Samstag, 16. April 2016

Spalierobst und Obstwiese mit Apfelbäumen

Und wieder sind zwei Angelegenheiten auf den Weg gebracht. Sie sind seit ein paar Monaten mal mehr und mal weniger in Vorbereitung und dümpeln gar seit Jahren im Hinterkopf herum.

Zwei Apfelbäume sind gepflanzt, die an einem Spalier erzogen werden sollen und zwei weitere Apfelbäume hab ich draußen bei den Weihern gepflanzt. Sie werden zu Halbstämmen erzogen, weil dort der nötige Platz dazu ist. Zwar wäre auch Platz für Hochstämme, die dann aber bei der Ernte recht umständlich sind.

Die jungen Bäume habe ich ganz zeitig im Jahr bereits von einem Bekannten erhalten. Es handelt sich um widerstandsfähige, gesunde alte Sorten.

In vielen Mailkontakten habe wir lange überlegt, welche Bäume für mich in Frage kämen. Wichtig war mir, daß sie sich auch gegenseitig beim Bestäuben helfen, da in der näheren Umgebung keine anderen Apfelbäume stehen. Lagerfähig sollten die Früchte sein, natürlich von alten und bewährten Sorten. Wenn sie dann noch robust und wenig krankheitsanfällig sind, wäre es mir durchaus recht.

Tatsächlich konnten wir uns auf zwei Bäume einigen, als es dann aber, wie so oft im Leben, anders kam. als gedacht.

Genau darin lag das Problem. Ich habe etwas anderes gedacht, als der Apfelprofi.

Ich hatte Halbstämme im Sinn. Draußen bei den Weihern sollten sie stehen, wo sie sich entfalten können. Im Frühjahr sah ich sie in der Wiese zusammen mit Löwenzahn und Schlüsselblumen traumhafte Frühlingsbilder erzeugen.

Christian, so heißt der andere Beteiligte, ging aber von schwachwachsenden Apfelbäumen, veredelt auf Unterlage M9 aus. Die eignen sich für kleine Spindelbäume oder Spaliere und auf keinen Fall für freistehende Obstbäume.

Gut, daß wir diesen Punkt noch rechtzeitig klären konnten. Das Ergebnis macht mich sehr glücklich.

Jetzt habe ich zwei schwachwachsende Bäumchen im Garten und zwei starkwüchsige draußen in der Landschaft.

Ein Apfelspalier gefällt mir seit unserem Besuch der Landesgartenschau in Schwäbisch Gmünd. Das dortige, als Zaun im Gemüsegarten, hat mich begeistert. Im kleineren Rahmen versuche ich das nun bei mir im Garten.

Hoffentlich gelingt es mir ,die Bäume so ordentlich und pflanzlich richtig zu erziehen, daß ein schönes Gesamtbild entsteht.

Die Voraussetzungen sind jedenfalls jetzt geschaffen. Das Gerüst steht und die Bäume sind gepflanzt.

Wie baut man nun so ein Gerüst? Lange haben wir überlegt, in den Baumärkten nach Materialien und Inspiration gesucht. Pfosten an den Seiten und Drähte für die Äste gespannt. Das ist klar. Aber wie stabilisiert man die Pfosten, daß die Drähte ordentlich gespannt werden können? Mit Erdankern, wie im Weinberg geschehen? Das wäre möglich. Dann haben wir aber die Abspanndrähte und die Anker im Boden. Beides ist hinderlich beim Mähen des Rasens und sieht an dieser Stelle nicht so aus, wie ich es gern hätte. Dann kommt noch die Frage nach den Pfosten. Einfach in den Boden gerammt, verwittern sie und müssen erneuert werden. Beton im Boden und sie mit Eisen oben drauf befestigt ist ein großer Aufwand und optisch ebenfalls eher suboptimal.

Wir entschieden uns für Einschlaghülsen. Die ließen sich leicht in den Boden einschlagen. Der Dorn ist so lang, daß sie wirklich stabil stehen. Da sie verzinkt sind, sollten sie auch eine Weile halten.





Fundament für das Apfelspalier: Einschlaghülsen (c) by Joachim Wenk
Fundament für das Apfelspalier: Einschlaghülsen (c) by Joachim Wenk


In die Hülsen kommen zugeschnittene, imprägnierte Rundhölzer. Damit aber jetzt die ganzen Drähte für die Apfeläste gut gespannt werden können, langen die Bodenhülsen nicht aus. Wir würden die Pfosten schräg nach oben zusammenziehen beim Spannen. Daher kommen oben auf, fest verschraubt dünnere Rundhölzer. Die Verhindern jetzt beim Spannen der vier Querdrähte, daß die senkrechten Pfosten zusammengezogen werden. Auch optisch finde ich das ein gute Lösung. Finanziell halten sich die Kosten mit dieser Konstruktion auch in Grenzen.
Spanner halten die Spalierdrähte gespannt (c) by Joachim Wenk
Spanner halten die Spalierdrähte gespannt (c) by Joachim Wenk
Damit wir die Drähte um die Außenpfosten plump herum wickeln müssen, um sie zu befestigen, haben wir einfach zwei Löcher übereinander gebohrt. Durch ein Loch geht der Draht nach draußen und durch das andere wieder nach innen, wo er zur Befestigung um den Draht gewickelt wurde.

Befestigung der Spalierdrähte am Außenpfosten (c) by Joachim Wenk
Befestigung der Spalierdrähte am Außenpfosten (c) by Joachim Wenk

Ausmessen für das Apfelspaliergerüst (c) by Joachim Wenk
Ausmessen für das Apfelspaliergerüst (c) by Joachim Wenk


Diese kleinen Spanner halten die Drähte schön gespannt. Sie Querdrähte sind jeweils von links nach rechts durch den mittleren Pfosten durchgezogen. An den Außenpfosten sind sie fest gemacht. Hier am Mittelpfosten sind die Spanner eingebaut.


Das Apfelspaliergerüst mit den beiden Apfeläumen (c) by Joachim Wenk
Das Apfelspaliergerüst mit den beiden Apfeläumen (c) by Joachim Wenk

Nun sind die Bäume gepflanzt. Jetzt heißt es erst einmal warten. 

Viel ist allerdings von den Bäumen noch nicht zu sehen. 

Wenn man also vor dem Spaliergerüst steht, so befindet sich rechts der Mecklenburger Königsapfel und links daneben kann sich der Hendunger Schneeapfel von seiner besten Seite zeigen. 

Das Apfelspaliergerüst mit den beiden Apfeläumen (c) by Joachim Wenk
Das Apfelspaliergerüst mit den beiden Apfeläumen (c) by Joachim Wenk


Am nächsten Tag ging es dann noch raus zu den Weihern. Schließlich ist es höchste Zeit, die Bäumchen zu pflanzen.

Dort draußen steht ja seit dem späten Herbst bereits der Zwetschgenbaum.  Den habe ich als fertigen Halbstamm gekauft. Von ihm ist also schon mehr zu sehen. Da mein Obstbaumlieferant für diese Aktion ein privater Sammler  und Erhalter alter und seltener Sorten ist, standen ihm natürlich nur die im vergangene Jahr veredelten kleinen Pflänzchen zur Verfügung. Das heißt, ich kann meine Apfelbäume von ganz klein auf begleiten und pflegen. Irgendwann werden es dann große Bäume sein und ich schaue diese Fotos mit den dünnen Ästchen an, die wir hier in den Boden gepflanzt hatten.

Wegen der Rehe und dem Biber mußten wir sie wirklich gründlich in Maschendraht einpacken.


Obstbaumreihe bei den Karpfenweihern (c) by Joachim Wenk
Obstbaumreihe bei den Karpfenweihern (c) by Joachim Wenk


Der vorderste in der Baumreihe ist also der Zwetschgenbaum. Ihm folgend, als Mitte der Reihe steht ebenfalls ein Hendunger Schneeapfel. Christian beschreibt ihn wie folgt. "Die Sorte ist ein echter Unterfranke, weil nur da bekannt. Maximal mittelgroße, weiß leuchtende Äpfel. Der Baum kennt eigentlich keine Krankheiten (weder Schorf  / Monila / Krebs etc. ) Die Äpfel lassen sich  mindestens bis Februar Lagern (Ernte: Oktober) und schmecken spätestens ab Weihnachten äußerst aromatisch, sind aber auch zuvor bereits sehr schmackhaft." 

Abgeschlossen wird die Dreierkette der Obstwiese vom "Albert". Diesen Namen wird man wohl in der Literatur nirgends finden. "Es handelt sich um eine Lokalsorte von der ich (Anmerkung von Achim: ich = Christian) drei Bäume in der Umgebung kenne, deren Name aber nicht bestimmt werden kann, deswegen habe ich sie nach dem Besitzer einer der Altbäume benannt  => Albert. Die Sorte reift Mitte September, schmeckt, zunächst herb, wird aber bis Dezember / Januar immer angenehmer zum Essen, ist ein hervorragender Verwertungsapfel (Backen, Apfelbrei..). Darüber hinaus gibt er hervorragenden Saft.... Er zeigt bei uns keinerlei Krankheiten und ist ziemlich zuverlässig im Ertrag." So die Aussagen von Christian. 

Dann lassen wir uns also einmal überraschen, wie die Äpfel wachsen und vor allem, wie sie später einmal schmecken, sich lagern lassen oder verarbeitet werden können. Jedenfalls ist das genau, das, auf was ich gewartet habe. Ich wollte keine "normalen" Apfelsorten. Ich brauche keinen Maximalertrag, sondern das Besondere. Mit den vier Bäumen und meinem Säulenapfelbaum zusammen mit dem noch lebenden alten Apfelbaum im Gemüsegarten wird die Ernte auf alle Fälle für uns ausreichen. Da bin ich mir ganz sicher. Und bis die dann los geht,  so habe ich erst wieder scherzend bemerkt, habe ich vielleicht ja auch meinen Erdkeller, um sie zu lagern. 

Obstbaumreihe bei den Karpfenweihern (c) by Joachim Wenk
Obstbaumreihe bei den Karpfenweihern (c) by Joachim Wenk

Obstbaumreihe bei den Karpfenweihern (c) by Joachim Wenk
rechts die Zwetschge, in der Mitte Hendunger Schneeapfel und links "Albert" (c) by Joachim Wenk


fränkische Hauszwetschge (c) by Joachim Wenk
fränkische Hauszwetschge (c) by Joachim Wenk

fränkische Hauszwetschge (c) by Joachim Wenk
Hendunger Schneeapfel (c) by Joachim Wenk







Apfelbaum Albert (c) by Joachim Wenk
Apfelbaum Albert (c) by Joachim Wenk 

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