Samstag, 20. Februar 2016

Männer-shoppen im Baumarkt - und gleich werden die Geräte ausprobiert


Warm wird es am Wochenende, überdurchschnittlich mild, hieß es. Was einem aber heute dort draußen begegnet, stellt gefühlsmäßig den gesamten Winter in den Schatten. Nachdem über Nacht sogar etwas Schnee gefallen war, blies heute auch noch bei Schneegriesel ein eisiger Wind. So gefroren, beim Gassigehen habe ich nicht einmal in Dezember.

Eines stand sofort fest. Die überwinterten Staudensämlinge, die ich auspflanzen möchte, bleiben noch etwas in der Topfplatte im  Gewächshaus. Mir ist das einfach viel zu ekelhaft heute draußen für ernsthafte Arbeiten.

Im Gewächshaus ist es  zwar auch nicht gerade gemütlich. Friert allerdings nachts draußen in den Beeten der Boden oberflächlich durch, so bleibt er im Gewächshaus permanent frostfrei. Meine gesäten Gemüse keimen beziehungsweise wachsen auch langsam.

Im Bild ganz rechts ist Rucola, links daneben zwei Reihen Winterportulak. Beide habe ich im Januar gesät. Wieder links daneben eine Reihe Rettich, den ich vor kurzem in den Boden brachte.

Wenn ich mir meine Gemüsereihen nicht gerade freudig betrachte, sind sie zum weiteren Schutz noch mit einem Vlies abgedeckt.


Rettich, Winterportulak, Rukola im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
v.l.n.r. Rettich, Winterportulak, Winterportulak, Rukola


Der Salat, gesät Ende Januar, keimt jetzt auch. Genau wie der Spinat. Heute habe ich auch die kleinen Salatpflänzchen pikiert, die von der Aussaat Anfang Januar aufgegangen sind und im Überwinterungsraum für Kübelpflanzen bei 10° stehen. Ich will herausbekommen, ob es Sinn macht ihn vor zu ziehen, oder ob es vielleicht besser ist, ihn gleich, je nach Witterung, ab Februar direkt ins Gewächshaus zu sähen.

Salat keimt im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
erster Salat keimt im Gewächshaus

Spinat keimt im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
Spinat keimt im Gewächshaus 


So langsam entwickelt sich auch der Feldsalat. Ihn habe ich im Herbst ins Gewächshaus gesät.

Feldsalat im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
Feldsalat im Gewächshaus


Den Muskatellersalbei und die gelbe Schafgarbe säte ich ebenfalls im Herbst. Zum Auspflanzen kam ich dann nicht mehr. So mussten sie, ob sie wollen oder nicht, in der Topfplatte im Gewächshaus überwintern. Sie sind sehr kräftig und sollen jetzt in die Beete verteilt werden. Den Muskatellersalbeisamen bekam ich bei Sabine zum Gartenbesuch. Den Samen der Schafgarbe nahm ich selbst von einer uralten Staude in meinem Garten. Ob die Sämlinge auch wieder gelb blühen?

Staudensämlingen (c) by Joachim Wenk
Staudensämlinge

Weil eben gerade Wochenende ist und wir die freie Zeit nicht verstreichen lassen wollten, ohne etwas für den Garten zu machen, fuhren wir eben in den Baumarkt zum Shoppen.

Für das Gewächshaus brauchte ich noch irgendetwas zum Isolieren und Abdichten der Löcher. So schön und auch hochwertig das Gewächshaus ist. Die vielen Ritzen und Löcher an bestimmten Stellen, bei denen die Profile und Stegdoppelplatten aneinander stoßen sind ein wirklich großes Manko. Fensterabdichtungen sind zu dünn. Jetzt habe ich Isolierhüllen für Heizungsrohre gekauft, die ich in Streifen schneiden werde. Unter der Eingangstür, konnte ich die Isolierhülle komplett um den unteren Türrand legen, um den riesigen Spalt abzudichten.

Zweiter Tagesordnungspunkt war die Sichtung möglicher Materialien für unser Apfelspalier-Gerüst. Letztendlich entschieden wir uns für Einschlaghülsen, in die dann die senkrechten Stützhölzer kommen. Somit verfault das Holz nicht im Boden. Leider gab es nur Hölzer geringer Höhe. Wir entschlossen uns, noch zu warten, da das Baumarktsortiment sicher jetzt im Frühjahr noch erweitert wird. Außerdem kommen wir die nächsten Wochen wieder nicht dazu es zu installieren. Immerhin wissen wir nun, wie es konstruiert werden soll. Das wird sicher schön.

Dritter Tagesordnungspunkt war ein "Heißluftfön". 200€ kostet der. Nun ja, das ist ein Wort. Aber gemessen an der Häufigkeit, in der wir das Gerät brauchen, ist der Preis exorbitant hoch. Zu hoch. Zum  Glück fanden wir bei den Billiggeräten eines für 35€. Dazu gleich noch mehr.

Der vierte und vorerst letzte Tagesordnungspunkt hieß, "umschauen". In der Gartenabteilung findet man ja immer etwas. Die schwarzen dicken Schläuche, die man  mit Wasser füllt und auf die Beete im Gewächshaus als Wärmepuffer legt, fand ich nicht. Dafür aber eine Grabegabel. Klar habe ich  bereits drei Stück. Eine extrabreite mit ca 50cm Breite macht mich seit Jahrzehnten im Garten glücklich. Die möchte ich nicht mehr missen. Die normalen Grabegabeln aber sind nichts mehr wert. Die Zinken alle verbogen und bei einer zwicke ich mir regelmäßig die Finger ein. Schaft und Stiel spreizen sich bei der Arbeit voneinander.  Kommt man da mit dem Finger zu nahe, quetscht man sich ganz unangenehm die Haut, wenn beide sich wieder bei nachlassender Belastung eng zusammenfügen.

Diese Gabel hier  fand ich super. Für nur 25€ ist sie wirklich preiswert. Der lange Schafft in einem Stück mit der Gabel lässt den Stiel nicht so leicht brechen, man quetscht sich nicht und die Zinken verbiegen sich ganz sicher nicht so schnell. Oh jetzt muß es aber bald wärmer werden, mit der Gabel  bekomme ich sofort Lust, die Beete zu bearbeiten.

Grabegabel (c) by Joachim Wenk
Grabegabel


Da es in den letzten Tagen relativ mild für Februar war, wuchs so einiges bereits kräftig weiter im Garten. Stück für Stück werden die Beete jetzt wieder grüner.

Staudenbeet im Februar (c) by Joachim Wenk
Staudenbeet im Februar


Während ich dann am Nachmittag noch hier und da im Garten, bitterböse frierend, herumgewerkelt habe, hat mein Mann sich mit seinem neuen Heißluftfön an meine Fässer ran gemacht. Durch die Wärme wird der Kunststoff weich und lässt sich wie gewünscht verformen. Nach dem Erkalten hält er diese Form dann dauerhaft.

Erinnert ihr euch? Irgendetwas wollte ich mit den Fässern machen. Heute also sind die ersten Schritte dazu vollbracht worden. Sicher ahnt ihr jetzt schon eher, in welche Richtung mein Faß-Projekt gehen wird....

Pflanzlöcher in Kunststofffass machen (c) by Joachim Wenk
die beiden Löcher ermöglichen das Einführen des Stichsägeblattes und verhindern ein weiteres Aufreißen des Kunststoffes

Pflanzlöcher in Kunststofffass machen (c) by Joachim Wenk
leere Flaschen halten das Material bis zum Erkalten in Form

Pflanzlöcher in Kunststofffass machen (c) by Joachim Wenk
fertiges Pflanzloch im Kunststoff-Faß


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