Sonntag, 2. Oktober 2016

Gestern ernten, heute konservieren. Gemüsevorrat für den Winter.

Puh, was für zwei Tage. So viel gewerkelt habe ich ja schon lange nicht mehr auf einen Streich. Gestern wurde geerntet und heute die Ernte verarbeitet. Eigentlich wäre es auch schön gewesen bei dem schönen Wetter und der Sonne im Garten zu arbeiten. Wegen des sicher vorhergesagten Regens, plante ich aber für heute die Küchenarbeit ein. Ich habe meinen Plan auch eingehalten. Der Regen aber, der kam wieder nicht. Nur Sturm, der die Dürre nur noch weiter und weiter verstärkt.

Wollt ihr sehen, was aus dem Gemüse geworden ist? Dann bleibt doch einfach mal dabei.

Was hatte ich nochmal alles geerntet? Tomaten. Daraus wurde die übliche Tomatensauce und leckerer Ketchup.


Tomatenketchup und Tomatensauce entstehen (c) by Joachim Wenk
Tomatenketchup und Tomatensauce entstehen (c) by Joachim Wenk

Tomatenketchup undTomatenketchup und Tomatensauce sind fertig (c) by Joachim Wenk Tomatensauce entstehen (c) by Joachim Wenk
Tomatenketchup und Tomatensauce sind fertig (c) by Joachim Wenk


Dann sehe ich auf meinen Erntefotos von Gestern auch Lauch und Möhren, Kohlrabi sowie Sellerie. Erkennt ihr das wieder? In dieser grünen Pampe, in der auch noch ein ganzer Schwung Tomaten steckt, ist alles verborgen. 

püriertes Gemüse wird getrocknet (c) by Joachim Wenk
püriertes Gemüse wird getrocknet (c) by Joachim Wenk

Zuerst mixe ich dafür die Tomaten und mit dieser sehr flüssigen Sauce verdünne ich die weiteren, eher trockenen Produkte wie Sellerie oder Möhren, damit der Mixer besser arbeiten kann. Schließlich wird alles zusammen gemixt und man hat den Ursprung für getrocknete Gemüsebrühe. Salz gebe ich nur sehr wenig dazu. So kann ich beim Abschmecken später ruhig noch Gemüsebrühe zugeben, ohne das Essen zu versalzen. 


 Die Pampe streiche ich auf mit Backpapier ausgelegte Roste meines Dörraparates.

püriertes Gemüse wird getrocknet (c) by Joachim Wenk
püriertes Gemüse wird getrocknet (c) by Joachim Wenk

Zusammen mit ein paar klein geschnittenen Tomaten fülle ich so nach und nach den Automaten. Erst wird bei  55°C ein paar Stunden zum angetrocknet und dann über Nacht bei 37°C weiter getrocknet.

 
püriertes Gemüse wird getrocknet (c) by Joachim Wenk
fertig gefüllter Dörrapparat (c) by Joachim Wenk

Am nächsten Tag lassen sich die mittlerweile ganz dünnen Gemüsefladen leicht vom Papier lösen. Ich wende sie und lasse sie noch restlich ohne Papier durchtrocknen. Das ganze pulverisiere ich abermals im Mixer und fertig ist die getrocknete Gemüsebrühe. Leider langt das noch nicht für das folgende Jahr bis zur neuen Ernte. Gut, daß noch genug Gemüse im Garten steht. So werde ich noch eine solche Portion machen müssen.

fast fertig getrocknetes Gemüsepulver (c) by Joachim Wenk
fast fertig getrocknetes Gemüsepulver (c) by Joachim Wenk

Tomaten, getrocknet (c) by Joachim Wenk
Tomaten, getrocknet (c) by Joachim Wenk

Den Lauch hatte ich in fingerlange Stücke geschitten, der Länge nach halbiert und dann eingefroren. Die Stücke kann ich dann einzeln bei Bedarf entnehmen. Das Grün vom Lauch habe ich schön klein geschnitten und auch getrocknet. Das kann man als Würze gut verwenden, wo es nicht zerkocht wird, sondern optisch gut aussehen soll. In klaren Suppen zum Beispiel.

Lauchgrün, getrocknet (c) by Joachim Wenk
Lauchgrün, getrocknet (c) by Joachim Wenk
 
Bleibt noch das Kraut zu verarbeiten. 

Blaukraut habe ich eingekocht. Vergangenes Jahr, hatte ich es mariniert mit leckeren Zutaten wie Essig, Sherry und Gewürzen und so weiter. Es schmeckt nach diesem Rezept köstlich, kann gut eingefroren werden, aber beim Einkochen verändert es seinen Geschmack eher zum Nachteil. Dieses Jahr habe ich es gemacht, wie es im Einkochbuch von Weck stand. 

Kraut hobeln und mit etwas Salz, etwas  Zucker und etwas Essig (genauer stand es leider auch im Weck-Buch nicht) mariniert über Nacht ziehen lassen. 

Etwa 4 kg waren es, fertig gehobelt. 

Blaukraut (c) by Joachim Wenk
 Blaukraut (c) by Joachim Wenk

Etwa 4,5 kg waren es fertig gehobelt. 


Blaukraut gehobelt und mariniert (c) by Joachim Wenk
Blaukraut gehobelt und mariniert (c) by Joachim Wenk


Es wird in Gläser gefüllt und eingekocht. Jetzt bin ich gespannt, wie das dann schmeckt. Man muß es eben dann beim Zubereiten noch würzen und abschmecken.

Blaukraut fertig eingekocht (c) by Joachim Wenk
Blaukraut fertig eingekocht (c) by Joachim Wenk

Ach so ja, Weißkraut steht ja auch noch im Vorraum. Also wieder hobeln, hobeln, hobeln. Nun bin ich ja kein food-blogger sondern Garten-blogger und so sieht dann meine Küche beim Arbeiten auch nicht aus, wie aus dem Ei gepellt, sondern eben so, wie es aussieht, wenn gearbeitet wird. 

Küche beim Krauthobeln (c) by Joachim Wenk
Küche beim Krauthobeln (c) by Joachim Wenk

Gute 3 kg fein gehobeltes Weißkraut werden gesalzen (10g/kg) und gestampft, bis schön Wasser austritt. Bei kleineren Mengen kann man das durch Kneten mit den Händen auch bewerkstelligen.

Kraut stampfen (c) by Joachim Wenk
Kraut stampfen (c) by Joachim Wenk


Das Kraut wird mit samt der Flüssigkeit fest in Gläser gefüllt. Man kann Schraubverschlußgläser nehmen. Das hatte ich früher gemacht. Jetzt nehme ich Weckgläser. Beim Schraubglas muß man anfänglich leicht aufgedreht lassen, damit Überdruck entweicht. Der kann bei Weckgläsern automatisch (wie beim Einkochen auch) durch den Gummi und die Klammern entweichen.

Die Gläser stehen in einer Wanne, falls Flüssigkeit austritt (Gläser nur bis ein paar Zentimeter unter den Rand befüllen). Sie bleiben ein paar Tage im Wohnzimmer und kommen dann in den Keller dort säuert das Kraut langsam vor sich hin und bald habe ich wieder eigenes Sauerkraut.
jetzt kann das Kraut gären und Sauerkraut werden (c) by Joachim Wenk
jetzt kann das Kraut gären und Sauerkraut werden (c) by Joachim Wenk

Ich liebe das Kraut in Gläsern. Man öffnet ein Glas verbraucht nach und nach das Kraut. Angebrochene Gläser lagere ich im Kühlschrank. Im Gegensatz zum großen Krauttopf hat man bei den kleinen Portionen und nur wenigen Malen Öffnen-und-Kraut-entnehmen kein Problem mit Kamhefe oder Schimmel und verdorbenem Sauerkraut. 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen