Mittwoch, 12. Oktober 2016

Plan und Realität gehen oft auseinander. Das ist nicht immer schlecht.

Für heute hatte ich zwei Sachen  in meinem Aufgabenbuch markiert, die ich unbedingt erledigt haben wollte. Klar, daß das etwas mit Garten zu tun hat. Dann aber kam ich nicht aus dem Bett, weil noch immer der Schnupfen die Glieder lähmt. Grausliger Nebel am Vormittag bremste meinen Elan zusätzlich. Also muß wieder alles verschoben werden? 

Ich verrate euch, wie der Tag so weiter ging. 

Zuerst also meine Vorhaben. Die Äpfel ernten und das Gewächshaus leer räumen stand auf dem Papier. 

Jetzt seht doch einmal selbst. Bei dem Wetter diese Arbeiten erledigen? Ich bitte euch. Wer kein Berufsgärtner ist, geht doch da nicht freiwillig raus. Es hatte übrigens 2°C. 



Blick in den Vorgarten bei Oktoberwetter (c) by Joachim Wenk
Blick in den Vorgarten bei Oktoberwetter (c) by Joachim Wenk

Blick in den Vorgarten bei Oktoberwetter (c) by Joachim Wenk
Blick in den Vorgarten bei Oktoberwetter (c) by Joachim Wenk


Ich liebe das ja überhaupt nicht, wenn es nicht nach meinem Plan läuft. Zum Glück wird es mir ja  nie langweilig. Es gibt noch so unzählig viele Dinge, die ich machen möchte. 

Im Moment spiele ich mit ganz unterschiedlichen Gewürzsalzen herum. Das sind wunderbare Mitbringsel oder kleine Geschenke. Ich verpacke sie in diese entzückenden winzigen Weck-Gläser. Ich sollte wohl darüber extra einmal berichten. 

Weil ich erst einmal drinnen bleibe, mache ich heute zum esten Mal Rotwein - Rosmarin - Salz. 250 Gramm Salz mit 50 ml Rotwein vermischen und trocknen. Danach kommt noch getrockneter Rosmarin hinzu. Laut Rezept 30-50 Gramm.  Geschmacklich sicher sehr lecker. Optisch auf alle Fälle eine Wucht. 

Rotweinsalz zum Trocknen ausgelegt (c) by Joachim Wenk
Rotweinsalz zum Trocknen ausgelegt (c) by Joachim Wenk

Die Zeit vergeht, der Hund musste raus und Lebensmittel im Dorfladen habe ich auch gekauft. Bis ich mich also versah, schien doch glatt die Sonne. Also warm an ziehen und raus in den Garten!

Die Äpfel sind bald abgenommen. Es ist ein schlechtes Apfeljahr. Nicht einmal zwei Körbe zum Aufheben habe ich pflücken können. 


Apfelernte 2016 (c) by Joachim Wenk
das ist alles - Apfelernte 2016 (c) by Joachim Wenk


Etliche fallen trotz Apfelpflücker von allein herunter. Das Fallobst verarbeite ich am besten gleich. 


Fallobst wird gleich verarbeitet (c) by Joachim Wenk
Fallobst wird gleich verarbeitet (c) by Joachim Wenk


Die schönen werden geschält.

das wird ein Snack für den weihnachtlichen Plätzchenteller (c) by Joachim Wenk
 das wird ein Snack für den weihnachtlichen Plätzchenteller (c) by Joachim Wenk


In Spalten geschnitten marinieren sie ein paar Stunden in Orangensaft.

das wird ein Snack für den weihnachtlichen Plätzchenteller (c) by Joachim Wenk
vor dem Trocknen in Orangensaft marinieren verhindert  Braunwerden und schmeckt gut (c) by Joachim Wenk


 Die anderen kommen grob zerkleinert in den Topf und werden zu Apfelmus.

Apfelmus wird gekocht (c) by Joachim Wenk
Apfelmus wird gekocht (c) by Joachim Wenk


Sie sind rasch weich und zerfallen. Das ist der große Moment der Fruchtpresse, dem "Flotte-Lotte"-Aufsatz zur Küchenmaschine. Binnen wenigen Minuten kommt da unten fertiges Apfelmus heraus.

Mit etwas Zucker und Zimt versehen wird das gut aufgekocht und dann heiß in Gläser gefüllt. So hält es bis zum nächsten oder übernächsten Jahr.

Apfelmus fertig in Gläsern (c) by Joachim Wenk
Apfelmus fertig in Gläsern (c) by Joachim Wenk

Die Apfelschalen und Kerngehäuse werden geschnitten und als Zutat für meine Kräutertee getrocknet.


Apfelschalen und Kerngehäuse werden für Tee getrocknet (c) by Joachim Wenk
Apfelschalen und Kerngehäuse werden für Tee getrocknet (c) by Joachim Wenk

Die marinierten Apfelspalten  müssen das Bad im Orangensaft verlassen und wandern in den Dörrapparat.

ein Dörrapparat voller Äpfel (c) by Joachim Wenk
ein Dörrapparat voller Äpfel (c) by Joachim Wenk

Morgen werden sie dann so aussehen. Auf manche habe ich noch ein wenig Zimt gestreut. Sie schmecken durch das Orangensaftbad sehr angenehm und verfärben sich nicht. Wir mögen sie gern als Knabberei beim Fernsehen.

Ich werde einige von ihnen versuchsweise in flüssige Schokolade tauchen. Wenn die dann erkaltet ist, werden sie zusammen mit Plätzchen am Weihnachtsteller serviert.

getrocknete  Apfelschnitze ein leckerer Snack (c) by Joachim Wenk
getrocknete  Apfelschnitze ein leckerer Snack (c) by Joachim Wenk

Die Sonne blieb leider nicht lange. Dennoch ging ich zwischen den Küchenarbeiten auch noch in den Garten. Das Gewächshaus wollte ich unbedingt noch leeren. Stützstäbe, Schnüre, Bewässerungen, Anzuchtstation mit Bewässerung und alle Pflanzen mußten raus. Und geschafft habe ich alles. 

Neben den gerade aufgezählten Dingen bugsierte ich noch etliches anderes aus dem Haus. Was bin ich da wieder unentwegt erschrocken. Weil es sich überall bewegte. Fast hatte ich das Gefühl, hinter jeder Pflanze schauen Augen hervor, die mich beobachten. Oder fixieren und auf einen Moment zum Angriff warten? 

Nein, so schlimm sind sie dann doch nicht die 6 Laubfrösche, der winzige Lurch oder so etwas ähnliches und die 2 Kröten. Obwohl eine der beiden Kröten war schon ein ganz schönes Kaliber....

Weil ich ja noch die Erde austauschen muß,  können sie auf keinen Fall drin bleiben. Die müssen sich draußen etwas für den Winter suchen. 

Die Erde muß getauscht werden. Dieses Jahr gingen die Tomaten alle kaputt und die Paprikas wuchsen überhaupt nicht. Da stimmt mit dem Boden etwas nicht. Das wird noch ein Stück Arbeit geben, jetzt im Herbst. 

das  Gewächshaus ist leer geräumt (c) by Joachim Wenk
das  Gewächshaus ist leer geräumt (c) by Joachim Wenk
 Mittlerweile ist alles gewaschen, eingepackt und aufgeräumt. Der Igel bekommt noch seine Futterration ins Häuschen. Da freut er sich bestimmt schon den ganzen Tag darauf. Jedenfalls ist früh immer alles fein säuberlich ausgeschleckt. Wohnen tut er unter der Palette, auf der das Brennholz lagert.

im Igelhaus bekommt der Igel jeden Tag sein Futter (c) by Joachim Wenk
im Igelhaus bekommt der Igel jeden Tag sein Futter (c) by Joachim Wenk

Bevor ich wieder ins Haus gehe und in der Küche weiter mache, freue ich mich noch ein wenig an den Blüten, die trotz leichter Nachtfröste noch immer in voller Pracht leuchten.

wilde Malve (c) by Joachim Wenk
wilde Malve (c) by Joachim Wenk

Dahlienblüte in der  Abendsonne (c) by Joachim Wenk
Dahlienblüte in der  Abendsonne (c) by Joachim Wenk

Und so sah der Vorgarten dann am Abend aus. Ich bin mittlerweile wieder im Haus, stehe wie früh am Fenster und blicke hinaus.

Blick in den Vorgarten bei Oktoberwetter (c) by Joachim Wenk
Blick in den Vorgarten bei Oktoberwetter (c) by Joachim Wenk

Vor wenigen Stunden hatte ich noch Bange, heute überhaupt etwas schaffen zu können. Jetzt freue ich mich  über all das Geschaffte. Mehr als ich eigentlich geplant hatte.

Heute Abend gibt es Quarkkeulchen  mit frischem Apfelmus. Wie der Zufall so spielt, stieß ich heute morgen beim Wetter-Frust-Surfen in den sozialen Medien just auf das Rezept. Ich bin schon gespannt, wie sie werden. Hunger habe ich bereits. Ich glaube, ich mache mich gleich mal ans Werk...



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