Donnerstag, 25. Februar 2016

Ich glaube, es wird ein schönes Frühjahr!

Nachdem ich euch nun die letzte Zeit recht viel mit meiner Champignonzucht beschäftigt habe, kommen heute wieder einmal aktuelle Bilder aus dem Garten. Nur eines noch zu den Champignons: aus den 400g frischen Champignons waren nach 12 Stunden 24 g getrocknete Champignons geworden. Die nehmen nicht viel Platz in der Speisekammer weg... 

Was tut sich nun im Garten? Eines jedenfalls ist sicher, der Frühling wird nicht zu trocken. Mittlerweile steht wieder das Wasser in den Wiesen und macht mich richtig zufrieden. Letztes Jahr war es ja bereits zu dieser Zeit viel zu trocken. Das Wetter an sich ist an manchen Tagen sehr ungemütlich. Dabei kann ich mich allerdings nicht über zu niedrige Temperaturen im Februar beklagen. 

Eine Beobachtung muß ich noch erwähnen. Im wirklich wettermäßig schwierigen Jahr 2015 hatte ich bis sehr weit ins Jahr hinein immer ein Frösteln auf der Haut, wenn ich das Haus verließ. Auch wenn die Sonne schien, war es gefühlt sehr kalt. Das ging bis in den April und noch weiter glaube ich. Die Luft, oder war es einfach die Atmosphäre oder was sonst mir diese Empfindungen aufzwang, hatte eine sehr unangenehme Kälte gespeichert und gab sie ab. Lange wuchs auch nichts im Garten, weil wohl die Pflanzen auch diese Unfreundlichkeit empfanden. 

Dieses Jahr ist es fast immer anders. Gut wir hatten jetzt ein Wochenende, an dem war es extrem anders, was aber den allgemeinen Eindruck nicht mindert. Es ist dieses Jahr irgendwoher eine andere Temperatur zu spüren. Oft haben wir dieser  Tage nur etwa 5°C am Tag und dennoch habe ich nicht den Eindruck, als wäre es so kalt. 

Ich glaube das Jahr wird schöner als das Vergangene. Das Frühjahr wird angenehmer und der Sommer hoffentlich auch. Da war ja nur Dürre und Hitze 2015. Plötzlich schien  die gesamte Wärmemenge, die ich Anfang des Jahres so vermisste, doppelt und dreifach auf uns einzuwirken. 

Momentan sind tagsüber leichte Plusgrade und nachts leichte Minusgrade. Es schneit auch immer wieder und dann ist alles überpudert. Und wieder, selbst wenn hier und da Schnee liegt, so fühlt es sich nicht kalt an. 

Die Natur bereitet sich jedenfalls schon erkennbar aufs Frühjahr vor.  Die Knospen der Schlehen schwellen schon an, im Garten wachsen die Zwiebelpflanzen und manche Stauden sprießen bereits aus dem Boden. 

Die Haselnußblüte ist hoffentlich bald beendet (Allergie!) und die Schneeglöckchen stehen in voller Blüte. Wer die hübschen Glöckchen in Aktion sehen möchte, der kann dies HIER tun. 


Schneeglöckchen im Februar (c) by Joachim Wenk
Schneeglöckchenblüte im Februar

Am meisten tut sich in der Blumenwiese vor dem Haus. Erst kamen die kleinen Narzissen. Die hat man ja im Frühjahr immer gern im Haus, frisch aus dem Blumenladen oder Baumarkt. Später habe ich sie einfach in die Wiese gepflanzt. Das klappte sehr gut, so dass ich auch noch große Narzissen im Herbst steckte. Schließlich fehlten mir noch Tulpen, die nun auch schön verteilt unterm Rasen stecken. Krokusse und Schneeglöckchen werden auch so langsam mehr. Sie kamen von allein und sollen sich gerne weiter vermehren. 

Krokus und Schneeglöckchen in der Blumenwiese (c) by Joachim Wenk
erste Blüten in der Blumenwiese

Zwergnarzissen in der Blumenwiese (c) by Joachim Wenk
die Mini-Narzissen aus dem Blumentopf waren die ersten Zwiebeln in der Blumenwiese

 Blumenwiese im Februar (c) by Joachim Wenk
überall drängen sie ans Licht die Frühlingsblüher in der Blumenwiese


Das erste Gelb im gelben  Beet. 

Ich habe gerade in den Bildern vom letzten Jahr geblättert. Da war zu dieser Zeit nur mal ein wenig Krokuslaub zu sehen. Auch andere Fotos zeigen mir, daß wir dieses  Jahr schon wesentlich weiter sind, als vergangenes Jahr. Es wird ein schönes Frühjahr. Ich bleibe bei meiner Überzeugung. 

gelbe Krokus (c) by Joachim Wenk

lila Krokus (c) by Joachim Wenk
lila Krokus

Kaiserkrone (c) by Joachim Wenk
die Kaiserkrone kommt auch wieder!

 (c) by Joachim Wenk
einige  Stauden treiben ebenfalls schon aus
Im Gemüsegarten ist noch Ruhe. Ich ernte die letzten Blätter vom Rosenkohl und Wirsing für Smoothies. Kompost ist ja schon im Herbst ausgebracht. Jetzt warte ich, daß der Boden abtrocknet. Das wird so gegen Mitte März sein. Dann kann ich mit der Motorhacke oder Grabegabel alles bearbeiten. Gründünger unterarbeiten. Erdbeeren an neue Stelle verpflanzen, weil ich wieder etwas im Anbauplan ändere. 

Wenn der Boden bearbeitet ist, wird endlich gepflanzt und gesät.  Darauf freue ich mich schon. Allerdings ist da noch ein kleiner Wermutstropfen. Die Zeit reicht mal wieder nicht. 

Fürs Bodenbearbeiten und Pflanzen langt sie. Aber wir wollen die Wegplatten im Gemüsegarten austauschen. Es werden die alten Platten von der Terrasse verlegt. Sie kommen quer und nicht der Länge nach, wie die jetzigen, auf die Wege. Dann habe ich überall die gleichen Platten und mehr  Wegbreite. Damit nicht dauernd die Erde auf den Platten ist, kommen längs der Wege noch Rabatten in den Boden. Das wird sehr schön und vor allem sehr praktisch. Die letzten Jahre zeigten mir, daß solche  Rabatten wirklich einen Hilfe wären und dass die Wege auch ruhig etwas breiter sein könnten. Allerdings kann ich in den Beetdreiecken nichts anbauen, so lange die Rabatte nicht gesetzt sind. Und diese Arbeit wiederum geht nicht mal schnell an einem Nachmittag und allein schaffe ich es auch nicht. Wir müssen also beide zur gleichen Zeit Zeit haben. 

So werde ich eben im Schneckenzaunbeet anfangen. Dort ändert sich nichts, bis auf die Tatsache, dass die Erdbeeren raus müssen. Es wird ein reines Gemüsebeet hauptsächlich für Kulturen die nicht die ganze Saison im Beet stehen. 

Gemüsegarten im Februar
Im Heizungskeller bei konstant 25°C, geregelt über die Heizmatte, keimten einige der Paprikas. Die Wildchili eher nicht und die Ananaskirschen garnicht. Paprika und Chili habe ich nochmals nachgesät. Ich finde das Jahr für  Jahr schwierig mit den Paprika und dem Keimen. Dieses Jahr dachte ich, wird es besser mit der Heizmatte. 

Im gleichen Gewächshäuschen habe ich auch den Neuseeländerspinat gesät. Er braucht ja viele Wochen zum keimen. Den habe ich vergangenes Jahr schon entsorgt, bevor er keimen konnte. Mir war nicht klar dass 4 oder 5 Wochen normal sind. Dieses Jahr möchte ich wirklich  einige Pflanzen groß bekommen und unter die Tomaten setzten. Eine einzige hatte ich letztes Jahr, die dann überlebt hatte. Gut, dass er bei Sabine wild aufgeht und sie mir ein Pflänzchen schenkte. So habe ich ihn kennen gelernt und festgestellt, daß ich ihn wieder haben möchte und zwar in erntefähigen Mengen. 

Paprikapflänzchen (c) by Joachim Wenk
frisch gekeimte Paprika

Mittwoch, 24. Februar 2016

Die Pilzschwemme und ein überraschendes Geschmackserlebnis aus der Vorratskammer

Das ist der Wahnsinn, wie schnell Pilze wachsen!

Am Sonntag freute ich mich über so viele kleine Champignons in der Pilzbox. Zum ernten wären sie allerdings noch  zu klein gewesen.


eigene Champignons anbauen (c) by Joachim Wenk
neue Champignons wachsen heran

Dann hatte ich keine Zeit zum Ernten und Verarbeiten. Heute dann musste es geschehen. Die zweite Ernte war überfällig.

eigene Champignons anbauen (c) by Joachim Wenk
eigene Champignons anbauen 

800 g zeigte schließlich die Wage an. Heute Abend gibt es jedenfalls eine leckere Pilzsauce mit Semmelknödeln. Da freue ich mich schon darauf.

eigene Champignons anbauen (c) by Joachim Wenk
eine Ernte mit 800g 


Den Rest habe ich gleich in Scheiben geschnitten. Mit einem Eierschneider geht das wirklich sehr schnell. Das Ergebnis sind viele gleichmäßig dicke Pilzscheiben.

Die kommen in den Dörrapparat und werden bei etwa 31 Grad getrocknet.

Sonst habe ich gekaufte Champignons gedörrt. So habe ich immer eine leckere Würze und Einlage für Saucen oder Risotto. Jetzt kommen zum ersten Mal die eigenen Pilze dran. Wieder etwas, das ich als Selbstversorger nicht kaufen muß.

Champignons trocknen (c) by Joachim Wenk
Champignons trocknen


Schmunzelnd stellte ich dabei fest, daß dieses Jahr das Konservieren aber wirklich früh im Jahr beginnt. Und dabei genieße ich es gerade noch, die Früchte der vielen Arbeit im letzten Jahr zu verkochen.

Erst kommt das Sähen, dann das Anbauen und Pflegen und schließlich steht man dann noch einmal viele Stunden in der Küche beim Konservieren. Dafür ist immer etwas vorrätig. Egal ob eingekocht oder tiefgekühlt beziehungsweise heiß in Gläser gefüllt. Es ist ein Genuß, beim Kochen auf eigenes Gemüse und Obst zurückgreifen zu können.

Und bis jetzt habe ich auch im Winter noch kein Gemüse kaufen müssen, obwohl ich ständig Gemüse koche. Auch Rohkost ist noch möglich. Erst heute Mittag gab es geraspelte Rote Beete, die ich in Sand eingelagert habe. Mit Leinöl, Honig, Salz, Balsamessig, gemahlenen Walnüssen und einem Hauch Garam-Marsala-Gewürzmischung sind sie ein absoluter Favorit.

Den ganzen Sommer verarbeite ich meine Ernte. Immer wieder probiere ich neue Rezepte oder Methoden, ob sie vielleicht zu uns und unserem Geschmack passen. Wobei zu meine Geschmack ja fast alles passt...

Gestern dann wollte ich ein Glas meiner Lieblingsmarmelade öffnen. Schwarze Johannisbeere ist für mich die beste Frucht im Garten. Dummerweise war es wohl verdorben, da es ziemlich flüssig war.

Das kommt gelegentlich vor, doch las ich Gott sei Dank den Aufkleber auf dem Glas. "Schwarze Johannisbeeren in Rotwein" stand darauf. Ach ja, da war doch noch was. Eines meiner neuen Testrezepte aus dem vergangenen Sommer.

Also war es nicht verdorben sondern eben von Natur aus flüssiger als Marmelade. Gleich habe ich es probiert. Ein Geschmackserlebnis der besonderen Klasse. Das wird künftig wieder gemacht. Ich habe es einfach über ein wenig Quark als Nachtisch gegeben. Sicher schmeckt das auch über Vanille-Eis.

schwarze Johannisbeeren in Rotwein (c) by Joachim Wenk
schwarze Johannisbeeren in Rotwein
Das Rezept ist wirklich ganz einfach und soooo johannisbeerig...

1kg schwarze Johannisbeeren
250ml Rotwein
100-200g Zucker oder Honig

Mehr braucht man nicht. Man kann natürlich, wie ich es auch tat, erst einmal mit der halben Menge einen Testlauf machen.

Der Rotwein wird mit dem Zucker oder Honig aufgekocht. Darin werden dann portionsweise die Beeren gekocht. Portionsweise eben damit sie gleichmäßig garen und man nicht so viel rühren muß. Auch ist darauf zu achten, sie nicht zu zerkochen. Es sollen ja intakte Beerchen bleiben.

Schließlich werden alle Früchte nochmal mit der Flüssigkeit erhitzt und sofort in Schraubgläser gefüllt. Nach dem Verschließen halten sie, wie Marmelade, ungekühlt.

Samstag, 20. Februar 2016

Männer-shoppen im Baumarkt - und gleich werden die Geräte ausprobiert


Warm wird es am Wochenende, überdurchschnittlich mild, hieß es. Was einem aber heute dort draußen begegnet, stellt gefühlsmäßig den gesamten Winter in den Schatten. Nachdem über Nacht sogar etwas Schnee gefallen war, blies heute auch noch bei Schneegriesel ein eisiger Wind. So gefroren, beim Gassigehen habe ich nicht einmal in Dezember.

Eines stand sofort fest. Die überwinterten Staudensämlinge, die ich auspflanzen möchte, bleiben noch etwas in der Topfplatte im  Gewächshaus. Mir ist das einfach viel zu ekelhaft heute draußen für ernsthafte Arbeiten.

Im Gewächshaus ist es  zwar auch nicht gerade gemütlich. Friert allerdings nachts draußen in den Beeten der Boden oberflächlich durch, so bleibt er im Gewächshaus permanent frostfrei. Meine gesäten Gemüse keimen beziehungsweise wachsen auch langsam.

Im Bild ganz rechts ist Rucola, links daneben zwei Reihen Winterportulak. Beide habe ich im Januar gesät. Wieder links daneben eine Reihe Rettich, den ich vor kurzem in den Boden brachte.

Wenn ich mir meine Gemüsereihen nicht gerade freudig betrachte, sind sie zum weiteren Schutz noch mit einem Vlies abgedeckt.


Rettich, Winterportulak, Rukola im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
v.l.n.r. Rettich, Winterportulak, Winterportulak, Rukola


Der Salat, gesät Ende Januar, keimt jetzt auch. Genau wie der Spinat. Heute habe ich auch die kleinen Salatpflänzchen pikiert, die von der Aussaat Anfang Januar aufgegangen sind und im Überwinterungsraum für Kübelpflanzen bei 10° stehen. Ich will herausbekommen, ob es Sinn macht ihn vor zu ziehen, oder ob es vielleicht besser ist, ihn gleich, je nach Witterung, ab Februar direkt ins Gewächshaus zu sähen.

Salat keimt im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
erster Salat keimt im Gewächshaus

Spinat keimt im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
Spinat keimt im Gewächshaus 


So langsam entwickelt sich auch der Feldsalat. Ihn habe ich im Herbst ins Gewächshaus gesät.

Feldsalat im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
Feldsalat im Gewächshaus


Den Muskatellersalbei und die gelbe Schafgarbe säte ich ebenfalls im Herbst. Zum Auspflanzen kam ich dann nicht mehr. So mussten sie, ob sie wollen oder nicht, in der Topfplatte im Gewächshaus überwintern. Sie sind sehr kräftig und sollen jetzt in die Beete verteilt werden. Den Muskatellersalbeisamen bekam ich bei Sabine zum Gartenbesuch. Den Samen der Schafgarbe nahm ich selbst von einer uralten Staude in meinem Garten. Ob die Sämlinge auch wieder gelb blühen?

Staudensämlingen (c) by Joachim Wenk
Staudensämlinge

Weil eben gerade Wochenende ist und wir die freie Zeit nicht verstreichen lassen wollten, ohne etwas für den Garten zu machen, fuhren wir eben in den Baumarkt zum Shoppen.

Für das Gewächshaus brauchte ich noch irgendetwas zum Isolieren und Abdichten der Löcher. So schön und auch hochwertig das Gewächshaus ist. Die vielen Ritzen und Löcher an bestimmten Stellen, bei denen die Profile und Stegdoppelplatten aneinander stoßen sind ein wirklich großes Manko. Fensterabdichtungen sind zu dünn. Jetzt habe ich Isolierhüllen für Heizungsrohre gekauft, die ich in Streifen schneiden werde. Unter der Eingangstür, konnte ich die Isolierhülle komplett um den unteren Türrand legen, um den riesigen Spalt abzudichten.

Zweiter Tagesordnungspunkt war die Sichtung möglicher Materialien für unser Apfelspalier-Gerüst. Letztendlich entschieden wir uns für Einschlaghülsen, in die dann die senkrechten Stützhölzer kommen. Somit verfault das Holz nicht im Boden. Leider gab es nur Hölzer geringer Höhe. Wir entschlossen uns, noch zu warten, da das Baumarktsortiment sicher jetzt im Frühjahr noch erweitert wird. Außerdem kommen wir die nächsten Wochen wieder nicht dazu es zu installieren. Immerhin wissen wir nun, wie es konstruiert werden soll. Das wird sicher schön.

Dritter Tagesordnungspunkt war ein "Heißluftfön". 200€ kostet der. Nun ja, das ist ein Wort. Aber gemessen an der Häufigkeit, in der wir das Gerät brauchen, ist der Preis exorbitant hoch. Zu hoch. Zum  Glück fanden wir bei den Billiggeräten eines für 35€. Dazu gleich noch mehr.

Der vierte und vorerst letzte Tagesordnungspunkt hieß, "umschauen". In der Gartenabteilung findet man ja immer etwas. Die schwarzen dicken Schläuche, die man  mit Wasser füllt und auf die Beete im Gewächshaus als Wärmepuffer legt, fand ich nicht. Dafür aber eine Grabegabel. Klar habe ich  bereits drei Stück. Eine extrabreite mit ca 50cm Breite macht mich seit Jahrzehnten im Garten glücklich. Die möchte ich nicht mehr missen. Die normalen Grabegabeln aber sind nichts mehr wert. Die Zinken alle verbogen und bei einer zwicke ich mir regelmäßig die Finger ein. Schaft und Stiel spreizen sich bei der Arbeit voneinander.  Kommt man da mit dem Finger zu nahe, quetscht man sich ganz unangenehm die Haut, wenn beide sich wieder bei nachlassender Belastung eng zusammenfügen.

Diese Gabel hier  fand ich super. Für nur 25€ ist sie wirklich preiswert. Der lange Schafft in einem Stück mit der Gabel lässt den Stiel nicht so leicht brechen, man quetscht sich nicht und die Zinken verbiegen sich ganz sicher nicht so schnell. Oh jetzt muß es aber bald wärmer werden, mit der Gabel  bekomme ich sofort Lust, die Beete zu bearbeiten.

Grabegabel (c) by Joachim Wenk
Grabegabel


Da es in den letzten Tagen relativ mild für Februar war, wuchs so einiges bereits kräftig weiter im Garten. Stück für Stück werden die Beete jetzt wieder grüner.

Staudenbeet im Februar (c) by Joachim Wenk
Staudenbeet im Februar


Während ich dann am Nachmittag noch hier und da im Garten, bitterböse frierend, herumgewerkelt habe, hat mein Mann sich mit seinem neuen Heißluftfön an meine Fässer ran gemacht. Durch die Wärme wird der Kunststoff weich und lässt sich wie gewünscht verformen. Nach dem Erkalten hält er diese Form dann dauerhaft.

Erinnert ihr euch? Irgendetwas wollte ich mit den Fässern machen. Heute also sind die ersten Schritte dazu vollbracht worden. Sicher ahnt ihr jetzt schon eher, in welche Richtung mein Faß-Projekt gehen wird....

Pflanzlöcher in Kunststofffass machen (c) by Joachim Wenk
die beiden Löcher ermöglichen das Einführen des Stichsägeblattes und verhindern ein weiteres Aufreißen des Kunststoffes

Pflanzlöcher in Kunststofffass machen (c) by Joachim Wenk
leere Flaschen halten das Material bis zum Erkalten in Form

Pflanzlöcher in Kunststofffass machen (c) by Joachim Wenk
fertiges Pflanzloch im Kunststoff-Faß


Donnerstag, 18. Februar 2016

Es wächst noch immer, schon wieder, erstmals und Blüten findet man ebenfalls

Und weiter geht es in die nächste Runde. Puh, das wird doch noch was mit weiteren Pilzernten.

Auf einmal, quasi über Nacht, sind wieder ganz viele kleine Steinchampignons im Karton. In ein paar Tagen wird es also wieder Pilze zum Mittag geben. Und wenn da gerade keine Zeit dafür ist, dann werde ich sie trocknen. Das habe ich bereits mehrere Male gemacht, auch mit Gekauften. Über Nacht sind sie im Dörraparat getrocknet. Luftdicht gelagert halten sie Monate. Die letzten hatte ich über ein Jahr. Sie schmecken köstlich in Saucen oder im Pilzrisotto.

Steinchampginons (c) by Joachim Wenk
neue Steinchampignons sind  über Nacht erschienen

Mein an Weihnachten gestarteter Küchen-Garten ist noch immer im Rennen. Das Grün vom Knoblauch habe ich mehrmals abgeschnitten. Dann kam keines mehr nach und die Zehen sind auch verschwunden. Gleiches gilt für die Frühlingszwiebeln. Jetzt ist dafür die ausgetriebene Wurzelpetersilie an der Reihe, mir meinen Frühlingsquark aufzupeppen.


frisches Petersiliengrün aus eingepflanzten Resten von Petersilienwurzeln (c) by Joachim Wenk
frisches Petersiliengrün aus eingepflanzten Resten von Petersilienwurzeln


Das Petersiliengrün aus dem Küchen-Garten schmeckt auch wirklich nach Petersilie. Ungefähr so, wie das bei den gekauften Töpfchen im Discounter. Die Petersilie, die noch im Garten steht und von der ich auch immer frische Blätter ernte, schmeckt natürlich wesentlich intensiver. 

Und noch viel, viel intensiver schmeckt dieser grüne Geselle hier. 

Asiasalat "Green in Snow" (c) by Joachim Wenk
Asiasalat "Green in Snow"

Es ist ein Asiasalat. "Green in Snow" heißt er.  Gesät im Herbst, ernte ich schon den ganzen Winter und er wächst auch immer weiter. Auch den ganzen Winter. Die Blätter kommen in meine grünen Smoothies. Sie schmecken sehr scharf, ähnlich Rettich oder Meerrettich. Sie haben derart viele und kraftvolle Inhaltsstoffe sowie Geschmacksstoffe, daß man nur 2 oder 3 Blätter maximal davon im Smoothie verträgt, wegen der Schärfe. Der gefällt mir und ich werde ihn im Herbst wieder anbauen.

Für die Grünen Smoothies hatte ich bis jetzt auch kleine Würfel gefrorenen Baumspinates (im Eiswürfler im Sommer eingefroren), dazu kam frisches Weizengras, Asiasalat und andere frische Zutaten aus dem Garten.

Im Herbst habe ich die letzten Kohlrabi, abgeernteten Brokkoli oder den Winterwirsing, der nichts wurde im Beet, stehen lassen. Teilweise bildeten sich noch etliche neue Blätter.

Auch der Rosenkohl ist vor den knackigen Minusgraden im Januar geerntet worden. Die Pflanzen stehen jedoch noch im Beet. Oben sind an den Spitzen noch kleine Röschen und die knackigen und herrlich grünen, zarten Blätter von der eigentlichen Pflanze. Diese Kohl-Blätter kamen auch immer mit in den Smoothie. Die TK-Würfel sind aufgebraucht,  jetzt ernte ich die Blätter vom Wirsing.  Er hatte nicht geköpft, ist auch kaum gewachsen. Die Blätter aber, die da sind, schmecken gut, sind nicht etwa derb oder ledrig. Perfekt für den Smothie, bevor die Brennesseln und andere Wildkräuter genug wachsen, um geerntet zu werden.

Am weitesten bei mir im Garten ist die omnipräsente Knoblauchsrauke. Noch ist sie zu klein zum Ernten, aber lange dauert das nicht mehr.


Knoblauchsraucke (c) by Joachim Wenk
Knoblauchsrauke



Mein im Januar gesäter Salat "Briweri" wächst auch kontinuierlich, aber langsam. Er steht bei etwa 10 °C. Am Wochenende werde ich ihn pikieren und düngen. Im Gewächshaus selbst habe ich vor kurzem den gleichen Salat ins Beet gesät und der keimt auch bereits.


Salat der Sorte "Briweri" (c) by Joachim Wenk
Salat der Sorte "Briweri" für den kalten Anbau im Gewächshaus ab  Januar


Sehr produktiv den Winter über, waren auch meine Würmer in der Wurmfarm. Zweimal konnte ich jetzt ernten und sammle den fertigen Wurmhumus in einem ehemaligen Bokashi-Eimer. Da kann unten Sickerwasser ablaufen und ich lasse den Deckel offen, daß er etwas abtrocknet und Sauerstoff bekommt. 

Im Frühjahr kommt der Kompost dünn auf die Beete. Die darin enthaltenen Nährstoffe sind bester Bio-Dünger. Selbstgemacht natürlich. Noch wichtiger sind mir aber die ebenfalls darin enthaltenen Mikroorganismen, mit denen ich seit letztem Jahr versuche, meinen Boden zu verbessern. 

Für den ganzen Garten langt die Ernte der kleinen Farm natürlich nicht. Aber ich habe ja noch den Kompost aus dem Garten mit den gleichen Mikroorganismen. Dort sind sie allerdings nicht so konzentriert, wie im Wurmhumus. 

Um die Mikroorganismen noch einmal zu vermehren, werde ich dieses Jahr wieder Wurmtee machen und verdünnt gießen und auch einmal auf die Pflanzen spritzen. 

Dafür wird der Kompost mit Wasser vermischt. Ein Sprudler bringt den nötigen Sauerstoff in das Gemisch. Am nächsten Tag haben sich die Organismen vermehrt und befinden sich "gelöst" im Wasser. "Tee" ansetzen und ausbringen geht aber nur bei deutlich höheren Temperaturen, als sie jetzt gerade herrschen. 

Bringt man das auf Beete und Pflanzen, so ist es wie beim Backen. Ein bisschen Hefe in den Teig einbringen. Die Hefe vermehrt sich dann dort und man hat den ganzen Teig mit Hefepilzen durchsetzt. So geht das auch mit dem Wurmtee, den man auf die Beete ausbringt. Dort vermehren sich die Mikroorganismen dann von allein. Vorausgesetzt man füttert sie mit organischem Material wie Mulch, Kompost, Gründünger oder organischem Biodünger. 

Und diese Mikroorganismen sind das Gold des Gartens. Ein Wunderwerk der Natur, ohne die es nicht geht. Pflanzenwachstum und Gesundheit hängen von ihnen maßgebend ab. 

eigener Wurmhumus (c) by Joachim Wenk
die Wurmhumusernte der letzten Monate


Weil allüberall im Netz wieder die herrlichen Lenzrosenblüten zu bewundern sind, möchte ich  natürlich auch meine Blüten zeigen. Mein ganzer Stolz. Klar ist es nur ein Blüte an einer winzigen Pflanze. Es ist aber die erste Blüte an der Pflanze. Ich habe erst im Herbst mir drei Lenzrosen zugelegt. Das sind meine allerersten. Sie haben mir immer schon gefallen. Die sollten auch bei mir blühen. Von den drei Pflanzen hat diese eine hier als einzige eine winzige Blüte, die mich aber umso mehr erfreut. 

Lenzrose (c) by Joachim Wenk
erste Lenzrosenblüte in meinem Garten




Sonntag, 14. Februar 2016

Die Champignons sind reif, wir sind im Vorfrühling! Naja zumindest sind beide Ereignisse heute mein Thema.

Es ist Sonntag Abend und ich habe Zeit, vor dem PC zu sitzen und ein diese Zeilen zu schreiben. Naja, oft brauche ich das wirklich nicht zu haben....

Wenigstens finde ich ein paar Fotos in meinem Handy. So kann ich über meine gerade sehr geringen Garten-Aktivitäten berichten. 

Von Einigen weiß ich, daß sie meine Stein-Champignonzucht interessiert verfolgen. Jetzt habe ich zum ersten Mal geerntet. Die winzigen Pilzchen, über die ich in meinem letzten Beitrag schon berichtet hatte, sind prächtig gewachsen. 

Weil damals schon die Reaktion kam, was ich für schöne Pilze habe, lege ich zur Größenorientierung diesmal ein  1€ Stück darauf. Beim letzten mal waren sie gerade stecknadelkopfgroß, was man aber natürlich am Foto nicht erkennen konnte. 



selbst angebaute Stein-Champignons (c) by Joachim Wenk
selbst angebaute Stein-Champignons

Vor der Ernte musste ich noch einmal die Anleitung für die Pilzzucht herauskramen. Schneide ich sie nun ab oder drehe ich sie heraus? Herausdrehen, steht in dem Text. Also mache ich mich ans Werk. 

Ich kann euch sagen, überrascht ist noch untertrieben, wenn ich mein Empfinden schildern wollte. Als ich den ersten Pilz in der Hand hatte, beeindruckte mich wirklich das Gewicht. Bin ich doch bisher nur die gekauften Champignons gewohnt. Der Unterschied an Masse ist so groß, daß er sofort auffällt. 

Jedenfalls habe ich die vier Pilze, auf denen das 1€-Stück lag, geerntet. Sie brachten über 240 g auf die Waage. Sind nicht in einer Schale gekaufter Champignons 250 Gramm? Aber wesentlich mehr  Pilze. 

selbst angebaute Stein-Champignons (c) by Joachim Wenk
die erste Ernte Stein-Champignons

Zusammen mit eigenen Kartoffeln, eigenen Blauhilde-Bohnen und eigener Petersilie in der Pilzrahmsauce hatten wir ein absolut köstliches Mittagessen. Ich brauche ausser Frühlingszwiebeln, noch immer kein Gemüse einkaufen. Die eigenen Vorräte reichen bis jetzt und auch noch eine ganze Zeit in die Zukunft. Herrlich, das Gefühl!

Das war am Samstag. Heute, am Sonntag erntete ich dann noch die restlichen drei Pilze. Hier zeigte die Waage schließlich 150 Gramm an. 

Die Freude ist groß, über die leckeren und sehr hochwertigen eigenen Pilze. Dennoch, 420 Gramm sind viel zu wenig. Kommen da noch einmal Pilze nach? Das waren die ersten, die sich zeigten und es sind bislang die einzigen. Auf dem Foto in der Anleitung ist der Karton flächig mit solchen Pilzen bedeckt. Ich sehe schon, das wird das Gleiche wie immer. Wenn überhaupt, dann kommen am Anfang ein paar Pilze und dann nichts mehr. Dann allerdings muß ich sagen, lohnt sich der Aufwand (eben auch finanziell) überhaupt nicht. 

Weil die Anleitung bereits neben mir lag, las ich zum wiederholten Male alles genau durch. Es ist schon peinlich, wie genau ich alles, inklusive der Temperaturangaben, eingehalten habe. Ich weiß also nicht, was ich hätte falsch gemacht haben können.  

Das geerntete Gewicht führte ich in Gramm Wasser wieder zu. Die Oberfläche wurde mit einem Messer leicht angekratzt, dass Luft daran kommt. Jetzt bin ich aber schon gespannt, ob sich da noch etwas entwickelt. 



Draußen im Garten habe ich die letzten Tage nichts gemacht. Einmal fehlte die Zeit und zum anderen regnet es beinahe pausenlos und zwar nicht wenig. 

Jetzt werden die ausgedorrten Grundwasservorräte vom letzten Sommer wieder gefüllt. Mittlerweile hat das Flüsschen Altmühl bei uns wieder Hochwasser und überflutet die Wiesen. Auch so matscht und patscht es beim Gassigehen abseits der Wege ordentlich. 

Bis vor kurzem war das, trotz reichlich Regen diesen Winter, noch nicht der Fall. So  ausgetrocknet war das Land. Vergangenes Jahr habe ich bereits im März mit dem Regner den Gemüsegarten sprengen müssen. Und trotzdem war es zu trocken, dass die Ackerbohnengründüngung aufgegangen wäre. Dieses Problem befürchte ich heuer nicht. Ich glaube sowieso zu fühlen, daß es dieses Jahr ein schönes Gartenjahr wird. Hoffentlich hat mein Bauchgefühl recht. Schön wäre es. 

Meine Gemüsesaaten gehen auch weiter. Im Gewächshaus keimt der Salat und Rettich. Rukola und Portulak sind ja schon länger gekeimt. Meine im Januar gesäten Salatpflänzchen sind noch etwas gakelig, müssen aber die Tage pikiert werden. 

Jetzt habe ich Blumenkohl, Weißkraut, Kohlrabi, Blaukraut und Salat gesät. Auch Wirsing ist dabei. Diesmal probiere ich den ganz frühen Wirsing. Der Sommerwirsing "Smaragd" war bei mir Ende des Herbstes zur Ernte bereit. Es dauert alles immer so lange bei mir. Der Winterwirsing "Winterfürst" steht noch heute mit beginnender Kopfbildung im Beet. Gepflanzt im frühen Sommer letzten Jahres! So unendlich lange dauert es in meiner Erde, wenn ich langsam wachsende Pflanzen habe. Den Wirsing kann ich gerade noch für grünen Smoothie nehmen, wenn er weg muß, weil die Beete neu bestellt werden. Winterwirsing jedenfalls kommt bei mir nicht mehr ins Beet. Der Sommerwirsing  kam gerade recht für den Herbst und ist bis da hin schön gewachsen. Nun teste ich den ganz Frühen. Er heißt "Vorbote" und kann ab Juni geerntet werden. Wir werden sehen. Die Aussaat jedenfalls fand absolut termingerecht statt. 

Gemüse selbst sähen und anbauen (c) by Joachim Wenk
Gemüse selber aussähen und heranziehen


Im Übrigen konnte ich beobachten, daß jetzt die Haselnüsse alle in voller Blüte stehen. Wir haben zwar zwei Sträucher die blühten schon zur Jahreswende. Aber die anderen im Garten und draußen in den Hecken oder sonst in der freien Landschaft blühen jetzt alle. Auch sind alles Schneeglöckchen nun auf und voll erblüht. Zwei Phänomene, die im Phänologischen Kalender erwartet werden und den Vorfrühling einleiten. Damit ist es amtlich, bei uns ist Vorfrühling.



Das kleine Bächlein, aus dem zwei unserer Weiher gespeist werden, führt nun richtig Wasser. Im letzten Jahr war es permanent ausgetrocknet. Sogar der nur aus Grundwasser und Regenwasser gefüllte Weiher sammelt schön Wasser. Wir haben ihn vor einer Woche wieder gesteckt, also den Stöpsel rein gemacht. Im Frühjahr müssen wir die vielen im Herbst gefischten Kärpfchen umverteilen. Dazu brauchen wir auch diesen Weiher voll Wasser. Wenn er sich jetzt nicht füllen würde, wann dann? 
Bächlein zwischen Karpfenweihern (c) by Joachim Wenk
unser Bach  einmal mit Wasser

Bächlein zwischen Karpfenweihern (c) by Joachim Wenk
unter dieser "Staustufe" ist die Rohröffnung für den Zulauf zum großen Weiher




Und zu guter Letzt noch meine Fässer. Ich habe sie schon erwartet. 200l Olivenfässer. Eines wird ein Brennesseljauche-Fass. Und aus dem anderen mache ich etwas, worauf ich mich schon sehr freue. 

Also verpasst keinen Beitrag hier, denn ich werde darüber berichten. 


2 Fässer für ein neues Gartenprojekt



Montag, 8. Februar 2016

Aufräumen im Garten und ein wunderbares neues Gartenbuch gibt mir endlich Antworten


Was für ein schönes Wochenende mit Frühlingswetter. Die beiden Tage kamen mir gerade recht, meine letzten beiden Staudenbeete zu säubern. Die Staudenreste vom Herbst waren schon ganz weich und morsch und vergammelt. Schön anzsehen ist etwas anderes. Das galt besonders auch für die großen, tiefschwarzen Stängel und Zweige der Sonnenblumen. Ein gespenstischer Anblick und nicht geeignet, den Frühling herbei zu locken. 

Zudem sprießt es allüberall wirklich wunderbar. Wenn man jetzt nicht die Beete säubert, wird man sich später  bei den anfallenden Aufräumungsarbeiten viele junge Triebe der Frühlingsblüher abbrechen oder zertreten. 

Am weitesten sind bei mir die wild wuchernden Waldhyazinthen. Sie sind immer die Ersten, die treiben. Auch in kälteren Wintern scheinen sie sich von Eis und Schnee nicht bremsen zu lassen.



Waldhyazinthen (c) by Joachim Wenk
Waldhyazinthen treiben jedes Jahr als allereste mächtig durch

Ich bin ganz glücklich über das aufgeräumte Staudenbeet. Immerhin sehe ich das vom Wohnzimmer aus und freue mich jetzt, da alles Alte und Vergammelte abgeschnitten ist, auf  das frische Grün, das jeden Moment  neu hervorbrechen kann.


Staudenbeet im Februar (c) by Joachim Wenk
Staudenbeet im Februar - frisch ausgeputzt und zurechtgeschnitten



Hinter dem Staudenbeet ist die Wiese mit den Narzissen und Tulpen. Die Narzissen sind bereits deutlich zu sehen. Sie machen meinen täglichen Gang zum Vogelfutterhäuschen zum Spießrutenlauf. Beinahe jeder Schritt könnte eine Blattbüschel platt machen. Da gilt es äußerste Vorsicht walten zu lassen.

Narzissenwiese (c) by Joachim Wenk
in der Frühjahrsblüher-Wiese tut sich was


Bei meinen Stauden sind viele dabei, die sich auch selbst aussähen. Darauf lege ich sogar Wert. Kann man sich doch so eine Menge Geld für neue Stauden sparen und hat dennoch viele einzelne Pflanzen. Darüber hinaus finde ich es so schön zu beobachten, wo sie sich hinsähen und dann wachsen. Wie sie sich wohl selbst zusammenfinden?  Nach meinem Geschmack ist das oft viel schöner, als meine eigenen Anordnungen und Kombinationen.

So ist es besonders wichtig, beim Reinigen im Frühjahr oder dem Entunkrauten übers Jahr, ganz besonders auf Sämlingen zu achten. Jäte ich im Gemüsegarten alles aufkommende Unkraut mit der Pendelhacke, so darf die hier nicht zum Einsatz kommen. Wie schnell hätte ich sonst meine neuen Stauden abgemäht.

Bis jetzt sehr erfolgreich selbst aussähen tun sich in meinem Garten besonders die Färberkamillen, Bertram, Bergflockenblume, Katzenminze, Akeleien und seit letztem Jahr die Nachtkerzen.

Jetzt beim Beetreinigen fand ich dann  den hübschen kleinen Neuzugang. Unweit von ihm steht die Walzen-Wolfsmilch. Ich denke, daß der hier ein Nachkomme von ihr ist. Das wäre super. Wo er steht ist es heiß und trocken - genau so, wie er es mag.


Walzen-Wolfsmilch-Sämling selbst ausgesät (c) by Joachim Wenk
Walzen-Wolfsmilch-Sämling


Zur Zeit beschäftigen mich, wie in meinen vergangenen Posts angedeutet, ja ganz besonders die Antworten auf eine Frage: was mache ich wann im Garten?

Dazu später noch mehr. Hier an dieser Stelle passt glaube ich das Foto der vielen, vielen Mohn-Jungpflanzen ganz gut.

Ich habe im vergangenen Sommer mir von einigen Stauden Samen genommen. Dummerweise habe ich sie nicht gleich gesät, sondern reflexartig in Schächtelchen fürs Frühjahr verpackt. Für mich war aussähen mit Frühjahr gleichzusetzen. Wann sähe ich sie denn wohl jetzt im Frühjahr?

Ich jedenfalls habe sie am Wochenende gesät und ins unbeheizte Gewächshaus gestellt. Die Angst, daß die Pflanzen es zu kalt haben könnten, muß ich mir wirklich abgewöhnen.

Das ist doch auch logisch, wenn man über das Ganze einmal nachdenkt.

Was geschieht in meinen Staudenbeeten? Im Sommer blühen die Stauden und setzen Samen an, wenn wir sie lassen. Also, immer sofort Verblühtes zu entfernen, ist hier kontraproduktiv.

Die Samen fallen dann aus, und fangen an zu keimen, wenn  ihnen die Bedingungen passen. Das kann noch im späten Herbst sein. Die zarten Winzlinge überwintern dann bei Eis und Schnee und Kälte. Schadet ihnen das? Nein, tut es nicht. Ganz im Gegenteil.

Mohn selbst ausgesät (c) by Joachim Wenk
Mohn - selbst ausgesät
Seht euch diese Mohnpflanzen an. Vergangenes Jahr habe ich im Frühjahr die gekauften Samen in Topfplatten vorgezogen um sie zur rechten Zeit auszupflanzen. Was hätte ich darum gegeben, wenn meine behüteten Sämlinge im Gewächhaus so kräftige Pflanzen gewesen wären, wie die hier wild aufgegangenen.

Darum sagte ich vorhin, daß ich meine Stauden leider eingepackt habe, statt sie aus zu sähen. Die keimen erst, wenn die richtige Zeit ist. Und sie wissen selbst gut, wann die richtige Zeit ist. Ich hätte sie gleich im Herbst sähen und ins Gewächshaus stellen können. 

Jedenfalls habe ich die Samen jetzt in die Erde und warte, ob sie noch keimen und wie sie sich entwickeln. Zu früh war das sicherlich nicht. Zumindest nicht bei den von mir gesäten, winterharten und mehrjährigen Stauden. 



Und nun komme ich vom Staudengarten in den Gemüsegarten. Meine vor etwa 10 Tagen angesetzte Champignonkultur habe ich jetzt, wie angegeben, kühler gestellt. Man erkennt tatsächlich bereits die ersten winzigen Champignons. 



Champignons selbst anbauen (c) by Joachim Wenk
nach 10 Tagen, die ersten Champignons sind zu erkennen





Au weia. Na hier gehört aber auch einmal aufgeräumt. Ein Vorzeigegarten ist mein Gemüsegarten ja gerade zur Zeit nicht. Der ständige Wind und Sturm bläst das Laub  permanent von einer Stelle zur anderen. Zusammenkehren nützt da nichts. Auf den anderen Beeten steht noch der Gründünger und auch letzte Kohlreste. An Aussaat ist hier noch lange nicht zu denken. Im Frühjahr werde ich hier wieder mit der Motorhacke durchgehen. Doch das dauert noch. Erst danach kann ich aber mit den ganz frühen Aussaaten von etwas Puffbohnen oder Möhren und Pastinaken beginnen.

Gemüsegarten im Februar (c) by Joachim Wenk
hier gehört endlich mal aufgeräumt und gekehrt - der Gemüsegarten im Februar
Jedenfalls muß erst der rechte Moment abgewartet werden, bis ich mit der Hacke in die Beete kann. Trockener muß der Boden sein. Und ab wann wird das sein? Wann ist derartige Arbeit zu empfehlen?

Nach dem Kalender können solche Ratschläge ja schlecht gehen. Denn wenn es bei  mir noch kühl und nass ist, kann es in anderen Regionen Deutschlands schon längst warm sein. Wieder wo anders liegt dann sicher noch hoch der Schnee.

Das macht es auch schwierig, genau zu sagen, wann nun eben Puffbohnen oder Möhren zu sähen sind.


Für die Vorkultur im Haus mache ich ja bereits seit Anfang Januar meine eigenen Probeaussaaten und Versuche. Ich habe darüber berichtet. Wann die Jungpflanzen dann in den Garten kommen, ist auch wieder abhängig von der Region, in der man lebt.

Jetzt fiel mir ein Buch in die Hände, "Der Selbstversorger - mein Gartenjahr" von Wolf-Dieter Storl, das mich sofort begeistert hat. Ja, es ist schön bebildert und ja ich kenne den Autor und mag ihn. Was aber hat mich wirklich und tiefgreifend daran begeistert?

Zum ersten mal bekomme ich hier Antworten auf die Fragen, wann ich was im Garten tun kann oder muß. Sie sind hier - und das scheint mir, wie für mein "Problem" gemacht - nicht nach Monaten geordnet, sondern nach dem phänologischen Kalender.

Wann bringe ich Kompost aus oder grabe im Garten um beziehungsweise zücke die Grabegabel oder stecke meine Zwiebeln? Eben nicht pauschal "im Februar", sondern, wenn die Palmkätzchen zu blühen beginnen, die Haselnüsse blühen, der Huflattich treibt und das Scharbockskraut sprießt. Seht ihr, wie genial diese Sichtweise zu meinem Problem passt? Die Natur weiß selbst, wann sie was austreiben kann. Oben in den Bergen eben viel später als im Weinbauklima. Das ist es, danach muß ich mich richten und habe  die richtige Zeit für MEINEN Garten gefunden.

Und wenn mir wieder bei Google oder Facebook jemand Hektik macht, was er oder sie schon alles im Garten erledigt hat, während ich mir noch denke, wie das bei dem Wetter möglich sein kann, weiß ich, daß meine Zeit auch noch kommt und warte in aller Ruhe auf die Zeichen der Natur.

Der Selbstversorger mein Gartenjahr Wolf Dieter Storl wann mache ich was im Garten (c) by Joachim Wenk
eine Neuentdeckung dir mir total gut gefällt
Ich jedenfalls bin froh, das Buch gefunden zu haben und freue mich darauf, die entsprechenden Phänomene zu beobachten und dann die Arbeit auszuführen.

Der Selbstversorger mein Gartenjahr Wolf Dieter Storl wann mache ich was im Garten (c) by Joachim Wenk
ab wann mache ich was im Garten? Jetzt wird es für mich leichter.

Der Phänologisch Kalender, also die zu beobachtenden Phänomene in der Natur zu den einzelnen Jahreszeiten (Aufblühen bestimmter Pflanzen, Austrieb anderer Pflanzen oder das Verhalten der Wildtiere von Paarung bis Winterrückzug) sind es, worauf ich mich konzentrieren werde, um zu erfahren, wann ich was im Garten machen sollte. Das Buch gerade jetzt erscheint mir ein Wink dafür zu sein. Zumal ich eigentlich seit ein paar Jahren bereits ein anderes Buch im Regal habe. Auch das Buch hat mir schon immer gut gefallen. Zufälliger Weise ist auch der "Quickfinder Biogarten" nicht nach Monaten gegliedert sondern nach dem phänologischen Kalender. Eigentlich hätte ich also schon früher darauf kommen können mich damit einmal mehr zu befassen und dort meine Antworten zu Saatzeitpunkten und ähnlichem zu bekommen.

Jedenfalls werde ich ab sofort neben dem kalendarischen Zeitpunkt meiner Aussaaten und  Pflanzungen, des Umhackens und Kompostausbringens, die zu beobachtenden Phänomene notieren. Sicher hilft mir das in den Folgejahren bei der Gartenarbeit.

anfallende Gartenarbeiten nach dem phänologischen Kalender sortiert Quickfinder Biogarten (c) by Joachim Wenk
auch hier werden die anfallenden Gartenarbeiten nach dem
phänologischen Kalender sortiert