Samstag, 10. September 2016

Willkommen im Herbst?

(c) by Joachim Wenk
(c) by Joachim Wenk

Willkommen ja, Herbst nein. Es ist trotz all des Laubes im Garten immer noch Spätsommer. Jedenfalls, wenn man das Ganze phänomenologisch betrachtet. Holunder und Haselnüsse sind zwar schon reif, aber die Blattfärbung der Bäume hat im Großen und Ganzen noch nicht eingesetzt. Bei mir verlieren die Bäume wegen der Dürre ihre Blätter, ohne sie vorher zu verfärben. Sicher ist aber demnächst dann doch Frühherbst.

Bis dahin genießen ich einfach die Sonne. Tagsüber jeden Tag bei 30°C und blauem Himmel wird es schon noch einmal recht heiß. Durch die deutlich niedriger stehende Sonne allerdings, habe ich viel mehr Schattenbereiche im Garten. Außerdem wird es ja abends auch schon wieder so bald dunkel und recht frisch.

herbstliche Stimmung vor dem Haus (c) by Joachim Wenk
herbstliche Stimmung vor dem Haus (c) by Joachim Wenk

Eines beobachte ich auch gerade. Wegen der gleißenden Sonne und dann doch wieder dem vermehrten Schatten durch Büsche und Bäume ist es gerade schwierig, die Blüten und das Gemüse zu fotografieren. Wenn die Sonne scheint, kommen die Farben im Foto nicht richtig heraus. Wenn Schatten ist und doch irgendwo ein Sonnenfleck im Bild erscheint, gibt es blöde Kontraste  und wenn Dämmerung ist, sehen die Bilder zu grau aus. Was soll's. Ich zeige sie euch trotzdem. Wie mir mal böse vorgeworfen wurde, knipse ich ja auch nur und fotografiere nicht. Ist doch auch eigentlich egal was ich mache, Hauptsache ich kann euch von so vielen Dingen, die mich in meinem Garten bewegen, zeigen und darüber berichten. 

Nach einer unschönen Blühpause im Juli und Anfang August findet man nun wieder einige Blüten im Beet. Goldene Zeiten brechen an mit der Zwerggoldrute und  dem Sonnenhut "Goldsturm". Damit die Pause nächstes Jahr nicht wieder auftritt, habe ich bereits ein paar entsprechende Stauden in bestehende Lücken gesetzt. 


herbstliches Gold im Staudenbeet (c) by Joachim Wenk
herbstliches Gold im Staudenbeet (c) by Joachim Wenk

herbstliches Gold im Staudenbeet (c) by Joachim Wenk
das Staudenbeet im Ganzen (c) by Joachim Wenk


Im Rondell zu Füßen unseres Hausbaumes wachsen jetzt endlich die Buchsstecklinge vom letzten Sommer. Und der Storchschnabel (Geranium versicolor und Geranium Hybride "Sweet Heidy") freut mich riesig. So viele süße kleine Blüten über so lange Zeit nun schon. 

Buchsrondell mit Storchschnabel und Rose unterm Hausbaum (c) by Joachim Wenk
Buchsrondell mit Storchschnabel und Rose unterm Hausbaum (c) by Joachim Wenk

Im großen Staudenbeet habe ich ja erst im August notdürftig den Bewässerungsschlauch installiert. Zu spät für prächtige Stauden. Die Astern sind deutlich niedriger oder ganz kaputt, der Eibisch bei weitem nicht so buschig wie sonst und die Rosen haben nach der Blüte Anfang Juni keinen Zuwachs mehr gehabt. Die Kletterrose am Rosenbogen blüht normalerweise im Sommer und Herbst auch und wächst unbändig. So kenne ich sie aus meinem Hinterhofgarten. Hier hat sie geblüht und erst kurz nach dem Bewässerungsbeginn fing sie wieder an zu treiben. Hoffentlich kann das dann noch ausreifen und ohne Schaden überwintern. Auch die anderen Rosen fingen erst nach dem Bewässerungsschlauch schlagartig an zu wachsen und blühen jetzt wieder. Ihr seht ja, wie der  Rasen vor dem Beet aussieht. Den habe ich nicht bewässert. 

großes Staudenbeet vor dem Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
großes Staudenbeet vor dem Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk

Abends, nach getaner Arbeit, sitze ich gerne einmal auf meiner Bank am mediterranen Platz und beobachte die Pferde der Nachbarin. Die produzieren im Übrigen die wertvolle Kompost-Zutat "Pferdemist". Meine Spalieräpfel davor sind sehr gut gewachsen. Als ich sie pflanzte waren es bleistiftdicke Äste mit etwa 40 cm Länge.Nun haben sie sich schon verzweigt. Leider kann ich sie und ihre Fortschritte kaum fotografieren, weil kein Hintergrund da ist und durch den Zaun und den eben vorhandenen Hintergrund sieht man am Foto die kleinen Bäume noch zu wenig. 
Nachbars Pferde beim Abendessen (c) by Joachim Wenk
Nachbars Pferde beim Abendessen (c) by Joachim Wenk

Bevor es aber so weit ist, mit dem Sitzen auf der Bank, steht immer noch sehr viel Arbeit an. 

Die Buschbohne Sanguigno begeistert mich immer und immer wieder. Ich kann diese Sorte gar nicht oft genug empfehlen. Im Garten unten am Dorfweiher habe ich 2 Reihen gesät. Sie sind sehr stark wüchsig und brauchen sogar im normalen Beet ein wenig Stütze in Form von Reisigzweigen oder einem Rahmen aus Schnur, gespannt an Stecken, die im Viereck ums Beet in den Boden gesteckt werden. Zumindest ist das notwendig,wenn man Wert darauf legt, daß es nicht all zu wild im Beet aussieht. 

Bei mir unten am Weihergarten also keimten sie rasch und wuchsen kräftig. Leider hat mich in diesem Jahr, wegen des späten Kultivierbeginnes Mitte Mai, das Unkraut übermannt. Die Gründüngerlupinen sind drunter verschwunden. Die Essiggurken konnten darüber hinweg ranken und die Sanguigno nützte das Unkraut doch einfach als Stütze und wucherte mit ihm mit. 60 cm Höhe sind da im Nu errreicht (es ist aber doch eine Buschbohne!). Die Blüte in hübschen Rosa-lila-weiß-Tönen viel reichlich aus, genau wie die Ernte. Etwa 3 kg Bohnen habe ich eingefroren und eingeweckt. Gegessen haben wir auch davon. Dann reiften oben im Gemüsegarten noch die Stangenbohnen und ich hörte auf die vielen weiteren Sanguignos zu ernten. Bei dieser Sorte kein Problem. Man kann sie zwar recht lange ernten, da auch große Bohnen nicht fadig sind. Ich jedoch lasse die dann gleich ausreifen und ernte sie, wenn sie trocken werden. Jetzt trocknen sie nach und wenn sie rascheltrocken sind, springen sie auf und ich habe ganz viele hübsche kleine (!) Bohnenkerne. Klar brauche ich sie für das nächste Frühjahr als Saatgut. Sie kommen aber auch in den Kochtopf als ganz normale Trockenbohnen. Weil sie nicht so plumpe und große, einfarbig weiße Kerne haben sieht das auch optisch ansprechend und feiner aus, als bei anderen Trockenbohnen. 



Buschbohne Sanguigno liefert Trockenbohnen für Aussaat und Kochtopf (c) by Joachim Wenk
Buschbohne Sanguigno liefert Trockenbohnen für Aussaat und Kochtopf (c) by Joachim Wenk


Die Tomatenernte läuft. Hier ist die monatelange Regenpause hilfreich, weil keinerlei Braunfäule zu sehen ist. Überhaupt haben die Tomaten dieses Jahr einen noch nie erlebten intensiven Geschmack. Letztes Jahr war ich sogar fast enttäuscht, weil sie eher wie Hollandtomaten schmeckten. Ich glaube da hatte ich zu viel gedüngt, weil sie schlecht wuchsen. Heuer weiß ich ja, daß das stockende Wachstum wirklich nur Wassermangel und nicht Düngermangel bei mir im Garten ist. Sie werden mit Tropfschlauch bewässert. Vielleicht macht das, das unvergleichliche Aroma aus. Die Sorten sind, bis auf eine, die gleichen wie im letzten Jahr und der Standort auch. Gedüngt wurde nur mit Kompost, Mulch, einmal Brennesseljauche und beim Pflanzen eine Portion Tomatendünger von Neudorf.

Aus den hier abgebildeten Tomaten mit dem Basilikum daneben habe ich 2l Ketchup und 3,5l Tomatensauce gekocht. Das selbe konnte ich bereits zweimal zu vor machen. Die Vorratskammer füllt sich. Und die Ernte geht jetzt erst so richtig los! Das Tomatensugo war derart intensiv und sogar süß, daß ich wirklich überlegte, was ich mit reingekocht habe. Aber außer Tomaten und Basilikum mit einem Löffel Kochsalz ist da nichts drin, kein Zucker auf alle Fälle.

 Einmal wieder Tomaten und Basilikum geeernt(c) by Joachim Wenk
 Einmal wieder Tomaten und Basilikum geeernt(c) by Joachim Wenk

Die Ernte und vor allem Konservierarbeit wird wohl in der nächsten Zeit nicht so schnell ausgehen...

toscanischer Grünkohl und Mangold (c) by Joachim Wenk
toscanischer Grünkohl und Mangold (c) by Joachim Wenk

rote Melde und Baumspinat sind lange abgeerntet, jetzt müssen sie sich wieder aussähen (c) by  Joachim Wenk
rote Melde und Baumspinat sind lange abgeerntet, jetzt müssen sie sich wieder aussähen (c) by  Joachim Wenk

der Rosenkohl für die letzte Ernte im Jahr (c) by Joachim Wenk
der Rosenkohl für die letzte Ernte im Jahr (c) by Joachim Wenk

Gemüsebeet im September (c) by Joachim Wenk
Gemüsebeet im September (c) by Joachim Wenk





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