Dienstag, 7. Juni 2016

gewollter und ungewollter Wildwuchs

Heute starte ich meinen Wochenendbericht einmal wieder mit Blüten und nicht mit Gemüse. Das kommt aber später auch noch dran. 

Traumhaftes Wetter haben wir gerade. Der Hund findet das wohl eher nicht, weil es nachmittags und fast die ganzen Nächte durch grummelt und donnert. Das ängstigt ihn immer ganz fürchterlich. Im Endeffekt bleibt es aber ruhig und es kommt weder Wind, noch ergiebiger Regen noch Hagel. Wir haben weiter Glück. 

Im Garten wuchert es bei diesem feuchtwarmen Wachs-Wetter unbändig. Die Stauden erdrücken sich stellenweise gegenseitig mit ihrer Blattmasse. 

Leider aber wuchert die hübsche Rose  Marguerite Hilling auch im 4. Standjahr überhaupt nicht. Anders steht es in den Beschreibungen dieser wohl stark wüchsigen Rose. Bei mir kommt sie über 50 cm Höhe nicht hinaus und hat immer nur einen oder zwei Äste. Jedes Jahr hoffe ich auf Wachstum. Immerhin ist es ja eine Strauchrose. Ihre Blüten sind wundervoll. Genau so wollte ich es haben. Allerdings wild um und durch den Zaun wuchernd. Ob das jemals noch etwas wird?

Rose Marguerite Hilling (c) by Joachim Wenk
Rose Marguerite Hilling (c) by Joachim Wenk
Draußen vor dem Zaun fand ich diese tolle Farbkombination. Weiße Margeriten neben der blauen Bank. Und ich sage es wieder und wieder: Nicht immer allen Wildwuchs ausreißen! Einfach auch mal etwas wachsen und stehen lassen. Sonst ergäben sich solche witzigen kleinen Gartenszenen ja nie.

weiße Margeriten bei blauer Gartenbank (c) by Joachim Wenk
weiße Margeriten bei blauer Gartenbank (c) by Joachim Wenk

Bei den Bank-Margeriten ist es sogar schon die zweite Generation beim "Stehengelassenen". Hinter dem Zaun, unweit der Bank, wachsen die Vorfahren von ihnen.  Ebenfalls wild aufgegangen, in den Fugen zwischen Mauer und Betonboden. 


weiße Margeriten (c) by Joachim Wenk
weiße Margeriten (c) by Joachim Wenk


Sowohl die Katzenminze als auch der Seidenmohn haben sich in dieser Szene selbst gesucht und gefunden. So sieht das Staudenbeet jedes Jahr ein wenig anders aus. Einfach die richtigen Sämlinge stehen lassen!


Seidenmohn und Katzenminze (c) by Joachim Wenk
Seidenmohn und Katzenminze (c) by Joachim Wenk


Vielleicht steht in der einen oder anderen Gartnecke ja auch so ein Sämling. Wildrosen gehen bei mir überall in den Beeten auf. Leider sind sie etwas zu groß, um mehr von ihnen wachsen zu lassen. Die hier steht zwischen Zaun und Scheune und muß jedes Jahr massiv geschnitten werden. Hätte doch meine Marguerite Hilling ein klein wenig von der Wuchskraft der Wildrosen.

Im Herbst kommen ihre Früchte immer mit in mein  Hagebuttenmus.

blühende Wildrose bei der Scheune (c) by Joachim Wenk
blühende Wildrose bei der Scheune (c) by Joachim Wenk


Sie darf eben nicht noch mehr wuchern, weil ja eigentlich die Ramblerrose Snowflake an der Scheunenwand ihren Auftritt hat. Weiß mit dottergelber Mitte leuchten hier in ein paar Wochen dann wieder die Blütenkaskaden. Oft ist ja der Fuß so einer Kletterrose eher stachelig und kahl. Wie gut, daß der Beinwell hier wuchern darf und jetzt schon Hummeln und Bienen zu Hauf anlockt. Vom kahlen Fuß der Rose ist nichts zu sehen.

Ramblerrose Snowflake mit Geranium und Beinwell (c) by Joachim  Wenk
Ramblerrose Snowflake mit Geranium
und Beinwell (c) by Joachim  Wenk

Vielleicht seht ihr auf dem Bild oben den roten Punkt neben dem Beinwell. Das ist meine neueste Rose Parfum de l'Hay. Gepflanzt im Herbst und nun schon erfreut sie mein Auge und meine Nase mit einer Blüte. Eine alte Strauchrose, die aber den ganzen Sommer über blühen soll. Sie wird etwas 1,5 m hoch und wird die Ecke hier noch ein wenig zu wuchern. Dann muß man mit dem Rasenmäher das Eck nicht mehr mähen.

Rose Parfum de l'Hay (c) by Joachim Wenk
Rose Parfum de l'Hay (c) by Joachim Wenk


Genau wie die Marguerite Hilling vorne am Gartenzaun, habe ich die Climbing Madame Caroline Testout schon seit Frühjahr 2012. Nun wird sie das erste mal blühen. Ich hatte diese Rose schon einmal ,und weiß, daß sie traumhaft und den ganzen Sommer üppig duftend blüht. Sie stand an der Scheune, wo jetzt die Ramblerrose wächst. Kurz nach dem ersten Austrieb gab es einen Motorsensenunfall und sie war wieder weg. Von diesem Schock hat sie sich nie richtig erholt und wuchs nicht mehr. Ich wollte aber an der Scheune eine Rose und kaufte eine neue. 

Da die Mme Caroline ja aber nur mickerte und  doch noch nicht kaputt war, setzte ich sie hinters Staudenbeet an den Zaun. Schnell habe ich sie vergessen und weil ich nicht alles was wächst ,gleich raus reiße, wuchs eines Tages ein Rosentrieb dort im Eck. Ich schnitt ihn auch ab, weil ich dachte es ist wieder eine Wildrose. Er wuchs wieder und ich wurde stutzig, weil die Blätter nicht die einer Wildrose waren. Irgendwann entsann ich mich und wusste, oh Gott, das ist ja die Kletterrose. Klar, ein wenig am Boden scharrend, fand ich das Namensschildchen. Sie ist es! 

Nun, da sie ja doch wächst, wollte ich einen Rosenbogen haben. Den bekam ich 2015 zum Geburtstag. Und jetzt 2016 ist es endlich so weit, über und über ist sie mit Knospen besetzt .

Rosenbogen mit Clbg. Mme Caroline Testout  (c) by Joachim Wenk
Rosenbogen mit Clbg. Mme Caroline Testout  (c) by Joachim Wenk

In der Zwischenzeit bis zu ihrer Blüte schmückt eine Akelei den Eingang zum Gemüsegarten mit ihren Blüten. 

weiße Akelei (c) by Joachim Wenk
weiße Akelei (c) by Joachim Wenk

Und dann im Gemüsegarten. Ja, das war mal wieder dringend nötig. Durch das feuchtwarme Wetter sprießt natürlich auch das Unkraut zwischen dem Gemüse empor. 

Diese Art von Wildwuchs allerdings kann ich nicht dulden, weil sonst die eigentlichen, meine Kulturpflanzen, geschwächt werden. Auf allen Vieren bin ich um und durch das Schneckenzaunbeet gerobbt. Viele, viele Eimer an Unkraut habe ich entfernt. Jetzt sieht man das  Gemüse, vor allem bei den Möhren und Zwiebeln war es schlimm, wieder. Auch haben nun die Gemüsepflanzen wieder mehr Licht und Luft für ein   gesundes Wachstum. So ein Unkraut-Rundumschlag ist immer wieder einmal fällig. Ganz weg bekommt man es ohnehin nicht, was auch nicht nötig ist. 

Unter dem Rasenmulch hält sich das Unkrautwachstum wirklich sehr in Grenzen. 

Mischkultur im Gemüsebeet   (c) by Joachim Wenk
Mischkultur im Gemüsebeet  nach dem Unkrautrupfen (c) by Joachim Wenk


Der Kohl, welcher sich kurz vor und kurz nach dem Auspflanzen fast verabschiedet hatte, ist mittlerweile über den Berg und wächst. Mangold habe ich nun schon zum zweiten Mal nachgesät, der keimt sehr schlecht finde ich. Am Baustahlgitter stehen Gurkenpflänzchen. Damit Platz in der Horizontalen gespart wird, müssen die sich vertikal ausbreiten.

Das Gitter ist etwa 2,8 m lang und 110 cm hoch. Zwei solche Teile haben etwas über 20€ beim Baustoffhändler gekostet. Ich finde sie sehr praktisch für Gurken und Erbsen. Sie halten quasi ewig und sind in sich sehr stabil. Man benötigt nur ein paar Stützen, damit sie nicht umfallen. Im Handel habe ich Rank-Netze gesehen, die sehr dünn sind. Da sehe ich im Katalog schon, wie sie spätestens im Herbst reißen, wenn man das verwelkte hineingewucherte Grünzeug versucht daraus zu entfernen. Und dann erst das Entwirren vor dem Aufstellen im nächsten Frühjahr. Meine Matten sind rasch freigerupft und irgendwo im Schuppen verstaut. Das Aufstellen geht ebenso rasch. So wie sie an der Oberkante  - im Foto ersichtlich - keine Querverbindung haben, fehlt diese auch an der Unterseite. Das heißt, ich kann die Matte komplett an Ort und Stelle im Beet aufstellen, wenn ich sie etwas mit den senkrechten Stäben in den Boden drücke. Jetzt kann ich in aller Ruhe die Sützlatten einschlagen und sie daran festbinden. Sie fällt ja nicht um, weil sie ein paar Zentimeter in der Erde steckt. Diese Matten kann man in allen Größen erwerben. Sie werden im Baustoffhandel zugeschnitten. Oder man kauft dort vorhandene Abschnitte und Reststücke, die etwa die  Größe haben, die man benötigt.

Baustahlmatte als Gurkenstütze (c) by Joachim Wenk
Baustahlmatte als Gurkenstütze (c) by Joachim Wenk



Die Ackerbohnen blühen fleißig. Ich mußte sie etwas stützen und mit Schnüren sichern. Sie waren zum Teil schon umgelegen. Wenn nun noch die schweren Schoten wachsen, würden sie mir ohne Stütze alle umkippen.

blühende Ackerbohnen oder Saubohnen oder Puffbohnen (c) by Joachim Wenk
blühende Ackerbohnen oder Saubohnen oder Puffbohnen (c) by Joachim Wenk



Bei den Kartoffeln gibt es jetzt auch kein Halten mehr.

Kartoffelbeet (c) by Joachim Wenk
Kartoffelbeet (c) by Joachim Wenk

Noch ist alles bestens im  Gemüsegarten. Leider war bisher jedes Jahr ab Ende Juni, Anfang Juli durch Hitze und Trockenheit vieles am Leiden. Dieses Jahr habe ich aber alles laufend mit Grasmulch bedeckt. Ich hoffe, das hält von Anfang an den Boden locker und feuchter. Gerade beim Rot- und Weißkraut ist Feuchtigkeit im Boden wichtig. Letztes Jahr war besonders schlimm, da habe ich vom späten  Weißkraut überhaupt nichts ernten können. Das wuchs erst gar nicht. 

Kohlbeet (c) by Joachim Wenk
Kohlbeet (c) by Joachim Wenk

Dieses Jahr ist zudem auch einmal relativ regelmäßig etwas Regen gefallen. Der Boden ist angenehm feucht und daher noch locker. Ich bin nun wirklich auf die nächsten Wochen gespannt, ob wieder so ein "Erfolgsknick" feststellbar ist und die Erdflöhe und weiße Fliegen die Freude am Gärtnern verderben oder der Regenmangel das Wachstum verhindert. 

Gegen Fliege und Flöhe versuche ich dieses Jahr auch noch besser gewappnet zu sein. Ich warte nicht, bis sie auftreten, sondern spritze schon jetzt Niehm-Öl auf alles, was Kohl ist. Es wird der Wirkstoff in die Blätter aufgenommen und wenn die ersten Exemplare versuchen leckeren Kohl zu essen,wird ihnen der Appetit vergehen. Bisher hatte das Öl immer geholfen, allerdings waren dann die Pflanzen schon geschädigt, weil ich erst spritzte, wenn schon Schäden sichtbar waren. Jedenfalls habe ich die erleichternde Erfahrung gemacht, daß das wirklich blöd riechende Öl auf den Blättern haftet und durch seinen  Geruch den Kohlweißling verwirrt. Letztes Jahr hatte ich nicht eine einzige Raupe irgendwo am Kohl!


Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk


Prämiere mit dem Bohnenzelt aus verzinktem Wasserrohr. Die Stangenbohnen sind ordentlich gekeimt und können jetzt 3m nach oben wachsen.


Bohnenzelt (c) by Joachim Wenk
Bohnenzelt (c) by Joachim Wenk


Nicht ganz so hoch aber immerhin schon 120 cm hoch ist die Stockrose im Gemüsebeet.

Die Stockrosen haben dieses Jahr auch neue Stützstäbe bekommen. Ebenfalls im Baustoffhandel gibt es diese  Metallstangen. Das gleiche Material, wie die Matten, aber deutlich dicker. Die Stangen haben eine ungeheure Länge und können individuell abgeschnitten werden. Insgesamt 15 m dieser 1,5 cm dicken Stange kosteten 18€. Man muß sie nie lackieren, es platzt kein Lack ab und darunter zerrostet sie, sie verrottet nicht in der Erde und bricht dann ab. Auch wieder eine Anschaffung für die "Ewigkeit". Die Rostoptik passt zudem gut in den rustikalen Landgarten.


Stockrose im Gemüsebeet (c) by Joachim Wenk
Stockrose im Gemüsebeet (c) by Joachim Wenk


Die neuen Spalierbäume sind auch gut angewachsen.

Spalierbäume (c) by Joachim Wenk
Spalierbäume (c) by Joachim Wenk



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