Montag, 27. Juni 2016

Samstag Besuch, Sonntag Ausflug und eine Erkenntnis zum eigenen Gartenparadies

So, nun war er da, unser Besuch, für den wir im Garten und um den Garten herum alles auf Fordermann gebracht haben. 

Einen ganz wundervollen Samstag Nachmittag mit viel Lachen und viel Essen und viel Unterhaltung haben wir verbracht. Garten, Karpfenweiher und Weihergarten habe ich gezeigt. 

Das Wetter war sehr schön. Nicht mehr so heiß, aber sonnig. Abends kamen Unwetterwolken. Dann, als sie da waren, kam ein ganz starker und kurzer Wind und hat sie alle verteilt. 1l Regen viel, also leider viel zu wenig (wo ich so dringend Regen bräuchte). Im gleichen Dorf aber am anderen  Ende waren es immerhin 3l und beim Freund der irgendwo zwischen den beiden eben genannten Meßstellen wohnt waren 0l herunter gekommen. Und das in einem kleinen Dorf und nicht etwa einer Großstadt wie Berlin mit vielen km zwischen den einzelnen Meßbehältern. 

alles wird begutachtet und ausprobiert (c) by Joachim Wenk
alles wird begutachtet und ausprobiert (c) by Joachim Wenk

fröhliche Runde unterm Sonnenschirm (c) by Joachim Wenk
fröhliche Runde unterm Sonnenschirm (c) by Joachim Wenk


Am Sonntag habe ich in der Früh rasch ein wenig gegossen und versuchshalber Natron mit Wasser gegen Mehltau an Gurken gespritzt. Wir wollten ja noch einen Ausflug machen. Eile war im Garten daher angesagt. 

Meine Andenbeere hängt über und über mit Früchten voll. Es ist ja erst Juni und so schon erstaunlich. Das macht die Überwinterung aus. Hätte ich erst im Februar gesät, wären die ersten Früchte gegen Ende September zu erkennen. 

Physalis (c) by Joachim Wenk
Physalis (c) by Joachim Wenk


Der Butterkohl sieht schön aus, ob der noch seinen lockeren und spitzen Kopf bildet? Und ob der das nicht hätte schon längst machen müssen? Ich weiß es nicht. Ich merke nur, dass es wie in jedem Jahr gegen Ende Juni (also so in etwa Johanni) losgeht. Heiß, trocken und Schädlinge tierischer und pflanzlicher Natur machen sich breit. Fehlzusammensetzungen wie auch immer im Boden zeigen sich im Wachstum der Pflanzen. Wann ich das wohl endlich einmal überwunden haben werde....

Butterkohl (c) by Joachim Wenk
Butterkohl (c) by Joachim Wenk

Tomaten (c) by Joachim Wenk
Tomaten (c) by Joachim Wenk


Der Kohl steht sehr schön im Beet. Auch hier weiß ich nicht, ob er so in Ordnung ist oder nicht größer sein sollte. Wahrscheinlich ist es aber so, daß ich wohl eher auf den Kauf und das Lesen diverser Garten- und Landmagazine verzichten sollte. Die verwirren mich mehr als sie mir bringen. Dort jedenfalls steht immer schon viel früher von Ernten und Arbeiten, die bei mir noch lang nicht möglich sind. Und eben der Kohl sieht deutlich anders aus, wenn ich mich gerade an ein aktuelle Foto aus einem solchen Magazin erinnere.

Blaukraut und Weißkraut (c) by Joachim Wenk
Blaukraut und Weißkraut (c) by Joachim Wenk


Eben nach Johanni kommen die Schäden. Sogar die Sonne schadet. Am Donnerstag nachmittag war alles in Ordnung im Garten. Viele war welk aber intakt. Freitag, also einen Tag später waren die Bohneblätter total verbrannt, die Zucchiniblätter, an den Rändern verbrannt. Eine Zucchini am Stiel verfault und mußte entsorgt werden (trotz Dürre und keinem Gießen). Die Zitrone und Grapefruit im Kübel haben verbrannte Blätter. Und das von einem Tag Sonne, die allerdings fürchterlich aggressiv vom Himmel stach.

verbrannte Blätter der Stangenbohnen (c) by Joachim Wenk
verbrannte Blätter der Stangenbohnen (c) by Joachim Wenk


Also ich vor kurzem meine Komposthaufen umgeschichtet habe startete ich einen Versuch, der immer wieder empfohlen wird. Ein Test, ob der Kompost schon reif ist und ausgebracht werden kann. 

Hier habe ich im linken Schälchen Kompost, frisch umgeschichtet, und im rechten Schälchen Wurmhumus frisch aus der Farm eingefüllt und Kresse gesät. 

Zuerst sah ich keinen Unterschied. Je mehr die Kresse aber wächst, desto mehr sehe ich ihn. Die im noch unreifen Kompost werden eher schlacksig. Zwar größer als die im Wurmhumus, aber schwächer und heller grün. Der Kompost ist noch nicht gut, um zu den Pflanzen zu kommen. Wurmhumus dagegen kann frisch aus der Farm entnommen bereits zu den Pflanzen gegeben oder in die Erde gemischt werden. 

Im rechten Schälchen mit Wurmhumus wachsen sie langsamer, aber gedrungen und sind dunkelgrün. Jetzt bin ich am Überlegen, was das für mich bedeutet. Ich sehe das beinahe als Abbild meines Gartens. So wie im linken Schälchen wächst alles sehr gut, ist aber doch anfällig für Krankheiten und auch hellgrün. Liegt es am Kompost? Zu viel glaube ich fast gar nicht, weil ich mich schon genau an die empfohlenen Liter-Angaben pro Quadratmeter gehalten habe. Zu früh doch noch ausgebracht? Vielleicht sollte ich ihn im Herbst und nicht im Frühjahr ausbringen?  Jedenfalls bin ich  hier noch weiter am überlegen. 

Kressetest mit noch unreifen Kompost (links) und ganz frischem Wurmhumus (rechts) (c) by Joachim Wenk
Kressetest mit noch unreifen Kompost (links) und ganz frischem Wurmhumus (rechts) (c) by Joachim Wenk


Sehr erfreut bin ich über den Muskateller Salbei, den ich letzten Sommer als Samen von Sabine mit brachte. So mächtig hätte ich mir diese Staude garnicht vorgestellt. Wirklich beeindruckend diese kräftigen Pflanzen und ihre Blütenkerzen.

Muskateller Salbei blüht (c) by Joachim Wenk
Muskateller Salbei blüht (c) by Joachim Wenk

Muskateller Salbei blüht (c) by Joachim Wenk
Muskateller Salbei blüht (c) by Joachim Wenk


So wollte ich es immer haben.  Ramblerrosen hängen bühend aus alten Bäumen.  Diesen Anblick genossen wir am Sonntag Abend nach dem Grillen im Garten. Nein! Wir sind keine Fußballfans, sondern haben wirklich am Sonntag mit einem befreundeten Ehepaar im Garten gegrillt.

Unseren Sonntagsausflug hatten wir da bereits hinter uns. Wir besuchten drei Gärten der offenen Gartentür. Auf dieser Tour trafen wir besagtes Freundespaar und verabredeten uns abends zum Grillen. So zurück in meinem Garten, wurde mir klar, daß ich eigentlich sofort bei dieser Veranstaltung auch mitmachen hätte können. Und dabei wäre mein Garten  sicher nicht uninteressanteste und ungepflegteste gewesen. Das mag hochnäsig klingen, aber wenn ich ehrlich bin und selbst Skrupel habe, ob  mein Paradies ausreicht um es zu bewerben und Leute lange Anfahrten in Kauf nehmen zu lassen, so  weiß ich nach diesen drei  Gärten, dass nicht ich es bin der diese Skrupel haben sollte. Wir nahmen uns vor, auch einmal an dieser Veranstaltung teil zu nehmen.

Dann kommen aber gleich die Bedenken mit so vielen fremden Menschen im eigenen Zuhause. Wollen wir das wirklich? Da gibt es wohl noch einiges dafür und dawider zu bedenken. Der Garten selbst allerdings gibt jedenfalls keinen Grund, es nicht zu tun.
Ramblerrose Pauls Himalayan  Musk Blütentriebe hängen aus altem Walnußbaum (c) by Joachim Wenk
Ramblerrose Pauls Himalayan  Musk Blütentriebe hängen aus altem Walnußbaum (c) by Joachim Wenk

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen