Donnerstag, 28. Juli 2016

Ratz-fatz Himbeertörtchen aus dem Einkochglas

Da lacht das Selbstversorgerherz und der Bauch freut sich genau wie die Seele auf diese super leckeren und schnellen Himbeertörtchen. 

Himbeertörtchen mit eingekochtem Obstkuchenboden (c) by Joachim Wenk
Himbeertörtchen mit eingekochtem Obstkuchenboden (c) by Joachim Wenk

Früh erfahre ich, daß nachmittag eine Freundin kurz vorbei kommt, etwas abzuholen. Sie wird auf eine Tasse Kaffee und einen Plausch bleiben. Zum Backen ist jetzt aber keine Zeit. Wie gut, daß es Sommer ist. 

Aus der Vorratskammer hole ich ein Weck-Glas mit fertig gebackenem Obstkuchenboden. 

Ich öffne es, stürze es und schneiden den Kuchen in gleichmäßig dicke Scheiben. 

Jetzt rühre ich etwas Quark mit Frischkäse und Puderzucker glatt und streiche diese Creme auf die Obstkuchenböden. 

Im Garten pflücke ich von den reifen und süßen Himbeeren ein Schüsselchen ab. Sie werden einfach in die Creme gedrückt und mit etwas Puderzucker bestäubt. 

Die Freundin war so begeistert von den Himbeeren (hier die Sorte Glen Coe), daß sie sie sich hinten im Garten gleich zwei Schüsseln voll pflückte und mit heim genommen hat. Von den Törtchen ist übrigens nicht eines übrig geblieben. Gut so, denn lange aufbewahren könnte man die ohnehin nicht. Das ist ein schnell bereiteter und schnell verzehrter Sommer-Genuß. Landleben pur.




Himbeertörtchen mit eingekochtem Obstkuchenboden (c) by Joachim Wenk
Himbeertörtchen mit eingekochtem Obstkuchenboden (c) by Joachim Wenk


Ergänzung auf Grund reger Nachfrage:

Hier ist also das detaillierte Rezept für die Törtchen im Glas. Es stammt aus dem Standartwerk "Weck-Einkochbuch" dem Buch zu den Weck-Gläsern. Darin steht genau, wie jedes Obst oder  Gemüse eingekocht wird und eben auch etliche Rezepte für Kuchen im Glas. Eine Rezept ist der Obsttörtchenboden.

Obsttörtchenboden im Weck-Glas

Zutaten:


3        Eier
150g  Zucker
50g    Mehl
50g    Stärkemehl
2 gestrichene Teelöffel Backpulver
50g    zerlassene Butter


  • Butter zerlassen und etwas abkühlen lassen. 
  • Die ganzen Eier (nicht Dotter und Eiweiß getrennt) werden mit dem Zucker sehr schaumig gerührt. 
  • Mehl mit Stärkemehl und Backpulver vermischt, auf die Schaummasse sieben und vorsichtig unterheben. 
  • lauwarm abgekühlte Butter unter den Teig rühren. 
  • Gläser mit Butter fetten und mit  Semmelbröseln  oder gemahlenen Nüssen ausstsreuen (sehr wichtig!)
  • Teig in die Gläser füllen
  • Der Teig reicht für  3 Weck-Sturzgläser (wichtig, dass sie oben weiter als unten sind, sonst kann man den fertigen Kuchen nicht aus dem Glas stürzen!) mit 1/2l Inhalt oder 2 Sturzgläsern mit 3/4l Inhalt. Die Gläser werden immer nur maximal bis zur Hälfte mit Teig gefüllt. 
Weiter geht es auf unterschiedlichen Wegen. 

Entweder: 

  • Gläserrand säubern, mit Gummi und Decke verschließen und mit Klammern abdichten. 
  • Einkochen bei  bei 100°C für 120 Minuten. 
Oder: 

  • offene Gläser im vorgeheizten Backofen  bei 175°C für 60 Minuten backen. Vorteil dieser Methode, man kann mit der Stäbchenprobe testen, ob der Kuchen durchgebacken ist. Nachteil meiner Meinung, er wurde fast etwas zu braun und trocken und hing dann doch am Glas etwas fest. 
  • Nach dem Backen Gläser aus dem Ofen nehmen, abkühlen lassen, bis man sie problemlos mit der Hand anfassen kann. Ist der Kuchen über das Glas  hinaus gewachsen, dann mit einem Messer so abschneiden, dass der Deckel ohne Probleme aufgelegt werden kann
  • Glasrand säubern und Glas mit Gummi, Deckel und Klammern verschließen
  • Gläser für 30 Minuten bei 100°C einkochen. 
Vor dem Verwendung den Kuchen aus dem Glas stürzen in 1-2cm dicke Scheiben schneiden und wie oben beschrieben belegen. Ich hatte den  Kuchen im 3/4l Glas. Aus dem Glas kann man etwa  Törtchen schneiden. Für diese  7 Törtchen benötigt man in etwa 100g Frischkäse und 200g Quark, verrührt mit 2 Eßlöffeln Puderzucker.


Ihr habt gerade ein paar frische Früchte und Lust auf  Törtchen zum Kaffee, aber gerade nichts eingeweckt? Hier schnell noch das Rezept für eine Biskuitboden. Aus dem fertigen Boden dann mit einem Glas oder kleinem Schüsselchen Kreise ausstechen und wie oben  beschrieben belegen.

4 Eiweiße mit 1 Prise Salz anschlagen. 120g Zucker einrieseln lassen und zu steifem Schlagen. 4 Eigelb mit dem Schneebesen unterheben, 40g Puddingpulver Vanille (1 Packung) und 80g Mehl mischen, darüber sieben und kurz unter die Eimasse ziehen. (Mehl sieben gibt zusätzlich Luft und Lockerheit im fertigen Boden, ist also besser als einfach Mehl hinein schütten). In einer 26cm Springform bei 200°C (vorgeheizt) ca. 20 Minuten backen. Abkühlen lassen und dann aus der  Form nehmen. Ein bis zweimal waagerecht durchschneiden. 

Viel Spaß beim Nachbacken. Und wem das erfolgreich gelungen ist, freue ich mich über Fotos und Berichte von euren Törtchen-Kreationen.



Milchsaure Gurken oder auf neudeutsch "fermentierte" Gurken

Die Gurkenernte ist in vollem Gang und so zeige ich euch heute, wie man die fast täglich anfallendeErnte der Einlegegurken ganz einfach konservieren kann. Ich ernte laufend kleinere Mengen, die ich dann gleich in ein paar Gläsern konserviere.

Meinen ersten Test machte ich übrigens mit den kleinen, im Handel käuflichen, Vespergurken. Die waren auch sehr lecker, werden aber schneller weicher, als die festeren Einlegegurken. 

Zumindest hier in Süddeutschland ist eher die Essiggurke - also Gurken in einem Essigsud eingelegt - bekannt. Viel  einfacher und mit weniger Aufwand lassen sich die Einlegegurken aber auch milchsauer konservieren. 

So geht man dabei vor. Es wird Wasser aufgekocht in dem pro Liter etwa 25 bis maximal 30 Gramm Salz enthalten sind. Am besten geeignet ist das naturbelassen Salz aus dem Bioladen. Auf alle Fälle sollte weder Jod oder Flour zugesetzt sein. Auch darf keine Rieselhilfe im  Salz sein. Das Wasser muß nun wieder auf maximal Handwärme abkühlen. 


Salz und Wasser werden aufgekocht (c) by Joachim Wenk
Salz und Wasser werden aufgekocht (c) by Joachim Wenk

In der  Zwischenzeit wasche ich die Gläser aus und bestücke sie mit den Gewürzen. Ich verwende eine fertige Mischung (Gurken Einmach-Gewürz) aus Senfsaat, Pimentkörner, Dillsaat, Koriandersaat, Wacholderbeeren und Lorbeerblatt. Dazu kommt eine Knoblauchzehe (geschält) und wer das mag, fügt eine kleine getrocknete Chilli hinzu. Damit die Gurken nicht zu weich werden, gebe ich noch ein Blatt von der schwarzen Johannisbeere dazu. Man kann auch ein Eichenblatt oder einfach noch ein Lorbeerblatt verwenden.

Gewürze kommen in das Glas (c) by Joachim Wenk
Gewürze kommen in das Glas (c) by Joachim Wenk


Die Gurken werden gewaschen und wenn sie schon zu groß sind, in dicke Streifen geschnitten. Damit die Länge zum Glas passt, muss ich bei manchen etwas abschneiden. Die kleinen Gurken, die ich komplett einlege, steche ich mit einem Zahnstocher mehrmals ein, damit die Bakterien leichter  in das Innere der Gürkchen gelangen können.

Hochkant schlichte ich sie nun in die Gläser. Ich verwende Weck-Gläser. Man kann auch große Twist-Off-Gläser benutzen, wenn man es erst einmal ausprobieren möchte. Verwendet man diese Gläser mit Schraubdeckel, so ist es ratsam, ein  Stück Cellophanpapier vor dem Zuschrauben auf zu legen. So kann die entstehende Säure den vielleicht schon leicht beschädigten Deckel (oft sieht man diese winzigen Blessuren in der Isolierschicht nicht) nicht weiter angreifen und korrodieren.

Die Gurken - ganz oder in Stücken - werden eingefüllt (c) by Joachim Wenk
Die Gurken - ganz oder in Stücken - werden eingefüllt (c) by Joachim Wenk


Ist das Salzwasser entsprechend abgekühlt, füllt man es in die Gläser. Dabei muß nach oben etwas Luft bleiben und dennoch sollten die Gurken möglichst vollständig mit Flüssigkeit bedeckt sein. Das verhindert unschöne Verfärbungen am Eingelegten.

Jetzt kommt der Gummiring mit Deckel oben drauf und wird mit der Klammer fest verschlossen.


Die Gläser werden dicht verschlossen (c) by Joachim Wenk
Die Gläser werden dicht verschlossen (c) by Joachim Wenk

Die Arbeit ist damit beendet. Jetzt sind die Milchsäurebakterien dran. Sie beginnen, gerade jetzt bei den warmen Tempereraturen umgehend mit der Arbeit. Bereits am folgenden Tag sind bei mir immer schon die Blubber-Bläschen zu erkennen. Sie zeigen, daß alles seinen geregelten Gang geht. Der im Glas noch befindliche Sauerstoff wird von anderen Mikroorganismen aufgebraucht und durch die Milchsäurebakterien entsteht Kohlendioxid. Damit ist im  Glas ein sauerstofffreier Zustand entstanden. Die Milchsäurebakterien lieben das und die schädlichen, für den Verderb verantwortlichen, Organismen können nicht mehr existieren.  Sie brauchen zum Leben Sauerstoff.

Entsteht ein Überdruck, kann der über den Gummiring (wie beim Einkochen) entweichen. Von außen kommt nichts in das Glas. Schraubverschlußgläser, lasse ich gern etwas aufgeschraubt stehen, die ersten Tage, damit ein Überdruck entweichen kann.

nach etwa einem Tag ist die Milchsäuregärung an den Blasen zu erkennen (c) by Joachim Wenk
nach etwa einem Tag ist die Milchsäuregärung an den Blasen zu erkennen (c) by Joachim Wenk


Die Gläser bleiben, möglichst lichtgeschützt ein paar  Tage im Warmen stehen. Ich lasse sie etwa 4 Tage in der Küche. Dann räume ich sie in den Keller. Sie sollten jetzt kühl stehen. Dunkelheit ist auch für die Lagerung wichtig. Der Metallbügel bleibt immer daran, damit die Gläser dicht verschlossen sind. Twist-off-Gläser werden jetzt vollständig zugeschraubt.

Nach ein paar Tagen wird die Flüssigkeit trüb, was aber kein Zeichen von Verderb ist. Nach ein paar Wochen kann man die ersten Gurken probieren. Ich habe vor lauter Neugier nach etwa 2 Wochen ein Glas geöffnet. Die Gurken waren sauer, sehr aromatisch und hatten eine schöne Konsistenz. Mit der Dauer der Lagerung wird die Konsistenz immer weicher und die Säure nimmt zu.

Angebrochene Gläser werden im Kühlschrank gelagert. Die saure Flüssigkeit wimmelt von gesunden Milchsäurebakterien. Ich verwende sie auch gern für Salatdressings oder allgemein Rohkostdressings. Wie beim unerhitzten Sauerkrautsaft hat man hier die für die Verdauung und Immunabwehr so bedeutenden Milchsäurebakterien kostenlos zur Verfügung.

Nahrungsergänzung von speziellen teuren und oft mit viel Zucker versehenen Joghurt-Produkten in kleinen Plastikflaschen (viel Müll!) oder grünen kleinen Plastikbecherchen kann man sich damit sparen!

Bei  der Lagerung bleibt die Metallklammer an Deckel dran, die Flüssigkeit wird trüb (c) by Joachim Wenk
Bei  der Lagerung bleibt die Metallklammer an Deckel dran, die Flüssigkeit wird trüb (c) by Joachim Wenk


Experimentierfreudige Selbstversorger legen noch andere Gemüse mit den Gurken ein. Ich habe sehr gute Ergebnisse mit Paprikastreifen gemacht.

man kann die Gurken zum Beispiel mit Paprikastreifen kombinieren (c) by Joachim Wenk
man kann die Gurken zum Beispiel mit Paprikastreifen kombinieren (c) by Joachim Wenk

Auf diese Weise werden ebenfalls zum Beispiel Möhren konserviert. Ich schneide sie in  Scheiben und gehe dann genau wie bei den Gurken vor. Hier verwende ich kein Einmachgewürz sondern nur etwas  Chilli und Nelken getrocknet. Koriandersaat ist das klassische Gewürz dabei. Hier mag ich aber den dabei entstehenden Geschmack persönlich gar nicht. Das kann man aber ganz nach eigener Gutdünken machen. Auch vollkommen ohne Gewürz bekommen diese milchsauren Möhren einen sehr guten Geschmack.

Als Rohkost vor dem Essen entnehme ich mit einem Löffel die benötigte Menge fertig fermentierter Möhren, füge etwas (Oliven-)Öl dazu und wenn gewünscht ein wenig Salz und Flüssigkeit aus dem Glas.  Fertig ist die  Rohkost.

Bei der milchsauren Konservierung benötig man - bis auf das Aufkochen des Wassers - keine Energie bei der Herstellung (wie etwa beim Einkochen oder Einfrieren). Auch die Lagerung verschwendet keine Energie (wie bei Tiefkühlkost). Man hat hier also eine sehr umweltfreundliche und ressourcenschonende Konservierungsmethode zur Hand.

Montag, 25. Juli 2016

Ein paar Blütenbilder

Heute einmal ganz einfach nur ein paar Blumenfotos. Bei denen kann man nah ran gehen und das Unschöne Vertrocknete, Zerfressene oder Befallene ausblenden. Leider ist es mir so oft nicht gelungen, das rechte Licht abzuwarten, dafür gefallen mir wieder andere Aufnahmen ganz gut. 

Also, für die interessierten Leser, ein paar der aktuellen Blüten in meinem Garten. 

Kapuzinerkresse (c) by Joachim Wenk
Kapuzinerkresse (c) by Joachim Wenk


Kapuzinerkresse (c) by Joachim Wenk
Kapuzinerkresse (c) by Joachim Wenk


Storchschnabel (c) by Joachim Wenk
Storchschnabel (c) by Joachim Wenk

rote Rose (c) by Joachim Wenk
rote Rose (c) by Joachim Wenk

Stockrose (c) by Joachim Wenk
Stockrose (c) by Joachim Wenk

Stockrose (c) by Joachim Wenk
Stockrose (c) by Joachim Wenk


Stockrose (c) by Joachim Wenk
Stockrose (c) by Joachim Wenk



Stockrose (c) by Joachim Wenk
Stockrose (c) by Joachim Wenk

Stockrose (c) by Joachim Wenk
Stockrose (c) by Joachim Wenk



Stockrose (c) by Joachim Wenk
Stockrose (c) by Joachim Wenk

Stockrose (c) by Joachim Wenk
Stockrose (c) by Joachim Wenk



wilde Farbkombination im Staudenbeet (c) by Joachim Wenk
wilde Farbkombination im Staudenbeet (c) by Joachim Wenk

Phlox und Wiesenraute (c) by Joachim Wenk
Phlox und Wiesenraute (c) by Joachim Wenk
 Meine aktuell liebste Farbkombination, Goldmohn, Cistus, Lavendel und Purpurwitwenblume.
Goldmohn, Cistus, Lavendel und Purpurwitwenblume (c) by Joachim Wenk
Goldmohn, Cistus, Lavendel und Purpurwitwenblume (c) by Joachim Wenk




Um ihn herum viel Trockenes, aber er wuchert ungezügelt und ploppt überall seine hübschen intensiv gefärbten Blüten auf. Ein sehr schöner und robuster, trockenheitsresistenter Storchschnabel (Blutstorchschnabel Geranium sanguineum)  mit tiefreichenden Wurzeln. So kommt er überall an Wasser. Bei mir wuchert er im sehr heißen und sehr sehr trockenen Staudenbeet am Südwesthang vor dem Haus.

Storchschnabel (c) by Joachim Wenk
Blut-Storchschnabel Geranium Sanguineum (c) by Joachim Wenk

Blüten der Zimtrinde, Cassia (c) by Joachim Wenk
Blüten der Zimtrinde, Cassia (c) by Joachim Wenk

Ansonsten macht der Garten gerade wahnsinnig viel Arbeit, weil ich mit dem Gießen nicht nachkomme und immer mehr und mehr Abstriche an Ernteerfolgen und Erwartungen machen muß. Was nicht vertrocknet holt der Mehltau (Gurken) oder die Myriaden an Erdflöhen, den viele Meter hohen und mächtigen Hopfen haben sie schon durchsiebt. Die Haselnußsträucher der etwa 10m langen und großen Hecke ebenfalls.
vom Erdfloh zerfressen Blätter am Hopfen (c) by Joachim Wenk
vom Erdfloh zerfressen Blätter am Hopfen (c) by Joachim Wenk

vom Erdfloh zerfressen Blätter am Hopfen (c) by Joachim Wenk
vom Erdfloh zerfressen Blätter am Hopfen (c) by Joachim Wenk


Von einigem  Kohl musste ich mich schon verabschieden, den Immerwährenden Kohl musste ich ganz abschneiden und hoffe auf Neuaustrieb. Rosenkohl und Weißkohl, Butterkohl und Kohlrabe sind stark geschädigt. Was die  Trockenheit nicht kaputt macht machen diese Käfer kaputt. Angeblich mögen sie gemulchten Boden nicht. Der Boden ist aber seit zeitigem Frühjahr mit Rasenschnitt fast flächendeckend gemulcht das hält sie nicht ab. Wermuttee ebenso wenig. Mal sehen ob das Neemöl sie irgendwann wieder eindämmen kann, dann sind die Pflanzen aber schon stark verkrüppelt und manche werden nicht mehr wachsen.
vom Erdfloh zerfressen Blätter am Rosenkohl (c) by Joachim Wenk
vom Erdfloh zerfressen Blätter am Rosenkohl (c) by Joachim Wenk

vom Erdfloh zerfressen Blätter am Butterkohl (c) by Joachim Wenk
vom Erdfloh zerfressen Blätter am Butterkohl (c) by Joachim Wenk

Donnerstag, 21. Juli 2016

1000 und 250 und 800 und 1600 und 600

und 3800 und 1200 und 500. 

Lauter Zahlen. Langweilig und nichtssagend. Und nein, sie gehören auch nicht zur Zahlenkombination meines Safes. Es sind die  Grammangaben meiner aktuellen Ernte-Aktion. 

Ja was macht also der Hobby-Selbstversorger, wenn er im Sommer ein paar Tage Urlaub hat? Genau! Er geht in den Garten und fängt an zu ernten und verschwindet zwischendurch immer wieder in der Küche und der Vorratskammer. 

Was also genau waren meine Erträge? 

Begonnen habe ich mit dem Baumspinat. Der geht überall auf und ich muß ihn schon gar nicht mehr sähen, sondern einfach hier und da ein paar Pflanzen stehen lassen. Jetzt sind die Blätter optimal. Später blüht er und dann sind sie nicht mehr schön. 1000g herrlich zarter und leicht nussig schmeckender, milder Baumspinatblätter Magenta  Spreen, sind blanchiert und portionsweise eingefroren. 

Ernte Baumspinat Magenta Spreen (c) by Joachim Wenk
Ernte Baumspinat Magenta Spreen (c) by Joachim Wenk


Weiter ging es mit den Erbsen.  Die waren längst fällig, nur kam ich einfach nicht dazu. Leider liefen sie schon im Frühjahr ganz schlecht auf. Ich mußte gar nachsähen. Mühsam haben sie sich entwickelt. Immerhin konnte ich 250g Blauwschokker und 800g Ambassador im Tiefkühler unterbringen. Nervig ist nur das langwierige Puhlen der  Erbsen. Die Ambassador hatten immer wieder madige Erbsen in den lose gefüllten Schoten dabei, während die Blauwschokker-Schoten ganz dicht gepackt mit Erbsenkügelchen gefüllt waren  und nicht eine Made enthielten.

Ernte der Erbsen (c) by Joachim Wenk
Ernte der Erbsen (c) by Joachim Wenk

Ebenfalls höchste  Zeit war es für den ersten Schwung Himbeeren. Leider vergaß ich im Eifer die Ernteeimerchen  gefüllt mit riesigen, super süßen und absolut wurmfreien Früchten zu fotografieren. Daher gibt es hier nur die Fotos von den noch an den Pflanzen hängenden Beeren.

Einmal waren es 600g der herrlich lila farbenen Himbeere. Die aus Schottland stammende Glen Coe liebe ich sehr. Davon habe ich eine Pflanze.

Himbeere Glen Coe (c) by Joachim Wenk
Himbeere Glen Coe (c) by Joachim Wenk

Der Rest der Himbeerreihe brachte beim  ersten Durchgang 1600g Himbeeren. Eine rote Sorte, sehr großer  und aromatischer Früchte. Leider ist mir der Name nicht bekannt.

Himbeeren (by) Joachim Wenk
Himbeeren (by) Joachim Wenk

Die Himbeeren habe ich eingefroren. In flache Gefrierbehälter einlagig und locker eingefüllt und in die Truhe gestellt. Wenn sie durchgefroren sind, schütte ich sie in andere  Gefrierbehälter. Man kann sie dann auch in kleineren Portionen entnehmen, weil sie sich leicht trennen lassen und nicht als ein Batzen im Behälter zusammen kleben.

Dann habe ich noch mit dem Rest Himbeeren und  ein paar Stachelbeeren Marmelade gemacht. Wunderbar tiefrot und beerig. Ganz ohne Schalen und Kerne, weil ich sie immer durch die Beerenpresse durchdrehe.

Und natürlich kamen auch ein paar Früchte in meinen Rumtopf. Bis auf ein paar Aprikosen schwimmen darin nur eigene Früchte.

Rumtopf (c) by Joachim Wenk
Rumtopf (c) by Joachim Wenk
 

Weniger für die Küche als für die Gesundheit oder Pflege ist die folgende Ernte gedacht.  Ein  Schwung Ringelblumenblüten wird verarbeitet zu Ringelblumensalbe.

Ringelblumenblüten (c) by Joachim Wenk
Ringelblumenblüten (c) by Joachim Wenk

Mit Schweineschmalz werden sie erhitzt und dann ziehen lassen. 

Ringelblumensalbe herstellen (c) by Joachim Wenk
Ringelblumensalbe herstellen (c) by Joachim Wenk

Wieder erhitzen, daß das Fett flüssig wird und durch ein feines Sieb gießen.

Ringelblumensalbe herstellen (c) by Joachim Wenk
Ringelblumensalbe herstellen (c) by Joachim Wenk

Eigentlich ist damit alles getan. Es waren aber noch nicht viele Blüten, also werde ich das Fett mit dem nächsten Schwung Blüten noch einmal der Prozedur unterziehen. Dann fülle ich es ab in diese winzigen Marmeladengläschen, in denen man in Hotels beim  Frühstück Honig oder Marmelade erhält. Die lagern dann im Kühlschrank unten im Gemüsefach bis zur Verwendung. Die winzigen Gläschen haben den Vorteil, daß man beim Verwenden auch einmal mit dem Finger hinein kann. Kleine Hautverletzungen,  Schürfungen,  rauhe oder eingerissene Haut wird damit absolut erfolgreich behandelt.  Ist das Gläschen länger im Badezimmer und nicht im Kühlschrank, wird also verwendet, so wird das  Fett ranzig und wird entsorgt. Das nächste Gläschen wird dann geöffnet.

Im vergangen Jahr, wegen der  Dürre, hatte ich nichts zum Ernten und so mußte ich  dieses Jahr noch auf letzte Gläschen von 2014 zurückgreifen. Sie sind nicht ranzig und haben noch immer ihre prompte  Wirkung auf die Haut.



Weiter geht es im  Garten. Es ist das erste (!)  Jahr, in dem ich zur rechten Zeit richtig Möhren ernten kann.  Nicht nur hier und da ein paar, sondern gleich zwei Reihen. Ich weiß jetzt warum sie nie gekeimt sind bei mir. Dieses Jahr habe ich wieder ganz zeitig im Frühjahr gesät und dann aber von Anfang an regelmäßig gegossen. Es ist auch im Frühjahr zu trocken, als dass so etwas keimen könnte. ohne Gießkanneneinsatz. Diesjahr sind sie traumhaft aufgelaufen und jetzt erntereif. Ich habe noch ein paar Lagermöhren ebenfalls in den Beeten stehen. Die habe ich endlich vereinzelt.  Der Bund Mini-Möhren links neben dem Korb ist das Ergebnis. So süße kleine Möhrchen schon. Und die soll man einfach so entsorgen? Nichts ! Da habe ich schon eine Verwendung für sie. Dazu später mehr. 

Möhrenernte (c) by Joachim Wenk
Möhrenernte (c) by Joachim Wenk


Das sind sie also meine Möhren, mein ganzer Gärtnerstolz.


Möhrenernte (c) by Joachim Wenk
Möhrenernte (c) by Joachim Wenk

Es waren insgesamt 3800g. Hier seht ihr den Unterschied im Wuchs der beiden Sorten. Links Nantaise/Milan und rechts Oxella.

Möhrenernte  links Nantaise/Milan rechts Oxella (c) by Joachim Wenk
Möhrenernte  links Nantaise/Milan rechts Oxella (c) by Joachim Wenk

Ich habe sie gewaschen, geschält und in Scheiben gehobelt. Die meisten sind portionsweise eingefroren.
Möhren fertig für den Gefrierschrank (c) by Joachim Wenk
Möhren fertig für den Gefrierschrank (c) by Joachim Wenk


Die winzigen Möhrchen habe ich mit samt dem Kraut und ein paar Winterheckzwiebeln und etwas Salz im Mixer zu Brei verarbeitet. Der kam auf die Ablagen des Dörrapparates und wurde über Nacht getrocknet. Heute ist er trocken, wurde abermals im Mixer zu  Pulver gemahlen und wartet jetzt im Vorratsbehälter auf das  was da noch kommt. Ich denke da an Sellerie und Lauch und Petersielie und anderes. Immer das gleiche Vorgehen. Im Herbst hat sich dann, auch mit übrigem oder nicht gut ausgebildeten Blumenkohlresten oder  Kohlrabi, einiges aromatisches Angesammelt. Ich mische alles gut durch und fertig ist meine Gemüsebrühpulver mit dem ich alles  Essen würze. Salz gebe ich sehr wenig dazu. So kann ich die Speisen später nachwürzen ohne zu versalzen. In den entsprechenden Rezepten wird natürlich immer alles auf einmal gemixt und verarbeitet. Bei mir fallen aber die Sachen, wie jetzt die Möhrchen so nach und nach an. Dem Endprodukt ist es egal ob alles auf einmal im Mixer zu Brei verarbeitet und dann getrocknet wird,  oder so nacheinander. 

Gemüsebrühpulver selber machen (c) by Joachim Wenk
Gemüsebrühpulver selber machen (c) by Joachim Wenk


Die erste nennenswerte Ernte aus meinem  Weihergarten sind Einlegegurken. Vorgebirgstrauben heißen sie und machen sich prächtig. Leider haben sie, wie die Gurken oben im Garten auch, kranke Blätter. Die Hitze und ewige Trockenheit sind Schuld. Wer weiß, wie viel ich davon noch ernten kann. 

Jetzt sind es erst einmal 1200g. 

Einlegegurken (c) by Joachim Wenk
Einlegegurken (c) by Joachim Wenk

Nachdem mir Essiggurken nie gelungen sind und alles nur blöd schmeckte, habe ich dieses Jahr Glück. Eher zufällig kam ich auf das milchsaure Vergären. Sauerkraut im Glas kenne und schätze ich. Klar da geht noch mehr. Und so sind in ein paar Gläsern die Möhren und alle Gurken verarbeitet. Es sind zwar Weck-Gläser, aber es ist nichts eingekocht. Nur eingefüllt mit Salzlake und Gewürzen versehen und dann fest verschlossen. Zu  hoher Überdruck kann entweichen, von außen kommt nichts hinein. Heute, einen Tag danach blubbern die Möhren schon stark vor sich hin.

Ich habe vor einigen Wochen einen Versuch gestartet mit gekauften Gurken und bin vom  Geschmack und natürlich von der  Einfachheit dieser Konservierungsmethode begeistert. Man braucht weder zum Zubereiten noch zum Lagern Energie durch Küchenherd oder Tiefkühler.

Möhren und Gurken fertig für die Milchsäuregärung (c) by Joachim Wenk
Möhren und Gurken fertig für die Milchsäuregärung (c) by Joachim Wenk


Nebenher habe ich noch mein Sauerteig-Vollkornbrot gebacken und heute ein Blech Streuselkuchen. Letzterer ist auch im Tiefkühler. Wenn Besuch kommt ist dann rasch ein köstlicher Kuchen auf dem Tisch. 

So langsam langt es mir für diesen Küchen-Marathon mittlerweile auch. Nur noch ein Pfund Mangold Verde da taglio eintuppern und ab in den Gefierschrank. Dann ist erst mal Pause mit Konservieren und Ernten. 

Mangold (c) by Joachim Wenk
Mangold (c) by Joachim Wenk


Gestern beim Ernten waren wieder beinahe 40°C und blauer Himmel. Seit vielen Wochen kein  Regen. Im Garten sieht es nicht aus, als könnte ein Gärtnerherz hier jubilieren. Frust und Depression über viel vergebene Mühen und Hoffnungen kam auf. Das war auch ein Grund, schnell zu ernten, was sich eignete, bevor es kaputt geht. 
Wieder Dürre im Garten (c) by Joachim Wenk
Wieder Dürre im Garten (c) by Joachim Wenk

Wieder Dürre im Garten (c) by Joachim Wenk
Wieder Dürre im Garten (c) by Joachim Wenk

Wieder Dürre im Garten (c) by Joachim Wenk
Wieder Dürre im Garten (c) by Joachim Wenk

Wieder Dürre im Garten (c) by Joachim Wenk
Wieder Dürre im Garten (c) by Joachim Wenk

Wieder Dürre im Garten (c) by Joachim Wenk
Wieder Dürre im Garten (c) by Joachim Wenk
Wieder Dürre im Garten (c) by Joachim Wenk
Wieder Dürre im Garten (c) by Joachim Wenk



Mittlerweile hat es tatsächlich geregnet. 5l/qm (und das bezeichne ich schon fast als  Starkregen) ergossen sich und der Himmel war bedeckt. Warm ist es allerdings mit 25° geblieben.  Jetzt ist der  Boden oberflächlich angefeuchtet und ich mußte heute nicht gießen. In dieser Zeit mußte ich dann allerdings die Küche putzen. Nach der Küchenschlacht ein notwendiges Übel. 


Jetzt hoffe ich auf Samstag, da ist wenigstens wieder Regen möglich, laut Vorhersage. Es steht doch noch so viel in den Beeten und etliches braucht noch sehr lange bis zur Ernte. Ohne Wasser aber wird das nichts.