Mittwoch, 30. März 2016

Einsamer Träumer auf der Gartenbank

Die Osterfeiertage sind nun vorüber. Schade. Es waren wundervolle Tage. 

Und was wir alles erlebt oder gemacht haben. 

Wir haben des wahren Hintergrundes dieser Tage gedacht. Freitag ein sehr ruhiger, dem  Tode angepasster Gottesdienst mit Beichte. Sonntag ein sehr früher und froherer Gottesdienst um 5.30 Uhr. Nur noch einmal zum Bedenken, genau in dieser Nacht war auch noch die Zeitumstellung!  Danach gab es heißen Kaffee und selbstgebackene Kuchen in der, den ganzen Winter unbeheizten, kleinen und uralten Kirche. 

Ostern bedeutet eben nicht: "Und wo sind jetzt meine Geschenke?"

Wir hatten auch einen Familiengeburtstag nach zu feiern. Das Ereignis wurde gleich mit der österlichen Familienzusammenkunft verbunden. Alle waren vereint bei leckerem Essen in der Gaststätte und dann daheim bei Kaffee und viel Kuchen mit Ostereiersuchen im heimischen Garten. 

Am Samstag haben wir auch etwas im Garten gewerkelt. Der erste Rasenschnitt war fällig. Eigentlich hätte das noch im November gemacht werden müssen. Doch da hatte es das Wetter nicht zugelassen. Auch die Pfosten für den Weinberg sind jetzt gesetzt und betoniert. 

Die Saatkartoffeln liegen artig in ihren Eierkartons zum Vortreiben. 

Saatkartoffeln zum Vorkeimen in Eierkartons (c) by Joachim Wenk
Saatkartoffeln zum Vorkeimen in Eierkartons (c) by Joachim Wenk



Schließlich habe ich am Montag dann noch mit der Aussaat begonnen. Möhren sind gesät, Zwiebeln gesteckt, Puffbohnen kamen tief in die Erde, weniger tief die Erbsen und ganz oben an der Oberfläche liegen die Samen vom Salat. Auch ein paar Rettiche habe ich den Saatreihen verteilt. 

erste Saaten sind im Gemüsebeet (c) by Joachim Wenk
erste Saaten sind im Gemüsebeet (c) by Joachim Wenk



Dann saß ich in meinem Garten auf dem Bänkle und betrachtete alles. Viel war ja nicht zu sehen. 
Leer ist es im Gemüsegarten, sehr übersichtlich und trist. Ob ich das wieder alles hinbekomme? Werde ich alles zur richtigen Zeit erledigen können? 

Es gibt ja Menschen, die mich als Pessimisten bezeichnen. Besonders liebe Menschen nennen mich einen leidenschaftlichen Pessimisten. Also ich selbst kann das ja so gar nicht verstehen. Ich bin doch höchstens, wenn man das so will, ein ganz klein wenig skeptisch. 

Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
sehr übersichtlich ist es jetzt im März noch im Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk



Die Natur wird schon ihren Lauf nehmen. Komme ich da mit? Wird hier alles wieder grün und bunt und füllig? Hach, wie war das doch im vergangene Sommer schön hier. Rasch entschweifen meine Gedanken.

Wohin sind sie entfleucht meine Gedanken? Schaut doch mal nach, Einfach auf das Video unten klicken und eintreten in eine wundervolle, geheime Gartenwelt....





Mittwoch, 23. März 2016

Bodenbearbeitung nach Gründünger und Mulch, erste Erfahrungen

Meinen freien Tag habe ich heute richtig gut genutzt. Es ist viel geschehen im Garten. Wenn es nach mir gegangen wäre, hätte ich sogar noch mehr geschafft. Dennoch bin ich so dankbar, doch noch das habe erledigen können, was ganz dringend zu tun war. Kann Technik eigentlich auch eigensinnig sein? Ein Eigenleben haben? 

Jetzt aber der Reihe nach. Morgens bin ich schon beizeiten aufgestanden. Nach einem gemütlichen "Freier-Tag-Frühstück" wollte der Hund raus. Danach besuchte ich die Gärtnerei in einem benachbarten Dorf. Wow. Dort ist Frühling! Und ich durfte nicht alles einfach mitnehmen!

Eine frühlingshaft bepflanzte Schale für meine Mutter, als nachträgliches Geburtstagsgeschenk kam in den Einkaufskorb und für mich ein paar Blüten vor die Haustür. Ranunklen, Traubenhyazinthen, Gänseblümchen, Vergissmeinnicht und kleinblütige Stiefmütterchen. 

Wieder daheim, ging ich sofort in den Garten. Sonne gab es keine, Wind auch nicht. Daher war es bei 8-10  Grad doch ganz angenehm. 

Dort blieb ich bis zum späten Nachmittag. Die Töpfe und Schalen für die Terrasse sind jetzt bepflanzt. Die zeige ich einmal, wenn die Blümchen dann richtig blühen. Meinen Oleander und die Feige habe ich raus geräumt und die Palme endgültig von allem Schützenden befreit. 

Mit der Post kamen die Saatkartoffeln, die Steckzwiebeln und der Knoblauch. Und jetzt kommt die Technik ins Spiel.  Hauptwerk heute ist laut Plan, das Vorbereiten der  Gemüsebeete.   In meinem Fall heißt das, ackern  mit der Motorhacke. Die Kartoffeln haben wohl noch etwas Zeit und werden erst vorgetrieben. Aber der Knoblauch und die Zwiebeln müssen jetzt in die Erde.

Über zwei Stunden gingen ins Land und es geschah nichts. Ich kann gar nicht sagen, wie oft ich am Seilzug des Motors gezogen habe. Nichts tat sich. Nicht eine einzige Zündung war zu spüren, hören oder sonst wie wahr zu nehmen. Ist Benzin im Tank? Verklebt etwas die Zündkerze? Choke gezogen, Gas auf volle Pulle? Nichts und wieder nichts. Immer wieder lasse ich sie stehen, gruschtel hier und da im Garten. Dann greife ich es wieder an, ich muß heute ackern! An Ostern geht es nicht, vielleicht kommt auch wieder Regen und dann geht es wegen dem Boden nicht oder ich muß  Arbeiten. 

Es ist nichts zu machen. Mittlerweile habe ich sie wieder vor das Hühnerhaus, meinem Gerätelager, gezogen. Ich war kurz vor dem Aufgeben. Die Kraft in den Armen und Schultern ließ genau so nach, wie meine Hartnäckigkeit, heute den Boden vorzubereiten. Ich probiere es abermals und wieder. 

Auf einmal zündet sie und läuft. Gut, gleich drauf ist wieder Schluss. Aber es muss doch alles in Ordnung sein, wenn sie doch zündet und kurz läuft. Die kann doch nicht aus reiner Unlust oder sonst einer Verweigerungshaltung im wahrsten Sinne stundenlang nicht einen einzigen Mucker tun und dann von jetzt auf gleich starten, ohne dass etwas verändert wurde. Die wollte mich doch nur verarschen, hatte keine Lust, jetzt den Boden zu durchwühlen. Anders kann ich mir das einfach nicht erklären. 

Nach ein paar weiteren Fehlstarts konnte ich sie am Laufen bringen. Etwas warm laufen lassen und los ging es. 

Angefangen wurde dort, wo es am wichtigsten ist, im Schneckenzaunbeet. Hier können jetzt Ende  März bei dem Wetter,  von Möhren über Ackerbohnen und Zwiebeln die ersten Gemüse ins Beet. Ebenso demnächst Salat und Kohlrabi oder  Blumenkohl. Der Boden ist sehr schön, fein krümelig und locker. 

Dann mache ich mich an die Dreiecke im  Gemüsegarten. Hier stand zum Teil Winterroggen als Gründünger. Etwa 30cm hoch ist er mittlerweile. Da tat sich die Hacke schwer und ging öfter aus. Dort werde ich wohl noch einmal drüber müssen vor dem Pflanzen.

Phacelia, Sommerwicke und Buchweizen waren bereits über den  Winter abgestorben. Allerdings mußte ich erst die faserigen Überreste weg rechen. Sie wickelten sich um die Hacken und brachten alles zum Erliegen.  

Vor dem Hacken habe ich bei den Starkzehrern noch Kompost ausgebracht und überall  Algenkalk gestreut, damit der Boden auch wieder Mineralien bekommt und weil er mancherorts recht niedrig im ph-Wert ist. 

Nach dem Hacken kamen Rechen und Besen zum Einsatz. Jetzt sieht es doch schon  bearbeitet und nicht mehr nur verwahrlost aus. 

frisch geackerter Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
frisch geackert Beet-Dreiecke im Gemüsegarten
frisch geackerter Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
frische geackertes Schneckenzaunbeet
frisch geackerter Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
da lacht das Gärtnerherz, lockerer feiner Boden für die neue Gemüsesaison


Mein Resümee für den Boden-Belag über Winter. Der Boden sollte ja nicht unbedeckt in den Winter gehen. Im Schneckenzaunbeet habe ich im Herbst restlichen Rasenschnitt aufgelegt und immer wieder Laub darauf geschaufelt. 

In den Dreiecken im Gemüsegarten hatte ich größtenteils Winterroggen und Wicke gesät. Beide sind winterhart. Früher im Herbst auch Wicke, Buchweizen und Phacelia, die abfrieren.

Im Schneckenzaunbeet musste ich vorbereitend vor der Bodenbearbeitung nur das Laub zusammenrechen und auf den Kompost geben. Dann konnte ich heute ackern. 

Die im Winter abgestorbene Gründüngung (Phacelia, Buchweizen und Wicke) sah recht verwildert und vergammelt aus. Vor dem Ackern müssen hier die faserigen Rückstände zusammengerecht werden. Das ist umständlicher als Laub rechen, weil sich alles im Rechen verfängt, geht aber auch noch. 

Der Winterroggen fing bereits an zu wachsen und ist ein wahnsinnig dichter Pelz. Die tiefreichenden Wurzeln, weswegen ich ihn ja auch ausgesät habe, halten die Pflanzen extrem am Boden fest. Vor dem Ackern habe ich ihn mit der Motorsense kurz geschoren. Trotzdem starb mir die Motorhacke hier immer wieder ab und ich mußte erst ganz flach drüber und dann immer tiefer. Mehr als spatentief reicht die Hacke nicht in den Boden. Ich bin mir sicher, daß ich hier noch ein weiteres Mal ackern muß, weil der Roggen bestimmt wieder treibt. 

Nach dem Tag heute würde ich sagen, ich werde im Herbst nur noch Laub und vielleicht Grasschnitt aufbringen. Da geht die Bearbeitung im Frühjahr am leichtesten. Der Boden unter dem Laubmulch ist auch am lockersten und feinkrümeligsten. Unkraut stand nicht im Beet.  

Jetzt muß ich abwarten, wie das mit dem eingeackerten Roggen weiter geht. Jedenfalls würde ich Roggen-Gründüngung (und andere überwinternde Pflanzen)  im Hausgarten nicht empfehlen, wenn keine benzingetriebene Motorhacke zur Verfügung steht. 

So habe ich dann bis zum Abend diese größere Aufgabe doch noch erledigen können. Die Hacke steht wieder im Hühnerhaus und kann ihre Bockigkeit überdenken. Auf jeden Fall kommt sie demnächst noch in die Werkstatt. 

Am Abend hat es dann auch noch stark geregnet. Was bin ich froh, daß das alles doch noch geklappt hat. 

Ein paar Samen in den Boden bringen wird wohl am Ostermontag gehen. Ackern wäre jedenfalls nicht gegangen. Bis dahin wird aber erst noch geschlemmt (Karfreitags-Karpfen) und gefeiert (Geburtstagsnachfeier an Ostersonntag mit der Familie und Ostereiersuchen im Frühlings-Garten). 














Montag, 21. März 2016

Ödes Wetter, aber die Arbeiten im Garten gehen voran

Dienstag Neuschnee, geschlossene Schneedecke, Mittwoch bitterkalt und eisiger Wind, Donnerstag und Freitag 14 °C, blauer Himmel und Sonne pur. Samstag und Sonntag wieder kein einziger Sonnenstrahl bei etwa 5°C. Ein Wetter wie im April. Wir haben aber erst März und bis auf die Eis- und Schneetage konnte ich doch die vergangen  Tage gut im Garten nutzen. 

Vor Ostern musste noch das Heckengestrüpp bei der Straße entfernt werden. Wegen der steilen Hanglage war es mir nicht mehr möglich, das Gestrüpp, das einmal eine Hecke war, zu schneiden. Von Unten war es zu hoch, um oben hin zu kommen. Von Oben vom Hang her,  war die Oberkante der Hecke  zu weit entfernt von meinem Standpunkt. Ein Schneiden, ohne fast bis vollkommen in die Hecke zu stürzen, ging nicht mehr. Daher haben wir sie jetzt bodeneben  abgeschnitten. Jetzt kann alles wieder frisch von unten austreiben und für etliche Jahre in Form gehalten werden. Bis irgendwann wieder so eine Aktion nötig ist. 



Ein wenig nackig sieht es jetzt schon aus, vor unserer Einfahrt. Darum steht genau an dieser Stelle auch das Stückchen verwilderte Hecke. Sicher ist sie bald wieder nach gewachsen.




Am selben Hang steht ein sehr ausladender Rosenstrauch. Er blüht dunkelrosa bis Pink und hat Hagebutten. Es ist keine selbst ausgesäte Wildrose, sondern wurde vom Haus-Vorbesitzer gepflanzt. Welche Sorte es ist, weiß man nicht mehr. Allerdings war auch hier ein radikaler Schnitt nötig. Letzten Sommer gab es keine Blüte mehr, auch fast keine Blätter. Jetzt beim Abschneiden hat sich auch gezeigt, daß er fast nur noch aus totem Holz bestand. Also entweder er treibt jetzt wieder verjüngt und erfrischt von unten heraus aus oder er war tatsächlich kaputt gegangen. Das lag dann sicher an der abnormen Hitze und Trockenheit im vergangenen Jahr.


Jetzt ist er weg der Rosenstrauch. Nun wird alles aufgeladen und zum Osterfeuerplatz gefahren. Gut, daß es Freunde gibt, die einen Schlepper mit Hänger haben. Im VW-Bus mit Anhänger wären wir da viele  Male hin und her gefahren. Musste doch schon der Schlepper zweimal pendeln.


Jetzt stehen sie recht allein da meine beiden Quittenbäume an dem Hang. Wenn man bedenkt, dass sie aus nichts anderem bestanden als aus einem einzigen dünnen Ästchen, so dick und groß, wie jetzt eines ihrer Seitentriebe, dann freue ich mich doch sehr, wie schön sie sich entwickelt haben.

Und schmunzelnd  muß ich immer wieder an den Spruch des Nachbarn damals denken : "Da hast aber ein recht dünnes Stäbchen als Stütze für deine Bäume verwendet".

Was daran witzig ist? Das dünne Stäbchen, was er als Stütze ansah, das war das Bäumchen! Und der dickere Stiel daneben war die Stütze.  Sie hatte in etwa die Stärke eines ansonsten frisch gepflanzten Bäumchens. Mittlerweile ist klar, was Baum und was Stütze ist.








 Ein paar Tage zuvor haben wir an den Weihern zwar keine Hecken aber dafür komplette Bäume gefällt. Drei Erlen liegen nun als künftiger Garant warmer Winterabende hinter der Scheune und sollen trocknen. Einer der Bäume war schon tot und herunterfallende Äste beschädigten bereits eine Brücke über den Bach. Zwei weitere Erlen standen ohnehin viel zu eng beisammen und zu dicht bei der zu erneuernden Brücke.





Im Gemüsegarten jucken jetzt schon langsam die Finger, endlich loslegen zu können. Aussaaten im Haus und im Gewächshaus keimen bereits fleißig. Nur im Freien war bisher noch nicht das Wetter und die Bodenbeschaffenheit, um anfangen zu können. 

Im Schneckenzaunbeet ist jetzt alles vorbereitet, um mit der Motorhacke darüber zu gehen. Das restliche Laub ist weg gerecht. Sonst habe ich das gerne liegen lassen, damit es vor Ort vollkommen verrottet und den Boden mulcht. Jetzt habe ich aber schon ein paar Mal gelesen, daß man es wegrechen sollte, damit der Boden sich schneller erwärmen kann. Das leuchtet mir ein. Jetzt kann es eben auf dem Kompost fertig verrotten. 

Die Erdbeeren auch aus dem Beet sind ebenfalls verpflanzt, wild aufgegangene Akeleien, die ja irgendwie überall sind, habe ich verpflanzt. Der Rosenkohl, oder was übrig war davon, ist entfernt. Der Boden ist schön locker und gut abgetrocknet. Jetzt wäre es ideal, ihn zu bearbeiten. Mal sehen, ob am Mittwoch, wenn ich Zeit dazu habe, das immer noch der Fall ist. 




Wegen des doch wieder recht frischen Wetters ist weiter noch nichts Blühendes im Garten gewachsen. Die kleinen Narzissen sind immer die ersten nach den Schneeglöckchen und Krokussen. 




Wenigstens meine bunten Eier bringen etwas Farbe in den Frühlingsgarten.



Am Fensterbrett im Zimmer sind nun auch die Samen aufgegangen. Die Tomaten keimten sehr schön, bis auf die Sorte in der rechten Topfreihe.

Hat sich das Problem, ob ich diese komischen angeblich samenlosen Heinz-Ketchup-Tomaten nun wirklich einmal anbauen und testen soll oder nicht,  von allein geklärt. Da sie nicht keimen, brauche ich mir keine weiteren Gedanken mehr zu machen. Scheinbar haben sie meine Zweifel der Sorte gegenüber gemerkt.


Dafür habe ich die Biotomaten aus der grünen Box von Stadt-land-blüht.de gesät. Die bekommt die Mutter, die sie in Töpfen anbauen wird und ich behalte mir zum Sortentesten auch eine Pflanze, wenn sie denn aufgehen. Da bin ich aber zuversichtlich. Sind doch all meine Bio-Gemüsesamen ebenfalls vom Bingenheimer Saatgut, wie es auch in der grünen Box der Fall ist. Mit denen habe ich stets beste Erfahrungen gemacht.

Das Erdbeerfass mit Wurmhumusrohr ist bepflanzt.

Das Erdbeer-Fass ist bepflanzt.


frisch bepflanztes Erdbeerfass (c) by Joachim Wenk
frisch bepflanztes Erdbeerfass

frisch bepflanztes Erdbeerfass (c) by Joachim Wenk
frisch bepflanztes Erdbeerfass

27 Erdbeerpflanzen haben in den Pflanztaschen  und oben auf der ebenen Fläche Platz gefunden.

Ich habe verschiedene Sorten ausgesucht und dabei darauf geachtet, daß alle zusammen eine möglichst lange Reifezeit zusammenbringen. So hoffe ich, wirklich den ganzen Sommer frische Erdbeeren zur Verfügung zu haben.

Die Sorte Korona hab ich auch schon im Beet. Sie hat wirklich sehr große und sehr leckere Früchte. Die anderen Sorten werden eben hier probiert auf Geschmack und Pflanzengesundheit.  Gespannt, bin ich auf die Ostara, die kleinere Früchte tragen soll, aber die dann über mehrere Monate.

Ich hatte schon einmal eine solche Erdbeere, deren Früchte aber wirklich sehr klein waren und fast schon an Walderdbeeren erinnerten. Die Beerchen waren mir zu klein. Die Früchte der Ostara sollen schon "richtige" Erdbeeren sein, laut Katalog.

  • 6x Honeoye Reifezeit Anfang Juni
  • 6x Korona Reifezeit Ende Juni
  • 6x Pegasus Reifezeit Ende Juni bis Anfang Juli
  • 6x Florence Reifezeit Ende Juni bis Anfang Juli
  • 3x Ostara Reifezeit Juli bis Oktober


Bevor ich am Sonntag die Erdbeeren pflanzen konnte, mußt das Fass aber noch mit Erde befüllt und das Wurmhumusrohr eingepasst werden.

Über die untere Öffnung des Wurmhumus-Rohres habe ich noch ein Geflecht aus etwas dickerem ummantelten Draht geflochten.

Wenn irgendwann die verrotteten Bio-Abfälle das Rohr bis oben hin gefüllt haben, ist ja eine weitere Wurmkompostproduktion nicht möglich. Meine Idee, und ich hoffe es funktioniert, ist, daß ich das Rohr mit leichten Drehbewegungen dann  nach oben hinaus ziehen kann. Dann wird der Inhalt, wertvoller Wurmkompost, entnommen und das Rohr wieder in die Erde gedrückt. Damit nun der Inhalt des Rohres, also der Wurmhumus bei dieser Aktion auch im Rohr bleibt und herausgehoben werden kann, hält das Drahtgeflecht den Humus im Rohr fest. So kann er nicht nach unten heraus rutschen.


Wurmhumus-Rohr für Erdbeerfass (c) by Joachim Wenk
Wurmhumus-Rohr mit Draht zum besseren Entleeren des später mal vollen Rohres


Schließlich kam ein  Schicht Erde ins Fass. Dann wurde das Rohr darauf gestellt, mit einer Schüssel die obere Öffnung verdeckt, und Erde eingefüllt.

Als Erde verwende ich hier ein Gemisch. Etliche Eimer und Kübel habe ich über die letzten Wochen mit Maulswurfserde gesammelt. Zum Einen kamen die Haufen aus der Wiese im Garten  mit hinein und zum anderen die vielen Maulwurfshaufen von der Wiese bei den Karpfenweihern. Dann habe ich noch ein paar Schaufeln gut verrotteten Kompost und einen ganzen Schwung Torf mit eingemischt.

Den Torf habe ich nur verwendet, weil da noch seit vielen Jahren ein halber Sack Torf bei mir herum stand. Und den  habe ich nur gekauft, um ihn ihm das Wurzelgemüse einzulagern. Dafür konnte er über mehrere Jahre verwendet werden, stehts im  Herbst wieder angefeuchtet und die Wurzeln eingelegt. Weil aber  Torf  nicht mehr gekauft werden sollte, um die Moore zu schonen, habe ich letzten Herbst das erste mal feuchten Sand genommen und es klappte hervorragend. Den verwende ich künftig immer und so ist der Torf definitiv übrig.



Erdbeerfass (c) by Joachim Wenk
jetzt wird das Fass endlich befüllt

Erdbeerfass (c) by Joachim Wenk
das Fass ist befüllt, jetzt kann sich die Erde setzen


Das Faß habe ich bis zum obersten Rand befüllt und gegossen. Die Erde setzt sich in solchen Fällen, warum man auch nicht sofort mit dem Pflanzen beginnen sollte.

Jetzt am Sonntag habe ich nochmal Erde nachgefüllt und die Erdbeeren gepflanzt.

Mit dem ersten Einfüllen von Bioabfällen in das Wurmhumusrohr warte ich noch. Jetzt ist es noch zu kalt, die Würmer sind nicht aktiv genug. Später werde ich dann etwas  Küchenabfälle, Gras, Grünmasse und Pappkarton einfüllen. Das beginnt dann zu zerfallen und dann kommen ein paar Würmer aus meiner Wurmfarm dazu. Ist der Bioabfall noch ganz frisch, können sie ihn nicht fressen. Er muß erst am Zermatschen sein, dann ist er für sie verwertbar.  Auch in der Erde, die ich eingefüllt habe waren Regenwürmer enthalten. Ich hoffe, sie vermehren sich durch die leckere Nahrung im Rohr und bauen die Biomasse in Dünger für die Erdbeeren um.

Wer noch einmal die ganze Entstehung des Erdbeerfasses nachlesen möchte findet hier die entsprechenden Beiträge:


Im Beet habe ich ebenfalls mit den Erdbeeren zu tun gehabt. Erdbeeren sollen künftig wieder ein eigenes Eck im Gemüsegarten haben und störten im Schneckenzaunbeet. Damit ich da mit der Motorhacke leichter arbeiten kann, darf kein ausdauerndes Grün drin stehen. Daher habe ich die erst im  Herbst gepflanzten Ableger meiner vieltragenden Korona nebst schon kräftig wachsendem Knoblauch dazwischen kurzerhand umgepflanzt.  Noch ist es kühl und bald vielleicht auch wieder feucht, da wachsen sie sicher schnell an. Im Moment ist der Boden schon so abgetrocknet, daß ich fleißig angießen musste. Jetzt wäre ein guter Zeitpunkt, die Beete für die Saaten vorzubereiten. Mal sehen, ob es, wenn ich Zeit habe, auch noch trocken ist.


Erdbeeren im Beet (c) by Joachim Wenk
Erdbeern im Beet

Erdbeeren im Beet (c) by Joachim Wenk
Erdbeeren im Beet 

Donnerstag, 17. März 2016

die grüne Box - eine wundervolle Idee für Gemüsegärtner in der Stadt

wieder einmal ein Produkttest, über den ich mich wirklich freue.

Vor gerade einmal ein paar Tagen veröffentlichte ich meinen Artikel über Gemüsesorten für Balkon und kleine Gärten . Ertragreiches Gemüse für Neu-Selbstversorger.

Es ergaben sich ein paar schöne Unterhaltungen dazu und eine E-Mail hat mich erreicht. Mittlerweile kam auch echte Post zu dieser Mail. Eine Samenbox zum Testen.  Gerne berichte ich auch über die, wie ich finde gute Idee.

Herr Petrich von stadt-land-blüht.de beschäftigt sich geschäftlich exakt genau mit diesem Thema. Gemüsesorten für Balkon und Stadtgarten. Viel mehr, man kann dort auch die Samen kaufen. Alles samenechte Gemüse mit Bio-Zertifikat. Die Samen kommen auch von "meinem" Samenlieferanten.

Auf der Homepage kann man folgendes über die Firma erfahren:

"Wir gärtnern aus Leidenschaft und aus Profession. Stadt-Land-blüht ist mehr als ein Shop für Samen und Saatgut, wir haben uns viel vorgenommen: Mehr Grün in den Städten, mehr Hochbeete in Höfen, mehr Pflanzkisten auf Balkonen. Und: kürzere Wege für unsere Lebensmittel. Wobei sich dabei als recht effektiv ein Weg herausgestellt hat: direkt vom Garten auf den Teller. Wir wollen schöne, abwechslungsreiche Weiden für Bienen schaffen, bei uns dürfen Igel im Laub überwintern und Eichhörnchen die Haselnüsse einlagern. Wir wollen in drei Worten: Wirklich blühende Landschaften."
Spontan begeistert hat mich die Idee von stadt-land-blüht. Jeder, der vielleicht nur einen Balkon hat, einen Hinterhof oder einen winzigen Stadtgarten und dazu noch nicht viel Erfahrung mit dem Gemüseanbau hat, sollte da mal vorbei schauen.

Es gibt ein Box mit Gemüsesamen, alle geeignet für Balkon und Garten. In den Tütchen sind nur wenige Samenkerne enthalten, weil hier auch wenige gebraucht werden. Somit bleiben schon keine Samen übrig und man muß im Folgejahr überlegen, ob der wohl noch keimfähig ist.

In der Box ist zu jedem der fünf Gemüse eine Anleitungskarte. Selbst wenn man also noch überhaupt keine Ahnung vom Gemüsebau hat, sollte es damit klappen. Auf der Karte steht genau wann und wo und wie gesät wird. Wie die Pflanzen zu pflegen sind oder wann, was geerntet werden kann. Sogar an eine Mischkultur ist gedacht. Was passt dazu in den Topf, was nicht, was sollte davor nicht dort angebaut werden und was nicht danach. Ich finde, da ist an alles gedacht und der  Gärtner kann sofort loslegen, ohne weitere Bücher zu durchstöbern.

Die Boxen kann man auch abonnieren (4 Boxen im Jahr) und bekommt damit immer zu der Zeit, wo die jeweiligen Gemüse gesät werden müssen ein paar weitere Samen von Kräutern und Gemüse für seinen Selbstversorgergarten.

Damit noch nicht genug. Es gibt sogar Videos zu jedem Gemüse, in dem noch einmal alles erklärt wird. Also wie zum Beispiel sähe ich jetzt den Lauch denn genau aus? Und es soll E-Mail Erinnerungen geben. Auf die bin ich selbst auch gespannt.

Herr Petrich hat mir netterweise, die erste Box zur Verfügung gestellt zum Testen. Noch eine Tomatensorte mehr also in meinem Garten? Nein, das ist ja eine für  Töpfe geeignete Sorte und meine Mutter hat nur ihren Hinterhof und noch keine Tomaten dieses Jahr gekauft. Die Sorte darf sie probieren. Alles andere passt in mein Konzept und meinen Garten, das sähe ich selbst.

Also, eigentlich hätte ich nach meinem Artikel für alle Balkon-Selbstversorger selbst auf diese Geschäftsidee kommen müssen. Ich finde das vielversprechend und hoffe, dass die Boxen gut angenommen und auch verschenkt werden. Gemüseanbauer und Selbstversorger kann es schließlich nicht genug geben. Und ein besseres Verständnis für die Natur und seine Lebensmittel gibt so ein Gemüseanbau auf alle Fälle. Dazu kommt noch die Freude über den Erfolg und diese gewissen Zufriedenheit. Aber das ist auch mit einem großen Garten der Fall. Könnte ich sonst so viel hier über das schöne Hobby des Gemüse-Gärtnerns schreiben.

die grüne Box (c) by Joachim Wenk
Versandbox mit Samentütchen und Anleitungen

die grüne Box (c) by Joachim Wenk
Versandbox aus Pappe, keinerlei Kunststoff

Anleitungskarte die grüne Box (c) by Joachim Wenk
super hilfreiche Anleitungskarte zu jedem enthaltenen Gemüse

Anleitungskarte die grüne Box (c) by Joachim Wenk
super hilfreiche Anleitungskarte zu jedem enthaltenen Gemüse


Hier noch einmal der Link  stadt-land-blüht.de

Ich wünsche allen, die die Box ordern, viel Spass damit.

Erste Erfahrungen aus den frühen Aussaat-Versuchen im Germüsegarten

Wann ist es sinnvoll im Frühjahr mit der Aussaat des ersten Frühjahrsgemüses zu beginnen?

Diese Frage beschäftigt mich dieses Jahr und ich will eine Lösung finden. Einiges habe ich ja schon darüber geschrieben. Mittlerweile sind die ersten Ergebnisse erkennbar.



Blick ins Gewächshaus im März (c) by Joachim Wenk
Blick ins Gewächshaus im März


Salat keimt ab 2 °C und braucht es nicht warm zum Wachsen und Keimen. Die richtige Sorte ist natürlich Voraussetzung. 

Also habe ich,wie es manchmal angegeben wird, im Januar den ersten Salat gesät. Als Sorte habe ich Briweri.

Die Saatschale stand im völlig unbeheizten Partyraum bei ca. 5 °C. Als der große Frost kam wanderte sie ins Palmenüberwinterungshaus mit 10°C. Der Salat keimte rasch, wuchs dann aber, sagen wir mal vorsichtig "langsam". Aber er wuchs, wurde pikiert (Mitte  Februar) und steht nun wieder im unbeheizten Raum bei momentan etwa 5-8°C. Die Pflänzchen sind ganz schön, wenn man sie momentan sieht. Wenn man berücksichtig, daß sie vor  9 Wochen gesät wurden, finde ich sie eher klein. 


junge Salatpflanzen (c) by Joachim Wenk
Salat im März, gesät Anfang Januar




Weil eben der Salat mit dem Wachsen keine Fortschritte machte, habe ich Anfang März noch einmal Salat gesät. Briweri und Maikönig kamen in die Erde. Die Saatschale stand im Heizungskeller bei 18°C.

Auch er keimte rasch, wuchs aber dann zu rasch. 18°C sind eben doch recht warm. Dazu kommt noch das, was wohl wirklich das limitierende Element bei der Jungpflanzenanzucht ist. Das Licht fehlte, und die Pflanzen vergeilen. Die Sonne hat zu dieser Jahreszeit noch nicht genügend Kraft und Stunden, die sie scheint.

Mal sehen, ob ich diese hier noch pikieren kann und ob da noch etwas daraus wird. Meine Erfahrung der letzten Jahre sagt mir, daß die jungen Salatpflänzchen immer wieder mal recht gakelig gelingen und dann pikiert in  kleine Töpfe, sich gut entwickeln. Im Beet dann  wachsen sie prächtig. Also aufgeben muß ich die Keinen vom März wohl noch nicht.

junge Salatpflanzen (c) by Joachim Wenk
Salat gesät vor 2 Wochen


Es gibt noch eine dritte Aussaat von Briweri-Salat. Ende Januar habe ich  im Gewächshaus direkt in den Boden ebenfalls Salat gesät. Unter dem Vlies konnte er in Ruhe machen, was er für nötig hielt. Im Bild seht ihr, daß die Saaten seit Januar schon ganz schön wachsen. Heute Mitte März sieht der Salat im Gewächshaus so aus.



junge Salatpflanzen (c) by Joachim Wenk
Salat gesät im Januar im  Gewächshaus


Also eines ist für mich schon klar geworden. Die Pflänzchen sind am kräftigsten und gedrungensten. Und ich habe nach der Saat keine weitere Arbeit mit ihnen gehabt. Kein Saatschale hin und hertragen (wie beim Januarsalat im Partyraum), nicht aufs Gießen achten, nicht pikieren. Ich habe ihn sehr dünn gesät und muß nur die noch zu eng stehenden Pflanzen vereinzeln. 

Salat lohnt meines Erachtens nicht, ihn zeitig in Saatschalen vorzuziehen. Ich denke, daß jetzt Mitte März der richtige Moment wäre. Licht und Wärme sind in einem guten Verhältnis. Allerdings, das Wohnzimmer würde ich nicht empfehlen. Das ist deutlich zu warm. 

Ebenfalls seit Januar sähte ich mehrmals Sommerlauch der Sorte Hilari.  Hier finde ich die Anzucht besonders schwierig, weil überall etwas anderes steht, wie diese geschehen muß. Über 20°C zum Keimen, dann kälter. Aber nicht unter 16°C sonst schießt er im Beet. Ein anderes mal heißt es, die Samen müssen ein paar Tage in den Kühlschrank, daß sie den Reiz zum Keimen bekommen. Wieder andere Stellen sagen gar nichts zu alledem und empfehlen ihn im Wohnzimmer zu sähen. 

Eines ist wohl war, er ist wahnsinnig langsam in Kindertagen. Also wenn er zu spät gesät wird, kann er im Sommer nicht erntereif sein. 

Der im Januar gesäte (22°C, dann 16°C) keimte, langsam aber dann doch, und ist mittlerweile kaputt. Alle Pflanzen sind kaputt gegangen. 

Anfang Februar wieder eine Aussaat Sommerlauch bei etwa konstanten 18°C.  Hier im Bild seht ihr ihn. 


junge Lauchpflanzen (c) by Joachim Wenk
Sommerlauch gesät Anfang Februar (also vor 6 Wochen)




Wieder ein paar Wochen später, also Anfang März, habe ich abermals Lauch gesät. Ich versuche es diesmal gleich in  einzelne Töpfchen, dann muß ich nicht pikieren. Jetzt keimt er.  

junge Lauchpflanzen (c) by Joachim Wenk
Sommerlauch gesät Anfang März also vor einer Woche



Wird der noch? Immer dieses Bangen, anstatt an den Lauf der Dinge zu vertrauen. Ich habe nachgesehen: vergangenes Jahr habe ich ebenfalls Anfang März gestät und dann schönen Lauch geerntet. Sicher entwickelt sich noch alles gut. 

Lauch und Salat waren aber nicht die einzigen Aussaaten. Auch Butterkohl, Sommerwirsing, Kohlrabi, Blumenkohl, Frühkohl habe ich gesät. Alle brauchen es nicht sehr warm um Keimen zu können und taten das dann auch. Seht ihr? Auch hier wieder fehlte das nötige Licht und sie wurden gakelig. Da auch sie im vergangen Jahr zur gleich Zeit gesät wurden, denke ich , daß ich noch etwas aus ihnen machen kann. 


Junge Gemüsepflanzen (c) by Joachim Wenk
junge Gemüespflanzen


Bisher ziehe ich den Schluß aus meinen frühen Saatversuchen, daß die  vor Mitte März für Hobbygärtner nutzlos sind. Etliche Gemüse werden ohnehin erst ab März/April oder noch viel später gesät (Kürbis und Gurken oder Zucchini Ende April ist vollkommen ausreichend!) Egal wie es in Büchern oder im Internet steht. Bestimmt ist das bei Profigärtnern mit all ihren Möglichkeiten (Gewächshaus mit konstant regelbarer Temperatur und Beleuchtung) etwas anderes. Mancher Hobbygärtner hat sicher auch wohl diese Möglichkeiten im Kleinen für sich geschaffen und kann sich damit einen zeitlichen Vorteil verschaffen. 

Ich bin auch immer wieder in Versuchung, doch diese Pflanzenleuchten anzuschaffen oder andere Materialien. Aber wo führt das hin? Hohe Anschaffungskosten, hohe Betriebskosten und, was mir nicht unwichtig ist, bereits noch früher im Jahr wieder richtig Arbeit, Hektik oder Streß im Garten. 

Nein, das will ich nicht. Als Biogärtner weiß man schließlich auch, daß bio nicht nur heißt, keinen Kunstdünger oder Gifte einzusetzen. richtig biogärtnern heißt für mich eben auch, mit der Natur zu arbeiten. Und die sagt: im Januar und Februar ist es zu früh zum sähen. Es juckt wohl in den Fingern und man hat den Winter satt, doch die damit erzielten Ergebnisse sind nicht unbedingt motivierend für ein gerade startendes Gartenjahr. Zumindest empfinde ich es so. 

Also lasse ich das weiter mit den Unterstützungsmitteln und beobachte lieber ein wenig mehr die Natur und meine eigenen Erfahrungen, die es mir eigentlich schon gleich gesagt hatten: Es ist zu früh. Dann steht hier und da wieder etwas anderes und ich zweifle an meiner Erfahrung. Das muß sich auch noch irgendwann ändern.  


Was aber immer früh gezogen werden muß sind Paprika und Chili und bald darauf Tomaten. 

Hier stehen sie, auf dem Wohnzimmerfensterbrett. Im Februar wurden die Paprika gesät und jetzt vor einer Woche Tomaten. 





Gemüseanzucht am Wohnzimmerfenster (c) by Joachim Wenk
Gemüseanzucht am Wohnzimmerfenster


Die Paprika sind schon sehr schön. Die Wildchili eher klein aber wenigstens gekeimt. Die Ananaskirsche ist nicht gekeimt. Leider habe ich dieses Jahr dann keine, weil ich keine Samen mehr habe.


junge  Paprikapflanzen (c) by Joachim Wenk
junge Paprikapflanzen


Zum Abschluß noch etwas für die ganz treuen und regelmäßigen Leser. 

Vor über einem Jahr begann die Aussaat der Kapern. Von dem ganze Päckchen Samen entwickelte sich nach vielen Monaten (!) ein winziges Pflänzchen. Mittlerweile ist es wohl im Leben angekommen und wächst jetzt wirklich ganz entzückend. Was freue ich mich über diesen Erfolg. Gottseidank aber sind nicht alles Aussaaten derart langwierig. Nach über einem Jahr ist das Pflänzchen noch immer kleiner als die Paprika, die gerade einmal seit 4 Wochen keimen und wachsen können. 

junge Kapernpflanze (c) by Joachim Wenk
junge Kapernpflanze

Montag, 14. März 2016

Gemüse für Selbstversorger mit wenig Platz oder kleinem Balkon - Ernte über viele Monate garantiert

Google sagt es mir in regelmäßigen Abständen: Die Suchanfragen zum Stichwort "Garten" steigen ständig. Auch ich habe den Eindruck, daß wieder ein größeres Interesse vorhanden ist, einfach selbst ein Stückchen Land zu bestellen. Die Einen lieben Stauden oder Rosen, andere wollen einfach einen Beitrag zum täglichen Essen selbst beisteuern. Mit eigenen Händen herangezogenes Gemüse und Obst mit gutem Gewissen genießen.

Das gefällt mir, bin ich doch auch nach und nach zum Hobby-Selbstversorger geworden. Wenn man die Qualität und den Geschmack von selbst  Angebautem erst einmal zu schätzen weiß, kann das beinahe eine Sucht werden mit dem Selbstversorgen.  Oder eben ein Hobby mit sehr praktischem Nutzen, wie es bei mir der Fall ist, denn das Selbstversorgen sehe ich niemals 100%ig und absolut.

Gerade jetzt  - Mitte März - ist wieder die Zeit, sich um zum Beispiel  die  Tomatenanzucht zu kümmern. Scheinbar sät gerade jeder Tomaten aus. Manche auch Gurken, was aber eigentlich zu früh ist. Die Chillies, die immer mehr im Kommen sind, sollten mittlerweile schon kleine Pflänzchen sein.

Die Tomaten allerdings sind es, warum ich diesen Beitrag schreibe. Es scheint mir gerade so, als ob die Tomaten, so schwer sie mittlerweile anzubauen sind (Braunfäule, Klimaveränderungen, Wetterunbilden), die Pflichtpflanzen in jedem grünen Fleckchen Erde und Balkon sind. Da werden die schönsten Pflänzchen selbst gezogen oder dann riesige Pflanzen mit Fruchtbehang fertig gekauft und eingepflanzt. Hauptsache Tomaten stehen im Gemüsebeet oder  Naschbalkon. Vor lauter Tomaten wird vergessen, daß das Gartenjahr 12 Monate hat und es neben Tomaten noch andere Gemüse gäbe, die gegessen werden könnten.

Ich überlege, woran das liegen mag? Zu einem Ergebnis komme ich allerdings nicht. Eines aber wurde mir dabei klar. Würde ich mein Augenmerk nur auf Tomaten und vielleicht noch Gurken oder Zucchini setzen, hätte ich weniger  Arbeit und auch (fast) nichts zu essen.

Als Selbstversorger kann man fast rund ums Jahr etwas im Garten ernten. Baut man nur Tomaten an, so beschränkt sich das Erfolgserlebnis und der Genuß eigenen Gemüses auf 2, vielleicht 3 Monate maximal. Was ist mit den Beeten, in den restlichen 9-10 Monaten? Und was ist, wenn die Braunfäule just vor der Ernte zuschlägt? Dann hat man ein ganzes Jahr Totalausfall beim Ernten. Selbst bei guter Tomatenernte wäre mir das zu wenig effizient. Ich will mein Stück Land besser nutzen, sprich viel länger ernten. Immerhin gefällt mir doch das Selbst-Versorgen.

Ich möchte heute einmal über ein paar Gemüse oder Gemüsesorten reden, die jeder zumindest einmal probieren sollte, der gerne Zutaten fürs Mittagsmahl selbst anbaut.

Was ist so besonders an diesen Sorten?

Ich habe mir ein paar Gemüsearten zusammengesammelt, die leicht anzubauen sind. Leichter als Tomaten und Gurken! Die eine möglichst lange Erntezeit haben, ganz sicher immer zur Ernte kommen und dabei noch wenig Arbeitseinsatz fordern. Schließlich sollten sie natürlich auch in der Küche vielfältig einsetzbar sein. Schließlich möchte ich auch darauf aufmerksam machen, dass es wirklich mehrere sehr unterschiedliche Sorten eines Gemüses gibt und es sich manches Mal durchaus lohnt, sich eine Sorte ganz bewusst auszusuchen. Eine Sorte, die genau zu den eigenen Bedürfnissen passt. Das wiederum geht nur, wenn man die Pflanzen selbst aus Samen heran zieht. Diese Mühe ist es wert, wenn man dann genau seine passende Sorte anbauen kann. Greift man nur auf fertige Pflanzen zurück gibt es so gut wie keine Auswahlmöglichkeit. Vielleicht noch Früh- und Spätsorten.


  • Buschbohnen der Sorte Sanguigno (Sorte ist wichtig)
  • Mangold, am Besten ein Schnittmangold wie Lucullus oder Verde di taglio
  • Schnittlauch
  • Petersilie
  • Asiasalat zum Beispiel Green in Snow
  • Brokkoli
  • Erdbeere zum Beispiel Ostara
  • Wildtomaten rote oder gelbe Murmel



Die Buschbohne Sanguigno steht an erster Stelle, weil sie für den Hausgärtner einfach eine geniale Züchtung ist.


Buschbohne Sanguigno im Beet (c) by Joachim Wenk
Buschbohne Sanguigno im Beet

Buschbohne Sanguigno jung geerntet (c) by Joachim Wenk
Buschbohne Sanguigno jung geerntet

Buschbohne Sanguigno reif geerntet (c) by Joachim Wenk
Buschbohne Sanguigno reif geerntet

Buschbohne Sanguigno als Auskernbohne (c) by Joachim Wenk
Buschbohne Sanguigno als Auskernbohne

Buschbohne Sanguigno sehr reif geerntet als Trockenbohne (vor dem Trocknen) (c) by Joachim Wenk
Buschbohne Sanguigno sehr reif geerntet
als Trockenbohne (vor dem Trocknen)

Buschbohne Sanguigno als Trockenbohne (nach dem Trocknen) (c) by Joachim Wenk
Buschbohne Sanguigno als Trockenbohne (nach dem Trocknen)

Sanguigno ist gesund, wüchsig und robust. Sie muß im Beet nicht ständig gegossen werden. Düngen ist, wie bei allen Buschbohnen im normalen Gartenboden ebenfalls nicht notwendig. Auch im Topf sollte sie nur sehr spärlich Dünger erhalten.

Was sie von anderen Buschbohnensorten unterscheidet, ist tatsächlich die Bohne ansich. Man kann sie schon als ganz kleines und zartes Böhnchen ernten. Bleiben sie länger an der Pflanze, wachsen sie zu großen bis 15cm langen und  1.5 cm breiten Bohnen heran. Die Zeichnung ist sehr hübsch. Auf hellgrünem Grund sind rote Marmorierungen und Flammen zu sehen. Die verschwinden beim Kochen. Auch ältere Schoten sind nicht holzig oder fadig. Sie lassen sich geschnippelt und blanchiert sehr gut einfrieren und einkochen. So hat man sie rasch zubereitet und eine einfache Gemüsebeilage. 

Hat man etwa gerade Urlaub, wenn viele Bohnen erntereif sind, muß man sich nicht sorgen. Die Ernte verschiebt sich dann eben nach hinten. Einfach weiter wachsen lassen, bis dicke Bohnenkernknubbel an der Schote zu sehen und fühlen sind. Wenn man jetzt ernten, so hat man leckere Auskernbohnen. Die Kerne sind noch weich und müssen nicht, wie Trockenbohnen lange gekocht werden. Ich blanchiere sie und friere sie ein. Verwendet werden sie dann bei uns vor allem in Suppen und Eintöpfen, wie Erbsen. 

Hat man mit der Ernte auch diesen Zeitpunkt verpasst, ist es noch immer nicht tragisch. Die Schoten einfach bis in den Herbst an der Pflanze lassen. Sie werden braun und schrumpeln ein oder vertrocknen. Jetzt kann man bei der Ernte wieder die Kerne entnehmen. Sind sie reif, haben sie eine harte Konsistenz. Sie werden  im Zimmer noch restlich durchgetrocknet und in luftdichten Behältern aufgehoben. Diese Trockenbohnen halten sich sehr lange. Vor dem Koche müssen sie allerdings mindestens 12 Stunden einweichen und dann mindestens eine Stunde kochen. 

Für mich eine absolute Freude, diese Sorte kennengelernt zu haben. Ideal für den Selbstversorger mit einer monatelangen Ernte.

Gesät werden Buschbohnen ab Mitte Mai bis Mitte Juli mindestens 3 cm tief. Sie sind sehr frostempfindlich und man muß unbedingt die Spätfröste im Mai abwarten. Sie wachsen sehr schnell und holen eine einwöchige Saatverschiebung mit Leichtigkeit auf. Ein Frost auf die gekeimte Bohne allerdings wäre das difinitive Aus für die Pflanze. Ich empfehle, wenn mehrere Reihen möglich sind mindestens zwei Aussaaten mit ein paar Wochen Abstand. So hat man immer junge Bohnen und kann manche schon größere Schote weiter wachsen lassen.

Buschbohnen werden entweder in der Reihe (Abstand der einzelnen Samen 10-15 cm) gesät oder in kleinen Kreisen mit je   4-8 Kernen mit einem Abstand der Kreise zueinander von  40 cm. Hat man mehrere Reihen, sollten diese 40 - 60 cm auseinander sein. Ich empfehle aber im Sinne der Mischkultur ohnehin, nicht mehrere Reihen des gleichen Gemüses nebeneinander zu setzen. Günstige Nachbarn sind zum Beispiel der hier ebenfalls genannte Mangold, dann natürlich Bohnenkraut. Abgesehen von meinen ausgewählten Sortenempfehlunge hier passen Bohnen gut zu Gurken, Kartoffeln, Salaten, Kohlrabi, Rettich und Radieschen oder Spinat.

Buschbohnen gedeihen auch in einem größeren Topf (Kreissaat) oder Blumenkasten (Reihensaat). Allerdings dann ohne Mischkultur, da sie alles andere Überwachsen würden.


Die Kreis-Aussaat finde ich persönlich nicht so gut weil bei der wüchsigen Sorte hier zu viele beieinander stehen und sich doch nicht gegenseitig stützen. Ich sähe lieber in der Reihe. Sanguigno ist sehr wüchsig für eine Buschbohne. Daher ist das Anhäufeln wichtig. Damit die Pflanzen etwas Halt haben und nicht so wüst auseinander fallen im Beet umgebe ich sie mit einem Rahmen aus ein paar Stecken mit gespannter Schnur. Darin bleiben sie aufrechter, was auch die Ernte erleichtert.

Auch der Ernteerleichterung dienlich ist eine Aussaat am Rand des Beetes. So muß man zum Ernten nicht so oft zwischen den Gemüsereihen hindurchlaufen und den Boden festtreten.

Stützgerüst für Buschbohne Sanguigno (c) by Joachim Wenk
Stützgerüst für Buschbohne Sanguigno



Mangold

Verwendet werden die Stängel oder die Blätter oder beides. Das hängt von der Sorte ab, wie dick und kräftig die Stängel werden. Schnittmangold  oder Blattmangold ist kälteunempfindlicher. Man sät ihn einmal aus und kann dann, wenn er ausgewachsen ist, laufend die äußeren Blätter mit Stielen ernten. Die Pflanze schiebt immer neue Blätter nach. Und das über viele Monate, oft sogar bis weit in den Herbst hinein. Ich habe schon Mangold im Beet stehen gehabt, der im Winter nicht erfroren ist. Aus dem Herz der Pflanze trieben ganz zeitig im Frühjahr bereits wieder Blätter. Die konnten gleich als erstes Frühlingsgrün im Salat verwendet werden. 

Im Herbst oder Frühjahr gibt es den normalen Spinat. Der wächst aber in den Sommermonaten nicht. Daher fehlt hier das Grün der Blätter im Kochtopf. Aufläufe, Gratins, Quiches, Lasagne, Ravioli - oder Cannelloni-Füllungen, Pastasaucen, im Risotto oder Bratlingen, Eintöpfe, als Gemüsebeilage, im Omelette oder Pfannkuchen.

Es gibt so unzählig viele Gerichte, in denen man grüne Blätter benötigt. In den Zeiten ohne Spinat greife ich hier gern auf Mangold zurück. Auch Melde oder Baumspinat und Neuseeländerspinat sind Blattgrün für den Sommer. Die allerdings sind wieder nicht so leicht anzubauen, wie der immer wieder nachtreibende Mangold. 

Lange Ernteperiode und Vielfalt in der Küche. Mangold muß in den Selbstversorgergarten.

Gesät wird Mangold von April bis Juli direkt ins Beet. Auch im Topf oder Blumenkasten lässt er sich ohne weiteres kultivieren.

Gute Nachbarn sind zum Beispiel Bohnen, aber auch Kohlrabi, Radieschen, Rettich, Salat  und Basilikum.

Mangold im Beet (c) by Joachim Wenk
Mangold im Beet (hellgelbe Blätter in zweiter Reihe)




Schnittlauch und Petersilie

Diese beiden stehen hier, weil sie in der Küche einfach unersetzlich sind. Darüber hinaus kann man unentwegt ernten, muß aber kaum etwas dafür tun. Ist der Erntesegen einmal zu übermächtig, lassen sie sich portionsweise hervorragend einfrieren. Gehackt mit etwas Wasser in Eiswürfelbehältern ergeben sie selbst gemachte Kräuterlinge, die ich rund ums  Jahr benötige.



Schnittlauch ist noch einfacher zu handhaben als Petersilie. Man setzt ein paar Pflanzen ins Beet und muß dann nur noch ernten. Viel Dünger benötigt er nicht, dafür aber regelmäßig Wasser. Er bleibt an Ort und Stelle und kann über viele Jahre hinweg geerntet werden. Bei mir treibt er jetzt im März bereits wieder kräftig aus. Bald gibt es das erste Schnittlauchbrot.

Schnittlauch als Beeteinfassung (c) by Joachim Wenk
Schnittlauch als Beeteinfassung

Ein rund ums Jahr gewissenhaft gepflegtes Töpfchen Schnittlauch kann bereits dazu beitragen, die Qualität von Gemüse und dem eigenen Essen besser zu erkennen oder die Mühe und Arbeit schätzen zu lernen, welche zum Anbau unserer Nahrung notwendig ist. Der Umgang mit Lebensmitteln kann sich verändern und das nur, weil man als Minimal-Selbstversorger gerade mal eine Schnittlauchpflanze pflegt! Ich will auch erläutern, wie das geschehen kann.

Wer hat sich nicht schon einmal einen Topf Schnittlauch im Supermarkt gekauft? Es wird etwas geerntet und dann geht die Pflanze ein und man kauft eine Neue. Jetzt aber rate ich allen künftigen Selbstversorgern einmal, eine gute Pflanze beim Gärtner zu kaufen und mehr als ein Jahr, gerne im Topf, am Leben zu halten und zu beernten.

Plötzlich merkt man, daß sie einen bestimmten Standort benötigt um gut zu wachsen. Nicht die pralle Sonne und schon gar nicht, wenn sie dabei im Topf wächst. Sie braucht auch einmal Dünger, sonst kann sie nicht mehr wachsen. Was geschieht im Urlaub? Bereits ein paar Tage im Sommer können ohne Pflege den Tod der Pflanze bedeuten. Selbst im Winter kann im Topf das Gießen  von Nöten sein. Aha, da macht sogar ein Schnittlauchtopf Arbeit. Man freut sich aber auch an der schönen Pflanze und den vielen pinkfarbenen Blüten. Die Röhrchen schmecken ungleich intensiver, als die im Topf gekauften aus dem Discounter. Und wenn man welche abschneidet, verbraucht man sie auch, genießt sie bewusst. Wird man die Halme leichtfertig vergammeln lassen oder zu viel Abgeschnittenes von der so mühevoll und ausdauernd gepflegten Pflanze einfach wegwerfen? Wohl eher nicht. Das ist es, was ich meine. Das Bewußtsein für  und die Wertschätzung der täglichen Nahrung und was nötig ist, sie zu erzeugen wird sich verändern. Ebenso das Empfinden für Qualität wird entwickelt sich, selbst wenn wir nur einen Schnittlauch pflegen. Vorausgesetzt, wir nehmen das Ganze ernst! 

Petersilie muß ebenfalls nur einmal gepflanzt werden und kann dann das ganze Jahr  geerntet werden. Das geht auch im Winter, wenn nicht gerade Frost oder Schnee den Garten lahm legen. Allerdings ist bei Petersilie zu beachten, daß sie nur ein Jahr am selben Ort stehen kann. Ihre eigenen Ausscheidungen der Wurzeln machen ihr ein weiteres  Wachsen dort unmöglich. Im Folgejahr muß sie zwangsläufig an anderer Stelle oder neue Erde im Topf frisch gepflanzt werden. Dafür hat man dann wieder viel Monate frische Petersilie. Übrigens ist ein Pesto aus Petersilie mit Walnüssen wirklich eine sehr geschmackvolle Alternative zum allgegenwärtigen Basilikumpesto.





Asiasalat ist eher ein Überbegriff für verschiedene Pflanzen.


überwinterter Asiasalat Green in Snow im Februar im Beet (c) by Joachim Wenk
überwinterter Asiasalat Green in Snow im Februar im Beet

Der aid-Infodienst  beschreibt ihn wie folgt
"Als Asia-Salate werden in Deutschland verschiedene, meist als Blatt genutzte Gemüsearten bezeichnet, die aus dem asiatischen Raum stammen. Bei den meisten von ihnen handelt es sich um Blattsenfarten, hinzu kommen aber auch Kreuzungen verschiedener Brassica-Arten wie Chinakohl, Pak Choi, Senf oder Raps. Asia-Salate haben in den letzten Jahren hierzulande sehr an Beliebtheit gewonnen."

Ich spreche beispielhaft hier vom Asia-Salat "Green in Snow" der laut Katalog bis -10°C winterhart ist. Dieses Jahr hatten wir Nächte in denen es noch kälter war und er stand ungeschützt im Beet. Es hat ihm absolut nichts gemacht, nicht einmal ein Blatt war bechädigt. Das Foto ist übrigens vom Februar, nachdem im Januar Temperaturen unterhalb -10°C herrschten.

Gesät wird im Garten von Juli bis August, 1-2 cm tief in einer Reihe. Oder im Blumenkasten und Blumentopf. Im Gewächshaus oder geschützt am Balkon kann man bis in den Winter hinein aussähen. Die Pflanzen entwickeln sich rasch und wie beim Mangold wird immer wieder davon geerntet. Man zupft einfach ein paar der äußeren Blätter ab. Das Herz muß intakt bleiben. So ernte ich schon seit September und er wächst auch den ganzen Winter munter weiter.

Gute Nachbarn  sind zum Beispiel Salat oder Spinat. Nicht gut ist die Nachbarschaft zu anderen Gemüsen der Familie, das sind also andere Kohlarten  und Rettiche oder Radieschen.

Die Blätter sind sehr scharf! Man benötigt nicht viel davon um zum Beispiel einen gekauften Salat aufzumotzen. Man soll ihn auch gedünstet auftischen können, was ich aber noch nicht selbst probiert habe. Oder man verwendet sie im grünen Smoothie. Im Brotaufstrich oder ein Pesto aus den Blättern entfaltet er seine Würze und man merkt die Kraft, die in dieser einfachen Pflanze steckt. Diese Lebenskraft kann sie uns, gerade im Winter weitergeben durch all ihre gesunden Inhaltsstoffe. An erster Stelle ist hier gerade beim scharfen Green in Snow oder dem noch schärferen  Red Giant das Senföl zu nennen. Es hat einen hemmende Wirkung auf Bakterien und  Viren im Harntrakt und Atemsystem auch beim Menschen.






Gut in mein Konzept Gemüse mit wenig Aufwand lange zu ernten, passt auch der Brokkoli.

Brokkoli erntereif (c) by Joachim Wenk
Brokkoli erntereif

Ihn würde ich als beginnender Selbstversorger oder Neu-Gärtner eher als fertiges Pflänzchen kaufen und dann ins Beet stellen. Selber sähen ist eben zeitaufwändiger. Ich verwende die Sorte Calinaro. Gesät wir Ende  Mai bis Juni, gepflanzt ab Mitte Juni bis Anfang August. Die Pflanzen werden recht groß und benötigen etwa 50x50cm Platz. Anders als die bisher genannten Gemüse ist er ein Starkzehrer und benötigt gut gedüngten Boden (Kompost, Brennesseljauch im Vorfeld) oder eine Düngung mit zum Beispiel Brennesseljauche oder einem organischen Dünger während des Wachstums.

So entwickelt sich der Brokkoli relativ rasch und es entsteht in der Mitte die Blütenknospe. Also das, was wir ernten. Man darf sie nicht zu groß werden lassen. Die kleinen Einzelblütchen müssen auf alle Fälle bei der Ernte noch fest geschlossen und Grün sein. Das schöne, warum ich ihn hier erwähne ist, sein Wuchsverhalten. Anders als Blumenkohl muß man die Pflanze nicht nach der Ernte herausreißen. Er bildet schon bald in den Blattachseln erneut kleine Blumen. Die kann man wachsen lassen und ebenfalls ernten. Somit hat man mindestens zwei Ernten von nur einer Pflanze. Beim Blumenkohl ist es immer nur eine Blume, die geerntet wird. Ich schneide vom recht frostharten Brokkoli im Herbst und Winter auch die noch zarteren jungen Blätter in meine grünen Smoothies. Man könnte diese auch dünsten. Also Brokkoli nach der Ernte nicht einfach gleich ausreißen.


Erdbeeren, na klar die kann ich nur empfehlen. Zwar mag ich selbst die Marmelade nicht, aber als Kuchen, zum Frischverzehr, Naschen der sonnenwarmen Früchte, mit Sahne zu Waffeln oder klein geschnitten im Quark als Nachtisch sind sie einfach wundervoll. Der Inbegriff von Frühling und Sommer und Sonne und Leichtigkeit und Garten und Lebensfreude.

Erdbeerernte (c) by Joachim Wenk
eigene Erdbeeren, den ganzen Sommer lang


Aber, normale Erdbeeren haben eine recht kurze Erntezeit. Entweder sie sind sehr früh, normal oder eher spät. Aber nach wenigen Wochen ist die Ernte für das Jahr vorüber. Bei begrenztem Platzangebot keine effektive Nutzpflanze im kleinen Selbstversorgergarten oder am Balkon.

Wären da nicht wieder die Sorten, die genau richtig für eben diese Bedürfnisse sind. Es gibt Erdbeeren, die tragen vom Sommer bis in den Herbst laufend neue Früchte. Die einzelne  Ernte ist kleiner als bei den anderen Sorten, dafür kann man aber laufend ernten. Da sind kleinfrüchtige Sorten, die wie Walderdbeeren aussehen und schmecken. Weil deren Früchte aber so winzig sind, ist die Effektivität wieder gering. Gottseidank gibt es auch dauertragende Sorten mit großen Früchten. Die sind ideal für unsere Zwecke und gedeihen sogar im Topf oder der Blumenampel. Eine Sorte will ich nennen, die ich selbst im Garten habe. Es ist die Ostara.

Erdbeeren brauchen nicht viel Dünger, diese wiederholt tragenden Sorten sollten allerdings auch im Sommer, gerade wenn sie im Topf wachsen leichte Düngergaben erhalten. Sonst verfügen sie nicht über die Kraft, ständig neue große und geschmackvolle Früchte zu produzieren. Auch hier würde ich einen organischen Langzeitdünger empfehlen. Der gibt die Nährstoffe langsam  über einen längeren Zeitraum ab. Vergessen oder zu viel Düngen ist hier nicht so leicht möglich. Vor allem im Topf oder der Ampel muß aber gerade im Sommer auf das regelmäßige Gießen ohne Staunässe penibel geachtet werden.

Gute Nachbarn für Erdbeeren sind Salate, Buschbohnen oder Radieschen. Kein guter Nachbar ist Kohl, wie Brokkoli oder der ewige Kohl.

Immerwährender Kohl.

Klingt nicht allein der Name  schon passend? Eine ideale Pflanze für unsere Zwecke. Sie fiel mir zwar als erstes oder zusammen mit der Buschbohne ein und doch habe ich überlegt, ob ich sie nennen soll.

Zuerst einmal was ist denn das überhaupt? Der immerwährende oder ewige Kohl ist ein Kohl-Art die aber niemals blüht und Samen trägt, die keine Köpfe oder Röschen bildet. Sie ist absolut winterhart und wächst jahrelang immer fort. Sie bekommt die Form eines flach-liegenden Busches. Die einzelnen Triebe wachsen zügig und wo sie am Boden aufliegen, schlagen sie Wurzeln. Er ist sehr leicht durch solche Absenker oder im Wasser bewurzelnde Ableger zu vermehren. Geerntet werden die grünen Blätter und zwar rund ums Jahr. Sie erinnern an Spitzkohl, sind aber viel milder. Verwendet werden sie roh oder gekocht. Je mehr man von den Triebspitzen erntet und diese dabei abschneidet, desto mehr wächst und verzweigt sich der Busch.
ewiger Kohl im Sommer (c) by Joachim Wenk
ewiger Kohl im Sommer



ewiger Kohl im Winter (c) by Joachim Wenk
ewiger Kohl im Winter


Die Pflanze gehört zu den Starkzehrern und benötig bei ihrem üpiigen und unentwegten Wuchs viel Dünger und viel Wasser. Sie kann auch gut im Topf gezogen werden. Im Frühjahr schneide ich das ganze Geäst einfach 10 cm über dem Boden ab und so verjüngt sich der Busch immer wieder.

Bohnen, Salat oder Tomaten sind gute Nachbarn für den ewigen Kohl. Wobei der Kohl selbst für Jahre am selben Platz stehen bleibt. Es wechseln damit nur seine Beetnachbarn. Der hier ebenfalls beschriebene Schnittlauch allerdings ist kein guter Nachbar für den Kohl.

Das klingt doch wirklich perfekt oder? Das ist es auch und ich habe meinen Kohl bereits seit 5 Jahren, einen anderen durch Ableger gezogen und in diesem Frühjahr noch eine Sorte bestellt. Warum ich ihn nicht sofort bedingungslos als einfache, dauernd beerntbare, leicht zu pflegende Gemüsepflanze anpreise ist das Problem mit den weißen Fliegen. Ein sehr lästiges Tier, das die Unterseite von Kohlblättern allgemein befällt. Dort siedelt es sich an, legt die Eier dort ab und bildet einen dichten Pelz auf der Blattunterseite. Die Blätter sind so natürlich nicht mehr genießbar.  Abwaschen lässt sich das Ganze ebenfalls nicht. Im Gewächshaus helfen Gelbtafeln, wenn sie rechtzeitig aufgehängt werden, die Fliegen zu fangen. Im Freien kann ich mir da höchstens auf einem geschützten Balkon vorstellen. Für den Garten ist die Methode ungeeignet. Weil ich viel  Kohl anbaue und wirklich viele dieser dummen Fliegen im Garten habe, suche ich seit Anbeginn eine Methode, sie los zu werden. Mischkulturen haben nicht funktioniert. Womit ich aber seit 2 Jahren gute Erfolge erziele ist das Spritzen mit  Neem-Öl. Das Öl ist ein pflanzliches Produkt, also für den Biogarten geeignet. Man muß die Fliegen nicht direkt damit besprühen, was ihre Lebensweise auf der Blattunterseite ohnehin fast unmöglich macht. Der Wirkstoff wird hier vom Kohl aufgenommen und wenn die saugenden Insekten sich vom Kohl und seinem Zellwasser ernähren wollen, werden sie geschädigt. Ich hatte letztes Jahr am ewigen Kohl keine weiße Fliege mehr, nachdem ich vom Frühjahr ab regelmäßig gespritzt habe. Für Menschen ist der Wirkstoff unschädlich. Der starke Geruch des Öles auf der Pflanze ist allerdings beim Verzehr nicht angenehm. Dafür wiederum vergeht er auch wieder und während er so vor sich hin-stinkt vertreibt er ebenfalls sehr erfolgreich den Kohlweißling, der seine  Eier nicht mehr dort ablegt. Dessen Raupen können sehr gefräßig sein.

Also wer bei sich (noch) kein Problem mit der weißen Fliege hat, für den ist der ewige Kohl wirklich eine interessante und empfehlenswerte Pflanze. Ich empfehle ihn einfach einmal auszuprobieren!




Zu guter Letzt will ich doch noch einmal zu den Tomaten zurück kehren. Ein Garten nur mit Tomaten als Gemüse ist für mich kein Gemüsegarten. Aber ein Garten ohne Tomaten wäre ebenso wenig einer. Sie gehören einfach in jedem Garten dazu.

Ihr Anbau wird leider immer schwieriger. Die Braunfäule ist allgegenwärtig und gerade im Biogarten habe ich bisher noch nichts wirklich dagegen Helfendes gefunden. Wenn man Pech hat, und das hatte ich schon ein paar Mal, sät  man ab März die Tomaten, pflegt sie, umhegt sie. Endlich dann Mitte Mai kommen sie in den Garten. Dann wachsen sie, die Freude ist groß. Erste Blüten, schließlich Trauben mit herrlichen grünen Früchten. Jetzt kommt eine Periode mit Regen und kühlen Temperaturen. Im Juli/August, bei uns nichts ungewöhnliches. Binnen 3 oder 4 Tagen kann so die Tomatenzucht vollkommen zerstört sein. Man erntet nichts und muß alles entsorgen. Ein Jahr ohne Tomaten, erste Hoffnung auf eigene Tomaten erst in 12 Monaten. Das sind schlimme Gefühle. Ich kenne sie. Darum ist das mit den Tomaten gerade auch bei Anfängern so eine Sache. Ich würde mich nicht auf sie verlassen und lieber noch anderes Gemüse anbauen. Zuverlässigeres Grün, das immer eine Ernte bringt und  wenig Mühe macht stelle ich ja hier vor.

Schlimm für Tomaten sind Feuchte auf den Blättern vom Regen (also lieber ein Dach darüber, kein Folienschlauch in dem die Pilze erst recht gedeihen können) und die vom Boden emporspritzende Erde auf die Blätter durch starken Regen oder Gießwasser. Mit dieser Erde gelangen die Erreger der Braunfäule auf die Pflanze. Daher immer den Boden bedeckt halten. Mit Mulch aus Grasschnitt, Pappe, eventuell Mulchfolie oder der Unterpflanzung mit bodendeckenden Pflanzen.

Gut als Nachbarn sind Kapuzinerkresse, die auch noch schön blüht. Blüten und Blätter sind essbar! Auch die Buschbohnen könnte man unter die Tomaten sähen. Aber erst, wenn die Tomaten schon deutlich über 50cm hoch sind. Schließlich wäre ideal der Neuseeländer Spinat. Ein Spinat für die Sommermonate, den man immer wieder ernten kann und der sich durch die Ernte immer weiter verzweigt und ein dichtes grünes Polster unter die Tomaten zaubert. Allerdings gibt es dessen Samen nicht überall zu kaufen, die Samen brauchen viele Wochen, bis sie keimen und Pflanzen gibt es ebenfalls nicht zu kaufen. Somit bleibe ich hier bei meinen Empfehlungen bei den Kapuzinerkressen, als Unterpflanzung für die Tomaten. Das gelingt am einfachsten, sieht schön  aus und erweitert die Erntepalette.

Nun geht es nur noch um die richtige Sorte an Tomaten. Ich selbst verwende samenechte Sorten. Darunter gibt es auch Sorten, die eine höhere Toleranz gegenüber der Fäule aufweisen, als normale Sorten. Das klappt meist ganz gut. Immer leider auch nicht. Eine Tipp allerdings habe ich noch. Gerade für die klein anfangenden Gemüsegärtner. Nehmt die Wildtomaten. Rote oder Gelbe Murmel ist eine wunderbare Pflanze. Man braucht sie nicht zu entgeizen. Sie soll einfach wachsen und verzweigt sich unendlich. Im Freien lasse ich sie einfach wachsen und sei bildet einen niedrigen Busch oder Haufen von Ästen. Früchte trägt sie in solchen Massen, daß sie kaum noch zu Ernten und verarbeiten sind. Die Früchte sind kirschgroß. Man isst sie im Büro in der Pause, zum Abend beim Vespern, gibt sie ganz in diverse Sommersalate oder nascht direkt vom Strauch. Sie haben so gut wie keine Säure und sind sehr süß und saftig.
Tomate gelbe Murmel (c) by Joachim Wenk
Tomate gelbe Murmel


Die Pflanzen sind so widerstandsfähig gegen die Braunfäule, dass sie von dieser nicht einmal geschädigt werden, wenn direkt daneben die tötende Fäule tobt. So jedenfalls ist meine Erfahrung.

Wenn ich also einem beginnenden Selbstversorger mit kleinem Garten oder nur einem Balkon eine Tomate empfehlen kann, dann ist es diese. Sie wächst auch im Topf hervorragend. Im Beet und im Topf braucht sie als Starkzehrer aber auf alle Fälle im Sommer noch ein paar Mal eine Düngergabe und mindestens einmal am Tag Gießwasser. Im Topf sollte sie wöchentlich gedüngt werden oder man verwendet organischen Langzeitdünger, den es speziell für Tomaten gibt.


Anhand dieser kleinen Auswahl zeigt sich schon, da geht noch mehr, als nur Tomate. Und die Erntesaison verlängert sich im Handumdrehen um Monate. Wer also "nur" einen Balkon sein Eigen nennt oder im kleinen Schrebergarten ein  Gemüsebeet bewirtschaftet muß seinen Traum vom Selbstversorger nicht aufgeben. Sich selbst mit eigenem Gemüse oder Obst zu versorgen ist befriedigend, beruhigend, ausgleichend, vermittelt ein Erfolgserlebnis ganz abgesehen vom Geschmackserlebnis.

Ich kann jeden nur zu seinen ersten Schritten ermutigen. Und sei es das gut und liebevoll gepflegte Töpfchen Schnittlauch.