Donnerstag, 30. Juni 2016

Wieder einmal das Thema Minimalselbstversorger

Ich bezeichne mich ja gerne als Selbstversorger. Um den übergenauen Kritikern ein wenig entgegen zu kommen, dann auch ab und an als Teilzeit-Selbstversorger. Denn ich halte weder essbare Tiere, obwohl ich welche esse, und ich webe meine Kluft nicht aus Brennnesselfasern. Dennoch hatte im letzten Jahr der Garten uns fast vollständig mit Obst und Gemüse für den täglichen Gebrauch versorgt. 

Nicht jeder hat so einen Garten und die  Zeit dafür. Dennoch und das weiß ich noch aus meinen eigenen Tagen ohne Garten, träumt sicher der eine oder die andere von eigener Ernte direkt für den Kochtopf. 

Für genau diese Wunsch-Selbstversorger habe ich mir in diesem Jahr vorgenommen, anhand von zwei Gemüsepflanzen rund ums Jahr zu zeigen, wie man auch nur mit zwei Blumentöpfen sich als Minimal-Selbstversorger fühlen kann. Beide wachsen zwar bei mir im Beet, können genau so gut aber in größeren Blumentöpfen oder Blumenkästen angebaut werden. 

Im ersten Beitrag zum Thema ging es um grüne Smoothies aus den Minimalselbstversorger-Gemüsepflanzen. Und wenn man im rechten Rahmen neben dem Blog-Text unter der Rubrik "Themen im Blog" auf MinimalSelbstversorgerPflanzen klickt kommt man ebenfalls zu allen Texten, die ich dazu geschrieben habe. Es werden noch mehr werden!

Die Winterheckenzwiebel seht ihr im Foto unten. Jetzt ist sie endlich so weit, daß sich ein Foto lohnt und ich auch ernten kann. Ausgesät habe ich sie im Topf im zeitigen Frühjahr. 

Wer die Frühlingszwiebeln vom Markt kennt und mag, der wird auch die Winterheckenzwiebel mögen. Sie ist nichts anderes, als Frühlingszwiebeln, die nicht aus der Erde gerupft werden beim Ernten. Lässt man sie einfach wachsen, so bildet sie später einmal ein ganzes Nest an Zwiebeln die beinahe rund ums Jahr treiben. Geerntet wird nur das Grüne über der Erde (wie beim Schnittlauch auch). Wenn man sie aus Samen zieht, so wie ich es tat, sollte man pro Topf etliche Samen sähen, dann hat man gleich ein Zwiebelnest und nicht nur einen einzigen Trieb im großen Topf. 

Winterheckenzwiebel (c) by Joachim Wenk
Winterheckenzwiebel (c) by Joachim Wenk

Auch der Grünkohl wächst beinahe rund ums Jahr. Die Triebspitzen können geerntet werden. Dann verzweigt sich der gekappte Trieb. In der Küche muss man die Stiele und gegebenenfalls Blattrippe entfernen. Sie werden beim Kochen schwer weich.

ewiger Kohl (c) by Joachim Wenk
ewiger Kohl (c) by Joachim Wenk

Ernte vom ewigen Kohl (c) by Joachim Wenk
Ernte vom ewigen Kohl (c) by Joachim Wenk


Für mein Mittagessen heute habe ich die Blätter vom Kohl gewaschen. Blattrippe und Stiele wurden entfernt und dann die Blätter klein gehackt. 

In etwas KoKos - Öl (ich liebe den Kokosgeruch, wenn es heiß wird) habe ich die Blätter kurz angedünstet und dann mit Sahne abgelöscht. 



kleingehackte Kohlblätter andünsten (c) by Joachim Wenk
kleingehackte Kohlblätter andünsten (c) by Joachim Wenk

So köchelten sie dann etwa 15 Minuten auf kleiner Flamme im abgedeckten Topf. Inzwischen habe ich die Winterheckenzwiebeltriebe (4 Stück waren es bei mir) gewaschen, gehackt und dann mit zum Kohl gegeben. Die grünen Triebe sollten nicht zu lange mitkochen, weil sie sonst an Geschmack verlieren. 

Gewürzt wurde mit Salz, Piment, Chili und Mutterkümmel.

dann Sahne und schließliche klein gehacktes Grün der Winterhecke dazugeben (c) by Joachim Wenk
dann Sahne und schließliche klein gehacktes Grün der Winterhecke dazugeben (c) by Joachim Wenk

Im Kühlschrank waren noch Pellkartoffeln von gestern. Etwas klein geschnitten konnten sie am Ende im Gemüse noch warm werden.

am Schluß gekochte Kartoffeln im Gemüse erhitzen (c) by Joachim Wenk
am Schluss gekochte Kartoffeln im Gemüse erhitzen (c) by Joachim Wenk

Fertig war ein schnelles und gesundes Mittagsgericht. Das wäre auch mit einer Ernte vom Balkon, Hinterhof oder sonst einem Fleckchen Erde gegangen. Die Kartoffeln waren auch bei mir gekauft, weil die Neuen noch nicht reif und die Alten lange aufgegessen sind. 

Das war es für heute zum Thema MinimalSelbstversorger. Bis zum nächsten Mal. Bis dahin lasse ich mir schon wieder etwas einfallen. Vielleicht geht es dann um das Thema trocknen? Ein paar Blätter sind bereits im Vorrat....

Montag, 27. Juni 2016

Samstag Besuch, Sonntag Ausflug und eine Erkenntnis zum eigenen Gartenparadies

So, nun war er da, unser Besuch, für den wir im Garten und um den Garten herum alles auf Fordermann gebracht haben. 

Einen ganz wundervollen Samstag Nachmittag mit viel Lachen und viel Essen und viel Unterhaltung haben wir verbracht. Garten, Karpfenweiher und Weihergarten habe ich gezeigt. 

Das Wetter war sehr schön. Nicht mehr so heiß, aber sonnig. Abends kamen Unwetterwolken. Dann, als sie da waren, kam ein ganz starker und kurzer Wind und hat sie alle verteilt. 1l Regen viel, also leider viel zu wenig (wo ich so dringend Regen bräuchte). Im gleichen Dorf aber am anderen  Ende waren es immerhin 3l und beim Freund der irgendwo zwischen den beiden eben genannten Meßstellen wohnt waren 0l herunter gekommen. Und das in einem kleinen Dorf und nicht etwa einer Großstadt wie Berlin mit vielen km zwischen den einzelnen Meßbehältern. 

alles wird begutachtet und ausprobiert (c) by Joachim Wenk
alles wird begutachtet und ausprobiert (c) by Joachim Wenk

fröhliche Runde unterm Sonnenschirm (c) by Joachim Wenk
fröhliche Runde unterm Sonnenschirm (c) by Joachim Wenk


Am Sonntag habe ich in der Früh rasch ein wenig gegossen und versuchshalber Natron mit Wasser gegen Mehltau an Gurken gespritzt. Wir wollten ja noch einen Ausflug machen. Eile war im Garten daher angesagt. 

Meine Andenbeere hängt über und über mit Früchten voll. Es ist ja erst Juni und so schon erstaunlich. Das macht die Überwinterung aus. Hätte ich erst im Februar gesät, wären die ersten Früchte gegen Ende September zu erkennen. 

Physalis (c) by Joachim Wenk
Physalis (c) by Joachim Wenk


Der Butterkohl sieht schön aus, ob der noch seinen lockeren und spitzen Kopf bildet? Und ob der das nicht hätte schon längst machen müssen? Ich weiß es nicht. Ich merke nur, dass es wie in jedem Jahr gegen Ende Juni (also so in etwa Johanni) losgeht. Heiß, trocken und Schädlinge tierischer und pflanzlicher Natur machen sich breit. Fehlzusammensetzungen wie auch immer im Boden zeigen sich im Wachstum der Pflanzen. Wann ich das wohl endlich einmal überwunden haben werde....

Butterkohl (c) by Joachim Wenk
Butterkohl (c) by Joachim Wenk

Tomaten (c) by Joachim Wenk
Tomaten (c) by Joachim Wenk


Der Kohl steht sehr schön im Beet. Auch hier weiß ich nicht, ob er so in Ordnung ist oder nicht größer sein sollte. Wahrscheinlich ist es aber so, daß ich wohl eher auf den Kauf und das Lesen diverser Garten- und Landmagazine verzichten sollte. Die verwirren mich mehr als sie mir bringen. Dort jedenfalls steht immer schon viel früher von Ernten und Arbeiten, die bei mir noch lang nicht möglich sind. Und eben der Kohl sieht deutlich anders aus, wenn ich mich gerade an ein aktuelle Foto aus einem solchen Magazin erinnere.

Blaukraut und Weißkraut (c) by Joachim Wenk
Blaukraut und Weißkraut (c) by Joachim Wenk


Eben nach Johanni kommen die Schäden. Sogar die Sonne schadet. Am Donnerstag nachmittag war alles in Ordnung im Garten. Viele war welk aber intakt. Freitag, also einen Tag später waren die Bohneblätter total verbrannt, die Zucchiniblätter, an den Rändern verbrannt. Eine Zucchini am Stiel verfault und mußte entsorgt werden (trotz Dürre und keinem Gießen). Die Zitrone und Grapefruit im Kübel haben verbrannte Blätter. Und das von einem Tag Sonne, die allerdings fürchterlich aggressiv vom Himmel stach.

verbrannte Blätter der Stangenbohnen (c) by Joachim Wenk
verbrannte Blätter der Stangenbohnen (c) by Joachim Wenk


Also ich vor kurzem meine Komposthaufen umgeschichtet habe startete ich einen Versuch, der immer wieder empfohlen wird. Ein Test, ob der Kompost schon reif ist und ausgebracht werden kann. 

Hier habe ich im linken Schälchen Kompost, frisch umgeschichtet, und im rechten Schälchen Wurmhumus frisch aus der Farm eingefüllt und Kresse gesät. 

Zuerst sah ich keinen Unterschied. Je mehr die Kresse aber wächst, desto mehr sehe ich ihn. Die im noch unreifen Kompost werden eher schlacksig. Zwar größer als die im Wurmhumus, aber schwächer und heller grün. Der Kompost ist noch nicht gut, um zu den Pflanzen zu kommen. Wurmhumus dagegen kann frisch aus der Farm entnommen bereits zu den Pflanzen gegeben oder in die Erde gemischt werden. 

Im rechten Schälchen mit Wurmhumus wachsen sie langsamer, aber gedrungen und sind dunkelgrün. Jetzt bin ich am Überlegen, was das für mich bedeutet. Ich sehe das beinahe als Abbild meines Gartens. So wie im linken Schälchen wächst alles sehr gut, ist aber doch anfällig für Krankheiten und auch hellgrün. Liegt es am Kompost? Zu viel glaube ich fast gar nicht, weil ich mich schon genau an die empfohlenen Liter-Angaben pro Quadratmeter gehalten habe. Zu früh doch noch ausgebracht? Vielleicht sollte ich ihn im Herbst und nicht im Frühjahr ausbringen?  Jedenfalls bin ich  hier noch weiter am überlegen. 

Kressetest mit noch unreifen Kompost (links) und ganz frischem Wurmhumus (rechts) (c) by Joachim Wenk
Kressetest mit noch unreifen Kompost (links) und ganz frischem Wurmhumus (rechts) (c) by Joachim Wenk


Sehr erfreut bin ich über den Muskateller Salbei, den ich letzten Sommer als Samen von Sabine mit brachte. So mächtig hätte ich mir diese Staude garnicht vorgestellt. Wirklich beeindruckend diese kräftigen Pflanzen und ihre Blütenkerzen.

Muskateller Salbei blüht (c) by Joachim Wenk
Muskateller Salbei blüht (c) by Joachim Wenk

Muskateller Salbei blüht (c) by Joachim Wenk
Muskateller Salbei blüht (c) by Joachim Wenk


So wollte ich es immer haben.  Ramblerrosen hängen bühend aus alten Bäumen.  Diesen Anblick genossen wir am Sonntag Abend nach dem Grillen im Garten. Nein! Wir sind keine Fußballfans, sondern haben wirklich am Sonntag mit einem befreundeten Ehepaar im Garten gegrillt.

Unseren Sonntagsausflug hatten wir da bereits hinter uns. Wir besuchten drei Gärten der offenen Gartentür. Auf dieser Tour trafen wir besagtes Freundespaar und verabredeten uns abends zum Grillen. So zurück in meinem Garten, wurde mir klar, daß ich eigentlich sofort bei dieser Veranstaltung auch mitmachen hätte können. Und dabei wäre mein Garten  sicher nicht uninteressanteste und ungepflegteste gewesen. Das mag hochnäsig klingen, aber wenn ich ehrlich bin und selbst Skrupel habe, ob  mein Paradies ausreicht um es zu bewerben und Leute lange Anfahrten in Kauf nehmen zu lassen, so  weiß ich nach diesen drei  Gärten, dass nicht ich es bin der diese Skrupel haben sollte. Wir nahmen uns vor, auch einmal an dieser Veranstaltung teil zu nehmen.

Dann kommen aber gleich die Bedenken mit so vielen fremden Menschen im eigenen Zuhause. Wollen wir das wirklich? Da gibt es wohl noch einiges dafür und dawider zu bedenken. Der Garten selbst allerdings gibt jedenfalls keinen Grund, es nicht zu tun.
Ramblerrose Pauls Himalayan  Musk Blütentriebe hängen aus altem Walnußbaum (c) by Joachim Wenk
Ramblerrose Pauls Himalayan  Musk Blütentriebe hängen aus altem Walnußbaum (c) by Joachim Wenk

Donnerstag, 23. Juni 2016

So lange ist es schon her...

kanarischer Drachenbaum (dracaena draco) (c) by Joachim Wenk
kanarischer Drachenbaum (dracaena draco) (c) by Joachim Wenk


So lange ist es also her, daß wir das letzte Mal ganz privat und ganz zweisam im Urlaub waren. Es war Frühjahr und wir genossen Gran Canaria. Bei den Souvenirshops gab es Samen zu kaufen. Der kanarische Drachenbaum  (dracaena draco) hatte mir gefallen. Ein einziges Samenkorn war im Tütchen, etwa erbsengroß. Was daraus geworden ist, sehr ihr auf dem Foto. Immerhin blauer könnte der Himmel auch auf den Canaren nicht sein und wärmer wäre es wohl auch nicht.

Der Einzige, der  hier bei uns im Garten sich erfrischt, ist der Hund in der Hundebadewanne. Wir haben dafür keine Zeit. Gerackert und geschuftet wird. Es hat fast 30°C aber es gibt vor dem Besuch am Wochenende noch einiges zu erledigen.

Der Hang zur Dorfstraße muß gemäht werden. Bei der Hitze einen Südwesthang bearbeiten ist gelinde gesagt schweißtreibend.

Dennoch erinnere ich mich dabei an März diesen Jahres. Bei nebelgrauem Wetter haben wir die überalterte und fast nur aus Totholz bestehende Strauchrose bodeneben abgeschnitten. Genau wie die kurze Hecke gegenüber der Einfahrt. Heute steht alles wieder verjüngt und kräftig wachsend am Hang. Schaut euch doch mal die Fotos von damals an. Da schaudert einem ja schon beim Hinschauen, was für ein Wetter damals war. Hier klicken, dann kommt ihr zu den Fotos.

frisch gemähter Hang und frisch treibende Strauchrose (c) by Joachim Wenk
frisch gemähter Hang und frisch treibende Strauchrose (c) by Joachim Wenk


Sogar eine erste Blüte zeigt sich bei der Strauchrose unbekannten Namens.

erste Blüte der unbekannten Rose (c) by Joachim Wenk
erste Blüte der unbekannten Rose (c) by Joachim Wenk


Meine fränkische Hausquitte und das gut nachgewachsene Stück Hecke.

fränkische  Hausquitte  (c) by Joachim Wenk
fränkische  Hausquitte und wieder vorhandene Hecke (c) by Joachim Wenk


Während ich noch das ganze lange, mit der Motorsense gemähte Gras zusammenreche und im Garten unten beim Weiher als Mulch verteile, mäht Volker bereits im Garten mit dem Aufsitzmäher weiter. Auch das muß noch verteilt werden, als Mulch und auf den Kompost. Dazu komme ich aber später noch.

Oben im Garten erwarten mich schon die wunderbar blühenden Pfingstrosen, die vorwitzig durch den Zaun blinzeln.
 Pfingstrosen (c) by Joachim Wenk
endlich blühen die Pfingstrosen (c) by Joachim Wenk




Und was mich erst hinter dem Zaum erwartet - und unsere Besucher am Samstag!

Es ist ein Traum, ein Paradies auf Erden. Durch die warme und stehende Luft bleiben die unterschiedlichen Düfte wunderbar erhalten und können Atemzug für Atemzug wie Balsam aufgesogen werden. 

Die Pfingstrosen duften nach Rose, nur süßer. Noch viel süßer und etwas nach Honig riecht die gerade aufblühende Ligusterhecke (im Foto links bei den Pfingstrosen). 

Direkt hinter dem Tor zum Garten ist das Mäuerchenbeet mit der gerade blühenden und selbstveständlich duftenden Empress Josephine.  


Rose Empress Josephine (c) by Joachim Wenk
Staudenbeet mit blühender Rose Empress Josephine (c) by Joachim Wenk

Rose Empress Josephine (c) by Joachim Wenk
Rose Empress Josephine (c) by Joachim Wenk

wild wuchernder Storchschnabel im Staudenbeet (c) by Joachim Wenk
wild wuchernder Storchschnabel im Staudenbeet (c) by Joachim Wenk


Kalifornischer Goldmohn (c) by Joachim Wenk
was für eine Farbe!  Kalifornischer Goldmohn (c) by Joachim Wenk

Gegenüber dem Mäuerchenbeet steht der sehr große Moosrosenbusch Captain John Ingram. Leider blüht er nur einmal im Jahr, bietet dafür aber den restlichen Sommer ein sehr angenehm harzig-moosig riechendes Laub und Äste.

Moosrose  Captain John Ingram (c) by Joachim Wenk
Moosrose  Captain John Ingram (c) by Joachim Wenk


Die gelb-orange Golden Celebration blüht bis weit nach dem ersten Frost. Auch sie strömt süßen Rosenduft aus.

Rose Golden Celebration (c) by Joachim Wenk
Rose Golden Celebration (c) by Joachim Wenk


Captain John Ingram und Golden Celebration (c) by Joachim Wenk
Captain John Ingram und Golden Celebration (c) by Joachim Wenk

 Wir sind nicht die Einzigen, die heute Rasen mähen oder  Wiese schneiden. Unser Nachbar zur einen Seite hat Heu gemacht. Überall hört man Rasenmäher und auch die Nachbarn zur anderen Seite mähen ihren Rasen. Bei der Hitze trocknet der Schnitt schnell an und es liegt neben den bereits beschriebenen Gerüchen auch noch der Sommerduft schlechthin in der Luft, es riecht nach Heu. 

Auf meinem Weg vom Hang,  hoch aus dem Vorgarten, am Haus vorbei hier zum oberen Garten empfängt mich noch der sehr süße Duft des gelb blühenden Je-länger-je-lieber am Haus, vermischt mit dem würzigen Rosenparfum der Rose de resht. 


oberer Garten mit Haubaum und Blick aufs Wohnhaus (c) by Joachim Wenk
oberer Garten mit Haubaum und Blick aufs Wohnhaus (c) by Joachim Wenk

Im großen Staudenbeet verströmen die weiße und die rosa  Jacques Cartier  sowie am Rosenbogen die Clb.  Mme. Caroline Testout ihren Wohlgeruch. 

großes Staudenbeet im oberen Garten (c) by Joachim Wenk
großes Staudenbeet im oberen Garten (c) by Joachim Wenk

clb. Mme Caroline Testout am Rosenbogen (c) by Joachim Wenk
clb. Mme Caroline Testout am Rosenbogen (c) by Joachim Wenk


Der Rasenschnitt muß in den Gemüsegarten. Darum zeige ich euch auch hier ein paar aktuelle Bilder. 

So sah es  vor wenigen Tagen aus, als die Hitze noch nicht da war. Einige Reihen sind schon abgeerntet und ein zweites Mal bepflanzt. Kohlrabi nehmen jetzt die Stelle von Salat, Radieschen und Rettich ein. Der frühe Wirsing ist auch schon zweimal im  Kochtopf gelandet. 

Gemüsegarten im Juni (c) by Joachim Wenk
Gemüsegarten im Juni (c) by Joachim Wenk

Das Bild widerum ist von gestern. Ja, manche von euch werden es nicht glauben, aber bei uns könnte es langsam wirklich mal wieder regnen. 

(c) by Joachim Wenk
der Kohl würde sich über etwas Regen sehr freuen (c) by Joachim Wenk


Das im Frühjahr bepflanzte Erdbeerfaß liefert die ersten roten Früchte. 
reife Erdbeeren im Erdbeerfaß (c) by Joachim Wenk
reife Erdbeeren im Erdbeerfaß (c) by Joachim Wenk

reife Erdbeeren im Erdbeerfaß (c) by Joachim Wenk
reife Erdbeeren im Erdbeerfaß (c) by Joachim Wenk

Die Johannisbeeren färben sich rot. Davor blühen Ringelblumen und der sich selbst überall aussähende Bertram, ein Hildegard-Kraut. 

Ringelblumen und Bertram blühen vor den Beerensträuchern (c) by Joachim Wenk
Ringelblumen und Bertram blühen vor den Beerensträuchern (c) by Joachim Wenk

Ihr seht schon Gemsüegarten heißt bei mir nicht, daß es darin nicht blüht. Bald ist es auch wieder so weit, daß die Ramblerrose Rose Marie Vieaud ihre lila Trauben an Blüten im Walnußbaum öffnet. Im anderen Walnußbaum blüht und duftet bereits jetzt der Rambler Pauls Himalayan Musk. 

Stockrose und Ramblerrose Rose Marie Vieaud am Walnußbaum  im Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
Stockrose und Ramblerrose Rose Marie Vieaud am Walnußbaum
im Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk


Wie jedes Jahr hat sie wieder Läuse an den  Blütenknospen. Da kommt  Gärtnerpanik auf. Also das habe ich mir jedenfalls sagen lassen, dass Läuse auf den Rosen solche Attacken bei manchen Gärtnern auslösen. 


die Rosenknospen haben Blattläuse (c) by Joachim Wenk
die Rosenknospen haben Blattläuse (c) by Joachim Wenk


Ich mache mir da keine Sorgen. Was täte ich ohne meine unzähligen Helfer im Garten.

Gleich neben der belausten Blütenrispe bot sich mir dieses Bild. Die Marienkäfer besiedeln den Garten in unübersehbarer Zahl. Das heißt sie vermehren sich und ihre Nachkommen, bevor sie zu Käfern werden, fressen die Blattläuse. Zumindest die, welche die Meisen beim Aufziehen ihrer zwei Generationen an  Jungvögeln pro Sommer übrig gelassen haben.

der Marienkäfer hilft gegen die Läuse (c) by Joachim Wenk
der Marienkäfer hilft gegen die Läuse (c) by Joachim Wenk

Wo ich doch gerade über meine Helfer plaudere. Vergangenes Jahr waren im Gewächshaus mehrere hübsch-grüne Laubfrösche auf Insektenjagd. Die habe ich dieses Jahr noch nicht gesehen. Dafür aber erschrickt mich durch das Gekrabbel am Boden jemand anderes beim Gießen. 

Sie ist nicht so hübsch, wie die Laubfrösche, aber hat ein ganz süßes und liebes Gesicht. Und so große Augen, die jetzt auf dem Foto leider gar nicht so zu Geltung kommen. Sie ist etwa 5cm groß und wohnt also diesen Sommer in meinem Gewächshaus. Nachts ist sie dann auf der Suche nach kleinen Schnecken und sonst Getier. Von dem Getier ist sicher auch das eine oder andere schädlich für meine Pflanzen. Die Schnecken sind es jedenfalls und darum freue ich mich, sie bei mir begrüßen zu dürfen. 

Kröte wohnt im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
Kröte wohnt im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk


Wirklich unvorstellbar viele Helfer wohnen ja im Kompost. Vor einer Woche berichtete ich, daß wir aus den alten Paletten zwei neue Kompostsilos bauten. Und davor schrieb ich, wie dringend ich sie wirklich zur Ergänzung benötige. 

Jetzt seht ihr, warum. Eine Woche ist vergangen und der erste Behälter ist schon wieder zu drei Vierteln gefüllt. Und dabei habe ich noch nicht einmal allen Rasenschnitt hinein gegeben. Das Meiste liegt verteilt in den Gemüsebeeten als Mulch. Weil dort kein Platz mehr war, kamen ein paar Schubkarren voll auf den Kompost. Grasschnitt klebt leicht zusammen und fault dann, anstatt zu verrotten. Daher gebe ich ihn schichtweise in den Behälter, abwechselnd mit Wellpappe. Die ist auch chemisch gesehen bei  reinem Grasschnitt mit hohem Stickstoffanteil gut, weil sie Kohlenstoff liefert. 

Wellpappe zum Rasenschnitt, so kann er gut verrotten (c) by Joachim Wenk
Wellpappe zum Rasenschnitt, so kann er gut verrotten (c) by Joachim Wenk

Kompostsilo aus alten Paletten (c) by Joachim Wenk
nach einer Woche ist der erste Behälter dreiviertel gefüllt (c) by Joachim Wenk


Es war ein anstrengender Tag und doch möchte ich es nicht anders haben. Gran Canaria läuft uns ja nicht davon. Ich fahre da gern einmal wieder hin. Allerdings nicht im Frühjahr oder Sommer oder Herbst. Da genieße ich meinen Garten. Selbst abends nach einer wohltuenden und erfrischenden Dusche beim Blick von hoch oben aus dem Schlafzimmerfenster muß ich wieder und wieder laut aussprechen, wie schön es ist.

Jetzt da die Luft wieder leicht abkühlt und feuchter wird, trägt sie die Gerüche, vor allem den von Heu bis hinauf zu uns. Es gibt nichts schöneres draußen am Land, mit und in der Natur zu wohnen. Tief atmend stehen wir am weit geöffneten Schlafzimmerfenster. Und es ist kein Nach-Luft-Schnappen von der anstrengenden Arbeit des Tages, sondern ein Aufsaugen des Momentes voller  Glück, Freude und Zufriedenheit.

Montag, 20. Juni 2016

Ist das Natur, oder kann das weg?

Am kommenden Wochenende macht sich eine kleine Besuchergruppe auf den Weg durch Bayern zu unserem Garten. Der soll betrachtet und direkt - nicht nur immer nur über das Internet - erlebt werden. 

Klar, dass wir unseren Besuch auch einmal zu den Fischweihern bringen werden. Und das wiederum bedeutete für uns einen Kampfeinsatz dort draußen am Samstag nachmittag. 

(c) by Joachim Wenk
Pflegearbeiten, bevor der Besuch kommt (c) by Joachim Wenk


Sicher kennt ihr den Spruch "Ist das Kunst, oder kann das weg?"

Nun, ich überlegte mir am Samstag oft "ist das Natur oder kann das weg?" Im Garten wird ja doch mal mehr und mal weniger Unkraut gerupft. In den Gemüsebeeten nervt mich zum Beispiel arg die Vogelmiere. Ab und an ein paar kleine Brennnesselsämlinge oder Löwenzahn. Das wird dann, meist in demütig gebückter Haltung, weg gezupft. 

Hier draußen bei den Karpfenweihern, direkt in der schönen ruhigen fränkischen Landschaft, ist es genau so. Überall gehen Pflanzen auf, die man aber genau da eigentlich gar nicht oder nicht in der Menge haben möchte. Und doch ist es wiederum ganz anders als im Garten. Genau darum gefällt mir die Arbeit hier draußen eben auch. 

Über Löwenzahn oder Vogelmiere ärgert sich hier niemand. Eine andere Kategorie und vor allem Masse an Pflanzen kann hier unter der Gruppenbezeichnung "Unkraut" betrachtet werden.

 Los geht es bei den Brombeereen die sämtliche Hänge zu den Weihern oder runter zum Bach zuwuchern. 

überall blühen die Brombeeren jetzt bei den Weihern (c) by Joachim Wenk
überall blühen die Brombeeren jetzt bei den Weihern (c) by Joachim Wenk

Und Brennnesselsämlinge sind auch nicht gerade lästig, sondern der Brennnesselurwald entlang des Baches und Teile der Ufer und Böschungen. Klar, wenn ich Brennnesseljauche für den Garten ansetze, komme ich hier her mit der großen Heckenschere. Schnipp und Schnapp und schon habe ich eine Regentonne voll mit kräftigen Brenneseln. Da muss ich nicht lange suche und zupfen. Allerdings mache ich das ja nur einmal im Jahr, der Rest der Brennnesseln wächst ungezügelt weiter.

links vom Weg der Brennesselurwald und rechts wuchert das "Unkraut" Erle (c) by Joachim Wenk
links vom Weg der Brennesselurwald und rechts wuchert das "Unkraut" Erle (c) by Joachim Wenk

Schließlich gibt es hier noch ein weiteres Unkraut, das überall an den Hängen und Ufern der Karpfenweiher aufläuft. Einfach auszupfen? Da muss ich schmunzeln. Nein, das wird alle paar Jahre mit der Kettensäge beseitigt. Die Rede ist hier von Erlenbäumen. Immer wenn im Herbst ein Weiher zum Fischen leer gemacht wird und man dadurch von der Weiherseite an das Ufer heran kommt müssen wir die Erlen absägen. Die dünnen Stämme kommen auf die Benjeshecke und die dickeren Stämme werden Brennholz. 

romantischer Anblick, aber die vielen Erlen sind Unkraut und müssen im Herbst wieder abgesägt werden  (c) by Joachim Wenk
romantischer Anblick, aber die vielen Erlen sind Unkraut und müssen im Herbst wieder abgesägt werden
(c) by Joachim Wenk




An einem der Weiher wuchsen die Erlen so dicht um den Weiher herum, daß wir auf die Idee kamen, sie nicht bodeneben abzusäbeln. Wir schnitten sie wie eine Hecke im Garten. Das sieht echt gut aus und ist eine witzige Idee, die nicht so schnell wieder ein Weiherbesitzer verwirklicht hat. 

man kann die vielen wildwachsenden Erlen auch als Hecke in Form schneiden (c) by Joachim Wenk
man kann die vielen wildwachsenden Erlen auch als Hecke in Form schneiden (c) by Joachim Wenk


Über zwei Stunden wurde mit dem Aufsitzmäher der Rasen geschnitten. Eben so lang habe ich gebraucht und mit der Motorsense um jeden der Weiher herum die wuchernde Natur in Schranken zu verweisen. Ebenso kam der Brennesselwald immer mehr in die Wiese und den Weg um den Weiher herum. Bevor da alles zuwächst habe ich ihn  mit der Sense zurück gedrängt. 

Vom Bach entlang der Weiher ist zu dieser Jahreszeit nichts mehr zu sehen. So zugewuchert ist der. 

Brücke über den Bach (c) by Joachim Wenk
die erneuerte Brücke über den zugewucherten Bach, gebaut für den Aufsitzmäher (c) by Joachim Wenk


eine der Fußgängerbrücken über den Bach oder eher das Wildwuchsdickicht (c) by Joachim Wenk
eine der Fußgängerbrücken über den Bach oder eher das Wildwuchsdickicht (c) by Joachim Wenk


Was auch wie Unkraut hier wächst ist der Rohrkolben. Ich habe gelesen, daß er unter Schutz steht, weil er vom Aussterben bedroht ist. Na dann tragen wir jedenfalls zu seiner Erhaltung bei. Am Bach darf er stehen. Im Weiher selbst wird er von den Graskarpfen kurz gehalten. Das ist auch gut so, weil sonst der Weiher zuwachsen würde und nicht mehr genutzt werden könnte. 

im Bachlauf wachsen Rohrkolben (c) by Joachim Wenk
im Bachlauf wachsen Rohrkolben (c) by Joachim Wenk

Überhaupt heißt es bei uns oft, "das ist  Natur und darf nicht weg". Bereits beim ersten Rasenmähen im Frühjahr bleiben immer wieder einzelne Inseln im Rasen stehen. Dort wo die Himmelschlüssel blühen und sich später aussamen. 

Jetzt stehen höhere Gras-Inseln im kurzen Grün, mit Margeriten und Glockenblumen. 

Inseln im Rasen werden stehen gelassen...(c) by Joachim Wenk
Inseln im Rasen werden stehen gelassen...(c) by Joachim Wenk


Inseln im Rasen werden stehen gelassen...(c) by Joachim Wenk
...damit die Blumen blühen und sich aussähen können (c) by Joachim Wenk


Glockenblumen und Margeriten (c) by Joachim Wenk
Glockenblumen und Margeriten (c) by Joachim Wenk


So schön das ist, so sehr müssen wir aber auch darauf achten, es nicht zu lange wachsen zu lassen. 

Weil die gesamte Grasfläche doch sehr sehr groß ist und viel Zeit zum Mähen braucht, haben wir in einem Jahr eine ganze Fläche ungemäht gelassen. Dann können Wildblumen blühen und Samen bilden dachten wir. Was soll ich sagen. In dieser Steppenlandschaft wachsen jetzt meine Obstbäume. 

Joachim Wenk
einen Sommer nicht gemäht und schon ist es nicht mehr bearbeitbar für uns, Steppe mit den neuen Obstbäumen
 (c) by Joachim Wenk

Zwetschgenbaum im hohen Gras (c) by Joachim Wenk
Zwetschgenbaum im hohen Gras (c) by Joachim Wenk

Apfelbaum im hohen Gras (c) by Joachim Wenk
Apfelbaum im hohen Gras (c) by Joachim Wenk

Apfelbaum im hohen Gras (c) by Joachim Wenk
Apfelbaum im hohen Gras (c) by Joachim Wenk

Es wucherten einzelne Gräser sehr hoch und wurden von Ameisen besiedelt. Läuft man über die Wiese rumpelt man immer wieder an steinharte Gras-Erde-Büschel. Für unseren Aufsitzmäher gibt es hier kein Durchkommen. Es siedelten sich Weißdorn- und Schlehenbüsche so wie Wildrosen an. In der direkt daneben gelegenen Benjes-Hecke,wo die Sträucher wachsen dürften und sollten, da wächst nichts. Jedenfalls haben wir das Stück Wildnis nun schon etliche Jahre nicht mehr mähen oder sonst bearbeiten können, weil uns dafür einfach das richtige Gerät fehlt. Und es wuchert immer mehr zu. Das hat man davon, wenn man einmal einen Sommer locker lässt und nicht ständig dahinter her ist, alles ordentlich zu halten oder zu pflegen. Das "Unkraut" hier draußen ist eben wirklich eine oder zwei Nummern größer und mächtiger als im Staudenbeet oder Gemüsegarten zu Hause. 

Hier kommen auch nur die Harten voran. Was hier wachsen und gedeihen will, muss überleben können. Vor vielen Jahren setzten wir einmal zwei Buchsbaumkugeln hier her. Sie sollten den Weg zur Brücke über den Bach flankieren. Einer davon ist schon nicht mehr vorhanden und der andere ist die meiste Zeit des Jahres von Unkraut wie Brennnesseln überwuchert. Jetzt habe ich ihn ausgegraben. Der kommt mit in den Garten. Wenn er sich im Blumentopf erholt hat, bekommt er einen schönen Platz und wird eine  Kugel oder eine Spirale. Draußen bei der Brücke jedenfalls ist er zu langsam gewachsen und entkam dem Wildwuchs eigentlich nie. Bevor dieser ihn erstickt, hole ich in lieber in den Garten. 

überwucherter Buchsbaum kommt jetzt in den Garten (c) by Joachim Wenk
überwucherter Buchsbaum kommt jetzt in den Garten (c) by Joachim Wenk


So schwer auch dort oft das Unkrautrupfen und Wildwuchs eindämmen ist, kommt es einem doch im Vergleich zu der Landschaft außerhalb der Ortschaft gerade wie Spielerei vor. 

Trotz allem oder gerade wegen alle dem hier Erzählten, hab ich die Stunden bei den Weihern und die körperliche Arbeit wieder genossen. Wenn wir nicht gerade mit den Motorgeräten hantieren ist es so ruhig. Nur Töne und Laute der Natur sind zu hören. Die Weitläufigkeit, das viele Grün. Einfach ein herrliches Plätzchen Erde, das aber auch gepflegt   und mit Aufmerksamkeit bedacht werden möchte. 


Natur und Landschaft - herrlich (c) by Joachim Wenk
Natur und Landschaft - herrlich (c) by Joachim Wenk