Sonntag, 31. Januar 2016

Wie zeitig im Jahr kann man Gemüse vorziehen? Ein Versuch.

Und schon ist es wieder so weit. Der erste Monat im neuen Jahr ist geschafft. Der Frühling ist zum greifen nahe. Bislang zeigte sich der Winter nun wirklich von seiner sanften Seite. Lediglich ein paar Tage mit Schnee und vielen Frostgraden brachte er hervor. Jetzt ist es zwar recht ungemütlich draußen und es regnet bei starkem Wind, dennoch liegen die Temperaturen sowohl tags als auch nachts über dem Gefrierpunkt.

Jetzt haben wir dann schon Februar. Bald ist Fasching und früher war für mich immer klar, danach wird es besser mit dem Wetter und man kann mit dem Frühling rechnen. Dieses Jahr ist der Fasching sehr früh. Vielleicht dauert es danach doch noch  etwas, bis es im Garten mit dem Wachsen beginnt. Trotzdem bin ich frohen Mutes. Mit jeder Woche, die frostfrei und ohne Winter vorbei zieht, sinkt die Wahrscheinlichkeit, daß noch einmal für längere Zeit richtiger Winter kommt.

Jedenfalls regnet es viel und ich freue mich noch immer über jeden Tropfen. Vergangen Winter hatte es nichts geregnet und so trocken war dann auch das Jahr. Jetzt wird also erst einmal wieder der Wasservorrat der Natur aufgefüllt. Mir soll es recht sein.

Derweil laufen meine Saat-Versuche. Wie früh kann ich mit der Aussaat beginnen und welches Gemüse eignet sich dafür? Eine Antwort auf diese Frage finde ich  in keiner Literatur. Überall, wo ich nachlese, stehen unterschiedliche und zum Teil widersprüchliche Angaben. Wenn ich dazu auch noch das Internet zu Rate ziehe, mindert das meine Ratlosigkeit in keinster Weise.

Also teste ich selbst. Der Sommerlauch braucht in der Kinderstube wirklich lange, bis er wächst. Letzte Saison hatte ich ihn für mein Empfinden recht früh gesät. Ende Februar kam er in die Saatschale. Dadurch hatte ich das erste mal im späten Sommer vielen und sehr schönen Lauch zu ernten. Laut Sortenbeschreibung hätte die Ernte aber früher einsetzen sollen.

Dieses Jahr habe ich ihn, wie im Katalog empfohlen, gleich Anfang Januar gesät. Weil er es warm möchte zum Keimen, steht er auf einer Heizmatte. Er ist schön gekeimt und pikiert. Heute habe ich noch einmal nachgesät. Ich will ja nicht allen Lauch zur gleichen Zeit ernten. Zudem sehe ich so vielleicht auch Unterschiede und weiß im kommenden Jahr, wann ich wirklich sähen sollte.


Sommerlauch Hilari (c) by Joachim Wenk
Sommerlauch Hilari - gesät Anfang Januar 2016


Salat Briweri habe ich ebenfalls Anfang Januar gesät. Er keimt  bereits ab 2°C und steht daher im etwa 10°C warmen Überwinterungsraum der Kübelpflanzen.

Salat Briweri (c) by Joachim Wenk
Salat Briweri - gesät Anfang Januar


Bei der Saataktion in der ersten Janaurwoche kamen auch ein paar Samen von Rukola und vom Winterportulak in den Boden. Allerdings im  Gewächshaus.Darüber liegt zum Schutz noch  ein Vlies.

Dann kam der Frost mit Nachttemperaturen unter -10°C und tags maximalen -4°C.  Schließlich verschwand der Schnee und im Gewächshaus keimten der Portulak und Rukola. Bei diesen beiden bin ich eigentlich ganz guter Dinge. Immerhin neigen beide schließlich dazu, sich selbst auszusähen, wenn man sie in einer Ecke im Garten wachsen lässt. Da fallen dann auch im Herbst die Samen auf den Boden, liegen den ganzen Winter dort und beginnen im Frühjahr ganz von allein zu keimen. Dann sollte es hier im Gewächshaus doch eigentlich auch  klappen.

Heute habe ich noch eine Reihe  Rettich gesät, den Salat Briweri nun auch gleich in den Gewächshausboden (also ohne Vorzucht in Saatschale) und Spinat Butterflay. Ich bin jetzt immer mutiger und entschlossener. Nur so werde ich wissen, was geht und was nicht. Und was soll schon dabei passieren, außer, daß es eben nichts wird.

Am Samstag Morgen hatte der Boden im Gewächshaus 8°C, während ich im Freiland nur 5°C messen konnte. Es ist also doch etwas wärmer im Gewächshaus, als draußen.

Zwischen den Saatreihen liegen wassergefüllte Plastikkanister. Über alles stülpe ich schließlich noch das Vlies. Auch ein Fass mit Wasser steht auf dem Weg im Gewächshaus. Das Wasser soll sich tagsüber aufheizen, oder zumindest etwas an Sonnenwärme aufnehmen. Nachts gibt es dann die dann an die Umgebung ab und puffert die Temperaturunterschiede etwas. Professionelle Methode auch für den Hobbygärtner sind die schwarzen Plastischläuche mit vielleicht 10cm Durchmesser. Auch sie werden mit Wasser gefüllt zwischen die Reihen als Wärmespeicher gelegt.

Wasserkanister als Wärmespeicher im Gewächshaus (c) by Joachim  Wenk
Wasserkanister als Wärmespeicher im Gewächshaus


Im Garten selbst habe ich angefangen, die Staudenbeete zu säubern. Die Frühlingsblüher schieben sich schon überall mächtig aus dem Boden. Wenn ich noch länger warte, breche ich sie mir alle ab, beim Zurückschneiden der großen Staudenbüsche vom Herbst.

Winterlinge haben es ja leider noch immer nicht in meinen Garten geschafft. Dafür erfreuen mich bereits  die ersten Schneeglöckchen mit ihren Blüten.

Schneeglöckchen im Januar (c) by Joachim Wenk
Schneeglöckchen



Neben den  Aussaatversuchen, probiere ich auch wieder einmal etwas aus, das mir bislang noch nie gelungen ist. Champignons selber anbauen. Leider sind bisher nie welche in den diversen Zuchtpaketen gewachsen.  Vielleicht habe ich ja dieses Mal mehr Glück.

Die Brut ist in einem Pappkarton im Plastikbeutel. Den schlägt man über die Kartonränder, füllt die mitgelieferte Erde darüber. Mit der ebenfalls im Paket enthaltenen, durchlöcherten Folie deckt man alles ab und stellt es temperiert auf.

So steht die Champignonzucht jetzt für etwa 10 Tage bei 18°C im Heizungskeller. Danach wird sie kühler gestellt und die Pilze sollen anfangen zu wachsen. Na, ich bin mal gespannt, wie viel da bei mir wächst und wie die Pilze dann schmecken.

Champignons selbst kultivieren (c) by Joachim Wenk
Champignons selbst kultivieren

Champignons selbst kultivieren (c) by Joachim Wenk
Champignons selbst kultivieren 

Champignons selbst kultivieren (c) by Joachim Wenk
Champignons selbst kultivieren 

Champignons selbst kultivieren (c) by Joachim Wenk
Champignons selbst kultivieren



Während im Garten das große Wachsen und Blühen sich also gerade noch eher unbemerkt auf die Startposition begibt, blüht es im Zimmer umso bunter. Meine Orchideen, blühen rund ums Jahr und die Calanchoe blüht meist ab Weihnachten, wenn die Tage kurz sind und sie somit nur wenig Licht abbekommt.

blühende Orchidee (c) by Joachim Wenk
Blühende Orchidee

blühende Orchidee (c) by Joachim Wenk

blühende Calanchoe (c) by Joachim Wenk
blühende Calanchoe

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