Montag, 29. August 2016

Frösche lieben trockene Hitze...

Nicht mehr als 10°C Tagestemperatur und das  Ende August!

Du meine Güte, da fröstelt es mich ja schon beim Lesen.

Gerade haben wir sogar nachts doppelt so hohe Temperaturen und tagsüber zerlaufen wir in der herbstlichen Sonne bei immer über 30°C. So krass unterschiedlich können also Augustwochen ausfallen. Hätte ich es nicht 2014 im Tagebuch notiert, würde ich mich da heute  nicht daran erinnern können.

Die Wärme lässt im Garten noch einmal vieles so richtig wachsen. Erst recht, wo ich jetzt immer mehr weiß, warum es in meinem Garten nicht wuchs. Der Wassermangel war schuld. Wenn ich richtig regelmäßig und sehr sehr ausgiebig gieße, dann wuchert es. Wenn ich ein wenig schludere mit dem Gießen, dann verharrt es in einer sehr kleinen Größe und wenn ich nicht gieße, stirbt es. So könnte man das zusammenfassen.

Als Beweis und zur Veranschaulichung habe ich ein paar Fotos geschossen und zusammengetragen.

Der uralte  Asternbusch am Zaun sieht heute so aus. Etwa 160 cm hoch, genauso breit und über und über mit Knospen besetzt.


große Asternstaude (c) by Joachim Wenk
große Asternstaude (c) by Joachim Wenk

Im Juni sah er so aus. Etliche der verwelkenden Triebe sind braun geworden und abgestorben. Was war geschehen? Früher wurde er nie gegossen und hat so, viele Jahre überlegt. Jetzt aber ist es derart trocken in meinem Garten, dass ohne Gießen alles eingeht.  Hier im Beet lagen Schwitzschläuche, die aber marode waren. Im März entfernte ich sie und hoffte auf einen normalen Sommer. Das Ergebnis seht ihr im Bild. Weil gerade nichts anderes greifbar war, verlegte ich einen Spritzschlauch im Beet und lasse den seither an vier Tagen die Woche je früh und abend 30-40 Minuten laufen. Sofort erholte sich alles und wächst und gedeiht. Leider auch der Giersch, aber das ist ja ein anderes Thema.

große Asternstaude ohne Gießwasser(c) by Joachim Wenk
große Asternstaude ohne Gießwasser(c) by Joachim Wenk

Die mit der neuen Tropfschlauchbewässerung versorgten beiden Beete im Gemüsegarten haben sich derart schnell erholt, daß ich nur mit dem Kopf schütteln kann. Weil ich merkte wie wichtig wirklich das regelmäßige intensive Gießen ist, beregnete ich mangels Tropfschlauch auch den Kohl im anderen Beet. So große Kohlköpfe hatte ich noch nie und es ist noch nicht mal Erntezeit. Die können noch zulegen.

prächtige Kohlköpfe dank Beregnung (c) by Joachim Wenk
prächtige Kohlköpfe dank Beregnung (c) by Joachim Wenk

Die neu gepflanzten Apfelspaliere wuchsen seit der reglmäßigen und  intensiven Bewässerung eine ganze Etage nach oben am Spaliergerüst. 

Apfelspalierbäumchen (c) by Joachim Wenk
Apfelspalierbäumchen (c) by Joachim Wenk

Apfelspalierbäumchen (c) by Joachim Wenk
Apfelspalierbäumchen (c) by Joachim Wenk

Das rosa Brandkraut neben besagten Asternbusch fraßen letztes Jahr die Schnecken beinahe zu Tode. Dann verdorrten auch sie und dieses Jahr trieb es vorsichtig aus. Ein Blütenstängel erfreute das Gärnterherz. Dann wurde es wieder weniger an Grünzeug und ich dachte, es zieht vielleicht ein. Ganz am Boden sah ich Triebspitzen, die aber nicht durchschoben, weil dort der Spritzschlauch irgendwie nicht hin spritzte und es sehr trocken war konnte es nicht wachsen. Der Standort gefiel mir ohnehin nicht mehr und so grub ich es aus.

rosa Brandkraut (c) by Joachim Wenk
rosa Brandkraut (c) by Joachim Wenk


Im ebenfalls durch Spritzschläuche versorgten Fliederbeet fand es eine neue Heimat. Ein paar Tage später traute ich meinen Augen nicht. So groß und kräftig kannte ich diese Staude nicht, wie sie hier in den wenigen Tagen heran wuchs. Nur, weil es hier feucht war. 

rosa Brandkraut (c) by Joachim Wenk
rosa Brandkraut (c) by Joachim Wenk

Leider reicht die tägliche Gießzeit nicht aus, um auch die großen Rasenflächen zu bewässern. Zudem habe ich Sorge, daß dann auch das Wasser knapp werden könnte. So haben wir eben wieder einen Rasen in angenehmen Ockertönen mit unangenehmer Akkupunkturwirkung auf die baren Fußsolen beim darüber Laufen. Leider wird dieser Anblick die nächsten Wochen und Monate so bleiben. 

der Rasen ist auch vertrocknet  (c) by Joachim Wenk
der Rasen ist auch vertrocknet  (c) by Joachim Wenk

der Rasen ist auch vertrocknet  (c) by Joachim Wenk
der Rasen ist auch vertrocknet  (c) by Joachim Wenk

Dabei sieht er in sattem Grün doch viel besser aus.

 (c) by Joachim Wenk
der Rasen  kann auch grün sein...(c) by Joachim Wenk

Noch viele weitere Beobachtungen zum Wachstum bei regelmäßigem gründlichen Gießen konnte ich in den letzten Wochen machen. Ich bin trotz Trockenheit beinahe schon erleichtert, vielleicht endlich das Problem gefunden zu haben. Wachstumsstockungen bezeichnete ich das immer, daß im Beet nichts wächst und erst im Herbst, wenn die Saison dann zu Ende ist, das Wachstum munter beginnt. Es liegt daran, daß bei mir im Garten ab Ende Juni das Wasser fehlt und erst Ende Oktober wieder kommt. Dazwischen war es immer, ganz besonder dieses und letztes Jahr, glühend heiß, ewig stürmisch und monatelang ohne Regen. Leider kann das Wachstum im Frühjahr nicht vor April richtig beginnen, weil wir es lange kalt haben,was auch wieder durch den ewigen Wind unterstützt wird. Ich habe schon Stimmen gehört, daß ich nicht dauernd jammern soll, in Südfrankreich ist im Sommer auch alles vertrocknet. Das mag sein, aber dort beginnt die Wachstumsperiode im Jahr auch nicht im April sonder ein paar Monate früher und bis im Sommer alles verdorrt, ist die erste Ernte schon eingefahren, während ich gerade erst richtig mit Sähen oder Pflanzen loslegen kann. Meiner Meinung nach ist Südfrankreich und Mittelfranken auf 460 Hm nicht zu vergleichen. 

Ich werde jedenfalls Tropfschläuche installieren im kommendne Jahr, das steht fest. 

Eine weitere Beobachtung möchte ich aber auch noch weiter geben. Hitze und Trockenheit sind gut für Frösche. Oder? 

Also ich jedenfalls beobachte immer mehr und mehr Frösche. Fast auf Schritt und Tritt erschrecken und begleiten sie mich. Ob ich nun gebückt eine Zucchini ernte oder weit nach oben ausgestreckt nach den Himbeeren ganz oben schnappe. Ob ich meine Kübelpflanzen gieße oder den Kompost wässere. Auch beim Unkrautrupfen im Gewächshaus oder beim Befüllen des Wasserfasses für die Bewässerungsanalge. Immer sitzt irgendwo ein Frosch oder eine Kröte. Meist hüpfen sie angestrengt weg und verhelfen mir zu Herzrasen bei  meiner in meditativer Versunkenheit ausgeführten Gartenarbeit. 

Vielleicht ist es nur eine verklärte Träumerei von mir:  Mein durch das regelmäßige Gießen den Fröschen als feuchte Oase erscheinender Garten im Meer der Dürre außen herum, lockt sie gerade zu an und gibt ihnen Schutz und Erfrischung.  

Oder weiß jemand, warum die sich alle bei mir versammeln und laufend mehr werden? Ich hätte eher gedacht, daß Eidechsen so ein Klima mögen und nicht Frösche und Kröten. Aber so täuscht man sich als Laie eben immer wieder. 

Jedenfalls freut es mich, daß mein Biogarten auch wirklich Bio ist und leben anlockt und fördert. 

kleiner Frosch im Untersetzer einer Topfplatte im Gewäschshaus (c) by Joachim Wenk
kleiner Frosch im Untersetzer einer Topfplatte im Gewäschshaus (c) by Joachim Wenk


Großer Frosch hüpfte aus der Zucchinpflanze (c) by Joachim Wenk
Großer Frosch hüpfte aus der Zucchinpflanze (c) by Joachim Wenk


Kröte im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
Kröte im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk

Laubfrosch am Wasserfass im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
Laubfrosch am Wasserfass im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen