. Jetzt ärger dich nicht über die Tulpen, mein Sortiment war auch etwas schräg. Deine Terrasse gefällt mir seeehr gut!

    Sigrun

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    1. ach, hattest du auch mal ein Zwiebelpaket von der Firma mit blauen Etiketten und Tüten bekommen? Uns gefällt die Terrasse auch ganz wunderbar. Wenn jetzt noch alles eingeschnitten und der Weg angepasst ist, sind wir schon fertig und können wieder bemöbeln. Nur das Kiesbeet muß dann noch gefüllt und ein Grill gebaut werden. Viele Grüße Achim

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  3. Hallo Achim,
    vielen Dank für deinen Tipp über Monsanto.
    Ich habe den heutigen Regentag genutzt, um viel zu lesen und bin jetzt auch richtig gut informiert.
    Viele Grüße,
    Anette

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    1. hallo Anette,ich sitze auch vor dem PC anstatt im Garten zu arbeiten. Heute morgen Schneeregen bei 2 Grad. Jetzt kein Regen bei 5 Grad. Das wird aber dennoch kein Gartenwetter mehr heute....

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