Mittwoch, 23. März 2016

Bodenbearbeitung nach Gründünger und Mulch, erste Erfahrungen

Meinen freien Tag habe ich heute richtig gut genutzt. Es ist viel geschehen im Garten. Wenn es nach mir gegangen wäre, hätte ich sogar noch mehr geschafft. Dennoch bin ich so dankbar, doch noch das habe erledigen können, was ganz dringend zu tun war. Kann Technik eigentlich auch eigensinnig sein? Ein Eigenleben haben? 

Jetzt aber der Reihe nach. Morgens bin ich schon beizeiten aufgestanden. Nach einem gemütlichen "Freier-Tag-Frühstück" wollte der Hund raus. Danach besuchte ich die Gärtnerei in einem benachbarten Dorf. Wow. Dort ist Frühling! Und ich durfte nicht alles einfach mitnehmen!

Eine frühlingshaft bepflanzte Schale für meine Mutter, als nachträgliches Geburtstagsgeschenk kam in den Einkaufskorb und für mich ein paar Blüten vor die Haustür. Ranunklen, Traubenhyazinthen, Gänseblümchen, Vergissmeinnicht und kleinblütige Stiefmütterchen. 

Wieder daheim, ging ich sofort in den Garten. Sonne gab es keine, Wind auch nicht. Daher war es bei 8-10  Grad doch ganz angenehm. 

Dort blieb ich bis zum späten Nachmittag. Die Töpfe und Schalen für die Terrasse sind jetzt bepflanzt. Die zeige ich einmal, wenn die Blümchen dann richtig blühen. Meinen Oleander und die Feige habe ich raus geräumt und die Palme endgültig von allem Schützenden befreit. 

Mit der Post kamen die Saatkartoffeln, die Steckzwiebeln und der Knoblauch. Und jetzt kommt die Technik ins Spiel.  Hauptwerk heute ist laut Plan, das Vorbereiten der  Gemüsebeete.   In meinem Fall heißt das, ackern  mit der Motorhacke. Die Kartoffeln haben wohl noch etwas Zeit und werden erst vorgetrieben. Aber der Knoblauch und die Zwiebeln müssen jetzt in die Erde.

Über zwei Stunden gingen ins Land und es geschah nichts. Ich kann gar nicht sagen, wie oft ich am Seilzug des Motors gezogen habe. Nichts tat sich. Nicht eine einzige Zündung war zu spüren, hören oder sonst wie wahr zu nehmen. Ist Benzin im Tank? Verklebt etwas die Zündkerze? Choke gezogen, Gas auf volle Pulle? Nichts und wieder nichts. Immer wieder lasse ich sie stehen, gruschtel hier und da im Garten. Dann greife ich es wieder an, ich muß heute ackern! An Ostern geht es nicht, vielleicht kommt auch wieder Regen und dann geht es wegen dem Boden nicht oder ich muß  Arbeiten. 

Es ist nichts zu machen. Mittlerweile habe ich sie wieder vor das Hühnerhaus, meinem Gerätelager, gezogen. Ich war kurz vor dem Aufgeben. Die Kraft in den Armen und Schultern ließ genau so nach, wie meine Hartnäckigkeit, heute den Boden vorzubereiten. Ich probiere es abermals und wieder. 

Auf einmal zündet sie und läuft. Gut, gleich drauf ist wieder Schluss. Aber es muss doch alles in Ordnung sein, wenn sie doch zündet und kurz läuft. Die kann doch nicht aus reiner Unlust oder sonst einer Verweigerungshaltung im wahrsten Sinne stundenlang nicht einen einzigen Mucker tun und dann von jetzt auf gleich starten, ohne dass etwas verändert wurde. Die wollte mich doch nur verarschen, hatte keine Lust, jetzt den Boden zu durchwühlen. Anders kann ich mir das einfach nicht erklären. 

Nach ein paar weiteren Fehlstarts konnte ich sie am Laufen bringen. Etwas warm laufen lassen und los ging es. 

Angefangen wurde dort, wo es am wichtigsten ist, im Schneckenzaunbeet. Hier können jetzt Ende  März bei dem Wetter,  von Möhren über Ackerbohnen und Zwiebeln die ersten Gemüse ins Beet. Ebenso demnächst Salat und Kohlrabi oder  Blumenkohl. Der Boden ist sehr schön, fein krümelig und locker. 

Dann mache ich mich an die Dreiecke im  Gemüsegarten. Hier stand zum Teil Winterroggen als Gründünger. Etwa 30cm hoch ist er mittlerweile. Da tat sich die Hacke schwer und ging öfter aus. Dort werde ich wohl noch einmal drüber müssen vor dem Pflanzen.

Phacelia, Sommerwicke und Buchweizen waren bereits über den  Winter abgestorben. Allerdings mußte ich erst die faserigen Überreste weg rechen. Sie wickelten sich um die Hacken und brachten alles zum Erliegen.  

Vor dem Hacken habe ich bei den Starkzehrern noch Kompost ausgebracht und überall  Algenkalk gestreut, damit der Boden auch wieder Mineralien bekommt und weil er mancherorts recht niedrig im ph-Wert ist. 

Nach dem Hacken kamen Rechen und Besen zum Einsatz. Jetzt sieht es doch schon  bearbeitet und nicht mehr nur verwahrlost aus. 

frisch geackerter Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
frisch geackert Beet-Dreiecke im Gemüsegarten
frisch geackerter Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
frische geackertes Schneckenzaunbeet
frisch geackerter Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
da lacht das Gärtnerherz, lockerer feiner Boden für die neue Gemüsesaison


Mein Resümee für den Boden-Belag über Winter. Der Boden sollte ja nicht unbedeckt in den Winter gehen. Im Schneckenzaunbeet habe ich im Herbst restlichen Rasenschnitt aufgelegt und immer wieder Laub darauf geschaufelt. 

In den Dreiecken im Gemüsegarten hatte ich größtenteils Winterroggen und Wicke gesät. Beide sind winterhart. Früher im Herbst auch Wicke, Buchweizen und Phacelia, die abfrieren.

Im Schneckenzaunbeet musste ich vorbereitend vor der Bodenbearbeitung nur das Laub zusammenrechen und auf den Kompost geben. Dann konnte ich heute ackern. 

Die im Winter abgestorbene Gründüngung (Phacelia, Buchweizen und Wicke) sah recht verwildert und vergammelt aus. Vor dem Ackern müssen hier die faserigen Rückstände zusammengerecht werden. Das ist umständlicher als Laub rechen, weil sich alles im Rechen verfängt, geht aber auch noch. 

Der Winterroggen fing bereits an zu wachsen und ist ein wahnsinnig dichter Pelz. Die tiefreichenden Wurzeln, weswegen ich ihn ja auch ausgesät habe, halten die Pflanzen extrem am Boden fest. Vor dem Ackern habe ich ihn mit der Motorsense kurz geschoren. Trotzdem starb mir die Motorhacke hier immer wieder ab und ich mußte erst ganz flach drüber und dann immer tiefer. Mehr als spatentief reicht die Hacke nicht in den Boden. Ich bin mir sicher, daß ich hier noch ein weiteres Mal ackern muß, weil der Roggen bestimmt wieder treibt. 

Nach dem Tag heute würde ich sagen, ich werde im Herbst nur noch Laub und vielleicht Grasschnitt aufbringen. Da geht die Bearbeitung im Frühjahr am leichtesten. Der Boden unter dem Laubmulch ist auch am lockersten und feinkrümeligsten. Unkraut stand nicht im Beet.  

Jetzt muß ich abwarten, wie das mit dem eingeackerten Roggen weiter geht. Jedenfalls würde ich Roggen-Gründüngung (und andere überwinternde Pflanzen)  im Hausgarten nicht empfehlen, wenn keine benzingetriebene Motorhacke zur Verfügung steht. 

So habe ich dann bis zum Abend diese größere Aufgabe doch noch erledigen können. Die Hacke steht wieder im Hühnerhaus und kann ihre Bockigkeit überdenken. Auf jeden Fall kommt sie demnächst noch in die Werkstatt. 

Am Abend hat es dann auch noch stark geregnet. Was bin ich froh, daß das alles doch noch geklappt hat. 

Ein paar Samen in den Boden bringen wird wohl am Ostermontag gehen. Ackern wäre jedenfalls nicht gegangen. Bis dahin wird aber erst noch geschlemmt (Karfreitags-Karpfen) und gefeiert (Geburtstagsnachfeier an Ostersonntag mit der Familie und Ostereiersuchen im Frühlings-Garten). 














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