Mittwoch, 24. Februar 2016

Die Pilzschwemme und ein überraschendes Geschmackserlebnis aus der Vorratskammer

Das ist der Wahnsinn, wie schnell Pilze wachsen!

Am Sonntag freute ich mich über so viele kleine Champignons in der Pilzbox. Zum ernten wären sie allerdings noch  zu klein gewesen.


eigene Champignons anbauen (c) by Joachim Wenk
neue Champignons wachsen heran

Dann hatte ich keine Zeit zum Ernten und Verarbeiten. Heute dann musste es geschehen. Die zweite Ernte war überfällig.

eigene Champignons anbauen (c) by Joachim Wenk
eigene Champignons anbauen 

800 g zeigte schließlich die Wage an. Heute Abend gibt es jedenfalls eine leckere Pilzsauce mit Semmelknödeln. Da freue ich mich schon darauf.

eigene Champignons anbauen (c) by Joachim Wenk
eine Ernte mit 800g 


Den Rest habe ich gleich in Scheiben geschnitten. Mit einem Eierschneider geht das wirklich sehr schnell. Das Ergebnis sind viele gleichmäßig dicke Pilzscheiben.

Die kommen in den Dörrapparat und werden bei etwa 31 Grad getrocknet.

Sonst habe ich gekaufte Champignons gedörrt. So habe ich immer eine leckere Würze und Einlage für Saucen oder Risotto. Jetzt kommen zum ersten Mal die eigenen Pilze dran. Wieder etwas, das ich als Selbstversorger nicht kaufen muß.

Champignons trocknen (c) by Joachim Wenk
Champignons trocknen


Schmunzelnd stellte ich dabei fest, daß dieses Jahr das Konservieren aber wirklich früh im Jahr beginnt. Und dabei genieße ich es gerade noch, die Früchte der vielen Arbeit im letzten Jahr zu verkochen.

Erst kommt das Sähen, dann das Anbauen und Pflegen und schließlich steht man dann noch einmal viele Stunden in der Küche beim Konservieren. Dafür ist immer etwas vorrätig. Egal ob eingekocht oder tiefgekühlt beziehungsweise heiß in Gläser gefüllt. Es ist ein Genuß, beim Kochen auf eigenes Gemüse und Obst zurückgreifen zu können.

Und bis jetzt habe ich auch im Winter noch kein Gemüse kaufen müssen, obwohl ich ständig Gemüse koche. Auch Rohkost ist noch möglich. Erst heute Mittag gab es geraspelte Rote Beete, die ich in Sand eingelagert habe. Mit Leinöl, Honig, Salz, Balsamessig, gemahlenen Walnüssen und einem Hauch Garam-Marsala-Gewürzmischung sind sie ein absoluter Favorit.

Den ganzen Sommer verarbeite ich meine Ernte. Immer wieder probiere ich neue Rezepte oder Methoden, ob sie vielleicht zu uns und unserem Geschmack passen. Wobei zu meine Geschmack ja fast alles passt...

Gestern dann wollte ich ein Glas meiner Lieblingsmarmelade öffnen. Schwarze Johannisbeere ist für mich die beste Frucht im Garten. Dummerweise war es wohl verdorben, da es ziemlich flüssig war.

Das kommt gelegentlich vor, doch las ich Gott sei Dank den Aufkleber auf dem Glas. "Schwarze Johannisbeeren in Rotwein" stand darauf. Ach ja, da war doch noch was. Eines meiner neuen Testrezepte aus dem vergangenen Sommer.

Also war es nicht verdorben sondern eben von Natur aus flüssiger als Marmelade. Gleich habe ich es probiert. Ein Geschmackserlebnis der besonderen Klasse. Das wird künftig wieder gemacht. Ich habe es einfach über ein wenig Quark als Nachtisch gegeben. Sicher schmeckt das auch über Vanille-Eis.

schwarze Johannisbeeren in Rotwein (c) by Joachim Wenk
schwarze Johannisbeeren in Rotwein
Das Rezept ist wirklich ganz einfach und soooo johannisbeerig...

1kg schwarze Johannisbeeren
250ml Rotwein
100-200g Zucker oder Honig

Mehr braucht man nicht. Man kann natürlich, wie ich es auch tat, erst einmal mit der halben Menge einen Testlauf machen.

Der Rotwein wird mit dem Zucker oder Honig aufgekocht. Darin werden dann portionsweise die Beeren gekocht. Portionsweise eben damit sie gleichmäßig garen und man nicht so viel rühren muß. Auch ist darauf zu achten, sie nicht zu zerkochen. Es sollen ja intakte Beerchen bleiben.

Schließlich werden alle Früchte nochmal mit der Flüssigkeit erhitzt und sofort in Schraubgläser gefüllt. Nach dem Verschließen halten sie, wie Marmelade, ungekühlt.

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