Mittwoch, 4. Januar 2017

Der erste Schnee kam rechtzeitig vor der Eiseskälte

Und schon sind wir mitten drin im neuen Jahr. Die bange Frage, wie es wohl aus gärtnerischer Sicht werden wird, ist gerade sehr präsent. Haben wir doch einen deutlich kälteren Spätherbst  und  Winter bisher gehabt, als die Jahre davor. Vielleicht wird der Sommer dann auch einmal wieder normaler. Seit vorgestern schneit es zum allerersten mal in diesem Winter. Das ist recht spät und sogar in den warmen Wintern davor hatten wir immer im alten Jahr noch Schnee. 

Jedenfalls haben alle Wettervorhersagen für das Ende der ersten Woche im Jahr sehr niedrige Temperaturen vorher gesagt. Und mit sehr niedrig meine ich nicht zwei oder drei Grad, die ja in den meisten Wettervorhersagen der üblichen Radiosender bereits als kalt oder sehr kalt bezeichnet werden. Nein, es sollen -15°C oder weniger des nächtens werden. Tags dann maximal -8°C. Allerdings soll der Spuk auch nur ein paar wenige Tage anhalten. 

Gott sei dank kam ein wenig Schnee, bevor die Kälte sich anschleicht. 

Hier seht ihr meinen Hauptarbeitsbereich im Garten, den Gemüsegarten. 

Schneefall im Landgarten (c) by Joachim Wenk
Schneefall im Landgarten (c) by Joachim Wenk


Meine alten Buchs-Kugeln sind überzuckert, wie das  Topping auf Weihnachts-Cupcakes.

Buchskugeln mit Schneehaube (c) by Joachim Wenk
Buchskugeln mit Schneehaube (c) by Joachim Wenk



 Eigentlich verbindet man mit Lavendel ja eher flirrende Luft, geschwängert vom Duft des blauen Lavendels. Das kann man  sich im Moment allerdings nur denken. Momentan muß er Eis und Schnee aushalten.
Lavendlbusch im Schnee (c) by Joachim Wenk
Lavendlbusch im Schnee (c) by Joachim Wenk


So entlaubt fasiziniert mich der große Korkenzieherhasel. Einfach nur schön, wie verschnörkelt und gewunden die Zweige und Zweiglein sind.

Korkenzieherhaselnuß (c) by Joachim Wenk
Korkenzieherhaselnuß (c) by Joachim Wenk


Oh und dann das hier. Der Lebensmittelpunkt im Garten zur Zeit. Ich komme mit Füttern gar nicht mehr nach. Unwahrscheinlich, wie viel sie gerade verputzen und welche Massen da einfallen.

Gehe ich mit dem Futter zum Haus, so ist es, wüsste man nicht den Grund, gerade bei düsterem Wetter und Schneetreiben wirklich angst einflößend und gruselig dort. Warum? Die Ligusterhecke dahinter scheint zu leben. Sie atmet und knackt und knirscht, als würde sie mit den knackenden Knochen in ihren Armen und Händen jeden Moment nach mir greifen wollen. Alles scheint sich zu bewegen und steht doch still. Wahrlich eine Szene für Gruselfilme. Wenn ich dann wieder weggehe löst sich das aber rasch zum Heiteren auf. Das Leben und Weben, das Knistern und Schnaufen kommt nicht von der  Hecke. Es kommt von den dutzenden und aberdutzenden Spatzen in ihr, die dort, vom Wind und Schnee geschützt,  nur darauf warten, bis es so weit ist. Bis der komische Kerl mit Zipfelmütze und dicker Jacke den großen runden Behälter anschleppt und die leckere Kost in den Kamin des Häuschens schüttet.

Vogelfutterhaus vor Grusel-Hecke (c) by Joachim Wenk
Vogelfutterhaus vor Grusel-Hecke (c) by Joachim Wenk


Die arge Kälte macht mir schon ein wenig Unruhe. Die Rose hier, ist endlich nach so vielen Jahren zum Wachsen gekommen und ich sorge mich um sie. So eine ist mir schon einmal in einem eisigen Winter erfroren. Ich habe jetzt einfach die Basis mit Jute und Vlies mehrfach umwickelt. Toi toi toi, dass dann vielleicht wenigstens der Wurzelstock und die unteren Bereiche der Triebe überleben. 

genügt der Winterschutz für die Rose? (c) by Joachim Wenk
genügt der Winterschutz für die Rose? (c) by Joachim Wenk


Bin ich froh, daß ich diese Vliessäcke über den Eukalyptus und die Zitrone gestülpt hatte. Jetzt können sie es gut gebrauchen. Beide stehen nun schon etliche Winter draußen. So kalt aber war es seither noch nie. Wird es gut gehen? 

genügt der Winterschutz hier? (c) by Joachim Wenk
genügt der Winterschutz hier? (c) by Joachim Wenk


Meine Rosen müssen das so überstehen. Eigentlich sollte das auch gut gehen. Warten wir es ab. 

die Rosen müssen ohne weiteren Schutz auskommen (c) by Joachim Wenk
 die Rosen müssen ohne weiteren Schutz auskommen (c) by Joachim Wenk


Abwarten heißt es auch hier. Also wenn das diesmal gut geht, werde ich beruhigter in die weiteren Winter blicken. Wurzel- und Stammheizung ist an, alles gut isoliert. Nur die Blätter sind lediglich vom Vliessack geschützt. Allerdings sollen die auch die härtesten Teile der Palme sein. Drücken wir ihr die Daumen, für die kommenden Tage und vor allem Nächte. 

ob das gut geht mit der  Palme diesen Winter?  (c) by Joachim Wenk
ob das gut geht mit der  Palme diesen Winter?  (c) by Joachim Wenk


Bereits am Wochenende haben wir mit großen Hämmern die dicke Eisschicht vom Seerosenbecken zerschlagen. Danach konnte das Wasser abgelassen und die Seerose in einem Fass ins Palmenhaus gebracht werden. Hier haben wir mehr um das Becken als um die Seerose Angst. War es doch nicht so leicht die beiden aufeinander geklebten Betonröhren wasserdicht zu bekommen. Bei so kalten Temperaturen befürchten wir ein aufsprengen oder zumindest beschädigen der  Verbindung. Das wollen wir uns lieber mal ersparen. 
leeres Seerosenbecken (c) by Joachim Wenk
leeres Seerosenbecken (c) by Joachim Wenk



Ich hoffe, an alles gedacht zu haben. Noch mal zum Mittag Endivien, den vorletzten, gemacht. So kann er im Gewächshaus nicht erfrieren. Jetzt heißt es wirklich abwarten, bis die Kältewelle Anfang nächster Woche wieder vorüber ist und dann weiter warten, bis  April etwa. Dann sehen wir, was überlebt hat. Und vielleicht sehen wir dann auch schon, wie das Jahr wird. Anstrengend oder einfach einmal wieder ein angenehmes Gartenjahr. 


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