Samstag, 21. Januar 2017

In der Sonne und Winterlandschaft wollten wir arbeiten. Und dann das...

Kennt ihr das? Dieses Gefühl, wenn  eisige Kälte die Füße hoch krabbelt? Erst die Zehen, dann der Fuß, schließlich fühlt man es bis zu den Knien oder gar höher. Schmerzen verursacht sie, die Kälte. Etwas stechendes lähmt die Gelenke. 

Aber langsam.  Immer der Reihe nach. Ich will euch die ganze Geschichte erzählen. 

Es ist Samstag, blauer Himmel und die Sonne strahlt seit den Morgenstunden.  Bereits am Freitag planten wir die Aktivitäten im Freien, die an so einem herrlichen Sonnen-Samstag ausgeführt werden können. 

Nach Jahren ist der Karpfenweiher einmal wieder gefroren. So können wir nun endlich einmal die Hecke von der "Seeseite" her schneiden. Klar, wer mitdenkt wird einwerfen: "das könntet ihr ja auch beim Fischen, wenn das Wasser abgelassen ist." Und das stimmt sogar. Jedenfalls dachte ich das ebenfalls immer, bis es dann einmal wieder so weit war. Nach dem Fischen wollte ich mit der Heckenschere ran. Und nein, es geht eben nicht! Wenn das Wasser weg ist, erreiche ich, am Weihergrund stehend, die Hecke über mir nicht mehr mit der Schere. Es muß also im zugefrorenen Zustand des Weihers passieren. 

Gestern Abend nach der Arbeit haben wir schnell noch die Akkus der Heckenschere in die Ladestation gesteckt. Nicht, daß uns dann vor Ort dann der Saft ausgeht. 

Heute gab es nur ein einfaches und rasch bereitetes Mittagessen. Wir wollen ja raus und arbeiten, so lange die Sonne noch wärmt. Die Kettensäge muß noch geschwind gerichtet werden, weil besagte Kette nicht mehr dort bleibt, wo sie hin gehört. Benzin wird in den VW-Bus geladen, Handschuhe, eine Astschere und die Thermoskanne mit dem heißen Weihnachtstee.  So kommt der wenigstens vor der nächsten Saison auch noch zum Einsatz. 



Die Weiherhecke auf dem Weiher stehend fotografiert. (c) by Joachim Wenk
Die Weiherhecke auf dem Weiher stehend fotografiert. (c) by Joachim Wenk


Der Hund ist stinkig, daß er nicht mit darf. Es ist eh zu kalt und zu langweilig heute für ihn dort draußen. Jedenfalls sind wir endlich unterwegs. Die 2 km liegen hinter uns und wir schauen auf unsere Aufgabe. Schnell mache ich noch ein paar Fotos.  Von diesem Standpunkt und Blickwinkel aus kann ich ja sonst nie  fotografieren. Die Hecke ist immer nur von der anderen, der Landseite, im Bild.



Heckenschnitt auf dem Weiher (c) by Joachim Wenk
Heckenschnitt auf dem Weiher (c) by Joachim Wenk


Volker macht sich also an die Arbeit und schneidet die ersten Äste ab.

Ich werde sie einsammeln und ans Ufer bringen.

"Schau mal,"höre ich ihn sagen, "da ist`s naß, da ist Wasser". Nichts ungewöhnliches, wenn man auf einem Weiher steht. Jedenfalls nehme ich die Worte nur im Unbewussten war.

Und da ist es das Gefühl! Genau wie oben beschrieben. Erst die Zehen spüren eine Eiseskälte, dann der Fuß, der Knöchel.  Rasend schnell geht es hinauf zum Knie und dann zur Hüfte, bevor es stoppt.

Ja! Jetzt verstehe ich es. Da ist wirklich Wasser. Und ich stehe mitten drin. Erst ein Bein und damit es ausgeglichen ist, gleich auch noch das andere. Der Astschnitt jedenfalls ist gerade noch ins Trockene, also ans Ufer, gelangt. Bei mir dauert das ein wenig länger. "Ich glaub, ich muß jetzt erst mal heim" antworte ich schließlich auf Volkers längst verhallte Worte.

Und seine Antwort bringt uns dann doch, lassen wir einmal die Umstände beiseite, zum Lachen. "Ich auch" höre ich ihn hinter mir rufen.

Er hatte es geschickter angestellt. Er steht nur mit einem Bein im Wasser.

Ja so ein Mist! Den ganzen Sommer steige ich  nicht ins Wasser. Muß das dann ausgerechnet jetzt bei diesen Temperaturen jetzt sein?

Was machen wir. Die Kettensäge ist dabei, um ein paar Erlenstämmchen zu schneiden für künftige warme Winter vor dem Kaminofen. Das hat Zeit. Die Hecke kann nur bei gefrorenem Weiher geschnitten werden. Also beeilen wir uns wenigstens diese zwingende Arbeit zu erledigen. Schließlich sind wir bisher keine 5 Minuten hier draußen.

Schnell wird gearbeitet und vorsichtig der Heckenschnitt vom Weiherrand, dort wo auch der Schnee liegt und das Wasser nicht hat gefrieren lassen, entfernt.

Im ersten Moment war das eisige und feuchte Gefühl sehr scheußlich. Kurz drauf hatte ich ein tatsächlich warmes Gefühl um dann abermals kurz darauf die nassen Strümpfe, Schuhe, Unterhosen und Hosen um so unangenehmer zu spüren.

Jetzt aber rasch ab in den Bus und heim. Ausladen und rein in die Wohnung. Der Hund gafft recht komisch, als wir schon wieder auf der Matte stehen.

Jetzt eine heiße Dusche und dann den heißen Tee am Sofa vor dem Kaminofen schlürfen. Den Samstag hatte ich mir auch anders vorgestellt. Gemütlicher ist es allerdings so,  wie es jetzt gerade ist. Und wärmer.

Die Arbeit an den Weihern muß also warten. Leider kam ich auch nicht mehr dazu Fotos vom Schnee, blauen Himmel und der Sonne zu machen.

Lediglich das Boot habe ich am Rückweg noch fotografiert. Gottseidank ist das das Einzige was der Sturm letzthin angerichtet hat. Ursprünglich lag es eigentlich anders da.

Na, wenn mehr nicht passiert ist, dann ist ja alles gut. Beim Boot und bei uns  heute im und auf dem Weiher.


das Boot heute (c) by Joachim Wenk
das Boot heute (c) by Joachim Wenk


das Boot vor dem großen Sturm (c) by Joachim Wenk
das Boot vor dem großen Sturm (c) by Joachim Wenk

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