Samstag, 12. März 2016

In der Blumenwiese blühen hunderte von Blümchen.

Eigentlich dachte ich ja, an diesem Wochenende beginnt für mich das Frühjahr 2016. Ein paar wichtige beruflich Termine sind hinter mir und es sollte bis 10 Grad warm werden dieser Tage. Die Gartenarbeit kann endlich starten.

Uneigentlich allerdings kam es mal wieder anders. Eine starke Erkältung raubt mir -fast - alle Motivation auf den Garten. Außerdem ist es zwar herrlich sonnig und trocken, aber bei deutlich unter 10 °C mit leichtem Wind doch irgendwie zu kalt. Oder macht das meine Erkältung, die mich schaudern lässt, wenn ich das Haus verlasse?

Immerhin der Natur schaden die Temperaturen nicht. Es wächst: langsam, aber beständig. Und meine Blumenwiese ist über und über mit wunderschönen weißen Blütchen übersät.

Gut, ich gebe es  zu, um dieses Foto zu schießen, mußte ich mich in den Rasen legen! Aber sie sind wirklich da, ein ganzer Teppich weißer Blütchen.

erste Blüten in der Blumenwiese (c) by Joachim Wenk
ein weißer Blütenteppich in meiner Blumenwiese

Genau auf der Wiese hinter dem Osterbusch stehen sie. Ihr merkt schon, es sind eher kleine und unscheinbare Blümchen, die aus der Nähe betrachtet werden wollen.

Damit man auch in normaler Körperhaltung etwas Buntes im Garten sehen kann, habe ich heute die Weigelie wieder mit vielen vielen bunten Kunststoffeiern verziert. Was für ein Gefiesel, bis die dran sind. Solch eher ruhig-besinnliche Gartenarbeiten konnte ich trotz Erkältung dann am Nachmittag doch erledigen. Ich kann doch nicht nur drinnen sein, es ist Mitte März!

bunte Ostereier am Strauch (c) by Joachim Wenk
es ist wieder so weit, die Weigelie im Osterchmuck

Außer weiß, blüht  doch noch etwas. Ich erfreue mich an dottergelben Krokussen bei den Schneeglöckchen.

Schneeglöckchen und Krokusse (c) by Joachim  Wenk
zu den Schneeglöckchen haben sich  Krokusse gesellt

Nach einigen Monaten fange ich nun auch langsam an, die Palme wieder auszupacken. Mit ein wenig mulmigem Gefühl entfernte ich die Vlies-Haube. Die Wedel darunter sind wohl etwas zerknautscht, aber intakt. Der Frost hat ihnen nichts ausgemacht. Und das obwohl ein paar Tage oder besser Nächte im Januar doch das Thermometer unter die -10°C Marke sank.

Wie ich gelesen habe, sind die  Blätter das Frostunempfindlichste an der der Palme. Daher schien es mir der richtige Zeitpunkt, die Haube zu  entfernen. Gestern war auch die Sonne immer wieder von grauen Wolken verdeckt. Sehr gut.  Können doch sonst die Blätter verbrennen, wenn man unbedacht so einen Vlies-Schutz nach so langer Zeit entfernt.

Palme überwintern (c) by Joachim Wenk
nach und nach wird die Palme wieder ausgepackt


Rechtzeitig vor den genannten eisigen Winternächten kam auch die Seerose in ein Fass und in den Überwinterungsraum. Weniger sie, war der Grund der Sorge, als das Becken und der starke Frost. Bevor da etwas kaputt geht, haben wir uns entschlossen, sie einzuwintern. Mittlerweile habe ich das Becken wieder mit Wasser gefüllt. In den kommenden Tagen wird sie im Wurzelballen der unbändig wuchert, gestutzt. Ein wenig organischen Dünger mische ich mit Erde und versenke das in ein Loch, das ich in den Ballen bohre. Schließlich will ich die Wurzeln erreichen und nicht nur das Wasser mit Dünger sättigen.

(c) by Joachim Wenk
die Seerose muß sich wieder ans Freie gewöhnen


Oh und das hier ist nun auch fertig. Heute morgen war Volker mit einem Bekannten an den Weihern um ein paar kaputte und / oder störende Erlen um zu sägen. Zum einen haben wir jetzt wieder sehr schönes Brennholz für einen kommenden Winter und zum anderen fand er hinter der Hütte im Gestrüpp noch genau so ein Rohr, wie ich es benötigte.

Wir haben es auf die passenden Länge abgeschnitten und mit vielen großen Löchern durchbohrt. Das ist mein Wurmkompost-Produktionsbehälter, der in das Erdbeerfass hinein kommt.

Wurmhumuseinsatz Wurmkompost Erdbeerfass (c) by Joachim Wenk
Wurmkompost-Einsatz für das Erdbeerfass


Ihr erinnert euch ? Das ist das Fass. Jetzt kann ich es mit Erde füllen. Dabei wird in der Mitte das Rohr mit den Löchern stehen. Die Erde kommt nur aussen herum. Dann kann ich die Erdbeeren pflanzen. Und im Frühjahr dann beginne ich das Rohr langsam (!) mit Bioabfällen zu füllen. Blätter, Küchenabfälle, Rasenschnitt, Kaffeesatz und vieles mehr. Dann werde ich es etwas vergammeln lassen und ein paar Würmer aus der Wurmfarm dazu geben. Sicher sind erste Regenwürmer auch schon in der  Garten- und Maulwurfshaufen-Erde, die ich einfülle. Sie können sich dann bei dem leckeren Essen und der tollen Wohnung (der Erde um das Rohr) nach Herzenslust vermehren und immer weiter den nach und nach eingefüllten Bio-Abfall in Humus umwandeln.

 Erdbeerfass (c) by Joachim Wenk
Erdbeerfass
In der Wurmfarm sickert das dabei entstehende Wurmwasser oder Wurmtee nach unten weg, wird aufgefangen und verdünnt zum Gießen verwendet. Hier kann es gleich in die umgebende Erde sickern. Es gehen keine Nährstoffe verloren. Zuerst halt  nur unten. Aber mit zunehmender Füllung kommt es auch weiter oben wachsenden Pflanzen zu Gute. Die Wurzeln der Pflanzen können, wie die Würmer, durch die Löcher hindurch gelangen und die Nährstoffe abholen, wie sie die benötigen.


Wie gesagt, langsam kommt die Zeit, dass  man im Gemüsegarten anfangen kann. Der Bärlauch ist schon deutlich zu erkennen und der Schnittlauch daneben ebenfalls.

Bärlauch Schnittlauch (c) by Joachim Wenk
Bärlauch und Schnittlauch können es nicht mehr erwarten

Es hatte die vergangenen Wochen ja wirklich exzessiv geregnet. Kühl ist es auch und damit ein Bearbeiten des Bodens auch ohne Erkältung nicht ratsam. Eigentlich ist das so. Aber wieder ist es uneigentlich anders. Ich stelle fest, daß der Boden oberflächlich schon abtrocknet. Der ewig blasende Wind ist hier wohl mit verantwortlich.

Mir läuft die Nase, mir tun die Knochen weh und vom Kopf will  ich erst garnicht anfangen. Aber jetzt will ich es wissen.

Meine kürzlich erworbene Grabegabel, die mir so super gut gefällt, ist ja noch jungfreulich. Das probiere ich nun. Und wer sagt es ? Sie ist super, nicht nur optisch.  Ich habe sofort das ganze Dreieck mit ihr umgegraben. Auch der Boden ist ganz toll. Die Grabegabel flutsch in den lockeren Boden auch ohne mit dem Fuß auf ihr zu stehen. Nur mit den Händen kann ich sie hineindrücken. Das war anfangs ganz anders!
Hier auf dem Fleckchen Erde  sollen dann die Erdbeeren stehen, die das Schneckenzaunbeet verlassen müssen. Das Beet mit dem Blechzaun ist mein größtes Einzelbeet und wenn darin nichts Dauerhaftes, wie eben Erdbeeren steht, kann ich im Herbst und im Frühjahr, schön mit der Motorhacke darüber gehen. Die Grabegabel ist für die kleineren Beete und für das Lockern zwischendurch.

 Mein erstes Beet in diesem Frühjahr . Jetzt kann es noch etwas liegen. Aufkeimendes Unkraut ist so leicht zu entfernen und dann werden die Erdbeeren umgepflanzt. Allerdings sollten bis dahin die anderen Wegplatten verlegt und die Rabatten zur Beetbegrenzung gesetzt sein. Dann fällt beim Hacken, Sähen oder  Graben im Beet nicht ständig alle Erde direkt auf die Wegplatten und muß wieder weggekehrt werden. Auch optisch freue ich mich auf die neuen Wege.

Das sollte dann jetzt allerdings bald geschehen. Denn bevor diese Arbeit nicht verrichtet ist, macht es keinen Sinn, in den Beeten mit dem Sähen oder Pflanzen zu beginnen.

erstes vorbereitetes Beet im Frühjahr (c) by Joachim Wenk
erstes vorbereitetes Beet in diesem Frühjahr

Das habe ich lieber drinnen gemacht. Heute stand der Mond gut für Tomaten und so habe ich meine Tomaten für dieses Jahr gesät. Vier Sorten, die sich mittlerweile bewährt haben. Eine Fünfte ist neu, weil eine andere doch jedes Jahr wieder hier und da Probleme machte. Und dann  noch eine riesige Ausnahme in meinem Garten.

Aus bewussten Überlegungen sähe ich ja bekanntermaßen alle Gemüse und Kräuter selbst aus samenechten (!) Sorten.

Nun ergab sich in einem sozialen Netzwerk die Möglichkeit, die Samen der speziellen Tomaten, die für den Heinz-Ketchup verwendet werden zu bekommen. Eine Imagekampagne der Firma. Ich habe sofort zugeschlagen, dann recherchiert. Es handelt sich natürlich um das genaue Gegenteil meiner Philosophie. Wie ich es verstanden habe sind die Tomaten nicht nur "nicht-samenecht". Sie besitzen nicht einmal mehr Samen. So kann niemand heimlich die Wunder-Tomaten großziehen und ähnlichen Ketchup wie die Weltfirma produzieren.

Oder ist der Grund für diese Züchtung (wie auch immer sie entstanden ist) ein ganz anderer pragmatischer? Wer selbst Tomaten zu Ketschup und Sauce verarbeitet, weiß,daß die Kerne stören und raus müssen. Wenn erst keine drin sind, erleichtert das natürlich den Produktionsprozess enorm.

Jedenfalls habe ich hin und her überlegt, ob so eine Pflanze in meinen Garten soll. Jetzt habe ich aber die Samen und bin einfach neugierig, wie sie wächst, wie gesund sie ist und wie sie schmeckt. Obwohl ich eher keinen Platz für zusätzliche Tomaten habe, werde ich den Versuch wagen. Ich bin gespannt.



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