Mittwoch, 22. Februar 2017

Tagebucheintrag zum heutigen Lostag, weiterer Minestronevariation und Butter Café de Paris.

(c) by Joachim Wenk
(c) by Joachim Wenk

Tagebuch vom 22.Februar 2017

Es ist also Vorfrühling. Die Haselnüsse sind voll erblüht und die Schneeglöckchen blühen im Garten. Hier liegt die Betonung dann aber wohl ganz deutlich auf der Silbe "Vor-". Denn draußen ist es so eklig, da ist an Gartenarbeit nicht zu denken. Das ist in zweierlei Hinsicht nicht schön. Zum Einen natürlich, weil heute mein Gartentag der Woche gewesen wäre. Zum Anderen, und das ist das Unschönere an den beiden Angelegenheiten, ist heute wieder ein Lostag.

"Wie's Petrus (22.2.) und  Matthies (24.2.) macht, bleibt's noch vierzig Nacht."

So, jetzt versteht ihr, warum ich nicht begeistert bin vom Wetter heute. Gut, es hat beinahe 10° C und ist damit mild. Es regnet auch immer wieder, was ja bei uns etwas Schönes ist. Aber halt der arge Wind. Nein es ist mindestens Sturm! Und zu Matthies, also am kommenden Freitag, soll es der kälteste Tag der Woche mit einem Temperatursturz auf 4°C und Nachts wieder Frost werden. Das ist gar nicht schön. Noch 40 Nächte kalt und Sturm ?! Zumal wohl diese beiden Lostage sich in den vergangene Jahren immer mehr bewahrheitet haben sollen.

Der erste Lostag jetzt im Februar war der 2. Februar.

"Lichtmeß Sonnenschein - es wird noch 6 Wochen Winter sein"
An Lichtmeß war diesjahr sehr trübes Wetter.  Sonne war nie zu sehen und tatsächlich taut es seither. Zwar langsam aber der Winter mit Schnee und Eis hat sich, pflichtbefohlen, davon geschlichen. Diese Regel stimmte jedenfalls.

So, du lieber Gartentag. Was mache ich denn, wenn ich also nicht raus kann. Oder raus will.

Lassen wir es ruhig angehen. Der Hund hat auch nichts dagegen, heute nur schnell für die dringenden Geschäfte in den Garten zu gehen, anstatt bei Orkan durch den Matsch zu schlappen. Mein Frühstück dauert lange und ich merke rasch, dass das so ein Tag wird, an dem man sowieso nichts auf die Reihe bekommt.

Nicht lange dauert es und ich muß mir etwas zu Mittag machen. Wieder einmal gibt es meine Trocken-Minestrone (mehr dazu findet ihr hier: Fertigsuppen für den Selbstversorger und Minestrone und Kindeheitsträumen ). 

Diesmal aber ist die Sättigungseinlage nicht fertig gekauft, sondern rasch selbst angerührt. 50 Gramm frisch gemahlenes Mehl aus Roggen und Weizen inklusive ein paar Haferflocken vermische ich mit einem halben Ei. Was mit dem Rest geschieht, seht ihr später. Daraus wird ein echt fester Teigklumpen, den man auf der Reibe zu kleinen Bröseln verreiben kann.

Aha, daher also der Name "geriebene Suppe". Diese Brösel kommen in die fertige Minnestrone und köcheln wenige Minuten ganz leicht mit. Fertig ist das Mittagsmahl. Satt werde ich auch, weil 50 Gramm Mehl für eine Person schon eher zu viel sind. Aber ein viertel Ei wäre ja noch blöder ab zu messen gewesen, hätte ich diese Menge auch noch halbiert.



Teigklumpen für geriebene Suppe wird gerieben (c) by Joachim Wenk
Teigklumpen für geriebene Suppe wird gerieben (c) by Joachim Wenk

Teigbrösel frisch gerieben (c) by Joachim Wenk
Teigbrösel frisch gerieben (c) by Joachim Wenk

geriebene Teigsuppe mit getrocknetem Gemüse aus dem Garten (c) by Joachim Wenk
geriebene Teigsuppe mit getrocknetem Gemüse aus dem Garten (c) by Joachim Wenk


Wo wir doch gerade bei der  Resteverwertung sind, so mache ich doch gleich noch etwas aus Resten. Gestern gab es Königsberger Klopse. Mit Kapernsauce und Sardellenpaste in den Klopsen. Die übrigen Fleischbällhen gibt es jetzt nach der Suppe zum Mittag.

Aus der Sardellenpaste, Kapern und einer offenen Flasche Sahne nebst weiteren Zutaten mache ich mir rasch noch eine "Butter mit Geschmack". Diesmal wird es Butter à la Café de Paris. Die au diese Art hergestellte Kräuter-Butter, ist mittlerweile gerade im Sommer beim Grillen, ganz normal in meiner Küche. Die Version mit Sardellenpaste und Kapern wollte ich schon immer probieren und tat es noch nie. Das war ein Fehler, denn die ist absolut köstlich. Das Rezept findet ihr bei der Kräuterbutter.

Butter à la Café de Paris (c) by Joachim Wenk
Butter à la Café de Paris (c) by Joachim Wenk



Im  Tiefkühler habe ich noch so viele leckere Sommerbeeren. Ein paar Muffins zum Kaffee sind die nächste Beschäftigung. Rasch den Teig in einer  Schüssel zusammengeschüttelt, in die Form verteilt und überall ein paar gefrorene Beeren hinein gedrückt.

Schade dass ich ihn dann nicht habe lange genug backen lassen. So habe ich jetzt, nachdem die Mini-Muffins endlich aus der Form gedrückt waren,  eher Muffin-Bruch. Aber was soll es. Lecker sind sie jedenfalls und das übrige  halbe Ei vom Mittag ist auch mit verbraucht.

frische Beerenmuffins zum Kaffee (c) by Joachim Wenk
frische Beerenmuffins zum Kaffee (c) by Joachim Wenk


Zeit für ein wenig Gartenangelegenheiten.

Die zweite Pilzgeneration scheint jetzt  besser zu wachsen. Bald wird geerntet.

Sommerausternpilze (c) by Joachim Wenk
Sommerausternpilze (c) by Joachim Wenk

Sommerausternpilze (c) by Joachim Wenk
Sommerausternpilze (c) by Joachim Wenk


Und weil ich natürlich sehr wohl doch einmal oder mehrmals kurz in den Garten ging (Kontrollgänge nenne ich das) kann ich zwei brandaktuelle Fotos hier zeigen.

Ja, Winterlinge sieht man dieser Tage gerade inflationär auf allen sozialen Medien. Warum wohl? Trotzdem freue ich mich über meine eigenen ganz besonders. Sind es doch meine aller Ersten.

Jedes Jahr im Frühjahr zur Winterling-Inflation ärgerte ich mich, daß ich im Herbst wieder vergaß, welche zu stecken. Nicht ein einziger war im Garten vorhanden.

Vergangenen Herbst dachte ich mit Hilfe eines Kalendereintrages samt Erinnerungsfunktion daran. Und jetzt, Taraaaaa, ich habe Winterlinge im Beet!

meine allerersten Winterlinge im Garten (c) by Joachim Wenk
meine allerersten Winterlinge im Garten (c) by Joachim Wenk

Die Leberblümchen blühen auch wieder. Sind die so hart im nehmen oder mögen sie gar diesen  Standort? Weil ich sie gern von nahem sehen wollte setzte ich sie unter einen Moosrosenstrauch, der erhöht steht. So muß man sich nicht so bücken, um sie aus der Nähe zu betrachten. Im Sommer hängt der Strauch über ihnen. Sie stehen damit in absoluter Dunkelheit und der Standort ist sehr warm und Trocken. Wenn die Rose entblättert ist, erinnere ich mich dann immer wieder an sie. Und wenn ich nachsehe haben sie immer kräftige Blätter und jedes Frühjahr hübsche blaue Blüten.

Leberblümchen (c) by Joachim Wenk
Leberblümchen (c) by Joachim Wenk

Nun, der Sturm tobt noch immer draußen. Die Kaffe und Muffin-Bruch-Pause ist vorüber. Mal sehen, was der unkoordinierte Tag heute noch so bringt. Bügelwäsche ist wohl eines dieser Abenteuer, die noch auf mich zu kommen.

Wenn es wieder schöner wird draußen, hört ihr wieder von mir. Bis dahin wünsche ich schöne Vorfrühlings-Tage.

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