Donnerstag, 27. April 2017

So wie die Jahrszeiten wechseln, ändern sich auch die Ernten im Gemüsebeet

Gartentagebuch vom Donnerstag, dem April 2017

Am Wochenende soll das Frühlingswetter wieder auftauchen. Wie für dieses Jahr üblich, habe ich genau dann keine Zeit für den Garten und so schreibe ich heute zum Abschluß einer Jahreszeiten-Etappe einen kurzen Zwischenstand. 

Die beginnende Apfelblüte läutet den Vollfrühling ein

Das Foto hier zeigt es. Der Apfelbaum beginnt zu blühen. Phänologisch bedeutet das, wir gleiten in den Vollfrühling hinein. Jetzt wird dann auch der Flieder blühen, die Eiche wird ihre Blätter entfalten. Buchen und Himbeeren bekommen ihre Blätter. Und hoffentlich wird es auch wieder wärmer. Ein ganzes Stück wärmer! Aktuell haben wir nachts noch knapp über dem Gefrierpunkt und bis Nachmittags steigen die Temperaturen ein wenig. Sie bleiben  aber immer deutlich von der zweistelligen Grenze entfernt. 

beginnende Apfelblüte (c) by Joachim  Wenk
beginnende Apfelblüte (c) by Joachim  Wenk


Im Gemüsegarten muß man zum Teil schon sehr genau hinsehen, um etwas zu sehen. 

Immerhin, die Erbsen sind gekeimt und durchbrechen die Erdoberfläche. 

die Erbsen keimen (c) by Joachim  Wenk
die Erbsen keimen (c) by Joachim  Wenk

Wenigstens der Gründünger wächst im Gemüsegarten


Zwischen den Reihen Meerrettich habe ich  Gründünger Phacelia gesät. Ich hatte nicht genug Mulch, um den nackten Boden zu bedecken. So dachte ich mir, daß die zarte Phacelia leicht ab zu hacken ist, wenn sie zu groß wird. Der Meerrettich ist eine große und robuste Pflanze und kommt sicher durch das Phaceliadickicht durch. Man sieht es nicht im Foto aber er treibt schon schön aus.

keimender  Gründünger: Phacelia (c) by Joachim  Wenk
keimender  Gründünger: Phacelia (c) by Joachim  Wenk


Apropos Gründünger. Auch vor den Tomaten habe ich es geschafft noch Gründünger zu sähen. Die Ackerbohnen sind gut aufgelaufen und entwickeln sich schön. Bevor die Tomaten gepflanzt werden, hacke ich sie ab. Das Kraut bleibt als Mulch liegen und die Wurzeln haben hoffentlich dann schon ein wenig Stickstoff gesammelt, der den Tomaten zur Verfügung steht. Rechts im oberen Bildrand sieht man die Erdbeeren. Ein paar Blüten waren schon offen und sind dem Frost zum Opfer gefallen. Aber es kommen noch ganz viele nach. 

Gründünger vor Tomaten: Ackerbohnen (c) by Joachim  Wenk
Gründünger vor Tomaten: Ackerbohnen (c) by Joachim  Wenk

Die Frühkartoffeln in der Tonne und dem erhöhten Beet sind allesamt trotz Vlies bodeneben ab gefroren. Bleibt zu hoffen, daß die Erde die Knollen ausreichend schützte und sie bald wieder durchtreiben. 

Es bleibt frostfrei - ab jetzt verdeckt kein Vlies mehr den Blick auf's Gemüse


Weil also wirklich am Wochenende der Frühling kommen soll und nachts kein Frost mehr in Aussicht ist, habe ich die Gemüsebeete vom Vlies befreit. Das trübe und sonnenfreie Wetter heute war dafür gerade recht. Würde ich es machen, wenn es Frühlingswetter mit Sonnenschein hat, kann das Sonnenlicht die Blätter verbrennen. Sonnenbrand am Salat wäre das dann. 

Es ist wirklich ein Highlight  dieses Frühlings, daß das Gemüse so wahnsinnig toll im Beet steht. Alles hat die klirrenden Frostnächte unterm Vlies überstanden. 

Das Vlies hätte vielleicht noch bleiben können. Ich ziehe aber  Beete vor in denen ich das Gemüse sehe. Mich an seiner Entwicklung freuen kann und beobachte, ob Schnecken auftauchen. All das ist unter dem schützenden Vlies nicht möglich. 

Gemüse Mischkultur (c) by Joachim  Wenk
Gemüse Mischkultur (c) by Joachim  Wenk

das Gemüse hat die Fröste unterm Vlies gut überstanden (c) by Joachim Wenk
das Gemüse hat die Fröste unterm Vlies gut überstanden (c) by Joachim Wenk

der noch kahle Gemüsegarten Ende April  (c) by Joachim Wenk
der noch kahle Gemüsegarten Ende April  (c) by Joachim Wenk

Auch das Vlies vom Säulenobstbaum  und vom Wein ist ebenfalls abgenommen. Ein Wein hat seine Knospen an den Frost verloren. Bei den anderen Pflanzen sieht es ganz gut aus. Die nächsten Tage werden zeigen, wie er weiter treibt. 

Die erste Ernte ist abgeschlossen auch hier wechseln wir in die nächste Phase


Seine Ernte geht nun zu Ende. Der Bärlauch treibt seine Blüten. Wir haben gut davon geerntet, ihn gar zu Pesto gemacht und damit die Saison verlängert. Jetzt ist der Bärlauch-Appetit dann auch wieder gestillt. Schließlich kommt so nach und nach weiteres Würzkraut zur Ernte. 

der Bärlauch beginnt zu blühen, die Ernte ist beendet (c) by Joachim Wenk
der Bärlauch beginnt zu blühen, die Ernte ist beendet (c) by Joachim Wenk

Wenn man also den  Bärlauch blühen lässt und die Samen ausreifen dürfen, erhält man im folgenden Jahr folgendes Bild. Wie jedes Jahr gibt es reichlich Bärlauchsämlinge, die man verpflanzen oder an Ort und Stelle stehen lassen kann. 

der Bärlauch hat sich reichlich selbst ausgesät (c) by Joachim Wenk
der Bärlauch hat sich reichlich selbst ausgesät (c) by Joachim Wenk

Apropos anderes Würzkraut. Kennt ihr das hier? 

Ja, Schnittlauch ist jetzt der Nachfolger vom Bärlauch. Hier sieht man aber etwas anderes. Ich habe diese Pflanze wirklich lieben gelernt. Es ist die Winterheckenzwiebel. Man pflanzt sie und ernten immer wieder die grünen Halme. Genau wie beim Schnittlauch, nur dass man hier von den dicken Halmen keine ganzen Büschel abschneiden muß. Sie treibt fortwährend den ganzen Sommer bis in den Herbst hinein. Im Winter ist sie weg und kommt dann im Frühjahr wieder. Ein sehr pflegeleichtes Gewürz, das ich nur empfehlen kann. 

pflegeleichtes Gewürzkraut: Winterheckenzwiebel (c) by Joachim Wenk
pflegeleichtes Gewürzkraut: Winterheckenzwiebel (c) by Joachim Wenk

Zum Schluß noch ein paar Farbkleckse. Die Tulpen blühen oder stehen kurz davor. Hier ist das kalte Wetter wirklich hilfreich, weil sie dabei viel länger blühen und ich mich an ihnen erfreuen kann. 

Die kalten Temperaturen haben auch Vorteile! Die Tulpenblüte dauert so viel länger


Mit den Tulpenbildern verabschiede ich mich und wünsche ein schönes verlängertes Wochenende. 

farbenprächtige Tulpen (c) by Joachim Wenk
farbenprächtige Tulpen (c) by Joachim Wenk

farbenprächtige Tulpen (c) by Joachim Wenk
farbenprächtige Tulpen (c) by Joachim Wenk

farbenprächtige Tulpen (c) by Joachim Wenk
farbenprächtige Tulpen (c) by Joachim Wenk

farbenprächtige Tulpen (c) by Joachim Wenk
farbenprächtige Tulpen (c) by Joachim Wenk
die weißen Tulpen werden als nächstes aublühen (c) by Joachim Wenk
die weißen Tulpen werden als nächstes aublühen (c) by Joachim Wenk

PS für diejenigen, welche das Terrassenprojekt interessiert verfolgen. Die Platten sind verlegt. Jetzt müssen noch an den Rändern einige eingeschnitten werden. Dann kommt das Fugenmaterial drauf und der Weg wird angepasst. Bis zur Geburtstagsfeier am 10. Mai soll dann alles fertig sein. Der Countdown läuft...

neue Terrasse ist bald fertig (c) by Joachim Wenk
neue Terrasse ist bald fertig (c) by Joachim Wenk


Mittwoch, 26. April 2017

Karpfen räuchern - eine schmackhafte Variante, den fränkischen Karpfen zu zu bereiten

Geräucherter Karpfen frisch zubereitet

Ich habe ja bereits berichtet, wie wir unsere Karpfen normaler Weise zubereiten. In Monaten mit R ist Karpfensaison und  da gibt es sie bei uns, wie im Rest Frankens, klassisch "gebacken". Also paniert und frittiert.

eigener Karpfen frisch zubereitet: slowfood, regional, saisonal, bio, nachhaltig und einfach köstlich


Nun haben wir beim Weiher-Umfischen letztes Wochenende noch einen Karpfen in der Hälterung gehabt und dann zum Abendessen zubereitet, wie wir es schon lange nicht mehr gemacht haben.

Er wurde geräuchert. Vom Ergebnis waren wir alle so angetan, daß wir beschlossen, diese Garmethode nun wieder fest in die Monate mit "R" zu integrieren.


Karpfen räuchern in der  Räucherschale

Zum Räuchern haben wir eine Räucherschale. Im Schalenboden ist eine Mulde, die mit Sägemehl gefüllt wird. 

Karpfen räuchern : Sägemehl kommt in die Mulde des Behälterbodens (c) by Joachim Wenk
Karpfen räuchern : Sägemehl kommt in die Mulde des Behälterbodens (c) by Joachim Wenk

Das Sägemehl wird mit einer Platte, die Abstandhalter zum Grillschalenboden eingearbeitet hat, abgedeckt.

Karpfen räuchern : Sägemehl mit Blechhaube abdecken (c) by Joachim Wenk
Karpfen räuchern : Sägemehl mit Blechhaube abdecken (c) by Joachim Wenk

Karpfen räuchern : Sägemehl mit Blechhaube abdecken (c) by Joachim Wenk
Karpfen räuchern : Sägemehl mit Blechhaube abdecken (c) by Joachim Wenk


Auf die Räucherroste kommt nun das Räuchergut. Bei uns ist es ein erst halbierter und dann geviertelter Karpfen. Die Haut bleibt dran. Gewürzt wird wie beim "backen" mit Salz und Pfeffer. Mit der Haut nach unten werden die Karpfenteile auf das Gitter gelegt.
Karpfen räuchern : gewürzte Karpfenstücke mit Haut auf den Räuchrerosten verteilen (c) by Joachim Wenk
Karpfen räuchern : gewürzte Karpfenstücke mit Haut auf den Räuchrerosten verteilen (c) by Joachim Wenk


Jetzt entzündet man die  Brenner im Stövchen unter der Räucherschale.
Karpfen räuchern : Brenner entzünden (c) by Joachim Wenk
Karpfen räuchern : Brenner entzünden (c) by Joachim Wenk

Die Räucherschale wird mit dem Deckel verschlossen und auf den Brennern platziert. Jetzt ist genug Zeit, den Tisch zu decken und noch ein paar Radieschen und frischen Schnittlauch aus dem Garten zu holen.
Karpfen räuchern :  Räucherbehälter mit den Karpfenstücken und dem Sägemehl auf die Brenner stellen (c) by Joachim Wenk
Karpfen räuchern :
Räucherbehälter mit den Karpfenstücken und dem Sägemehl auf die Brenner stellen (c) by Joachim Wenk

Nach etwa 20 Minuten ist es so weit. Die Haube wird geöffnet und man kann sehen, ob das Räuchergut gar ist.
Karpfen räuchern : nach etwa 20 Minuten ist der geräucherte Karpfen fertig (c) by Joachim Wenk
Karpfen räuchern : nach etwa 20 Minuten ist der geräucherte Karpfen fertig (c) by Joachim Wenk


Bei unserem Karpfen war das der Fall. So frisch geräuchert mit einem Butterbrot und Schnittlauch ist das einfach ein Gedicht.
Karpfen räuchern : nach etwa 20 Minuten ist der geräucherte Karpfen fertig (c) by Joachim Wenk
Karpfen räuchern : nach etwa 20 Minuten ist der geräucherte Karpfen fertig (c) by Joachim Wenk


Vom Sägemehl bleibt nicht mehr viel übrig. Und die Räucherschale hat eine praktische Haushaltsgröße. Sie ist in der Küche schnell wieder gereinigt und bereit für das nächste Mal.

Karpfen räuchern : vom Sägemehl ist nicht mehr viel übrig geblieben (c) by Joachim Wenk
Karpfen räuchern : vom Sägemehl ist nicht mehr viel übrig geblieben (c) by Joachim Wenk

Samstag, 22. April 2017

Flammende Tulpen, ein Werbegeschenk das mißmutig stimmte und das fränkische Pflichtgewürz

Gartentagebuch vom Samstag den 22. April 2017


Das Wetter ist sicher typisch für den Monat April. Das heißt aber nicht, daß es mir gefällt und ich den ganzen Tag im Garten arbeiten möchte. Es ist  recht frisch und  ein kalter  Wind fegt durch den Garten. Wirklich auffällig ist das stete Auf und Ab der Temperaturen und des Sonnenscheines. 

Dummerweise haben der Rhythmus des Wetters und mein Arbeits-Freizeit-Rhythmus entgegengesetzte Schwingungen. Das geht nun schon seit Wochen so. Ich kann immer Samstag und am Mittwoch im Garten nach Herzenslust arbeiten (Sonntag auch, aber da dann eher nur leichtes Garteln, es ist schließlich ein Ruhetag). Nun zeigt sich aber, daß das Wetter sehr konsequent und hartnäckig immer an diesen Tagen die Sonne verweigert und viele Grad weniger in der Luft liegen, als just an den Tagen, die ich komplett weggesperrt auf der  Arbeit verbringe. 

Gestern, Freitag, gab es Sonne und milde Temperaturen. Als wir nachts heim fuhren hatte es noch immer 10°C. 

Heute am Samstag schafft es das Thermometer mit Hängen und Würgen gerade mal auf 7°C. Die Sonne fehlt komplett und dann kam auch noch Nieselregen. Aber nicht zu früh freuen über den erhofften Regen, es waren nur 2l die herunter kamen. 

Gut, daß ich mir schon viele Notizen in mein Aufgabenbuch gemacht hatte und nun einfach auswählen konnte, was bei dieser Wetterlage trotzdem zu schaffen ist. Damit war der Tag nicht vollends ergebnislos. 

Einzig die Hauptaufgabe, das Pflastern der Terrasse, litt arg unter dem Wetter. Das heißt, daß nur die Hälfte von dem geschafft wurde, was dem Tagesziel entsprochen hätte. Aber hallo! Die Hälfte heißt, daß die Hälfte der Terrasse mit den neuen Platten ausgelegt ist. Das ist doch schon sehr schön. Und es gefällt uns, wie es wird. Immerhin haben wir die Platten seit Oktober im Garten liegen und überlegen, wie sie sich wohl ausgelegt auf der Terrasse einmal machen werden. 

Terrasse halb fertig gepflastert (c) by Joachim Wenk
Terrasse halb fertig gepflastert (c) by Joachim Wenk





Die eisigen Nächte der letzten Tage haben ihren Tribut gezollt und doch fast alles am Leben gelassen. Ein paar Spuren sieht man, aber die werden, wenn es wärmer wird, bald vergessen sein. 

Feuer und Flammen  im Frühlingsbeet

Durch die Kälte habe ich länger etwas von den schönen Tulpenblüten. Bei praller Sonne und 25°C wären sie binnen weniger Tage hinüber.

Zum ersten Mal habe ich wieder diese verrückten Papageitulpen. Die Sorte hatte ich vor vielen Jahren schon im Hinterhofgarten in den Blumenkübeln. Vergangenen Sommer, auf der Gartenschau, entdeckte ich sie beim Blumenzwiebelstand und nahm sie sofort mit. 

Ein Flammeninferno in Rot und Gelb und Orange mit grünen Flammen. Der explodierende Frühling im Beet. Genau mein Geschmack. 


Papageitulpe (c) by Joachim Wenk
Papageitulpe (c) by Joachim Wenk


Papageitulpe (c) by Joachim Wenk
Papageitulpe (c) by Joachim Wenk

Ein Werbegeschenk das mich verbitterte


Die rot-gefüllte  Tulpe an der Scheune hat auch etwas von prallem Frühlingsgefühl. Eigentlich ärgerte ich mich fast schon über diese und andere Zwiebeln. Als ich anfing zu bloggen, bekam ich einmal von einer Firma ein Paket Zwiebeln geschickt, mit der Bitte darüber zu schreiben. Das übliche Vorgehen und mir aber neu. Ich freute mich über das Präsent. Gleichzeitig las ich aber in anderen Blogs, die auch von der Firma beschenkt wurden, über deren Zwiebelsortiment. Ich bekam die einfachen, Allerweltssorten, während die bloggenden Damen edle Zwiebeln in sehr vornehmen und dezenten Farben bekamen.

Was sagt mir das, daß ich die plumpen, einfachen und derben Sorten bekam und nicht die feinen und zarten außergewöhnlichen Exemplare? Ich war wirklich  ein bisschen sauer. Dennoch hatte ich aber nun mal die Zwiebeln kostenlos erhalten. Also schrieb ich über das Paket und versteckte sie in der Erde. Seither muß ich jedes  Frühjahr an diese  Begebenheit denken. Ich habe für alle einen passenden Platz gefunden und so im Beet machen sie sich dann doch erstaunlich gut und gefallen mir. Auch ohne den Hauch von Luxus und Noblesse, den andere vielleicht ausstrahlen würden.

Und psst, aber nicht weiter sagen: Luxus und Noblesse passen dann ja auch wirklich nicht in meinen Garten. Jetzt hat er sich entwickelt und seinen eigenen Stil gefunden. Das aber konnten die von der Firma damals aber noch nicht wissen. Sauer bin ich also immer noch. Was hatten die nur für ein Bild von mir?

rot gefüllte Tulpe (c) by Joachim Wenk
rot gefüllte Tulpe (c) by Joachim Wenk

Die folgenden Tulpen habe ich mir selbst ausgesucht. Sie gefallen mir jedes Jahr wieder. Und sie werden auch immer mehr glaube ich. Weniger jedenfalls sind sie noch nicht geworden.


fliederfarbene Tulpen (c) by Joachim Wenk
fliederfarbene Tulpen (c) by Joachim Wenk

fliederfarbene Tulpen (c) by Joachim Wenk
fliederfarbene Tulpen (c) by Joachim Wenk


fliederfarbene Tulpen und weiße Narzissen (c) by Joachim Wenk
fliederfarbene Tulpen und weiße Narzissen (c) by Joachim Wenk



Fernwirkung allerdings haben die wenigen blühenden Zwiebeln im großen Staudenbeet noch nicht. Vielleicht spielt da ja aber auch das trübe Wetter eine Rolle.

 Staudenbeet im  April (c) by Joachim Wenk
 Staudenbeet im  April (c) by Joachim Wenk


Salat und  Zwiebeln dürfen ins Gemüsebeet, während die anderen noch nicht raus können

Gemüse auspflanzen stand ganz dick markiert in meiner Aufgabenliste. Meine vorgezogenen Pflänzchen sind wunderbar geworden und müssen dringend ins Beet. Vor der Frostperiode wollte ich sie aber auch nicht raus setzen. Heute habe ich dann auch nur den Salat und einen Teil der gesäten Zwiebeln ins  Beet gebracht. Ein Vlies kam anschließend auf alle Fälle noch einmal darüber. 

frisch gepflanzter Salat (c) by Joachim Wenk
 frisch gepflanzter Salat (c) by Joachim Wenk

Rotkohl, früher Weißkohl und Blumenkohl scharren wirklich schon mit den Hufen, dass es endlich losgehen kann mit dem Wachsen im Freien.


emüsejungpflanzen im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
Gemüsejungpflanzen im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk

emüsejungpflanzen im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
emüsejungpflanzen im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk

Meine geäugelten Kartoffeln, Kellerüberbleibsel vom letzten Jahr (Rosa Tannenzapfen) wachsen auch kräftig. Da ich sie während der letzten Tage nach innen holte, schossen sie mir trotz Pflanzenleuchte etwas gakelig in die Höhe. Heute habe ich sie wieder raus gestellt ins Gewächshaus. 

geäugelte Kartoffeln fangen an zu treiben  (c) by Joachim Wenk
geäugelte Kartoffeln fangen an zu treiben  (c) by Joachim Wenk


Das fränkische Pflicht-Gewürz


Ein Pflanzenpaket vom Rühlemann kam per Post. Letztes Jahr hatte ich so leckeren Majoran gesät und gepeppelt. Sehr zarte Pflänzchen waren das, aber lecker und so aromatisch. Ich dachte es wäre eine mehrjährige Angelegenheit. Dem war aber nicht so und weil sie mir so schwer gelangen und so mickrig waren, kaufte ich mir  diesmal ein paar fertige Pflanzen einer anderen Sorten. Jetzt bin ich gespannt auf diesen Majoran. Majoran muß einfach sein. Und in Franken ist er  sowieso ein Pflicht-Gewürz.

Jedenfalls gibt es diesmal drei Töpfchen italienischen Majoran. Majorana hortensis, eine angeblich robuste Sorte.
dreimal italienischer Majoran und eine Stevia (c) by Joachim Wenk
dreimal italienischer Majoran und eine Stevia (c) by Joachim Wenk


Und weil er mir im Katalog so gut gefiel, einen kretischen Majoran . Origanum dictamus. Er soll im Topf besser gedeihen als im Boden. Wie man an den lateinischen Namen erkennt, muß Majoran nicht unbedingt Majoran heißen.  Es gibt da verschiedene Arten, die nach Majoran schmecken. Ich habe einmal  recherchiert. Echter Majoran ist glaube ich der Origanum majorana. Mir war das aber dann schon fast zu kompliziert. Eine Wissenschaft für sich. Nun kaufe ich einfach, was als deutsche Bezeichnung Majoran am Etikett stehen hat. Mein italienischer und der von Kreta haben, das wurde selbstverständlich sofort getestet, ein deutliches Majoran-Aroma. Mehr will ich ja gar  nicht. Und der Kreta-Majoran gefällt mir schon jetzt. Er soll auch sehr schön blühen.

Kreta - Majoran (c) by Joachim Wenk
Kreta - Majoran (c) by Joachim Wenk

Majoran topfen und Tomaten mit Stützen versorgen, das geht auch beim Regenschauer im Haus. 

Tomaten Jungpflanzen (c) by Joachim Wenk
Tomaten Jungpflanzen (c) by Joachim Wenk


Feigen gehen wohl bei uns doch auch nur im Haus und nicht im Freien. Jedenfalls nicht  zu dieser  Jahreszeit, wenn derartige Temperaturen des nächtens ihr Unwesen treiben. Jetzt kann ich sie doch noch deutlich zurück schneiden. Das hatte ich angesichts der vielen kleinen, neuen Feigenfrüchte gelassen. 

Feige ist erfroren (c) by Joachim Wenk
Feige ist erfroren (c) by Joachim Wenk


Amaryllissämlinge werden verpflanzt

Vielleicht erinnern sich manche ja auch noch an vergangen Sommer. Da habe ich aus den Samen meiner Amaryllis selbst Jungpflanzen gezogen. Die wurden getopft, verbrachten den Winter auf der Fensterbank, bekamen Schildläuse und fangen jetzt wieder an zu wachsen. Die Töpfe sind zu klein und  ich weiß nicht, was ich mit so vielen Amaryllis anfangen soll. Jedenfalls stehen jetzt etliche in Schalen. Kirschkerngroße Zwiebelchen haben die bereits unter der Erdoberfläche. 

Amaryllis-Jungpflanzen  (c) by Joachim Wenk
Amaryllis-Jungpflanzen  (c) by Joachim Wenk

Amaryllis-Jungpflanzen  (c) by Joachim Wenk
Amaryllis-Jungpflanzen  (c) by Joachim Wenk

Amaryllis-Jungpflanzen  (c) by Joachim Wenk
Amaryllis-Jungpflanzen  (c) by Joachim Wenk

Der Sämlinge meiner Leuchterblume wächst auch schön langsam vor sich hin. 


Leuchterblume-Jungpflanze  (c) by Joachim Wenk
Leuchterblume-Jungpflanze  (c) by Joachim Wenk


So jetzt mache ich hier Feierabend. Immerhin bekommen wir gleich noch Besuch. Heute gibt es frisch geräucherten Karpfen zum Abendessen. Eine wirklich köstliche Rarität, die  ich nicht verpassen darf.

Donnerstag, 20. April 2017

Nach eisiger Frühlingsnacht: hängende Köpfe und Herzen wohin das Auge sieht

Gartentagebuch vom Donnerstag,  24. April 2017

Die erste bitterkalte Frühlings-Frostnacht liegt hinter uns: ein Resumee


Gestern noch bezeichnete ich das Wetter als manisch-depressiv. In einer Minute himmelhoch jauchzend mit Sonnenschein vom blauen Himmel. Sofort darauf ist alles zu Tode betrübt mit dunkelgrauen Wolken, Graupelschauern und eisigem Wind. 

Angesichts dieses typischen April-Wetters und der entsprechenden Wettervorhersagen für die Nacht versuchte ich zu schützen, was nur möglich ist. Den ganzen Garten mit Vlies einpacken wäre nicht möglich und wohl auch nicht notwendig. 

Alle Pflanzen beugen sich nach unten


Die erste Nacht mit richtig Frost  liegt nun hinter uns. Was mich heute morgen im Garten erwartete war zwar schon Sonnenschein, aber dafür lauter höchst depressiv wirkende Pflänzchen allerorten in den Beeten. 

Wo ich hinblicke, lassen sie die Köpfe hängen und haben sich zutiefst in Demut oder um Gnade bittend zu Boden gebeugt. 

Gut eine Ausnahme ist die Kaiserkrone. Sie macht ihrem hochherrschaftlichen  Namen alle Ehre und verweigert die demütige Verbeugung. Dafür aber hängen ihr die Schopfhaare recht bedröppelt ins Gesicht....


Kaiserkrone nach  Frostnacht (c) by Joachim Wenk
Kaiserkrone nach  Frostnacht (c) by Joachim Wenk

Kaiserkrone nach  Frostnacht (c) by Joachim Wenk
Kaiserkrone nach  Frostnacht (c) by Joachim Wenk

 Mein Mini-Maxi-Thermometer zeigte 4,6°C unter Null als tiefste Temperatur in der Nacht. Tags wurden es gegen Nachmittag bei viel Sonnenschein immerhin noch 7°C. 

-4°C am Morgen  nach  Frostnacht (c) by Joachim Wenk
-4°C am Morgen  nach  Frostnacht (c) by Joachim Wenk


Und nun seht selbst. Ist das nicht wirklich auffällig, wie sich alle Pflanzen verneigen? Jetzt nur nicht anfassen oder bewegen. Sie richten sich, wenn es taut selbst wieder auf. Bewegt man sie jetzt und macht an ihnen herum verletzt man sie und sie nehmen Schaden.

Lenzrosen nach  Frostnacht (c) by Joachim Wenk
Lenzrosen nach  Frostnacht (c) by Joachim Wenk


Ob die Feigen und die junge Blätter das schadlos überstehen?

Feigenbaum nach  Frostnacht (c) by Joachim Wenk
Feigenbaum nach  Frostnacht (c) by Joachim Wenk

Staudenbeet nach  Frühlings-Frostnacht (c) by Joachim Wenk
Staudenbeet nach  Frühlings-Frostnacht (c) by Joachim Wenk

Tulpen und Narzissen nach  Frühlings-Frostnacht (c) by Joachim Wenk
Tulpen und Narzissen nach  Frühlings-Frostnacht (c) by Joachim Wenk

Meine Frostschutzmaßnahmen im Gewächshaus zeigen Wirkung.


Im Gewächshaus lag die Minimaltemperatur bei -0,7°C. Stegdoppelplatten halten auch nicht viel Wärme drinnen. Meine Wärmespeicher in Form von Wasserbehältern, Betonplatten als Weg, Pflastersteinen in den Pflanzreizhen und die Petroleumbrenner haben die letzten  Nächte etwa 4° Temperaturunterschied zum Freiland geschafft. Sogar jetzt bei diesen deutlichen Minusgraden ware es wieder etwa 4 Grad. Allerdings hatte es leichten Frost, wie man manchen Blättern ansieht. Auch sie biegen sich nach unten und wirken stellenweise glasig. Da es sich dabei um frühen Kohl oder wie im Bild hier um Rauke handelt, macht mir das kein Kopfzerbrechen. Die stecken das weg. Die Selleriejungpflanzen habe ich ins beheizte Innere geholt. Sie würden zwar nicht erfrieren, aber bilden, nach so einem Kälteschock unter Umständen auch keine Knollen aus, wenn sie dann im Beet stehen. Das wollte ich natürlich vermeiden. Auch die Andenbeere hatte ich wieder ins Haus geholt.

Rauke im Gewächshaus nach  Frühlings-Frostnacht (c) by Joachim Wenk
Rauke im Gewächshaus nach  Frühlings-Frostnacht (c) by Joachim Wenk

 Erfrieren alle (Beeren-)Obst-Blüten bei Temperaturen unter Null Grad?


Erfrieren wohl Johannisbeerblüten auch, genau wie  Walnußblüten oder Kirschblüten? Wenn das der Fall ist, dann bekomme ich dieses Jahr keine Johannisbeeren. Weiß jemand, ob sie auch durch den Frost kaputt gehen? Das würde mich interessieren.

schwarze Johannisbeere nach  Frühlings-Frostnacht (c) by Joachim Wenk
schwarze Johannisbeere nach  Frühlings-Frostnacht (c) by Joachim Wenk



Die Rosen haben schon so schön ausgetrieben. Der Rambler hier hat wohl nur die Blätter gerollt, aber keinen Schaden genommen. Andere Rosen zeigen gegen Abend, daß die Blätter geschädigt sind. Sie haben sich nicht erholt und hängen schlapp an den Trieben.

Rosenlaub nach  Frühlings-Frostnacht (c) by Joachim Wenk
Rosenlaub nach  Frühlings-Frostnacht (c) by Joachim Wenk


Sogar harte Wildkräuter wie der Rainfarn beugen sich fröstelnd zu Boden.
Rainfarn  nach  Frühlings-Frostnacht (c) by Joachim Wenk
Rainfarn  nach  Frühlings-Frostnacht (c) by Joachim Wenk



Die Schneebeere lässt den Kopf hängen. Mit Kälte und Schnee hat sie wohl nichts am Hut.

Schneebeeren nach  Frühlings-Frostnacht (c) by Joachim Wenk
Schneebeeren nach  Frühlings-Frostnacht (c) by Joachim Wenk


Der Wermut macht schlapp...

Wermut nach  Frühlings-Frostnacht (c) by Joachim Wenk
Wermut nach  Frühlings-Frostnacht (c) by Joachim Wenk


... und die Tulpen wollen ihre Köpfe in den Sand stecken.

Tulpen mit  Hängeköpfen nach  Frühlings-Frostnacht (c) by Joachim Wenk
Tulpen mit  Hängeköpfen nach  Frühlings-Frostnacht (c) by Joachim Wenk


Der kaukasische Rankspinat ist sehr frosthart. Nach der Frostnacht hängt aber auch er erst mal recht schlapp in den Seilen.




Die Amseltränke ist fest gefroren, wie auch das andere steinerne Vogelbad im Vorgarten.



Wirklich fast schon witzig diese Bilder heute morgen im Garten.

Tulpen mit  Hängeköpfen nach  Frühlings-Frostnacht (c) by Joachim Wenk
Tulpen mit  Hängeköpfen nach  Frühlings-Frostnacht (c) by Joachim Wenk


Narzissen mit  Hängeköpfen nach  Frühlings-Frostnacht (c) by Joachim Wenk
Narzissen mit  Hängeköpfen nach  Frühlings-Frostnacht (c) by Joachim Wenk


Hier sieht man selbst am Foto, wie bitter kalt es war. Die Akelei hat sicher arg gefroren, so bedeckt mit den spitzigen Eiskristallen. 

Akelei mit Eiskristallen nach  Frühlings-Frostnacht (c) by Joachim Wenk
Akelei mit Eiskristallen nach  Frühlings-Frostnacht (c) by Joachim Wenk



Und oh weh, hoffentlich geht das gut. Die Pfingstrosen machen eine ganz tiefen Hofknicks. Ihre Köpfe berühren direkt den Boden dabei.

Pfingstrosen in tiefer Verbeugung  nach  Frühlings-Frostnacht (c) by Joachim Wenk
Pfingstrosen in tiefer Verbeugung  nach  Frühlings-Frostnacht (c) by Joachim Wenk

Pfingstrosen in tiefer Verbeugung  nach  Frühlings-Frostnacht (c) by Joachim Wenk
Pfingstrosen in tiefer Verbeugung  nach  Frühlings-Frostnacht (c) by Joachim Wenk


Und wieder Hängetulpen.

Tulpen mit  Hängeköpfen nach  Frühlings-Frostnacht (c) by Joachim Wenk
Tulpen mit  Hängeköpfen nach  Frühlings-Frostnacht (c) by Joachim Wenk


Sogar die stolzen Fliederkerzen hängen wie in der Sonne gebogene Wachskerzen in einem Kandelaber nach unten.
Fliederblüten hängen   nach  Frühlings-Frostnacht (c) by Joachim Wenk
Fliederblüten hängen   nach  Frühlings-Frostnacht (c) by Joachim Wenk

Tränendes Herz wegen tränendem Herz


Bei diesem Bild bin dann auch ich eher depressiv als manisch. Mein Herz tränt, beim Anblick des tränenden Herzens. Im ersten Moment meint man, daß das Tränende Herz (hier das weiße, wobei das rote ebenso aussieht) es genau wie die anderen macht. Zum Schutz vor der Kälte duckt es sich ganz dicht auf den Boden....
tränendes Herz ist erfroren nach  Frühlings-Frostnacht (c) by Joachim Wenk
tränendes Herz ist erfroren nach  Frühlings-Frostnacht (c) by Joachim Wenk

Leider weiß ich dann gegen  Abend, daß es hier nicht so ist. Es ist kaputt. Erfroren. Die Stiele mit den wunderbar romantischen Frühlings-Herzen sind allesamt gebrochen und geborsten. Hier richtet sich nichts mehr auf. Der Blütentraum währte nur sehr kurz und nun muß ich wieder 12 lange Monate auf seine Blüte warten.

tränendes Herz ist erfroren nach  Frühlings-Frostnacht (c) by Joachim Wenk
tränendes Herz ist erfroren nach  Frühlings-Frostnacht (c) by Joachim Wenk


Tulpen mit  Hängeköpfen nach  Frühlings-Frostnacht (c) by Joachim Wenk
Tulpen mit  Hängeköpfen nach  Frühlings-Frostnacht (c) by Joachim Wenk


Die rote Tulpe macht doch wirklich eine irre Verbeugung. Oder?

Tulpe mit  Hängekopf in tiefer Verneigung nach  Frühlings-Frostnacht (c) by Joachim Wenk
Tulpe mit  Hängekopf in tiefer Verneigung nach  Frühlings-Frostnacht (c) by Joachim Wenk


 Jedenfalls ist jetzt die zweite Eisnacht in vollem Gange. Mal sehen was morgen ist. Dann wird es wieder wärmer. Nicht warm, aber wärmer.  Am Wochenende muß ich dann die Säulenobstbäume einmal aus dem Vlies befreien. Wenn die Blüten darunter überlebt haben müssen sie schließlich auch noch bestäubt werden, sonst hätte ich sie ja auch erfrieren lassen können. Also freien Anflug für Bienen und weg mit dem Vlies. Wenn es, wie angekündigt, nachts wieder 0°C werden, muß ich es abends wieder drüber machen. Was für anstrengendes Wetter gerade !