Freitag, 3. Juni 2016

kommen'se näher, kommen'se ran.... Nicht mehr, mittlerweile kann ich auch von der Ferne genießen

Jetzt zu dieser Jahreszeit kann ich einfach nicht oft genug staunend und voll Freude durch den Garten schlendern.

Hier der Hausbaum, die Baumhaselnuß. Er ist so stark schon gewachsen in den zwei Standjahren. Jetzt erkennt man langsam den Baum in ihm. Darunter sollten ein paar klein bleibende Stauden wachsen: trockenheitstolerant, schneckensicher, dauerblühend. Was kommt dafür in Frage? Natürlich die Storchschnäbel. Damit die einen schönen Rahmen erhalten, habe ich letztes Jahr beim Schnitt der Buchsbaumkugeln im Gemüsegarten Stecklinge gemacht. Nach dem man bis zum späten Herbst vor Dürre nichts auspflanzen konnte, setzte ich sie spät im Jahr in den Ring aus Granitsteinen.

Jetzt sieht man, daß fast alle den Winter überlebt haben und frisches Grün treiben. Ein paar, komischer Weise vermehrt in einem Kreissegment konzentriert, sind kaputt.

Vor kurzem habe ich dann auch den Grund dafür heraus gefunden. Es ist eine besondere Art des Buchsbaumpinklers. Etwa fünfzig Zentimeter hoch, tiefschwarz mit weißer Brust, flauschiges Fell und  Schlappohren. Die Männchen dieser Gattung haben die Eigenart, bestimmte Stellen im Garten als Markierungspunkte ihres Reviers unentwegt mit Urin zu beträufeln. Das hat der Buchs nicht überlebt.

Gut, der Buchs im Gemüsegarten ist mittlerweile wieder geschnitten, Stecklinge stehen in Töpfen und werden wohl anwurzeln. Wie aber bringe ich meinem zwar schlauen aber recht sturen Hund bei, daß er sich vom Hausbaum fernhalten soll?



Baumhaselnuß als Hausbaum (c) by Joachim Wenk
Baumhaselnuß als Hausbaum (c) by Joachim Wenk


Nicht an vorderster Front, sondern in der Mitte des Kreises, wächst und gedeiht der Storchschnabel und blüht sogar bereits. Ein sehr zartes hübsch gestreiftes Blütchen von nicht einmal zwei Zentimetern Durchmessern habe ich gerade entdeckt. 

Storchschnabel unterm Hausbaum (c) by Joachim Wenk
Storchschnabel unterm Hausbaum (c) by Joachim Wenk


Kommt ruhig noch ein wenig näher und seht die  feinen Linien, die einer wohl mit seinem feinsten Pinsel darauf gemalt zu haben scheint. 

Storchschnabel  (c) by Joachim Wenk
Storchschnabel  (c) by Joachim Wenk


Ja, noch vor 3 Jahren bemerkte ich etwas in meinem Garten, das mir nicht gefiel. 

So wie dieses winzige und zarte Blütchen vom Storchschnabel, konnte ich immer wieder Blüten hier und da finden und  fotografieren. Dann wurden sie in meinem jungen Gartenblog veröffentlichen. Es gab viel Schönes zu sehen. Allerdings musste man immer direkt davor stehen, sich hinbücken oder es suchen. Mir fiel auf, daß etwas fehlt, was ich als Fernwirkung bezeichnete. 

Man sollte doch auch aufrecht stehend oder in einen entfernteren Gartenteil blickend, gleich erkennen, daß es dort auch noch etwas Schönes zu entdecken ist. 

Ich pflanzte viele, viele Stauden. Ich achtete vermehrt darauf, daß zu jeder Jahreszeit etwas blüht und ich besorgte mir große Stauden oder welche, die in Horden durch Selbstaussaat auftreten. 

Jetzt ist es so weit. Man kann wirklich nicht mehr sagen, daß die Fernwirkung fehlt. Oder? Wer das übersieht, der muß wohl einen Sehfehler haben. 





blühende Weigelie als Hintergrund für das Staudenbeet (c) by Joachim Wenk
blühende Weigelie als Hintergrund für das Staudenbeet (c) by Joachim Wenk

 Das Mäuerchenbeet im Vorgarten ist gerade besonders üppig. Und seit vorgestern blüht noch dazu die Weigelie als Hintergrund zu Akeleien, Seidenmohn, Katzenminze, Storchschnabel und gerade aufblühendem Bertram.  Bis auf den blauen Storchschnabel habe ich übrigens nicht eine Blume dort hin gepflanzt, wo sie gerade blühen!

Wie beim Storchschnabel am Hausbaum, wollen wir dennoch einmal noch näher ran gehen. So unterschiedliche Blütenformen gibt es da zu bewundern. Und die Intensität der Farben! Der Regen und das milde Wetter fördern die Schönheit noch mehr. 

Akelei, Flockenblume, Weigelie, Storchschnabel, Bertram (c) by Joachim Wenk
Akelei, Flockenblume, Weigelie, Storchschnabel, Bertram (c) by Joachim Wenk

In all dem Wuchern blüht sogar schon meine erste Rose. Die Pompon de Bourgogne ist ein Winzling mit super süßen und stark duftenden Blüten. 

Pompon de Bourgogne (c) by Joachim Wenk
Pompon de Bourgogne (c) by Joachim Wenk
Schöner könnte man es nicht anpflanzen, als es die Stauden selbst getan haben. Ausläufer, Ableger, Sämlinge. Manch eine Pflanze kommt ganz schön herum. 


kräftiges Wachstum im Staudenbeet (c) by Joachim Wenk
kräftiges Wachstum im Staudenbeet (c) by Joachim Wenk


Das Brandkraut führt demnächst einen Farbwechsel im Beet durch. Wo jetzt noch in Lila-Braun-Blau geblüht wird, herrschen dann langsam die weißen und gelben  Töne vor. 

Knospen vom gelben Brandkraut (c) by Joachim Wenk
Knospen vom gelben Brandkraut (c) by Joachim Wenk

 Ganz vorsichtig gelb blüht bereits jetzt die Taglilie. Wie oben das Brandkraut, ein Geschenk von der Sabine. 
gelbe Taglilie (c) by Joachim Wenk
gelbe Taglilie (c) by Joachim Wenk



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