Freitag, 12. August 2016

Ein paar Eindrücke und Beobachtungen aus dem Landgarten im August.

Der Sommer macht jetzt auch bei uns hier eine kleine Verschnaufpause. Es hat vergangene Nacht tatsächlich auch einmal geregnet. 7 Liter pro Quadratmeter zeigte heute der Regenmesser an. Das macht mich überglücklich. Kalt ist es aber geworden. Tagsüber nicht über 15 Grad und Nachts unter 9 Grad. Das ist wirklich frisch. Weil es morgen wieder Sommer werden soll, mit 26 Grad, muß ich mir um meine Tomaten  wohl auch keine Sorgen machen. Hoffe ich jedenfalls. 

Die Triebspitzen hingen  jeden Tag ganz schlapp in der Sommersonne trotz Gießen. Das Kraut ist aber noch gesund und die ersten bereits geernteten Tomaten für die Brotzeit schmeckten köstlich. Wenn nichts dazwischen kommt werde ich wohl noch eine Menge ernten können. Schließlich muß wieder für das ganze Jahr Tomatensauce eingekocht werden. Die Vorräte vom letzten Sommer sind seit kurzem erschöpft. 

reifende Freilandtomaten (c) by Joachim Wenk
reifende Freilandtomaten (c) by Joachim Wenk


reifende Freilandtomaten (c) by Joachim Wenk
reifende Freilandtomaten (c) by Joachim Wenk

reifende Freilandtomaten (c) by Joachim Wenk
reifende Freilandtomaten (c) by Joachim Wenk

Weil ich jeden Monat einmal ein Foto vom gesamten Gemüsegarten mache, inklusive Panoramabild, tat ich das die Tage auch wieder. Im Winter oder gerade im Frühjahr, wenn alles absolut leer und eindimensional flach ist, faszinieren mich diese Fotos vom Sommer dann immer besonders. 

Ich muß selbst sagen, daß man diesen Fotos die arge Trockenheit und den Wassermangel nicht ansieht. Das überrascht mich ganz. Das Malheur liegt wohl im Detail, das dann nur ich sehe, der quasi jede Pflanze und deren Entwicklung von Geburt an kennt. 

In letzter Zeit habe ich meinen Kohl doch mehr gegossen. Ich habe mir einfach die Zeit genommen oder an den Herrn Gemahl delegiert. Und wirklich, man kann es dem  Kohl sogar ansehen, daß genau das fehlte. Mein Entschluss reift immer mehr, im kommenden Frühjahr den Gemüsegarten auch auf der hier abgebildeten Seite mit der Tropfbewässerung auszustatten. Im Beet mit der Bewässerung sehe ich - glaubt es oder nicht - bereits auch positive Wirkung. Davon werde ich die  Tage einmal berichten. 

Blick in den spätsommerlichen Selbstversorgergarten (c) by Joachim Wenk
Blick in den spätsommerlichen Selbstversorgergarten (c) by Joachim Wenk

Blick in den spätsommerlichen Selbstversorgergarten (c) by Joachim Wenk
Blick in den spätsommerlichen Selbstversorgergarten (c) by Joachim Wenk

Schön entwickelt oder  eben auch gut erholt, hat sich das Erdbeerfass. Hier war nicht die Trockenheit der Knackpunkt, weil ich es ohnehin regelmäßig von Hand wässern muss. Vielmehr stand es falsch. Unter dem Walnußbaum war es also doch zu schattig. Wir haben dann das bepflanzte Faß irgendwie, und fragt lieber nicht nach Details, vom Standort weggezerrt. Über die Wegrabatte oben drüber, einmal quer durch den Gemüsegarten unter den anderen Walnußbaum auf den Rasen. Dort scheint Sonne hin. Seither tut sich was im Fass. Besonders schön zu beobachten sind die noch jetzt im August vorhandenen  Blüten und Früchte der oberen Reihe. Das sind die dauertragenden Erdbeeren. Die anderen tragen von sehr früh bis spät, haben aber allesamt das Blütenjahr abgeschlossen und bereiten sich auf das kommende Jahr vor. 

Erdbeerfass im August (c) by Joachim Wenk
Erdbeerfass im August (c) by Joachim Wenk



Die Äpfel muß ich euch auch zeigen. Gut, das sind natürlich einfach Äpfel. Klar es sind MEINE Äpfel und somit zumindest für mich besonders. Aber, es kommt noch eine interessante Beobachtung dazu. Der Gemüsegarten war über 30 Jahre der Hühnerlauf und Kaninchengehege. Der Baum stand da schon immer drin. Wir hatten bei der Gartenübernahme viel zu Roden im Gemüsegarten. Der Baum war krank und ein Pilz wucherte am Stamm. Wir wollten, da es der einzige Obstbaum war, der im Garten übrig blieb, daß er stehen bleibt. Er sollte eine Chance bekommen. Umsägen können wir ihn immer noch. 

Die Äpfel sind nicht lagerfähig, schmecken aber sehr gut. Keine Discounterware eben. Leider waren immer alle Früchte vom Schorf schwer gekennzeichnet. 

Dann ließ der Schorf nach und nun im 3. Jahr ist kein  Schorf mehr zu erkennen. Ich habe nichts gemacht, weil ich nicht weiß, was man gegen  den Schorf machen kann und wie ich, wenn es was zu Spritzen gäbe, den ganzen Baum unter dem reichlich Gemüse wächst, spritzen sollte. 

Nun ist das nicht mehr nötig. Meine konsequente Bodenpflege mit Kompost und Mulch hat wohl ihre Wirkung gezeigt. Gesunder Boden, gesunder Baum. Auch wenn ich beim Gemüse da noch nicht so sicher bin, sehe ich doch an der Gesundung des Baumes, daß eine Veränderung im Boden stattgefunden haben muß. 

reifende Äpfel (c) by Joachim Wenk
reifende Äpfel (c) by Joachim Wenk

reifende Äpfel (c) by Joachim Wenk
reifende Äpfel (c) by Joachim Wenk


Unser vor zwei Jahren gepflanztes Säulenobst wächst munter, fruchtet aber leider noch nicht. Die Kirsche hatte sehr reich geblüht. Leider genau Ende April, in der Woche mit 7 Tagen Wintereinbruch, Schneefall und heftigem Nachtfrost. Tags nicht über 0°C. Dass aus den Blüten keine Früchte wachsen, war mir gleich klar. Wie hätte da auch ein Bestäubungsinsekt unterwegs sein sollen. Apfel und Zwetschge haben nicht geblüht. Die Birne allerdings trägt die ersten Früchte.

Säuelnobst Birne (c) by Joachim Wenk
Säuelnobst Birne (c) by Joachim Wenk


Aroniabeeren werde ich auch wieder ernten. Der Strauch war in die Jahre gekommen und hatte nur noch gakelige Triebe, die kaum sich selbst aufrecht halten konnten. Wir haben ihn auf den Stock gesetzt. Letztes Jahr gab es dann weder Blüten noch Früchte und dieses Jahr geht es wieder los.

Aroniabeeren (c) by Joachim Wenk
Aroniabeeren (c) by Joachim Wenk

Meine treuen Stammleser wissen sicher mittlerweile, daß ich viel Wert darauf lege, Pflanzen  sich selbst aussähen und so vermehren zu lassen. Ich bin eben doch irgendwie ein fauler Hund. Ich spare mir das Vorziehen und Hegen und Pflegen. Zudem liebe ich diese Abwechslung, daß alles jedes Jahr ein  wenig anders aussieht. Je nach dem, was wo aufgeht. 

Das gilt auch im Gemüsegarten. Die Ringelblumen sind da ja Standard. Seit letztem Jahr neu ist diese Pflanze. Ich sage immer Giftbeere. Heißt die nicht sogar wirklich so? Angeblich hält sie die weiße Fliege vom Kohl fern. Daher fing ich letztes Frühjahr mit ihr an. Nun wächst sie überall. Ich kenne die Sämlinge und lasse beim Unkrauthacken immer ein paar stehen. Ob sie die Fliege vertreibt, kann ich noch nicht sagen. Auch wenn ich zugeben muß, daß ich dieses Jahr  noch keine gesehen habe. Auf alle Fälle blüht das Kraut wunderschön, bereichert den Gemüsegarten mit Farbe und braucht sonst keine Pflege. Genau mein Ding!

Giftbeere im Gemüsebeet (c) by Joachim Wenk
Giftbeere im Gemüsebeet (c) by Joachim Wenk


Giftbeere im Gemüsebeet (c) by Joachim Wenk
Giftbeere im Gemüsebeet (c) by Joachim Wenk

Bevor ich nun den Gemüsegarten verlasse und zum Ziergarten komme, ist die riesige Dahlie , Sir Alfred Ramsey , eine schöne Überleitung. Eigentlich einen Zierpflanze, die aber im Gemüsegarten steht. Mischkultur in jeder Hinsicht eben. 

Wahnsinn oder? Diese Wuchskraft und diese Blüten! Einfach gigantisch. Die Blüten sind in meiner Augenhöhe. Das müssten so etwa 180 cm sein. 

Dahlie Sir Alfred Ramsey (c) by Joachim Wenk
Dahlie Sir Alfred Ramsey (c) by Joachim Wenk

Dahlie Sir Alfred Ramsey (c) by Joachim Wenk
Dahlie Sir Alfred Ramsey (c) by Joachim Wenk

Kleiner und normaler ist die Dahlie Galant Knight im Staudenbeet. 

Dahlie Galant Knight (c) by Joachim Wenk
Dahlie Galant Knight (c) by Joachim Wenk

Eine fröhliche kleine Sonne in Pink, die Sommeraster. 

Sommeraster (c) by Joachim Wenk
Sommeraster (c) by Joachim Wenk



Das Foto hat das Handy nicht besonders hinbekommen. Dennoch erkennt man, was ich beobachte und was ich zeigen möchte. Der weiße Phlox im Staudenbeet hing auch ständig nur total welk herum. Dürre ist nichts für Phlox, das weiß ich mittlerweile. Ich habe dann auch hier mehr gegossen und einen Tropfschlauch gelegt, weil die Stauden und Rosen allgemein nicht ans Wachsen denken. Vom Blühen rede ich schon gar nicht. Während andere Stockrosen 2 m oder wesentlich  höher sind, kommen manche hier im Beet nicht über meine Bauchhöhe hinaus. Jedenfalls beobachte ich  jetzt am Phlox, die frischen grünen Blätter und Verzweigungen, die er treibt. Was ein bisschen Wasser nicht alles bewirkt. 

neue Blätter am Phlox (c) by Joachim Wenk
neue Blätter am Phlox (c) by Joachim Wenk

Ich liebe Storchschnäbel. Dieser hier ist nun glaube ich im  dritten Standjahr und kommt erst jetzt so richtig in Schwung. Der blüht schon eine ganze Weile so vor sich hin. 



Die Clematis am Gartenzaun blüht ebenfalls seit einigen Wochen. Diese Sorte der Clematis viticella Mary Rose hatte ich auch damals in meinem Hinterhofgarten. Ich liebe das tiefe Lila, die gefüllten überreich erscheinenden Blüten und die sehr lange Blütezeit im Sommer.

Clematis viticella Mary Rose (c) by Joachim Wenk
Clematis viticella Mary Rose (c) by Joachim Wenk

Und dann, nachdem der Hüttenzauber ja mittlerweile auch fertig ist, haben wir uns endlich die Zeit genommen, die Banane um zu Topfen. Genau wie die Phönix-Palme neben ihr. Bereits im Mai haben wir einem Bekannten einen Ableger versprochen, wenn wir sie denn umtopfen. Inzwischen kam noch eine Abnehmerin für Ableger dazu. Und alle warteten und warteten. Die Banane und die Ablegerabnehmer.

Die beiden Wartenden bekamen nun jeder seinen Ableger und mir bleibt noch genug Banane übrig. Jetzt kann sie sich wieder gut einwurzeln und dann kräftig neu austreiben. Den alten Kübel hatte sie schon mächtig verformt. Wäre es nicht ein elastischer Mörtelkübel gewesen, hätte sie ihn längst in Hundert Fetzen gesprengt.

Banane und Phönixpalme bekamen neue "Töpfchen" (c) by Joachim Wenk
Banane und Phönixpalme bekamen neue "Töpfchen" (c) by Joachim Wenk

Vor einigen Jahren hatten wir selbst beim Umtopfen mit so einem Ableger ein Experiment gestartet. Mittlerweile kann man es auch als erfolgreiches Experiment bezeichnen. Angeblich sollte die Banane ja winterhart sein. So stand es auf dem Etikett, der auf einem Wochenmarkt im Urlaub erstandenen  Pflanze. Der Ableger wurde ausgepflanzt. Wir hatten ja noch die Mutter im Kübel sollte er erfrieren. Wie wollten einfach sehen, ob sie wirklich unsere fränkischen Winter übersteht. Sie tut es! Das Ergebnis seht ihr im Bild unten. Im Herbst wird sie bodeneben abgeschnitten und mit einer Laubschicht abgedeckt. Die kommt im April weg und dann fängt sie bald an zu treiben. 

winterharte Banane im Staudenbeet (c) by Joachim Wenk
winterharte Banane im Staudenbeet (c) by Joachim Wenk




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