Montag, 27. März 2017

Projekt Grünspargel geht in die nächste Runde

Das Projekt Grünspargel geht in die zweite Phase

Beinahe ein ganzes Jahr Vorlaufzeit war nötig, um so weit zu kommen. 

Ende April, Anfang Mai vergangenen Jahres erweiterte ich meine Gemüsegartenfläche um etwa 35 qm.  Seither bewirtschafte ich unten am Dorfweiher auch ein Stückchen der so ungewöhnlich und romantisch gelegenen Gartenflächen. 

Warum brauchte ich noch mehr Fläche? Einmal hatte ich nicht genug Platz für die Kartoffeln und den Fruchtwechsel  und zum Zweiten war überhaupt kein Fleckchen Erde mehr übrig, um den Anbau von Grünspargel zu probieren.



der Grünspargel ist gepflanzt (c) by Joachim Wenk
der Grünspargel ist gepflanzt (c) by Joachim Wenk


von der Idee bis zum Spargelpflanzen verging ein Jahr

Und was geschah in dem vergangenen Jahr?

So sah das Gartenstückchen aus. Wiese und ein Stachelbeerbusch. 

Gartenfläche am Dorfweiher (c) by Joachim Wenk
Gartenfläche am Dorfweiher (c) by Joachim Wenk

Da ich mich mit der Nachbarin erst im fortgeschrittenen Gartenjahr über das Grundstück einig wurde, war schon alles grün und zugewachsen. Es wurde schwierig hier Gemüse anzubauen.  Die Wiese haben wir gemäht und mit der Motorhacke die verbleibenden Wurzeln untergearbeitet.  Dann kam der Wiesenschnitt, und ein paar Mal im Jahr weiterer Wiesenschnitt von anderen Flächen,  als Mulch darauf.

Gartenfläche am Dorfweiher (c) by Joachim Wenk
Gartenfläche am Dorfweiher (c) by Joachim Wenk


Ich habe Buschbohnen gesät und sehr viel davon geerntet. Als grüne Bohnen und als  Bohnenkerne.

 (c) by Joachim Wenk
die Buschbohnen stützten sich am Unkraut ab (c) by Joachim Wenk


Auf die Hälfte der Fläche habe ich Lupinen als Gründünger gesät. Die wurden rasch vom Unkraut überwuchert.

Zuchhini, Pattisonkürbis, Einlegegurken und Kürbis wucherten unter und über das Unkraut und brachten eine gute Ernte.
 (c) by Joachim Wenk
noch sieht man die Lupinen neben dem Unkraut  (c) by Joachim Wenk

Immer fest im Blick hatte ich das darauf folgende Frühjahr, in dem ich den Grünspargel setzen wollte. Damals im Mai 2016 gab es keine Pflanzen mehr und der Boden sollte ja auch erst vorbereitet werden. Daher stand als Pflanztermin bald das Frühjahr 2017 fest. 

Im Herbst rechte ich alles Unkraut und abgestorbene Gemüsepflanzen zusammen und warf sie in den Kompostbehälter. Eigentlich wollten ich nochmal den Boden mit der Motorhacke bearbeiten. Dazu kam ich dann aber zeitlich nicht mehr. 

So lag der Garten dann die Wintermonate brach. Besser hätte ich wohl im Herbst noch einen Gründünger gesät. Jedenfalls war jetzt im Frühjahr bereits wieder der Unkrautbewuchs zu erkennen. 

 Weihergarten nach dem ersten Winter (c) by Joachim Wenk
 Weihergarten nach dem ersten Winter (c) by Joachim Wenk

 Weihergarten nach dem ersten Winter (c) by Joachim Wenk
 Weihergarten nach dem ersten Winter (c) by Joachim Wenk

Beet vorbereiten und  Grünspargel pflanzen


Die Grünspargelpflanzen waren jedenfalls rechtzeitig bestellt und wurden jetzt geliefert. Es mußte gehandelt werden. Am Samstag nun, bei traumhaftem Frühlingswetter, fing ich an. 

Wieder lief die Motorhacke heiß, kämpfte sich aber wacker durch den Untergrund. Der Boden dort unten am  Weiher ist schön locker und bereits angenehm warm.  Die Sonne fängt sich direkt an den kleinen Hanggrundstücken, reflektiert von der Oberfläche des Wassers. 

Nach der Motorhacke kam die Schaufel zum Einsatz. Zwei Gräben habe ich gezogen. So breit wie eine Schaufel breit ist und etwas mehr als 4 m lang. Tief mußten sie mindestens 15 cm sein. 

In diese Gräben füllte ich eine dünne Schicht frisch gesiebten, reifen Kompost. 

Auf das Kompostbett breitet man nun die Wurzeln des Grünspargels aus. 26 Pflanzen liegen mit 30 cm Abstand in den  beiden Gräben. 



Grünspargelpflanzen im Pflanzgraben (c) by Joachim Wenk
Grünspargelpflanzen im Pflanzgraben (c) by Joachim Wenk

Danach werden die Gräben wieder aufgefüllt und zwischendurch habe ich noch etwas angegossen. 

Nach viel Arbeit und Mühe ist schließlich nichts mehr zu sehen. Hätte ich nicht die Reihen mit Stöckchen markiert, wüsste ich selbst nicht mehr, wo genau die Pflanzen unter der Erde liegen. 


frisch bepflanztes Grünspargelbeet (c) by Joachim Wenk
frisch bepflanztes Grünspargelbeet (c) by Joachim Wenk


Jetzt heißt es, auch nach dem vergangenen Jahr, nochmals warten. Zuerst warte ich jetzt, darauf, daß der Spargel wächst und die Erde durchbricht. Dann warte ich auf das Unkraut und wie ich es in Schach halten kann. Ob die Mulchfolie wohl etwas nützt? 

Jedenfalls hab  ich einen Folie mit einem Längsschlitz versehen. Darunter ist die erste Reihe Spgargel. Die zweite Reihe befindet sich jetzt direkt unter der "Naht" zwischen Folie 1 und Folie 2. 

So soll der Spargel ungehindert nach oben wachsen könne und das Unkraut nicht unter der Folie empor wachsen. Die Theorie klingt doch ganz sinnig finde ich.....

Grünspargelbeet mit Mulchfolie (c) by Joachim Wenk
frisch bepflanztes Grünspargelbeet mit Mulchfolie (c) by Joachim Wenk


Zwei weitere Folien habe ich auf der restlichen Fläche verteilt. Ich hoffe, daß sie das nun aufkeimende Unkraut etwas in Schach halten. Weil ich nicht genug Folie für die komplette Fläche hatte, blieben einfach dazwischen Streifen zum Laufen frei.

Mulchfolie im Gartenbeet (c) by Joachim Wenk
Mulchfolie im Gartenbeet (c) by Joachim Wenk

Beim Spargelbau muß man warten können  


Schließlich heißt es dann, wenn alles, vom Unkraut bis zum Spargel, wächst, wieder warten. Der Spargel soll wachsen, wie er lustig ist. Er soll Kraft sammeln und sich gut einleben dort unten am Weiher. Der Boden ist locker und warm und es gibt hier viel, viel Sonne. Es sollte ihm dort gefallen. 

Im  Herbst schließlich werde ich die oberirdischen Pflanzenteile abschneiden und warten. Warten auf das Frühjahr 2018. Wenn es dann wieder warm wird und der Spargel wächst, kann ich glaube ich schon hier und da eine Stange ernten. Ab Frühjahr 2019 schließlich sollten normale und regelmäßige Ernten möglich sein. Dann habe ich auch eigenen frischen und hoffentlich leckeren Grünspargel für die Küche. Genau wie beim Rhabarber auch, muß man die Erntetätigkeiten dann Ende Juni beenden. Dann darf der Spargel richtig treiben und sich zu hohen Pflanzen entwickeln. So sammelt er wieder Kraft für die reichlich zu schiebenden Sproßen. 

10-15  Jahre erntet man laut Literatur dann an dieser Stelle Spargel. Wenn man das bedenkt, ist der anfängliche Aufwand mit der Bodenbearbeitung und dem Pflanzen  beinahe schon zu vernachlässigen. Schlimmer als die Arbeit ist wohl das Warten beim Spargelbau. 

Jedenfalls bin ich jetzt schon mit einem Jahr Warten in Vorleistung gegangen. Jetzt ist er dran, der Spargel. Ich hoffe er wächst schön kräftig und dann werden wir gemeinsam während des langen, dunklen Winters auf die Frühlingssonne warten, bis es im Frühjahr 2018 wieder um den Spargel geht. 



Kommentare:

  1. Whow, du bist echt ein unermüdlicher, experimentierfreudiger und rühriger Gärtner! Toll!

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    1. naja, wohl eher ein unersättlicher immer hungriger Gärtner, der einfach viel zu Essen braucht ;-))))

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  2. Na soviel Mühe,zeit und Geduld muss doch belohnt werden.ich komme dann zum Spargelstechen vorbei :)
    LG Anna

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    1. Wenn ich im ganzen Garten unten am Weiher Spargel anbauen würde, könnte ich mal ein Treffen bei mir machen, zum Spargel essen. Mit meinen paar Pflänzchen wird das aber wohl leider nicht klappen;-)

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  3. Lieber Achim, ich bin gespannt, wie Dir der Spargelanbau gelingt. Ein interessantes Projekt.

    LG kathrin

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    1. Hallo Kathrin, was glaubst du, wie gespannt ich bin. Muß ja nur noch ein Jahr warten, dann weiß ich mehr.......

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  4. Hallo Achim, einen tollen Blog hast du hier! Ich habe vor 4 Jahren auch grünen Spargel angebaut, die Sorte „Schneewittchen“. Letztes Jahr konnte ich zum ersten Mal richtig ernten und es waren viele tolle Stangen dabei. Leider kommt auch jedes Jahr der Spargelkäfer zu Besuch und ich habe schon ein paar Pflanzen an ihn verloren. Achte im Mai und Juni mal auf das Grün, dort legen die orangefarbenen Käfer ihre Eier ab. Die Raupen fressen sich dann bis tief in die Wurzeln und die Pflanze stirbt ab. Ich dünge den Spargel jedes Jahr mit Hornspänen und Komposterde. Gemulcht wird dick mit Stroh und Rasenschnitt, hält das Unkraut sehr gut fern! Liebe Grüße aus Dresden

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    1. Hallo Isabelle, danke für die Tips. Hoffentlich hält sich das mit den Käfern in Grenzen. Hätte gern mal ein Gemüse, das nicht dauernd krank oder befallen ist .... Hornspäne und Kompost ist gut, das kann ich auch machen. Kompost hätte ich wohl sowieso hin, wie überall im Garten. Liebe Grüße Achim

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