Donnerstag, 27. April 2017

So wie die Jahrszeiten wechseln, ändern sich auch die Ernten im Gemüsebeet

Gartentagebuch vom Donnerstag, dem April 2017

Am Wochenende soll das Frühlingswetter wieder auftauchen. Wie für dieses Jahr üblich, habe ich genau dann keine Zeit für den Garten und so schreibe ich heute zum Abschluß einer Jahreszeiten-Etappe einen kurzen Zwischenstand. 

Die beginnende Apfelblüte läutet den Vollfrühling ein

Das Foto hier zeigt es. Der Apfelbaum beginnt zu blühen. Phänologisch bedeutet das, wir gleiten in den Vollfrühling hinein. Jetzt wird dann auch der Flieder blühen, die Eiche wird ihre Blätter entfalten. Buchen und Himbeeren bekommen ihre Blätter. Und hoffentlich wird es auch wieder wärmer. Ein ganzes Stück wärmer! Aktuell haben wir nachts noch knapp über dem Gefrierpunkt und bis Nachmittags steigen die Temperaturen ein wenig. Sie bleiben  aber immer deutlich von der zweistelligen Grenze entfernt. 

beginnende Apfelblüte (c) by Joachim  Wenk
beginnende Apfelblüte (c) by Joachim  Wenk


Im Gemüsegarten muß man zum Teil schon sehr genau hinsehen, um etwas zu sehen. 

Immerhin, die Erbsen sind gekeimt und durchbrechen die Erdoberfläche. 

die Erbsen keimen (c) by Joachim  Wenk
die Erbsen keimen (c) by Joachim  Wenk

Wenigstens der Gründünger wächst im Gemüsegarten


Zwischen den Reihen Meerrettich habe ich  Gründünger Phacelia gesät. Ich hatte nicht genug Mulch, um den nackten Boden zu bedecken. So dachte ich mir, daß die zarte Phacelia leicht ab zu hacken ist, wenn sie zu groß wird. Der Meerrettich ist eine große und robuste Pflanze und kommt sicher durch das Phaceliadickicht durch. Man sieht es nicht im Foto aber er treibt schon schön aus.

keimender  Gründünger: Phacelia (c) by Joachim  Wenk
keimender  Gründünger: Phacelia (c) by Joachim  Wenk


Apropos Gründünger. Auch vor den Tomaten habe ich es geschafft noch Gründünger zu sähen. Die Ackerbohnen sind gut aufgelaufen und entwickeln sich schön. Bevor die Tomaten gepflanzt werden, hacke ich sie ab. Das Kraut bleibt als Mulch liegen und die Wurzeln haben hoffentlich dann schon ein wenig Stickstoff gesammelt, der den Tomaten zur Verfügung steht. Rechts im oberen Bildrand sieht man die Erdbeeren. Ein paar Blüten waren schon offen und sind dem Frost zum Opfer gefallen. Aber es kommen noch ganz viele nach. 

Gründünger vor Tomaten: Ackerbohnen (c) by Joachim  Wenk
Gründünger vor Tomaten: Ackerbohnen (c) by Joachim  Wenk

Die Frühkartoffeln in der Tonne und dem erhöhten Beet sind allesamt trotz Vlies bodeneben ab gefroren. Bleibt zu hoffen, daß die Erde die Knollen ausreichend schützte und sie bald wieder durchtreiben. 

Es bleibt frostfrei - ab jetzt verdeckt kein Vlies mehr den Blick auf's Gemüse


Weil also wirklich am Wochenende der Frühling kommen soll und nachts kein Frost mehr in Aussicht ist, habe ich die Gemüsebeete vom Vlies befreit. Das trübe und sonnenfreie Wetter heute war dafür gerade recht. Würde ich es machen, wenn es Frühlingswetter mit Sonnenschein hat, kann das Sonnenlicht die Blätter verbrennen. Sonnenbrand am Salat wäre das dann. 

Es ist wirklich ein Highlight  dieses Frühlings, daß das Gemüse so wahnsinnig toll im Beet steht. Alles hat die klirrenden Frostnächte unterm Vlies überstanden. 

Das Vlies hätte vielleicht noch bleiben können. Ich ziehe aber  Beete vor in denen ich das Gemüse sehe. Mich an seiner Entwicklung freuen kann und beobachte, ob Schnecken auftauchen. All das ist unter dem schützenden Vlies nicht möglich. 

Gemüse Mischkultur (c) by Joachim  Wenk
Gemüse Mischkultur (c) by Joachim  Wenk

das Gemüse hat die Fröste unterm Vlies gut überstanden (c) by Joachim Wenk
das Gemüse hat die Fröste unterm Vlies gut überstanden (c) by Joachim Wenk

der noch kahle Gemüsegarten Ende April  (c) by Joachim Wenk
der noch kahle Gemüsegarten Ende April  (c) by Joachim Wenk

Auch das Vlies vom Säulenobstbaum  und vom Wein ist ebenfalls abgenommen. Ein Wein hat seine Knospen an den Frost verloren. Bei den anderen Pflanzen sieht es ganz gut aus. Die nächsten Tage werden zeigen, wie er weiter treibt. 

Die erste Ernte ist abgeschlossen auch hier wechseln wir in die nächste Phase


Seine Ernte geht nun zu Ende. Der Bärlauch treibt seine Blüten. Wir haben gut davon geerntet, ihn gar zu Pesto gemacht und damit die Saison verlängert. Jetzt ist der Bärlauch-Appetit dann auch wieder gestillt. Schließlich kommt so nach und nach weiteres Würzkraut zur Ernte. 

der Bärlauch beginnt zu blühen, die Ernte ist beendet (c) by Joachim Wenk
der Bärlauch beginnt zu blühen, die Ernte ist beendet (c) by Joachim Wenk

Wenn man also den  Bärlauch blühen lässt und die Samen ausreifen dürfen, erhält man im folgenden Jahr folgendes Bild. Wie jedes Jahr gibt es reichlich Bärlauchsämlinge, die man verpflanzen oder an Ort und Stelle stehen lassen kann. 

der Bärlauch hat sich reichlich selbst ausgesät (c) by Joachim Wenk
der Bärlauch hat sich reichlich selbst ausgesät (c) by Joachim Wenk

Apropos anderes Würzkraut. Kennt ihr das hier? 

Ja, Schnittlauch ist jetzt der Nachfolger vom Bärlauch. Hier sieht man aber etwas anderes. Ich habe diese Pflanze wirklich lieben gelernt. Es ist die Winterheckenzwiebel. Man pflanzt sie und ernten immer wieder die grünen Halme. Genau wie beim Schnittlauch, nur dass man hier von den dicken Halmen keine ganzen Büschel abschneiden muß. Sie treibt fortwährend den ganzen Sommer bis in den Herbst hinein. Im Winter ist sie weg und kommt dann im Frühjahr wieder. Ein sehr pflegeleichtes Gewürz, das ich nur empfehlen kann. 

pflegeleichtes Gewürzkraut: Winterheckenzwiebel (c) by Joachim Wenk
pflegeleichtes Gewürzkraut: Winterheckenzwiebel (c) by Joachim Wenk

Zum Schluß noch ein paar Farbkleckse. Die Tulpen blühen oder stehen kurz davor. Hier ist das kalte Wetter wirklich hilfreich, weil sie dabei viel länger blühen und ich mich an ihnen erfreuen kann. 

Die kalten Temperaturen haben auch Vorteile! Die Tulpenblüte dauert so viel länger


Mit den Tulpenbildern verabschiede ich mich und wünsche ein schönes verlängertes Wochenende. 

farbenprächtige Tulpen (c) by Joachim Wenk
farbenprächtige Tulpen (c) by Joachim Wenk

farbenprächtige Tulpen (c) by Joachim Wenk
farbenprächtige Tulpen (c) by Joachim Wenk

farbenprächtige Tulpen (c) by Joachim Wenk
farbenprächtige Tulpen (c) by Joachim Wenk

farbenprächtige Tulpen (c) by Joachim Wenk
farbenprächtige Tulpen (c) by Joachim Wenk
die weißen Tulpen werden als nächstes aublühen (c) by Joachim Wenk
die weißen Tulpen werden als nächstes aublühen (c) by Joachim Wenk

PS für diejenigen, welche das Terrassenprojekt interessiert verfolgen. Die Platten sind verlegt. Jetzt müssen noch an den Rändern einige eingeschnitten werden. Dann kommt das Fugenmaterial drauf und der Weg wird angepasst. Bis zur Geburtstagsfeier am 10. Mai soll dann alles fertig sein. Der Countdown läuft...

neue Terrasse ist bald fertig (c) by Joachim Wenk
neue Terrasse ist bald fertig (c) by Joachim Wenk


Kommentare:

  1. Da tut sich ja wirklich schon einiges in deinem Beet.
    Auch ich habe das Vlies schon abgenommen. Leider sind auch meine Kartoffeln in der Pyramide vom Frost nicht verschont geblieben. Allerdings waren nur die in der obersten Etage betroffen. Alle anderen haben zum Glück keine Schäden.
    Ich wünsch dir, dass sich alles rasch wieder erholt.
    Liebe Grüße
    Marie

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Naja einiges ist wohl eher übertrieben, da müsste viel mehr grün sein, aber das Mistwetter die letzten zwei Wochen gab nen herben Rückschlag und Dämpfer, hoffe auf die kommende Woche ...

      Löschen
  2. Das kenne ich mit der Zeit für den Garten. ;-)
    Mein Apfelblaum blüht auch schon! Bei uns war es heute noch recht frisch, wenn auch ganz schön tagsüber. Aber morgen soll es dann wärmer werden. Das ist ja vo Region zu Region unterschiedlich. Meine paar Erdbeeren tragen teilweise auch Knospen.Verfroren ist da nichts zum Glück!
    Daß es trotz Vlies verfriert, ist schon erstaunlich! Da muß ja starker Frost bei Euch gewesen sein!
    Meine Beobachtung ist auch, dass in diesem Jahr einige Pflanzen stämmiger da stehen, z.B. meine Minzen! Die sahen sonst immer ein wenig anders aus.
    Ich denke auch, jetzt ist das Ärgste überstanden.

    Bärlauch habe ich auch ganz wenig im Garten und hoffe, er vermehrt sich noch weiter. Ja und die Winterheckenzwiebel kenne ich noch sehr gut! Meine Großmutter hatte sie im Garten. Die muß ich mir mal merken! Ich habe als Kind das Grün auf Butterbrot gegessen. Danke für diese Erinnerung! Man kann sie gut als Beetbegrenzuing pflanzen. Mangold wollte ich in diesem Jahr auch mal in die Beete setzen. Sieht ja auch dekorativ aus. Allerdings wollte ich Pflanzen kaufen. Wenn er was wird, wäre eine Aussaat zu überlegen.

    Stimmt, einiges blüht länger, wenn es kühler ist. In Jahren, wo es früh schon sehr warm war, war alles rasch hinüber. Heuer hatten wir sogar lange etwas von den Forsythien. Anderereseits blühte der Waldmeister sehr früh bei uns. Schon seltsam!

    Liebe Grüße und ein schönes Mai-Wochenende!
    Sara

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Sara, den Eindruck hatte ich eben , dass die Winterheckenzwiebel ein wenig in Vergessenheit geriet. Man liest kaum über sie. Die ist aber wirklich einfach und dankbar und lecker. Ja Frost war mehrmals bis-5 Grad, das ist schon Mal ne Ansage zu der Jahreszeit. Wir hatten aber bei uns in Franken keinen Schnee während zum Beispiel südlich in Bayern wie München, Ulm am Freitag noch wegen Schneefall die ungebrochenen Bäume die S-Bahnen blockierten. Mittag wieder Sonnenschein und alles weg, nur aufcder Autobahn die Lkw hatten noch Schnee drauf. Verrückt oder. Morgen ist Mai!!!und ab jetzt soll es besser und auch nachts Fristverlängerung werden. Schönen Sonntag und Feiertag wünsche ich dir, liebe Grüße Achim

      Löschen
    2. Stimmt, ich habe auch schon ewig nichts mehr über sie gelesen. Doch da ich sie aus der Kindheit kenne, bin ich wirklich sehr dankbar, Deine Ausführungen darüber gefunden zu haben!
      Ich liebäugele nun damit, sie als Beetbegrenzung auszusäen. Mal schauen, was sich für mich in diesem Jahr überhaupt zeitlich realisieren läßt.
      Bei uns ist es noch ziemlich kalt. Aber der Frost ist ja hoffentlich vorüber, auch bei Dir!

      Dir auch einen schönen Feiertag und liebe Grüße
      Sara

      Löschen
    3. Hallo Sara, Frost scheint vorüber aber 5 Grad und wir die ist eben immer noch nichts macht doch echt keinen Spass mehr das Garteln nur noch Frost, Sturm, Trockenheit, Kälte oder Gluthitze, nur noch extreme und alles zeitlich nicht im Takt der Jahreszeiten. Die Heckenzwiebeln habe ich auch gesät, erst lange sehr zart bis sie dann richtig loslegen, jetzt im zweiten Jahr echt kräftig. Sie werden blühen und ich will die Samen sammeln um auch noch mehr zu ziehen. Im Garten habe ich fast nichts gemacht weil wir nicht zu Hause waren, bin so was von hinterher im Moment.... Viele Grüße Achim

      Löschen