Donnerstag, 14. Juli 2016

Es wuchert und blüht und mitten drin ein winziger Springbrunnen...

Vorgestern kam ich abends spät nach Hause. Abgekühlt hat es und bewölkt war es. Bei diesen Bedingungen bekommt man meist schönere Gartenfotos, als Mittags in der vollen Sonne. Und wirklich, auf den Fotos sieht man nicht einmal, wie dringend der Regen schon wieder nötig wäre. 

Und heute, zwei Tage danach mit überall Unwettern in Bayern, Flüssen die wieder über die Ufer treten und überschwemmten Wiesen, kann ich sagen, es hat bei uns wieder nichts geregnet. Gute 1  l/qm kamen herunter. Damit wurde der Boden unter den Stauden nicht einmal befeuchtet. 

Staudenbeet im Sommergewand (c) by Joachim Wenk
Mäuerchenbeet im Sommergewand (c) by Joachim Wenk

Szene aus dem Landgarten (c) by Joachim Wenk
Szene aus dem Landgarten (c) by Joachim Wenk

Den Goldmohn habe dieses  Jahr neu, weil ich gelesen hatte, daß er mit Trockenheit und Sonne gut zurecht kommt. An etlichen Stellen habe ich ihn ausgesät und nur hier an dieser einen Stelle ist er aufgegangen. Hoffentlich sät er sich wirklich selbst aus. Denn der passt wunderbar ins Beet. Die Trockenheit stört ihn wohl wirklich nicht und die Farbe ist einfach eine Wucht. Die ersten Samen-Schoten hängen jedenfalls schon an der Pflanze. Ich werde mir sicherheitshalber dann auch ein paar Samen abnehmen, um ihn selbst auch ziehen zu können. 

kalifornischer Goldmohn (c) by Joachim Wenk
kalifornischer Goldmohn (c) by Joachim Wenk


Den Stockrosen macht die Trockenheit auch nicht so viel aus. Obwohl sie, wenn die Sonne scheint, auch die Blätter hängen lassen. Sie haben aber eine Pfahlwurzel senkrecht nach unten. Tief nach unten. So kommen sie daher auch auf trockenen Standorten zurecht. 

Stockrosen (c) by Joachim Wenk
Stockrosen (c) by Joachim Wenk

Und ja, das ist das gleiche Bild. Wer aber Apotheken-Rundschau  erprobt ist, kann ja einfach einmal anfangen und den Unterschied suchen...


Stockrosen (c) by Joachim Wenk
Stockrosen Größenvergleich mit Mülltonnen (c) by Joachim Wenk

Stimmt! Es sind die Mülleimer.  Die sind zwar keine Zierde für das Foto und dennoch habe ich sie absichtlich mit abgelichtet. Das nur, damit man einmal die Proportionen sieht. Ich denke da etwa an den Tag der offenen Gartenpforte vor kurzem. Da sah ich in den Gärten Stockrosen, die mir gerade einmal bis zum Knie reichten. Und es waren diese original  Bauerngartenstockrosen. Die neuen Züchtungen, die nicht für Rost anfällig sind, waren es nicht. Die habe ich auch und sie bleiben, bei mir auch, deutlich niedriger. Und sie haben ein anderes Laub. Meine Stockrosen sind deutlich über 2 m hoch und erfüllen mich mit Stolz, wo doch so viel immer eher mickrig ist oder vertrocknet oder eingeht in meinem Garten. 

Was auch wirklich sehr gut mit der Dürre zurecht kommt sind diese gelben  Färberkamillen. Ich habe auch noch andere, die aber in Mitleidenschaft gezogen wurden, von der Hitze und Trockenheit. 

Die Gelben sind Sämlinge und ich will schon immer einmal recherchieren, welche gelben Färberkamillen ich eigentlich ursprünglich  als Staude gekauft habe. Ich bin mir ziemlich sicher eigentlich immer die Zwergform (dwarf) gewählt zu haben. Aber die sind eher nicht von Zwergenwuchs gezeichnet. Und sie blühen schon so lange. In der Vase halten sie sich fast 2 Wochen!

Das Blaue ist übrigens ein Storchschnabel. Bei manchen Storchschnäbeln im Katalog kann man lesen, daß sie recht weit herum kommen im Staudenbeet. Sie bilden lange Stile mit Blüten. Wer das Foto anschaut, weiß dann auch, was damit gemeint ist. Es ist wirklich nur eine einzige Pflanze, die hier überall zu blühen scheint. 

Storchschnabel und Färberkamille (c) by Joachim Wenk
Storchschnabel und Färberkamille (c) by Joachim Wenk

Hoffentlich säht sich das alles auch wieder so aus. Gelbe Färberkamillen und weißer Bertram. Eine herrliche und unkomplizierte Kombination im trockenen Beet.

Bertram und Färberkamille (c) by Joachim Wenk
Bertram und Färberkamille (c) by Joachim Wenk


Auch der Muskatellersalbei säht sich doch hoffentlich wieder selber aus. Ebenfalls sehr zu empfehlen auf trockenem Boden. Sehr gut selbst aussäend ist diese Glockenblumenart. Alle anderen Glockenblumen - und ich liebe sie doch so - haben niemals den Angriff der genmutierten Killerschnecken in meinem Garten überlebt. Diese Art, deren Namen ich mir nie merken kann, so oft ich ihn nachschlage, wird nicht einmal angebissen von ihnen. Und sie kommt, ähnlich wie Akeleien immer und überall von selbst. Ich habe noch nie eine einzige Pflanze von ihnen gekauft oder gepflanzt oder gesät. Wo sie her kamen weiß ich nicht, sie waren dann einfach da und jetzt bleiben sie.

Muskatellersalbei, Glockenblume und Färberkamille (c) by Joachim Wenk
Muskatellersalbei, Glockenblume und Färberkamille (c) by Joachim Wenk


Meine Lieblingskübelpflanze, die Gewürzrinde beginnt gerade ihr Blütenschauspiel in unübertroffenem Gelb.
Gewürzrinde (c) by Joachim Wenk
erste Blüten an der Gewürzrinde (c) by Joachim Wenk

Mein Phlox, der leider nicht mit der Trockenheit zurecht kommt, blüht jetzt doch ein wenig. Auf elend dünnen  und langen Stielen (das Mutterkraut hat ihn recht unterdrückt) mit immer welken Blättern, wippen ein paar Blüten. Dahinter wuchert wieder der Eibisch. Ich dachte immer er wäre ein Gewächs für sumpfigen, jedenfalls feuchten Boden. Aber das ist wohl nicht so, denn er wird von Jahr zu Jahr größer und umfangreicher, auf dem Boden, der dem Phlox zu trocken ist.

Rechtes neben dem Phlox sieht man bereits die Blütenwolken der Wiesenraute. Eine traumhaft romantische Pflanze mit so unzähligen witzigen Blütchen und ewig langer Blütezeit. Jetzt erst habe ich gelesen, daß sie gut für trockene Böden ist. Das stimmt wohl, denn sie begleitet mich schon etliche Jahre erfolgreich hier.
Mutterkraut, Phlox und Wiesenrautenkospen (c) by Joachim Wenk
Mutterkraut, Phlox und Wiesenrautenkospen (c) by Joachim Wenk


Apropos Färberkamille und Vase, wie oben erwähnt. Wir hatten einmal wieder lieben Kurzbesuch zum Kaffee. Klar, daß ich da einem Landgarten-Besitzer gemäß dekoriert habe.

Kaffeetafel für Besucher im Landgarten (c) by Joachim Wenk
Kaffeetafel für Besucher im Landgarten (c) by Joachim Wenk


Meiner Seerose geht es auch gut in ihrem Becken. Sie klagt niemals über Hitze und Trockenheit. Die Hitze gefällt ihr und mit ein paar Hundert Litern Wasser um sich herum, ist sie wohl auch die Letzte, die jammern darf. 


Blüte der Zwergseerose (c) by Joachim Wenk
Blüte der Zwergseerose (c) by Joachim Wenk


Und so muß sie eben jetzt auch meine neueste Spielerei erdulden. Seerosen mögen ja nicht so sehr das bewegte und verspritzte Wasser glaube ich. Aber dieser winzige solarbetriebene, schwimmende Springbrunnen hat mir so gut gefallen, daß ich ihn einfach haben wollte. Knallt jetzt einmal wieder, wie eben immer, die Sonne vom Himmel, so setzt sich die Fontäne in Gang. Und mit etwa 16 cm Durchmesser findet sie gerade noch eine freie Fläche im dicht bewucherten Seerosenbecken. 

Zwergseerose im Seerosenbecken mit neuer Solarfontäne (c) by Joachim Wenk
Zwergseerose im Seerosenbecken mit neuer
Solarfontäne (c) by Joachim Wenk







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