Montag, 3. Oktober 2016

Der große Kartoffeltest 2016.die

Die Pflicht habe ich erfüllt. Es ist geerntet, konserviert und die Küche wieder geputzt. Jetzt kommt die Kür.

Nach dem ja wirklich ein paar unter euch auf meinen Geschmackstest der Kartoffeln warten, gab es heute Mittag einfach einmal Kartoffeln. 8 Sorten wurden getestet. (Über die Ernte und Erträge habe ich HIER kürzlich berichtet).Und, ich bin zu guten Ergebnissen beim Test gekommen. Hier könnt ihr sie nachlesen:


die Test-Kartoffelsorten (c) by Joachim Wenk
die Test-Kartoffelsorten (c) by Joachim Wenk


Im Test hatte ich meine 8 diesjährigen Kartoffelsorten. Damit ihr euch auch ein Bild machen könnt, von welcher Kartoffel immer gerade die Rede ist, habe ich ihnen Nummern verpasst.


  1. Rosa Tannenzapfen
  2. Setanta
  3. Cara
  4. Sarpo Mira
  5. Bionica
  6. Galactica
  7. Professor Wohltmann
  8. Duke of York
Wegen der Vergleichbarkeit habe ich von jeder Sorte eine Knolle gewählt, die in etwa der Größe der anderen entspricht. Bei den Rosa Tannenzapfen oder der Professor Wohltmann mußte ich daher eine der besonders großen Knollen auwählen. Bei Sarpo Mira, Galactica oder Setanta dagegen kamen die winzigen Exemplare auf den Teller. 

Nach dem Fotoshooting landeten sie im Dämpfer. 25 Minuten unter Dampf und fertig waren die Testobjekte. 

Kartoffeln im Dämpfer (c) by Joachim Wenk
Kartoffeln im Dämpfer (c) by Joachim Wenk


Zuerst werden sie wieder exakt gleich auf dem Teller positioniert. So sehen sie also im gekochten Zustand aus. 

die Test-Kartoffelsorten gekocht (c) by Joachim Wenk
die Test-Kartoffelsorten gekocht (c) by Joachim Wenk


Und schließlich kommt der Teil meines Testes, auf den ich selbst schon sehr gespannt bin. Es ist auch der schwierigste Teil. Wie bringe ich den jeweiligen Geschmack in Worte? 

Ich versuche es zumindest. Wobei aber auch immer bewusst sein muß, dass Geschmack ja sehr individuell ist und ich daher nur meine ganz eigenen Empfindungen notieren kann. 

1. Rosa Tannenzapfen

Katalog: eine der ältesten bekannten Sorten überhaupt. Schon um 1850 im Umlauf. Sie sind eine Delikatesse besonders im Salat. Sie können sehr gut mit Schale gegessen werden und haben ein kräftig würziges Aroma. Sie sind sehr gut lagerfähig und festkochend, sehr späte Kartoffel. 

Achim:  sie hielten sich extrem gut auch im zu warmen und trockenen Keller. Dass es eine sehr späte Kartoffel ist, kann ich nicht sagen, ich erntete sie mit den Frühkartoffeln, weil das Kraut abgestorben war. Die Schale ist mir deutlich zu zäh, um sie mit zu essen. Also so wie bei anderen Kartoffeln eben auch. Das Fleisch ist fest. Der Geschmack ist ebenfalls eher fest und kühl aber ohne Erde oder Kelleraromen. Ausgeprägter Geschmack. Von der Konsistenz her auf alle Fälle gut für Salat.

2. Setanta

Katalog: mehlig kochend, bring sehr hohen Ertrag mit großen Kartoffeln und ausgezeichnetem Geschmack. Hält sich sehr gut im Lager. Äußerst widerstandsfähig gegen Kraut- und Knollenfäule und Schorf. Mittelfrühe Kartoffel.

Achim: lockeres Fleisch aber nicht bröckelnd, also eher mehlig kochend. Sehr hoher Ertrag mit riesigen Kartoffeln. Geschmack mild, sehr rund und ohne Erde oder Kelleraromen, eher leicht herbstlich-holzig.  2014 wegen Krautfäule früh geerntet(Anfang September), dabei dennoch sehr große Kartoffeln und sehr gute Ernte auch damals.  Gelagert im zu warmen und trockenen Keller bis März, dann aber runzelig und zu treiben beginnend. Geerntet 30.9. mit den Lagerkartoffeln, also eher spät. 

3.  Cara

Katalog: kommt sehr gut mit Trockenheit zurecht, gute Lagerfähigkeit. Gute Widerstandsfähigkeit gegen Krautfäule, gute Erträge. Zum Backen und für Bratkartoffeln. Spät, vorwiegend festkochend.

Achim: Oh ja,wenn sie bei mir wächst muß sie wohl sehr gut mit sehr viel Trockenheit auskommen. Gelagert im zu warmen und trockenen Keller bis März, dann aber runzelig und zu treiben beginnend. Kein Problem mit Fäule, Sehr guter Ertrag mit sehr großen Kartoffeln. Fleisch fest aber doch etwas bröckelig.  Geschmack sehr mild und angenehm. Eine gute Beilagenkartoffel.

4.  Sarpo Mira

Katalog:  Krautfäule Testsieger auch unter ungünstigen Bedingungen. Sie ist gut lagerfähig und bringt schöne, gleichmäßige Knollen. Spät, vorwiegend festkochend. 

Achim: 2014 das Hochwasser und Dauerregenjahr mit sehr kaltem August. Aber die Kartoffel stand, ohne Fäule! Tomaten Totalausfall wegen Braunfäule im Beet daneben und die anderen Kartoffeln zum Teil geschädigt. Gelagert im zu warmen und trockenen Keller bis März, dann aber runzelig und zu treiben beginnend. Schöne gleichmäßige aber kleine Knollen aber dieses Jahr eher geringer Ertrag. Festkochendes Fleisch, intensiver Geschmack mit etwas von Erde, Lehm oder Torf. 

5.  Bionica

Katalog: Krautfäuletolerante Neuzüchtung aus biologischer Züchtung. Außerordentlich tolerant gegen Krautfäule, widerstandsfähig gegen die meisten Viruserkrankungen und Schorf. Sie bringt schöne, gleichmäßige mittelgroße Knollen. Besonders auf leichten Böden erreicht  Bionica eine sehr gute Speisequalität. Mittelfrüh.

Achim: Krautfäuletoleranz kann ich nicht beurteilen, da erst im zweiten Jahr im Anbau bei mir. Und da waren die Sommer bis nach der Ernte regenfrei. Knollen sind groß und gleichmäßig und das bei meinem eher schweren Boden. Guter Ertrag.  Konsistenz ist locker-teigig. Kartoffelgeschmack mit einem Hauch von etwas hartem, Blech, Metall? Also nicht als negativer Beigeschmack gemeint, sondern eher für eine Erdfrucht angemessen. Mich erinnert die daran, vielleicht hat ein anderer andere Assoziationen. Für Salat oder als Beilagenkartoffel. Im Frühjahr hatte ich mir notiert, daß sie seht gut in meinem schlechten und warmen Lager gehalten hat! Mittelfrüh.

6.  Galactica

Katalog: sehr robuste Sorte, ausgezeichnete Widerstandsfähigkeit gegen Kraut- und Knollenfäule und Schorf. Früh, vorwiegend festkochend. 

Achim: gesunde Kartoffel, geerntet immer Ende Juli/Mitte August also mittelfrüh, Im warmen trockenen Keller schrumpelt sie rasch und treibt starkt aus, bereits ab Dezember. Gute Ernte, mittelgroße Kartoffeln. Ohne Flecken beim Kochen. Konsistenz eher locker und bröckelig. Geschmack erinnert entfernt an etwas Grünes. Intensiver Geschmack. Nicht für Salat, eher für Auflauf oder Gratin.

7.  Professor Wohltmann

Katalog: späte Kartoffel, die auch bei früher Ernte gute Erträge liefert. Gedeiht auch in schweren Böden und in nassen Jahrgängen. Hat dennoch hohe Trockenheitresistenz. Besitzt gute Resistenzen gegenüber Kraut- und Knollenfäule und Schorf. Kochtyp variiert. Sie ist eine stärkereiche, alte Sorte mit gutem würzigen Geschmack. Sehr ertragreich und eignet sich als Back-Pell- und Pürreekartoffel. 

Achim: Also wenn ich das wieder lese eigentlich genau meine  Sorte. Ich habe sie dieses Jahr das erste mal angebaut. Das Ergebnis ist vernichtend. Allerdings werde ich sie wohl noch einmal probieren. Die Katalogbeschreibung kann ja nicht total falsch sein. Bei mir waren die Pflanzen von  Anfang an krank und mickrig, vielleich 20cm hoch, während alle anderen Kartoffeln weit über einen Meter lange Triebe haben. Die Ernte brachte weniger ein, als ich an Saatkartoffeln reingesteckt habe. Aber der Geschmack heute beim Testen gefiel mir sehr gut! Fest-teigige Konsistenz, milder und runder, stimmiger und ausgeprägter Geschmack. Nichts von Erde oder Metall oder Grün. 

8.  Duke of York

Katalog: Alte Sorte, süß und  kräftig im Geschmack. Nur gering anfällig für Kraut- und Knollenfäule. Rechtzeitige Ernte  und Verzehr sichern den exzellenten Geschmack dieser Feinschmeckersorte. Sehr früh, vorwiegend festkochend. 

Achim: Wirklich ausnehmend guter  und warmer, runder Geschmack, optimale Beilagenkartoffel für Gerichte mit Saucen. Herrlich. Für Salat nicht geeignet da fast mehlig. Früh.


Das also sind meine Ergebnisse des großen Kartoffeltestes 2016. Ich jedenfalls bin jetzt erst mal satt. Habe ich doch nach dem Test, die restlichen Kartoffeln mit Quark und Leinöl (meiner Liebsten Speise mit Kartoffeln) gegessen. Ganz habe ich sie aber nicht geschafft. Und jetzt gibt es erst einmal einen Espresso. Bis zum nächsten Mal, habt eine schöne Zeit. 

(PS diese Kartoffeln gibt es beim Biogartenversand.de , ich sage das, weil es selten so eine Auswahl an Kartoffeln zum Teil in Bioqualität gibt und nicht weil mir die Firma hätte irgend etwas dafür gegeben, also kein bezahlter Post! )

die Test-Kartoffelsorten aufgegessen (c) by Joachim Wenk
die Test-Kartoffelsorten aufgegessen (c) by Joachim Wenk



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