Freitag, 20. Oktober 2017

Goldene Oktober im eigenen Garten und wüste Vegetation im Urlaub

Was für ein goldener Oktober. Ein Herbst, wie im Bilderbuch. Er kam so unverstellbar plötzlich. Jetzt ist er da und man hat sich daran gewöhnt. Er selbst ist gleichförmig, ruhig und ausgeglichen (wenn nicht gerade Orkan ist). So empfinde ich ihn. 

Der ruhige Zustand gerade macht nachlässig. Mein Kopf muß eingeschaltet werden, sogar für die Gartenarbeit. Sonst laufen da die meisten saisonalen Arbeiten ja automatisch. Aber welche liegen gerade an? Eine kurze Auszeit hat mich vollends aus dem Rhythmus gebracht und jetzt muß ich mich erst einmal umsehen. Welche Arbeiten stehen die nächsten Tage an. Das wunderbar warme Wetter mit blauem Himmel und übe 20 Grad kann ja nicht ewig anhalten. Dass der Frost und der Winter kommen, ist gewiss. 

Traumhafter Herbst im Landgarten- warm und golden


Zuerst aber ein paar Eindrücke vom goldenen Oktober und den Herbstblüten in meinem Garten. 

Ja ja, die Eiche und die Esche. Oft habe ich dieses Jahr über beide berichtet. Nun ist die Esche, die ja nach der Eiche grünte, fast kahl, während die Eiche noch immer ihr Laub hat. Vieles davon bleibt bis zum Frühjahr an ihr hängen. 

Wie mickrig gegen die beiden Bäume meine großen Palmen doch aussehen. 



Herbst im Landgarten
Herbst im Landgarten


Und auch noch ein Bäumchen ist der Baumhasel, der unser Hausbaum werden soll. Aber ich tue ihm unrecht. Er ist in den wenigen Jahren nun schon doppelt so groß wie damals beim Pflanzen. 

Baumhasel als Hausbaum
Baumhasel als Hausbaum

Herbstgarten
Herbstgarten

Wieder der Nero die Toscana. Aber er ist dieses Jahr auch wirklich schön  geworden. Da springt die nächsten Tage wieder einmal ein Mittagessen raus denke ich. 


Federkohl Nero die Toscana
Federkohl Nero die Toscana


Auch meine Wintersalate sind gewachsen. Hätte ich gerade Zeit, könnten die ersten schon ins Beet. Oder setze ich sie ins Gewächshaus? Oder halbe/halbe, damit ich sehe, was besser ist?

Wintersalat Jungpflanzen
Wintersalat Jungpflanzen 


Die Herbstchrysanthemen haben jetzt ihren großen Auftritt. Die rosa Clara curtis ist verblüht. Oft hatte ich sie bereits hier abbilden können. 

Jetzt glühen- und es ist ein wirkliches Glühen und Leuchten- über all die "Bienchen". So heißt diese hübsche kleine Chrysanthemensorte. 

Herbstchrysantheme Bienchen
Herbstchrysantheme Bienchen


Der Schwabenstolz ist noch in Knospe und wird beim Erblühen einen gelben Punkt in der Mitte zeigen, mit dem er ebenfalls leuchtet.

Schwabenstolz Herbstchrysantheme
Herbstchrysantheme Schwabenstolz


Meine Myrtenaster im Beet ist längst verblüht. Da fängt gerade diese Aster hier an zu erstrahlen. Sie ist winzig, etwa 5 cm hoch und 30 cm lang. Es ist die Teppichmyrtenaster Snowflurry. Sie steht in der Wanne bei den winterharten Kakteen und ist wirklich bezaubernd.

Hier habe ich bereits darüber geschrieben und man sieht ihre Entwicklung ganz schön. sukkulente 1 sukkulente2, sukkulente3,

Teppichmyrtenaster Snowflurry

Teppichmyrtenaster Snowflurry
Teppichmyrtenaster Snowflurry


Auch meine großen Herbstastern sind allesamt mittlerweile verblüht. Hier am Foto gefällt mir vor allem der Kontrast mit der bäuerlichen Herbstaster und der exotischen Bananenstaude. Ja gerade die Bananestaude gefällt mir. Warum? 

bäuerliche Herbstaster und exotische Bananenstaude im Garten
bäuerliche Herbstaster und exotische Bananenstaude im Garten

Urlaubserinnerungen 


Wenn ich sie sehe schwelge ich in  Erinnerungen an den vergangenen Urlaub. Und im Urlaub erinnerten mich diese Stauden überall an Zuhause. Ein verbindendes Element sozusagen. 

Ja, ich kann auch Urlaub. Wir waren auf den Kanaren und Madeira. Und wie habe ich allen daheim erzählt, immer war schlechtes Wetter. Nicht einen Tag kletterte das Thermometer über die 30 Grad, immer blieb es ganz knapp darunter oder exakt dabei stehen....

Aber diese Inseln sind wirklich eine Wucht. Einen Tag Madeira oder La Palme mit einer unwahrscheinlichen Vielfalt an Vegetation, die auch jetzt noch in voller Pracht da steht. Dann wieder Lanzarote mit Lava-und Aschefeldern, so weit das Auge reicht. Gemüseanbau nur mit den  unmöglichsten Tricks möglich und heimische Vegetation nicht annähernd so üppig, wie bei uns auf einer Bauschuttdeponie. Als natur- und gartenbegeisterter Mensch kam ich aus dem Staunen und Schauen die Tage gar nicht heraus. 

Heckwelle
Heckwelle


760 sind es! 760 Fotos, die ich gemacht habe. Warscheinlich lag ich sogar nachts im Bett noch mit den Armen in dieser Stellung.....

Achim beim Fotografieren
Achim beim Fotografieren


Aber sagt selbst, muß man das nicht ablichten? Wer hat ein Fensterblatt daheim oder im Büro stehen, oder kennt jemanden, der eines hat. Jeder oder? Und dann das, was sagt man dazu. So kann also ein Fensterblatt auch aussehen. 

Fensterblatt
Fensterblatt

Oder Hibiskus? Der  Besen mit hellgelben,wenigen Blättern, den man mal blühend erstanden hat. Seither geht es immer nur bergab mit ihm. Wie wär's? Einfach mal in den Garten pflanzen! Scheint zu helfen....
Hibiskus
Hibiskus


Das hier kennt ihr auch. Doch, ihr kennt es. Sicher hängt es bei vielen von euch in irgendeiner Ampel. Ja eigentlich ist es wie Efeu ein Kletterer mit Saugwurzeln. Der Klettergummibaum. Hier begrünt er eine Terrassenwand im botanischen Garten auf Madeira.

Klettergummibaum
Klettergummibaum


Den muß aber jeder kennen. Wir  hatten auch mal einen. Immer war das Fensterbrett voll von den abfallenden Nadeln, bis er selbst Abfall war. Wenn er dort steht, wo es ihm gefällt, sieht er aber wirklich hübsch aus der Zierspargel. 

Drachenbaum auf Lanzarote
Zierspargel 


Natürlich habe ich auch all meine Kübelpflanzen wieder gefunden. 

Allüberall in Gärten oder Parks, neben Denkmälern oder als Straßenbaum wächst er, der canarische  Drachenbaum. Ich habe ihn 2010 oder früher einmal als  Same mitgebracht. Meiner ist etwa brusthoch und sehr kräftig. Hier ein schönes Exemplar in einem Garten. Bis dahin braucht meiner  noch etwas. Hoffentlich lange! 
Drachenbaum auf Lanzarote
Drachenbaum auf Lanzarote

Und so wird er wohl niemals werden im Kübel. 

Drachenbaum auf Teneriffa
Drachenbaum auf Teneriffa

Die buntesten Früchte wachsen hier am Straßenrand. 

Kaktusfrüchte
Kaktusfrüchte

Und weil ich auch so einen Kaktus im Kübel habe, ein Urlaubsmitbringsel von einer anderen Insel, habe ich sie natürlich fotografieren müssen. Hier einmal als Hängepflanze über einer Klippe. 

Feigenkakteen hängend
Feigenkakteen hängend



Bei mir sind sie dieses Jahr, dem Erstversuch, nichts geworden. Weil viele sie wohl aber anbauten, wie ich immer wieder lesen oder sehen konnte, gibt es jetzt ein Foto von einem Garten auf La Palma. Hier werden die Süßkartoffeln in größerem Stil angebaut. 

Süßkartoffelanbau im Garten
Süßkartoffelanbau im Garten


Und für die vielen Chili-Liebhaber unter den Bloggern und Vloggern habe ich natürlich auch ein Foto. 

Chiliplanze im Garten
Chiliplanze im Garten

Und wie in meinem Garten auch, geht es ohne eine ausgeklügelte Bewässerung nicht. Hier  rauscht das frische Gebirgswasser gen Tal. Es dient dort als Bewässerung für die Plantagen und Felder. 

Bewässerungskanal
Bewässerungskanal 


Und dann so was hier. Also wirklich, da ist mir mein Weinberg ja viel lieber, egal wie klein er ist. 

So sehen Weinberge auf Lanzarote aus. Durch die Ascheschichten muß man einen Kegel graben, bis runter zum Boden. In den Kegel pflanzt man eine einzelne Pflanze und säumt den Kegelrand mit einem Steinwall. Der Wind und die Hitze verdorren sonst alles. Jeder Kegel eine Pflanze. Irre oder?

Weinanbau auf Lanzarote
Weinanbau auf Lanzarote


Natürlich ist hier nicht der Platz um alle Fotos zu zeigen und so beende ich meine Urlaubserinnerungen mit der Pflanze, die mich in Gedanken wieder fort zog. Die Banane. Überall Bananenplantagen. Besonders viele waren es auf La Palma. Hier wachsen sie ohne Schutzvlies. Von Gran Canaria kenne ich sie nur unter Vliesgewächshäusern. Sie dienen nicht wie bei uns dem Schutz vor Kälte sondern vor dem austrocknenden Winden. 

Bananenplantage auf La Palma
Bananenplantage auf La Palma


Ich wünsche allen ein schönes sonniges und  ruhiges Herbstwochenende.

Sonnenuntergang am Meer
Sonnenuntergang am Meer










Samstag, 7. Oktober 2017

Der Herbsttag

Kennt ihr das? Im Frühjahr ist man voller Enthusiasmus, man platzt vor Elan und Tatendrang. Die Vorfreude wird unerträglich. Eine aufgeregte Wachheit ist der Normalzustand.

Hoffnungen, Ziele Wünsche alles zusammen schwirrt im Kopf herum.  Es zieht einen raus, ans Licht, in die Welt, ins Leben. Da bin ich, was liegt an?

Und dann, dann kommt das Jahr. Jedes Jahr ein Neues. Immer wieder und es gibt kein Ende.
Enttäuschungen,  Erfolge, schöne Momente oder aufregende Momente. Anstrengung, Arbeit, Hektik. Feiern, freuen, genießen, wundern und leben stehen auf der Tagesordnung.

Es ist Sommer. Wir leben und genießen in vollen Zügen, unbeschwert. Sonne, Düfte, Wärme. Eine Kurze Hose und ein Hemd genügen, wenn man raus geht. Alles wächst und gedeiht. Niemand denkt daran, daß das Ende fest programmiert ist. Alles ist so normal, alltäglich. Man gewöhnt sich an die Wärme und Unbeschwertheit. Man lässt sie verfliegen ohne sie wirklich immer wieder und immer aufs Neue bewusst wahr  zu  nehmen. Es scheint, als ginge es immer so weiter.

Aber ja, es geht weiter! Nur eben nicht so. Man hat getan, was getan werden muß und was möglich war. Manchmal sogar was unmöglich war.

Die Zeit vergeht. Man merkt, daß es keinen Sinn mehr macht etwas Neues anzufangen, etwas zu sähen oder zu pflanzen. Die  Zeichen stehen auf Stillstand. Es gibt Umbau, Abbau und Verderb. Genaus so aber Reife, Fülle und Ernte. Die Ernte so vieler Arbeitsstunden und Arbeitsmonate.

Auf alle  Fälle aber gibt es auch Rückzug. Zum letzten mal wird etwas gemacht. Die letzten Tomaten geerntet, die Tücher von der Dörrstation gewaschen gefaltet und verstaut. Das letzte Ingwerbier, die in heißen und aktiven Sommermonaten so genossene Erfrischung, getrunken. Oder der letzte Kaffee in der Hollywoodschaukel auf der Terrasse.

Würze und Aromen der Kräuter sind verflogen.

Obst und Beeren abgeerntet.

Allee von Säulenobstbäumen  (c) by Joachim Wenk
Allee von Säulenobstbäumen  (c) by Joachim Wenk

Herbst und Wintergemüse stehen still im Beet und warten. Sei warten auf die Ernte oder noch letzte Sonnenstrahlen, die Energie bringen. Energie, die gespeichert wird und nicht mehr in erster Linie dem Wachstum dient.

Rosenkohl  (c) by Joachim Wenk
Rosenkohl  (c) by Joachim Wenk

Man will raus und überlegt erst, was man anziehen soll. Wie man sich schützen kann vor dem, was einen dort draußen erwartet. Die Hose wird wieder lang, Schuhe müssen sein, ein Pullover und eine Jacke. Ist die Mütze vielleicht auch schon zu empfehlen. Der Wind bläst stark und kalt. Manchmal ist leichter Regen dabei, der einem ins Gesicht schlägt. Die Finger oft klamm und unbeweglich. Von der vielen Arbeit und von der Kälte und von der wenigen Lust, sie noch zu bewegen.

Wie ein Ohwurm wiederholt sich mir draußen im Garten,  gerade bei den nun vermehrt auftretenden grauen, nassen und kalten Tagen, eine Folge von Worten:

wer jetzt kein Haus hat, baut auch keines mehr.


Ich wollte jetzt dazu schreiben, woher die Worte stammen, weil ich selbst nicht weiß, woher ich sie habe. Sie stammen nicht von mir, aber sie sind exakt meine momentane Empfindung.

Sie entstammen dem Gedicht "Herbsttag" von  Rainer Maria Rielke. Das Gedicht  passt so unverstellbar genau zu meinen momentanten Empfindungen und Beobachtungen, dass ich es für interessierte Leser unten nach meinem Beitrag eingefügt habe.

Beinahe automatisch macht man die Dinge, die erledigt werden müssen. Die Lust und der Eifer vom Frühjahr aber sind verschwunden. Ob sich diese wieder aufladen?

Jedes Jahr immer aufs Neue dieser Kreislauf. Und dann doch immer wieder Frühjahr.
Kommt einmal die Zeit, da kein Frühjahr mehr kommt? Und da es Winter bleibt?

Wir werden sehen. Bis dahin bleibt nur eines, abwarten. Warten und still dastehen, wie das Herbstgemüse im Beet.  Der Rest wird sich zeigen

Bereiten wir uns also vor auf den Winter. Auf noch mehr Rückzug, noch mehr Hüllen aus  Stoff um uns herum, als Schutz vor der Aussenwelt. Einigeln, zurückziehen in die Ruhe und Geborgenheit des Heimes stehen auf meiner Wunschliste ganz oben. Ausruhen und Nichtstun.


Ich wünsche euch allen noch schöne sonnige Herbsttage. Und wenn es doch anders kommt, schaut euch die Herbstfotos an. Sie helfen ein wenig, die düstere Stimmung zu vertreiben. 




rosa Dahlie und gelbe Kapuzinerkresse (c) by Joachim Wenk
rosa Dahlie und gelbe Kapuzinerkresse (c) by Joachim Wenk

Dahlie Twillight (Zwielicht), wie passend der Name hier auf dem Foto doch ist (c) by Joachim Wenk
Dahlie Twillight (Zwielicht), wie passend der Name hier auf dem Foto doch ist (c) by Joachim Wenk


Dahlienblüte  (c) by Joachim Wenk
Dahlienblüte  (c) by Joachim Wenk

Herbstastern und Endivien
Herbstastern im Staudenbeet, wie sie der Endivien sieht  (c) by Joachim Wenk

Die großen Herbstaster-Büsche müssen zusammengebunden werden, sonst fallen sie gnadenlos auseinander.

Herbstastern
die gleichen Herbstastern, wie ich sie sehe (c) by Joachim Wenk

Herbstastern (c) by Joachim Wenk
Herbstastern (c) by Joachim Wenk



Wenn man die Astern nicht anbinden fallen sie auseinander und bilden einen noch breiteren Busch. Gut, daß hier hinter ihnen der Zaun sie aufhält.

Herbstastern (c) by Joachim Wenk
Herbstastern (c) by Joachim Wenk


Und wenn man sie wachsen lässt werden sie immer größer und größer in ihrer flächigen Ausdehnung.
Herbstastern (c) by Joachim Wenk
Herbstastern (c) by Joachim Wenk


Hier das Staudenbeet in der Gesamtansicht.

Staudenbeet (c) by Joachim Wenk
Staudenbeet (c) by Joachim Wenk

Myrtenaster (c) by Joachim Wenk
Myrtenaster (c) by Joachim Wenk

Rose de Rhest (c) by Joachim Wenk
Rose de Rhest (c) by Joachim Wenk






Schokoladenblume und Ringelblume (c) by Joachim Wenk
Schokoladenblume und Ringelblume (c) by Joachim Wenk

Meine Dachwurzsammlung Sempervivum(c) by Joachim Wenk
Meine Dachwurzsammlung - ein Teil davon jedenfalls (c) by Joachim Wenk



Zum Abschluß noch einer unserer Karpfenweiher unter wildem Wolkenhimmel.


Karpfenweiher unterm Wolkenhimmel (c ) by Joachim Wenk





Herbsttag (Rainer Maria Rielke)

Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren laß die Winde los.
Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
gieb ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin und jage
die letzte Süße in den schweren Wein.
Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.

Freitag, 6. Oktober 2017

Chili und Glockenpaprika werden rot und im Gewächshaus habe ich winzige Knollen geerntet

Die übliche Choreographie im Herbst. Es beginnt mit dem Wegräumen der Tomaten im Freiland und dann wird das  Gewächshaus abgeräumt. Wie dieser Tanz weiter geht, erfahrt ihr in den Beiträgen der nächsten Wochen und Monate. 

Jetzt geht es erst einmal um das Gewächshaus.

die Wildchili wird reif (c) by Joachim Wenk
die Wildchili wird reif (c) by Joachim Wenk

Sommerabschluß im Gewächshaus


Zwei Tomaten waren schon welk und sind bereits am Kompost verrottet. Weitere Pflanzen tragen reichlich. Wird da noch was reif? Sie stehen ja im Gewächsaus und wenn man die Türen schließt, ist es  wärmer als draußen. Da könnten sie doch noch reifen. Oder? Nein! Sie reifen genau so gut, wenn man sie abmacht und im Keller liegend bewahrt, bis sie rot sind. 

Für das Gewächshaus gilt ansonsten das Gleiche wie für die Freilandtomaten. Wichtig ist, dass sie jetzt nicht noch die Fäule bekommen. Schließt man die Gewächshaustüren und Fenster, wird es wohl wärmer aber eben auch feucht. Und Nachts ist es dennoch sehr kühl. Optimale Bedingungen für die Sporen der Braunfäule zu zu schlagen. Also weg mit den Tomaten. 

Wie sieht es mit den Paprika aus? Die bekommen keine Fäule. Aber reifen die noch? Meiner Erfahrung nach bringt es nichts, im Oktober noch auf nachreifende Paprika im Gewächshaus zu warten. Also kommen sie auch weg. Ein paar, schon Farbe annehmende Früchte liegen jetzt in der Küche. Die reifen noch ein wenig nach und werden dann verkocht. Es war eine reiche Ernte dieses Jahr. 

Ein Problem habe ich da aber noch. Die Wildchili, meine einzige Peperoni und die Glockenpaprika, auch mehr Peperoni als Paprika. Eine Wildchili habe ich aus Versehen raus gerissen. die liegt jetzt  im Haus. Die andere ist ja fast reif, ich lasse sie noch ein paar Tage im Gewächshaus. Das machte ich jedes Jahr so und die Chilies sind immer dann reif und sehr scharf gewesen. 




Glockenpaprika im Gewächshaus (c) by Joachim  Wenk
Glockenpaprika im Gewächshaus (c) by Joachim  Wenk

Glockenpaprika  (c) by Joachim  Wenk




Die Glockenpaprika aber ist echt spät dran. So viele Früchte und erst 2 am Reifen. Ich habe im Frühjahr gesät und das ist der Grund. Wenn es mir gelingt, diese Pflanze zu überwintern, hat sie nächstes Jahr einen Vorsprung und ich kann eher reife Früchte ernten. Wie lange lasse ich sie noch im Gewächshaus? Wann hole ich sie rein? Da bin ich gerade noch am Überlegen. 



Was steht noch im Gewächshaus? Basilikum. Groß, zum Teil verholzt. Es richt aromatisch beim daran Streifen. Aber der Geschmack ist nicht mehr so vielseitig und aromatisch, eher plump. Ausserdem  habe ich ja alles nötige eingelagert. Ich lasse es noch stehen. Es hat reichlich geblüht, aber leider etwas spät. Nun sind die Samen noch nicht reif und ich brauche doch für nächstes Jahr wieder welche. Also hoffe ich, dass ich noch den einen oder anderen schwarzen Punkt im Samenstand erkennen kann. Dann wird mit größter Sorgfalt geerntet, so wenig Samen wie ich dieses Jahr erst habe. 

Winzige Knollen im Gewächshaus geerntet


Schließlich sind da nun nur noch diese Grashalme. Hüfthoch stehen sie zwischen den Paprika. Jetzt bin ich wirklich gespannt, ob ich da was ernte. Vor vielen Jahren hatte ich es einmal im Blumentopf versucht und die Ernte war echt schwierig. Wie wird sie sich im Gewächshaus gestalten? 

Erster Versuch. Klar die Knollen sind winzig, das ist mir bewußt. Aber der Boden ist locker und so finde ich sie relativ rasch. Immer wieder mit dem Schäufelchen rein und wenden und jede einzeln aufnehmen. Pflanze für Pflanze ausgraben und die Umgebung absuchen. 

Auch ein Sorte mit rundlichen Knöllchen habe ich scheinbar angebaut. Die sind am Größten und ich werde sie nächstes Jahr wieder anbauen. Mal sehen, ob ich Knöllchen bis dahin lagern kann. 

Wer weiß welche Knöllchen das sind? Man kann sie im Bioladen auch kaufen. Ganz oder geschrotet. 

Sie sind knackig und schmecken wie Mandeln. Sie sind halt voller Erde. Was liegt also näher, als sie Erdmandeln zu nennen..... Eine nette Spielerei für Gärtner, die gerne experimentieren. 

Erdmandeln frisch aus der Erde (c) by Joachim Wenk
Erdmandeln frisch aus der Erde (c) by Joachim Wenk



Erdmandeln nach der ersten Wäsche (c) by Joachim Wenk
Erdmandeln nach der ersten Wäsche (c) by Joachim Wenk



Erdmandeln nach  dem Waschen und Abrubbeln (c) by Joachim Wenk
Erdmandeln nach  dem Waschen und Abrubbeln (c) by Joachim Wenk




Jetzt ist es leer im Gewächshaus. Die Überreste von Paprika und Tomate bleiben fürs erste mal am Boden liegen. Ich kann ihn ja nicht offen liegen lassen. Er muß immer bedeckt sein. Und ich habe noch keinen anderen Mulch, der Rasen wird erst irgendwann noch einmal gemäht. 

Gewächshaus nach dem Sommer (c) by Joachim Wenk
Gewächshaus nach dem Sommer (c) by Joachim Wenk

Hier steht noch die Zwergseerose. 

Zwergseerose im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
Zwergseerose im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk

Stecklinge von einer Weinrebe. Ob sie Wurzeln bekommen? 

Stecklinge im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
Stecklinge im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk


Und noch ein Steckling. Eine Linde. 

Lindensteckling (c) by Joachim Wenk
Lindensteckling (c) by Joachim Wenk


Orkan Xavier - schon wieder ein Sturm


Und dann war plötzlich Schluß mit Lustig, der Orkan Xavier zieht auf. 

Ja ihr seht richtig, er hat den Stützpfosten für unseren Hausbaum umgekippt. Gut, daß der Hausbaum mittlerweile von allein stehen kann. Ihm ist nichts passiert. Der Verbindungsstrick ist ohnehin schon lange nicht mehr vorhanden. 


(c) by Joachim Wenk


Meine Palme liegt wieder im Rasen. Ich habe sie aufgerichtet und einen sehr schweren Betonbrocken daran gebunden. Bis ich mich's versehe, liegt sie wieder da. So bleibt sie jetzt bis der Sturm vorüber ist.

(c) by Joachim Wenk














Ach ja und nicht wundern, dass so schönes Wetter ist. Die Wetterapp sagte für 16 Uhr Regen voraus. Quasi Schlag 16 Uhr ging es los. Sintflutartig und das bei Orkan. Ne also da will ja niemand auch nur die Nase zur Haustüre hinausstecken.

Da bleibe ich lieber drinnen und schreibe an meinem Tagebuch oder auf Neudeutsch: Blog