Donnerstag, 27. Oktober 2016

wertige Geschenkideen aus dem Garten in kleinen Weck-Gläsern

Ich habe mich in meinen letzten Beiträgen mit der puren Gartenarbeit, dem Umgraben im Herbst, befasst. Heute gibt es wieder etwas aus der Küche vom Selbstversorger. Anhand der Vielzahl der Gläserfüllungen könnt ihr euch ja denken, daß ich mich schon eine Weile auf diesen Post vorbereite. 


selbst gemachte Geschenke und Mitbringsel aus dem Garten (c) by Joachim Wenk
selbst gemachte Geschenke und Mitbringsel aus dem Garten (c) by Joachim Wenk


Die bei der Kartoffelverkostung eingeführte Nummerierung der einzelnen Produkte findet sich auch hier wieder. Darf ich vorstellen: 

  1. Basilikum-Knoblauch-Salz
  2. selbstgemachte Gemüsebrühe (getrocknet)
  3. Rotwein-Rosmarin-Salz
  4. Linsen-Sonnenblumenkerne-Brotaufstrich
  5. Zitronenverbenen-Salz (Verveine-Salz)
  6. Holler-Sirup
Die Idee für so einen Blog-Beitrag kam mir nach und nach. Zuerst sah ich diese bezaubernden Miniatur-Weckgläser. Als Einkoch-Fan kenne ich natürlich die  normalen Gläser.  Dass es die aber für wirklich wenig Geld, als komplett funktionierende Miniaturausgabe gibt, wußte ich nicht. Damit man auf dem Foto die Größe der Gläser ein wenig einschätzen kann, habe ich einen  Teelöffel davor gelegt. 

Ich verschenke an besonders liebe und wertvolle Menschen gerne etwas selbst Gemachtes. Das kann kein Massenprodukt sein. Es ist meinerseits eine besondere Wertschätzung dem Beschenkten gegenüber, verbringe ich doch einiges meiner sehr ausgefüllten Zeit mit der Zubereitung. 

Vielleicht kann ich der einen oder anderen meiner Leserinnen ein paar Anregungen für die bevorstehende Zeit des  Schenkens damit geben. 

Hier nun eine kurze Beschreibung, was sich denn bei mir in den Gläsern genau befindet. 

Alle Gläser haben den Gummi und sind mit den Klammern luftdicht verschlossen. Das Glas ohne Klammer, ist richtig eingekocht und damit dicht und konserviert. 

1.  Basilikum-Knoblauch-Salz

Mein Basilikum im Gewächshaus wucherte wieder enorm. Sehr viel davon ist in die Tomatensauce für den Vorrat und ins  Ketchup gewandert. Es blieb noch genug übrig für Pesto (hält sich eingefroren super!) und eben das Salz. 

Basilikum-Knoblauch-Salz (c) by Joachim Wenk
 kleinstes der Weckgläser, hier mit Basilikum-Knoblauch-Salz (c) by Joachim Wenk

Im Tupper-Turbo-Chef habe ich die Basilikumblätter mit dem  Knoblauch und dem Salz zu einer einheitlichen Masse verarbeitet. Das geht auch im Mörser, was aber unwahrscheinlich viel Arbeit macht. Möglich ist auch der Mixer.  Dabei muß man aber aufpassen, daß man das Salz nicht zu fein pulverisiert. Geschmacklich ändert das nichts, die Optik leidet jedoch darunter. 

Die Salz-Kräutermischung habe ich im Dörrapparat bei 30° getrocknet. Danach noch einmal in das oben gewählte Gerät und fein zerreiben. Fertig. Bei den Mengenverhältnissen ist man vollkommen frei. Es kommt vor allem auf die Verfügbarkeit von Basilikum und Knoblauch an. Zudem mache ich solche Salze immer sehr konzentriert. Das heißt sehr viel Kräuter und wenig Salz. Verdünnen mit Salz vor dem Gebrauch oder dem Schenken ist ja jeder Zeit möglich. 


2.  selbstgemachte Gemüsebrühe


Die ist nun wirklich sehr aufwändig und man benötigt wirklich viel Gemüse. Wie sie genau gemacht wird, habe ich vor kurzem bereits beschrieben. HIER könnt ihr das nachlesen. 


3. Rotwein-Rosmarin-Salz

Hier habe ich ein ganz klein wenig geschummelt. Das Salz im Bild enthält leider nichts aus meinem Selbstversorger-Garten. Es könnte aber beinahe! Und damit meine ich nicht den Rotwein.  Trotz Weinberg im Garten werde ich mir keinen Wein selbst machen. Die Rede ist vom Rosmarin. Mit dem habe ich  noch nie Glück gehabt und ganz besonders wenig letztes und dieses Jahr. Ich habe zwar jetzt wieder zwei Pflanzen und auch ein wenig  für die Küche getrocknet. Das hätte aber nicht einmal ausgereicht, für das Rotweinsalz. Also habe ich gekauften Rosmarin  verwendet. 

Dieses Salz ist nun wirklich bereits optisch ein Genuß. Ich selbst habe es in der Mühle und mahle es bei Tisch auf die Speisen. 

Rotwein-Rosmarin-Salz (c) by Joachim Wenk
Rotwein-Rosmarin-Salz (c) by Joachim Wenk

Man vermengt dazu 250 g Salz (grob oder fein hängt von den persönlichen Vorlieben ab) mit 50 ml Rotwein. Das trocknet man dann im Dörrapparat oder Backofen. Zwischendurch mit einem Löffel immer wieder einmal rühren, damit es nicht so verklumpt. 

Rotwein und Salz beim Trocknen (c) by Joachim Wenk
Rotwein und Salz beim Trocknen (c) by Joachim Wenk

 Wenn es vollkommen durchgetrocknet ist, verreibt man es  mit den Händen ( bei dem groben Salz ging das einfach). So erhält es wieder seine körnige Struktur. Jetzt wird es mit 20 g getrocknetem Rosmarin vermischt. Den kann man vorher im Mörser etwas zerstoßen. Dadurch werden die ätherischen Öle frei und können vom Salz aufgenommen werden. Fertig. 

3.  Linsen-Sonnenblumenkern-Brotaufstrich

Brotaufstriche mache ich schon lange immer wieder selbst. Es gibt da ja unzählige Rezepte. Nun las ich irgendwo einmal, daß Aufstriche aus trockenen Zutaten wie Linsen oder Nüssen zum Beispiel heiß eingefüllt in Gläser haltbar gemacht werden können. Auch Einkochen ist  möglich. Das würde bei den "feuchten" Zutaten für einen Aufstrich (Frichkäse, Quark etc. ) ohnehin niemand machen. 

Dabei dachte ich sofort an die kleinen Weck-Gläser. Im Küchenschrank befanden sich noch grüne Linsen. Die habe ich einfach einmal gekocht, bis sie zerfallen sind. Dann ab in den Mixer. Ebenfalls gefunden habe ich noch Sonnenblumenkerne. Die nehme ich im Sommer für das Basilikumpesto, weil sie billiger sind, als Pinienkerne. Also habe ich die Sonneblumenkerne ebenfalls im Mixer zerkleinert, dann mit der Linsenmasse zusammen in den Mixer gegeben. Das wird immer fester und man muß eine Menge Wasser dazu geben. Fertig ist der Brotaufstrich. 

Ach so, nein, stop. Etwas fehlt noch. Das ist ja nur die Basis. Jetzt kommt der Geschmack. Da kann man hinzufügen, was einem am besten schmeckt. Sehr gut muß ich sagen schmeckt der Aufstrich mit folgenden  Geschmacksgebern: Majoran, Piment, Nelke, Bärlauchessig (Essig muß rein!), Salz, Ingwerpulver und etwas Kokosfett. Das rundet ungemein ab und gibt einen herrlich vollmundigen Gechmack. Das alles jetzt noch einmal aufkochen und heiß in Schraubgläser füllen. Oder eben - für sich oder als Geschenk und Mitbringsel - in das kleine Weckglas und dann einkochen. Dabei darf die Konsistenz aber nicht sehr fest sein, weil es durch das Einkochen noch einmal fester wird! Ich habe das im Kochtopf gemacht. Dummerweise habe ich, weil es das erste Mal war, wieder nicht daran gedacht, dass so etwas (wie auch Wurstmasse im Weckglas) durch das Einkochen an Volumen gewinnt und die  Gläser daher nicht voll gemacht werden dürfen! Eines ging auf, die anderen vier allerdings sind zugeblieben. Jetzt ist der Aufstrich fertig. 

Übrigens, wie bei den großen, gibt es auch für die kleinen Gläschen einen dicht schließenden und fest sitzenden Kunststoffdeckel (der Weiße im Foto). Das ist sehr praktisch gerade beim Brotaufstrich. Man isst nicht auf einmal das ganze Glas leer. Der Glasdeckel, wenn er lose aufliegt, fällt zu leicht herunter. Die Klammern macht ohnehin dann niemand mehr daran. Daher anstatt dem Glasdeckel, bei bereits offenen Gläsern, den Kunststoffdeckel verwenden. 

5.  Zitronenverbenen Salz (Verveine-Salz)

  Meinen Verbenenstrauch habe ich jetzt schon sehr viele Jahre. Gerade die Tage habe ich ihn wieder aus dem Beet ausgegraben, deutlich gestutzt und in einen großen Blumentopf gesetzt. Noch steht er draußen, wenn dann aber Frost kommt (ein wenig hält er aus), räume ich ihn zu den Kübelpflanzen. Dort wartet er ohne Blätter, bis es im Frühjahr wieder hinaus geht ans Licht. Licht und Sonne braucht er. Daraus zaubert er in seinen Blättern dieses wunderbare Zitronenaroma. Im Tee herrlich. Jetzt habe ich es auch als Salz  konserviert. 

Man benötigt  125 g Salz  und 20 g friche Zitronenverbenenblätter. Die Blätter werden, wie beim Basilikumsalz beschrieben, mit  dem Salz zerkleinert.  Wer den besondere Kick möchte, gibt noch Zitronenschalenabrieb dazu. Man kann das dann trocknen. Das muß aber sehr behutsam sein. Sonst riecht dabei das ganze Haus wunderbar nach Zitrone und man wundert sich später, warum das Salz das dann nicht tut. Die Öle verfliegen sehr leicht. Besser man lässt das Salz so feucht und packt es in dicht schließende  Gefäße. Es gibt ja auch die Konservierungsmethode für Kräuter, bei der diese mit viel  Salz (aber nicht so viel wie für das Würzsalz) zu "Pesto" verarbeitet werden. So abgefüllt in kleine Gläser  hält es sich kühl gelagert  monatelang! Das wäre auch eine mögliche Füllung für die Gläser oben! Daher keine Bange, das feuchte Salz hier hält sich und den Geschmack auch. Allerdings ist es nichts für eine  Salzmühle bei Tisch. Das muß mit einem Löffelchen dosiert werden. Und bitte nicht kochen! Der Geschmack verflüchtigt sich sonst. 


6.  Holunder-Sirup

Auch die Flaschen gibt es in der kleinen Version. Ich habe einfach etwas vom Holundersirup eingefüllt. Vielleicht verschenke ich die ihn so mit einer Flasche Sekt. Das schmeckt köstlich. Man kann natürlich auch anderen Sirup einfüllen Oder einen Likör von den Quitten oder Haselnüssen. Oder Tomatensauce, die man dann noch einmal einkocht, daß sie sich hält. Sicher fallen euch selbst auch noch ein paar andere Dinge ein. 

Andere Dinge sind immer möglich. Mein  Text hier sollte nur ein Ideengeber sein. Ihr habt sicher auch noch dieses oder jenes vom Sommer im Vorratsschrank. Salze kann man auch aus getrockneten Kräutern mischen und verschenken. Zucker ist auch leicht zu aromatisieren. Ich denke an Rosenblüten, Lavendel oder auch Zitronenverbene. 

Ich wette, daß euch gleich etwas von euch spezielles dazu eingefallen ist, als ihr das Foto und die Bechreibung  gesehen habt. Also dann, macht euch auf und bereitet euch vor für die Weihnachts-Geschenke-Zeit. Und diese Geschenke sind, anders als das Smartphone oder eine X-Box und derlei Sachen, höchst individuell, wertschätzend und damit ein Geschenk. Man gibt etwas, das einem selbst etwas bedeutet, etwas wertvolles (es steckt eure Lebenszeit darin!) etwas aus seinem eigenen Besitz an einen andere Menschen. Und das, weil man es will und nicht weil man es muß. 

Viel Spaß beim Geschenke vorbereiten wünsche ich denn.  



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