Donnerstag, 16. März 2017

Tropfschläuche verstecken, Kompost sieben und Hanfpalme auswintern

Als Gartenblogger verdoppelt man die Freude am Garten


Gestern morgen saß ich hier vor dem Computer und habe mich auf den schönen Tag im Garten gefreut. Leider ist der schon wieder vorüber. Das schöne am Bloggen aber ist für mich, daß ich diese schöne Zeit im Garten beim Schreiben darüber, und dem aussuchen der Bilder, noch einmal erlebe. So habe ich also doppelt so viel Freude am Garten. Zudem teile ich diese Freude mit meinen Lesern, was die Selbe ja auch mehrt und nicht mindert.

Heute werde ich noch einige Kübelpflanzen ausräumen. Zu mehr komme ich  nicht. Feige, Lorbeer und Banane kommen ins Carport. Die Aussichten für mindestens eine Woche sind frostfrei und ab morgen auch eher bedeckt. Der optimale Ausräumzeitpunkt für die Pflanzen, die im Herbst auch erst bei Frösten ab -5°C ins Haus kommen. 

Wie es meiner riesigen Palme nach einem Winter mit mehrwöchigen zweistelligen Minusgraden geht, lest ihr weiter unten. 

Die Tropfschläuche im Garten sind endlich fertig verlegt 


Zuerst zeige ich, wie versprochen, meine Arbeiten von gestern. 

Ein ganz schönes Gefiesel und Gerücke und Gestochere war diese Arbeit hier:

gut versteckte Bewässerungsschläuche (c) by Joachim Wenk
gut versteckte Bewässerungsschläuche (c) by Joachim Wenk

Bitte? Ihr seht nichts? Wo soll die Arbeit sein?

Genau das war ja meine Absicht, daß man nichts sieht. Ich habe gestern endgültig - also bis auf eine Unterführung im Eingangsweg - meine Bewässerungen im Gemüsegarten und Staudengarten fertig verlegt. Man könnte jetzt das Wasser anklicken und dann gießt sich alles von alleine. Aber Gottseidank ist es ja noch nicht nötig.

Zurück also zum Bild. Wer meinen Gemüsegarten kennt, weiß, daß es etliche Beete und Beetflächen gibt genau wie Wege dazwischen. Beim Verlegen der  Bewässerung ist es Eines, die Schläuche am Boden zu verteilen. Dahinter steckt aber auch noch viel Überlegung. Wie lege ich sie und wie verbinde ich sie. Dazu  muß man noch entscheiden oder errechnen, welche Flächen man zusammenfasst. Man kann nicht eine unendliche Anzahl an Metern Tropfschlauch an einen Wasserhahn auf einmal anschließen.

Ich habe im Gemüsegarten mit angrenzendem Staudenbeet also zwei Systeme verlegt. Bei einem mußte ich irgendwie aus dem Gemüsegarten, genau genommen dem Beerenbeet, heraus kommen und hinüber ins Schneckenzaunbeet. Nun wollte ich den Verbindungsschlauch nicht oberirdisch einfach auf die Platten legen, daß man dauernd darauf steigt und darüber fällt. Nach genauer Betrachtung der Örtlichkeiten kam ich zu der oben gezeigten Lösung.

Hier im Bild sieht man, wie der Schlauch den Beeren-Bereich verlässt.  Sofort verschindet er im Untergrund. Dazu mußte natürlich die Bank und die Betonplatten erst einmal entfernt werden.

gut versteckte Bewässerungsschläuche (c) by Joachim Wenk
gut versteckte Bewässerungsschläuche (c) by Joachim Wenk



Nach den Betonplatten kommt Rasen. Den habe ich auf gegraben und den Schlauch hinein gelegt. Schließlich muß der Schlauch noch über die Wegplatten ins Beet. Sie sind nicht heraushebbar, da an Ort und Stelle gegossenen, wahnsinnig schwer und dick.  Ich nutze eine Fuge, die genau passend zum Weg im Schneckenzaunbeet führt. 

Hier angekommen mußte ich nur noch das Blech vom Schneckenzaun einschneiden, um den Schlauch unten durch führen zu können. 


gut versteckte Bewässerungsschläuche (c) by Joachim Wenk
gut versteckte Bewässerungsschläuche (c) by Joachim Wenk


Genau diesen Schneckenzaun, der wirklich etwas hilft ,die Schnecken, die vom Kompostplatz, der Haselhecke (also Wildnis) dahinter und der Wiese wieder dahinter, in den Garten wandern, abzuhalten, diesen Zaun mußte ich selbst noch einmal verändern.

Der neue zweite Kompostplatz weiter vorne an der Hecke kam letztes Jahr dazu. Nun muß ich, das zeigte bereits das erste Jahr, hier ständig ungehindert zu Fuß und vor allem auch mit dem Schubkarren entlang fahren können. Kompost will ja bewegt werden.

Daher hat der Zaun an dieser Stelle nun den auf den ersten Blick nicht erklärbaren Knick. Es fehlen zwar dadurch ein paar Zentimeter Gemüsefläche. Aber die Erleichterung, nicht mit dem Schubkarren ganz außen herum um Beet und Gewächshaus fahren zu müssen ist enorm.

Schneckenzaun (c) by Joachim Wenk
Schneckenzaun (c) by Joachim Wenk


Ach ja, noch einmal zurück zur Bewässerung. Ich erwähnte zwei getrennte Systeme, die diesen Gartenteil versorgen werden. Das bedeutet logischer Weise auch zwei einzelne "Eingänge". Wo setzt man die wieder hin? Wie ist es praktisch? Nachdem ich wußte, welche Beetflächen wie zusammen gehören werden, habe ich mich genau für diese Stelle hier entschieden. Der Wasserhahn ist gleich daneben. So muß ich den Gartenschlauch nur hier her ziehen und anschließen und dann wechseln auf die andere Wegseite. Schon ist alles bewässert. 

Was für eine Mühe, wie viele Gedanken und Überlegungen stecken darin. Die Theorie ist super, jetzt hoffe ich, daß es auch im Sommer in der Praxis wirklich etwas bringt, mir die Arbeit und vor allem Zeit für stundenlanges gießen spart. Und, dass es im Vergleich zum Beregnen wirklich Wasser spart, un der Brunnen sicherer durchhält. 


Anschluß an Tropfbewässerung (c) by Joachim Wenk
Anschluß an Tropfbewässerung (c) by Joachim Wenk

gesiebter Kompost - superfood für die Stauden

Leider, leider, leider werdet ihr in den nächsten Fotos auch wieder nicht all zu viel von der Arbeit sehen, die ich noch heute in den Knochen deutlich spüre. Aber so ist das eben. Garteln heißt nicht nur hübsche Blütchen streicheln. Es muß eine ganze Menge vorher geschehen, damit die hübschen Blütchen überhaupt erst hübsch werden und auch erscheinen. 

Schon lange sollte ich es machen. Gestern vollbrachte ich es endlich. Die Staudenbeete waren zu düngen. Jetzt ist der rechte Zeitpunkt, wo alles zu sprießen beginnt. 

Düngen heißt in diesem Fall: Kompost verteilen.

Der Kompost hier ist fertig. Darin sind die Grünabfälle aus dem Jahr 2015. Alle fleißig übers Jahr zusammen getragen. Der Kompost wurde im vergangen Jahr, als er halb verrottet und noch voller Leben war, einmal komplett umgesetzt. Dann lag er den Sommer über, mußte reichlich gegossen werden, damit er weiter verrottet. Ja das ist ganz wichtig! Gerade in so katastrophal dürren Sommern wie die letzten Jahre. Nicht nur die Beete muß man gießen auch den Kompost!



reifer Kompost (c) by Joachim Wenk
reifer Kompost (c) by Joachim Wenk


Jetzt hat er den Winter überstanden und ich kann ihn verteilen. Damals hatte ich noch nicht den guten Häcksler und so kamen Stauden und andere Abfälle nur mit der Schere etwas klein geschnitten auf den Haufen. Das merkt man auch 2 Jahre danach noch. Sieben ist also angesagt. 

reifer Kompost wird gesiebt (c) by Joachim Wenk
reifer Kompost wird gesiebt (c) by Joachim Wenk


Der Kompost ist leicht feucht und fällt fast von allein durch das Sieb. Zurück bleiben die groben Bestandteile, die auf den aktuellen Kompost wandern. Irgendwann sind sie dann schon verrottet.

unverrottete Pflanzenrückstände kommen wieder auf den Kompost (c) by Joachim Wenk
unverrottete Pflanzenrückstände kommen wieder auf den Kompost (c) by Joachim Wenk


Diese Arbeit geht wirklich erstaunlich flott. So erhalte ich Häufchen für Häufchen feinen Kompost.

frisch gesiebter  Kompost (c) by Joachim Wenk
frisch gesiebter  Kompost (c) by Joachim Wenk


Den schaufle ich in meinen großen Behälter und schleppe das dann kreuz und quer durch den Garten. Auch hier kann ich nicht viel zeigen. Auf den Fotos würde man den ausgebrachten Kompost kaum sehen können. Fast wie Salz übers Brot, streut man diesen. Auf keinen Fall dick und flächendeckend.

Damit ich die korrekte Menge finde, fing ich beim Staudenbeet an. Ich weiß von jedem Beet die Quadratmeterzahl, hier sind es 15qm.  Staudenbeete erhalten 3-5l Kompost pro Quadratmeter. Somit war schnell klar, wie viele Liter aufs Beet müssen. Natürlich habe ich nicht Literweise gemessen. Aber in den Behälter gehen etwa 40 Liter. Nehmen wir das Mittel von 4 Litern, so benötige ich auf das Beet 60 l Kompost. Also eineinhalb Behälter voll. Die habe ich dann gleich mäßig verteilt. Danach wußte ich ein etwa, wie dick oder besser wie dünn er ausgebracht wird. Bei den anderen Beeten habe ich dann nicht mehr so genau gemessen, sondern gemäß der  Erfahrung aus dem ersten Beet, dünn verteilt.

Und weil am Ende des Komposthaufens noch ein Behälter gesiebter Kompost übrig war, begann ich in meinem Gartenarbeitsrausch gleich noch mit dem Gemüsegarten.

Ein Feld im Schneckenzaunbeet habe ich bearbeitet. Tropfschläuche nach hinten wegklappen. Mulch wegrechen, grabegabeln und Kompost verteilen. Dann den Sauzahn durchziehen und alles glatt rechen. Tropfschläuche wieder zurück legen.

Erster nutzen der Tropfschläuche im Beet


Und hier machte ich eine erfreuliche Entdeckung. Wie die Beete, mit den Schläuchen darin, zu bearbeiten sind, machte mir lange Sorge. Heute ging das aber ganz gut und als ich die Schläuche wieder zurück bog und fixierte, merkte ich folgendes: ich muß jetzt nicht mehr für jede Reihe die Schnur spannen, damit ich nicht immer wieder total schräg sähe. Nein in jedem Beet liegen ja jetzt zwei Schläuche. An denen kann ich mich ganz leicht orientieren beim sähen oder später beim Pflanzen. Das ist toll!

Erstes Gemüsebeet ist bestellt (c) by Joachim Wenk
Erstes Gemüsebeet ist bestellt (c) by Joachim Wenk

Schreck in der Morgenstunde - Zwiebeln zu früh gesteckt

So viel habe ich also erledigt gestern. So erleichtert bin ich deswegen und wohl auch so berauscht. Was also habe ich mit dem frischen Beet gemacht? Möhren gesät und Zwiebeln gesteckt. Heute, als ich  mir das notieren will, in meiner Aussaattabelle, stellte ich fest, daß die Zwiebeln aber erst Ende März/Anfang April hätten gesteckt werden sollen oder dürfen? Vor Schreck habe ich gleich noch mal im Gartenbuch nachgeschlagen. Leider aber bestätigte das meine selbst erstelle Aussaattabelle. Und jetzt? Meint ihr das geht gut mit den  Steckzwiebeln. Immerhin sind es mindestens zwei Wochen, die sie zu früh in den Boden kamen. Ich finde gerade jetzt im  Frühjahr kann so etwas schon entscheidend sein. Wann steckt ihr die Zwiebeln? Wieder rauszupfen will ich sie jetzt eigentlich auch wieder nicht. 

Hanfpalme überlebt zweistellige Minusgrade und Dauerfrost


Zu guter Letzt komme ich nun also zur Hanfpalme. Sie verbrachte den zweiten Winter draußen. Drinnen ist ja trotz Umbau und Palmenhaus kein Platz. Den ersten Winter, da hatten wir fast keinen Frost, überstand sie locker. 

Den zweiten Winter. Ja den hat sie wohl auch überstanden. So sieht es jedenfalls momentan aus. Heute habe ich sie von sämtlichen Schutzhüllen befreit.  Gut, die Blätter sind alle futsch. 

Hanfpalme nach dem Entfernen des Winterschutzes (c) by Joachim Wenk
Hanfpalme nach dem Entfernen des Winterschutzes (c) by Joachim Wenk

Aber - bei Palmen ganz wichtig - oben das Herz scheint intakt. Die jungen Blätter und neuen Blätter sind saftig und grün. Ich lasse jetzt die alten unschönen Blätter noch ein wenig, daß sie die Jungen vor der Sonne schützen. Immerhin waren sie jetzt monatelang in dem Vliessack eingepackt.

Hoffentlich hat auch der empfindlichste Teil, der Wurzelballen, überlebt. Wenn die Heizung funktioniert hat, sollte er das überstanden haben. -13°C in einigen Nächten und immerhin ein paar Wochen am Stück Dauerfrost mit Nachts zweistelligen Minusgraden.

Bald wissen wir, ob sie treibt und wirklich weiter lebt.

Hanfpalme nach dem Entfernen des Winterschutzes (c) by Joachim Wenk
Hanfpalme nach dem Entfernen des Winterschutzes (c) by Joachim Wenk



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