Donnerstag, 27. Oktober 2016

wertige Geschenkideen aus dem Garten in kleinen Weck-Gläsern

Ich habe mich in meinen letzten Beiträgen mit der puren Gartenarbeit, dem Umgraben im Herbst, befasst. Heute gibt es wieder etwas aus der Küche vom Selbstversorger. Anhand der Vielzahl der Gläserfüllungen könnt ihr euch ja denken, daß ich mich schon eine Weile auf diesen Post vorbereite. 


selbst gemachte Geschenke und Mitbringsel aus dem Garten (c) by Joachim Wenk
selbst gemachte Geschenke und Mitbringsel aus dem Garten (c) by Joachim Wenk


Die bei der Kartoffelverkostung eingeführte Nummerierung der einzelnen Produkte findet sich auch hier wieder. Darf ich vorstellen: 

  1. Basilikum-Knoblauch-Salz
  2. selbstgemachte Gemüsebrühe (getrocknet)
  3. Rotwein-Rosmarin-Salz
  4. Linsen-Sonnenblumenkerne-Brotaufstrich
  5. Zitronenverbenen-Salz (Verveine-Salz)
  6. Holler-Sirup
Die Idee für so einen Blog-Beitrag kam mir nach und nach. Zuerst sah ich diese bezaubernden Miniatur-Weckgläser. Als Einkoch-Fan kenne ich natürlich die  normalen Gläser.  Dass es die aber für wirklich wenig Geld, als komplett funktionierende Miniaturausgabe gibt, wußte ich nicht. Damit man auf dem Foto die Größe der Gläser ein wenig einschätzen kann, habe ich einen  Teelöffel davor gelegt. 

Ich verschenke an besonders liebe und wertvolle Menschen gerne etwas selbst Gemachtes. Das kann kein Massenprodukt sein. Es ist meinerseits eine besondere Wertschätzung dem Beschenkten gegenüber, verbringe ich doch einiges meiner sehr ausgefüllten Zeit mit der Zubereitung. 

Vielleicht kann ich der einen oder anderen meiner Leserinnen ein paar Anregungen für die bevorstehende Zeit des  Schenkens damit geben. 

Hier nun eine kurze Beschreibung, was sich denn bei mir in den Gläsern genau befindet. 

Alle Gläser haben den Gummi und sind mit den Klammern luftdicht verschlossen. Das Glas ohne Klammer, ist richtig eingekocht und damit dicht und konserviert. 

1.  Basilikum-Knoblauch-Salz

Mein Basilikum im Gewächshaus wucherte wieder enorm. Sehr viel davon ist in die Tomatensauce für den Vorrat und ins  Ketchup gewandert. Es blieb noch genug übrig für Pesto (hält sich eingefroren super!) und eben das Salz. 

Basilikum-Knoblauch-Salz (c) by Joachim Wenk
 kleinstes der Weckgläser, hier mit Basilikum-Knoblauch-Salz (c) by Joachim Wenk

Im Tupper-Turbo-Chef habe ich die Basilikumblätter mit dem  Knoblauch und dem Salz zu einer einheitlichen Masse verarbeitet. Das geht auch im Mörser, was aber unwahrscheinlich viel Arbeit macht. Möglich ist auch der Mixer.  Dabei muß man aber aufpassen, daß man das Salz nicht zu fein pulverisiert. Geschmacklich ändert das nichts, die Optik leidet jedoch darunter. 

Die Salz-Kräutermischung habe ich im Dörrapparat bei 30° getrocknet. Danach noch einmal in das oben gewählte Gerät und fein zerreiben. Fertig. Bei den Mengenverhältnissen ist man vollkommen frei. Es kommt vor allem auf die Verfügbarkeit von Basilikum und Knoblauch an. Zudem mache ich solche Salze immer sehr konzentriert. Das heißt sehr viel Kräuter und wenig Salz. Verdünnen mit Salz vor dem Gebrauch oder dem Schenken ist ja jeder Zeit möglich. 


2.  selbstgemachte Gemüsebrühe


Die ist nun wirklich sehr aufwändig und man benötigt wirklich viel Gemüse. Wie sie genau gemacht wird, habe ich vor kurzem bereits beschrieben. HIER könnt ihr das nachlesen. 


3. Rotwein-Rosmarin-Salz

Hier habe ich ein ganz klein wenig geschummelt. Das Salz im Bild enthält leider nichts aus meinem Selbstversorger-Garten. Es könnte aber beinahe! Und damit meine ich nicht den Rotwein.  Trotz Weinberg im Garten werde ich mir keinen Wein selbst machen. Die Rede ist vom Rosmarin. Mit dem habe ich  noch nie Glück gehabt und ganz besonders wenig letztes und dieses Jahr. Ich habe zwar jetzt wieder zwei Pflanzen und auch ein wenig  für die Küche getrocknet. Das hätte aber nicht einmal ausgereicht, für das Rotweinsalz. Also habe ich gekauften Rosmarin  verwendet. 

Dieses Salz ist nun wirklich bereits optisch ein Genuß. Ich selbst habe es in der Mühle und mahle es bei Tisch auf die Speisen. 

Rotwein-Rosmarin-Salz (c) by Joachim Wenk
Rotwein-Rosmarin-Salz (c) by Joachim Wenk

Man vermengt dazu 250 g Salz (grob oder fein hängt von den persönlichen Vorlieben ab) mit 50 ml Rotwein. Das trocknet man dann im Dörrapparat oder Backofen. Zwischendurch mit einem Löffel immer wieder einmal rühren, damit es nicht so verklumpt. 

Rotwein und Salz beim Trocknen (c) by Joachim Wenk
Rotwein und Salz beim Trocknen (c) by Joachim Wenk

 Wenn es vollkommen durchgetrocknet ist, verreibt man es  mit den Händen ( bei dem groben Salz ging das einfach). So erhält es wieder seine körnige Struktur. Jetzt wird es mit 20 g getrocknetem Rosmarin vermischt. Den kann man vorher im Mörser etwas zerstoßen. Dadurch werden die ätherischen Öle frei und können vom Salz aufgenommen werden. Fertig. 

3.  Linsen-Sonnenblumenkern-Brotaufstrich

Brotaufstriche mache ich schon lange immer wieder selbst. Es gibt da ja unzählige Rezepte. Nun las ich irgendwo einmal, daß Aufstriche aus trockenen Zutaten wie Linsen oder Nüssen zum Beispiel heiß eingefüllt in Gläser haltbar gemacht werden können. Auch Einkochen ist  möglich. Das würde bei den "feuchten" Zutaten für einen Aufstrich (Frichkäse, Quark etc. ) ohnehin niemand machen. 

Dabei dachte ich sofort an die kleinen Weck-Gläser. Im Küchenschrank befanden sich noch grüne Linsen. Die habe ich einfach einmal gekocht, bis sie zerfallen sind. Dann ab in den Mixer. Ebenfalls gefunden habe ich noch Sonnenblumenkerne. Die nehme ich im Sommer für das Basilikumpesto, weil sie billiger sind, als Pinienkerne. Also habe ich die Sonneblumenkerne ebenfalls im Mixer zerkleinert, dann mit der Linsenmasse zusammen in den Mixer gegeben. Das wird immer fester und man muß eine Menge Wasser dazu geben. Fertig ist der Brotaufstrich. 

Ach so, nein, stop. Etwas fehlt noch. Das ist ja nur die Basis. Jetzt kommt der Geschmack. Da kann man hinzufügen, was einem am besten schmeckt. Sehr gut muß ich sagen schmeckt der Aufstrich mit folgenden  Geschmacksgebern: Majoran, Piment, Nelke, Bärlauchessig (Essig muß rein!), Salz, Ingwerpulver und etwas Kokosfett. Das rundet ungemein ab und gibt einen herrlich vollmundigen Gechmack. Das alles jetzt noch einmal aufkochen und heiß in Schraubgläser füllen. Oder eben - für sich oder als Geschenk und Mitbringsel - in das kleine Weckglas und dann einkochen. Dabei darf die Konsistenz aber nicht sehr fest sein, weil es durch das Einkochen noch einmal fester wird! Ich habe das im Kochtopf gemacht. Dummerweise habe ich, weil es das erste Mal war, wieder nicht daran gedacht, dass so etwas (wie auch Wurstmasse im Weckglas) durch das Einkochen an Volumen gewinnt und die  Gläser daher nicht voll gemacht werden dürfen! Eines ging auf, die anderen vier allerdings sind zugeblieben. Jetzt ist der Aufstrich fertig. 

Übrigens, wie bei den großen, gibt es auch für die kleinen Gläschen einen dicht schließenden und fest sitzenden Kunststoffdeckel (der Weiße im Foto). Das ist sehr praktisch gerade beim Brotaufstrich. Man isst nicht auf einmal das ganze Glas leer. Der Glasdeckel, wenn er lose aufliegt, fällt zu leicht herunter. Die Klammern macht ohnehin dann niemand mehr daran. Daher anstatt dem Glasdeckel, bei bereits offenen Gläsern, den Kunststoffdeckel verwenden. 

5.  Zitronenverbenen Salz (Verveine-Salz)

  Meinen Verbenenstrauch habe ich jetzt schon sehr viele Jahre. Gerade die Tage habe ich ihn wieder aus dem Beet ausgegraben, deutlich gestutzt und in einen großen Blumentopf gesetzt. Noch steht er draußen, wenn dann aber Frost kommt (ein wenig hält er aus), räume ich ihn zu den Kübelpflanzen. Dort wartet er ohne Blätter, bis es im Frühjahr wieder hinaus geht ans Licht. Licht und Sonne braucht er. Daraus zaubert er in seinen Blättern dieses wunderbare Zitronenaroma. Im Tee herrlich. Jetzt habe ich es auch als Salz  konserviert. 

Man benötigt  125 g Salz  und 20 g friche Zitronenverbenenblätter. Die Blätter werden, wie beim Basilikumsalz beschrieben, mit  dem Salz zerkleinert.  Wer den besondere Kick möchte, gibt noch Zitronenschalenabrieb dazu. Man kann das dann trocknen. Das muß aber sehr behutsam sein. Sonst riecht dabei das ganze Haus wunderbar nach Zitrone und man wundert sich später, warum das Salz das dann nicht tut. Die Öle verfliegen sehr leicht. Besser man lässt das Salz so feucht und packt es in dicht schließende  Gefäße. Es gibt ja auch die Konservierungsmethode für Kräuter, bei der diese mit viel  Salz (aber nicht so viel wie für das Würzsalz) zu "Pesto" verarbeitet werden. So abgefüllt in kleine Gläser  hält es sich kühl gelagert  monatelang! Das wäre auch eine mögliche Füllung für die Gläser oben! Daher keine Bange, das feuchte Salz hier hält sich und den Geschmack auch. Allerdings ist es nichts für eine  Salzmühle bei Tisch. Das muß mit einem Löffelchen dosiert werden. Und bitte nicht kochen! Der Geschmack verflüchtigt sich sonst. 


6.  Holunder-Sirup

Auch die Flaschen gibt es in der kleinen Version. Ich habe einfach etwas vom Holundersirup eingefüllt. Vielleicht verschenke ich die ihn so mit einer Flasche Sekt. Das schmeckt köstlich. Man kann natürlich auch anderen Sirup einfüllen Oder einen Likör von den Quitten oder Haselnüssen. Oder Tomatensauce, die man dann noch einmal einkocht, daß sie sich hält. Sicher fallen euch selbst auch noch ein paar andere Dinge ein. 

Andere Dinge sind immer möglich. Mein  Text hier sollte nur ein Ideengeber sein. Ihr habt sicher auch noch dieses oder jenes vom Sommer im Vorratsschrank. Salze kann man auch aus getrockneten Kräutern mischen und verschenken. Zucker ist auch leicht zu aromatisieren. Ich denke an Rosenblüten, Lavendel oder auch Zitronenverbene. 

Ich wette, daß euch gleich etwas von euch spezielles dazu eingefallen ist, als ihr das Foto und die Bechreibung  gesehen habt. Also dann, macht euch auf und bereitet euch vor für die Weihnachts-Geschenke-Zeit. Und diese Geschenke sind, anders als das Smartphone oder eine X-Box und derlei Sachen, höchst individuell, wertschätzend und damit ein Geschenk. Man gibt etwas, das einem selbst etwas bedeutet, etwas wertvolles (es steckt eure Lebenszeit darin!) etwas aus seinem eigenen Besitz an einen andere Menschen. Und das, weil man es will und nicht weil man es muß. 

Viel Spaß beim Geschenke vorbereiten wünsche ich denn.  



Montag, 24. Oktober 2016

Danke für eure Erfahrungen zum Umgraben. Die drei Wesentlichen habe ich noch mal zusammengefasst.

Umgraben und den Garten fertig haben. Dazu machte ich mir vor ein paar Tagen meine Gedanken und wurde von einem guten Artikel eines Fachmagazins tatkräftig unterstützt. Ich bat um eure Meinung und  Erfahrungen und bekam so viele, interessante Mitteilungen hier und bei Facebook. Wie habe ich mich da gefreut und weiß jetzt auch, wie es bei mir im Gemüsegarten zu diesem Thema weiter gehen wird. 

Eure Erfahrungen haben mich dabei unterstützt. Jetzt bin ich voller Tatendrang, warte auf trockenes Wetter und vor allem  - das ist die Kehrseite der Medaille - warte ich jetzt dann noch ungeduldiger aufs Frühjahr.  Ich will doch sehen, wie sich der Boden dann so entwickelt. 

Wer meinen Beitrag nicht verfolgt hat fragt sich nun wahrscheinlich: Was genau war noch mal der Grund der  Gedanken? Und was bekam ich also an Rückmeldungen?

Nachgedacht habe ich über den passenden Zeitpunkt zum Umgraben im Gemüsegarten.  Bisher ackerte ich, wenn nötig, immer im Frühjahr um. Das geschah,  bevor das Sähen und Pflanzen begann. Weil ich da aber oft erst spät in die Beete konnte mit der Motorhacke, zögerte sich auch die Aussaat hinaus. Lieber wären mir "fertige" Beete schon über den Winter. Jetzt aber, kann ich auch nicht ackern, weil ja noch so viel Gemüse in den Beeten steht. Der Fachartikel kannte das Problem und empfiehlt ohnehin das sehr späte Umgraben, wenn die Bodenorganismen sich zur Winterruhe gesetzt und die Regenwürmer in tiefe Erdschichten abgewandert  sind. Ich wollte nun wissen, wann ihr umgrabt und wie ihr das Fertigmachen der Beete organisiert. 

Es gab im Prinzip drei Erfahrungen: 
  1. Generell bestätigt sich, daß auf leichtem Sandboden das Umgraben sowieso kein Thema ist. Die Arbeit kann man sich dort sparen.
  2. Auf schwerem, lehmigen Boden muß umgegraben werden. Hier stellt sich nicht die Frage, ob das Umgraben nach einigen Bio-Philosophien nun schlecht ist oder nicht. Wenn der Boden so fest ist, bleibt nur der Griff zum Spaten, will man auch etwas ernten.
  3. Und dann gibt es noch sehr viele unter euch, die das Umgraben, egal wie der Boden ursprünglich war,  Dank jahrelanger guter Bodenpflege ad acta legen konnten. Der Rücken freut sich und auch die Regenwürmer sowie die Bodenorganismen und Pilze. Deren positiver Einfluß auf die Gemüsepflanzen soll ja gerade im Biogarten ohne Umgraben genutzt werden. 


Wie nun die gute Bodenpflege aussieht, habt ihr mir dankenswerter Weise auch mitgeteilt. 

Eines ist immer der Fall: Organische Masse wird im Herbst auf dem Boden verteilt und zerfällt über den Herbst und Winter sowie im Frühjahr zu Kompost oder  Humus. Die Arbeit der Würmer und Organismen lockert und belüftet den Boden.  Was nicht zerfallen ist, wird weg gerecht und darunter kommt lockerer Boden zum Vorschein. Hier kann dann sofort oder nach leichter Bearbeitung mit Sauzahn, Grabegabel und Rechen gesät und gepflanzt werden.


Dieses organische Material zur Bodenabdeckung (Mulch) ist dann aber auch höchst unterschiedlich.
  • Einmal besteht es aus einer 10 cm dicken Schicht holzigen Häckselmaterials. 

Das wurde angeliefert und enthielt einen hohen Anteil Grün (Laub). Die Erfahrung in dem Garten mit diesem Material ist sehr gut. Der Boden ist feucht und locker. Mir persönlich ist das suspekt, habe ich doch mit selbst einer dünnen Schicht holzigen Häckselmaterials im Ziergarten äußerst schlechte Erfahrungen gemacht. Weil ich nicht mit Stickstoff zugedüngt hatte, vergilbten und kümmerten alle Beetpflanzen auf Grund des massiven Stickstoffmangels unter dem Holzhäcksel. Bleibt also die Langzeiterfahrung abzuwarten.
  • Ein anderes Mal dient fermentierter Grassschnitt als Mulch

Der Rasenschnitt, wird in einer Tonne fest eingestampt. So wie beim Sauerkrautherstellen. Dann wird die Tonne luftdicht verschlossen und das Gras fermentiert. Fahrsilos der Bauern funktionieren nach dem gleichen Prinzip. Dieses fermentierte Gras dient dann mit halbfertigem Kompost  und anderen organischen Resten als Bodenabdeckung über den Winter. Durch die Fermentation durch Milchsäurebakterien ist das Gras quasi vorverdaut und verrottet nach den Angaben der Gärtnerin im Handumdrehen. 

  • Oft bleiben einfach die Gemüse- und Pflanzenreste mehr oder weniger zerkleinert an Ort und Stelle im Beet liegen. 

Das mache auch ich im Herbst so. Die relativ weichen Blätter zerfallen schnell. Krautstrünke kommen gehäckselt auf den Kompost. Oder man lässt alles, auch Staudenschnitt, unzerkleinert auf den Beeten. Das bietet immerhin auch einen leichten Schutz. Weiches Material verrottet. Der grobe Rest wird im Frühjahr weggerecht und über den Kompost weiter abgebaut. 

  • Steinmehl, Kompost und der Sand aus den Kisten vom Überwintern der Möhren und Rüben.

Diese Mischung brachte in einem Garten mit sehr schwerem Lehm (und dem anfänglichen Umgraben) über die Jahre den Erfolg. 

  • Laub vom eigenen Garten oder von außen.

Auch das kommt bei mir in die Beete. Laub ist eine gute herbstliche Bodenabdeckung. Leider aber hat es auch etliche Nachteile. Bei mir zum Beispiel bleibt das wenigste Laub in den Beeten, weil wir immerzu starken Wind haben. Der bläst es wieder raus aus den Gemüsebeeten. Hierzu bekam ich den interessanten Tipp, den ich teilweise auch umsetzen werden. "Rillen graben, Laub rein, Rillen zuschütten." Das Laub bleibt an Ort und Stelle und verrottet zu wertvollem Dünger. 
Dann kommt es auf das Laub an. Ich habe viel Laub von drei großen Bäumen im Gemüsegarten. Leider sind es zwei Walnußbäume und eine Eiche. Allesamt haben schwer verrottendes Laub mit wuchs- und keimhemmenden Substanzen. Ob und wie weit es dem Boden tatsächlich schadet weiß ich nicht, weil auch hier die Meinungen auseinander gehen. Meine eigene Erfahrung tendiert ein wenig dazu, daß die Wirkung nicht so negativ ist, wie zu befürchten wäre. Da beobachte ich aber noch weiter. 
Und schließlich übertragen Blätter von kranken Bäumen die Krankheiten. Hier sehe ich aber das geringste Problem. Außer ich habe einen total gesunden Garten und hole mir Laub aus Nachbargärten, mit kranken Bäumen. Die Krankheiten werden dann auch nicht auf das Gemüse übertragen. Kohlhernie, Braunfäule, Knollenfäule sind allerdings Krankheiten, die häufig auftreten. Hier darf das organische Material auf keinen Fall als Mulch verbreitet werden. Man schleppt die Erreger sonst überall hin. 

  • Immer flexibel und niemals starr einer Theorie hinterher eifern.

Das ist eine ebenfalls wichtige Erkenntnis aus meinen Gedanken und euren Erfahrungen. Umgraben ja oder nein? Als Mulch nur Grünabfall oder ausschließlich Häcksel? Es gibt noch viele weitere Ideologien im Gartenbau. Jede hat ihre Berechtigung. Wenn man sie gezielt in Testreihen anwendet, wird immer ein gesteigerter Ertrag und gesündere Pflanzen attestiert werden. Gerade als Hobbygärtner kann man sich da aber auch schnell in Ideologien und Verboten oder Geboten verzetteln, den Überblick verlieren und mit ihm die Lust. Mit der Lust schwindet der Tatendrang. Dabei gilt auch hier, Taten sind wichtiger als (gelesene) Worte. Wenn ich gelähmt von den vielen differierenden Meinungen gar nichts mache, werde ich ganz sicher auch gar keinen Erfolg haben. 
Es ist gut, über diese oder jene Theorie gelesen zu haben. Besser ist es aber, seinen Garten, seinen Boden und seine Pflanzen zu beobachten, zu spüren, zu erleben. Dann erst kann man, oft bereits beim ersten Studieren der einzelnen Anbaustrategien, sofort sagen, was für einen selbst, seinem Arbeitsstil (und der zur Verfügung stehenden Mittel /Arbeitszeit ) und seinen Garten sinnvoll sein könnte. Und dann muß man es einfach probieren. Wenn es diese eine einzige Methode gäbe, die alle und jeden glücklich machte, so würden nach genau der ja bereits alle anbauen. So wie es hundert verschiedene Diäten zum Abnehmen gibt und jeder mit einer anderen Erfolge erzielt oder Niederlagen, so gibt es auch hundert verschiedene Anbautheorien für den Garten.

So, wie ich meinen Garten erlebe und spüre und nach den Erfahrungen der letzten Jahre, werde ich in meinem Garten wie folgt vorgehen:

Umgegraben oder eben umgeackert wird spät im Jahr in den Beeten unter dem Walnußbaum. Seine Wurzeln kommen sonst zu sehr an die Oberfläche und bilden ein dichtes Netz, undurchdringbar für die Gemüsepflanzen.

Im restlichen Gemüsegarten grabe ich nicht um. Große Flächen sind schon mit Gemüseabfällen bedeckt oder mit Gründung bewachsen. Ich habe bereits wieder einiges zum Häckseln gesammelt. Das wird gehäckselt und kommt nicht auf den Kompost. Ich werde es auf die noch unbedeckten Flächen im Gemüsegarten (und später auch in die Staudenbeete) veteilen.   Mein neuer Häcksler zerfasert es so fein, daß im Frühjahr davon nichts mehr übrig sein wird. Herbstlaub werde ich "rillenweise" einarbeiten. Im Frühjahr gebe ich Kompost auf die Beete. Da ich schon seit Frühjahr konsequent mit Rasenschnitt mulche, ist der Boden locker. Nur die Trampelpfade alle 120 cm sind festgetreten.

Jetzt warte ich auf einen freien Tag und gleichzeitig trockenes Wetter, dann wird gehäckselt. Staudenschnitt fällt auch bald an, der kommt  zurück in die Staudenbeete. Damit ist der Boden bedeckt und ich spare mir Arbeit. Warum das Zeugs erst auf den Kompost schleppen, diesen dann 2 Mal  umschichten um dann wieder eimerweise schweren Kompost durch den Garten hiefen und auf Beete verteilen. Sollen die Organismen die Arbeit gleich vor Ort erledigen. Die Nährstoffe stehen dann dort zur Verfügung und  der Boden wird von ihnen "umgegraben". Also zumindest die  Effekte des Umgrabens hat die Mikroogranismen- und Wurmtätigkeit vor Ort. Es wird gelockert und durchlüftet.


Vielen vielen Dank also nochmal für eure eifrigen Erfahrungsberichte. Sicher kommt irgendwann im Frühjahr der Tag, an dem ich dann wieder berichten kann zu diesem Thema. Wenn ich die Beete für die ersten Aussaaten bereite. 

Im Moment sieht mein Gemüsegarten so aus: 



Gemüsebeet Ende Oktober mit Gründünger, Mulch und Gemüsepflanzen (c) by Joachim Wenk
Gemüsebeet Ende Oktober mit Gründünger, Mulch und Gemüsepflanzen (c) by Joachim Wenk

Gemüsebeet Ende Oktober mit Gründünger, Mulch und Gemüsepflanzen (c) by Joachim Wenk
Gemüsebeet Ende Oktober mit Gründünger, Mulch und Gemüsepflanzen (c) by Joachim Wenk

Gemüsebeet Ende Oktober mit Gründünger, Mulch und Gemüsepflanzen (c) by Joachim Wenk
Gemüsebeet Ende Oktober mit Gründünger, Mulch und Gemüsepflanzen (c) by Joachim Wenk

Gemüsebeet Ende Oktober mit Gründünger, Mulch und Gemüsepflanzen (c) by Joachim Wenk
Gemüsebeet Ende Oktober mit Gründünger, Mulch und Gemüsepflanzen (c) by Joachim Wenk

Gemüsebeet Ende Oktober mit Gründünger, Mulch und Gemüsepflanzen (c) by Joachim Wenk
Gemüsebeet Ende Oktober mit Gründünger, Mulch und Gemüsepflanzen (c) by Joachim Wenk

Gemüsebeet Ende Oktober mit Gründünger, Mulch und Gemüsepflanzen (c) by Joachim Wenk
Gemüsebeet Ende Oktober mit Gründünger, Mulch und Gemüsepflanzen (c) by Joachim Wenk

Donnerstag, 20. Oktober 2016

Umgraben? Das geht doch jetzt gar nicht! Ein Artikel brachte mir wertvolle Informationen dazu.

Als Biogärtner den Gemüsegarten umgraben? Aufgewachsen bin ich mit "Um himmels Willen, niemals". Viel Lektüre während unzähliger Lebensjahre, ja das Garten-Leben selbst und auch unterschiedliche Bio-Philosophien lehrten mich, daß man es nicht pauschalieren kann. Jedenfalls gibt es ein Für und ein Wider. Mein Problem ist hier weniger das Ob, sondern das Wann. Ich bekomme das einfach nicht organisiert im Jahreslauf. Da kommt mir ein sehr aussagekräftiger Artikel in einer wunderbaren Gartenzeitschrift gerade recht. 

Mich würde wirklich interessieren, wie ihr das so macht. Im Frühjahr möchte ich die ersten  Aussaaten machen. Radieschen, Salat, Kohlrabi oder Feldsalat kommen mir da in den Sinn. Aber der Boden ist noch so, wie im Herbst. Unbearbeitet und zum Teil verdichtet. Jedenfalls nicht geeignet, die kleinen Samen dort unter zu bringen. Gleichwohl ist es für die Hacke oft noch zu naß. Immer wieder nehme ich mir vor, im Herbst diese Arbeiten zu erledigen. Im Frühjahr müsste ich dann nur noch mit dem Sauzahn durch und mit dem Rechen darüber. So die Idee. Es ist jetzt Herbst, aber ich kann nicht umgraben oder umackern mit der Motorhacke,weil ja noch zu viel in den Beeten steht. Mein Garten ist noch lange nicht "fertig" für den Winter. Und das liegt nicht, daran, daß ich mit den Arbeiten in Verzug bin, sondern wohl eher in der Natur der Dinge. 

Winterfertig ist mein Gemüsegarten noch lange nicht (c) by Joachim Wenk
Winterfertig ist mein Gemüsegarten noch lange nicht (c) by Joachim Wenk

Diese Gedanken schwirren mir gerade durch den Kopf, da flattert mir "Der praktische Gartenratgeber Die Fachzeitschrift  für Gartenfreunde" ins Haus. Eine fachlich wirklich fundierte Monatsschrift mit einem kurzen aber sehr hilfreichen Artikel über das herbstliche Umgraben. 

Die Überschrift zog sofort meine Aufmerksamkeit auf sich. "Bist du mit dei´m Garten scho´ fertig?"

Genau mein Thema! Und die Antwort wird gleich im ersten Satz geliefert. Man soll sich nicht unter Druck setzen lassen. Entweder man lässt es ganz (was ich aus genannten Gründen nicht immer kann), oder man macht es erst sehr spät im Jahr. Begründet wird diese Aussage natürlich auch. 

Grund 1: wenn man jetzt schon umgräbt, verzichtet man auf die relativ warmen Wachstumswochen im Oktober. Der Garten könnte, wäre er noch bestellt, durchaus weiter frisches Gemüse liefern. Die Rede ist von Zicchorien, Feldsalat, Spinat oder Winterkohl. Das ist genau die eigentliche Ursache meiner Gedanken. Ich kann ja jetzt wirklich noch nicht umgraben. In meinen Selbstversorger-Gartenbeeten stehen noch Rosenkohl, Wirsing, Winterlauch, Grünkohl, Chinakohl, herrlicher Endivien und ein paar Brokkoli und Kohlrabi. Erst heute Mittag machte ich wieder einen kleinen Kohlkopf ab und gestern eine Kohlrabi. Mein Bataviasalat wächst noch. Wegen der Trockenheit im Herbst ist er aber sehr spät dran und ich weiß nicht, ob ich noch ernte. Mit Vlies bedeckt, kann er aber durchaus noch erntereif werden. Als Gärtner mit dem Ziel der Selbstversorgung ist eine möglichst lange Nutzung der Beetflechen ohnehin selbstverständlich. Was ein Groß-Reine-Machen, zum jetzigen Zeitpunkt also ausschließt.

Endivien (c) by Joachim Wenk
Der Endivien kommt später ins Gewächshaus mit Vlies als Frostschutz, dort hält er sich wochenlang (c) by Joachim Wenk

der Bataviasalat wächst noch (c) by Joachim Wenk
der Bataviasalat wächst noch (c) by Joachim Wenk
Gründünger Buchweizen und Salat im ehemaligen Kartoffel-Hochbeet (c) by Joachim Wenk
Gründünger Buchweizen und Salat im ehemaligen Kartoffel-Hochbeet (c) by Joachim Wenk


Meerettich und Pastinaken stehen noch im Beet (c) by Joachim Wenk
Meerettich und Pastinaken stehen noch im Beet (c) by Joachim Wenk


Grund 2: der Boden ist noch relativ warm und die Bodenorganismen aktiv. Gräbt man jetzt um, oder bearbeitet mit der Motorhacke, so kommt Sauerstoff in den Boden. Die Organismen werden aktiv und bauen organische Masse ab. Ist der Boden aber offen und unbepflanzt, schreiben sie im Magazin,  bleiben die dabei freigesetzten Nährstoffe (insbesondere der Stickstoff) liegen und werden im Laufe des Winters ausgespült. Wenn also zeitiges Umgraben gewünscht und möglich ist, dann noch zeitiger, als jetzt! Und dann aber sofort darauf Gründünger sähen. Die Pflanzen binden bei  ihrem Wachstum die frei gewordenen Nährstoffe. Viele Gründünger frieren im Winter ab und beim Verrotten im Frühjahr sind dann die Nährstoffe verfügbar für unsere frühen Kulturen. Der Gründünger hat auch den Vorteil, daß aufkeimendes Unkraut unterdrückt wird. Ich sähe im Herbst gern Buchweizen und Phacelia. Von denen ist im Frühjahr nichts mehr übrig und es keimt wirklich kein Unkraut jetzt im Herbst. 

Gründünger Buchweizen und Rasenschnitt als Bodenabdeckung (c) by Joachim Wenk
Gründünger Buchweizen und Rasenschnitt als Bodenabdeckung (c) by Joachim Wenk

Der abschließende Rat der Redakteurin ist also folgender: Den Boden möglichst lange bedeckt und bepflanzt lassen. Mit Gemüse und / oder Gründünger. Wer im Frühjahr fertig umgegrabene Flächen braucht, so schreibt sie, der sollte erst kurz vor dem Wintereinbruch umgraben. Diese fertigen Flächen will und brauche ich eben im Frühjahr. Sie erwärmen sich leichter und sind fast saatfertig. Außerdem trocknen sie rascher ab. Das aber ist in den letzten Jahren nicht mein Problem. Hier ist es bereits im März so trocken, daß ich Möhren durch Gießen feucht halten muß, wenn sie überhaupt  keimen sollen. Das habe ich dieses Frühjahr sehr deutlich gesehen. Der richtige Zeitpunkt ist nach dem  Artikel also oft erst im Dezember. Dann kann sogar bei leicht angefrorenem Boden gegraben werden. Das hat wohl den einleuchtenden Grund, daß Spaten, Motorhacke und Schuhe gerade bei lehmigen Boden nicht so stark mit Erdklumpen verklebt werden. Bei Temperaturen nahe 0 Grad sind die Bodenorganismen nicht mehr aktiv und setzen keine Nährstoffe frei, die ausgespült würden. 

Grund 3 schließlich ist wohl gerade für den Biogärtner wichtig. Mir jedenfalls ist er sehr wichtig. Zu diesem Zeitpunkt und bei den Bodentemperaturen sind die Regenwürmer nicht mehr in der obersten Erdschicht. Sie haben sich nach unten zurück gezogen. Das heißt, dass beim Graben und Hacken keine Würmer mehr getötet oder verletzt werden. Seit ich mich, auch mit meiner Wurmfarm, mehr mit den Würmern befasse ist es mir eine Herzensangelegenheit, sie zu schonen und ihnen ein schönes Leben zu ermöglichen. Ihre Hilfe im Garten ist von unbezahlbarem Wert! In den letzten Tagen habe ich noch hier und da in der Erde gegraben. Stauden mußten gepflanzt und ein paar Büsche verpflanzt werden. Wo ich in den Boden hinein grub wimmelte es von Regenwürmern. Und die würden eine Bodenbearbeitung mit der Motorhacke oder auch nur dem Spaten in großer Zahl nicht überleben. 

Mir hat dieser kurze Artikel sehr geholfen. Ich weiß nun, daß es nicht an meiner Unorganisiertheit liegt, jetzt nicht umgraben zu können. Und ich weiß, daß meine grundsätzlichen Überlegungen richtig waren. Einen Teil der Beete muß ich auch gar nicht umgraben. Wichtig ist es im Schneckenzaunbeet, wo ich so zeitig wie möglich mit Salat, Radies, Blumenkohl, Kohlrabi und solchen Gemüsen anfangen will. Und ganz wichtig ist es in meinem nun völlig verunkrauteten Weihergarten. Dort muß ich erst mit der Motorsense den Bewuchs abmähen, dann kann ich - später im Jahr - noch mal mit der Motorhacke drüber.  Ich weiß jedenfalls jetzt, was zu tun ist und hoffe, dem einen oder anderen auch ein wenig mit diesem Bericht habe helfen können. 

Montag, 17. Oktober 2016

Der Mönch im Wasser und eine Benjeshecke unter Wasser - ein Tag am Karpfenweiher

Am vergangenen Wochenende hat doch wirklich gar nichts gestimmt. Statt Regen und Wolken hatten wir Sonnenschein, statt Arbeitseifer lähmten Schnupfen und Rückenprobleme unsere Schaffenskraft und dann  finden wir noch diesen seltsamen Reisighaufen im Weiher, quasi eine Benjes-Hecke unter Wasser? 

der kleine Weiher wird heute gefischt (c) by Joachim Wenk
der kleine Weiher wird heute gefischt (c) by Joachim Wenk

Jedenfalls haben wir durchgeführt, was wir uns vorgenommen hatten. In reduzierter Form zwar, aber dennoch mit Erfolg. Samstag stand "Karpfen fischen" auf dem Programm. Darüber berichte ich heute.

Nachdem der Frühnebel also verschwunden war und danach der starke Wind, der ihn vertrieb, blieb nur noch ruhiges und mildes Oktoberwetter übrig. Wir hatten vor, heute den großen Weiher mit den Speisekarpfen zu fischen. Das  Becken hinterm Haus, in das die Fische dann kämen, ist gereinigt und mit frischem Wasser gefüllt. Leider aber ist meine Erkältung noch immer nicht überwunden und Volker hat es im Rücken. Beides sind nun wirklich nicht die optimalen Voraussetzungen, um im kalten Wasser herum zu planschen.

Die Zeit drängt aber leider. Das Jahr geht zu Ende und  die Karpfen für den Verbrauch  müssen aus dem Wasser.  Gleichzeitig werden die relativ schönen Tage immer weniger und seltener. Und wir haben nicht jedes Wochenende die Zeit für solch ein Aktion. Nach einigem Hin und Her entschließen wir uns zum Kompromiß mit Wetter-Poker. Es wird nicht der große Weiher mit den vielen Karpfen leer gelassen, sondern nur, was ebenfalls ansteht, der kleine Weiher gefischt. Das schaffen wir in unserem momentanen Gesundheitszustand. Für den großen Weiher kommt hoffentlich in zwei Wochen wieder ein schöner, milder und vor allem trockener Samstag.

Der kleine Weiher bereitet uns seit geraumer Zeit sorgen. Vergangenes Jahr, "kippte er um". Im irre heißen Sommer mit Dürre und Wasserlinsen-Plage, starben alle darin lebenden Karpfen. Wir ließen ihn zwar noch leer,  aber es kam jede Rettung zu spät.

Dieses Jahr hielt sich die Wasserlinsen in Grenzen, aber er verlor übermäßig Wasser. Fehlt in allen Weihern wegen der Trockenheit Wasser, konnte man hier in den letzten Wochen quasi zusehen, wie der Wasserspiegel sank.

Angst kam auf, dass wieder die Karpfen sterben würden, die wir ihn ihm haben. Von daher mußte er auch dringend gefischt und die Karpfen umgesetzt werden.  Immerhin wissen wir auch den Grund für unsere Probleme in dem Weiher. Das hat auch mit der Benjes-Hecker unter Wasser etwas zu tun. Aber von der wissen wir zu dem Zeitpunkt ja noch gar nichts.

Nach dem Mittagessen fahren wir also raus zu den Weihern und "ziehen" den kleinen Weiher. Gezogen wird eigentlich nur das große und dicke Rohr im Mönch, damit das Wasser ablaufen kann.

Blick vom Mönch über den Weiher (c) by Joachim Wenk
Blick vom Mönch über den Weiher (c) by Joachim Wenk


Eigentlich wird so ein Mönch, wie der  Betonklotz in jedem Karpfenteich genannt wird, anders geschlossen und dann gezogen. Im Bild unten und oben seht ihr vielleicht die senkrechten Rillen links und rechts im Mönch. Im Bild unten sieht man auch Bretter in den Rillen. Zwei dieser Rillenpaare ziehen sich die Vorderseite empor. Von Oben kann man genau zugeschnittene Holzbrettchen darin bis auf den Teichboden herunter lassen. Dann wird eines über das andere eingeführt, bis quasi zwei Bretterwände vom Teichboden bis oben zur Mönchoberkante entstehen.

Zwischen den Bretterwänden ist ein Spalt von vielleicht 15 cm. Der wird mit Sägespänen aufgefüllt. Die quellen durch das Wasser auf und so wird der Mönch dann dicht. Im Mönch ist am Boden, hinter den beiden Holzwänden, ein Loch, vergleichbar mit dem Stöpsel in der Badewanne. Zieht man nun immer die obersten Bretter, die das Wasser im Teich halten,  weg, kann das Wasser  Stufe für Stufe abgelassen werden.


Blick in den  Mönch  beim Ablassen des Wassers (c) by Joachim Wenk
Blick in den  Mönch  beim Ablassen des Wassers (c) by Joachim Wenk


Den Mönch so zu befüllen und auch zu ziehen, ist ein ganz schönes Stück Arbeit. Wir machen das daher seit ein paar Jahren viel einfacher. In das Loch im Boden wird ein Rohr gesteckt, das etwa so hoch ist, wie der Mönch. Schon ist der Weiher "gesteckt", also dicht und kann voll laufen. Käme mehr Wasser von Unten und von Oben in den Weiher, so wird es von oben in das auch als Überlauf dienende Rohr laufen. Die Rohroberkante ist der höchstmögliche Wasserstand. Wir stecken dann nur eine Reihe der Bretter vorne in den Mönch, damit beim "Ziehen" , also dem Ablassen, ein wenig mit passenden Gittern der Abfluß kontrolliert und das "Wegfließen" von Karpfen verhindert werden kann. Oben im Bild seht ihr den Mönch beim Abfließen des Wassers. Das dicke Rohr ist weg und vorne haben wir unten  Gitter in die Rillen gesteckt und darauf Bretter. So fließt das Wasser davon, Karpfen können aber nicht entweichen. 

Das Ziehen findet normaler Weise am Morgen statt, beim ganz großen Weiher sogar schon am Tag vorher. Dort wird dann das Rohr wieder während der Nacht eingesetzt, damit der Weiher  dicht ist. So ein Weiher benötigt eben seine Zeit, bis er leer gelaufen ist. 

Der kleine fast leere hier ist in weniger als zwei Stunden ausgelaufen gewesen. Zeit um am anderen Weiher etwas am Ufer mit der Schaufel zu modellieren und natürlich, um Herbstimpressionen mit der Kamera einzufangen. 

die tief stehende Sonne scheint aufs Ufer des Karpfenweihers (c) by Joachim Wenk
die tief stehende Sonne scheint aufs Ufer des Karpfenweihers (c) by Joachim Wenk

Die Hagebutten werden langsam reif (c) by Joachim Wenk
Die Hagebutten werden langsam reif (c) by Joachim Wenk

den großen Weiher wollten wir eigentlich fischen (c) by Joachim Wenk
den großen Weiher wollten wir eigentlich fischen (c) by Joachim Wenk

 Sieht das nun unordentlich aus? Diese etwas von Umkraut und Gras überwucherte Treppe? Nein! ich finde es hat etwas romantisch verwunschenes das Bild mit der Treppe. Wir sind ja hier auch nicht im Garten, sondern in der freien Landschaft, da darf so eine Treppe ruhig auch einmal etwas romantisch eingewachsen sein. Ich schneide sie ja immer wieder mit der Motorsense frei. Sonst wäre schnell aus dem romantischen Zustand ein Verwilderter geworden und die Treppe könnte nicht mehr beschritten werden.

eingewachsene Treppe zur Brücke über den Bach. (c) by Joachim Wenk
die romantisch (oder unordentlich) eingewachsene Treppe zur Brücke über den Bach. (c) by Joachim Wenk

Immer wieder muß man zum Weiher gehen,  um nachzusehen, wie weit er ist  Schließlich heißt es dann: Es ist so weit. 

Das Wasser ist fast vollständig verschwunden, man sieht die Fische  in den übrig gebliebenen Lachen liegen. Hier haben wir es heute einfach. Es sind nur unsere allergrößten Fische darin. Ein paar Graskarpfen und die Schlagmuttern. Also sehr große und alte Karpfen, die wir für die Zucht junger Karpfen benötigen. 

Seht ihr auf dem Bild hier die beiden Graskarpfen? 

das Wasser ist fast ausgelaufen, jetzt kann gefischt werden (c) by Joachim Wenk
das Wasser ist fast ausgelaufen, jetzt kann gefischt werden (c) by Joachim Wenk


Ein oder zwei Personen stehen zu diesem Zeitpunkt mit Wathosen im Weiher und holen mit großen Käschern die Fische aus dem Wasser und Schlamm. Danach werden sie in wassergefüllten Wannen sortiert. Heute muß nicht viel sortiert werden. Die Fische werden nur umgesetzt in den Weiher, der nicht mehr gefischt wird in  diesem Jahr.

Sobald einer im Käscher ist, renne ich rasch mit ihm auf die andere Seite des Grabens und lasse ihn dort wieder zu Wasser. Dabei beeile ich mich immer, um sie nicht zusätzlich zu stressen, so hilflos draußen an der Luft. Darum habe ich dann leider aber auch immer keine Fotos von den Karpfen.

Einen habe ich dennoch rasch fotografiert. Das ist ein Grakarpfen. Er wird etwa einen Meter lang sein und 20 cm dick. Die essen wir nicht. Sie sind in den Weihern, um übermäßigen Bewuchs mit Schilf zu verhindern. Sie fressen vor allem das harte faserige Grün. Daher auch der Name. Das hat hier im kleinen Weiher auch wieder sehr gut geklappt.

prächtiger Graskarpfen (c) by Joachim Wenk
prächtiger Graskarpfen (c) by Joachim Wenk

Die großen Spiegelkarpfen habe ich leider  nicht fotografiert. Sie sehen ganz anders aus. Deutlich kürzer und viel runder oder dicker, aber auch flacher. Ich weiß jetzt nicht, wie man das beschreiben soll. Ich muß unbedingt dran danken, beim nächsten mal ein Foto zu machen.

Was ich extra noch einmal fotografiert habe, ist der Reisighaufen mitten im Weiher. Zu sehen auch im Bild oben mit den Graskarpfen in der Wasserlache.

Reisighaufen am Weihergrund (c) by Joachim Wenk
Reisighaufen am Weihergrund (c) by Joachim Wenk

In Verbindung mit dem auf diesem Foto erkannbaren Loch im Ufer wird wohl rasch klar, wer dafür verantwortlich ist.

ein Loch ist im Damm (c) by Joachim Wenk
ein Loch ist im Damm (c) by Joachim Wenk
 Der Biber. Wegen dem riesigen Loch im Ufer, mit bestimmt 35 oder mehr Zentimetern Durchmesser, wollten wir den Weiher im Frühjahr erst gar nicht mehr befüllen. Der Biber hat wohl den Damm unterhöhlt. Das Loch geht genau in den Damm und scheinbar ist das auch der Grund für den enormen Wasserverlust, genau bis zur Unterkante des Eingangsloches. Weil wir aber den Weiher zum Umsetzen der Fische benötigten, ließen wir ihn noch mal im Sommer voll laufen. Es hat aber keinen Sinn. Dass uns die wertvollen großen Karpfen nicht darin gestorben sind,  ist eher Glück.

Wir müssen einen Bagger kommen lassen, der Damm muß weggebaggert  und das Biberloch zugefüllt werden. Dann kann der Damm wieder aufgebaut werden. Dabei muß dann auch wieder der Weiher ausgebaggert werden. Zu viel Schlick hat sich über die Jahre angesammelt. Das wird eine große Aktion, vor der wir uns noch drücken wollten. Da aber nun der Weiher ganz offensichtlich kein Wasser mehr hält, kommen wir nicht umhin.

Was allerdings der Biber mit dem Reisig im Weiher vor hat, weiß ich auch nicht. Er hat doch seine Burg im Damm. Oder? Jedenfalls mußten wir direkt schmunzeln. Mit den vielen Erlen, die unentwegt an den Uferböschungen weggeschnitten werden müssen, häufe ich ja seit ein paar Jahren entlang der einen Grundstücksgrenze eine Benjesjecke auf. So auch jetzt wieder am Samstag mit ein paar Büschen, die den Zugang zum Mönch verwachsen haben. Und dann lässt man das Wasser im Weiher ab und sieht, dass dort jemand ein ähnliches Bauwerk unter Wasser errichtet.

Jedenfalls erlebten wir einen schönen ruhigen Nachmittag draußen in der Landschaft. Später  und am Sonntag dann im Garten haben wir nur noch ein wenig herum gewerkelt. Und ich habe mir Gedanken über den Gemüseanbau und Bodenbearbeitung gemacht. Dazu hätte ich dann gern einmal eure Erfahrungen gewusst. Also bleibt dabei und schaut die Tage wieder hier vorbei. 




Donnerstag, 13. Oktober 2016

2 Meter mehr sind ganz schön viel. Wenn eine Rose ihr Bestes gibt.

Kennt ihr das? Man findet im Katalog von einer Pflanze genau seinen Liebling. Es wird bestellt und gepflanzt und dann steigt die  Spannung. Wie wird sie wachsen? Wann kommt endlich die erste Blüte und schließlich, wie stimmt ihr Wuchs mit den Katalogangaben überein? Immerhin sind im heutigen Fall eine Variabilität in der Wuchshöhe von vollen 2 m kein Papensstiehl. Jetzt heißt es, diplomatisch verhandeln. 

Wie alles begann: 

Zwei Wochen fehlen nur noch. Dann sind genau drei Jahre vergangen, daß ich die Ramblerrose Snowflake an die Scheunenwand gepflanzt habe. 

So sah das damals aus, 2013 im November.

das Haltegitter sieht doch schon mal vernünftig aus (Resteverwertung) (c) by Joachim Wenk
das Haltegitter sieht doch schon mal vernünftig aus (Resteverwertung) (c) by Joachim Wenk

eine Ramblerrose wird gepflanzt (c) by Joachim Wenk
eine Ramblerrose wird gepflanzt (c) by Joachim Wenk

Sie blüht nur einmal, im Juli. Dann sehr reich und in wundervollem reinen Weiß mit dottergelber Mitte. Das macht sich sehr schön, vor dem verwitterten Braun der Holzwand. Vormals sollte dort eine kräftig rosa blühende Rose wachsen. Die steht jetzt aber am Rosenbogen, wo das Rosa viel besser wirkt, als vor der Wand. An was man nicht alles denken muß beim Pflanzenkauf!

Ramblerrose Snowflake (c) by Joachim Wenk
Ramblerrose Snowflake (c) by Joachim Wenk


Die Snowflake ist wirklich sehr gewachsen. Die schmale Wand hat sie vollends eingenommen.

Ramblerrose Snowflake (c) by Joachim Wenk
meterlange Neutriebe an der Snowflake (c) by Joachim Wenk


Beim Pflanzen wollte ich gleich noch einen  Spanndraht oben quer über dem Scheunentor spannen. Das bekam ich damals aber "nicht genehmigt". Weil im Katalog die Wuchshöhe von 3-5 m angegeben war, stimmte ich also erst einmal zu. Wer weiß, wenn sie nur 3 m hoch wird, brauche ich auch keinen Haltedraht oberhalb des Tores.

Und jetzt, drei Jahre später, habe ich Klarheit. Sie wird wohl eher doch 5 m hoch. Und einige Triebe wären genau richtig, sie oberhalb des Tores entlang zuleiten. Ich stelle mir das sehr malerisch vor.

Heute habe ich sie erst einmal provisorisch so hoch gebunden, daß man sie an einem Draht entlang leiten könnte, wenn denn da einer wäre oder käme. Ich muß mal sehen, wie ich überzeugend genug sein kann, dort einen Draht oder sonstigen Haltemechanismus hingemacht zu bekommen. Die Rose und ich jedenfalls wären bereit für Größeres als läppische 3 Meter Höhe.

Ramblerrose Snowflake (c) by Joachim Wenk
die Hälfte der Torbreite würde sie schon  jetzt überranken
(c) by Joachim Wenk

Mittwoch, 12. Oktober 2016

Plan und Realität gehen oft auseinander. Das ist nicht immer schlecht.

Für heute hatte ich zwei Sachen  in meinem Aufgabenbuch markiert, die ich unbedingt erledigt haben wollte. Klar, daß das etwas mit Garten zu tun hat. Dann aber kam ich nicht aus dem Bett, weil noch immer der Schnupfen die Glieder lähmt. Grausliger Nebel am Vormittag bremste meinen Elan zusätzlich. Also muß wieder alles verschoben werden? 

Ich verrate euch, wie der Tag so weiter ging. 

Zuerst also meine Vorhaben. Die Äpfel ernten und das Gewächshaus leer räumen stand auf dem Papier. 

Jetzt seht doch einmal selbst. Bei dem Wetter diese Arbeiten erledigen? Ich bitte euch. Wer kein Berufsgärtner ist, geht doch da nicht freiwillig raus. Es hatte übrigens 2°C. 



Blick in den Vorgarten bei Oktoberwetter (c) by Joachim Wenk
Blick in den Vorgarten bei Oktoberwetter (c) by Joachim Wenk

Blick in den Vorgarten bei Oktoberwetter (c) by Joachim Wenk
Blick in den Vorgarten bei Oktoberwetter (c) by Joachim Wenk


Ich liebe das ja überhaupt nicht, wenn es nicht nach meinem Plan läuft. Zum Glück wird es mir ja  nie langweilig. Es gibt noch so unzählig viele Dinge, die ich machen möchte. 

Im Moment spiele ich mit ganz unterschiedlichen Gewürzsalzen herum. Das sind wunderbare Mitbringsel oder kleine Geschenke. Ich verpacke sie in diese entzückenden winzigen Weck-Gläser. Ich sollte wohl darüber extra einmal berichten. 

Weil ich erst einmal drinnen bleibe, mache ich heute zum esten Mal Rotwein - Rosmarin - Salz. 250 Gramm Salz mit 50 ml Rotwein vermischen und trocknen. Danach kommt noch getrockneter Rosmarin hinzu. Laut Rezept 30-50 Gramm.  Geschmacklich sicher sehr lecker. Optisch auf alle Fälle eine Wucht. 

Rotweinsalz zum Trocknen ausgelegt (c) by Joachim Wenk
Rotweinsalz zum Trocknen ausgelegt (c) by Joachim Wenk

Die Zeit vergeht, der Hund musste raus und Lebensmittel im Dorfladen habe ich auch gekauft. Bis ich mich also versah, schien doch glatt die Sonne. Also warm an ziehen und raus in den Garten!

Die Äpfel sind bald abgenommen. Es ist ein schlechtes Apfeljahr. Nicht einmal zwei Körbe zum Aufheben habe ich pflücken können. 


Apfelernte 2016 (c) by Joachim Wenk
das ist alles - Apfelernte 2016 (c) by Joachim Wenk


Etliche fallen trotz Apfelpflücker von allein herunter. Das Fallobst verarbeite ich am besten gleich. 


Fallobst wird gleich verarbeitet (c) by Joachim Wenk
Fallobst wird gleich verarbeitet (c) by Joachim Wenk


Die schönen werden geschält.

das wird ein Snack für den weihnachtlichen Plätzchenteller (c) by Joachim Wenk
 das wird ein Snack für den weihnachtlichen Plätzchenteller (c) by Joachim Wenk


In Spalten geschnitten marinieren sie ein paar Stunden in Orangensaft.

das wird ein Snack für den weihnachtlichen Plätzchenteller (c) by Joachim Wenk
vor dem Trocknen in Orangensaft marinieren verhindert  Braunwerden und schmeckt gut (c) by Joachim Wenk


 Die anderen kommen grob zerkleinert in den Topf und werden zu Apfelmus.

Apfelmus wird gekocht (c) by Joachim Wenk
Apfelmus wird gekocht (c) by Joachim Wenk


Sie sind rasch weich und zerfallen. Das ist der große Moment der Fruchtpresse, dem "Flotte-Lotte"-Aufsatz zur Küchenmaschine. Binnen wenigen Minuten kommt da unten fertiges Apfelmus heraus.

Mit etwas Zucker und Zimt versehen wird das gut aufgekocht und dann heiß in Gläser gefüllt. So hält es bis zum nächsten oder übernächsten Jahr.

Apfelmus fertig in Gläsern (c) by Joachim Wenk
Apfelmus fertig in Gläsern (c) by Joachim Wenk

Die Apfelschalen und Kerngehäuse werden geschnitten und als Zutat für meine Kräutertee getrocknet.


Apfelschalen und Kerngehäuse werden für Tee getrocknet (c) by Joachim Wenk
Apfelschalen und Kerngehäuse werden für Tee getrocknet (c) by Joachim Wenk

Die marinierten Apfelspalten  müssen das Bad im Orangensaft verlassen und wandern in den Dörrapparat.

ein Dörrapparat voller Äpfel (c) by Joachim Wenk
ein Dörrapparat voller Äpfel (c) by Joachim Wenk

Morgen werden sie dann so aussehen. Auf manche habe ich noch ein wenig Zimt gestreut. Sie schmecken durch das Orangensaftbad sehr angenehm und verfärben sich nicht. Wir mögen sie gern als Knabberei beim Fernsehen.

Ich werde einige von ihnen versuchsweise in flüssige Schokolade tauchen. Wenn die dann erkaltet ist, werden sie zusammen mit Plätzchen am Weihnachtsteller serviert.

getrocknete  Apfelschnitze ein leckerer Snack (c) by Joachim Wenk
getrocknete  Apfelschnitze ein leckerer Snack (c) by Joachim Wenk

Die Sonne blieb leider nicht lange. Dennoch ging ich zwischen den Küchenarbeiten auch noch in den Garten. Das Gewächshaus wollte ich unbedingt noch leeren. Stützstäbe, Schnüre, Bewässerungen, Anzuchtstation mit Bewässerung und alle Pflanzen mußten raus. Und geschafft habe ich alles. 

Neben den gerade aufgezählten Dingen bugsierte ich noch etliches anderes aus dem Haus. Was bin ich da wieder unentwegt erschrocken. Weil es sich überall bewegte. Fast hatte ich das Gefühl, hinter jeder Pflanze schauen Augen hervor, die mich beobachten. Oder fixieren und auf einen Moment zum Angriff warten? 

Nein, so schlimm sind sie dann doch nicht die 6 Laubfrösche, der winzige Lurch oder so etwas ähnliches und die 2 Kröten. Obwohl eine der beiden Kröten war schon ein ganz schönes Kaliber....

Weil ich ja noch die Erde austauschen muß,  können sie auf keinen Fall drin bleiben. Die müssen sich draußen etwas für den Winter suchen. 

Die Erde muß getauscht werden. Dieses Jahr gingen die Tomaten alle kaputt und die Paprikas wuchsen überhaupt nicht. Da stimmt mit dem Boden etwas nicht. Das wird noch ein Stück Arbeit geben, jetzt im Herbst. 

das  Gewächshaus ist leer geräumt (c) by Joachim Wenk
das  Gewächshaus ist leer geräumt (c) by Joachim Wenk
 Mittlerweile ist alles gewaschen, eingepackt und aufgeräumt. Der Igel bekommt noch seine Futterration ins Häuschen. Da freut er sich bestimmt schon den ganzen Tag darauf. Jedenfalls ist früh immer alles fein säuberlich ausgeschleckt. Wohnen tut er unter der Palette, auf der das Brennholz lagert.

im Igelhaus bekommt der Igel jeden Tag sein Futter (c) by Joachim Wenk
im Igelhaus bekommt der Igel jeden Tag sein Futter (c) by Joachim Wenk

Bevor ich wieder ins Haus gehe und in der Küche weiter mache, freue ich mich noch ein wenig an den Blüten, die trotz leichter Nachtfröste noch immer in voller Pracht leuchten.

wilde Malve (c) by Joachim Wenk
wilde Malve (c) by Joachim Wenk

Dahlienblüte in der  Abendsonne (c) by Joachim Wenk
Dahlienblüte in der  Abendsonne (c) by Joachim Wenk

Und so sah der Vorgarten dann am Abend aus. Ich bin mittlerweile wieder im Haus, stehe wie früh am Fenster und blicke hinaus.

Blick in den Vorgarten bei Oktoberwetter (c) by Joachim Wenk
Blick in den Vorgarten bei Oktoberwetter (c) by Joachim Wenk

Vor wenigen Stunden hatte ich noch Bange, heute überhaupt etwas schaffen zu können. Jetzt freue ich mich  über all das Geschaffte. Mehr als ich eigentlich geplant hatte.

Heute Abend gibt es Quarkkeulchen  mit frischem Apfelmus. Wie der Zufall so spielt, stieß ich heute morgen beim Wetter-Frust-Surfen in den sozialen Medien just auf das Rezept. Ich bin schon gespannt, wie sie werden. Hunger habe ich bereits. Ich glaube, ich mache mich gleich mal ans Werk...