Samstag, 18. März 2017

Die Ergebnisse der Bodenproben liegen vor - ein Vergleich zu 2014.

Ergebnisse der Bodenproben von 2017 und 2014

Vier Wochen sind vergangen, seit ich durch den Gemüsegarten kroch und Bodenproben entnommen habe.

Seither warte ich doch sehr gespannt auf die Ergebnisse. Hat sich in den vergangenen drei Jahren etwas zum Besseren gewendet? Wie sind die Düngeempfehlungen diesmal? Ich muß doch langsam loslegen im Gemüsegarten.

Drei Proben habe ich eingesandt:

Eine Probe vom Gewächshaus in dem letztes Jahr (2. Standjahr, davor auch Gewächshaus, aber Erde ausgetauscht) keine Ernte möglich war, weil nichts an Paprika, Chili oder gar Tomaten gewachsen  ist.

Die zweite Probe ist vom ganz früheren Gemüsegarten, dann viele Jahre Rasen und seit vier Jahren wieder Gemüsebeet (Schneckenzaunbeet.

Probe Nummer drei ist vom Gemüsegarten, der viele Jahrzehnte der Kaninchen- und Hühnerauslauf war. Seit Frühjahr 2012 ist es mein Gemüsegarten.

Weil zwar zusammengefasst alles mein Gemüsegarten ist, die einzelnen Bereiche aber doch grundsätzlich anderen Ursprung haben, wollte ich  getrennte Ergebnisse erhalten.

Die liegen jetzt vor und ich bin nicht erfreut. Nein, eher auch  ratlos und doch, wie ich es persönlich sehe, erleichtert, weil wohl die Hauptursache für das schlechte Wachstum, die vielen Krankheiten und Schädlinge fest stehen.

Für mich jedenfalls steht der Grund fest, der alles andere verursacht. Meine Ratlosigkeit bezieht sich nun auch wieder auf genau diese Ursache, die ich dachte durch diverse Maßnahmen verbessert zu haben. Leider ist hier keine Veränderung und schon gleich keine Besserung erkennbar.

Ich nenne jetzt einfach einmal - für diejenigen unter euch, die das interpretieren können - die Fakten der Bodenanalysen:


Gewächshausboden (Werte nur von 2017 vorhanden): 


  • Kalk: phWert 7,0 (Bemerkung laut Institut: "hoch")
  • Phosphor 145 mg/ 100 g luftgetrockneter Boden (Bemerkung laut Institut: "sehr hoch")
  • Kali  41 mg/ 100 g luftgetrockneter Boden (Bemerkung laut Institut: "hoch")
  • Magnesium 43 mg/ 100 g luftgetrockneter Boden (Bemerkung laut Institut: "sehr hoch")
Bodenart: sandiger Lehm
Humuszustand: schlecht


Schneckenzaunbeet-Boden: 


  • Kalk: phWert 6,7 (Bemerkung laut Institut: "hoch")  2014   pH 6,6
  • Phosphor 60 mg/ 100 g luftgetrockneter Boden (Bemerkung laut Institut: "sehr hoch") 2014 192 mg sehr hoch, grenzüberchreitend
  • Kali  46 mg/ 100 g luftgetrockneter Boden (Bemerkung laut Institut: "sehr hoch") 2014  45 mg überdurchschnittlich hoch
  • Magnesium 26 mg / 100 g luftgetrockneter Boden (Bemerkung laut Institut: "sehr hoch") 2014   38 mg überdurchschnittlich hoch
Bodenart: sandiger Lehm  2014 sandiger Schluff 
Humuszustand: schlecht mittel humos(h3)



ehemaliger Hühnerlauf-Boden: 

  • Kalk: phWert 6,6 (Bemerkung laut Institut: "hoch") pH 6,3 hoch
  • Phosphor 58 mg/ 100 g luftgetrockneter Boden (Bemerkung laut Institut: "sehr hoch") 2014  47 mg sehr hoch
  • Kali  42 mg/ 100 g luftgetrockneter Boden (Bemerkung laut Institut: "hoch")  2014  38 mg hoch
  • Magnesium 29 mg / 100 g luftgetrockneter Boden (Bemerkung laut Institut: "sehr hoch") 2014  22 mg hoch
Bodenart: sandiger Lehm
Humuszustand: schlecht


Erkennbar ist, daß die Werte gesunken sind oder auch gestiegen. Magnesium und Phosphor im Schneckenzaunbeet sind gesunken. Dafür sind sie im ehemaligen Hühnerlauf gestiegen. Kali ist überall gestiegen. Warum das so ist, weiß ich nicht. Ich behandle die Böden überall gleich. Die Recherchen von damals und den Jahren bis heute und auch ganz aktuell sagen mir, daß gerade so extrem hohe Werte von Magnesium oder Kali oder Phosphat die anderen lebenswichtigen Nährstoffe im Boden blockieren. Sie sind da, die Pflanze kann sie aber nicht erreichen und aufnehmen. Daher wohl meine Wachstumsstörungen, die kranken zierlichen Pflänzchen. Dazu kommt dann noch der immense Wassermangel im Sommer. 

Wie kann man die Werte herunter bekommen? Scheinbar gar nicht. Die Düngeempfehlung beläuft sich auf reine Stickstoffdüngung mit genau und sehr detailliert angegebenen Mengen Hornmehl. 

Da ist kein Humus im Boden und das ist das Problem


Mein Problem ist aber  wohl eher und vor allem  Folgendes:  Ich habe viel Boden aber keinen Humus! Feststellen muß ich es schon immer, Bodenleben ist kaum existierend. Beim Graben sehe ich nur wenige Regenwürmer. Im Sommer überhaupt keine. Mulch bleibt monatelang liegen und verrottet einfach nicht. Wäre ein Bodenleben vorhanden und auch viele  Regenwürmer, wäre sicher das große Ungleichgewicht zwischen den Nährstoffen nicht von so gravierender Auswirkung. 

Das Bodenleben und der Humus haben enorme Pufferfunktion. Sie stellen den Pflanzen gezielt die Nährstoffe bereit,die diese Anfordern. Wenn kein Humus und kein Bodenleben vorhanden ist, bekommen die Pflanzen gerade in so aus dem Ruder gelaufenen Bodenwerten, ihre benötigten Nährstoffe nicht und kümmern, kränkeln und sterben ab (Tomaten letztes Jahr extrem). 

Nun arbeite ich mit Kompost. Alles wird verkompostiert. Der Boden ist immer gemulcht. Gedüngt wird mit Brennesseljauche und, weil schon 2014 empfohlen, mit Hornmehl. Auf einigen Flächen steht auch im Herbst Gründünger. Das sind ja eigentlich alles Maßnahmen zum Erhöhen des Humusgehaltes. 

Wenn ich jetzt im Frühjahr hier, so wie vergangen Woche in den Staudenbeeten, Kompost auftrage verbessere ich, so war bisher meine  Meinung, doch auch den Humusgehalt. Aber gleichzeitig trage ich natürlich Phosphor, Kalium, Magnesium ein. Damit verschlimmere ich weiter die ohnehin zu hohen Werte. 

Ihr seht, ich habe keine Antwort auf die sich stellenden Fragen. Die Ergebnisse und Empfehlungen liegen vor, scheinen aber nicht viel zu nützen. 

Ganz persönlich sehe ich es so, daß der Humusgehalt und das Bodenleben dringendst verbessert, erhöht und angeregt werden müssen. Hier werde ich weiter überlegen was ich tun kann. Ich gehe davon aus, nach allem was ich gerade über humosen Boden und seine Kooperation mit den Pflanzen gelesen habe, dass sich dann viel bessert. 

Das wird etliche weitere Jahre dauern, bis es besser wird. Wenn es denn besser wird. Ich weiß jedenfalls, daß ich bestimmt jetzt 4 oder eher 6 Jahre warten kann, bis ich wieder untersuchen lasse. Die drei Jahre seit der letzten Untersuchung haben nicht wirklich zu einer Veränderung geführt. 

Heute ist Samstag. Der Gartentag in der  Woche schlechthin. Passend zu meinen sich hetzenden Gedanken im Kopf tobt draußen ein sehr starker Sturm, der mich schon hat die Nacht nicht schlafen lassen. Sonne gibt es nicht, dafür immer wieder regen. Heute passiert also nichts im Garten, obwohl so viel zu tun wäre. So habe ich aber ein wenig Zeit mich mit den Ergebnisse, meinen Erfahrungen und  bisherigen Maßnahmen auseinander zu setzen. Mein Wissen werde ich einsetzen und dann einmal schauen, was ich machen kann. 

Kommentare:

  1. Hallo Achim,
    ich bin vor kurzem auf deine Seite gestoßen und habe mit Interesse den Bericht über die Bodenproben gelesen; beim Betrachten einiger Fotos ist mir aufgefallen, dass du wohl viel mit Laub mulchst... ich decke die Beete über den Winter auch gerne mit Blättern ab, aber v.a. Eichenblätter sind meines Wissens nach recht schwerverdaulich für den Boden, und belasten die Erde ziemlich. Auch beim Kompost wäre ich sehr vorsichtig mit Eichenblättern bzw. generell Blättern (weil du geschrieben hast "alles wird kompostiert"); vielleicht liegt darin ein Grund deiner recht hohen Messwerte.
    Ich würde es viell. an ausgewählten Stellen mal mit einem Jahr ausschließlich Gründüngung probieren; ich habe Phacelia und Inkarnatklee probiert und war eig recht zufrieden, oder Spinat / Feldsalat, dabei recht viel in der Erde lassen und leicht einharken (ein bisschen davon Ernten ist natürlich erlaubt :) )
    Wir haben bei uns Probleme mit Bäumen (Esche) an der Grundstücksgrenze, deren Wurzeln hereinreichen, und wo der Boden darunter auch sehr schlecht, ziemlich unfruchtbar und auch trocken ist; probieren es jetzt mit Blumenmischungen... Ansonsten haben wir aber gottseidank einen Haufen Regenwürmer und andere Klein-/ Kleinstlebewesen, die sich um den Boden kümmern - bis auf die Schnecken sind die wirklich alle sehr essentiell und nützlich.
    Also alles Gute und viel Erfolg bei der weiteren Behandlung, und guten Mut!
    Viele Grüße aus Österreich,
    Daniel

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    1. Hallo Daniel, vielen Dank für deinen Kommentar. Ich gebe zu, daß es auf den Fotos aussieht, als würde das ganze Laub der Walnußbäume und der Eiche auf den Beeten liegen. Das ist aber nur zum Teil richtig. Das Walnußlaub entsorge ich immer komplett über die Biotonne. Das geht relativ einfach, weil es im Herbst, wenn es losgeht binnen ein oder zwei Tagen komplett runter fällt. Die großen schweren Blätter sind leicht zusammen zu kehren. Was aber im Beet landet und im Gründünger etc. kann ich nicht komplett entsorgen. Da bleibt dann doch immer auch ein wenig liegen. Das Eichenlaub ist lästiger da es so über Wochen und Monate herunter kommt. Zum Teil hängt es ja jetzt noch oben. Und die kleinen leichten Blätter bläst natürlich der so häufige und lästige Sturm bei uns überall hin. Das kann ich nicht so leicht entsorgen und so liegt davon auch noch was im Beet. Die Apfelbaumblätter und Haselnußblätter dagegen sind willkommen im Gemüsebeet. Jetzt, wenn die Bodenbearbeitung losgeht, reche ich alles, was im Beet liegt weg und entferne es. Gut, das kommt dann auf den Kompost, weil ja auch noch Gemüsereste oder Häckselmaterial vom Herbst dabei ist. Ich habe schon immer wieder gegoogelt, zwar sind die meisten Meinungen gegen eben das Verkompostieren dieser Laubarten, aber es gibt auch neutrale Meinungen. Ich kompostiere auch nicht alles, im Prinzip nur das, was über den Winter eh auf den Kompost fällt oder das , was ich jetzt zusammen reche. Wie bei dir sind auch hier die Wurzeln der Bäume auch nicht förderlich für die Gemüsebeete. Aber ich kann das halt leider nicht ändern. Optisch werten die Bäume den Garten einfach zu sehr auf, als dass ich sie umsägen könnte. Und den Gemüsegarten wo anders hin machen kann ich auch nicht. Meine Hoffnung liegt auf den Fähigkeiten der Natur und somit dem Bodenleben. Das muß ich in Schwung bringen. Du hast recht, ich sollte noch mehr mit Gründünger arbeiten. ABer dann fehlt die Fläche und ich meine nicht genug Gemüse zu bekommen. Habe vor den Tomaten schon Ackerbohnen jetzt gesät. Dumm halt nur, dass in dem Boden auch immer nichts keimt. Die Bohnen müssten schon keimen, ist jedes Jahr das selbe, sie keimen erst, wenn die Nachfrucht gesetzte werden müsste. Auch Spinat und Feldsalat keimt in den Beeten fast gar nicht. Im gewächshaus manchmal. Auch Gemüse keimt halt nicht oder nach Wochen und Monaten. Ich muß sogar Winterrettiche oder Asiasalat in Töpfen vorziehen, weil es im Gartenboden nicht keimt. Das ist von Anfang an so und muß auch was mit dem schlechten Humusgehalt zu tun haben und mit dem hohen Nährstoffgehalt. Aber ich bin eben nur Hobbygärtner und kein gelernter Gärtner, so dass mir hier einfach (noch) viel Wissen fehlt. Ich hoffe auch auf guten Mut, also danke für die Wünsche, und warte jetzt dieses Jahr mal ab. Irgendwann ernte ich ja schließlich auch, so dass die Arbeiten nicht ganz umsonst sind. Wegen vieler Rückschläge und Ausfälle allerdings sind sie leider aufwändiger als dies nötig wäre.

      Viele Grüße nach Österreich aus Franken(Bayern), Achim

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