Montag, 8. August 2016

Reifes ernten, Neues pflanzen und dann kommen langsam die letzten Aussaaten für diese Saison


Es ist gerademal Anfang August und doch merkt man als wacher Beobachter und Wahrnehmender schon die veränderte Kraft der Sonne. Es ist sehr warm gewesen und doch irgendwie anders warm als im Juni und Juli. Auch abends ist es deutlich spürbar, wie rasch jetzt die Tage wieder kürzer werden. 

Und so geht ein arbeitsreiches aber schönes Spätsommerwochenende zu Ende. 

Im Garten unten am Dorfweiher hat das Unkraut das Regiment übernommen. Die Lupinen als Gründünger haben geblüht und sind jetzt ganz unter dem Unkraut verschwunden. Der Sweet Dumpling Kürbis wächst mächtig und rankt sich über das Unkraut hinweg, den stört der Wildwuchs nicht. Genau wie die Pattisonkürbisse, von denen ich schon regelmäßig ernte, während oben bei mir im Garten nur männliche Blüten blühen. An den gleichen Pflanzen wie hier unten, und auch die Blätter sind viel weicher und heller, als hier im Weihergarten. Es ist einfach irgend etwas nicht in Ordnung bei  mir oben im Garten. Nur was? Die Bodenuntersuchung hatte da ja auch nicht wirklich ein Ergebnis gebracht. 

Buschbohne Sanguigno und Pattison gelb und weiß (c) by Joachim Wenk
Buschbohne Sanguigno und Pattison gelb und weiß (c) by Joachim Wenk


Der gelbe Pattison-Kürbis brachte als erster reife, zarte junge Kürbisfrüchte hervor.

Pattison gelb  (c) by Joachim Wenk
Pattison gelb  (c) by Joachim Wenk


Geschält und in Scheiben geschnitten werden sie paniert und in der Pfanne gebraten. Dazu ein paar frische Bohnen und etwas gedünsteter Fisch in Petersiliensauce. Ein leichtes und schmackhaftes Sommergericht. Der Pattison eignet sich für das Panieren und Braten besser, als Zucchini, weil er eine fester Konsistenz hat und die auch behält. Zucchini wird dabei gern matschig und weich finde ich.
Pattison-Kürbis paniert in der Pfanne (c) by Joachim Wenk
Pattison-Kürbis paniert in der Pfanne (c) by Joachim Wenk


Die Buschbohnen meiner Lieblingssorte Sanguigno sind sehr gut gewachsen. Da das eine wirklich stark wachsende Sorte ist, hat sie mit dem etwa hüfthohen Unkraut schön mithalten können und nutzt es gar als Stütze. Die erste Ernte heute ergab 2200g herrlicher Bohnen. Die habe ich gleich geschnippelt und eingefroren, weil zum Einkochen leider keine Zeit war. Abends hatten wir noch was vor und am Montag komme ich auch nicht dazu. Also blieb nur das rasche Einfrieren.

Im Foto zu erkennen sind die Buschbohnen in der Reihe. Aber nur das geübte Gärtnerauge kann sie wohl unter all dem Unkraut finden. Das sieht sehr chaotisch aus und ist mehr Wildnis, als Gemüsebeet. Dennoch macht das den Bohnen überhaupt nichts aus. So eine gute Ernte hatte ich in den unkrautfreien Beeten meines Gemüsegartens bislang noch nicht.

(c) by Joachim Wenk
meine Buschbohnen - wer findet sie??? (c) by Joachim Wenk
 So ist der ganze Garten zugewuchert. Da habe ich dann im Herbst und vor allem im Frühjahr wirklich einen Berg Arbeit vor mir. Mit der Sense muß alles abgemäht und mit der Motorhacke untergearbeitet werden. Dann muß ich irgendwie im Frühjahr das Auflaufen der Unkräuter unterbinden. Mehrmals die Woche mit der Pendelhacke durchziehen? Mit Wellpappe flächendeckend mulchen (sieht nicht gut aus), schwarze Mulchfolie auslegen (sieht ebenfalls nicht gut aus) oder was sonst noch ginge und mir nur noch nicht eingefallen ist. Es muß ein Kompromiss sein aus verträglicher Optik und Arbeitsaufwand. Da muß ich durch und dieses Jahr habe ich einfach zu spät im Jahr den Garten übernommen und die damals dort bestehende Wiese (nicht Rasen) untergeackert.

Der Weihergarten ein Meer an Unkraut und Wildwuchs (c) by Joachim Wenk
Der Weihergarten ein Meer an Unkraut und Wildwuchs (c) by Joachim Wenk

Die Einlegegurken Vorgebirgstrauben haben mir etliche Gläser milchsauer eingelegte Gurken beschert und sind nun, wie die meisten  Gurken auch oben im Garten, vom Mehltau oder was es ist heimgesucht und kaputt gegangen. Schade, immer das Gleiche. Sie hängen voller kleiner Gürkchen, haben unzählige Blüten und sind dann binnen einer Woche kaputt. Es ist einfach zu heiß und zu trocken.


Die Gurken sind abgestorben aber die Pattisons sind noch gut im Rennen (c) by Joachim Wenk
Die Gurken sind abgestorben aber die Pattisons sind noch gut im Rennen (c) by Joachim Wenk

und wie üblich:  ein wenig Regen wäre wirklich  kein Fehler (c) by Joachim Wenk
und wie üblich:
ein wenig Regen wäre wirklich  kein Fehler (c) by Joachim Wenk


Im Gemüsegarten oben wartet auch alles nach wie vor und vergebens auf Regen. Die Gieß-Zeit langt nur für das Nötigste. Nächstes Jahr lege ich hier wirklich auch überall Bewässerung. So kann das nicht weiter gehen. 

Und immer mehr komme ich zu der Überzeugung, dass das schlechte Wachstum beim Gemüse nicht daran liegt, daß zu wenig Dünger im Boden ist oder, wie damals die Analysen ergaben, zu wenig Stickstoff. Es fehlt schlicht am Wasser. Hier zum Beispiel die Dahlie. Eine große Sorte namens Sir Alfred Ramsey. Sie hing immer schlapp in den Seilen. Daher mußte ich sie konsequent gießen. Das Ergebnis sieht nicht nach einem düngerlosen Boden aus oder? Sie ist über 190 cm hoch und die Blüte hat eine Durchmesser von mindestens 25 cm. Als Dünger kam nur im Frühjahr etwas Kompost aufs Beet und ich glaube einmal hat sie Brennesseljauch abbekommen.

Dahlie Sir Alfred Ramsey (c) by Joachim Wenk
Dahlie Sir Alfred Ramsey (c) by Joachim Wenk

Dahlie Sir Alfred Ramsey (c) by Joachim Wenk
Dahlie Sir Alfred Ramsey (c) by Joachim Wenk


Auch die Stockrose hier im Gemüsebeet wächst und blüht kräftig, während Kohlraben, Salat und Brokkoli kümmern. Die Stockrose wurzelt tief und kommt an das wenige Wasser im Boden heran. Die Gemüseplanzen nicht, daher kümmern sie.

Stockrose im Gemüsebeet (c) by Joachim Wenk
Stockrose im Gemüsebeet (c) by Joachim Wenk

Die neue  Tropfbewässerung im Gemüsegarten lief nun seit Mittwoch etliche Stunden. Es hatte auch ein klein wenig geregnet. Das allerdings war schnell wieder vom Wind und der Sonne weggeschleckt. Ein wenig feucht war aber der Boden im Gemüsegarten und so kamen endlich der Endivien und der Chinakohl ins Beet. Winterrettiche habe ich gesät und nochmal Radieschen. 

Herbstgemüse Endiviensalat (c) by Joachim Wenk
Herbstgemüse Endiviensalat (c) by Joachim Wenk
Herbstgemüse Chinakohl (c) by Joachim Wenk
Herbstgemüse Chinakohl (c) by Joachim Wenk

Schließlich nahm ich mir meine Aussaattabelle vor und überlegte, was wohl an Herbstsaaten (jawohl Herbst!)  noch zu machen wäre. Salat kam also in die Topfplatte, Rucola und Feldsalat. Ich habe gelesen, daß der gut so vorgezogen und dann ausgepflanzt werden kann. Im Text machten sie dieses, um besser das Unkraut hacken zu können zwischen den Tuffs an Feldsalatpflanzen, die so in die Reihen im Beet kommen. Besser als in Reihensaat bei der man in der Reihe wieder schlecht das Unkraut heraus bekommt. Das Problem kam mir bekannt vor und so fand ich die Idee gut. Außerdem, und da sind wir wieder beim trockenen Boden, ist mir im Herbst nie  Feldsalat gekeimt, den ich hätte überwintern können oder im Herbst noch ernten. Ich bekam den Boden einfach nicht gleichmäßig feucht genug. Jetzt probiere ich es einmal so. Wird schon klappen. 

Herbstsaate für's Gemüsebeet werden gemacht (c) by Joachim Wenk
Herbstsaate für's Gemüsebeet werden gemacht (c) by Joachim Wenk


Während ich mit der Gartenarbeit beschäft war, hat Volker angefangen, den Hüttenzauber, unseren Partyraum zu streichen. Zwei Jahre genau ist der Umbau und die Fertigstellung nun vorüber. Beinahe haben wir uns an das triste Grau des Putzes gewöhnt. Am meisten viel mir das aber hier auf  Fotos in meinem Blog auf. Das machte sich nicht gut.

Jetzt ist der neue Anstrich vorhanden. Fehlt nur noch die etwas dunklere Umrandung der Fenster und Türen. Dann hat der Hüttenzauber ein fertiges neues Gesicht bekommen.
Der Hüttenzauber erhält einen Anstrich (c) by Joachim Wenk
Der Hüttenzauber erhält einen Anstrich (c) by Joachim Wenk


Wenn das abgeschlossen ist, kommt die benachbarte Werkstatt mit einer gründlichen Renovierung, Isolierung und ebenfalls neuer Front an die Reihe.

Der Hüttenzauber mit seinem fast fertigen Anstrich (c) by Joachim Wenk
Der Hüttenzauber mit seinem fast fertigen Anstrich (c) by Joachim Wenk





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