Mittwoch, 28. September 2016

Die Gesänge der Sirenen oder auch nur Hummelbrummen in der Herbstsonne?

Dieses angenehme Wetter gerade ist wirklich teuflisch. Vielleicht auch nur verhext aber doch wenigstens magisch mit dunklen Kräften. 

Dahlienblüte (c) by Joachim Wenk
Dahlienblüte (c) by Joachim Wenk

Total entrückt schlurfe ich im Garten herum. Überall die schönsten Blüten in der milden Herbstsonne. Es summt und brummt beruhigend auf all den Blüten von den Heerscharen an Hummeln und  Bienen. Völlig lautlos dagegen, beinahe elfengleich, tanzen die Schmetterlinge von  Blüte zu Blüte. 

Wilde Malve (c) by Joachim Wenk
Wilde Malve (c) by Joachim Wenk

Gibt es gerade nichts zu tun im Garten? Warum verharre ich in diesem entspannten Zustand der Langsamkeit? Beinahe nähert sich dieser dem Stillstand im Jetzt und Hier. 

Parkrondell, ausdauernde Stockrose (c) by Joachim Wenk
Parkrondell, ausdauernde Stockrose (c) by Joachim Wenk


Der Gesang der Sirenen, bei dem die Schiffer nicht anders konnten, als staunend zu lauschen und dabei ihre Schiffe in den Untergang treiben, muß wohl eine ähnliche Wirkung gehabt haben. Man kann sich nicht wehren oder entziehen und sollte dennoch wach sein und handeln. So und genau so empfinde ich gerade meine Situation im Garten. 

Parkallee, ausdauernde Stockrose (c) by Joachim Wenk
Parkallee, ausdauernde Stockrose (c) by Joachim Wenk

Ich genieße den Garten, die Beete, die Stauden und Bäume, das Licht, die Ruhe und die Erinnerung an einen anstrengenden Sommer. 

Herbsteisenhut (c) by Joachim Wenk
Herbsteisenhut (c) by Joachim Wenk

Gleichzeitig weiß ich irgendwo in mir, es ist so gut wie Oktober. Irgendwann kommt plötzlich Frost. Da gilt es einiges vorzubereiten bei Kübelpflanzen und  Gemüse und Überwinterungsraum. Komme ich damit in Verzug, kann einiges kaputt gehen oder Arbeit umsonst gewesen sein.. Und ich stehe im Garten und lausche dem Gesang der Sirenen respektive dem  Hummelbrummen in der Herbstsonne. 

Herbstgarten (c) by Joachim Wenk
Herbstgarten (c) by Joachim Wenk

Gut, dass es abends schon so bald dunkel wird. Das stoppt den Bann der "Sirenen" und ich werde doch noch aktiv. Ein wenig herumräumen und ernten. Dann geht es nach drinnen und ich widme mich der jahreszeitlich angemessenen Selbstversorgerarbeit, dem Konservieren. 

Aus den nach und nach eingefrorenen Brombeeren bereite ich mit den jetzt reifenden Äpfeln eine Marmelade. 

Lauch friere ich, in fingerlange Stücke geschnitten, ein. Das Grüne zerschneide ich in kleine Stücke und gebe es in den Dörrapparat. Der Lauchgeschmack bleibt dabei gut erhalten und ich brauche den Trockenlauch für die selbst gemachte Trocken-Gemüsebrühe und zum Würzen von Braten, Aufläufen oder Pizzateigen. 

In den noch im Beet stehenden Kartoffeln steht schöner Meerrettich. Der wuchs aus den Wurzeln, die noch vom letzten Jahr im Boden waren. Die Blätter sind schön zart und werden für den Kräutertee getrocknet. Schließlich läuft der Dörrapparat ohnehin gerade mit dem Lauch. Aus ein paar Blättern mache ich mir mit Walnüssen ein leckeres Pesto. Das ergibt gleich zum Abendessen mit Quark vermischt einen leckeren Brotaufstrich. 

Das muß für heute aber auch genügen an Herbstarbeiten. Die Tomaten reifen fast schon nicht mehr am Strauch. Ich lasse sie bis Samstag noch hängen, da kommt angeblich wieder Regen und Kälte. Dann werden die letzten zu Sauce verarbeitet. Danach werden die Beete und das Gewächshaus von ihnen geräumt. Zucchini und  Patissons sind heute weg gekommen. Sie bestanden ohnehin nur noch aus Mehltau. 

Vergehen und Wachstum in einem Beet (c) by Joachim Wenk
Vergehen und Wachstum in einem Beet (c) by Joachim Wenk

Am Wochenende wird dann das Kraut geerntet und zu Sauerkraut eingemacht und zu Rotkohl eingekocht. Weiterer Lauch geerntet und und und. Aber damit befasse ich mich dann am Wochenende. Ich werde natürlich berichten und bis dahin höre ich schon wieder leise die Sirenen, wenn ich hier die schönen Bilder des Tages betrachte und in meinen Text einbaue. 

Vergehen und Wachstum in einem Beet (c) by Joachim Wenk
Sauerkraut in Weckgläsern und Rotkohl eingekocht, das könnte man beim Betrachten des Bildes auch erblicken (c) by Joachim Wenk

Ich denke ich gebe mich dem süßen und so angenehmen Nichtstun noch ein wenig hin. Ihr hört dann später wieder von mir. 

Dienstag, 27. September 2016

Herbstsonne im Landgarten heißt Genuß pur

Vor ein paar Tagen habe ich meinen Garten nach oder während der wenigen kühlen Regentage fotografiert. Der Regen ist mittlerweile schon wieder vergessen, ich bin fleißig am Gießen und erfreue mich dabei an den schönen Herbstblüten oder Blütenszenen überall im Garten. Diese Freude möchte ich natürlich mit euch teilen. Daher hier nun wieder sonnige Herbstbilder aus meinem Landgarten.

Das große Staudenbeet mit Mäuerchen sieht tatsächlich zu jeder Jahreszeit anders aus. Ebenso herrschen jeweils andere Farben vor. Dominieren im Frühjahr die rosa, pink, weißen und blauen Töne, so haben  jetzt gelb und lilafarbene Blüten das Zepter in der Hand.

Herbst im Staudenbeet vor dem Haus (c) by Joachim Wenk
Herbst im Staudenbeet vor dem Haus (c) by Joachim Wenk


Gerade in diesem Beet gefallen mir immer wieder die sich zufällig ergebenden Pflanzenszenen.

Staudenbeet vor dem Haus (c) by Joachim Wenk
Ausschnitt vom Staudenbeet vor dem Haus (c) by Joachim Wenk



Staudenbeet vor dem Haus (c) by Joachim Wenk
Auschnitt vom Staudenbeet vor dem Haus (c) by Joachim Wenk

Staudenbeet vor dem Haus (c) by Joachim Wenk
Ausschnitt Staudenbeet vor dem Haus (c) by Joachim Wenk

Die Herbstchrysanthemen waren beim letzten Bericht noch regennass und versuchten sich trocken zu schütteln. Das ist ihnen gelungen. Die Blüten erstrahlen jetzt voll geöffnet in der wärmenden Herbstsonne. 

Herbstchrysanthemen (c) by Joachim Wenk
Herbstchrysanthemen (c) by Joachim Wenk



Auch im Fliederbeet wieder eine selbst entstandene Szene. Hier hat sich eine Ringelblume ausgesät und blüht jetzt erst im Herbst. Dazu die immer wieder nachblühende lila Flockenblume, die ja ihren eigentlichen Auftritt Ende Mai und im Juni hatte.

Ringelbume, Flockenlbume und Herbstchrysantheme (c) by Joachim Wenk
Ringelbume, Flockenlbume und Herbstchrysantheme (c) by Joachim Wenk


Mein Wein im Weinberg ist dieses Jahr, dem zweiten Standjahr kräftig gewachsen. An diesen Trieben, die ich im Frühjahr nach unten binde, sollten sich dann im Sommer 2017 neue Triebe entwickeln, die uns die ersten Tafeltrauben liefern  werden. So zumindest ist der Plan. 

herbstliche Abendsonne im Mini-Weinberg (c) by Joachim Wenk
herbstliche Abendsonne im Mini-Weinberg (c) by Joachim Wenk


Unten am Zaun stehen Astern. Die hier hat unter der Trockenheit sehr gelitten. Einige Triebe starben ab. Die überlebenden Zweige sind über und über mit Blüten in Herbstfarbe bestückt.

Aster in herbstlichem Pink (c) by Joachim Wenk
Aster in herbstlichem Pink (c) by Joachim Wenk


Auch mein größter Asternbusch wäre mir beinahe kaputt gegangen. Trotz Spritzschlauch, war er dann auch weiter immer wieder kurz vor dem Vertrocknen, wenn ich einmal nicht zum Gießen kam. Trotzdem ist er wieder 170 cm hoch gewachsen und in etwa ebenso breit. Ein wirklich reich gedeckter Tisch für Schmetterlinge und Bienen. Es umgibt ihn daher, gerade bei Sonnenschein, ein nicht zu überhörendes Brummen der Bienen und Hummeln.

riesiger Asternbusch in herbstlichem Lila (c) by Joachim Wenk
riesiger Asternbusch in herbstlichem Lila (c) by Joachim Wenk


Abermals die früh blühende Herbstchrysantheme, hier unter dem Laub der Sonnenblumen am Zaun. 

Herbstchrysanthemen (c) by Joachim Wenk
Herbstchrysanthemen (c) by Joachim Wenk

Herbstchrysanthemen (c) by Joachim Wenk
Herbstchrysanthemen (c) by Joachim Wenk


Und wieder steht eine vielblütige Sonnenblume am Zaun. Dieses Jahr ist es eine Braunblütige.
braune mehrblütige Sonnenblume (c) by Joachim Wenk
braune mehrblütige Sonnenblume (c) by Joachim Wenk


Die sehr großen Stockrosen sind seit längerem abgeblüht. Damit sie sich nicht unnötig aussähen und die Staude sich die Kraft des Samenbildens sparen kann, schneide ich die abgeblühten Blütentriebe immer ab. Dann sieht man im Beet nur noch an den Blütenstielresten, wo sie standen.  Mittlerweile haben sie wieder neue Blätter gebildet. Sie wappnen sich für die nächst Saison und sammeln Kraft.

Stockrosen treiben neu aus (c) by Joachim Wenk
Stockrosen treiben neu aus (c) by Joachim Wenk


Vor den Stockrosen wieder eine der hohen Astern. Sie blühen wirklich sagenhaft, sind aber so riesig, so daß sie immer umfallen, wenn sie nicht irgendwie gestützt werden. Und so richtig habe ich noch nicht das passende Material zum ordentlichen Stützen. So habe ich sie also eher zweckmäßig denn optisch ansprechend angebunden.
große Aster in herbstlichem Pink vor Bananenstaude (c) by Joachim Wenk
große Aster in herbstlichem Pink vor Bananenstaude (c) by Joachim Wenk


Apropos Stockrosen. Die Hybriden oder ausdauernden Stockrosen blühen bei mir immer später als die einfachen Stockrosen. Sie werden auch nicht so hoch. Hier die cremefarbene Sorte.
Alcea hybride Parkallee (c) by Joachim Wenk
Alcea hybride Parkallee (c) by Joachim Wenk


Die Bilder eben empfangen mich beim nach-Hause-kommen am Zaun und vor dem Haus. Auf dem Weg, die Treppen hoch zur Haustüre, folgen immer weitere schöne Gartenszenen. Hier blühen ganz ungezwungen Herbstanemonen und eine Dahlie. 

Herbstanemone und Dahlie (c) by Joachim Wenk
Herbstanemone und Dahlie (c) by Joachim Wenk


Oben direkt vor der Haustüre quillt das Beet auch geradezu wieder über.  Ich liebe es, wenn die Stauden so über die Begrenzung hinweg gaukeln. Leider ist hier nicht alles so gewachsen, wie es gepflanzt wurde. Mal sehen, wie das im nächsten Jahr wird. Aber wenigstens blüht es doch immer wieder irgendwo im Beet vor den Fliederbüschen und der Weigelie.

Färberkamille und Dahlie (c) by Joachim Wenk
Färberkamille und Dahlie (c) by Joachim Wenk

Ja diese Astern. Die beiden Farben in fliederfarben und dem herbstlichen Pink standen bei der Gartenübernahme im Garten. Ich habe sie damals geteilt und verteilt. Jetzt wachsen sie auch oben im Staudenbeet beim Gemüsegarten. Hier konnte ich sogar ein paar Besucher beim Abendessen beobachten. 

Asternblüten locken viele Insekten an (c) by Joachim Wenk
Asternblüten locken viele Insekten an (c) by Joachim Wenk

Asternblüten locken viele Insekten an (c) by Joachim Wenk
Asternblüten locken viele Insekten an (c) by Joachim Wenk

Asternblüte (c) by Joachim Wenk
Asternblüte (c) by Joachim Wenk

Weiter unten am Boden tummeln sich meine geliebten und robusten Storchschnäbel...

Geranium-Blüte im Herbst (c) by Joachim Wenk
Geranium-Blüte im Herbst (c) by Joachim Wenk

Geranium-Blüte im Herbst (c) by Joachim Wenk
Geranium-Blüte im Herbst (c) by Joachim Wenk



...und erneut blühendes Mutterkraut, das sich selbst aussät.

Mutterkraut blüht nochmal im Herbst (c) by Joachim Wenk
Mutterkraut blüht nochmal im Herbst (c) by Joachim Wenk


Das Staudenbeet insgesamt, ist dieses Jahr nicht sehr schön. Zumindest seit Juli hat es gelitten. Dann baute ich die Bewässerung ein, viele Stauden erholten sich, auch die Rosen wachsen wieder und haben Blüten. Dennoch ist es ein wenig desolat und zerzaust. Ich habe aber schon Stauden versetzt. Zum Beispiel standen die sehr hohen Stockrosen ganz vorne am Weg und dahinter konnte im Schatten überhaupt kein Grün aufkommen. Die sind jedenfalls schon verpflanzt und davor stehen jetzt neue Stauden. Mal sehen, wie es im kommenden Jahr wird.

Staudenbeet im  Herbst (c) by Joachim Wenk
Staudenbeet im  Herbst (c) by Joachim Wenk

Den Efeu am Haus schneiden wir zweimal im Jahr, weil er unbändig wächst. Jetzt im Herbst war es wieder so weit.  Weil er auch im Rohr zur Satelitenschüssel hochwucherte und überhaupt in und um die Dachrinne alles zu machte, sogar unter die Dachisolierung kroch, wurden wir nun etwas radikaler. Jetzt ist erst mal Luft am Hauseck. Das wird sich im kommenden Frühjahr allerdings rasch wieder ändern. 

gestutzter Efeu am Haus (c) by Joachim Wenk
gestutzter Efeu am Haus (c) by Joachim Wenk

Das ganze Efeugestrüpp zusammen mit vielem Staudenmaterial, das jetzt wieder anfällt, füllte rasch den Kompostsammelbehäter. Es mußte gehäckselt werden. 


grobes und verholztes Kompostmaterial vor dem Häckseln (c) by Joachim Wenk
 grobes und verholztes Kompostmaterial vor dem Häckseln (c) by Joachim Wenk


Aus all dem störrischen und zum Teil verholzten Material wurde fein zerfaserte Biomasse, die jetzt im Nu verrottet. Gäbe ich das Gestrüpp und die Staudenreste ungehäckselt auf den Kompost, so lägen sie nach 2 Jahre immer noch im Kompost. Das zeigte die Erfahrung der ersten Jahre.

grobes und verholztes Kompostmaterial nach  dem Häckseln (c) by Joachim Wenk
grobes und verholztes Kompostmaterial nach  dem Häckseln (c) by Joachim Wenk


Jetzt ist jedenfalls der im Sommer gebaute erste Paletten-Kompostbehälter endgültig voll. Voll war er ja schon des öfteren und immer bis zum nächsten Häckseln ist alles so weit zusammen gesackt, daß ich erneut Material einfüllen konnte. Jetzt ist aber Schluss. Würmer, Mikroorganismen und sonstige Lebewesen sollen den Haufen Biomasse jetzt fleißig umwandeln. Ab jetzt fülle ich den leeren Behälter daneben.

Paletten Kompostbehälter (c) by Joachim Wenk
eine Box ist voll und kann jetzt in Kompost umgewandelt werden (c) by Joachim Wenk


Freitag, 23. September 2016

Kann man die Amaryllis durch Samen vermehren?

Kann man wohl die schön blühenden Amaryllis vom Wohnzimmerfenster durch Samen vermehren?

"Yes, we can!", ja man kann!

Ich bin da ja selbst ganz erstaunt. Im Sommer ergab sich aus reinem Zufall und wieder einmal, gerade wegen einem etwas laxeren Gärtner-Stil (es muß nicht immer alles sofort oder noch eher geleckt und sauber und weggeräumt aussehen), ein Experiment.

Meine Amaryllis haben  wieder ganz wunderbar geblüht. Im Mai habe ich von meinen Amaryllis und ihrer besonderen Geschichte berichtet:



blühende Amaryllis im Mai (c) by Joachim Wenk
blühende Amaryllis im Mai (c) by Joachim Wenk
blühende Amaryllis im Mai (c) by Joachim Wenk
blühende Amaryllis im Mai (c) by Joachim Wenk

blühende Amaryllis im Mai (c) by Joachim Wenk
blühende Amaryllis im Mai (c) by Joachim Wenk


Aus Platzmangel stehen sie nicht im Wohnzimmer, sondern im Palmenhaus im Garten. Nach der Blüte schnitt ich nicht sofort alles Verblühte ab. Es dauerte nicht lange, da bildeten sich ganz dicke Knubbel an der ehemaligen Blüte. Es entwickeln sich anscheinend Samen. Jetzt war meine Neugier geweckt. Abgeschnitten wird jetzt erst recht nichts mehr.

Nach einer ganzen Weile öffneten sich  die mittlerweile vergilbten Knubbel und  hinterließen eine echte Sauerei am Tisch. Unmengen kohlrabenschwarzer flacher Pergamentteilchen in der Größe von Konfetti flatterten überall herum. Sind das die Samen? Platt wie Papier, ohne erkennbare Verdickung, die auf einen Keimling hinweisen könnte.

Samen der Amaryllis (c) by Joachim Wenk
Samen der Amaryllis (c) by Joachim Wenk


Vielleicht waren sie doch nicht bestäubt und oder diese Pflanzen sind gar nicht über Samen vermehrbar?  Das ist ja auch bei den Stauden immer wieder der Fall. Sicherheitshalber legte ich die Samen aber doch  in eine  Schale mit Anzuchterde.

Sie standen einfach so im Palmenhaus. Ich kippte hin und wieder etwas Wasser hinein. Dann kamen Keimlinge! Ganz viele winzige Amaryllis.


Amaryllis-Sämlinge (c) by Joachim Wenk
Amaryllis-Sämlinge Anfang August (c) by Joachim Wenk

eine komplette Amaryllispflanze mit winziger Knolle (c) by Joachim Wenk
eine komplette Amaryllispflanze mit winziger Knolle (
c) by Joachim Wenk


Mittlerweile müssen sie langsam wirklich pikiert werden. Ich kaufte winzige Blumentöpfe mit etwa 2 cm und 5 cm Durchmesser. Gestern nun kam ich endlich dazu, sie zu pikieren.

Amaryllissämlinge im September (c) by Joachim Wenk
Amaryllissämlinge im September (c) by Joachim Wenk

Amaryllissämlinge im September (c) by Joachim Wenk
Amaryllissämlinge im September (c) by Joachim Wenk

Was für kräftig Pflänzchen. Jedes hat eine winzige erkennbare Zwiebel bereits angelegt und die Wurzeln sind total kräftig. Leider habe ich nicht genug Töpfchen gehabt, so dass noch welche in der Saatschale verharren mussten. Ich kaufe aber noch Töpfchen. Diese schönen Pflänzchen sind mir einfach zu schade zum Entsorgen.

Jetzt bin ich wirklich gespannt, wie sie weiter wachsen und wann und ob sie einmal blühen werden. So super, wie das aber bisher alles läuft, bin ich mir sicher, daß man also tatsächlich seine Amaryllis durch selbst gezogenen Samen vermehren kann. Ich werde euch auf dem Laufenden halten, wenn die ersten Blüten erscheinen.












Montag, 19. September 2016

Herbststimmung

Es ist ein Samstag morgen, mitten im September. Nach ein paar  Tagen in der Ferne auf einem Kongress, erwache ich wieder im eigenen Bett und draußen ist es trübe. 

Es gibt die nächsten Tage keinen Sonnenschein, das sehe ich sofort. Leichter Nieselregen fällt, als gehe einer mit einem riesigen Topfpflanzensprüher übers Land. Wind weht und das Thermometer zeigt knapp über 10°C. Mehr als 13 °C werden aus auch so schnell nicht wieder. 

Es ist traumhaft. Ich merke, wie erleichtert und heiter gestimmt ich bin. Wie dringend war doch der Regen und die Abkühlung notwendig. Nichts hält mich davon ab, mit langer Hose, Pullover und Vliesjacke im Garten zu werkeln. 

Noch immer müssen einige Stauden der letzten Lieferung in den Boden.  Aber trockenheitsliebende Gewächse, die zwangsweise in großen Blumentopfuntersetzern, gefüllt mit Wasser stehen? Das war nötig, damit sie die Tage an denen ich die letzte Zeit immer wieder unterwegs war bei deutlich über 30°C und blauem Himmel überstehen. Wasser im Untersetzer allerdings ist für sie ja auch Gift. Welches Gift wähle ich also, zu viel Wasser oder verdursten lassen? Diese Frage ist nun vorüber. Sie kommen, zusammen mit den gestern auf der Heimfahrt in einem riesigen Gartencenter gekauften Stauden, in den Boden. 

Der Boden ist ein Traum. Locker, braun und voller Regenwürmer. Vor gerade mal einem Tag war er noch hart und trocken und leblos. Die Pflanzen im Garten erholen sich. Die Fliederbüsche entrollen ihre Blätter wieder und sehen grün, statt ockerfarben aus. 

Und ja, es hat jeder Moment im Garten etwas Schönes. Wenn man Garten und Natur liebt, liebt man auch solches Wetter, gerade nach dem vorangegangenen Wetter. 

Wie sehr ich das alles genieße und mit meinen Pflanzen aufatme könnt ihr in den Fotos sehen. Alles naß, trist, kalt und ohne Sonne, aber dennoch schön finde ich. 


Herbststimmung (c) by Joachim Wenk
Herbststimmung (c) by Joachim Wenk

Herbststimmung (c) by Joachim Wenk
Farbe trotz Regen (c) by Joachim Wenk
Das patagonische Eisenkraut hat sich wirklich üppig selbst ausgesät und die Mutterstaude ist selbst auch erfolgreich über ihren ersten Winter gekommen.
patagonisches Eisenkraut (c) by Joachim Wenk
patagonisches Eisenkraut (c) by Joachim Wenk



Herbst im Beet (c) by Joachim Wenk
Herbst im Beet (c) by Joachim Wenk

Regentropfen auf Rosenblättern (c) by Joachim Wenk
wie lange hatten wir solche Bilder schon nicht mehr im Garten.... (c) by Joachim Wenk


Das Zimbelkraut gab es auch als Staude im Gartencenter. Ich mag es sehr.  Es samt sich leicht selbst aus und ist dann überall. Keine Mauerfuge, wo es nicht noch Lebensraum finden würde. Und die Blüten sind zwar wirklich winzig, aber wenn man sich zu ihm hinab kniet und Aug' in Aug' mit seinen Blüten ist, kann man sie wirklich ob ihrer Farbgebung, Farbverlauf und Form bewundern.

Es kommt mir sehr wenig an Nahrung und Wasser aus. Bekommt es mehr davon, wächst es auch mehr. Hier zum Beispiel im Topf der Washingtonia.

Zimbelkraut erobert Washingtonia Palme (c) by Joachim Wenk
Zimbelkraut erobert Washingtonia Palme (c) by Joachim Wenk

Zimbelkraut erobert Washingtonia Palme (c) by Joachim Wenk
Zimbelkraut erobert Washingtonia Palme (c) by Joachim Wenk


Manche Blüten sehen aus, als würde ihnen die nasse Dusche nicht wirklich gefallen. Aber das ist nur eine Momentaufnahme. Sobald man sich wegdreht und sie unbeobachtet sind, schütteln sie sich kurz, wie mein Hund nach dem Bad im Weiher, und stehen im nächsten Moment aufrecht strahlend im Beet. Seht ihr nicht, wie sie einen anschielen und darauf warten, dass man wegguckt?

regennasse Herbstblüten (c) by Joachim Wenk
regennasse Herbstblüten (c) by Joachim Wenk


Mit den Herbstchrysanthemen, im Frühjahr gepflanzt, habe ich meine Blühsaison noch einmal deutlich verlängert. Oben die  hübschen altrosa-farbenen sind frühe Blüher und liefern bereits jetzt Farbe in die Beete. Dann habe ich noch ein paar wirklich späte genossen gepflanzt. Blütezeit Oktober-November. Also mal ehrlich, es gibt nicht viele Stauden, die diesen Aufdruck am Etikett haben. Über und über sind sie mit Knospen besetzt und warten wirklich bis sonst alles um sie herum verblüht und vergangen ist. Dann werden sie auftrumpfen und noch einmal für Farbe im Grau und Nebel sorgen.

gewappnet fürs  Blühen im ganz späten Herbst, die Herbstchrysanthemen (c) by Joachim Wenk
gewappnet fürs  Blühen im ganz späten Herbst, die Herbstchrysanthemen (c) by Joachim Wenk


Ihre Saison hingegen geht bald zu Ende. Die Kübelpflanzen werden nicht mehr all zu lange draußen bleiben können. Die Cassia allerdings kümmert sich da nicht drum. Sie blüht und blüht und leuchtet und leuchtet. Eine wirklich sehr pflegeleichte und ausdauernde Blüherin in erstaunlichem Gelb.


Cassia in voller Blüte (c) by Joachim Wenk
Cassia in voller Blüte (c) by Joachim Wenk

Im großen Staudenbeet habe ich erste Stauden verpflanzt (die großen Stockrosen, die vorne statt hinten im Beet standen) und neue gepflanzt. Der Boden auch hier ist schön locker, jetzt feucht und belebt. Es fehlte eben das Wasser. Nach dem Beginn meines intensiven Gießens sproß auch hier vieles und jetzt mit dem Regen wird noch mal richtig geblüht.

Dahlienblüte (c) by Joachim Wenk
Dahlienblüte (c) by Joachim Wenk

Das ist schon komisch, wie man manches erst am Foto so richtig sieht und nicht schon direkt im Garten. Während ich diese Zeilen schreibe merke ich, daß mein Farbschema für das Beet ja tatsächlich auch jetzt im Herbst noch voll eingehalten wird.

rose-weiß-farbenes Staudenbeet im Regen (c) by Joachim Wenk
rose-weiß-farbenes Staudenbeet im Regen (c) by Joachim Wenk

rose-weiß-farbenes Staudenbeet im Regen (c) by Joachim Wenk
rose-weiß-farbenes Staudenbeet im Regen (c) by Joachim Wenk


Die Kletterrose bringt mir doch tatsächlich, wegen dem Gießen, nicht nur neue Triebe sondern auch ein paar weitere Blüten.

Rosenknospe an der Kletterrose (c) by Joachim Wenk
Rosenknospe an der Kletterrose (c) by Joachim Wenk

Die Strauchrose Parfum de l'hay , im Frühjahr gepflanzt, zweimal geblüht, schiebt auch nach wegen dem Wasser durchs gießen neue Triebe. Ich kann mein erstaunen gar nicht oft genug ausdrücken. Es fehlt "einfach nur" an Wasser. Weder an Dünger noch an sonstigen Bodenveränderungen. Überall, wo ich konsequent anfing zu bewässern, egal wie viel Aufwand es manchmal  machte, fingen die Stauden und Rosen und sogar Säulen-oder Spalierobstbäume an zu treiben und munter zu wachsen. 

Strauchrose treibt nach Trockenheit wieder aus (c) by Joachim Wenk
Strauchrose treibt nach Trockenheit wieder aus (c) by Joachim Wenk

Bevor ich in den Gemüsegarten gehe, noch ein Bild vom wieder stark gewachsenen Hausbaum mit Buchsrondell.

Baumhaselnuß mit Buchs-Rondell (c) by Joachim Wenk
Baumhaselnuß mit Buchs-Rondell (c) by Joachim Wenk



Von den beiden Spalierbäumen, die ich im April erst eintriebig gepflanzt habe.

Apfelspalier im ersten Jahr (c) by Joachim Wenk
Apfelspalier im ersten Jahr (c) by Joachim Wenk


Und vom Weinberg, dessen Triebe im nächsten Jahr die ersten Trauben bringen werden.

Weinberg im Herbst (c) by Joachim Wenk
Weinberg im Herbst (c) by Joachim Wenk


Im Gemüsegarten blüht diese vielblütige Sonnenblume.

mehrblütige Sonneblume im Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
mehrblütige Sonneblume im Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk

Und im Gemüsegarten sieht es im Moment wirklich sehr ungepflegt und chaotisch aus. Selbst auf dem angrenzenden Weg herrscht Chaos. 



überall verbreiten die Amseln Unordnung (c) by Joachim Wenk
überall verbreiten die Amseln Unordnung (c) by Joachim Wenk

Das hier ist ein Weg aus Waschbetonplatten. Gut der wuchernde Gemüsedschungel ist ja noch ganz hübsch aber der Rest. Jeder Weg ist zugemüllt, als hätte ich den Mulch nicht in die Beete sonder ebenfalls flächendeckend auf alle festen und getrampelten Pfade oder Wege verstreut. 

überall verbreiten die Amseln Unordnung (c) by Joachim Wenk
überall verbreiten die Amseln Unordnung (c) by Joachim Wenk

Ich habe das zusammenkehren längst gelassen, das es wenige  Stunden danach wieder so aussieht. Aber was nützt der ganze Ärger, wenn man weiß woher es kommt. Immerhin sind sie ja auch während meiner Gartenarbeit überall ständig zu Gange. Und ich kann ihnen nicht böse sein. Es sind die Amseln. Sie sehen abgemagert aus, zerzaustes ungepflegtes Geflügel mit kahlen Stellen. Nach monatelanger Trockenheit und unerträglicher Hitze sind sie einfach am Ende. Ausser bei  mir in den Gemüsebeeten finden sie ja weit und  breit kein Fleckchen feuchte Erde, in dem man nach leckeren Würmern scharren könnte. Und erst eine Pfütze zum Trinken? Nichts ist zu finden. Ausser eben bei mir im Garten. Dafür, daß sie mir alles so zerzausen habe ich ihnen auch noch eine Schale mit immer frischem Wasser hingestellt. Wie sollen sie sich da auch was anderes zum Graben suchen? 

Wahrscheinlich ist die Feuchtigkeit in den Beeten auch wirklich der Grund, warum ich so unsagbar viele Frösche aller Größen und Farbgebungen überall im Garten habe. Ich kann in keinem Beet, sogar nicht im Erdbeerfaß oder am Kompost, etwas machen, bewegen, ernten, aufklauben oder sonst etwas, ohne einen Frosch auf zu scheuchen. Letzthin hoppelte einer, als ich mit der Gießbrause im Garten stand, an mir vorbei immer ordentlich auf dem Weg durch die Gemüsebeete. 

Ich erschrecke dummerweise leicht und so auch jedesmal, wenn es wo raschelt und springt, während ich mich gerade bücke oder etwas im Beet schaffe. Heute am verregneten und daher sehr ruhigen Tag im Garten, erschrak ich schon wieder. Ich gieße gerade das Erdbeerfass (es steht unterm Walnußbaum und ist ganz trocken von den letzten Tagen, da muß auch heut bei Regen wieder die Brause her) und wieder raschelt es hinter mir. Boa, was für ein riesiger Frosch. Mindestens 25 cm lang und über und über mit Stacheln bewaffnet. Nein! Natürlich ist es diesesmal eben kein Frosch sonder der Igel, den ich schon immer unterm Brennholzstapel habe grunzen hören, machte seine Runde.  Auch er hat natürlich hohen Bedarf an Wasser und Nahrung für seinen Winterspeck. Nahrung bei der vergangenen Dürre war natürlich sehr knapp. Wasser hatte er ja durch meine aufgestellten mit Wasser gefüllten Blumentopfuntersetzter. 

Und wo ich doch gerade so über die Nahrung der armen Mitbewohner spreche, schwenke ich gleich mal zu meiner Nahrung über. 

Reifendes Obst und Gemüse im Herbst sieht ebenfalls bei Regen schön aus. So kommt die Jahreszeit, eben der Herbst, deutlich zur Geltung. 




reifende Birnen am Säulen-Obstbaum (c) by Joachim Wenk
reifende Birnen am Säulen-Obstbaum (c) by Joachim Wenk


Weißkraut für Sauerkraut im Winter (c) by Joachim Wenk
Weißkraut für Sauerkraut im Winter (c) by Joachim Wenk

Rotkohl wird eingekocht für leckere Bratenbeilage (c) by Joachim Wenk
Rotkohl wird eingekocht für leckere Bratenbeilage (c) by Joachim Wenk

Brokkoli für köstliche vegetarische Gerichte (c) by Joachim Wenk
Brokkoli für köstliche vegetarische Gerichte (c) by Joachim Wenk



Im Erdbeerfaß wird noch immer fleißig geblüht.  Die immertragende Sorte Ostara liefert gerade wieder einen neuen Schwung großer und sehr süßer, aromatischer Erdbeeren. Frische Erdbeeren Mitte September ist nicht üblich und daher genießen wir die Früchte meist gleich frisch vom Beet. 

dauertragende Erdbeeren (Ostare) tragen noch im September (c) by Joachim Wenk
dauertragende Erdbeeren (Ostare)
 tragen noch im September (c) by Joachim Wenk

Gemüsegarten im im September (c) by Joachim Wenk
Gemüsegarten im im September (c) by Joachim Wenk

Gemüsegarten im im September (c) by Joachim Wenk
Gemüsegarten im im September (c) by Joachim Wenk


Gemüsegarten im im September (c) by Joachim Wenk
Gemüsegarten im im September (c) by Joachim Wenk


Chinakohl (c) by Joachim Wenk
mein erster Chinakohl (c) by Joachim Wenk


Diese eine Reihe Tomaten war von Anfang an immer welk. Irgendwas ist hier aber wirklich im Boden, denn die gleich Sorte in der Reihe daneben ist grün und wächst stark. Gegossen sind alle gleich. Jedenfalls hat die Hitze sie gänzlich kaputt gemacht. Ansonsten aber tragen die Tomaten weiter sehr sehr reichlich und mit irre süßen Früchten in diesem Jahr.

Tomaten im September  (c) by Joachim Wenk
Tomaten im September  (c) by Joachim Wenk


Die reifende Blauhilde in blassem Lila mit dem gelblich verdorrten Laub ist doch auch ein typisches Bild des Herbstes. 
Herbstfarben (c) by Joachim Wenk
Herbstfarben (c) by Joachim Wenk



Sattgrün dagegen stehen Winterlauch, Möhren und Sellerie im Beet.

Möhren, Lauch und Sellerie für den Wintervorrat (c) by Joachim Wenk
Möhren, Lauch und Sellerie für den Wintervorrat (c) by Joachim Wenk


Im abgeernteten Kartoffel-Hochbeet wächst die letzte Generation Kopfsalat und Rucola heran. Weil über dem Hochbeet diese Stangen dazu geliefert wurden, nutze ich das gleich, um ein Gemüsenetz-Zelt zu spannen. Vielleicht das einzige Beet, in dem die Amseln nun wirklich draußen bleiben müssen und mir meine zarten Salatpflanzen nicht zerrupfen dürfen.

Außen herum ist Gründünger (Phacelia und Buchweizen) aufgelaufen.

Salat und Rucola (c) by Joachim Wenk
Salat und Rucola (c) by Joachim Wenk