Donnerstag, 28. April 2016

Minimal-Selbstversorger-Pflanzen: ewiger Kohl und Winterheckenzwiebel

Ich schreibe in meinem Blog viel von mir als Selbstversorger. Für mich bedeutet Selbstversorger-sein, dass man sich selbst mit Obst und Gemüse aus eigenem Anbau versorgt. Da ist nichts Dogmatisches und Ausschließliches dabei. Da gibt es kein "muß" oder "darf nicht". Es ist eine Lebenseinstellung mit viel Freude am Selbermachen und der produktiven Betätigung. Und es ist eine Haltung mit viel bewusst wahrgenommenem Leben und der eigenen Umwelt.

Nun schreibe ich auch ganz bewusst nicht, daß man das Gemüse im eigenen Garten anbaut. Den hat ja nicht jeder. Ich selbst bin mir meinem Luxus des großen eigenen Gartens immer dankend bewusst. Gleichwohl möchte ich den Spaß am Selbstversorgen einer möglichst großen Leserschaft vermitteln und Anleitung bieten. 

Ich habe mir, zwei Pflanzen auserkoren, die jeder anbauen kann. Egal ober eigener Garten, gepachtete Parzelle oder Blumentopf und Balkonkasten, die beiden sind robust, absolut winterhart und können rund ums Jahr beerntet werden. 

Die Rede ist vom ewigen Kohl und der Winterheckenzwiebel.
Diese beiden, dauernd wachsenden, Minimal-Selbstversorger-Pflanzen werden uns immer wieder hier in Berichten durch das Jahr begleiten.

ewiger Kohl (c) by Joachim Wenk
ewiger Kohl (c) by Joachim Wenk


Mein ewiger Kohl hier im Bild war letzten Sommer noch ein Ableger von meiner einige  Jahre alten Erst-Pflanze. Nach dem Winter und einem Rückschnitt treibt er schon längst wieder fleißig aus und kann beerntet werden. Neu dazu kam jetzt im Frühjahr eine weiß-grün-panaschierte Sorte, deren Blätter selbst einen Zierwert haben.

Jetzt im Frühjahr nutze ich die Blätter für meine grünen Smoothies oder, etwas klein geschnitten, in den Salat.

Für einen grünen Smoothie mit dem ewigen Kohl nehme ich Blätter von ihm, dazu noch Brennessel, Knoblauchsrauke, Gundermann oder Löwenzahn. Hat man das nicht im Garten, kann es auch draußen in der Natur gesammelt werden. Vom Park in der Stadt bis hin zur freien Landschaft wachsen diese überall. Sammelt man außerhalb des eigenen Gartens muß man die Sammelstellen aber gut auswählen. Pinkelnde Hunde, spuckende Jogger oder Gift spritzende Ackerbauern müssen zum Beispiel bedacht werden. Wer Lust hat, sich ein wenig mit wild geerntetem einheimischen super-food zu versorgen kann im Internet gute Anleitungen finden.

Zurück zu meinem Smoothie. Die gewaschenen grünen Blätter werden mit Banane und Apfel im Mixer mit etwas Wasser fein zermixt. Reines Grünzeugs ohne Obst bekommt man nicht herunter!

Die normalen Haushaltsmixer werden allerdings gerade mit den Wildpflanzen nicht zurecht kommen. Zu kräftig und voller Leben sind diese und widersetzen sich den wirbelnden Messern. Es entsteht kein feiner Pflanzenbrei. Wer sich  nicht gleich einen speziellen Smoothiemixer anschaffen möchte, kann als Notlösung, den wirklich möglichst klein gemixten Brei durch ein Sieb gießen und ausdrücken. Die Flüssigkeit wird getrunken. Zwar stecken in den Rückständen im Sieb auch noch Inhaltsstoffe und werden hierbei (über den Kompost oder die Wurmkiste entsorgt),  doch sind die faserigen Bestandteile weder für einen Smoothieeinsteiger noch für einen erfahrenen Smoothietrinker etwas Angenehmes im Mund. Und ich bin, wie so oft, der Meinung es ist noch immer gesünder, regelmäßig so einen gesiebten Smoothie zu trinken, als nie einen zu sich zu nehmen und den dazu fehlenden Mixer zu bejammern. Einige gesunde  Bestandteile haben sich schließlich in der Flüssigkeit gelöst und kommen der eigenen Gesundheit zu Gute.

Verwendet man den ewigen Kohl im Salat, kann man die Blätter, wie bei Endiviensalat, in Streifen schneiden.

Hat man bereits eine sehr große Kohlpflanze und kann mehr ernten, eignet sich die Ernte natürlich wie die Blätter seiner Verwandten, dem Weißkohl oder Spitzkohl, auch zum Kochen. Sie schmecken allerdings viel milder als Weißkrautblätter. 

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