Donnerstag, 21. Juli 2016

1000 und 250 und 800 und 1600 und 600

und 3800 und 1200 und 500. 

Lauter Zahlen. Langweilig und nichtssagend. Und nein, sie gehören auch nicht zur Zahlenkombination meines Safes. Es sind die  Grammangaben meiner aktuellen Ernte-Aktion. 

Ja was macht also der Hobby-Selbstversorger, wenn er im Sommer ein paar Tage Urlaub hat? Genau! Er geht in den Garten und fängt an zu ernten und verschwindet zwischendurch immer wieder in der Küche und der Vorratskammer. 

Was also genau waren meine Erträge? 

Begonnen habe ich mit dem Baumspinat. Der geht überall auf und ich muß ihn schon gar nicht mehr sähen, sondern einfach hier und da ein paar Pflanzen stehen lassen. Jetzt sind die Blätter optimal. Später blüht er und dann sind sie nicht mehr schön. 1000g herrlich zarter und leicht nussig schmeckender, milder Baumspinatblätter Magenta  Spreen, sind blanchiert und portionsweise eingefroren. 

Ernte Baumspinat Magenta Spreen (c) by Joachim Wenk
Ernte Baumspinat Magenta Spreen (c) by Joachim Wenk


Weiter ging es mit den Erbsen.  Die waren längst fällig, nur kam ich einfach nicht dazu. Leider liefen sie schon im Frühjahr ganz schlecht auf. Ich mußte gar nachsähen. Mühsam haben sie sich entwickelt. Immerhin konnte ich 250g Blauwschokker und 800g Ambassador im Tiefkühler unterbringen. Nervig ist nur das langwierige Puhlen der  Erbsen. Die Ambassador hatten immer wieder madige Erbsen in den lose gefüllten Schoten dabei, während die Blauwschokker-Schoten ganz dicht gepackt mit Erbsenkügelchen gefüllt waren  und nicht eine Made enthielten.

Ernte der Erbsen (c) by Joachim Wenk
Ernte der Erbsen (c) by Joachim Wenk

Ebenfalls höchste  Zeit war es für den ersten Schwung Himbeeren. Leider vergaß ich im Eifer die Ernteeimerchen  gefüllt mit riesigen, super süßen und absolut wurmfreien Früchten zu fotografieren. Daher gibt es hier nur die Fotos von den noch an den Pflanzen hängenden Beeren.

Einmal waren es 600g der herrlich lila farbenen Himbeere. Die aus Schottland stammende Glen Coe liebe ich sehr. Davon habe ich eine Pflanze.

Himbeere Glen Coe (c) by Joachim Wenk
Himbeere Glen Coe (c) by Joachim Wenk

Der Rest der Himbeerreihe brachte beim  ersten Durchgang 1600g Himbeeren. Eine rote Sorte, sehr großer  und aromatischer Früchte. Leider ist mir der Name nicht bekannt.

Himbeeren (by) Joachim Wenk
Himbeeren (by) Joachim Wenk

Die Himbeeren habe ich eingefroren. In flache Gefrierbehälter einlagig und locker eingefüllt und in die Truhe gestellt. Wenn sie durchgefroren sind, schütte ich sie in andere  Gefrierbehälter. Man kann sie dann auch in kleineren Portionen entnehmen, weil sie sich leicht trennen lassen und nicht als ein Batzen im Behälter zusammen kleben.

Dann habe ich noch mit dem Rest Himbeeren und  ein paar Stachelbeeren Marmelade gemacht. Wunderbar tiefrot und beerig. Ganz ohne Schalen und Kerne, weil ich sie immer durch die Beerenpresse durchdrehe.

Und natürlich kamen auch ein paar Früchte in meinen Rumtopf. Bis auf ein paar Aprikosen schwimmen darin nur eigene Früchte.

Rumtopf (c) by Joachim Wenk
Rumtopf (c) by Joachim Wenk
 

Weniger für die Küche als für die Gesundheit oder Pflege ist die folgende Ernte gedacht.  Ein  Schwung Ringelblumenblüten wird verarbeitet zu Ringelblumensalbe.

Ringelblumenblüten (c) by Joachim Wenk
Ringelblumenblüten (c) by Joachim Wenk

Mit Schweineschmalz werden sie erhitzt und dann ziehen lassen. 

Ringelblumensalbe herstellen (c) by Joachim Wenk
Ringelblumensalbe herstellen (c) by Joachim Wenk

Wieder erhitzen, daß das Fett flüssig wird und durch ein feines Sieb gießen.

Ringelblumensalbe herstellen (c) by Joachim Wenk
Ringelblumensalbe herstellen (c) by Joachim Wenk

Eigentlich ist damit alles getan. Es waren aber noch nicht viele Blüten, also werde ich das Fett mit dem nächsten Schwung Blüten noch einmal der Prozedur unterziehen. Dann fülle ich es ab in diese winzigen Marmeladengläschen, in denen man in Hotels beim  Frühstück Honig oder Marmelade erhält. Die lagern dann im Kühlschrank unten im Gemüsefach bis zur Verwendung. Die winzigen Gläschen haben den Vorteil, daß man beim Verwenden auch einmal mit dem Finger hinein kann. Kleine Hautverletzungen,  Schürfungen,  rauhe oder eingerissene Haut wird damit absolut erfolgreich behandelt.  Ist das Gläschen länger im Badezimmer und nicht im Kühlschrank, wird also verwendet, so wird das  Fett ranzig und wird entsorgt. Das nächste Gläschen wird dann geöffnet.

Im vergangen Jahr, wegen der  Dürre, hatte ich nichts zum Ernten und so mußte ich  dieses Jahr noch auf letzte Gläschen von 2014 zurückgreifen. Sie sind nicht ranzig und haben noch immer ihre prompte  Wirkung auf die Haut.



Weiter geht es im  Garten. Es ist das erste (!)  Jahr, in dem ich zur rechten Zeit richtig Möhren ernten kann.  Nicht nur hier und da ein paar, sondern gleich zwei Reihen. Ich weiß jetzt warum sie nie gekeimt sind bei mir. Dieses Jahr habe ich wieder ganz zeitig im Frühjahr gesät und dann aber von Anfang an regelmäßig gegossen. Es ist auch im Frühjahr zu trocken, als dass so etwas keimen könnte. ohne Gießkanneneinsatz. Diesjahr sind sie traumhaft aufgelaufen und jetzt erntereif. Ich habe noch ein paar Lagermöhren ebenfalls in den Beeten stehen. Die habe ich endlich vereinzelt.  Der Bund Mini-Möhren links neben dem Korb ist das Ergebnis. So süße kleine Möhrchen schon. Und die soll man einfach so entsorgen? Nichts ! Da habe ich schon eine Verwendung für sie. Dazu später mehr. 

Möhrenernte (c) by Joachim Wenk
Möhrenernte (c) by Joachim Wenk


Das sind sie also meine Möhren, mein ganzer Gärtnerstolz.


Möhrenernte (c) by Joachim Wenk
Möhrenernte (c) by Joachim Wenk

Es waren insgesamt 3800g. Hier seht ihr den Unterschied im Wuchs der beiden Sorten. Links Nantaise/Milan und rechts Oxella.

Möhrenernte  links Nantaise/Milan rechts Oxella (c) by Joachim Wenk
Möhrenernte  links Nantaise/Milan rechts Oxella (c) by Joachim Wenk

Ich habe sie gewaschen, geschält und in Scheiben gehobelt. Die meisten sind portionsweise eingefroren.
Möhren fertig für den Gefrierschrank (c) by Joachim Wenk
Möhren fertig für den Gefrierschrank (c) by Joachim Wenk


Die winzigen Möhrchen habe ich mit samt dem Kraut und ein paar Winterheckzwiebeln und etwas Salz im Mixer zu Brei verarbeitet. Der kam auf die Ablagen des Dörrapparates und wurde über Nacht getrocknet. Heute ist er trocken, wurde abermals im Mixer zu  Pulver gemahlen und wartet jetzt im Vorratsbehälter auf das  was da noch kommt. Ich denke da an Sellerie und Lauch und Petersielie und anderes. Immer das gleiche Vorgehen. Im Herbst hat sich dann, auch mit übrigem oder nicht gut ausgebildeten Blumenkohlresten oder  Kohlrabi, einiges aromatisches Angesammelt. Ich mische alles gut durch und fertig ist meine Gemüsebrühpulver mit dem ich alles  Essen würze. Salz gebe ich sehr wenig dazu. So kann ich die Speisen später nachwürzen ohne zu versalzen. In den entsprechenden Rezepten wird natürlich immer alles auf einmal gemixt und verarbeitet. Bei mir fallen aber die Sachen, wie jetzt die Möhrchen so nach und nach an. Dem Endprodukt ist es egal ob alles auf einmal im Mixer zu Brei verarbeitet und dann getrocknet wird,  oder so nacheinander. 

Gemüsebrühpulver selber machen (c) by Joachim Wenk
Gemüsebrühpulver selber machen (c) by Joachim Wenk


Die erste nennenswerte Ernte aus meinem  Weihergarten sind Einlegegurken. Vorgebirgstrauben heißen sie und machen sich prächtig. Leider haben sie, wie die Gurken oben im Garten auch, kranke Blätter. Die Hitze und ewige Trockenheit sind Schuld. Wer weiß, wie viel ich davon noch ernten kann. 

Jetzt sind es erst einmal 1200g. 

Einlegegurken (c) by Joachim Wenk
Einlegegurken (c) by Joachim Wenk

Nachdem mir Essiggurken nie gelungen sind und alles nur blöd schmeckte, habe ich dieses Jahr Glück. Eher zufällig kam ich auf das milchsaure Vergären. Sauerkraut im Glas kenne und schätze ich. Klar da geht noch mehr. Und so sind in ein paar Gläsern die Möhren und alle Gurken verarbeitet. Es sind zwar Weck-Gläser, aber es ist nichts eingekocht. Nur eingefüllt mit Salzlake und Gewürzen versehen und dann fest verschlossen. Zu  hoher Überdruck kann entweichen, von außen kommt nichts hinein. Heute, einen Tag danach blubbern die Möhren schon stark vor sich hin.

Ich habe vor einigen Wochen einen Versuch gestartet mit gekauften Gurken und bin vom  Geschmack und natürlich von der  Einfachheit dieser Konservierungsmethode begeistert. Man braucht weder zum Zubereiten noch zum Lagern Energie durch Küchenherd oder Tiefkühler.

Möhren und Gurken fertig für die Milchsäuregärung (c) by Joachim Wenk
Möhren und Gurken fertig für die Milchsäuregärung (c) by Joachim Wenk


Nebenher habe ich noch mein Sauerteig-Vollkornbrot gebacken und heute ein Blech Streuselkuchen. Letzterer ist auch im Tiefkühler. Wenn Besuch kommt ist dann rasch ein köstlicher Kuchen auf dem Tisch. 

So langsam langt es mir für diesen Küchen-Marathon mittlerweile auch. Nur noch ein Pfund Mangold Verde da taglio eintuppern und ab in den Gefierschrank. Dann ist erst mal Pause mit Konservieren und Ernten. 

Mangold (c) by Joachim Wenk
Mangold (c) by Joachim Wenk


Gestern beim Ernten waren wieder beinahe 40°C und blauer Himmel. Seit vielen Wochen kein  Regen. Im Garten sieht es nicht aus, als könnte ein Gärtnerherz hier jubilieren. Frust und Depression über viel vergebene Mühen und Hoffnungen kam auf. Das war auch ein Grund, schnell zu ernten, was sich eignete, bevor es kaputt geht. 
Wieder Dürre im Garten (c) by Joachim Wenk
Wieder Dürre im Garten (c) by Joachim Wenk

Wieder Dürre im Garten (c) by Joachim Wenk
Wieder Dürre im Garten (c) by Joachim Wenk

Wieder Dürre im Garten (c) by Joachim Wenk
Wieder Dürre im Garten (c) by Joachim Wenk

Wieder Dürre im Garten (c) by Joachim Wenk
Wieder Dürre im Garten (c) by Joachim Wenk

Wieder Dürre im Garten (c) by Joachim Wenk
Wieder Dürre im Garten (c) by Joachim Wenk
Wieder Dürre im Garten (c) by Joachim Wenk
Wieder Dürre im Garten (c) by Joachim Wenk



Mittlerweile hat es tatsächlich geregnet. 5l/qm (und das bezeichne ich schon fast als  Starkregen) ergossen sich und der Himmel war bedeckt. Warm ist es allerdings mit 25° geblieben.  Jetzt ist der  Boden oberflächlich angefeuchtet und ich mußte heute nicht gießen. In dieser Zeit mußte ich dann allerdings die Küche putzen. Nach der Küchenschlacht ein notwendiges Übel. 


Jetzt hoffe ich auf Samstag, da ist wenigstens wieder Regen möglich, laut Vorhersage. Es steht doch noch so viel in den Beeten und etliches braucht noch sehr lange bis zur Ernte. Ohne Wasser aber wird das nichts. 

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